Er aber war seit dem Nachmittage, dem Abend wie verändert. Unruhig, bald ausgeregt, bald finster brütend, bald unmäßig aufjubelnd, bald wie zerrissen in sich, schlich er umher. Statt wie bisher saft fieberhaft emsig die Feder im Bureau zu führen oder eine Zeichnung für neue Anlagen aus -den Gütern zu entwerfen, saß er in sich verloren da, kaute selbstvergessen die Federn und Stifte entzwei, überhörte Fragen, gab unsinnige Antworten, war bald gereizt, bald allzu vertraulich, brachte nichts mehr zu Stande, sprang von einer Arbeit unstät zur anderen über und spielte den tobten Gast in dem thätigen, arbeitsvollen Kreise um ihn her. Auch fing er an, der Versprechungen, die er den Eltern gethan, zu ver- geffen. Man sah ihn nicht mehr regelmäßig am lampenhellen Familientisch, er erneute alte, unglückselige Bekanntschaften, betrank sich und ging verstört umher.
Es war die höchste Zeit, ihn ins Gebet zu nehmen. Den Eltern erklärte er, die sitzende Lebensweise aus die Länge nicht auszuhalten. Er wünschte sich eine Thätigkeit aus dem Lande, doch nein, er wollte hier bleiben, im Parke Verände- -rungen vornehmen, sich eine Agentur verschaffen, die ihm Freiheit der Bewegung gönne, ein Weingeschäst gründen und was mehr.
Tante Jettchen ließ ruhig die Eltern den ersten Vorstoß rhun. Dann kam die Reihe an sie, und sie verstand zu bohren.
„Er ist verliebt!" sprang sie, die Hände komisch zusammenschlagend, herein, „über die Ohren verliebt in das Kind," uni) die gelben Bänder ihrer Haube, die welkem Herbstlaub gleich um die runzeligen, scharfen, doch gutmüthigen Züge herabhingen, flogen wie im Tanze dazu.
(Fortsetzung folgt.)
Netteste Nachrichten.
WolffS telegraphNcheS Lorrefpondmz-Burerm.
Berlin, 17. Februar. Die Hauptversammlung des Con- gresses deutscher Landwirthe beschloß einstimmig eine Resolution, worin Maßregeln zur Abwehr der social- demokratischen Agitation unter der Landbevölkerung empfohlen werden. Der anwesende Minister Heyden erklärte, über ihre Wünsche habe die Versammlung keinen Zweifel gelassen- daß ihnen Werth beigelegt werde, habe er bereits an anderen Orten ausgesprochen.
Berlin, 17. Februar. Der Landesgroßmeister der großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, Oberst Neuland, ist heute jrüh 5 Uhr gestorben.
konstitutionellen Standpunktes gestellt werden, wie dies ja auch früher geschehen sei. Die verbündeten Regielungen seien in der Lage, die einschlägigen Verhältniffe viel gründlicher prüfen zu können, als eS dem Reichstage möglich ist. rR , rr
Abg. Bebel: Concurrenzverhältniffe dürften für Zulassung »on Ausnahmen nicht maßgebend sein und er fürchte, daß der BundeSrath noch zu viel Rückficht auf die Concurrenzverhältniffe nehmen werde. Damit könne man schließlich dahin gelangen, für cklle Industrien Ausnahmen zuzulaffen. England und Amerika, die größten Industriestaaten der Welt, kennen solche Ausnahmen nicht. Jedenfalls sollte man dieselben auf unumgänglich nothwendige Arbeiten deschränken.
Abg. Möller (natl.) wendet sich gegen die Anträge Gutsteisch und Bebel. Letzterer würde auch das deutsche Exportgeschäft schädigen und damit den Arbeiter selbst, nämlich durch Beschränkung Der Erwerbsgelegenheit. t m , , VD
Aba. Schrader (dfr.) erklärt gleichfalls den Antrag Bebel als zu weit gehend, tritt aber für den Antrag Gutfleisch ein; es sei nicht »ünfchenSwerth, daß sich der Reichstag zu Gunsten des Bundesraths «ineS Theils seiner Rechte entäußere. ,
Staatssecretär Dr. v Boetticher: Durch die Verhandlungm gehe ein Hauch des Vertrauens zum BundeSrath; möge man sich von diesem Hauche tragen lassen und den Antrag Gutsteisch ablehnen, dem die Forderungen der Zweckmäßigkeit entgegenstehen.
