Dresden gerieth aus der Station Windisch-Drehna in Folge falscher Weichenstellung aus ein todtes Geleise. Der Prellbock wurde durch Anprall der Maschine zerschmettert. Der Packwagen und ein Personenwagen wurden beschädigt. Verletzt sind der Locomotivsührer und ein Kind.
Leer, 16. August. Der bei Leerort angelangte Dampfer „Therese Horn" rannte mit der norwegischen Bark „Andrea" zusammen, welche innerhalb 5 Minuten sank. Sechs Mann der Besatzung ertranken.
Bern, 17. August. Zwischen Müucheubuchsee und Zollikofeu bei Bern auf der Centralbahnliuie stießen gestern Abend zwei Eiseubahnzüge zusammen. Zwölf Todte. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht festgestellt.
totales ttttö provinzielles.
Gießen, 17. August.
— Einweihung der Turnhalle. Die Einweihung der neuen Turnhalle des Turnvereins, verbunden mit der Feier des 45. Stiftungsfestes am Samstag und Sonntag nahmen einen ganz programmgemäßen Verlauf. Wir werden in nächster Nummer eingehender darüber berichten.
— Bezüglich der in Nr. 189 des „Gießener Anzeiger" erwähnten Abschiedsfeierlichkeilen zu Ehren des aus seinem Amte scheidenden Herrn Directors Weihrich verdient noch nachgetragen zu werden, daß die Schüler des Realgymnasiums und der Realschule beabsichtigten, demselben einen Fackelzug zu bringen, was der bescheidene Mann aber herzlich dankend ablehnte. Dagegen feierte ihn der hiesige Docenten-Verein, deflen Mitglied er war, auf einem Ausflug nach Wetzlar sowie das ihm unterstellte Lehrercollegium durch ein ihm zu Ehren veranstaltetes Abschiedsmahl im Hotel Victoria dahier. Diese und noch andere Ehrenbezeugungen beweisen, wie ungern man den hochverehrten Mann aus seiner hiesigen Stellung scheiden sieht. Die herzlichsten Glückwünsche von Seiten aller, die ihn näher kennen lernten, begleiten ihn in sein neues Amt.
— Steins Garten. Nachstehend machen wir auf das morgen Abend stattfindende, von den Musikcorps der 49. Infanterie-Brigade ausgesührte Monstre-Concert aufmerksam. Die Spieleintheilung für dieses, der Feier der Schlacht von Gravelotte geltende Concert ist die folgende: 1. Abtheilung: Capelle des Leibgarde Regiments, Direction Stabshoboist W. Hilge. 2. Abtheilung: Capelle des Regiments Großherzog, Direction Großh. Musikdirector C. Krauße. 3. Abtheilung (Militärische Abtheilung): Beide Musikcorps und sämmtliche Spielleute der Brigade. In letzterer Abtheilung kommen zur Aufführung: 1. Armee-Marsch Nr. 113 (Preßburger) mit Begleitung von 48 Trommeln, 2. Coburger Josias, Armee-Marsch Nr. 27 mit Heroldtrompeten. 3. Prinz Eugen der edle Ritter, nach der ältesten Aufzeichnung 1719. 4. Kriegsmarsch und Schlachthymne aus „Rienzi" von R. Wagner. 5. Zwei englische Märsche. 6. Großer Zapfenstreich, a. Anschwellender, lang anhaltender und verhallender Wirbel, b. Locken, c. Zapfenstreich, d. Locken zum Gebet, e. Gebet, f. Abschlagen, g. Gewehr ein. Schluß: Pariser Einzugs-Marsch, Armee-Marsch Nr. 38 mit Begleitung der Trommler. Anschwellender, lang anhaltender und verhallender Wirbel. — Alle hier angeführten Stücke — Nr. 4 ausgenommen — werden beim großen Zapfenstreich vor Seiner Majestät dem deutschen Kaiser am 12. September (Allerhöchster Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein) in Kassel auf geführt. — Ins Programm sind außerdem noch ausgenommen „Ouvertüre z. Op. „Tannhäuser" (Wagner), Mignon (Thomas), Intermezzo sinfonico aus Cavalleria rusticana (Moscagni), Coppelia, Ballet (Delibes), Wiener Blut, Walzer (Strauß), Fantasie a. d. Walküre (Wagner) rc. — Es ist somit dem Publikum ein besonderer Kunstgenuß geboten. Da die vorzügliche Leistungssähigkeit dieser beiden Capellen hinlänglich bekannt, dürfte ein reger Besuch des Concertes zu erwarten sein, zumal sich vielleicht nicht wieder Gelegenheit bietet, diese beiden Capellen in ihren Bravourleistungen hier zu hören.
