Ausgabe 
21.8.1891
 
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In Stassord strikeu 8000 Nagelschmiede wegen einer zehnprocentigen Lohnherabsetzung. JmRhondda- T h a l c striken 5000 Kohlengrubenarbeiter.

Portsmouth, 19. August. Den Offizieren des franzö­sischen Geschwaders soll nicht nur die Besichtigung der im Bau befindlichen Schiffe, sondern auch gewiffer Departe­ments gestattet werden, deren Besuch sonst streng untersagt ist. Die französischen Offiziere werden die Arsenale besuchen, wo ihnen die Marinegeschütze und die Munition durch Sach­verständige gezeigt werden sollen.

Petersburg, 19. August. Die kaiserliche Familie siedelte nach Peterhof über. Am Bahnhose überreichte eine Deputation der Einwohner von Peterhos dem Czarewitsch Brod und Salz. Anläßlich des Schlusses der Manöver fand in Kraßnoje Sselo ein Frühstück statt, an welchem außer dem Kaiserpaar auch die Königin von Griechenland, die Groß­fürsten und Großfürstinnen theiluahmen. Der Kaiser trug anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Josef öster­reichische Orden, ebenso die Inhaber österreichischer Orden. Bei dem Frühstück brachte der Kaiser die Gesundheit des Kaisers Franz Joses aus und es wurde die österreichische Hymne gespielt.

Belgrad, 19. August. Im Namen der Regentschaft richtete Ristic ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Oesterreich, in dem er nochmals für den Empfang in Ischl in wärmster Weise dankt und dem Wunsche freund­schaftlicher, aufrichtiger Beziehungen zu dem Nachbarstaate Ausdruck gibt. Der Kaiser dankte telegraphisch und betonte den angenehmen Eindruck des Jschler Besuchs unter der Ver­sicherung freundschaftlicher, wohlwollender Gesinnungen für Serbien.

Depeschen detzBureau Herold".

Berlin, 19. August. DiePost" ist in der Lage, mit- zutheilen, daß die Einführung der Ausnahmetarife für Getreide und Mühlenfabrikate am 1. Sep­tember in Kraft tritt. Der Ausnahmetaris wird vorläufig nur für den Localwechsel-Verkehr auf den preußischen Staats­bahnen für Entfernungen über 200 Kilometer eingeführt. Unter 20 Kilometer bleiben die bereits bestehenden Normal­sätze. Besondere wie allgemeine Ausnahmetarife, soweit sie billiger sind und Artikel enthalten, welche im neuen Aus­nahmetaris nicht ausgenommen wurden, behalten vorläufig ihre Giltigkeit. Nach dem neuen Ausnahmetaris beträgt der Frachtsatz für 100 Kilogramm auf 300 Kilometer 1,32 Mk. Der Frachtsatz steigt bei je 100 Kilometer mehr, bis zur Entfernung von 1200 Kilometer, jedesmal um 20 Pfennige. Außer Preußen sollen die Bundesstaaten mit Staats-Eisen­bahnen vom Reichskanzler um Annahme der gleichen Tarife ersucht werden.

Kiel, 19. August. Kaiser Wilhelm ist heule früh zum ersten Male nach dem Unfälle auögeritten.

Gotha, 19. August. Gegenüber der Meldung Berliner Blätter, der Herzog von Coburg-Gotha werde an den Thüringer Kaisertagen theilnehmen, glaubt dasThüringer Tageblatt", der Herzog werde den Veranstaltungen fern­bleiben.

Kattowitz, 19. August. Die Provinzial-Steuerbehörde bewilligte dem Dampfmühlen-Etabliffement Fiedler u. Glaser die Errichtung einer Niederlage für ausländisches Getreide. Dieses gelangt ohne Eingangszoll nach Kattowitz und befindet sich unter Verschluß der Steuerbehörde, sowie des Getreide-Eigenthümers. Dasselbe wird erst dann ver­zollt, wenn es im Jnlande verbraucht wird. Das nach dem Auslande rückkehrende Getreide bleibt zollfrei.

