zu unterstütze» gesucht. Wie viel übler muß es wirken, wenn Jahrzehnte lang, unter Umständen niemals, eine Buch- und Rechnungsführung bei den «einen dänerlichen Wirthfchaften statt- gefunden hat'.
ES ist aber niemals eine Wtrthschaft so klein, mag ste einen Landwirth, einen Handwerker oder Gewerbtreibenden angehen, daß fich nicht eine einfache Buchführung aufs Beste lohnen würde. Wir werden dies im Laufe unserer Betrachtung schon erkennen lernen, o mjr auch noch die Mühe machen, das Bisch, n
Dings das ick habe, extra aufzmchreiben", wurde dem Schreiber dieser Zeilen schon öfters geantwortet, wenn er die Buchführung empfahl. WaS wir einnehmen, weiß ich ungefähr; ich bin kein Verschwender und gebe kein Geld unnöthig aus. Steuern und Abgaben mutz ich bezahlen wie es auf den Zetteln steht und die werden quittirt. Die Schreiberei ist meinen steifen Händen ungewohnt und zuwider, kurzum, ich kann nicht den geringsten Vorthetl aus der Last und Mühe ersehen, die ich mir mit dem Schreibwerk auf den Hals lade.
„Guter Freund'. Ihr seid mit dieser Ansicht ganz gewaltig aus dem Holzwege", muß man diesen Leuten antworten. Es hat viel größere Vortheile, als sich der fleißigste, dem Ausschretben abholde Bauer träumen läßt. m ,
Worin soll der BortheU des Aufschrerbens nnd Buch- führens für einen (leinen LandwtNh bestehen? wird unter hundert Fällen neunundneunzigmal von vornherein gefragt. Aufschreiben ist gut fürs Merken, sagt ein Sprüchwort. Wer sich etwas ausgeschrieben hat, vergißt es nicht so leicht wieder. Napoleon I. hatte ein Niesen- gedächtntß und vergaß nichts so leicht. Wenn er aber etwas ganz fest und sicher behalten wollte, schrieb er es auf einen Zettel und zerriß diesen wieder. Die Sache stand dann fest in seinem Gedächtnisse. Schreibt man aber etwas in ein Buch und bewahrt dieses auf, so kann man die Sache noch nach 10, 20, 50 und mehr Jahren nachweifen.
Wie lehrreich und interessant sind doch die Auszeichnungen gewesen, welche das kleine Annerod vor hundert Jahren über die an die Franzosen geleisteten Kontributionen machen ließ und worüber diese Zeitung berichtete. Ein bärrerltcheS HaushalirrngSbrrch arrS jener Zeit wäre von ebenso großem Interesse.
Ein derartiger Nachweis ist mitunter von einem so enormen Vortheile, daß sich Viele kaum einen richtigen Begriff davon machen können. Ein Beispiel für viele'. Irgend ein Bauer macht einen Kauf ober Verkauf- in zwei oder drei Jahren entwickelt sich ein Rechtsstreit — waS bei unseren complicirten Rechtsverhältnissen trotz des Verjährungsgesetzes leicht möglich ist. Es kommt darauf an, zu beweisen, was die Sache damals gekostet Hai. Der Bauer weiß es nicht mehr; er soll einen darauf bezüglichen Eid leisten, kann es aber nicht, weil er nichts Genaues mehr weiß und er verliert, trotz Verjährungsgesetz und ungeachtet seines guten Rechtes, den Proceß.
Wie ganz anders wenn er sein Buch hervorziehen und sagen kann: Hier stehts, das habe ich bezahlt, das kann ich beschwören, ich belaste mein Gewissen nicht, wenn ich den Eid leiste.
Nehmen wir einen anderen Fall! Der Bauer ist zu hoch in die Steuer gekommen, er soll nachweisen, daß dies der Fall ist. Mit Leichtigkeit ist es möglich, sobald er seine Aufzeichnungen hervorholt
und sagt: Das habe ich feit drei, fünf ober mehr Jahren geerntet; so und soviel habe ich Lasten und Abgaben, mein Einkommen beträgt nicht so viel, sondern um den und den Betrag weniger.
Die Beispiele könnten noch verzehnfacht werden, es mag aber genug sein, denn wir haben noch über manches Andere zu reden.
I« jedem Geschäfte, es mag Namen haben wie es will, ist Klarheit, Durchsichtigkeit, Ueberfichtlichkeit und Reinlichkeit von unschätzbarem Dortheile. Wir haben dies bei verschiedenen Gelegenheiten: Molkerei, Oostbaumpflege u. A. wiederholt hervorgehoben. Wer Wirrwarr, Durcheinander, Unreinlichkeit bei sich aufkommen läßt, besindet sich bereits im Rückgänge. Ohne Buch- und Rechnungsführung ist Klarheit und Uebersichtltchkeit des landwirth- schasilichen Betriebes ein Ding der Unmöglichkeit.
