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ihm gegenüber sei unqualificirbar, forderte letzterer Franchetti aus heute zum Säbelduetl.

Paris, 18. September. Von den gestern in der Um­gebung der Oper Verhafteten wurden alle, außer 22, wieder sreigelassen.

Havre, 18. September. Der Ausstand der Dock­arbeiter nimmt einen ernsten Character an, die Arbeitgeber sind zu Concessionen geneigt.

Wien, 18. September. Die Mehrsorderungen für das Heer betragen 16 bis 18 Millionen, außerdem 2 Millionen infolge der Bertheuerung der Lebensmittel. Da man von beiden Finanzministern, namentlich dem ungarischen, eine leb­hafte Opposition gegen die Mehrforderungen erwartet, wird wahrscheinlich eine Restriction erfolgen.

DiePol. Corr." erfährt aus Warschau, die be­deutenden Truppenansammlungen in den westlichen Gouvernements seien nur auf die ordentlichen Herbstübungen zurückzusühren, es bleibe aber die Frage offen, ob die Truppen nach Beendigung der Hebungen wieder nach dem Osten dirigirt werden. Der Finanzminister sei ermächtigt worden, für Kasernenbauten für eine Grenzwache in viertelstündiger Ent- sernung von der Grenze Vorsorge zu treffen.

Bern, 17. September. Bei Bergrün (Graubünden) ist die Post in einen Abgrund gestürzt. Zwei Insassen wurden getödtet, mehrere verwundet.

Madrid, 17. September. Der Kriegsminister theilte mit, demnächst werde mit der Herstellung von 200000 Mause rgewehren nach im Ausland getauften Mustern begonnen, rauchloses Pulver werde gegenwärtig in Bilbao sabrieirt und demnächst geprüft.

Cocak» ttnfr provinzielles.

Gießen, 18. September.

Falsch berichtet. DerDarmst. Tägl. Anz." ent­hält eine derW. Z." entnommene Notiz folgenden Wort-' lauts:Gießen, 16. September. Das Volksschul- geb äude wurde heute ein Raub der Flammen." Wer mag wohl diesen Branderfunden" und die Nachricht davon der W. Z." übermittelt haben?"

Wir machen unsere Leser aus die im Annoneentheil unseres heutigen Blattes enthaltene Bekanntmachung der Tech­nischen Hochschule zu Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollständige wissenschaftliche und künstlerische Ausbildung für die technischen Fächer. In besonderen Fachabtheilungen werden Architeeten, Bau-Ingenieure, Cultur - Ingenieure, Maschlnen-Jngenieure, Eleetro-Jngenieure, Chemiker und Apo­theker ausgebildet; desgleichen in der mathematisch-natur­wissenschaftlichen Schule Lehrer für Mathematik und Natur­wissenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- und Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der erfor­derlichen Kenntnisse behilflich. Das akademische Studium an der Technischen Hochschule zu Darmstadt berechtigt zu der Zulassung zur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenieurwesen und Maschinentechnik in sämmtlichen deutschen Staaten, welche solche Staatsprüfungen abhalten. Für die Reichsprüfung der Apotheker ist der Besuch der Technischen Hochschule dem­jenigen einer Universität gleichgestellt- auch ist der pharma- ceutischen Prüfungs-Commission zu Darmstadt durch Bnndes- raths-Beschluß die Berechtigung zur Ertheilung für das ganze Reich giltiger Approbationen ertheilt worden.

Erledigte Stellen für Militiiramv'ärter im Bezirke des 11. Arrneeeorps. Altena (Westfalen)', Direetion der Kreis Altenaer Schmalspurbahnen in Altena, zwei Statiotisdiätare, auf vierwöchige Kündigung, im ersten Monat je 70 Mk., von da ab je 75 Mk. pro Monat. Biedenkopf, Bürgermeister­amt, Bnreangehilfe (etatsmäßiger Bürgermeistereigehilfe), auf Kündigung, 1200 Mk. jährlich. Kassel, Gerichtsgefängniß, Aufseher, auf Lebenszeit, während des Probedienstes monat­lich 68 Mk. Diäten, nach erfolgter Anstellung 900 Mk. Ge­halt, 210 Mk. Miethsentschädigung und eine Remuneration aus dem Arbeitsverdienst, die seither über 100 Mk. betragen hat. Kassel, Postamt I, Postschaffner, zunächst auf vierwöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeld­zuschuß. Dillenburg, Bürgermeisterei, Polizeidiener, auf