Abg. v. Stumm (Rp.): Der Antrag Gutsteisch schaffe einen Stand der Willkür. Könne man die Ausnahmen nicht gesetzlich stxiren, so lege man die AuSnahmebefugniß wenigstens in die Hände eines constanten FactorS, wie das der Bundesrath ist.
Abg. Dr. Ort er er (Ctr.): Seine Freunde stimmen gegen die Anträge Bebel und Gutsteisch und zwar aus pr attischen Gründen, wie sie im Commisfionsbericht niedergelegt sind.
Abg. Wöllmer (dfr.) platdirt für den Antrag Gutfleisch, Abg. Clemm-Ludwigshafen (naM gegen den Antrag Bebel.
Abg. Ulrich (Soc.): Wenn die Saisonarbeit in dem hier bezeichneten Umfange der AuSnahmebefugniß unterliegen soll, dann hätten von der Sonntagsruhe nur sehr wenige Arbeiter Nutzen.
Die Anträge Bebel und Gutfletfch werden abgelehnt und S 105d unverändert in der Faffung der Commission angenommen.
8 105e bestimmt, daß für Gewerbe, deren vollständige oder theUweise Ausübung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist, sowie für Betriebe, welche ausschließlich mit durch Wind oder unregelmäßige Wasserkraft bewegten Triebwerken Arbeiten, durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde Ausnahmen von den Bestimmungen über die Sonntagsruhe zugelasfen werden können. . , _ ,
Abg. Möller (natl.) motivirt den Antrag des sogen. CartellS: hinter dem Worte „ausschließlich" einzufügen „oder vorwiegend^.
Abg. Hirsch (dfr.) spricht die Erwartung aus, daß die höhere Verwaltungsbehörde bei der ihr au gebenden Befugntß den Hauptzweck des Gesetzes, den Arbeitern die Sonntagsruhe zu sichern, nicht außer Augen laffen und über das nothwendigste Bedürfntß hinaus Ausnahmen eintreten lassen werde.
Abg. Orter er (Ctr.): Unter S 105e würden auch die kleinen Müller fallen müssen, weil diese sonst ruinirt würden. Die Annahme des Antrages Moller könnte leicht dazu führen, daß die Sonntagsruhe an Stellen unterbrochen werde, wo der Reichstag dies nicht wünsche.
Abg. Bebel (Soc) bekämpft den ganzen 8105e. Derselbe sei völlig entbehrlich und werde nun durch den dazu gestellten Antrag ganz unnöthig erweitert.
Abg. Dr. Gutfletsch (dfr.) befürwortet den Compromißantrag. Derselbe fei in der Ausführung keineswegs schwierig, verursache namentlich keine große Schreiberei; vielmehr kann die erforderliche polizeiliche Erlaubniß mündlich eingeholt werden; erst bei einem noth- wendigen Recurs beginne das schriftliche Verfahren.
Abg. o. Arnim (Rp.) äußert einige Bedenken gegen den Antrag Gutfleisch, die der Abg. Möller (dfr.) zu widerlegen sucht.
Damit schließt die Debatte.
Der 8 105o wird in seinen beiden Absätzen mit dem Compromiß- antrage Gulfteisch angenommen.
Hierauf vertagt sich das Haus.
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tages-Ordnung: Fortsetzung der soeben abgebrochenen Berathung.
Schluß 5V< Uhr.
Berlin, 17. Februar. Der „Nationalzeitung" zufolge ist das von Professor Liebreich angewendete Mittel gegen Kehlkopsschwindsucht eine bekannte, nicht einmal neue Substanz. Das Mittel sei bereits practisch erprobt- subcutan eingespritzt, rufe es kein Fieber hervor und bringe keinerlei Lebonsgesahr.
Berlin, 17. Februar. Die „Berliner Politischen Nachrichten" vernehmen, daß die preußische Staatsregierung daraus bestehe, sämmtliche eingebrachten Reformgesetze, einschließlich des Volksschulgesetzes, in der lausenden Session zum Abschluß zu bringen. Insbesondere habe sich der Kaiser noch in jüngster Zeit mit vollster Bestimmtheit in diesem Sinne ausgesprochen.
Essen, 17. Februar. Die sinkenden Bergleute der Zeche „Vereinigte Trappe" haben beschloffen, morgen die Arbeit wieder auszunehmen.
