Gebieten eine ganze Reihe von durch Blitzschläge verursachten Unglücksfällen gemeldet, denen nicht weniger wie vier Menschenleben zum Opfer fielen. Am 8. Juli wurde in Reichenberg i. B. ein Provisor, der sich auf einem Spaziergange befand und vor einem herausziehenden Gewitter in ein Wirthshaus geflüchtet war, vom Blitz ge- tödtet. Eine schwarze Linie bezeichnete den Weg des Strahles am Körper des Getödteten. Der Unglückliche war so voll getroffen, daß Barthaar und Brust total versengt, die Kleider zerfetzt und zum Theil verbrannt waren. Zu derselben Zeit ging in Namslau ein Gewitter nieder, bei dem der Blitz ein Wohnhaus entzündete. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß ein 17jähriger Junge in ihnen umkam. Aus Frankenstein kommt die Nachricht, daß in der vierten Stunde des Nachmittags plötzlich bei Sonnenschein ein Blitz mit gewaltigem Getöse herabfuhr und einen mir Kirschenpflücken beschästigten Arbeiter tödtete, während sein am gleichen Baum arbeitender Sohn mit einer Verletzung am Bein davon kam. Endlich schlug in Ober-Glogau der Blitz in einen Eisenbahnzug, der eben die Bahnhofshalle verlassen hatte. Getroffen wurde ein neben seiner Bremse sitzender Hilfs- bremser; derselbe fiel von seinem Sitze herab und blieb todt auf dem Geleise liegen. — Der in Frankenstein getödtete Arbeiter hinterläßt eine Frau und fünf, der Hilssbremser eine Frau und sechs unversorgte Kinder.
Itniverfitäts»Nachrichten.
— In Leipzig habtlitirte sich in der philosophischen Facultät Dr. phil. Herm. Hirt durch eine Probevorlesung über „Die Ur- betmath der Jndoaermanen", in der philosophischen Facultät der Universität Berlin Dr. MeinarduS mit der Antrittsvorlesung „Die Bedeutung der hannoverschen Thronfolge in England für das europäische Staatensystem".
Kandwirthschastliche Winke und Rathschläge.
△ «uS Oderhesse«, Mitte Juli.
_ Beiträge über die Einbringung der Getreideernte. Wir haben in unserem letzten Aufsatze dem freundlichen Leser die drei Stadien der Getreidereife vorgeführt. Heute gilt es, über die Bergung und Heimführung des Segens Etliches zu sagen.
Wenn es hübsch trocken ist, wenn die Sonne scheint, dann geht die Arbeit leicht von statten und es ist kein Kunststück zu ernten. Leider haben wir in Betreff de« Witterung feit einigen Jahren Vehr bittere Erfahrungen machen müssen. Wir sind in eine naßkalte Periode (sagen die Herren Wetterkundigen) etngetreten. Ob sie 13, 19 oder wieviele Jahre dauert, ob sie mit den Sonnenflecken zusammenhängt, wie viele Jahre schon herum sind, das ver- räth uns Keiner, denn Niemand kann es.
Soviel aber ist gewiß: wir haben zwei Sommerregenperioden, gewöhnlich eine im Juni, die andere im August. Zuweilen kommt es vor, daß sich die Regenperiode um mehrere Wochen zurück in den Juli und die Auguftregenperiode vorschtebt, d. h. ebenfalls in den Juli, oder ans Ende desselben, wie es in dem sonst gesegneten Jahre 1890 geschah. Es fing Mitte Juli an und dauerte mit mehreren kleinen Unterbrechungen bis zum 28. August. Dazwischen tobten gewaltige Stürme, Gewitter und Hagelwetter. Sie sind noch alle in frischem Gedächtnisse. Wenn sich beide Regenpertoden zusammenschieben, wie es im vorigen Jahre wirklich geschah, dann gibt es einen total verregneten Sommer.
Das heurige Jahr 1891 hat mit seinen Witterungserscheinungen fortwährend denselben Character gezeigt, wie das Vorjahr. Der Landwirth muß sich daher auf schlimmes Erntewetter gefaßt machen. Folgt dann gutes — um so besser für alle Theile. Jeder kluge Landwirth soll deshalb trachten, die Erntearbeiten nach de« beste« Methoden auszuführen. Die Haupterforderntsse hierbei sind: 1) Möglichste Beschleunigung de« Erntearbeiten; 2) Sicherheit dafür, daß die Früchte in gutem, trockene« Zustande unter Dach gebracht werben.
Sprechen wir zuerst über den ersten Punkt: Möglichste Beschleunigung der Erntearbeiten. Jedermann weiß, daß das schlottrige lendenlahme Anfassen einer Arbeit meistens einen schreckenhaften Fortgang nimmt. Viele sagen: Es eilt nicht so mit der Ernte, man kann langsam thun, dem Halm und dem Kern schadet es nichts, wenn beide noch etwas draußen stehen. Ist dies wirklich der Fall, dann beginne man überhaupt noch nicht mit der Ernte. Zwischen dem Heumachen und der Getreideernte hat der Bauer noch so viel zu thun, daß er seine Zeit wahrhaftig nicht mit Ernteversuchen zu vertrödeln braucht. Da sind vor Allem die Hackfrüchte aller Art: Kartoffeln, Dickwurzeln, Zuckerrüben, Tabak, Mohn oder Magsamen, Welschkorn, gelbe Rüben, Weißkraut und die übrigen Gemüsepflanzen, welche auf die zweite Behackung oder das Behäufeln warten. Grade bei den Hackfrüchten muß in den feuchten, nassen Sommern darauf gesehen werden, daß durch wiederholtes Behacken das'Unkraut bekämpft wird. In den letzten Sommern wucherte das Unkraut mit einer solchen Gewalt, daß es fast nicht zu bezwingen war. Wer das Unkraut nicht beseitigt, verdirbt sich die nächste Ernte qualitativ und quantitativ um einen hohen Prozentsatz.