Hundert im productiven Alter stehende Erwachsene haben hiernach im Unionsgebiet 68, in Deutschland 59, in Frank­reich 45 Unproductive zu unterhalten. Dies hat zur Folge, daß in Frankreich 2 440 000 Personen weniger von fremder Arbeit leben müssen, als in Deutschland auf die gleiche Seelen­zahl von 37 Millionen treffen, und 3Vs Millionen weniger als in den Vereinigten Staaten bei gleicher Reduction der Einwohnerzahl.

Ein eigenthümliches Bild entrollt sich unseren Blicken, wenn wir das Durchschnittsalter der Lebenden vergleichen. Dasselbe wird bekanntlich gesunden, wenn man das Alter aller Lebenden sumrnirt und durch die Zahl der Lebenden dividirt. In diesem Sinne ist der Franzose durchschnittlich 31, der Deutsche 27 und der Amerikaner der Union 23 bis 24 Jahre alt.

Wir ersehen aus alledem, daß der Altersaufbau einer Bevölkerung zu den interessantesten Capiteln einer Bevölkerungs­statistik gehört, daß er nicht nur die Gegenwart characterisirt, sondern zugleich rückwärts und vorwärts höchst wichtige Auf­schlüsse gibt.

Die stärkeren und schwächeren Geburtenzahlen und Sterbe­fälle der einzelnen Jahrgänge erklären sowohl die zahlreichen Abweichungen in der Stärke der aneinander grenzenden Jahres­klassen der Gegenwart, als sie für zukünftige Jahrzehnte sichere Schlüsse für mannigfaltige practische Verhältnisse gestatten.

Ganz besonders werden wir hieraus Nutzanwendungen ziehen können auf die wechselnden Frequenzen der Schulen, der Rekrutirungsergebniffe, das Heirathen, der Angebote von Arbeitskräften in allen Erwerbszweigen.

Kündigung, 900 Mk. Gehalt und 90 Mk. für Uniform; außerdem hat der Bewerber als Vollziehungsbeamter in der Stadt eine Einnahme von ca. 100 Mk. und als Ausscheller 50 bis 60 Mk. Fredeburg, Amtsbezirk Fredeburg, Com- munalförfter, 900 Mk. Gehalt, 90 Mk. Miethsentschädigung, 20 Rmtr. Deputatholz im Taxwerthe von 50 Mk. Herborn, Stadtgemeinde, Nachtwächter, aus Kündigung, 130 Mk. jähr­lich. Homburg v. d. H., Polizeiverwaltung, Nachtwächter und Laternenwärter, auf dreimonatliche Kündigung, 1,25 Mk. Tagelohn. Lüdenscheid, Postamt, Postschaffner, auf vier­wöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungs- geldzuschuß. Marienberg (Westerwald), Kreisausschuß, zwei Vollziehungsbeamte, auf Kündigung, je 600 Mk. Niederwald (bei Rübesheim), Königl. Oberförsterei Lorch zu Mdesheim, 2. Wächter beim Nationaldenkmal auf dem Niederwalde, auf Kündigung, 40 Mk. monatlich, sowie freie Wohnung, be­stehend in einem Zimmer. Königl. Eisenbahn-Betriebsamt Wiesbaden, zehn Stellen im Fahrdienst, nach beendigter Probe­zeit und abgelegter Bremserprüfung auf vierwöchige Kündig­ung, je 800 bis 840 Mk. jährlich und die reglementsmäßigen Fahrtengelder. Steinach, Amtsgericht, Gerichtsvollzieher, widerruflich, 1300 Mk. mindestens garantirt. Im Bezirk der Großh. Hessischen (25.) Darmstadt, Großh. Landgestüts- direction, zwei Landgestütsbeiknechte, auf Kündigung, je 900 Mk. jährlich und Antheil an den Trinkgeldern im Durch­schnitt von 55 Mk. jährlich.

Dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz zu Darmstadt ist von der Mainzer Handelskammer die Bitte vorgetragen worden, zu veranlassen, daß vor dem Zusatz von Saccharin zu Wein und Most gewarnt und dabei daraus auf­merksam gemacht werde, daß der Verkauf von derartig be­handeltem Weine, ohne ausdrückliche Bekanntgabe des Zusatzes an den Käufer, strafbar sei. Die vielfache Anwendung dieses Stoffes zur Versüßung von manchen Nahrungs- und Genuß- mitteln legt nach Ansicht der Handelskammer Mainz die Gefahr nahe, daß dieses billige und leicht anzuwendende Mittel auch von den Weinproducenten benutzt werde, dem Weine den Anschein einer besseren Beschaffenheit zu geben. Das sei aber um so bedenklicher, weil Saccharin in der Weintraube nicht enthalten ist, sodaß also bei dessen Gebrauch dem Weine ein völlig fremder Stoff beigebracht werde, der überdies nicht vergähre, sich in keiner Weise verändere, von dem menschlichen Körper nicht verdaut und unverändert wieder ausgeschieden werde, als Nährmittel also nicht gelten könne.

Im Rechnungsjahr 189091 gingen im Groß- herzogthum Hessen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchs­steuern, unter Abzug der Bonificationen auf gemeinschaftliche Rechnung, ein: 1) an Eingangszoll 8,818,774 Mk. 98 Pfg., 2) Zuckersteuer: a. Materialsteuer 699,357 Mk. 10 Pf., b. Verbrauchsabgabe 343,440 Mk. 85 Pf., 3) Salzsteuer 1,036,531 Mk. 60 Pf., 4) Tabaksteuer 495,583 Mk. 80 Pf., 5) a. Branntweinsteuer: Maischbottich- und Materialsteuer 46,884 Mk. 40 Pf., Verbrauchsabgabe 1,203,296 Mk. 65 Pf., b. Ausgleichungs- und Uebergangsabgaben von Branntwein aus Luxemburg 14 Mk. 90 Pf., 6) a. Brausteuer 918,262 Mk. 15 Pf., b. Uebergangsabgaben von Bier 110,936 Mk. 60 Pf., 7) Reichs-Spielkartenstempel 149,450 Mk. 80 Pf., 8) andere Reichs-Stempelabgaben 154,796 Mk. 45 Pf., zusammen 13,927,330 Mk. 19 Pf., während sich der Gesammtbetrag der Bonificationen auf 237,690 Mk. 88 Pf. (davon über 103,000 Mk. bei der Zuckersteuer und über 100,000 Mk. bei der Branntweinsteuer) beläuft.

In dem Bericht des Fabrik-Jnfpectors für Oberhefsen ist als Kuriosum angeführt, daß eine bereits 7 1 jährig e Frau noch in einer neu errichteten Cigarrenfabrik das Cigarrenmachen erlernte.

In der Nacht vom 14. auf den 15. d. M. brannten in Rebgeshain zwei Häuser nieder. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahre, daß der kleine Ort durch Brandunglück heimgesucht wird. Der erste Brand entstand durch Blitzschlag, sodann brannte es am 7. d. M.

Ein Schutzmann als Opernsänger. Aus Darmstadt berichtet man: Herr Schutzmann Wenner, welcher aus Stockstadt a. Rh. stammt, wird in Kürze seine Stellung anf- geben und zur Bühne übergehen. Herr Wenner hat eine herrliche Baritonstimme, welche jedenfalls unter der vortreff­lichen Schule seines Gesanglehrers, Herrn Opernsänger Egly, an Schönheit und Fülle noch gewinnen dürste.

Ans Rheinhessen, 16. September. Trotz der vorzüglichen Witterung sind leider die Her bst aussicht en im Allge­meinen keine günstigen. Trauben und Rebstöcke sind leider in der Entwickelung noch zu weit zurück gewesen, um dem warmen Herbstwetter noch Einfluß zu verschaffen. Der Stand der Weinberge läßt viel zu wünschen übrig, vielfach macht sich bereits dürres Laub bemerkbar.

