deutschen Handlungsreisenden zu Gute komme. Die Legitimationskarten find durch die Großh. Kreisämter den Handlungsreisenden, nach Prüfung der genannten Eigenschaft als Reisender, aus Ansuchen auszustellen.
h. Die hiesige Rudergesellschaft wird, nachdem die Regatta-Saison ziemlich zu Ende gegangen ist, auch ihren passiven Mitgliedern Rechnung tragen und übernächsten Sonntag, den 26. Juli, Nachmittags 4 Uhr aus ihrem Bootplatz das gewohnte und stets gern besuchte Sommersest abhatten. Außer den üblichen Auffahrten werden einige Boot-Rennen, Schifferstechen unter den activen Mitgliedern stattfinden und ein Wettschwimmen für Nichtmitglieder arrangirt werden. Für letztere sind Preise ausgesetzt. Abends findet Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Lahnuser statt. Der musikalische Theil des Festes ist der hiesigen Regimentsmusik übertragen, während die Leitung der Wirthschaftsverhältniffe die Herren Weigand und Hettler in liebenswürdigster Weise übernommen haben. — Am gleichen Tage Vormittags 11 Uhr findet die feierliche Einweihung des neuen Boothauses statt, an welche sich ein kleines Gabelfrühstück in den Gesellschasts- räumen anreihen wird. An die Spitzen der Behörden sowie Sports-Vereine werden Einladungen hierzu ergehen.
— Tiemanns Mechanisches Theater aus Oswalds Garten gab gestern Abend vor zahlreich erschienenem Publikum seine Eröffnungsvorstellung. Das Theater, welches Wunder der Mechanik in malerischer, stets fesselnder Weise vor den Augen der Beschauer wechselnd vorüberziehen läßt, verdient größte Anerkennung und wurden sämmtliche vorgeführten Abteilungen mit lebhaftestem Beifall aufgenommen. Schon die erste Abtheilung, eine „Reise um die Welt", nahm das ganze Interesse für sich in Anspruch, das in der nächsten Abtheilung, in welcher ein mechanischer Seilkünstler meisterhafte Pro- ductionen vorführte, noch erhöht wurde. Hieran schloffen sich die anderen prächtigen Abteilungen ebenbürtig an. Für Groß und Klein bieten die Vorstellungen dieses Theaters wirklich Schönes und abwechselnd Neues.
— Auf das Sonntag Abend in Steins Garten stattfindende Tyroler Concerl der Gesellschaft Stiegler aus dem Zillerthal machen wir besonders aufmerksam. Dieselbe besteht aus 10 Personen (5 Damen und 5 Herren), welche im National-Costüm auftreten, verfügt über vorzügliche Solo- kräste, darf, nach vorliegenden Berichten angesehener Blätter, den besten Gesellschaften dieser Gattung zugezählt werden und hat eine Concurrenz mit dem beliebten Rainer'schen Ensemble durchaus nicht zu scheuen. Dabei hat die Gesellschaft Stiegler noch den Vorzug vor den meisten ihrer übrigen Colleginnen, daß sie bei ihren Vorträgen den Schwerpunkt nicht ausschließlich auf den National-Gesang legt (denn das ewige „Duliö, duliö" hat im Laufe der Jahre die Tyroler-Gesell- schaften etwas discredirt, da es selbst bei der besten Vortragsweise schließlich ermüdet), sondern auch durch flotte Walzer, Operetten-Motive und serieuse Lieder für reiche Abwechselung des Repertorrs sorgt. Herr G. Reinert, der die Vorträge auf der Zither begleitet, beherrscht sein Instrument in virtuoser Weise und excellirt auch durch vortreffliche Solo-Piecen. Die Gesellschaft Stiegler hat bisher England, Frankreich, Rußland re. mit großem Erfolge bereist, befindet sich gegenwärtig auf einer Concert-Tournee durch Deutschland und wird in München bis Anfangs October austreten. Wer sich also einen genußreichen, amüsanten Sonntagabend verschaffen will, versäume es nicht, „Steins Garten" einen Besuch abzustatten. ______________
— Eine probeweise Einführung der Trennung der Ge> schlechter soll in den Eisenbahnwagen 4. Klasse eingeführt werden- die Abtheilung der Frauen soll durchgehend mit Sitzplätzen versehen werden.
