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gründet. Neben diesen äußerlichen Gründen dürsten indessen wohl noch andere Ursachen bei dem wiederholten Rücktritts­gesuche des Chefs der preußischen Eisenbahnverwaltung mit­wirken. Wenn sich die allerhöchste Genehmigung desselben noch verzögert, so hängt dies vermuthlich mit dem Wunsch des Monarchen zusammen, den Personenwechsel im Verkehrs­ministerium erst nach Schluß der Landtagssession vollzogen zu sehen.

Charlotteuburg, 16. Mai. Se. Majestät der Kaiser wohnte dem heutigen Armee-Jagdrennen bei Westend bei und überreichte den Siegern eigenhändig die Ehrenpreise.

Potsdam, 18. Mai. Heute Vormittag 10 Uhr fand das Stiftungsfest desLehr-Jnfanteriebataillonsstatt. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die drei ältesten kaiserlichen Prinzen, die Mitglieder des königlichen Hauses und andere hier anwesende Prinzen und Prinzessinnen, ferner der Kriegsminister, der commandirende General des Garde- Corps Freiherr von Meerscheidt-Hüllessem wohnten der Feier bei. Der Gottesdienst wurde vom Hof- und Garnisonprediger v. Haase abgehalten. Nach dem Gottesdienst fand Parade­marsch statt und hieran schloß sich die Speisung des Bataillons in den Colonnaden. Um 1 Uhr war im Muschelsaale großes Diner bei den Majestäten, wozu 140 Einladungen ergingen.

Breslau, 16. Mai. DieBreslauer Zeitung" meldet aus Oberschlesien : Auf den Lipiner Zinkwerken und der Klara­hütte haben 500 Arbeiter die Arbeit niedergelegt.

Straßburg i. E., 17. Mai. Heute begann das erste elsaß-lothringische Sängerbundesfest. Das Fest ist von etwa 70 Gesang-Vereinen, zur Hälfte ländlichen, aus allen Gegenden der Reichslande besucht.

München, 18. Mai. Zu dem gestrigen Begrüßungs- abend des anatomischen Congresses waren außer den Mitgliedern der Vorstandschast: Professor Kölliker (Würzburg), Waldeyer (Berlin), His (Leipzig), Toldt (Wien) und Bardeleben (Jena), unter Anderen anwesend: Dekhuizen (Leyden), v.Gehnchten (Löwen), Leboncq und van Stricht (Gent), Retzius (Stockholm), Roniti (Pisa), Kollmann (Basel), Stöhr (Zürich), Rabl (Prag), Merckel (Göttingen), Henke (Tübingen), Stieda (Königsberg), Schwalbe (Straßburg) und Braune (Leipzig). Heute beginnen die Vorträge und Demonstrationen im Anatomiegebäude.

Der heutigen Hauptversammlung der ana­tomischen Gesellschaft wohnten Prinz Louis Ferdinand, der Cultusminister Müller, sowie über 70 Mitglieder bei. Der Vorsitzende, Professor v. Kölliker, eröffnete den Congreß mit einer Uebersicht über den Stand der jetzt 250 Mitglieder zählenden Gesellschaft, erwähnte, daß die Gesellschaft, da sich unter ihren Mitgliedern so viele außerdeutsche Celebritäten befänden, eine internationale Vereinigung zu werden beab­sichtige und wiederholte, um einer Zersplitterung der Fach­literatur vorzubeugen, seine frühere Bitte, die Fachgenoffen möchten ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen nur in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache machen. Hieraus folgten Fachvorträge und Referate.

Ausland.

Wien, 16. Mai. Heute Vormittag erfolgte hier die Er­öffnung der afrikanischen Ausstellung des Asrikareisenden vr. Holub in der Rotunde durch den Ministerpräsidenten Grafen Ta affe im Namen des abwesenden Protectors der­selben, Erzherzogs Franz Ferdinand.

Wen, 16. Mai. Die Thätigkeit des Vereines der Buch­drucker und Schriftsetzer wurde wegen statuteuwidrigen Verhaltens bis zur Entscheidung über den vom Vereine ein­gelegten Recurs sistirt.

