Ausgabe 
18.1.1891 Zweites Blatt
 
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Artzeitrnachweise für DienßHote». Im Anschluß an amtliche Veröffentlichungen wird neuerdings vielfach daraus hingewiesen, daß die nach dem Jnvaliditäts- und Alters- verffcherungSgesetze versicherungspflichtigen Personen ein erheb­liches Jntereffe daran haben, Bescheinigungen über ihre Beschäftigung während der Jahre 1886 bis 1890 zu be­schaffen. Unzweifelhaft haben auch die ihren Versicherungs- Pflichtigen Dienstboten wohlwollend gesinnten Arbeitgeber (Dienstherrschaften) ein Interesse daran, den Dienstboten der­artige Bescheinigungen in die Hand zu geben, um ihnen den künftigen Anspruch aus die Wohlthaten des Gesetzes zu sichern. Wenn indessen in der Presse darüber geklagt worden ist, daß in der Ausstellung dieser Bescheinigungen eine nicht geringe Unbequemlichkeit für die Dienstherrschaften liege, so dürfte es angemessen sein, hervorzuheben, daß es nicht nöthig und auch nicht wohlgethan ist, diese angeblich mit dem Inkrafttreten des Gesetzes verknüpften Unbequemlichkeiten lästiger darzu­stellen, als sie in Wirklichkeit sind. Unter diesem Gesichts­punkt mag darauf hingewiesen werden, daß Dienstboten in ihren nach der Hessischen Gesindeordnung vorgeschriebenen Dienstbüchern regelmäßig ohne Weiteres eine den Anfor­derungen des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes ent­sprechende, polizeilich beglaubigte Bescheinigung über ihre Be­schäftigung besitzen, so daß es einer anderweiteu Beschaffung solcher Bescheinigungen regelmäßig nicht bedürfen wird. Wenn für mehr als 60 Jahre alte Dienstboten zu den üblichen Angaben noch der Betrag des während der Jahre 1888, 1889, 1890 bezogenen Lohnes hinzugefügr wird, so wird das

(iterotur m*6 Knnft.

Mit einem neuen Roman der beliebteren unter ihren Er­zählerinnen, W. Heimburg, eröffnet die ihren neuen

(39.) Jahrgang und sie sichert sich damit von vornherein einen freund­lichen Empfang. In der That ist man gleich mit den ersten Seiten von derUnbedeutenden Frau" wieder von jenem eigenthümltchen Banne umfangen, in welchen das wahre Erzählergenie den Leser zu schlagen versteht, und der, wenn wir ihn näher zu untersuchen trachten, bewirkt wird durch eine greifbare Plastik der Gestalten, durch wunder­bare Feinheit in der Abtönung der Seelenstimmungen. Uebrigens ist auch der zweite Roman,T'uggelster" von Anton von Perfall, ein sehr viel versprechendes Werk; der Kern der Erzählung scheint in dem Gegensatz zwischen solider A-beit und unreellem Schwtndlec- wesen zu liegen. Sehr hübsch und für die Leserinnen von höchstem Interesse ist jedenfalls ein Artikel von Corn. Gurlitt über die Frauenmoden unseres Jahrhunderts, mit Zeichnungen von O. Seyffeit. An Vortrefflichkett der künstlerischen Ausstattung läßt diese erste Nummer des neuen Jahrgangs nichts zu wünschen übrig.

Das Heft 10 der illustrirten Familienzeitschrift ^Universum" bietet eine ebenso anziehende als wahrhaft fesselnde Leclüre. Die Arttkelreihe wird mit humorvoll' n Schilderungen V. Cbtaoaccts über Wiener Bier- und Weinhäuser" eröffnet, die von W. Gause mit characteristtschen, trefflichen Bildern geschmückt sind. Landgerichts­rath Fr. Heldtg bietet eine sensationelle ci iminal-psnchologtsche Studie, Dämontiche Frauen", in welcher er die Unthaten von vier der berüchtigsten Giftmischerinnen umführt. AuchDas Räthsel von Eishausen", dem gehein n tzvollen Schlosse bet Hildburghausen, welches Otto Neumann-Hofer gründlich behandelt, regt in hohem Grade das Interesse bc- L'sers an. Dem -trtikel wird noch ein u-tmmrirrrr 'iawh m .......

Dienstbuch Alles ergeben, was zur Begründung eines Renten­anspruches während der Uebergangszeit und zur Bemessung deS Jahresbeitrages der Rente erforderlich ist.

zweiter folgen, und es ist bisher nicht ersichtlich, ob und wie her Verfasser das Räthsel zu lösen unternimmt. Daß über dem <bttarne» Schlosse ein Geheimniß obwaltet, besten Aufklärung das nngcheuerfte Aufsehen Hervorrufen würde, ist unzweifelhaft; vielleicht aber ist die Zeit dafür noch nicht gekommen, und die Zeitschrift berührt den Gegenstand nur aufs Neue, »m ihn dem Gedächtntß zu erhalten und Berufene zu neuen Forschungen anzuregen. Und auch von diesem Gesichtspunkte aus verdient der Artikel die Aufmerksamkeit aller Kreise. Wir benutzen die Gelegenheit, um auf die treffliche Zeitschrift wiederholt in warmer Empfehlung hinzuwetsen; wer kunst alle Jlln- strationen und eine gehaltreiche Lectüre vereint wünscht, ftndct im Universum" Beides.