Im Weiteren ist zu bemerken, daß das öftere Anfassen und Liegenlassen einer Arbeit die Freude daran entschieden verdirbt. Das Hauptübel bet den liegengelassenen Arbeiten ist folgendes. „ Nehmen wir an, es träte plötzlich heißes, trockenes Wetter ein, während es vorher kühl gewesen ist. Binnen zweimal vierundzwanzig Stunden ist das Korn alsdann gelbreif und nach einem weiteren Tage ist es vollreif, wonach ein starker Kör«erverl«st wahrscheinlich ist. Hätte man die Zeit nicht verplempert, dann müßte das Getreide geschnitten fein, könnte bei dem heißen trockenen Wetter auf den Schwaden liegen, nachreifen und prächtig eingefahrer^ werden. — Darum lieber Landwirth, fasse deine Sachen richtig an und wenn angefangen, führe sie richtig durch. Nur unüberwindliche Hindernisse, gegen die man selbstverständlich nicht ankämpfen kann, sollen einen wohlüberlegten und gut vorbearbetteten Plan unausgeführt lassen.
Wir wenden uns zu dem zweiten Punkte: Man suche Sicherheit dafür, daß die Früchte i« gutem trockenem Zustande unter Dach gelange«. t
Der kleine Landwirth kann schon beim Schneiden und Mähen des Getreides hierzu beitragen. In früheren Jahren wurde die
Frucht bandvollweise geschnitten. Da, wo die Zeit noch nicht so kostbar ist, z. B. im Vogelsberge thut man es noch heute. Die Schwaden legen sich prächtig und regelmäßig. Das Handdreschen lieferte, da die Aehren am richtigsten in der Garbe lagen, die besten Resultate. Wo die Arbeit thcurer ist, wird das Getreide mit der Sichel gegraft, mit der Sense (dem Reff) gemäht, im Großbetrieb mit Der Mähmaschine maschint. — In letzterem Falle giebt es keinen Handdrusch mehr: was die Mähmaschine abgemacht, drischt die Dreschmaschine aus, wobei kein Körnchen verloren geht, währmd das Stroh, weil es von der Maschine verwirrt ist, für Sellstroh unbrauchbar wird.
Wenn das Getreide auf den Schwaden genügend getrocknet hat und die mit den Halmen abgemähten Kräuter und Kleestengel völlig gedürrt sind, wird es in Garben gebunden, in Haufen oder Puppen gesetzt und später heimgefahren. Bet dem Garbenbinden werden, obgleich von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen wurde, große Fehler gemacht. Von altersher überkommene Methoden und liebgewordene Vorurthetle und Gewohnheiten sind unendlich schwer zu beseitigen.
Wir machen auf folgende Fehler aufmerksam: Die Garbe wirb bei uns viel r« bi« gemacht ««b viel r« fest zufammeugeknebelt. Der Fehler rächt sich besonders in nassen Sommern. Wenn sich die Halme einer solchen Garbe einmal mit Wasser gefüllt haben, dann vergehen Tage und Wochen, bis sie wieder trocken wird. Fährt der Bauer die feuchten, oder doch ungenügend getrockneten Garben in die Scheuer und banst sie ein, dann entsteht Gährung, Fäulniß, Schimmel und der ganze Stock kann zu Grunde gehen, oder doch große Noth leiden.
Der Bauer mache es sich zur Regel, daß er keine nasse, oder auch nur ungenügend getrockneten Halmfrüchte in die Scheuer bringt. Lieber soll ec die Garben wieder aufbinden und ein gründliches Trocknen bewirken, wenn er nicht Stroh und Körner bedeutend entwerthen will.
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2 „ (4 „ ) Weißbrot»............♦ • 62
1 „ (2 „ ) Schwarzbrot» 1. Sorte.........29
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1 * (2 „ ) Schwarzbrot» 2. Sorte.........27
2 w (4 „ ) Schwarzbrot» 2. Sorte.........54
3 „ (6 „ ) Schwarzbrot» 2. Sorte
bei K. Haas, L. Keil, I. Lein 81
Bei be« Brobverkäufer«. A
1 Kgr. (2 M.) Weißbrot»..............31
2„(4„) „ ...62
1 * (2 „ ) Schwarzbrot» 1. Sorte.........29
2 „ (4 „ ) „ 1. Sorte.........58
3 w (6 , ) „ 1. Sorte.........-
1 „ (2 „ ) „ 2. Sorte.........27
2 , (4 , ) „ 2. Sorte.........54
3 , (6 , ) , 2. Sorte.........-
Gießen, den 18. Juli 1891. Großh. Polizeiamt Gießen.
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