— Landes Gewerbvereiu. Die diesjährige Generalversammlung des Landesgewerbvereins findet am 27. August in Ober-Ingelheim in Rheinhessen statt. Es ist damit eine Ausstellung der Schülerarbeiten aus den Handwerkerschulen Rheinhessens und der Landes-Baugewerkschule verbunden.
— Schonet die Eidechse, sie ist ein gefräßiges Raubthier und lebt nur von den schädlichen Kerb- und Weichthieren, den Larven, Raupen, Fliegen, Käfern, Würmern und Schnecken. Man sollte dieses Thier als Vertilger des Ungeziefers in Gärten einbürgern.
— Unzulässige Geschäftsfirmeu. Das Großh. Amtsgericht Darmstadt I hat dem Liebmann Spier, welcher vor Kurzem ein Schuhwaarengeschäst in Darmstadt errichtete, die Führung der Firma „Louis Spier, Strafanstalts-Schuhmagazin" verboten, da dem Geschäftsinhaber der Vorname „Louis" nicht zustehe und in dem Zusatze „Strasanstalts-Schuhmagazin" eine Täuschung des Publikums veranlassende Reclame enthalten sei. Aus die von dem Geschäftsinhaber durch alle Instanzen erhobenen Recurse hat nun das Großh. Oberlandesgericht dahier dieses Verbot endgiltig bestätigt und hat infolge dessen der Geschäftsinhaber die die unzulässige Firma enthaltende Aufschrift am Geschästslocale innerhalb kürzester Frist zu entfernen.
— Erdbeer- und Himbeerbau im Großherzogthum Heffen. Der Kreis-Obstbautechniker des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Mainz, Herr Barth, hat sich nach Metz und Umgegend begeben, um die dortigen ausgedehnten Anpflanzungen von Erdbeer- und Himbeeranlagen zu besichtigen und sich mit der Cultur dieser Pflanzen, wie dieselbe in den dortigen ausgedehnten Ländereien geübt wird, vertraut zu machen. In aller Kürze sollen alsdann in verschiedenen Gemeinden des Kreises Mainz Vorträge gehalten werden, durch welche die Landwirthe der benachbarten Orte auf die Rentabilität der Erdbeer- und Himbeercultur aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich hier wesentlich um die Anpflanzung von besseren Sorten dieser Obstarten, wie sie von den in Mainz und in der Provinz Rheinhessen befindlichen Conserve- fabriken benöthigt werden, denn alljährlich und so auch Heuer wieder wandern hunderttausende von Mark nach Metz, nur zum Ankauf von Erd- und Himbeeren, welche in ganzen
Waggon-Ladungen in Mainz eintreffen. Trotzalledem genügen diese Zusendungen dem Bedarf nicht, welcher sich alljährlich in ganz ungeheuerem Maße steigert. Die bedeutenden Summen könnten mit Einführung der betreffenden Cultur im Lande verbleiben und die Conservefabriken selbst würden durch Ersparung der Transportkosten für ihre Maaren nicht so viel Geld anzulegen haben.
Darmstadt, 15, Juli. Ernennung. Ernannt wurden: Am 19. Juni l. I. der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Karl Hilgärtner, zum Locomotivführer und die Hilfsheizer bei diesen Bahnen, Moritz Oswald und Hermann Schleuning, beide aus Gießen, zu Heizern bei genannten Bahnen- an demselben Tage der Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Heinrich Bender zum Schaffner und der Hilfsbremser bei diesen Bahnen, Kaspar Göbel aus Ermenrod zum Bremser bei genannten Bahnen.
A Mainz, 17. Juli. (Privatdepesche.) Ein Taglöhner hat heute morgen seiner Logiswirthin aus Eifersucht elf lebensgefährliche Stiche beigebracht. Der Thäter ist entflohen.
vermischtes.
* Internationale elektrotechnische Ausstellung m Frank- furt a. M. 1891. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: Die elektrische Ausstellung ist nunmehr auch Morgens von 8—10 jUhr gegen Abgabe von zwei Eintrittskarten, und zwar nur vom Hauptportal an der Kaiserstraße aus, geöffnet. Es wird hierdurch auch Denjenigen Gelegenheit gegeben werden, die Ausstellung so weit als möglich zu besichtigen, welche mit den letzten Abend- oder ersten Morgenzügen ankommen und nur wenige Stunden in Frankfurt verweilen können. Abends ist die Ausstellung bis 111/2 Uhr geöffnet. — Das Wohnungsbureau für die Besucher der Ausstellung im Hauptbahnhos ist nunmehr eröffnet. Dessen Leitung ist vom Ausstellungsvorstande der Firma I. Schmidt Söhne übertragen. Ankommende Fremde finden aus dem Bureau jederzeit den Nachweis von Wohnungen in Gasthöfen und Privathäusern zu festen Preisen.