— Die Nr. 18 des im Auftrage des Evang. Psarr- vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kircheublattes" hat folgenden Inhalt: 1. Die Trübsale der Prediger. 2. Ein neues gewichtiges Wort für das Recht des Pfarrvereins. 3. Etwas über den Vorsitz im Schulvorstand (Schluß). 4. Zu „mehr Geld". 5. Vertrauliche Leitsätze über heutige Kirchenzucht. 6. Zu dem Brief an Herrn Pfarrer Hoffmann zu Lindheim im „Schulboten". 7. Die heilige Elisabeth. 8. An die Amtsbrüder unter fünf Dienstjahren! 9. Zusammenkünfte der Pfarrvereinsmitglieder. 10. An die Vertrauensmänner usw. 11. Mitglieder des Pfarrvereins. 12. Anzeigen.
— Einbruch. In der Nacht vom 14. aus 15. d. Mts. wurde am sogenannten „Sand" ein Gartenhaus erbrochen und verschiedene Kleidungsstücke daraus entwendet. Der Thäter ist ermittelt und verhaftet.
— Erwischt. Gestern Abend benutzte ein 10 jähriger Junge die Festlichkeit in Steins Garten, schlich sich in einem unbewachten Augenblick in ein Zimmer und entwendete einen silbernen Serviettenring mit Serviette; er wurde jedoch bei der That erwischt und seines Raubes wieder entledigt.
— Sittlichkeilsvergehen. Gestern Abend 8 Uhr wurde ein in der Schulstraße spielendes 5 Jahre altes Mädchen von einem Fremden angelockt und aus dem Arm fortgetragen. Der Mensch brachte das Kind nach Verübung der Unthat um 11 Uhr wieder zurück und entfernte sich schleunigst. Von der Schutzmannschaft verfolgt und alsbald verhaftet, verweigerte derselbe noch bis heute Vormittag jede Auskunft über ferne Persönlichkeit. Das Kind erzählte seiner Mutter, mit dem Fremden im Wald gewesen zu sein, wo viele Bäume sich befänden. Der Thäter entpuppte sich als Schreiner Friedr. Müller aus Breslau.
* Sommers Abschied. Kaum sind wir des Sommers recht gewahr worden — erst 17 Tage hat man im Ganzen
gezählt, an denen es nicht regnete und schönes Wetter herrschte — und schon deuten allerlei Anzeichen darauf hin, daß der Sommer sich wieder zu seinem Ende neigt und die Zeit des Scheidens — der Herbst, im Anzuge ist. Die Tage haben bereits merklich abgenommen- die Sonne, welche zu Beginn des Sommers schon Morgens um 3 Uhr 51 Minuten sich über den Horizont erhob und erst um 8 Uhr 12 Minuten unterging, geht jetzt erst um 4 Uhr 50 Minuten auf und neigt sich schon um 7 Uhr 14 Minuten zum Untergänge. Im Felde reihen sich die Getreidehaufen aneinander und der Wind fährt durch die Stoppeln. Im Walde und Hain beginnen sich die Dolden der Eberesche oder Vogelbeeren zu röthen, im Busch und in der Hecke färben sich bläulich die Schlehen, die glänzenden Früchte des Ligusters und der Brombeere. Die Mehlfäßchen des Weißdorns und die festen Hagebutten verlieren ihre grüne Farbe und röthen sich. Im Garten reifen die Pflaumen, die Zwetschen sind bläulich angehaucht und Birnen und Aepfel bekommen rothe Backen. Verstummt ist der liebliche Gesang der befiederten Gäste im Walde und Feld. Kein Wachtelschlag begrüßt uns mehr von der Flur, kein Kukuksruf erschallt einladend aus dem Walde. Bereits hat uns eine kleine Anzahl unserer Zugvögel verlassen. Den Reigen des Abzugs oder Rückstrichs eröffnet stets der gegen Walpurgis eingetroffene Mauersegler, die Spyr- oder Thurmschwalbe. Sie zieht schon mit Beginn des August südwärts den wärmeren Ländern zu. Bald folgen ihr die Uferschwalben, der schöne Pirol oder Goldamsel, dessen stolzen Töne so vornehm im Waldconcert sich abheben, die Nachtigall, das Blaukehlchen, der Wendehals, die Sperbergrasmücke, die gelbe Bachstelze und andere. Gegen Ende des Monats folgen jenen Arten der Kuckuk, der weiße und schwarze Storch, der Wiedehopf, der Wendehals, die Rohrdrossel, die fleißige Sängerin der Schilfdickichte an Weihern und Seen, die Wachtel und der Wachtelkönig.