Prag, 18. Mai. Erzherzog Karl Ludwig eröffnete heute die böhmische Akademie der Wissenschaften. In einer in czechischer Sprache gehaltenen Rede drückte der Erz­herzog die Ueberzeugung aus, die Akademie werde, den Ab­sichten des Kaisers Franz Josef entsprechend, die Wissenschaft und Literatur der böhmischen Nation fördern. Der Präsident der Akademie dankte dem Erzherzog und schloß mit einem enthusiastisch ausgenommenen Hoch aus den Kaiser. Die Erz­herzogin Maria Theresia, die Minister, die Delegirten der deutschen und czechischen Universität, die Spitzen der Behör­den, sowie die Vertreter der Kunst und Wissenschaft nahmen an der Eröffnungsfeier Theil.

Pest, 18. Mai. Der heute hier eröffnete Ornithologen- congreß wurde im Namen der Regierung durch den Ackerbau- minifter Grasen Bethlen, im Namen der Stadt durch den Vicebürgermeister begrüßt. Zum Präsidenten des Congresses wurde Victor Tatio (Gens) gewählt. Von Homeyer hielt in der heutigen Sitzung einen Vortrag über das Leben der Vögel in Central- und Westafrika.

Triest, 18. Mai. Mit dem Lloyddampfer trafen gestern neun Familien, zusammen sünszig Personen, aus Cvrfu hier­ein, von denen 13 als mittellos im israelitischen Hospital untergebracht wurden.

Lausanne, 18. Mai. Heute sand die seierliche Ein­weihung der neuen Universität statt. Die Feier begann mit einem Gottesdienst, an welchen sich der Festzug schloß. Der­selbe wurde von den Bundesbehörden eröffnet, welchen die Behörden des Kantons, zahlreiche ausländische Professoren und Deputationen, die schweizerischen und Lausanner Pro­fessoren, sowie sehr zahlreiche Studirende folgten. Prinz Roland Bonaparte ging zur Rechten des Rectors. Nach dem Einweihungsacte hielt Staatsrath Rusfi die erste Rede, welche mit großem Beifall ausgenommen wurde. Der Syndicus Cuenod hieß die Gäste Namens der Stadt willkommen. Der Rector Professor Dr. Maurer brachte den Toast aus die neue Universität und die Vertreter der europäischen Uni­versitäten aus. Nach der Feier in der Universität begaben sich die Theilnehmer an derselben im Zuge zum Festbankett.

Rom, 18. Mai. Der lateinische Wortlaut der En cy cli ka über die sociale Frage ist heute dem Cardinalcollegium zu- getheilt worden. Die Encyclika führt den Titel:De con- ditione opificum (Ueber die Lage der Arbeiter).

Paris, 18. Mai. Nach Meldungen aus vielen Gegenden Frankreichs haben die Saaten durch Schneefall stark ge­

litten. In Lyon ist das Thermometer in der vergangenen Nacht auf Null, in Grenoble auf 3* unter Null gesunken.

Paris, 16. Mai. In dem heutigen Ministerrathe unter­zeichnete der Präsident Carnot die Decrete, durch welche eine Anzahl der anläßlich der Vorfälle vom 1. Mai verur­teilten Personen begnadigt wird.

London, 16. Mai. Die Influenza-Epidemie ist noch immer im Zunehmen. Von den Mitgliedern des Parlaments sind nunmehr 87 an Influenza erkrankt.

Glasgow, 18. Mai. In einer heute stattgehabten Ver­sammlung derDelegirten der schottischen Grubenarbeiter wurde beschlossen, den Arbeitern sämmtlicher Kohlenbecken Schott­lands zu empfehlen, Sammlungen für die strikenden Kohlen­grubenarbeiter aus dem Continent zu veranstalten und dem auf dem Pariser Congresse im März gegebenen Versprechen gemäß auf eine möglichste Einschränkung der Ausfuhr von Kohlen nach dem Continent hinzuwirken.