Wien, 17. Februar. Ministerpräsident Gras Taasse ist an einem leichten Lungencatarrh erkrankt und gezwungen, das Bett zu hüten.
Paris, 17. Februar. Der „Temps" meldet aus Rom, Bischof Freppel sei auf eine Zeitungsmeldung hin nach Rom gegangen, des Inhalts, der Papst beabsichtige, eine Encyclika an die französischen Katholiken zu erlassen, die den Bries des Kardinals Rampolla an den Bischof von Saint Flour betreffs der republikanischen Kundgebung Lavigeries bekräftigen sollte. Freppel habe in Rom zu seinem Erstaunen erfahren, daß daselbst niemals an eine solche Encyclika gedacht wurde. In der gestrigen Abschiedsaudienz habe Freppel die Frage des Anschlusses der Katholiken an die Republik berührt. Der Papst erklärte, er habe gethan, was er thun mußte, und er glaube, sich gegenwärtig weiterer Schritte enthalten und den sranzösichen Katholiken Zeit zur Ueberlegung lassen zu sollen.
Moskau, 17. Februar. Der Erzherzog Franz Ferdinand hat heute Abend seine Rückreise angetreten. Er äußerte bei der Verabschiedung, der herzliche Empfang in Rußland werde ihm unvergeßlich bleiben.
Brüssel, 17. Februar. In den letzten Tagen fanden in den Jndustriearbeiter-Centren zahlreiche Versammlungen statt behufs Organisation des allgemeinen Strikes, falls die Kammern die Revision der Verfassung verweigern. Aus den Verhandlungen geht hervor, daß die Arbeiter entschlossen sind, die Arbeit niederzulegen und daß sie "Strikesonds gründeten. — Der internationale Socialistencongreß tritt hier am 18. August zu einer achttägigen Sitzung zusammen. Der Generalrath der belgischen Arbeiterpartei theilt den Mitgliedern mit, er werde in einigen Tagen die Einladungen dazu in französischer, englischer und deutscher Sprache erlaffen. Alle Länder Europas, sowie die Unionstaaten beabsichtigen Delegirte zu entsenden.
Spalato, 17. Februar. Das österreichisch-ungarische Uebungsgeschwader, bestehend aus den Schiffen „Radetzky", „Freundsberg", „Friedrich", „Albatros" und „Nautilus" ist zum Empfang des am 19. Februar erwarteten deutschen Geschwaders eingetroffen.
Madrid, 17. Februar. Die Majorität der Regierung im neuen Senate wird aus 190 Stimmen geschätzt.
Newyork, 17. Februar. Nach Privatmeldungen aus Chile griff die Flotte der Aufständischen CH an ar al und Taltal an. Die regierungstreuen Truppen wurden nach kurzem Widerstande aus ihren Stellungen vertrieben und die Aufständischen besetzten die Ortschaften.
Cettiaje, 17. Februar. Eine größere Anzahl bewaffneter Malissoren unternahm einen Einfall über die montenegrinische Grenze in der Richtung auf Dulcigna. Bei einem sich entwickelnden Gefechte wurden zwei Montenegriner schwer verwundet, ein Angreifer getödtet, ein zweiter verwundet. Die Regierung wird von der Pforte Genugthuung verlangen. __________________________
£ocolcs «nd provinzielles.
Gießen, 18. Februar.
— Behufs Bildung der Spruchliste für die am 12. März 1891 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden als Hauptgeschworene aus der Jahresliste für 1891 ausgeloost: 1. Johann Friedrich Stoll in Heuchelheim bei Friedberg, 2. Heinrich Holler in Eberstadt, 3. Louis Kauffmann in Gießen, 4. Johannes Peter Brach in Gießen, 5. Bernhard Oppenheimer in Ortenberg, 6. Max Baumann in Lollar, 7. Heinrich Bach II in Unter-Schmitten, 8. Christoph Theodor Brück in Gießen, 9. Philipp Mengel in Groß-Karben, 10. Johannes Binz II in Mendorf a. d. Lahn, 11. Heinrich Schäfer II in Roßdorf, 12. Heinrich Sehrt in Grünberg, 13. Heinrich Konrad Schmidt, in Londorf, 14. Karl Becker II in Gießen, 15. Ferdinand Löber in Freienseen, 16. Georg Reitz I in Echzell, 17. Johann Georg Gernand II in Heuchelheim bei Gießen, 18. Johann Heinrich Jhring in Lich, 19. Bürgermeister Hensel in Dortelweil, 20. Leopold Klingelhöffer in Büdingen, 21. Heinrich Bausch III in Nieder Wöllstadt, 22. Wilhelm Kalbhenn in Schwalheim, 23. Karl Hämmerle in Daubringen, 24. Friedrich Dörr in Eifa, 25. Hermann Küchel in Butzbach, 26. Ernst Eduard Vogt in Butzbach, 27. Ludwig Müller in Schlitz, 28. Heinrich Euler in Ober-Breidenbach, 29. Konrad Habermehl III in Wallenrod, 30. Johannes Frank in Stockheim.