Für die Tage des Erfurter Manövers ist auf den Eisenbahnen im gejammten Bezirk der Güterverkehr ein­gestellt. Am 19. und 20. September werden die Truppen des 4. und 11. Armeecorps durch die Eisenbahn nach ihren Gamisonsorten zurückbefördert und hierzu sind 100 Eifen- bahnzüge bereit zu stellen, die von Eisenach aus zur Auf­nahme der Truppen nach dem Manövergebiete geleitet werden.

§ Wettfaafe», 17. September. Seit dem verflossenen Montag wird der hiesige Bürger K. G. vermißt. Der­selbe, ein Wittwer, 49 Jahre alt und Vater von vier Kindern, wollte sich, seiner Aussage nach, nach dem benachbarten Nieder-Ohmen begeben, um bei einem dortigen Einwohner Strohfeile anzufertigen, ist aber weder dort angekommen, noch hierher zurückgekehrt. Gestern wurde von einer Anzahl hie­siger Einwohner der benachbarte Wald abgesucht, jedoch keine Spur von dem Vermißten gesunden. Man vermuthet Selbstmord.

Büdiugeu, 15. September. Die hiesige landwirth- schaftliche Winterschule beginnt ihren Cursus für 1891/92 Montag den 2. November- derselbe dauert fünf Monate. '

Langen, 14. September. Die Hofraithe des Herrn I. Scherer an der Bahnstraße ist am verflossenen Freitag von Herrn Kreisrath Haas auf die Dauer von 5 Jahren gemiethet worden. Wie dasL. W." hört, soll in dem ge­nannten Hause eine Koch- und Haushaltungsschule errichtet werden. Jungen Frauen und Mädchen wird hier Gelegenheit geboten, sich in der Kochkunst, sowie in allen hauswirthschaftlichen Verrichtungen theoretisch und practisch auszubilden.

vevMischtes.

* Die Tiedemaun'fche Vorbereitungs Anstalt für die Postgehilfen Prüsung zn Kiel hat soeben ihren Jahresbericht veröffentlicht. Diese eigenartige und, wenn man die Schnellig­keit ihres Emporblühens in Betracht zieht, einzigartig zu nennende Anstalt erregt das Interesse weiter Kreise. Vor 9 Jahren wurde die Anstalt mit zwei Schülern eröffnet und gegenwärtig beträgt die Zahl der Zöglinge 576. Diese Zöglinge werden in elf Klassen von fünfzig Lehrern unter­richtet. Von den Lehrern haben zehn ihren Wirkungskreis ausschließlich an der Anstalt, während die übrigen an öffent­lichen Schulen angestellt sind und an der Anstalt in solchen Gegenständen Unterricht ertheilen, in denen sie ihre hervor­ragende Leistungsfähigkeit bewährt haben. Im abgelaufenen Jahre haben 255 Schüler der Anstalt ihre Prüfung be­standen, so daß die Zahl der bis jetzt bei der Post ein­gestellten Anstaltszöglinge auf 854 gestiegen ist. Von diesen haben bereits 114 die Assistentenprüfung bestanden.

* Drei bekannte Schwimmer, nämlich Fisher aus Eng­land, Dalton aus Amerika und Albert aus Scandinavien, werden am nächsten Montag versuchen, von Cap Grinez an der französischen Küste nach dem gegenüberliegenden Dover zu schwimmen. Der Sieger ist bann der Championsschwimmer der Welt.

llniocrfitäts - 2iach richten.

Man schreibt ans Münster: Der außerordentliche Professor der Chemie an der hiesigen Akademie, Dr. Meyer, wird mit Beginn des Winterhalbjahrs einem Rufe als ordentlicher Professor der Chemie an der Universität Marburg folgen.

Aus Jena wird berichtet: Professor Gärtner wurde als Dtrector des hygienischen Instituts nach Marburg berufen.

Schiffsnach richten.

Hamburg, 12. September. Das Hamburg-Newyorker Post- DampffchiffGellert", Capitan Kaempff, von der Hamburg-Amerika­nischen Packetfahri-Actim-Gesellschaft, ist am 12. September, 8 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 12. September. Das Hamburg-Newyorker Post- DampfschiffBohemia", Capitan Schröder, von der Hamburg-Amerika­nischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 11. September, 12 Uhr Mittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 13. September. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Elbe, Capt. K. v. Gössel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. September von Bremen und am 3. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 15. September. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. September von Bremen und am 6. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Literatur nxS Kan ft.