Wie will der Bauer wissen, ob seine Körnet ivirthfchaft auch wirklich renttrt, wenn er nicht Einnahme und Ausgabe miteinander vergleichen kann. Es gibt Landwirthe, die schon jahrelang keinen Reinertrag mehr im Getreidebau haben, weil sich der Boden nicht dazu eignet; er legt aus der Viehzucht, aus Obst- und Futterbau, aus HandUsgewächsecultur das hinzu, was ihm dort fehlt, er weiß es aber nicht, weil er nichts ausgeschrieben hat. In Folge davon ficht er mit der Stange im Nebel herum, er quält sich fort und fort, er arbeitet mit Verlustpreisen, anstatt zu einem anderen Betriebe: Bau von Handelsgewächsen, Anwendung von künstlichem Dünger, Verwendung von Kraftfuttermitteln überzugehen.
Wie oft wird nach Moos, Wald- und Laubnreu gerufen und es werden diese Streu- und Dungmittel mit schwerem (Selbe bezahlt, obgleich sie der Landwirthschaft bet Weitem nicht von demjenigen Nutzen sind, den die Leute davon erwarten. Künstliche Dungmittel und Gründüngung (Lupinen, Wicken, Seradella u. 21.) leisten viel mehr, aber der Bauer schreibt nichts auf, er scheut die Versuche, es fehlt ihm der Ueberblicf und so arbeitet er unverdrossen mit seinen Verlustpreifen weiter.
Der Mangel an Aufzeichnungen macht sich aber besonders bei Bem theilung von Anschaffungen empfindlich gellend. Jeder richtige Bauer sollte und müßte wissen: So und so viel kann und darf ich alljährlich auf Dung, auf Mobiliar, Weißzeug, Schiff und Geschirr, Nahrung, Kleidung, Unterhaltung der Gebäulichkeiten usiv. verwenden. Thue ich dies nicht oder vernachlässige beziehungsweise begünstige ich einen Theil auf Kosten der übrigen, bann gehe ich in diesen Zweigen zurück und das rächt sich in einigen Jahren bitter. Hierin zeigt sich unwiderleglich die Wahrheit unseres Ausspruches: Ohne Buch- und Rechnungsführung ist Klarheit, Uebersichtltchkeit und Durchsichtigkeit in der bäuerlichen Wtrthschaft ein Ding der Unmöglichkeit.
Es ist sehr erfreulich, daß sich die Großherzoglichen Behörden für diesen ungemein wichtigen Zweig des bäuerlichen Wirth- schaftsbetriebes mteretfiren und eS muß lobend hervorgehoben werden, daß sich Herr Landwirthschafislehrer Leithiger rastlos bemüht, die Buchführung bet den Landwtrthen einzuführen. Daneben hat er selbst eine leichtfatzliche, übersichtliche Methode ausgearbeitet und führt sie den Landwirtben vor. Leider geht es mit der Sache nur sehr laogsam voran. Indolenz, Festkleben an Althergebrachtem, Schlendrian und geistige Trägheit sind der Hemmschuh, die Bremse für wirklichen Foitschritt seit Jahrtausenden gewesen.
Da sagt z. B. ein sonst ganz tüchtiger, fleißiger Bauer: Ich
habe keine Zeit, solche Schreibereien, besonders zur Heu- und Getreide-- ernte, im Herbste oder zur Saatzeit auszuführen und einen besonderen Buchhalter anzustellen, dazu reichts nicht aus.
Guter Freund, damit ist es nichts! Zugestanden soll es werden, daß der Bauer um jene Zeiten schwer zu arbeiten hat. Das hat aber der Seemann auf dem Schiffe, der Soldat im Felde und viele Andere auch ebenso gut und -och Müssen Aufzeichnungen gemacht werden. Es geht also, wenn man nur will, denn Lebensgefahr — wie bei den vorhin genannten Berufsarten — ist nicht dabei. Geht es nicht sogleich, dann geht es zu geeigneter Zeit. Man kauft heutzutage um wenige Pfennige ein Notizbuch mit Blet- seder, welche Utensilien, bequem in der Rocktasche nachgetragen,jeden Augenblick hcrausgezogen und die Notizen etngefügt werden können. Von Zeit zu Zett, unter Umständen an Sonntagen, findet sich schon eine halbe oder ganze Stunde, wo die Notizen deutlich in das Rechnungsbuch eingetragen werden können.
Hat sich der Bauer einmal daran gewöhnt, dann wird es ihm förmlich zum Bedürfnisse, seine Resultate zu buchen und er freut sich bald selbst über dieses löbliche Thun. Wir werden Gelegenheit finden, das Letztere durch ein Schlußwort mit Bezug auf HgvS- wirthschaft noch etwas zu beleuchten.
(Schluß folgt.)
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