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im fernen Ostafrika wiederherzustellen. Jedenfalls dürfen alle Colonialfreunde das Vertrauen zur Reichsregierung hegen, daß sie sobald als möglich und in der kräftigsten Weise daran­gehen wird, die Folgen der Vernichtung der Zalewski'schen Expedition wieder wett zu machen, wie dies die deutschen Jnteresien und die Aufrechterhaltung der Ehre und des Ein­flusses des deutschen Namens imdunkeln Continent" schon von selbst gebieten.

Berlin, 16. September. Das Project einer Aus.- stellung in Berlin. Das Präsidium des Deutschen Handelstages hat in Ausführung eines Beschlusses des Aus­schusses an die Mitglieder des Handelstages die Anfrage gerichtet, ob der Plan einer in Berlin etwa im Jahre 1895 zu veranstaltenden Ausstellung als welche zunächst eine nationaldeutsche in Aussicht genommen wird die Billigung und Unterstützung der Betheiligten, namentlich auch der indu­striellen Kreise, finde. Auf diese Anfrage haben 77,Handels­kammern geantwortet und von diesen Antworten sprechen sich 61 für die baldige Veranstaltung einer Ausstellung in Berlin aus. Die Mehrzahl der eingegangenen Gutachten (45) ent­scheidet sich auch für eine nationaldeutsche Ausstellung. Nur 16 Handelskammern würden zwar einer Weltausstellung den Vorzug geben, doch billigen auch sie zum größten Theil eine nationale Ausstellung, falls die Veranstaltung einer Weltaus­stellung sich nicht ermöglichen läßt.

Nerrefte Nachrichten.

tSolffS telegraphisches Lorrespondenz-Burrari

Berlin, 16. September. DerReichsanzeiger" bringt den Wortlaut der Rede des Kaisers beider vorgestrigen Erfurter Paradetasel, worin es heißt:Ich freue mich, meine vollste Zufriedenheit aussprechen zu können. Die streitbaren Söhne der Altmark, Thüringens und Sachsens in diesem Orte zu besichtigen, ist Mir eine um so größere Freude, als dieser Boden durch die Ueberlieferungen der Geschichte für unser Vaterland besonders wichtig ist. In diesem Orte hat der corsische Eroberer die deutschen Fürsten aufs Schwerste gekränkt und unser niedergeworfenes Vaterland tief ge- demüthigt. Damals keimte in der Seele meines seligen Ur­großvaters der Gedanke an den Widerstand auss Aeußerste, der dann zu der sühnenden Erhebung von 1813 heranreiste". Der Kaiser wies sodann auf die vor acht Jahren stattgehabten Manöver unter seinem Großvater hin und drückte die Hoff­nung aus, das Corps werde auch jetzt in Krieg und Frieden sich bewähren als eine gute, scharfe, schneidige Waffe. Der Kaiser schloß mit den Worten:Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des vierten Armeecorps und seines Führers, sie leben hoch!"

Berlin, 16. September. Nach einem Telegramm des Gouverneurs für Deutsch-Ostafrika ist an der deutsch­ostafrikanischen Küste alles ruhig. Nähere Nachrichten aus dem Innern fehlen noch. Die Ankunft des Lieutenants Tetten­born an der Küste mit dem Reste der Expedition Zalewskis wird erwartet.

Berlin, 16. September. DenBerl. Polit. Nachr." zufolge ist die Sachverständigen-Commission zur Begutachtung der reichsgesetzlichen Regelung des Verkehrs mit Giften für die zweite Hälfte des October einberusen.

Mühlhausen i. Thür., 16. September. Der Kaiser stieg heute früh nach Eintreffen des Zuges zu Pferde und begab sich nach Höngeda, wo die Cavalleriedivision des Süd­corps Ausstellung genommen hatte. Hier nahm der Kaiser die Meldungen über den Vormarsch des Nordcorps entgegen und ließ sich zwischendurch vom Major Mackensen über die Schlacht von Langensalza Vortrag halten. Als die Cavallerie- division des Südcorps vorging, begleitete der Kaiser dieselbe. Nach dem Zusammenstoß beider Cavalleriecorps entschied der Kaiser, daß die Cavallerie des Südcorps aus Langensalza geworfen sei. Nach dem Manöver begab sich der Kaiser mit dem Prinzen Albrecht nach Mühlhausen, die übrigen Fürst­lichkeiten nach Gotha.

