Ausgabe 
17.7.1891
 
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1891

Freitag den 17. Juli

Nr. 163

MeßenerAnzeiger

Keneral-Mnzeiger.

Rebuction, LxpetMs» tHib Druckerei :

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Die Meßmer

Irtiw Van Luzeiger Wßchmtlich ImIohiI deigeletzt.

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Amts- ttttb Anzeigeblatt fih? den Areis Gieren.

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Aurtlichev Theil.

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Gießen, 15. Juli 1891.

Betr.: Ueberwachung und Revision der Dampfkessel.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an das Grotzherzogl. Polizeiamt Gießen und die

Grotzherzogl. Bürgermeistereien der Land­gemeinden des Kreises.

Wir beauftragen Sie, innerhalb vierzehn Tagen ein Verzeichniß der in Ihren Gemeinden befindlichen Dampfkessel unter Angabe der Besitzer derselben an uns einzusenden. Sollten keine Dampfkessel in Betrieb sein, so ist dies gleich­falls anzugeben.

______v. Gagern. ________________

Gießen, 15. Juli 1891.

Betr.: Die Instruction für Aufstellung einer Prüfung der Gemeindevorans chläge.

Das Großherzogliche Kreisautt Gießen an die Grotzherzogl. Bürgermeistereien der Land­gemeinden des Kreises.

Es hat sich, insbesondere auch in Folge des Gesetzes vom 19. Juli 1890, betreffend die Aushebung des Gesetzes vom 22. November 1872 über die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gemeindevoranschlags die Nothwendigkeit zu einigen Abänderungen des Formulars für die Gemeinde­voranschläge ergeben.

Bon Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ist daher der Zahlenvoranschlag und das Berathungsprotokoll neu redigirt, insbesondere in der Weise abgeändert worden, daß der VordruckDie Vertreter der Forensen" überall weg­fallen und weiter aus der Rückseite des Zahlenvoranschlags in der vom Bürgermeister auszustellenden Bescheinigung fol­gendes eingefügt werden soll:

1. nach dem Worte ortsüblicher:und im Kreisblatt Nr. . . vom.....189 . erfolgter"

2. am Schlüsse dieser Bescheinigung :Während der Offen­legungsfrist sind .... Reclamationen eingelangt." Wegen des Neudrucks der Formulare ist durch uns das Erforderliche veranlaßt worden; die von Ihnen etwa bereits angeschafften Formularien können abgeändert und aufgebraucht werden.

v. Gagern.

Gießen, 13. Juli 1891.

Betr.: Verminderung des Raben, rabenartigen Vögel und Eichhörnchen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

a« die Grotzh. Bürgermeistereien des «reifes.

Soweit Sie unserer Verfügung vom 18. März l. I. Anzeiger Nr. 68 noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an Erledigung derselben binnen 8 Tagen.

v. Gagern.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Juli. Kaiser Wilhelm hat seinen jüngsten Besuch in England beendet und am Dienstag früh von Leith in Schottland aus seine Nordlandssahrt angetreten. Die maßgebenden Londoner Blätter widmen dem deutschen Monarchen herzliche Abschiedsworte, in denen noch­mals die Genugtuung über den Kaiserbesuch und über die hierdurch augenscheinlich bewirkte weitere Annäherung des britischen Jnselreichs an Deutschland und die mitteleuropäische Friedensliga zum unverhüllten Ausdruck kommt. Nur die Gladstone'schenDaily News" und die mit diesem Blatte in der Abneigung gegen Deutschland wetteifernde radicalePall Mall Gazette" können ihr Mißvergnügen über das durch die jüngste Anwesenheit des deutschen Kaisers auf englischer Erde abermals besiegelte herzliche Einvernehmen zwischen England und den Friedensmächten nicht ganz verbergen, aber diese Preßorgane vertreten in ihren politischen Anschauungen glück­licher Weise auch nur einen geringen Bruchtheil der englischen Nation- Kaiser Wilhelm selbst hat dem Premierminister Marquis Salisbury gegenüber seine außerordentliche Be­friedigung über den ihm in England gewordenen enthusiastischen Empfang ausgedrückt und hierbei betont, derselbe habe alle seine Erwartungen übertroffen. Außerdem ließ der Monarch durch ein Schreiben des deutschen Botschafters Grafen Hatz- feldt dem Lordmayor von London für die ihm in der City erwiesene Gastsreundschast und den ihm von der Londoner

Bürgerschaft bereiteten großartigen Empfang speciell noch danken.

Die nun begonnene abermalige norwegische Reise Kaiser Wilhelms ist lediglich der Erholung des erlauchten Herrn gewidmet und wird derselbe während dieser Zeit darum auch nur incognito austreten. Die erste Station auf der diesjährigen Nordlandsfahrt des Kaisers bildete wiederum die alte Hansastadt Bergen, wo der Kaiser am Mittwoch Abend eintraf. Nach kurzem Aufenthalte geht dann die Reise weiter nach Nordland, wo der Herrscher zuerst Torgehalten besuchen wird. Vielleicht wird auch Drontheim ein Besuch abgestattet. Die norwegische Reise des Kaisers soll bis zum Nordcap gehen.