Brüffel, 19. August. Socialisten-Congreß. Adler- Wien behauptet, nächst der Schweiz und England habe Oester­reich die beste Arbeitergesetzgebung, aber blos auf dem Papier. In Oesterreich wie in Deutschland sei man revolutionärer Socialist. Vanderfelde fordert die Arbeiterparteien auf: 1. in jedem Lande eine beständige Enquete über die Arbeits­bedingungen nnd die Lage der Arbeiterklassen zu organisiren, 2. die Arbeiter-Gesetzgebung zu ändern, 3. empfehle der Con- greß den Lohnarbeitern der ganzen Welt, ihre Kräfte gegen die Herrschaft der Capitalisten zu vereinigen; außerdem em­pfiehlt der Congreß, überall, wo sie politische Rechte genießen, sich derselben für die Emancipation des Proletariats zu be­dienen. Abraham Cahn-Newyork: Wie der Congreß sich für die Londoner Tischler ausgesprochen, so könne er es auch für die verfolgten jüdischen Proletarier, welche sich am glor­reichen Kampfe für die Emancipation des Proletariats be- theiligen wollen. Berichterstatter Vvlders erklärt, er halte es für überflüssig, dem Congreß den Ausdruck der Sym­pathie für die Juden vorzuschlagen. Die Judenfrage sei erfunden, um den Socialismus zu hemmen. Dieselbe sei von christlichen Capitalisten hervorgerufen, welche nicht so geschickt seien wie die Juden.

totales unt provinzielles.

Gießen, 20. August.

Die Besichtigung der 49. Infanterie-Brigade durch Se. Kgl. Hoheit den Großherzog sand heute Vormittag 10 Uhr auf dem Excerzierplatze statt. Se. Königl. Hoheit der Großhcrzog, welcher um 9 Uhr 40 Min. in Begleitung des Majors v. Groß, gen. v. Schwartzhoff und des Flügel- Adjutanten Hauptmann Frhr. Röder v. Diersburg auf dem Bahnhof eingctroffen war, wurde sowohl auf dem Wege zum Excerzierplatze als auf letzterem von einer zahlreichen Zuschanermenge mit Hochrufen begrüßt. Nach Entgegennahme des von dem Commandeur der Brigade, Generalmajor v. Obernitz, überreichten Front-Rapports begab sich Se. Kgl. Hoheit mit Gefolge zunächst nach den vor der Front be­findlichen Fahnen, wovon die dem 1. und 2. Bataillon des 116. Regiments gehörigen neu genagelt worden waren. Hieraus ritt Se. Kgl. Hoheit bte Front der mit dem Rücken nach dem Philosophenwalde anfgestellten Regimenter ab. Nach der Be­sichtigung sand ein zweimaliger Vorbeimarsch, das erste Mal in

Compagnie-, das zweite Mal in Regiments-Colonnen statt. Se. Königl. Hoheit begab sich nach Schluß der Parade nach demHotel Einhorn", woselbst Nachmittags Osfiziertasel . stattfinder. Nach der Tafel reist der Großherzog per Extrazug nach Romrod. Morgen früh findet bei Lauterbach die Be­sichtigung der 50. Infanterie-Brigade statt. Nach der Osfiziertasel daselbst kehrt Se. Kgl. Hoheit am Nachmittag über Gießen nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. Die Stadt ist anläßlich des hohen Besuches reich beflaggt.

Militärdienstnachricht. v. Plönnjes, Sec.-Lt. vom 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, commandirt zur Dienstleistung bei dem Großh. Hess. Feld- Art.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), als außeretatmäß. Sec.'Lt. in dieses Regt, versetzt.

Das am 18. August ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 25 enthält Bekanntmachung Großh. Staatsministeriums, die Berechnung der Dienstzeit der aus dem Stande der Rechtsanwälte nnd Notare in den Staatsdienst übergetretenen Civilbeamten betreffend.

Ernennung und Versetzung. Der Finanzaspirant Carl Mathes aus Alsfeld wurde znm Calculcttor bet den Oberhessischen Eisenbahnen ernannt; der Psandmeister bei dem Rentamt Nidda, Johannes Schmidt zu Schotten, in gleicher Diensteigenschaft an die Obereinnehmerei Mainz versetzt.