Mühlhausen, 16. September. Der Kaiser ritt nach

Antlitz, bleich und ernst, wie ich es in meinem Traume ge­sehen, aber viel, viel schöner . . .

Im nächsten Augenblick war er vom Pferde gesprungen und hatte meine beiden Hände ergriffen.

Jetzt war ich geborgen geborgen?.

* * * *

Ich habe nun nicht mehr viel hinzuzusügen.

Es kostete Adalberts ganzen Einfluß und meine äußerste Ueberredungskrast, um demDoctor" das Leben zu retten. Es gelang uns aber und bald befanden wir uns aus dem Wege zum Fort. Hier erfuhr ich, daß dieselben Cowboys, deren rothe, verwilderte Gesichter und forschende Blicke mich in Santana so geängstigt hatten, nunmehr noch meine Retter geworden waren. DerDoctor der Medicin" hatte ihren Verdacht erweckt und als Adalbert der eine halbe Stunde nach meiner Abfahrt in Santana angelangt war dies vernahm und sogleich seinen Entschluß zu erkennen gab, mir zu folgen, da waren sie alle einmüthig und ohne Zögern auf ihre Pferde gesprungen und hatten sich ihm angeschlossen.

Ueber das Erstaunen meines Bruders, als ich mich mit meinem stattlichen Gefolge in dem Fort einstellte, will ich schweigen. Mein Bries war gar nicht in seine Hände gelangt.

Das war ein Freudentag für uns alle; am glücklichsten a&er machten mich einige Worte, die mein Bruder an Adalbert Fechter richtete.

Du mußt nun mindestens vier Wochen lang bei uns bleiben, Freund," sagte Armin, der nicht wußte, daß ich zuhörte.Wir sehen Dich so selten, und nun, wo Else hier ist "

Adalbert blieb und ich kann wohl sagen, daß er die Zeit recht gut anzuwenden wußte.

Noch ehe ich nach Chicago zurückkehrte, war ich seine verlobte Braut.

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der Rückkehr vom Manöverfelde unter Glockengeläute um 21lt Uhr in die Stadt. An der Ehrenpforte beim Erfurter Thore wurde der Kaiser von dem Oberbürgermeister Schweine­berg mit einer Huldigungsansprache begrüßt. Der Kaiser dankte für den festlichen Empfang. In den geschmückten Straßen, durch die der Kaiser alsdann seinen Weg fortsetzte, bildeten Kriegervereine, Innungen, Korporationen und Schulen Spalier. Bei dem Stadtrath Rechenbach nahm der Monarch sein Absteigequartier.

München, 16. September. Die Delegirten zu den Ver­handlungen über einen Handelsvertrag folgten gestern einer Einladung der bayerischen Regierung zum Besuche des Schlosses Herrenchiemsee. Die Sitzungen der Delegirten werden heute Nachmittag wieder fortgesetzt.

München, 16. September. DenNeuesten Nachrichten" zufolge schließt sich an die heutige zweite Lesung des Han­delsvertrages zwischen Oesterreich und Italien morgen sofort eine Sitzung der Delegirten Deutschlands und Italiens an. Hierbei werden die italienischen Delegirten ihre neuen Instructionen vorlegen, von denen der weitere Verlaus der Verhandlungen abhängen wird. Nach dem Eintreffen dieser neuen Instructionen soll die Stimmung der italienischen Delegirten hoffnungsvoll sein.

Hamburg, 16. September. Der Mittags nach Havre abgegangenePresidente Pinto" geht unter einem neuen Commandant; der frühere Commandant ist als Passagier an Bord.

Paris, 16. September. Anläßlich der Aufführung des Lohengrin" gab es bereits nach 5 Uhr große An­sammlungen auf dem Opernplatz und in den benachbarten Straßen. Um 6 Uhr rückten einige hundert Polizisten an, welche die ganze Umgebung des Opernhauses räumten und zahlreiche Widersetzliche verhafteten. Bor der Freitreppe des Opernhauses ist ein starkes Detachement berittener Municipal- garde stationirt.