Neueste Nachrichten.

WoM telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Berlin, 15. Juli. Gegenüber der Meldung desFigaro" über die Verweigerung des Paßvisas an Reisende französischer Häuser seitens der deutschen Botschaft in Paris bemerkt dieNordd. Allgem. Ztg.", hier sei von einer Er­schwerung des Paßzwanges nichts bekannt- sollte in einzelnen Fällen die Visur versagt sein, so würden natürlich die Sachen ganz anders liegen, als sie derFigaro" darstellt. Es könne sich nicht darum handeln, den legitimen Verkehr zwischen Frankreich und Elsaß-Lothringen zu stören, es könnte sich vielmehr nur darnm handeln, geheimen Umtrieben gegen die öffentliche Sicherheit entgegenzutreten. DieNordd. Allg. Ztg." weist auf die Mittheilung derFranks. Zeitung" über das Bestehen eines 600 Mitglieder zählenden Revanche- Vereins mit dem Sitze in Nancy hin, welcher den Zweck verfolge, die Rückkehr von Elsaß-Lothringen zu Frankreich zu betreiben und im Handel und Industrie fremde Concurrenz sernzuhalten.

Posen, 15. Juli. Eine Versammlung von Angehörigen beider Nationalitäten der Stadt und Provinz Posen beschloß heute die Gründung eines Provinzialvereins zur Be­kämpfung der socialdemokratischen Bestreb­ungen in der Provinz Posen.

Bromberg, 15. Juli. Die Minister Miquel und v. Berlepsch ließen sich heute Vormittag durch den Regierungspräsidenten Tiedemann die Mitglieder des Re­gierungscollegiums vorstellen, machten sodann eine Fahrt nach Fordon und von da eine Dampferfahrt auf der Weichsel zur Besichtigung der im Bau begriffenen neuen Weichselbrücke, der Hasenschleuse und des Hafens in Brahemünde, woselbst ein Frühstück seitens der Hafen-Actiengesellschaft vorbereitet war. Die Minister besichtigten alsdann noch mehrere industrielle Anlagen und wohnten der Alarmirung der Feuerwehr bei, über die sie sich anerkennend aussprachen. Um 4 Uhr nahmen die Minister an dem seitens der Stadt ge­gebenen Diner Theil - Abends findet Soiree beim Regierungs­präsidenten statt, woran die Spitzen der Civil- und Militär­behörden und der Oberpräsident von Posen theilnehmen. Nachts 12 Uhr beabsichtigen die Minister die Rückreise nach Berlin anzutreten.

Hamburg, 15. Juli. DerHamb. Börsenhalle" zufolge beabsichtigt der Verein Hamburger Rheder, die Frage der Aenderung des Steuercommandos aus den trans­atlantischen Dampfern anzuregen. Er berief eine General­versammlung ein, um diese Aenderung in dem von der Packetsahrt - Actien - Gesellschaft und anderen Rhedern vor­geschlagenen Sinne zu beschließen.

Bad Gastein, 15.Juli. Fürst Ferdinand von Bul­garien ist Vormittags hier eingetroffen.

Paris, 15. Juli. Minister C o n st a n s hob den Beschluß des Munizipalraths betreffend die Bewilligung von 6000 Frcs. für die aus ständig en Bediensteten der Orleansbahn auf.

Paris, 15. Juli. In Vicoigne versuchten strikende Bergarbeiter, die Schächte zu ersäufen. Ingenieure und Bureaubeamte mußten unter dem Schutze von Gensdarmen Pumpendienste versehen.

Paris, 15. Juli. Unter dem Personal der Paris-Lyoner Mittelmeerbahn brach heute Vormittag ein partieller Strike aus.

Paris, 15. Juli. Eine heute Nachmittag im Tivolisaale stattgesundene, von viertausend Eisenbahnarbeitern besuchte Versammlung hat die allgemeine Arbeitseinstellung beschlossen.

Versailles, 15. Juli. Als General Mac6 nach der Besichtigung der Truppen in Begleitung von Offizieren die Avenue Saint Cloud passirte, feuerte ein junger Mensch aus der Zuschauermenge einen Revolverschuß ab. Der Thäter wurde sofort verhaftet. Die daraus eingeleitete Untersuchung ergab, daß von dem jungen Mann der Revolver­

schuß lediglich aus Muthwillen und Uebermuth abgegeben worden und gar nicht auf den General gezielt war.

Bordeaux, 15. Juli. Hier ist ein allgemeiner Straß'en- kehrerstrike ausgebrochen.

