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Gießen, 17. October.
— Stenographisches. Welch bedeutenden Nutzen die Stenographie für alle Diejenigen besitzt, die sich viel mit Schreibgeschäften abzugeben haben, ist ja allgemein bekannt. Besonders für den Kausmann und den Beamten bietet sie große, nicht hoch genug zu schätzende Vortheile, und sollte jeder junge Mann es sich angelegen sein lassen, diese werthvolle und practische Kunst zu erlernen,- sie wird ihm dann eine treue Gehilfin seiner Thärigkeit werden. Gerade in dem kaufmännischen Leben wird der große Nutzen der Stenographie jetzt immer mehr gewürdigt und besonders von den Bediensteten der größeren Geschäfte wird die Fertigkeit im Stenographiren verlangt, welche sowohl dem Chef, als dem Correspondenten, dem Buchhalter, wie dem Reisenden unendliche Erleichterung gewährt und gerade in der Jetztzeit, wo der Spruch „time is money“ mehr als je gilt, durch ihre großen Vortheile unentbehrlich wird. Der hiesige Gabelsberger Stenographen-Verein läßt (wie aus dem Jnseratentheil zu ersehen ist) auch wieder in diesem Winterhalbjahr einen Unterrichtscarsus in der Gabelsberge r- schen Stenographie — dem bekanntlich ältesten, ver- breitesten und leistungsfähigsten System — durch seinen zweiten Vorsitzenden, Herrn Realgymnasiallehrer Df. Pitz, abhalten und bietet dadurch allen jungen Leuten und Angestellten Gelegenheit, sich diese Kunst zu eigen zu machen. Der Unterricht findet voraussichtlich im Saale des alten Rathhauses auf dem Marktplatze statt.
vermischtes.
* Berlin, 14. October. Die bei dem Eisenbahnunglück bei Kirchlengern schwer verletzten Mitglieder der Carre'schen Circus-Gesellschaft, Frau Perzina und die Kunstreiterin Frl. Mary Grothe, sind von Hannover nach Berlin überführt worden, wo dieselben sich in der Behandlung des Professors Bergmann befinden. Im Krankenhause in Hannover verbleibt nur noch Frl. Adams. Diese Damen erhalten das Gehalt, das sie früher vom Director Carre bezogen haben, wie auch die ärztlichen und Verpflegungskosten von der Eisenbahnverwaltung ausbezahlt. Director Carre hat seine Ersatzansprüche jetzt geltend gemacht- seine Forderung be
läuft sich der „Norddeutschen Allgem. Zeitung" zufolge auf I1/2 Millionen Mark.
* Vom Kasernenhofe. Wachtmeister: „Sie — Einjähriger Lilienthal, drücken Sie Ihre beiden krummen Wagendeichseln dem Königlichen Dienstgaul etwas verständnißinniger an die alten Rippen, damit er nicht so rathlos die Hinterbeine nach allen Richtungen der Windrose in die Luft schmeißt — — Sie balanciren ja mit solchen Verlegenheitsgefühlen auf dem Sattel wie ein desertirter Königlicher Jnsanterie- floh auf einem dienstlich gewichsten Husarenschnurrbart!" — Corporal: „Was, Sie Einjähriger, Sie wollen ein Doctor der Philosophie sein und können noch nicht einmal auf einem Fuß stehen? — Das kann ja jede alte Gans!"
verkehr, Land« und vEswLrLhschaft.
(D Grünberg, 15. October. Das angenehme, milde Herbstwetter begünstigte auch unseren gestrigen und heutigen Gallus- markt, den größten deS ganzes Jahres. Die Befürchtungen, die man noch an dem etwas regnerischen vorausgehenden Dienstag hegte, datz es dem diesjährigen „Gallmarkt" wie fast allen seinen Vorgängern erginge, die nämlich total verregneten, hatte sich nicht erfüllt, ja an dem heutigen zweiten Markttage herrschte geradezu wahres Sommerwetter. Wie alle Märkte hat auch der früher so überaus große und starke Markt durch die bekannten Ursachen viel verloren. Kaum die Hälfte seiner früheren Größe erreicht er noch. Das zeigen evident die immer kleiner werdenden Gassen der Krämerstände. Dessenungeachtet erinnerte doch der gestrige erste Markttag mehr an die Blüthe- zeit des Marktes als wie seine unmittelbare Vorgänger durch den gut mit Schau- und Vergnügungsbuden besetzten und sehr stark frequentirten „Juxplatz". Immer „man dicht ran" ging es zur Bude, drin unsere neuen „garantirt echten" Landeskinder von Afrika ihre heimischen Sitten und Gebräuche zeigten. In gleicher Art strömten Männlein und Wetblein zum Eirkus, der auch gar zu verführerische lebende Reclame ins Feuer führte. Kurzum der Juxplatz bot ein echtes Jahrmarktsbild, wie man es sonst selten sieht. Die Gassen der Krämerbuden waren dagegen weniger gefüllt, nur vor den 20- und 10-Pfg-Ständen zeigte sich starker Besuch und starke Kauflust.— Der am Morgen vorausgehende Viehmarkt war mit Rindvieh normal, mit Swwetnen aber überaus stark befahren. Während di Preise beim Rindvieh sich auf dem seitherigen Stand erhielten, zeigten die Preise der Jungschweine einen erstaunlichen Rückgang. Wenn auch das Paar Ferkel nicht für 5 bis 6 Mk. verkauft wurden, wie man das aus dem „Ried" meldet, so erreichten die Preise doch nickt einmal die Hälfte der vorjährigen oder gar der voroorjährigen. Die Verkäufer machten verdutzte Gesichter und wollten nicht herabgehen, mußten aber, wollten sie ihre feile Waare nickt wieder mit heim nehmen. Dessenungeachtet wurden viele Verkäufer gar nicht nach ihrer Waare befragt. Das Paar Ferkel erster Qualität galt im Durchschnitt 24 bis 28 Mk., zweiter Qualität 16, 20 bis 24 Mk.,
die geringe Sorte gar 10 bis 16 Mk. Diese Preise sind allerdings für die Züchter sehr niedrig, sie waren aber auch seither ganz ungewöhnlich hoch, ja zu hoch. In Anbetracht der sonstigen Theuerung aller Lebensmittel ist es mit Freude zu begrüßen, daß endlich einmal die bohen Fleischpreise auf einen normalen Stand zurückgehen. An der Zeit wäre es nun, daß man das Pfund Schweinefleisch hier nicht mehr mit 64 Pfg. bezahlen müßte.
Literatur und Kunft
„ ~ Socialpolitische Rundschau. Monatsschrift für die
Geschichte und Kritik der socialen Bewegung. Leipzig. Fr. Richter 1. Heft. Preis vierteljährlich 4.50 Mk. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten Diese neue, von Dr. Karl Mundtng herausgegebene Zeitschrift ist eine ganz eigenartige Erscheinung. Es liegt ihr die Idee zu Grunde, die sociale Frage als ein selbständiges Forschungsgebiet zu behandeln. Beschränkt sich die Redaction demzufolge auf die socialen Probleme, so faßt sie dieselben anderseits wieder im weitesten Sinne als einheitliche Culturfrage auf. So ergibt sich ein großes, das ganze Leben der modernen Gesellschaft umspannendes Beobachtungsfeld. Die großen socialen Probleme erscheinen dabei als Herz- und Brennpunkt der geistigen, sittlichen und wirthschaftltcken Bewegung unserer Zeit. Dieses weitzielende Programm bedingte den beträchtlichen Umfang der Zeitschrift. ES erscheint jeden Monat ein großes, stattliches Heft von fünf Druck- bogen.
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