Paris, 16. September. Gegen 7 Uhr herrscht in der Umgebung des Opernhauses lebhaftes Treiben. Die Bürgersteige sind mit Neugierigen angefüllt. Als um 71/2 Uhr die Volksmenge immer mehr anwuchs und es den Anschein gewann, daß gewisse Gruppen manifeftiren wollten, forderten die Polizeiagenten die Menge zum Weitergehen auf. Ord­nungsstörungen sind bisher nicht erfolgt.

Paris, 16. September, 10 Uhr Abends. Die Ansamm­lungen in der Nähe des Opernplatzes und der benachbarten Straßen dauern fort. Auf den Terrassen der Cafes auf den Boulevards waren keine Tische aufgestellt, um den Ver­kehr nicht zu behindern. Die Polizei fuhr fort, Stehen­bleibende zum Weitergehen aufzufordern; hierbei kamen wiederholt Ausschreitungen vor- die Menge verhöhnte die Polizei, lärmte und johlte, so daß die Polizei einschritt, die zusammengerottete Menge vor sich hertrieb und gegen sechzig Personen verhaftete. Unter der Menge befanden sich auch die Deputtrten Laguerre und Mermeix. Von den Zeitungs- verkäufern wurden zahlreiche Hetzblätter feilgeboten. In der Rue Gluck entstand gegen 8»/z Uhr großer Lärm, indem der Kutscher eines herrschaftlichen Wagens sich von seinem Sitze erhob und ein Hoch auf Elsaß-Lothringen ausbrachte, in das die zahlreichen Neugierigen einstimmten. Ein Polizeioffizier ließ den Platz alsbald säubern.

Paris, 16. September. In den ersten acht Monaten 1891 betrug der Import Frankreichs 3195 Millionen gegen 2985 Millionen im gleichen Zeiträume des Vorjahres und der Export 2297 Millionen gegen 2419 Millionen. DerLiberte" zufolge erklärt sich die Verminderung des Exports dadurch, daß überall eine Art Kreuzzug gegen das französische Product geführt werde, weil man Frankreich für die protectionistische Reaction verantwortlich mache.

Havre, 16. September. Sämmtliche Dockarbeiter striken- sie verlangen Lohnerhöhung.

Kopenhagen, 16. September. Dem Vernehmen nach reift der Kaiser von Rußland am 30. dss. Mts. oder am 1. October nach Rußland zurück.

Rom, 16. September. DerAg. Stesani" zufolge er­kannte Italien die neue chileni sche Regierung an.

Rewyork, 16. September. Einer Depesche desHerald " aus Valparaiso zufolge anerkannte Deutschland offi­ziell die provisorische Regierung von Chili. Man erwartet, daß die anderen Mächte bald dem Beispiele folgen werden.

Algier, 16. September. Gestern Abend wurde von Führern und Soldaten aus dem Krimfeldzuge, welche in Algier wohnen, ein Banket zu Ehren Rußlands veranstaltet und mehrere Toaste wurden ausgebracht. Ein Beamter des russischen Konsulats nahm an der Festlichkeit Theil.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 16. September. DieBörsenzeitung" meldet aus Konstantinopel: Major Steffen vom 27. Feldartillerie- Regiment wurde zum Nachfolger Ri stow Paschas vor­geschlagen.

Berlin, 17. September. DieVoss. Ztg." meldet aus München: Die Handelsvertrags-Verhandlungen sind wesentlich fortgeschritten. Es scheint, daß Deutschland und Oesterreich verzichteten, die Dauer des Vertrags auf zwölf Jahre festzusetzen und daß sie jetzt mit dem italienischen Vorschlag von sechs Jahren zufrieden, ebenso die Forderungen für Gewebe und Maschinen wesentlich herabgesetzt haben. Allseitig hofft man, der Abschluß erfolge Ende dieses Monats, ein Hauptgrund, weshalb Rudini den Tag für seine Programmrede in Mailand noch nicht endgiltig festsetzte, da er bestimmte Mittheilungen über den Stand der Angelegenheit zu machen gedenkt.