— Wie wir schon mittheilten, gibt Herr Professor August Wilhelms am 8. März im Club-Saale dahier ein Cvncert. Was das Spiel dieses Künstlers besonders aus- zcichnet und seinen Namen zu einem so hochgefeierten gemacht hat, ist neben der bis jetzt unerreichten Größe und Fülle seines edlen Tones, der aus der O-Saite demjenigen des Cello gleichkommt und in den höchsten Lagen der L-Saite noch ungemein markig klingt, der hinreißende Gesang seiner Geige, die unfehlbare Technik und Reinheit seines Spieles und bie großartige Entfaltung des mehrstimmigen Spieles — Eigenschaften, welche auch jüngst wieder in Berlin Presse und Publikum zu begeisterter Bewunderung hinrissen. — Als
Partner des Meisters wird der gefeierte Pianist Herr Rudolph Niemann in seinem hiesigen Cvncert mitwirken, aus das wir nicht genug aufmerksam machen können, da die Gelegenheit, den Geigerkönig zu hören, eine so überaus eltene ist.
— Kaiserpauorama. Wir sind zwar schon daran gewöhnt, im Kaiserpanorama nur wirklich gediegene Sachen zu Gesicht zu bekommen, müssen aber gestehen, daß die augenblicklich ausgestellte Serie London uns wirklich überrascht hat. England mit seiner Millionen-Hauptstadt ist uns in der letzten Zeit in politischer und freundschaftlicher Beziehung bedeutend näher gerückt, und da ist es gewiß interessant, von dem Leben und Treiben in London ein anschauliches Bild zu bekommen. — Die Ansichten im Panorama sind von ausgeprägter Schärfe und wundervollem Colorit. Das Parlamentsgebäude kennzeichnet sich als eine großartige Leistung der Architektur, der berühmte Tower, das Buckingham-Palais, die Westminster- Abtei, daS Greenwich-Observatorium u. f. w., alles nimmt unsere Aufmerksamkeit im größten Maßstabe in Anspruch. Großartig schön ist das Prinz Albert-Monument mit den vier Gruppen, Europa, Asien, Asrika und Amerika. Prinz Albert war bekanntlich der Gemahl der Königin von England und Vater unserer Kaiserin Friedrich. Bilder, welche das nie rastende Leben und Treiben in den Haupt-Verkehrsstraßen darstellen, mancherlei Statuen und Denkmäler, wahre Werke der Kunst, Alles zieht an unseren Augen still und erhaben vorüber. Wir empfehlen den Besuch der Ausstellung für dieses Mat ganz besonders.
— Der Verkehr aus der Haltestelle Friedelhauft«- Odenhausen zwischen Lollar und Frohnhausen hat sich sehr lebhaft gestaltet. Eine Reihe von Dörfern, auch aus beiden Hessen, benutzt dieselbe in der Richtung sowohl nach Gießen als auch nach Marburg. Dem letzteren Platz mit Umgegend ist die Burg Gleiberg durch den Umstand zugänglicher gemacht, daß der Abend-Zug von Wetzlar-Gleiberg-Lollar so zeitig nunmehr in Lollar einläuft, daß er Anschluß an den Gießen-Marburger Zug gewinnt.
Butzbach, 17. Februar. Nächsten Samstag, den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, findet im hiesigen Rathhause Seitens der 28 gewählten Wahlmänner die Neuwahl eines Landtagsabgeordneten für den Bezirk Butzbach statt.