- 3«» ««läge von «istbseten. Um einem Mistbeete nicht nur ote richtige Wärme, sondern auch die nöthige Nachhaltigkeit derselben zu geben, ist es nothwendig, die Wärmegrade zu kennen, welche die verschiedenen Stalldünger hervorbringen. damit «an ste für die verschiedenen Zwecke in richtiger Weise mischen kann. Rach Noisette betragen dieselben:

Schafmist 60-70 Gr.

Esels- oder Pferdemtst 5560

Gerberlohe 30 40

Halblrock. Laub m. Pferdemist 40 - 50

Laub und ein Drittel Mist 60- 70

Trockenes Laub 35 40

Kothstaub 40-60

Weintrestern 4050

4 Monat anhaltend

6 7-9 9-11

12

12

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durch das Bnxkln-Fabrlk-D6p6t Oettinger & (So., Krantz- fnrt <u M. Muster-Auswabl umgehend franco. [208

Holzversteigerung.

Donnerstag den 22. Januar sollen im Fürstlichen Thier­garten :

34 Eichen - Stämme von 25 bis 66 cm Durchmesser, darunter Stämme bis zu 3 Festmeter Inhalt,

14 Buchen-Stämme von 33 bi» 66 cm Durchmesser,

1 FichtemStamm von 25 cm Durchmesser,

1 Linden-Stamm von 19 cm Durchmesser,

2 Eichen-Stöcke (zum Amboß geeignet),

1 Buchen-Stock (zum Hackblock geeignet),

und Freitag den 23. Januar:

151 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

233 Buchen- und Eichen-Prügelholz,

843 Buchen-Reiser,

98 Buchen-Stockholz und

320 Stück Fichten-Reiserstangen

-ffentlich meistbietend verkauft werden.

Versammlung der Käufer an beiden Tagen an der Hungen-Schottener Straße Morgens 10 Uhr vor dem Thiergarten.

Villingen, den 12. Januar 1891.

Fürstliche Obersörsterei.

Homann. 447

Montag den 19. Januar 1. J.,

Nachmittag- 2 Uhr,

versteigere ich imHessischen Hofe" dahier Frankfurterstraße gegen Baarzahlung:

1 neue- Billard mit Bällen und Queus, 60 Flaschen Weiß­wein, 8 Fl. Nordhäuser, eine Parthie Biergläser, Weingläser, Tischtücher, 40 Servietten, 1 Parthie Porzellan und anderes Küchengeräthe, 1 Sopha, 1 viereckigen Tisch, 1 Waschtisch, 1 vollst. Bett, 1 Waschmange, 1 Kinderwagen, 1 Spiegel, 7 Bilder, 1 goldene Uhr u a.

Die Versteigerung findet bestimmt statt.

Geifiler,

542 Gerichtsvollzieher.

Aeilgebotenes.

Die Neftbestände aus der Ueller'schen Eoncursmafse. bestehend aus Hand­schuhen, Pell- und Federnbesotz, Schleiern, Spitzen, Posamentrien, Lützen, Ball­kleidern, Sammten, Pelüschen und Seiden­resten, Wagendecken, Spitzendecken und Schonern, Spitzenstoffen zu Kleidern, Cor- setten re. werden weit unter Preis ver­kauft bet 300

S. Mühlhausen, Westanla.,e 15

Abbruch der Turnhalle

Die in meinen Besitz übergehende städtische Turnhalle an der Südanlage beabsichtige ich auf den Abbruch zu verkaufen-

Reflectenten wollen bei den Archi- tecten Stein & Meyer Einsicht von den Bedingungen nehmen und mir ibre Angebote bis zum 24. d. M einreichen. [484

Gießen, 13. Januar 1891.

F iedr Reimer

(I R i ck^r^j$e u ch Han dl u n g).

Feinsten deutschen

COGNAC

äratlich empfohlen

Liter-Flasche Mk. 2.. ~

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2 Mk. - Pfg.

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Alleinige Niederlage:

Adolf Geisse vorm. 6. C. Windocker SeKerswegä, Ecke am Kreuz.

Marburg, am 30 December 1890.

Die Äctl ichtdanS-Verwaltung.

sowie Kuchen, Kaffee- und Theeaebäck empfiehlt die [537

Schlachtvieh Versicherung.

Nachdem der Bezirks-Ausschuß die Statuten der von der hiesigen Fleischer-Innung errichteten

,.Schlacht - Großvieh - BerficherungS - Kaffe im InnungS-Schlachthaus* der Stadt Marburg" genehmigt hat, wird diese Kaffe den Vieh-Verkäufern zur allgemeinen Be­nutzung bestens empfohlen. Die vor dem Schlachten an die Versicherungs- Beamten im Schlachthause zu zahlende Versicherungs-Prämie beträgt

pro Stück:

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Gleichzeitig wird die Benutzung der schon länger dahier bestehenden .,Schweine- Ve*ficherunaS° Kaffe"

in gefällige Erinnerung gebracht. Der Versicherungsbeitrag beträgt pro Siück Schlachtschwein ... 50 Pfg.

und ist derselbe vor dem Schlachten an die unterzeichnete Stelle zu zahlen. Auch hier erfolgt dann in Krankheitsfällen (mit Ausnahme der Finnen­krankheit) der Ersatz des versicherten Schweins nach dem jeweiligen Werth desselben.

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Cervelatwurst und Mettwurst empfiehlt [357

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sowie Inseraten - Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original Zeilenpreise der Zeitungen unter B willigung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, so daß durch benutz ng dieses Institutes neben den sonstigen großen Vortheilen eine Erspan^itz durch Jnserrioitskasten erreicht wird

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Grfolg

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