Mühlhausen i. Thür., 16. September. Der Kaiser in der Uniform seines Ulanenregiments verließ Erfurt um 6 Uhr und traf um 7V2 Uhr in Mühlhausen ein. Hier erfolgte kurze Begrüßung durch den Bürgermeister. Alsdann begab sich der Kaiser sofort nach dem Manöverfeld und übernahm die Führung der Erfurter Caoallerie-Division. Nach ein­leitendem Feuergefecht griff der Kaiser die Kasseler Cavallerie-

Division an und warf dieselbe zurück. Es erfolgte sodann eine Besprechung bei Felchta und Parade auf dem Rothberg. Die Infanterie macht heute Kriegsmärfche hinter der gestern vorangefandten Kavallerie-Division.

Meiningen, 16. September. Herzog Ernst, welcher am 20. September fein 25jährig es Regierungs- jubiläum begeht, verbat sich jede officielle Feier- die dazu ausgeworfenen Summen sollen Waisenhäusern zugewiesen werden. Der Herzog ist nach der Schweiz abgereist.

Wien, 16. September. Es verlautet wieder, das Kriegs­budget werde eine stärkere Mehrforderung auch im Ordi- narium aufweisen wegen des Steigens der Lebensmittelpreise.

Paris, 17. September. Die Aufführung desLohen­grin" ist mit großem Beifall ohne Störung verlausen. Vortrefflich war van Dyck, besonders im letzten Act, Madame Caron, Frerens und Delmas. Das Ensemble wurde voll­kommen, der Chor und das Orchester allseitig gelobt. Am Schluß wurden die Sänger zwei Mal gerufen, der Ches des Orchesters, Lamoureux, beklatscht. Vor dem Theater und in den Nebenstraßen fanden mannigfache lärmende Kundgebungen statt. Im Ganzen erfolgten 976 Verhaftungen, darunter befindet sich der Abgeordnete Bondieu.

Rom, 17. September. Betreffs der Sprache einiger deutschen Centrumsblätter gegen die franzosensreund- liche Politik desOsservatore Romano" wird in vati- canischen Kreisen versichert, daß die in Deutschland hervor­gebrachten schlechten Eindrücke im Batican nicht unbemerkt geblieben sind, jedoch seien die Ansichten desOffervatore" von hohen vaticanischen Persönlichkeiten weder inspirirt noch getheilt.

Belgrad, 16. September. Die russische Regierung ber» fügte, daß eine Anzahl Marinezöglinge aus den Donauschiffen untergebracht werde zum Studium des Fahrwassers, um im Bedarfsfälle als Lootfen Verwendung zu finden. Der russische Konsul in Galatz ist beauftragt, sich diesbezüglich mit der europäischen Donau-Commission ins Einvernehmen zu setzen.

Madrid, 17. September. Der an die Regierung gelangte Bericht des Regierungsingenieurs schätzt den Schaden an öffentlichen Gebäuden durch die Ueberschwem- mung auf 50000 Pesetas. Bisher wurden 600 Leichen recognoscirt. Der Verwesungsgeruch ist bereits unerträglich.

Paris, 17. September. Nachdem es gestern Abend noch wiederholt zu lärmenden Kundgebungen gekommen war, zerstreute sich die Menge von 11 Uhr ab. lieber tausend Personen wurden verhaftet- die beiden letzten Acte desLohengrin" errangen gleich den ersten einen glänzenden Erfolg.

Bei der Parade des 11. Armeecorps

haben folgende Truppentheile in der Front gestanden:

Erstes Treffen: Hess. Piouicr-Bat. 11. Unteroffizier- Schule Biebrich. Hess. Jäger-Bat. 11. 25. Division (General- Lieutenant v. Bülow). 50. Infanterie - Brig. (Gen.-Major Lademann): 4. Großh. Hess. Jnsant.-Regt. 118, 3. Großh. Hess. Jnfant.-Regt. 117. 49. Jnsant.-Brig. (Gen.-Major v. Obernitz): 2. Großh. Hess. Jnfant.-Regt 116, 1. Großh. Heff. Jnfant.-Regt. 115.