Reichszuschuß. Nach § 34 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes ruht die Rente für die Personen, welche eine Unsallrente von mehr als 415 Mk. beziehen, für die Beamten und Personen des Soldatenstandes, welche ebenso hohe Pensionen nnd Wartegelder erhalten, ferner so lange der Berechtigte eine die Dauer von einem Monat übersteigende Freiheitsstrafe verbüßt oder so lange er in einem Arbeits­hause ober in einer Besserungsanstalt untergebracht ist, so­wie schließlich so lange ber Berechtigte nicht im Jnlanbe wohnt. Es waren nun in bem auf Grunb bes § 87 bes Gesetzes errichteten Rechnungsbureau Zweifel barüber ent* stauben, ob mit ber Rente auch gleichzeitig in biesen Fällen ber Reichszuschuß ruhe. Das Reichsversicherungsamt hat entschieben, baß im Falle bes Ruhens einer Jnvalibitäts- unb Altersrente auch ber in jeber Rente enthaltene Reichs- Zuschuß insvlange unb insoweit nicht zur Auszahlung zu bringen ist, als bie Gesammtrente ruht.

Die besten Schützen der deutschen Armee. In ber Prämieuvertheiluug ber besten Schützen im deutschen Heere ist neuerdings insofern eine Aenberung eingetreten, als an Stelle ber früheren Gelbgeschenke jetzt silbene Mebaillen mit bem Bilbniß Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. an bie Regimenter zur Vertheilung gelangen. So trafen biefer Tage bei bem Casseler Husaren-Regiment Nr. 14 (Lanb- graf von Hessen-Homburg) 12 dieser Medaillen ein, von denen 10 an Mannschaften einzelner Schwadronen, welche sich als die besten Schützen erwiesen haben, und 2 nur an Unter­offiziere zur Vertheilung gelangten, welche die besten Schützen im ganzen Regiment waren. Die Medaillen repräsentiren einen verhältnißmäßig hohen Werth - auf der Aversseite ist um das Bild des Königs die UmschriftWilhelm II. König von Preußen" angebracht und auf ber Reversseite stehen von einem Lorbeerkranze umrahmt bie WorteDem besten Schützen" in ber Mitte der Medaille.

nach 1 Uhr Mittags durch den Ortsgcistlichen mit einer ergreifenden Ansprache am Kriegerdenkmal eingeleitet.

tt Aus dem Kreise Lauterbach, 19. August. Einem eifrigen Nimrod von Lauterbach passirte kürzlich das Unglück, auf feiner Jagd ein Dienstmädchen so unglücklich zu treffen, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Die Gefahr ist nun vorüber, das Mädchen befindet sich auf dem Wege der Besserung.

§ Aus Oberheffeu, 17. August. Welch ganz besondere Pflege der Obstbaumzucht an den Staatsstraßen gewid­met wird, das zeigen deutlich die gegenwärtig an den Obst- bäumchen daselbst vorgenommenen Arbeiten. Die Bäumchen wurden in eine quadratmetergroße Grube gepflanzt. Jetzt hat man diese Grube bei den bereits gepflanzten Bäumchen nochmals um einen Meter vergrößert. Die wilde Erde wurde daraus entfernt unb burch gute Chaufseeerbe ersetzt. Ebenso große Sorgfalt wirb ber Entwickelung ber Bäumchen über­haupt zu Theil, inbem bie Aestchen sorgfältig gebunben unb ausgeschnitten werben, bainit sich eine schöne Krone bild«, kann. Die schwachen Aestchen berselben schützt man vor dem Abbrechen burch barauf sich setzende Vögel mittelst eines an den Pfahl angebrachten, über ber Krone hervorragenben Kreuzes. Sehr richtig wurde jüngst in einem auch in dieser Zeitung veröffentlichten Artikel darauf hingewiesen, wie sehr viel noch die Obstbaumzucht bei den Gemeinden und beson­ders bei den Privaten im Vergleich zu derjenigen an den Staatsstraßen getriebenen zu wünschen übrig lasse. Dessen­ungeachtet bekommt doch Mancher einen Begriff davon, was es heißt, rationelle Obstbaumzucht treiben.