* Siegen, 14. Juli. Die Feier des hiesigen Schützenfestes wurde heute Morgen durch die Wahrnehmung gestört, daß in der vergangenen Nacht die Königsmedaillen, die gestern noch die Brust des vorjährigen Königs zierten, gestohlen sind. Der diesjährige König wird heute Nachmittag ohne die äußeren Zeichen seiner Würde vor sein Volk treten müssen, als Ersatz aber das beglückende Gefühl im Herzen tragen, von der nicht geringen Bürde seines Amtes entbunden zu sein. Die gestohlenen Medaillen stammen zum Theile noch aus den 40er Jabren und haben einen Werth von 1000 bis 1500 Mk.
* Jena, 16. Juli. Ein eigentümlicher Fall beschäftigt die Thüringer Behörden bereits seit etwa vier Wochen, ohne daß es gelungen wäre, Licht in die Sache zu bringen. In Rudolstadt griff die Polizei einen etwa 14 Jahre alten taubstummen Knaben aus, dessen Namen und Herkunft festzustellen sich bis jetzt die Organe der öffentlichen Ordnung vergebens bemüht haben. Den Umständen nach läßt sich mit Gewißheit annehmen, daß Thüringen die Heimath des ausgesundenen Knaben ist - um so auffälliger erscheint es, daß derselbe von den ©einigen noch nicht durch die Zeitungen gesucht worden ist. Eine Umfrage an sämmtliche Anstalten für Taubstumme in Thüringen hatte kein Resultat. Man vermuthet, daß das Kind von seinen Angehörigen verstoßen wurde.
* Trier, 15. Juli. Die Vorbereitungen für die Zeit der Besichtigung des heiligen Rockes sind in vollem Gange. Man erwartet hier täglich 50,000 Fremde. Da jedoch diese Berechnung sich aus den Besuch von 1844 stützt, so ist gar nicht abzusehen, ob dieselbe annähernd der Wirklichkeit entsprechen wird. Den heute schon eingelaufenen Meldungen nach zu urtheilen, wird z. B. der Besuch aus Amerika 1891 ein ungleich größerer seien als 1844. Voraussichtlich werden die, ganz gering gerechnet, 3,000,000 Menschen den Rock innerhalb der vorgesehenen sechs Wochen gar nicht alle sehen können, so daß die Zeit der Ausstellung wird verlängert werden müssen.
* Warnungen für Touristen. Das „Tiroler Tageblatt" schreibt: „Als Warnung für Touristen beiderlei Geschlechts können zwei Unfälle dienen, welche sich dieser Tage auf dem Marlinger Berge ereigneten. Der eine Fall betrifft eine Dame, welche sich, mit einem grellrothen Sonnenschirm bewaffnet, in der Nähe der Quadrathöfe erging und das Mißfallen eines Stieres erregte, der sie attakirte, wobei sie das Unglück hatte, drei Rippen zu brechen. Ein aus dem Eggerhos weilender Arzt wurde schnell verständigt, und brachte der Armen die möglichste Hilfe. Der zweite Fall betrifft einen Herrn, der, nachdem er im Schweiße seines ganzen Körpers die Höhe des Jochers erstiegen hatte, als enragirter Kneippianer der Versuchung nicht widerstehen konnte, sich seiner Fußbekleidung zu entledigen und in den dortigen taufeuchten Bergwiesen spazieren zu gehen. Das Resultat ist, daß der Unvorsichtige jetzt im einsamen Jocherhose schwer krank darniederliegt, und vermutlich zeitlebens einen Denkzettel an diesen Ausflug davontragen wird."
* Der „Tourist" berechnet, daß eine Dame in einer Ballnacht bei den jetzt gebräuchlichen Tänzen, wenn sie dieselben alle mittanzt, nach Schritten gerechnet, einen Weg von circa 30Kilometer zurückgelegt und zwar aus den Fußspitzen hüpfend, von einem küraßartigen Schnürband zu- sarnrnengepreßt. Sollte eine solche Dame im bequemsten Anzuge auf besten Wegen in 14 Stunden 30 Kilometer zurücklegen, wahrlich, sie würde glauben, es sei ihr Ende!