Moskau, 17. Mai. Die russischeMoskauer Zeitung" erfährt, das Ministerium des Innern hätte die Provinzial­behörden beauftragt, über die Zahl der Juden, die in den Städten Rußlands wohnen, sofort Erhebungen zu veran­stalten. Personen jüdischer Consession, die sich in Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen in den Städten aufhalten, sollen unverweilt nach den Orten ihrer Herkunft befördert werden.

Athen, 15. Mai. Amtlicher Mittheilung zufolge wären in drei Hauptstraßen des Chettos in Corfu die von Juden betriebenen Geschäfte ohne jede Störung wieder geöffnet. Die Behörden rechneten darauf, daß die Ruhe bald hergestellt sein werde.

Athen, 17. Mai. Die Regierung hat 12,000 Frcs. behufs Unterstützung der jüdischen Bewohner auf Corfu be« willigt. Von dorther sind übrigens Nachrichten von neuen Unruhen nicht eingetroffen.

Bukarest, 16. Mai. Der vormalige Ministerpräsident Jean Bratiano ist in vergangener Nacht gestorben.

Bukarest, 18. Mai. Prinz Wilhelm von Hohen- zollern ist gestern Vormittag hier angekommen und aus dem Bahnhofe von dem Könige und dem Thronfolger empfangen worden. Anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs kündigt die Königin in einem Briefe an den Ministerpräsidenten den Bau eines großen Studenten-Stiftungs- hauses aus eigenen Mitteln, sowie eine Spende von 200000 Frcs. zu diesem Zwecke au.

Lima, 18. Mai. Bei Pisagua (Chile) hat ein Kampf zwischen Schiffen der Congreßpartei und den der Regierung gehörigen Torpedobooten stattgefunden. Das Resultat ist noch nicht bekannt. __________________

Die Ausweisung der Königin Natalie aus Serbien.

Das lange vorausgesehene Ereigniß, die Entfernung der Königin Natalie ans Serbien, ist während der Pfingstfeiertage eingetreten. Das Wolff'sche telegraphische Correspondenz- Bureau berichtet hierüber aus Belgrad, 19. Mai: Die Königin Natalie wurde heute früh unter starker Eskorte zum Bahnhofe gebracht. Sie reiste nach Semlin ab. Gestern war gegen Mitternacht die Ruhe wieder hergestellt. Im I Volke herrschte eine allgemeine Erregung gegen die Regierung, die Regentschaft, König Milan und das Kriegsministerium. Weitere Excesse werden befürchtet. Der Kriegsminister hat demissionirt. Die Regierung verhandelte erfolglos mit dem Oberst Schaffarik wegen Uebernahme des Portefeuilles. Als die Königin Natalie in eigener Equipage unter starker Gensdarmeriebedeckung ans das Schiff gebracht werden sollte, strömten von allen Seiten Volksmaffen herzu und verlegten den Weg nach dem Landungsplatz. Die Escorte wollte darauf den Weg durch die Festung nehmen, das Volk riß aber die Gensdarmerie von den Pferden, vertrieb die Gensdarmen mit Steinwürfen und führte Natalie unter Jubelgeschrei nach | dem Palais zurück. Eine unübersehbare Menge belagerte das ! Königspalais und die Bevölkerung ist sehr aufgeregt. Natalie | mußte sich wiederholt am Fenster zeigen. Garde-Cavallerie versuchte die Straßen zu räumen. Die Volksmaffen weichen bis zum Palais zurück, nehmen eine drohende Haltung ein und verhöhnen den Commandanten der Truppe. Der Com- mandant befiehlt einen Angriff mit der blanken Waffe, die Massen erwidern mit Stemwürsen und die Garde weicht zu­rück. Viele Gardereiter, darunter auch Offiziere, wurden ver­wundet, die Gardisten sitzen ab und feuern zwei Dechargen auf das Volk ab, welches mit Steinwürfen erwidert und die Garde angreift. Letztere weicht abermals zurück. Auf beiden Seiten gibt es Todte und Verwundete. Mittlerweile cernirt die anrückende Infanterie alle Zugangsstraßen, die Volksmassen weichen aber nichl und es werden RufeNieder mit Paschitsch!" hörbar. Die Situation ist sehr kritisch. Der Hamb. Corr." schreibt: In Berliner politischen Kreisen mißt man den Ereignissen in Belgrad nur deßhalb keine über die Grenzen Serbiens hinausgehende Tragweite bei, weil die dortige Regierung im besten Einvernehmen mit Rußland steht und die Königin Natalie von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten hat." Aus Wien, 19. Mai, wird berichtet: Der hier befindliche österreichische Gesandte in Belgrad, Thömmel, und der serbische Finaüzminister Vuic, welch letzterer telegraphisch berufen wurde, sind nach Belgrad abgereist. Unbeglaubigte Zeitungsberichte melden, die Königin Natalie habe die Fenster des Wagens ausgerissen und laut schreiend um Hilfe gerufen. Da gestern die Minister vor den Stein- würsen flüchten mußten, werden heute die Häuser der Regenten militärisch bewacht. DieNeue Freie Presse" meldet, der König weinte in Topschider vor Ausregung. Paschic soll be­absichtigen, zu demissioniren. Die militärische Besetzung Bel­grads dauerte in der Nacht fort. Bei der Beförderung der Königin Natalie zum Bahnhofe bei Tagesanbruch war die ganze Garnison ausgeboten. Für den Abend herrschen Be­sorgnisse, weßhalb umsassende Vorsichtsmaßregeln getroffen finb. DiePolitische Correspondenz" erhält aus serbischen