-6- Büdingen, 18. August. Der Gedenktag ber Schlacht von Gravelotte würbe heute Abenb in toürbiger Weise gefeiert. Nach 8 Uhr begab sich ein Lampion- Zug, veranstaltet von sämmtlichen hiesigen Vereinen, mit Musik nach bem Kriegerbenkrnal. Dort angenommen, spielte zunächst bie Musik einen Choral unb ber Gesangverein trug ein Lieb vor, worauf Herr Gymnasiallehrer Dr. Bauer in einer Ansprache ber ruhmreichen Thaten von 1870/71, ins- besonbere ber Gefallenen gebuchte nnb ein Hoch auf Se. Maj. den Kaiser unb Se. Königl. Hoheit ben Großherzog aus- brachte. Hieraus würbe ein Kranz am Denkmal niebergetegt unb bie Musik spielte bieWacht am Rhein." Der Zug kehrte sobann in bie Stabt zurück unb bie Teilnehmer be­gaben sich in bas Hotelzum Fürstenhof" zur geselligen Unterhaltung.

Büdingen, 18. August. Heute würbe unter lebhafter Betheiligung bie irbische Hülle bes Herrn Ortseinnehmers Höhler zu Grabe getragen. Der Verstorbene war eine in allen Kreisen unb Stäuben sehr beliebte Persönlichkeit. Als junger Munn von 16 Jahren trat er im Februar 1831 in ben Steuercommissariatsbienst, um später bie Orts-Ein- nehrnerei unb bas Nebenzollamt Bübingen zu übernehmen. Er hat somit über 60 Jahre treu unb pflichteifrig gewirkt.

Mainz, 17. August. In bem Musikverlag-Geschäft von B. Schott Söhne bahier ist vor längerer Zeit die russische Nationalhymne erschienen. Wie derNeueste Anz." zu melden weiß, mußte in der Druckerei dieser Firma in den letzten Tagen aus erfolgte Eilbestellungen aus Frankreich eine neue Auflage der Hymne hergestellt werden. Sobald eine Parthie fertig ist, erfolgt ber Eilversanbt, mit bem Neu­drucke sei man aber immer noch nicht fertig.

Eine Sitzung des Eisenbahubeiraths fanb am Dienstag in Darmstadt statt. Unter Anderem wurde auf Anregung des Herrn Oberbürgermeisters Gnauth von Gießen seitens der Vertreter der Großh. Regierung zugesagt, daß inskünstig, soweit möglich, auch die Fahrplan-Ent würfe für die ? Main-Weser-Bahn ben Mitgliebern bes Eisenbahubeiraths vor ber Sitzung mitgetheilt werben sollten. Die wegen Er­mäßigung des Einheitssatzes für Arbeiter-Rückfahrt- unb Arbeiter-Wochenkarten von 1,33 Pfg. auf 1 Pfg. pro Kilometer, sowie bie wegen Einführung eines Ausuahme- tarifs für laubwirthschaftliche Massenartikel von bem Vertreter der Handelskammer zu Frankfurt schon in früheren Sitzungen gestellten Anträge wurden auf Wunsch des am Erscheinen verhinderten Antragstellers von der Tagesordnung abgesetzt. Die deutschen Eisenbahuverwaltuugeu haben auf der letzten allgemeinen Fahrplau-Conferenz, die Genehmigung der Re­gierung vorausgesetzt, beschlossen, den Beginn des Sommer- sahrplaus 1892 auf ben 1. Mai sestzusetzeu, währeub bie italienischen unb schweizerischen Verwaltungen ben seitherigen Anfangstermin (1. Juni) voraussichtlich beibehalten werben.