— Hessischer Städtetag. Aus Darmstadt, 14. August wird uns geschrieben: Der nächste hessische Städtetag wird sich auch mit der Aufstellung eines Statuts für sich selbst zu befassen haben. Der von Herrn Dr. Gaßuer, Bürgermeister-Beigeordneter in Mainz, herrührende Entwurf bezeichnet als den Zweck des Städtetags diejenigen Fragen, welche für die Stadtgemeinde und deren Verwaltung von Interesse und Wichtigkeit sind, zu erörtern und die Kenntniß- nahme der verschiedenen Einrichtungen und Anstalten in den beseitigten Städten möglichst zu fördern. Zur Theilnahme am Städtetag sollen berechtigt sein die Bürgermeister und Beigeordneten der unter der Städteordnung stehenden Städte, ferner Stadtverordnete und Mitglieder der Verwaltungs- Deputationen dieser Städte. Die Städte sollen je nach ihrer Einwohnerzahl 1—5 Stimmen führen; die Gegenstände der Berathung müssen, dringliche Fälle ausgenommen, mindestens sechs Wochen vorher mitgetheilt werden. Ferner sieht der Entwurf, abweichend von der seitherigen Gepflogenheit, in dankenswerther Weise vor, daß die Verhandlungen des Städtetags öffentlich sind, soweit nicht für einzelne Gegenstände geheime Berathung beschlossen wird, und daß ein Auszug aus dem Sitzungsprotokoll innerhalb der nächsten Tage nach der Sitzung durch den Vorort in der Presse veröffentlicht wird.
— Wie aus Marburg berichtet wird, ist verschiedenen Kriegervereinen, welche beabsichtigen, sich in corpore an der Kaiserparade in Cassel zu betheiligen, die Nachricht zugegangen, daß hierzu nur Deputationen der einzelnen Vereine zugelassen werden können.
— Die Abschaffung der Eisenbahn-Coupes erster Klaffe wird in Eisenbahn-Fachkreisen jetzt lebhaft erörtert. Man könne sich der Wahrnehmung nicht verschließen, daß die Benutzung dieser Wagenklasse seitens der zahlenden Passagiere von Jahr zu Jahr abnehme und immer mehr ein Reservatrecht der gratis beförderten höheren Eisenbahnbeamten geblieben sei. In Ländern, in welchen die vierte Wagenklasse fehlt, wie in Italien, Frankreich rc., helfe die erste Wagenklasse noch einem gewissen Bedürsniß ab, in Deutschland sei sie den Einsichtigen schon längst überflüssig erschienen. In England geht man in dem Bestreben, die Gegensätze der Passagiere zu verwischen, noch viel weiter; dort hat kürzlich die Direction einer der bedeutendsten Eisenbahngesellschasten, die der Manchester-Sheffield'Lincolnshire-Bahn, auf allen ihren Linien die zweite Wagenklaffe abgeschafft, und andere Bahngesellschaften wollen ihrem Beispiel folgen, weil es statistisch festgestellt ist, daß die Verkehrsziffern für die beiden oberen Wagenklassen in England durchgängig herabgehen.