Nidda, 17. Februar. In der Nacht vom 14. zum 15. Februar wurde hier abermals ein Diebstahl ausgesührt. Im Casino wurde eine Summe von 200 Mk. aus einer Kommodschublade entwendet. Die entleerte Tasche fand sich in der Kegelbahn und enthielt noch in einem Seitentäschchen weitere 10 Mk. Hoffentlich gelingt es, dem Langfinger auf die Spur zu kommen, damit hier die aufgeregten Gemüther sich wieder beruhigen. ___________
— Kleine Mittheiluugen aus dem Großherzogthum Hessen. Vor dem Gericht in Zwingenberg wurde in voriger Woche eine Klagsache, in welcher zwei Nechtsanwätte fungirten, wegen 32 Pfg., sage und schreibe zweiunddreißig Pfennigen verhandelt und endete die Verhandlung mit der Abweisung und Verurtheilung des Klägers in die Kosten. — Der Polizeidiener Henkel in Weißkirchen wurde am Sonntag von zwei ihm auflauernden Burschen rücklings überfallen und mit Messern rc. bearbeitet. Der Kopf zeigte fünf klaffende Wunden. Der Schwerverletzte trat erst vor etwa vier Monaten seinen Dienst als Polizeidiener an und versah denselben zum Aerger der rauflustigen Jugend mit der größten Gewissenhaftigkeit. — Die von dem Bürgcr-Comite der Stadt Worms vorbereitete Eingabe an Gr. Finanz- Ministerium in Betreff einer stehenden Rheinbrücke hat in Worms und Umgebung 14000 Unterschriften gesunden. — In Bingen brach am 13. Februar in einem Hause der Kirchstraße Feuer aus. Der in einem Nachbarhause schwer krank darniederliegende Hut- und Kappenrnacher Hellmund, welcher in ein anderes Haus getragen wurde, ist in Folge des Schreckens am Schlaganfall verstorben. — Im Jägersburger Wald bei Groß-Rohrhei rn ereignete sich am 16. Februar ein schwerer Unglücksfall. Der Holzhauer Jacob Kraft wurde beim Fällen einer Buche von derselben zusammengeschlagen und tobt vom Platz getragen. Der Verunglückte war als braver und solider Arbeiter und Kamerad bekannt und wird von Jedermann bedauert. Derselbe ist 24 Jahre alt. .— -i [VTg **><***»*r"">
Vermischtes.
* Weimar, 16. Februar. Heute früh 7 Uhr wurde im Hose des hiesigen Landgerichts durch den Scharfrichter Hirsch aus Erfurt die Hinrichtung des vorn Schwurgericht wegen Mordes zum Tode verurtheilten Landwirths Baum aus Löberschütz vollzogen. Baum hatte in seinem Gartenhäuschen einer Frauensperson, die ihn wegen Leistung von Alimenten in Anspruch nahm, eine tödtliche Schußwunde beigebracht und sie dann vollends mit dem Flintenkolben todtgeschlagen.
Krarrkfurt, 16. Februar- Vieh markt. ES waren enge» trieben 34u Ochsen, 16 Bullen, 419 Kühe, Sttere und Rtnder- 312 Kälber, 171 Hämmel und 629 Schweine- Die Preise stellte« fich für Ochsen 1- Qual, auf X 68—70 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual. ö8—64, Bullen 53—59, Kühe und Rinder 1- Qual. X 60-62, 2. Qual. X 46-50, Kälber 1 Qual. 65—70 H, 2. Qual- 55-60 Hämmel 1- Qual- 66-68 H, 2. Qual. 58—60 Ag* Pfd., Schweine 1. Qual 57—60 H, 2. Qual. 55—57 H pr. Psd- Schlachtgewicht.____________________________________________
Schwarze rein wollene Kleiderstoffe (glatt und gemustert) zu Fabrikpreisen -ei
394 <*ebr* Stumm.
Katarrhe des Rachens, des Kehlkopfs ,und der Bronchien lassen sich auf Grund ärztlicher Zeugnisse leicht durch fortgesetzten Gebrauch der Kai^er-Friedrich-Quelle, welche nach Fresenius an doppelt-kohlensaurem Natron und Lithion, schwefelsaurem Natron und Chlornatrium die Emser und ähnliche Brunnen bei Weitem übertrifft, beseitigen. Das Xatron-Lithion-Heilwasser* sowie die Pastillen der Kaiser-Eriedrich-Quelle sind in »nea Apotheken, Mineralwasserhandlungen etc. vorräthig. 628