W. Großen Buseck, 18. August. Die Feier bes Jahres­tages ber Schlacht bei Gravelotte im hiesigen Veteranen­verein gestaltete sich zu einer recht erhebeubeu. Um 8 Uhr Abeubs versammelten sich bie Veteranen im Saale bes Herrn Karl Siegsrieb, woraus ein Zug burch bie Hauptstraßen bes Ortes unter Begleitung einer Musikcapelle ftattfanb. Dem Ehreupräsibeuteu bes Vereins brachten bie Veteranen eine Ovation bar. Derselbe beehrte auch ben Verein mit seinem Besuche unb brachte ben Abenb in Gesellschaft ber Veteranen zu. Auch sämmtliche im Orte einguartirte Herren Offiziere, unter Führung des Herrn Majors, waren erschienen. Toaste aus Kaiser unb Großherzog rc., musikalische unb beclamatorische Vorträge verkürzten bie Stuubeu, so baß man sich erst in später Stuube höchst befriebigt trennte. Die erhebeube Feier wirb noch lange in ben Gemütheru ber Erschienenen fort- 'wirken.

8 Herbstein, 19. August. Heute würbe ein auf bem Gruubstück bes Pächters Fülberth zu Eisenbach gewachsener Haferhalm bahier vorgezeigt, welcher eine Länge von 1,95 Zentimeter hatte.

Altenstadt, 16. August. In einfach würdiger Weise fand heute, vom prachtvollsten Wetter begünstigt, die dies­jährige Grave lot te fei er der Kriegervereine des Bezirks Altenstadt dahier statt. Es beteiligten sich an dieser Feier sämmtliche zum Bezirk gehörigen Vereine, nämlich: Alten­stadt, Glauberg, Höchst a. d. Nidder, Leidhecken, Lindheim, Oberau, Staden unb Stammheim. Die Feier würbe gleich

Vermischtes.

* Koblenz, 17. August. Arn Samstag verschwanben hier bie Kellner in einigen größeren Restaurants. Ein Agent hatte dieselben heimlich nach Trier engagirt. Auch in einem Restaurant in Ems hat man alle Kellnerinnen nach Trier engagirt; eines Morgens waren sie alle verschwunden.

* Durchschaut.Lieber Onkel! Leider kann ich heute zu Deiner Damengesellschaft nicht kommen, da ich die fürchter­lichsten Zahnschmerzen habe. Dein Neffe."Lieber Neffe! Komme nur ruhig im einfachen Gesellschaftsauzuge, wie Deine Vettern Carl und Fritz, welche auch ihre Fracks ver­setzt haben. Dein Onkel."

llnivcrfitäfs Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

G. Erlangen, 16. August. Die juristischen Prüfungen und der Vorbereitungsdienst zum höheren Justizdtenfte. Die Prüfung der Rechtscandtdaten kann bet den OberlandesgerichNn in Königsberg, Berlin, Stettin, Breslau, Naumburg, Kiel, Celle, Kassel und Köln abgelegt werden. Dem Gesuche um Zulassung zur ersten Prüfung ist beizufügen: Das Zeugniß der Reife zur Universität (Gymnasial-Absolutorium), das Zeugniß über die Militärverhältniffe, das Universttäts-Abgangszeugntß, ein in deutscher Sprache abgefaßter Lebenslauf, in welchem insbesondere der Gang der Universitätsstudien darzulegen ist. Das Gesuch und der denselben beizufügende Lebens­lauf ist von dem Rechtscandtdaten eigenhändig zu schreiben.

Hamburg, 15. August. Das Deutsche DampfschiffTaor­mina", Capitän Koch, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt- Actien-Gesellschaft, ist am 14. August, 11 Uhr Vormittags, wohl­behalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 16. August. Das Hamburg-Ncwyorker Post- DampfschiffSlavonia", Capitän Schmidt, von der Hamburg-Amerika­nischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 15. August. 5 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 18. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in ^Bremen, welcher am 8. August von Bremen und am 9. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Land- unb VolksLNr^Lh-chülft.

Friedberg, 18. August. Frachtpreise. Weizen JL 23.50 bis 00.00, Korn JC 22.5000.00, Gerste JL 17.0017.50, Hafer JL 15.50-16.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.

Friedberg, 19. August. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. A 1.001.15, Eier 1 St. 7 4, 2 St. 13 H.