— Gilt der Postfchein als Quittung ? Die Frage, ob der Postschein die gleiche Gültigkeit hat, wie eine Quittung, ist durch Entscheidung des Reichsgerichts dahin beantwortet worden, daß der Postschein über eine mittels Postanweisung gemachte Zahlung noch nicht als Quittung betreffend die Tilgung einer Schuld angesehen werden könne. Vielmehr liefere in diesem Falle der Postschein nur den Beweis, daß an eine bestimmte Person ein gewisser Betrag bei der Post eingezahlt wurde. Da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, daß der Postanweisungsbetrag an eine andere Person als an den Adressaten (z. B. an dessen Verwandte, Ehegatten rc.) ausgeliefert wird, so wird der Zahlende streitigenfalls den Beweis zu führen haben, daß die Postanweisung auch zu Händen des Forderungsberechtigten gelangte. Dieser Umstand legt es Jedem, der Zahlung durch Anweisung macht, nahe, vom Adressaten eine Empfangsbescheinigung einzufordern, und zwar spätestens innerhalb sechs Monaten von der Versendung ab gerechnet, weil die Post nach Ablauf dieser Frist wegen etwaiger Regelwidrigkeiten bei der Bestellung u. s. w. nicht mehr haftet. Bisher war man ziemlich allgemein der Meinung, daß ein Postschein einer Quittung in Bezug auf den Zahlungsbeweis gleichstehe.
§ Grebenhain, 15. August. Hier wurde auf einem Acker des Großherzoglichen Forstwart Jäger ein Haserhalrn gesunden, der die ansehnliche Länge von 1.82 Meter hatte. Der Halm gehört zu derjenigen Sorte Hafer, welche im Vogelsberg allgemein eingeführt ist. Ueberhaupt sind die
Ernte-Aussichten in unserer Gegend quantitativ vorzüglich, ! nur fehlt es bis jetzt an günstigem Wetter.
K. Alsfeld, 16. August. Ein hier beschäftigter junger Wagnergeselle aus Gehau wurde heute Morgen von einem unbeladenen schweren Rollwagen dicht vor der Stadt überfahren und verstarb alsbald. Der Bursche hatte versäumt, das Geführt die steil abfallende Straße vom Wallach'schen Felsenkeller herunter zu bremsen, und mußte, da wohl in Folge des starken Druckes die Pferde durchgingen, seine Unvorsichtigkeit mit dem Leben büßen.
Darmstadt, 15. August. An dem Neubau des Herrn Will in der Grafenstraße stürzte gestern Vormittag der Taglöhner Johannes Wiederschein aus Ober-Ramstadt aus beträchtlicher Höhe von einer Leiter herab und erlitt anscheinend schwere innere Verletzungen. Derselbe wurde sogleich 'in das benachbarte städtische Hospital verbracht. — Heute in aller Frühe wurde in dem Bedürsnißhäuschen jn der Landwehrstraße Rauch und Brandgeruch bemerkt. Als man nachsah, wurde ein Packet aufgefunden, das mit Leinwand umschnürt war und Kinderzeug, sowie verkohlte Fleischtheile enthielt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß hier ein Verbrechen vorlicgt.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 15. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Eapt. C. Thalenhorst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. August von Bremen und am 6. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verkehr, Land» unö VolkstVirttzdehasL.
Grünberg, 15. August. Fruchtpreise. Weizen X 23—, Korn JL 23.30, Gerste v4L 19.40, Hafer at 16.-, Erbsen JL Linsen uHl —Wicken JL —, LeinX —, Kartoffeln JL0—,
— Zrrm Dörren des Obstes. Die Zeit, wo Aepfel, Birnen und Zwetschen reifen, rückt naher; da wollen wir nicht versäumen, unsere werthen Leser daran zu erinnern, daß bei dem Obstreichthum dieses Jahres das Dörren besonders vortheilhaft ist. Die beste Dörrwaare erhält man von Aepfel- und Birnensorten, bei denen Säure und Zucker in reichem Maste vertreten ist. Süße Aepfel eignen sich schlecht zum Dörren, wogegen süße Birnen noch ein leidliches Product liefern können, ähnlich verhält es sich mit ganz sauren. Hartteigige Birnen laßt man weich werden, ehe man sie dörrt, so z. B. die Holzbirnen und ähnliche Sorten. Zwetschen müssen vor dem Pflücken völlig braunreif sein, was auch im Jnte- , reffe der Bäume liegt. Aepfel müssen stets geschält und vom Kern- ' haus befreit werden. Große Aepfel werden noch in Scheiben ge
schnitten, was bei ganz kleinen nicht nothwendig ist. Birnen brauchen weder geschält noch vom Kernhaus befreit zu werden, da beim Kochen alles weich wird. Namentlich beim Dörren von Zwetschen ist darauf zu achten, daß man anfangs nur schwache Wärme an wend et, damit die Stielwunden austrocknen und ein Auslaufen des Saftes verhindert wird. Will man ein besonders seines Dörrproduct Herstellen, so drückt man aus den halbgedörrten Zwetschen die Steine heraus, was sich ohne Schwierigkeiten bewerkstelligen läßt. Zu rasches Dörren bewirkt, daß die Früchte blasig werden, zu starkes, daß sie schwer weich kochen. Der Dörrproceß ist vollendet, wenn selbst bei starkem Drücken kein Tropfen mehr hervorquillt. Nach dem Dörren setzt man die Früchte zweckmäßig noch einige Tage der Sonne zum Nachtrocknen aus, was namentlich zu empfehlen ist, wenn die Früchte versandt werden sollen, und zwar ohne gänzlichen Abschluß der Luft. _______________________________________________________
Spietpla« der vereinigten frankfurter Ltadtthrater.