Regierungskreisen eine Darstellung der Ausweisung der Königin Natalie, worin behauptet wird, die Königin habe anfangs die freiwillige Entfernung zugesichert gehabt, allein im letzten Augenblicke erklärt, nur der physischen Gewalt weichen zu wollen, was die serbische Regierung in die Zwangslage ver­setzte, Gewalt anzuwenden. Zugleich publicirt diePolit. Correspondenz" ein vom serbischen Minister des Innern an die Präsecten versendetes Circulartelegramm folgenden In­halts: Nachdem die Regierung aus Grund des ordnungs­mäßig sanctionirten Beschlusses der Skupschtina vom 30. März alle Mittel erschöpft hatte, die Königin Natalie zu bestimmen, daß sie bis zur Großjährigkeit des Königs ihren Aufenthalt außerhalb Serbiens nehme, mußte der Minister des Innern Namens der Regierung, welcher die Ausführung des Be­schlusses der Skupschtina zur Pflicht gemacht war, die Voll­streckung dieses Beschlusses durch die Organe des Staates anordnen. Die Regierung beorderte weitere Truppen­verstärkungen nach Belgrad. Die Folgen des Straßen- kampses stellen sich als schwerer heraus, als bisher ange­nommen wurde. Bei einer Cavallerie - Abtheilung sind sämmtliche Mannschaften und Offiziere meist leicht verwundet. Die Verwundungen der Excedenten sind zahlreich und schwer und theilweise lebensgefährlich. An den Exceffen nahmen außer Studenten und Omladinisten auch Kaufleute und Bürger Theil.

Aeweste 2lacb richten.

Wolffs telegraphisches Torrrspoildenz-Bureau.

Berlin, 19. Mai. Wie derReichsanzeiger" meldet, ist zum Reichscommisfar für die Chicagoer Weltausstellung der Geheimrath Wermuth vom Reichsamt des Innern er­nannt worden.

Potsdam, 19. Mai. Der Kaiser ist gestern Abend 11 Uhr nach Elbing abgereist. Von dort begiebt er sich zur Ent-

I hüllung des Herzog Albrecht-Denkmals nach Königsberg.

Hannover, 19. Mai. Die vierte Hauptversammlung des deutschen Sprachvereins wurde heute unter Prosessor Riegels Vorsitz eröffnet. Der Oberpräsident von Bennigsen hieß die Theilnehmer etwa 150 Namens der Provinz willkommen. Der Stadtdirector Haltenhoff begrüßte sie im Namen der Stadt Hannover, der Geh. Rath Launhardt im Namen des hiesigen Zweigvereins.