* Erkennungszeichen. Fremder: „Wo wohnt denn hier ein Barbier?" — Einh eimischer: „Da gehen's nur da g'rad um die nächste Eck', nacha wern's das Kratzen schon hören."
* Ein Menschenfreund. „Geld gebe ich Ihnen nicht, aber Arbeit sollen Sie haben." — „Danke, was soll ich die den andern armen Leuten wegnehmen."
* Eine Dame in Pau hat der Pariser Academie der Wissenschaften 100,000 Fr. vermacht, als Preis für Denjenigen, welcher innerhalb zehn Jahren das Mittel findet, mit dm Bewohnern eines anderen Gestirns Nachrichten ans- zutauschea. Der Entdecker braucht kein Franzose zu sein. Am liebsten wünscht die Dame eine Verbindung mit dem Mars (oder mit einem Jünger des Mars?) hergestellt zu sehen. Lehnt die Pariser Academie das Vermächtniß ab, so soll es der Mailander, nimmt auch diese es nicht an, so soll es der Newyorker Academie angeboten werden.
* Braut eines Naturforschers: „Geh, Bruno, ich mag Dich nicht mehr. Ich habe Deinen Reisebericht belauscht und gehört, wie Du Deinem Papa gestanden haft, die reiche Flora imSchwarzwalde hätte einen mächtigen Eindruck auf Dich gemacht."
* Gerichtspräsident: „Sie sind schon so oft bestraft, fühlen Sie denn nie Gewissensbisse?" — Angeklagter: „Ick fühl wohl wat dergleichen, Herr Präsident, aber ob et jrade Jewiffensbisse sind, weeß ick nich."
* Unteroffizier: „Mehlmann, nennen Sie mir ein bekanntes Dienstabzeichen der Unteroffiziere." — Rekrut (schweigt). — Unteroffizier: „Zum Himmel-Donnerwetter, wodurch zeichnet fich denn der Unteroffizier aus?" — Rekrut (zaghaft): „Durch sein vieles Fluchen."
* A. zu seinem Collegeu, der seit acht Tagen ein neues Logis bezogen: „Das ewige Clavierspiel Deiner Nachbarin würde mich zur Verzweiflung bringen." — „Ich habe mich bereits beim Wirth darüber beschwert." — „Was spielt die denn eigentlich den ganzen Tag?" — „Sie übt jetzt Rache."
* Kasernmhosblüthe. Unteroffizier: „Was sind Sie denn eigentlich in Ihrem Civilberus?" — Einjähriger: „Mineraloge!" — Unteroffizier: „Ach was, Mineraloge! Damit imponiren Sie mir ja nich! Was sollen die dummen Fremdwörter — sagen Sie doch einfach Selterwasserfabrikant!"
Universität- - Nachrichten.
— In München ist am 15.d. M. Professor Dr. 91. Martin, der Gründer der dortigen ftetwilligm Krankenpflege, gestorben.
— Der Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Karl Rammesberg, Director des zweiten chemischen Instituts der Universität Berlin, tritt Ende des Sommers in den Ruhestand.
Verkehr, Land- nnd Volkswirthschaft.
Frankfurt, 16. Juli. Der gestrige Markt im städtischen Viehhof war befahren mit 350 Kalbern und 468 Schweinen. Die Umsatzpreise waren bei Kälbern erster Sorte 66 bis 68 Pfg., zweiter Sorte 56 bis 60 Pfg., bei Schweinen erster Sorte 59 bis 60 Pfg., zweiter Sorte 57 bis 58 Pfg. per Pfund. — Am Dienstag wurde wegen Fehlens jeder Zufuhr von Schweinen kein Markt abgehalten.
AlSfelb, 15. Juli. Auf dem heutigen Ktrschenmarkt wurden 77 Stück Rindvieh und 1751 Stück Schweine aufgetrieben. Obgleich ziemlich gehandelt wurde, gingen sämmtliche Preise etwas zurück. Ferkel wurden das Paar von 18—30, von 30—50, Läufer von 50—70, von 70—90, von 90—110 verkauft. Der nächste Viehmarkt wird Montag den 24. August abgehalten.