OberuhuuO.
Dienstag den 18. August: Lohengrin. Große Preise.
Mittwoch den 19. August: Excelsior. Große Preise. Außer Abonnement.
Donnerstag den 20. August: Cavalleria rusticana. Vorher: Das goldene Kreuz. Große Preise.
Freitag den 21.^Auguft: Excelsior. Große Preise. Außer Abonnement.
Samstag den 22. August: Mignon. Große Preise.
Sonntag den 23. August: Oberon. (Nezia: FräuleinKullich als Gast.) Große Preise.
Montag den 24. August: Excelsior. Große Preise. Außer Abonnement.
Schauspielhaus.
Dienstag den 18. August: Goldfische. Gewöhnliche,Preise. Mittwoch den 19. August: Gastspiel des Fräulein Landori. Emilia Galotti. (Emilia: Fräulein Landori.) Gewöhnliche Preise.
Donnerstag den 20. August geschlossen.
Freitag den 21. August: Letztes Gastspiel des Fräulein Landori. Denise. (Denise: Fräulein Landori.) Gewöhnliche Preise.
Samstag dm 22. August: Zum ersten Male: Das alte Lied. Schauspiel in 3 Acten von Philippi. Gewöhnliche Preise.
Sonntag dm 23. August: Zum ersten Male wiederholt: D aS alte Lied. Gewöhnliche Preise.
Literat»» and Kitnft.
— Ein neuer Roman von Karl v. Heigel erscheint gegenwärtig in der »Gartenlaube". Sein Titel lautet „Baronin Müller" und in temem Mittelpunkt steht ein seltsam ungleiches Paar, der Amtsrichter Müller und seine Gemahlin, verwittwete Baronin von Gatterburg. Mit feiner Kunst der psychologischen Entwickelung wird dargestellt, wie der redliche, von Grund aus ehrenhafte Beamte durch den Ehrgeiz und eine gewisse gutmütige Leichtlebigkeit seiner vornehmen Gemahlin einmal, ein einziges Mal nur abgelenft wird vom geraden Wege des Rechtes, und wie er, obwohl durch äußere Umstände vor Der Entdeckung gesichert, doch innerlich an seinem Schuldbewußtsein krankt, bis er Buße gethan. So ist dieser Amtsrichter Müller eine äußerst interessante Figur, aber auch seine Umgebung, seine reizende Stieftochter Verona, der steife Präsident, der lebenslustige Lieutenant, die wackeren Hohenwarter und ihre klatschenden Frauen sind glücklich gezeichnet. Man darf auf die Lösung der Verwicklung wirklich gespannt fein.
Eingesandt.
Gießen, 15. August 1891.
Am Samstag Abend gab der sogen. Mandarinenkasten im Hotel zum Rappen zu Ehren des nach Mainz versetztest Gymnasialdirectors Weihrich ein kleines Abschieds-Essm. Herr G . . . feierte den Scheidenden in kurzen herzlichen Worten, die in derselben Weise erwidert wurden. Die Herren blieben bis nach Mitternacht in vergnügter Stimmung zusammen, nachdem sie nicht nur der Küche, sondern auch dem Keller des Herrn Weigand alle Ehre angethan.
Temperatur der Lahn und Lust
gemeßen am 17. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14V,, Luft 16 Grad Reaumur.
1 L. Ehr. Rübsamen Wwe.