Königsberg, 19. Mai. Der Kaiser ist in Garde- du-corps-Unisorm um 11 Vs Uhr hier eingetroffen. Er wurde enthusiastisch begrüßt. Er fuhr vom Bahnhof direct zur Ent­hüllung des Herzog Albrecht-Denkmals.

Königsberg, 19. Mai. In Anwesenheit des Kaisers fand um 12 Uhr Mittags die Enthüllung des von Friedrich Reusch modellirteu Herzog Albrecht-Denkmals in feierlicher

I Weise statt. Der Kaiser begab sich sodann nach Schlobitten.

Elbing, 19. Mai. Der Kaiser erwiderte auf die I Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters Elbitt dem Ver- I nehmen nach etwa Folgendes: Es freue ihn, daß die In­dustrie Elbings sich gehoben- er habe sich dafür und fpeciell | für die Schichau'fche Werft stets interessirt, er sei darum nach Elbing gekommen und wünsche, daß die Industrie Elbings weiterblühen möge- er hoffe zuversichtlich, daß der Friede voraussichtlich auch für die nächsten Jahre erhalten bleibe- er bitte den Oberbürgermeister, der Bürgerschaft Elbings für den Empfang seinen Dank auszusprechen.

Mannheim, 19. Mai. Die Allgemeine deutsche Lehrer Versammlung hielt heute ihre erste, von etwa 4000 Personen besuchte Hauptversammlung ab. Se. König­liche Hoheit der Großherzog hatte infolge des durch den Tod der Prinzessin Elisabeth eingetretenen Trauerfalls feine Theil- nahme absagen taffen. Die Versammlung wurde im Namen der Stadt durch den Oberbürgermeister Moll und im Namen der Regierung durch den Geheimen Hofrath Armbruster begrüßt. Es wurden hierauf folgende Vorträge gehalten: Ueber Pädagogik als Kunstlehre" von Kreisschulrath Weigoldt (Karlsruhe)-Ueber die Schule als Bildnerin für das socialpolitische Leben" von ^eminaroberlehrer Keferstein (Hamburg) undlieber Schulreform und sociales Leben" von Professor Gutersohn (Karlsruhe).

Wien, 19. Mai. Der serbische Finanzminister Dr. Vuitsch und die Großfürstin M i l i tz a sind hier eingetroffen- letztere ist nach Cannes weitergereist. Eine Versammlung von 2000 strikenden Buchdruckern wurde verboten. Die Strikenden durchzogen demonstrativ den vierten Bezirk, ein polizeiliches Einschreiten war jedoch nicht nöthig.

Triest, 19. Mai. DasCittadino" meldet aus Korfu von heute, daß trotz des Belagerungszustandes neue Aus­schreitungen vorgekommen sind. Ein Jude wurde auf dem Wege zur Apotheke durch einen Messerstich von einem Un­bekannten getödtet. Es bestätigt sich, daß bei dem Tumult am Freitag ein Italiener verwundet und eine Italienerin ge­tödtet worden ist. Einige jüdische Läden sind unter dem Schutz des Militärs geöffnet.

Rom, 19. Mai. Bei dem Bahnhof San Paolo in der Nähe der Stadt stieß ein mit Soldaten besetzter Transport­zug mit einem Frachtzug zusammen. 36 Soldaten wurden leicht verwundet. L

Konstantinopel, 19. Mai. Zu Ehren des gestern Abend hier eingetroffenen Wiener Männergesangvereins wurde von dem Empfangscomite zusammen mit derTeutonia" ein großer Festcornmers veranstaltet. Stürmische Hochs wurden aus" den Sultan, den österreichischen und den deutschen Kaiser ausgebracht.

Coettte* unft prwiBjieUe«.

Gießen, 20. Mai.

Herr Polizeifeeret'är Kraemer hier wurde zum Polizei- Commifsär in Darmstadt ernannt.

Ein hiesiger junger Mann, der sich in verschiedenen Fällen der Urkundenfälschung und des Betruges schuldig gemacht, ist am ersten Pfingstseiertag verhaftet worden.

Wohl feiten ist den Pfingstfeiertagen nach einem.