— DaS Tränken der HauSthiere. Bet der großen Hitze ist die Gefahr, daß Mensch und Thier sich durch kaltes Trinken Krankheiten holen, sehr groß. So bekannt diese Thatsache auch ist, so wenig wird bei der Vieh-, besonders Pferdehaltung noch barauf geachtet, ganz einfach aus dem Grunde, weil die nachteiligen Folgen nur selten sofort in Form von Erkältungskoliken usw. in Augenschein treten. Verdauungsstörungen, Magendeschwerden, frühzeitige Abnutzung werden nachher allen möglichen Ursachen zugeschrieben, daß hier auch das kalte Trinken sein Theil mitgewirkt haben kann, daran denkt Niemand. Je wärmer die Luft und je erhitzter das Thier noch ist, desto wärmer mutz auch das Trinkwasser sein, unter 10° R. sollte die Temperatur desselben nie herabsinken. Ebenso nachtheilig 6 wie das kalte Trinken ist aber auch das Verabreichen von Wasser, welches die Thtere nicht gewohnt sind. Gibt man einem Pferde, welches an weiches Wasser gewohnt ist, z. B. auf einer Reisetour plötzlich sehr kalkhaltiges Wasser oder umgekehrt, so treten nur zu leicht Koliken auf, also auch in dieser Hinsicht ist sorgsamste Vorsicht geboten.
— «hittsalpeter zur Vertilgung von Ungeziefer. Um Ungeziefer, wie Raupen, Blattläuse usw. von Blumenstöcken, Beerensträuchern usw. zu vertreiben, empfiehlt sich etn Bebrausen mit einer einprocentigen Lösung von Chiltsalpeter in Wasser. Auch zur Reinigung der Obstbäume von Ungeziefer kann die letztere benutzt werden, wenn man im Besitze einer Gartenspritze ist.
— Kürbisse alS Viehfutter. Vielfach werden in den Gärten, auf Eomposthausen usw. Kürbisse in großer Zahl angebaut. Man hat nun wegen der großen Masse, die hierdurch auch neben dem zur menschlichen Nahrung dienenden Fruchtfleisch gewonnen wird, empfohlen, das Uebrtge an das Vieh zu verfüttern oder sogar lediglich zu Futterzwecken Kürbisse anzupflanzen. Wenngleich nun Schale, Fruchtfleisch, Blätter, Stengel usw. gutes und viel Futter abgeben, so ist doch nachdrücklich davor zu warnen, Kerne mit zu verabreichen, da diese einmal auf die Milchabsonderung einen ungünstigen Einfluß ausüben, andererseits auch auf den Gesundheitszustand nachtheilig einwirken. •
Literatur nwö Arrirst.
— „Cavalleria Rusticana“. Unsere Leser wissen, daß der Stoff von Mascagnis berühmter Oper einem Volksstück des bestbekannten italienischen Autors G. Verga entlehnt wurde. Minder bekannt ist der Umstand, daß Verga diesen Stoff zuerst in erzählender Form behandelt hat, bevor er ihn für die Bühne bearbeitete. Wir finden die Erzählung in trefflicher Uebersetzung in dem letzten (19.) Heft der ^Wiener Mode", und ebendaselbst, als willkommene Beigabe die Eostüm-Porträts der Hauptdarsteller von Mascagnis Tonwerk an der Wiener Hofoper.
— Generattarte von Schweden, Norwegen, Dänemark re. (Glogau, Verlag von Earl Flemming.) Maßstab 1 : 3000000. In Umschlag 1 Mk. Von den großen und trotz ihrer Trefflichkeit so billigen Generalkarten der Flemming'schen Verlagsanftalt ist nunmehr in ganz neuer Bearbeitung auch die Karte von Schweden, Norwegen und Dänemark erschienen. Wie sich alle Flemming'schen Karten durch ihre meisterhafte Ausführung und schöne Ueberfichtlich- (eit bei gewissenhaftester Berücksichtigung der kleinsten Detalls das Publikum erobert haben und in keinem Studirzimmer, in keinem Amts- und Kaufmannsbureau fehlen, so wird fich auch diese neueste Karte als unentbehrliches Hilfsmittel überall einbürgern, wo Dänemark und die scandinavische Halbinsel in Frage kommen. Auf der Höhe der modernen kartographischen Technik stehend, erfüllt die Karte alle Bedingungen, die man an ein vollendetes Werk stellen darf. Durchaus correct in der Zeichnung, fcharf und klar in Druck und Nomenclatur, lebhaft und angenehm in der Farbengebung, welche Länder und Grenzen scharf auseinanderhält, bietet diese fast plastisch ’ ausgesührte Karte einen überraschenden Reichthum von Angaben.