Bern, 15. Juli. Die Oberpostdirection gibt nunmehr amtlich bekannt, daß im gestrigen Nachtzug Zürich-Genf der Beiwagen zur Bahnpost Zürich - Gens zwischen Olten und Rothrist in Brand gerathen und bis aus die Eisentheile zerstört sei. Die Postladung, bestehend aus Sendungen von der Ostschweiz und weiterher nach Bern, Lausanne, Wallis, Genf rc. ist vollständig vernichtet. Die Administration hat eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet.

Loudon, 15. Juli. Die Kaiserin begab sich am Vor­mittag mir den Prinzen mittelst Separatzuges nach Felixstowe zum Besuche der Königin Victoria nach Windsor. Nach dem Dejeuner beabsichtigte die Kaiserin mit den Prinzen am Nach­mittag nach Felixstowe zurückzukehren.

London, 15. Juli. Das Kriegsministerium erließ folgende Ordre:Der Oberbefehlshaber der Armee ist von dem Deutschen Kaiser ersucht worden, mit Genehmigung der Königin, den bei der Wimbledoner Revue betheiligten Truppen seine Anerkennung über das allgemeine Auftreten und die militärische Haltung auszusprechen. Dem Kaiser fiel beson­ders die Tüchtigkeit der Milizbataillone der Freiwilligen aus."

Christiauia, 15. Juli. DerHohenzollern", mit dem Kaiser an Bord, passirte heute Abend 7 Uhr 15 Minuten Novervik. Bei der Vorbeifahrt gab die norwegische Corvette Alsen" Salutschüsse ab. Das Wetter ist prachtvoll.

Newyork, 15. Juli. Ein Telegramm desHerald" aus I q u i q u e berichtet: Der Capitän eines dort eingetroffenen englischen Kauffartheischiffes bestätigt, daß Schiffe der chile­nischen Regierung eine Niederlage gegen die Schiffe der Auf­ständischen erlitten haben.

Newyork, 15. Juli. Bei dem gestern in Brooklyn stattgehabten Ausladen des Dampfers Gr. Booth explodirte eine Dynamitkiste. Zwei dieselbe tragende Arbeiter wurden getödtet, der Steuermann William und der Ingenieur Everson schwer verletzt. Der Dampfer traf hier zur Reparatur ein und sank bei dem Einfahren in das Trockendock. Der Capitän wurde wegen gesetzwidrigen Transportes gesährlicher Spreng­stoffe verhastet.

Lsealcs ttttfr provinzielles.

Gießen, 16. Juli.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 11. Juli den ordentlichen Professor Dr. Sieb eck zum Rector der Landes-Universität für die Zeit vom 1. October 1891 bis dahin 1892 zu ernennen.

Deutsche Bibliotheken. Dem kürzlich zwischen ver­schiedenen Deutschen Bibliotheken getroffenen Uebereinkommen, dem zufolge seltene Handschriften und Druckwerke von Bibliothek zu Bibliothek unter gewissen Bedingungen ausgeliehen werden, sind, wie man derK. Ztg." aus Berlin berichtet, neuerdings die Gießener Universitätsbibliothek und die Darmstädter Hofbibliothek beigetteten. Der Beittitt der Wiener Hofbibliothek steht zu erwarten, wie denn überhaupt allmählich alle bedeutenderen Bibliotheken Europas zu dieser wissenschaftlich werthvollen Vereinbarung herangezogen werden sollen.

Minderwerthige Zehnmarkstücke. Das Publikum wird aufmerksam gemacht, daß allem Anscheine nach bereits eine Masse beschnittener resp. abgedrehter Zehn­markstücke cursirt. Der verzierte Rand fehlt an denselben entweder ganz oder theilweise. Man weise dieselben unbedingt zurück, da der Minderwerth oft bedeutend ist.

Rascher Tod. Gelegentlich einer gestern dahier ab­gehaltenen Hochzeit ereignete sich der traurige Fall, daß eine Frau während des Tanzens, vom Schlage gerührt, tobt niederfiel.

Die in Nr. 160 d. Bl. enthaltene Notiz über die Aerztesrequenz im Großherzogthum Hessen bedarf insofern einer Berichtigung, als nach den neuesten officiellen Mittheilungen zur Zeit nicht, wie angegeben, 380, sondern die wesentlich größere Zahl von 486 Aerzten practisch thätig ist. Es ent­fallen demnach durchschnittlich im Großherzogthum auf einen Arzt 2045 Einwohner. In den einzelnen Städten ist dies Ver- hältniß ein völlig anderes. Am größtenistdierelative Aerztesrequenz in Gießen- hier kommt zur Zeit ein Arzt aus 855 Einwohner. In Darmstadt kommt ein Arzt aus 856 Einwohner, in Mainz ein Arzt auf 1013 Einwohner, in Worms ein Arzt auf 1500 Einwohner und in Offenbach ein Arzt auf 1950 Einwohner. Im Jahre 1880 practicirten im Großherzogthum 338 Aerzte und es entfielen damals aus einen Arzt durchschnittlich 2770 Einwohner.