PLdagoqischcs Wochenblatt für de« akademisch ge- bildete« Lehrerstand Deutschlands. Herausgeber: Universitäts- Professor vr. E. Stengel in Marburg. Verlag der Rmger'schen Buchhandlung, Gebhardt & WUisch in Leipzig. Inhalt der ersten Nummer: Was wir wollen. Ministerialbescheid auf eine Vorstellung, Beschlüsse der December-Conserenz betreffend. Dr. Dronke-Trier: Das neue Examen, eine Frage zu der Schulorganisation. 16. General­versammlung des Provinzialvereins für Hessen-Nassau zu Biebrich a. Rh. Kleine Mittheilungen. Bibliographisches. Personalien. Offene Lehrerstellm. Probenummern versendet 'jede Buchhandlung ober die Verlagshandlung.

Verkehr, Canfc» uni> Volkswirthfchaft.

Frankfurt, 17. Septbr. Der gestrige Markt im städtischen Viehhof war befahren mit 234 Kälbern und 506 Schweinen. Die Umsatzpreise waren bet Kälbern erster Sorte 70 bis 75 Pfg., zweiter Sorte 60 bis 65 Pfg., bei Schweinen erster Sorte 64 bis 66 Pfg., zweiter Sorte 61 bis 63 Pfg. per Pfund. Am Dienstag waren 356 Schweine am Markt gestanden.

Marburg, 17. September. Zum heutigen Pferdemarkt warm etwa 120Thiere aufgetrieben, von denen etwa die Hälfte durch Kauf oder Tausch zu guten Preism in andere Hände übergmg. Wohl waren die Händler zahlreich am Platze, allein die Landleute waren infolge der diesjährigm verspäteten Erntearbeiten nur sehr spärlich erschienen. _______________

Welch enorme Summen Deutschland noch immer an das Ausland für frisches Obst und ftische Beeren zahlt, wovon Deutsch­land zweifellos einen guten Theil selbst produciren konnte, wenn es diesen höchst einträglichen Erwerbszweig mit mehr Sorgfalt und zum Theil auch mit besseren Kenntnissen pflegen wollte, geht aus nach­stehender Uebersicht hervor, welche die in ben letzten Jahren stattgehabte Einfuhr vo« Obst und Beere« «ach Deutschland nachweist. Es hat zwar in neuerer Zett insofern eine kleine Besserung statt- gefunben, als biefe Einfuhr etwas abgenommen unb bie Ausfuhr etwas zugenommen hat; aber viel kann unb muß noch geschehen, um nicht unnützer Weise Gelb in bas Auslanb zu smben, welches besser unserer Lanbwtrthschaft erhalten werbm könnte. Die Einfuhr betrug und zwar in Doppelcentnern im Jahre:

1860 1889 1888 1887

Einfuhr 921436 687 274 702 891 1037 173

Ausfuhr 290 316 189 800 276 494 127180

Von der Einfuhr tarnen im Jahre 1890 aus dm Freihäfen Hamburg und Bremen 147, Belgien 17 520, Dänemark 1202, Frankreich 3855, Großbritannien 429, Italien 37 089, dm Niederlanden 26 390, Nor­wegen 224, Oesterreich-Ungarn 456 991, Rußland 4474, Schweden 23234, Schweiz 346892, Spanien 123, British Indien 29, Argentinien 1, Brasilien 111, Vereinigten Staaten 3314, au8 den übrigen Ländern bezw. nicht ermittelt 312 Doppelcmtner. Die Ausfuhr Deutschlands an Obst im gleichm Jahre betrug nach den Freihäfen 914, Belgien 12 201, Dänemark 7375, Frankreich 17 601, Großbritannien 204709, Italien 22, dm Niederlanden 18483, Norwegm 1063, Oesterreich- Ungarn 8823, Rußland 3600, Schweden 2004, Schweiz 1348, Spanien 1, British-Jndim 10, Argentinien Brasilien 2, Ber­einigten Staaten 6, nach den übrigen Ländern bezw. nicht ermittelt 15 Doppelcmtner.