22. Division (Gen.-Lieutenant Prinz Friedrich v. Hohen- zollern Duvchl.) 44. Jnfant-Brig. (Gen.-Major v. Chappius): 5. Thür. Jnfant.-Regt. Nr. 94. 2. Thür. Jnfant.-Regt. Nr. 32. 43. Jnfant.-Brig. (Generalmajor v. Goßler):

6. Thür. Jnfant.-Regt. Nr. 95. 3. Hess. Jns.-Regt. Nr. 83.

21. Division (Gen.-Lieutenant v. Goetze.) 42. Jnfant.- Brig. (Gen.-Major Naglow): 1. Hess. Jnfant.-Regt. 81. Hess. Füsilier-Regt. 80. 41. Jnfant.-Brig. (Gen.-Major

Rogge): 1. Nass. Jnfant.-Regt. 88. 1. Nass. Jnfant.-Regt. 87.

Zweites Treffen: Kriegsschule in Hersfeld. Kriegsschule in Kassel. Großh. Hess. Train-Bat. 25. Hess. Train-Bat. 11. 11. Feld-Artillerie-Brig. (Gen.-Major Leo): Nassauisches Feld-Artillerie-Regt. 27, Großh. Hess. Feld-Artillerie-Regt. 25, Hess- Feld-Artillerie-Regt. 11. Kavallerie-Division (General- Lieutenant Edler v. d. Planitz, Kommandeur der Garde- Cavallerie-Div.): Kavallerie-Brig. C. (Gen.-Major v. Massow) : Husaren-Regt. König Wilhelm I. Nr. 7, 2. Großh. Dragoner- Regt. Nr. 24. (13.) Kavallerie-Brig. B. (General-Major v. Maltzahn): 1. Wests. Husaren-Regt. Nr. 8, Kürassier-Regt. von Friesen Nr. 4. (21.) Kavallerie-Brig. A: 1. Hess. Husaren-Regt. Nr. 13, Rhein. Dragoner-Regt. Nr. 5. Corn- binirte Kavallerie-Brig. (Gen.-Major v. Szczytnicki): Thüring. Ulanen-Regt. Nr. 6, 2. Hess. Husaren-Regt. Nr. 14, 1. Großh. Hess. Dragoner-Regt. Nr. 23.

Die Truppen kamen ausnahmslos bei dem Kaiser vor­trefflich vorüber. Die Heerschau dauerte drei Stunden. Der Kaiser ließ beide Vorbeimärsche völlig ausführen. Der zweite Ritt der Kavallerie war in besonders schneidigem Tempo ge­nommen. Die neun Regimenter sausten in wilder Jagd und prachtvoller Ordnung binnen wenigen Minuten dahin, sodaß selbst die tausende Zuschauer in stürmische Begeisterung aus- brachen. Gegen Ende der Parade war die Staubentwicklung sehr groß, so daß die Majestäten und ihr Gefolge zeitweise gänzlich eingehüllt waren. Um so malerischer war das Bild der Zug um Zug aus den Staubwolken hervorbrechenden Reiterschaaren. Beim Abreiten vom Paradefelde blieben Cavallerie und Artillerie in gestrecktem Galopp. Dabei er­gaben sich an einem sonst harmlosen, aber in dichtem Staub- nebet versteckten Graben einige reiterlose Pferde. Auch ein Geschützpferd kam an dieser Stelle zu Fall, doch holte sich grade dieses Gespann den lebhaften Beifall des Publikums. Die Mannschaft war nämlich mit so fabelhafter Geschwindigkeit abgefeffen und hatte die Ordnung wieder hergestellt, daß das Geschütz bereits wieder eingereiht war, noch ehe die unmittelbar folgende Colonne heranbrauste. Der Kaiser beglückwünschte den Commandirenden lebhaft nach Schluß der Parade. Die Kaiserin verließ bei Beginn der Kritik hoch zu Pferde mit Gefolge das Feld auf einem Wege gegen Niederzwehren zu. Sie ließ das Pferd galoppiren, dankte herzlich den Krieger-