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Dienstag den 17. März

1891

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Otchoner Anzeiger erscheint täglich, «tt LnSvahnu deL Mittags.

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Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Stert <11 atyrtget JUoxÄttnentspvcisi 2 Mark 20 Pfg. mti vringettoh«. Durch die Post bezog» 2 Mark DO Pfg.

Jttbertien, Expebiti« m»d Druckerei: KchnkNri-e lk.1.

Aernsprecher H.

Amts- und Anzergeblatt für den Atreis Gieren.

»nuahm« von Anzeigen ,n der Nachmittag« für dm Atorft-i^ATrtt (**<*♦♦ «2- «rmoncen-Lureanx de« In- und Auslandes nehm«

folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Norm. IO Uhr. ^UUnUtlWUU IC U Anzeigen fflt denGießener Anzeiger" entgegen.

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2tnttlicber Lhsil.

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 2 April d. I-, Vormittag- ZV Uhr, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Oberheffen mit folgen­der Tagesordnung statt:

1) Prüfung der Rechnung der Provinzialkaffe und Er­stattung de» Rechenschaftsberichts für 1889/90;

2) Feststellung de» Voranschlags der Provinzialkaffe für 1891/92;

3) Die Uebernahme der Unterhaltung solcher Vicinalwege auf Kreis und Provinz, welche bisher auf Grund de» Art. 7 pos. 4 de» Gesetzes vom 27. April 1881 in die gemeinsame Unterhaltung durch Kreis und Provinz nicht übernommen worden find;

4) Bitte des Vorstands des Wetterauer Obstbauverein» um Gewährung eines Darlehens von 11OOO Mk

Gießen, den 14. März 1891.

Der Vorsitzende des Provinzialtags.

v. Gagern.

Bekanntmachung.

Die Pläne und Verhandlungen über die neue Zutheilung der Grundstücke in den Fluren IV, V, VI, VII, VIII, X und XII der Gemarkung Saasen liegen von 7. bis 21. März l I. auf der Großh. Bürgermeisterei Saasen zur Einsicht der Betheiligten offen.

Verhandlungstagfahrt daselbst findet

Gam-tag den 21. März l. I., von Bonn. 8 Uhr an, statt. In derselben sind alle auf die neue Zutheilung bezüg­lichen Anträge, sowie auch etwaige Wünsche bezüglich des noch ruzutheilenden Restes der Gemarkung Saasen bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen.

Die Ueberweisung der neuen Grundstücke zur einstwelligen Benutzung, jedoch vorbehältlich etwaiger noch nothwendtg wer­denden Aenderungen, soll

Eam-tag den 28. März l. I., von Bonn. 8 Uhr an, mr Ort und Stelle erfolgen. Der Anfang wird an der Ge- «arkungsgrenze von Lindenstruth von der Staatsstraße aus erfolgen.

Gleichzeitig wird zur Kenntniß der Betheiligten gebracht, daß die neue Zutheilung des Restes der Gemarkung noch im Herbste dieses Jahres nach vollzogener Ernte stattfinden und daß eine Vergütung für Aussaat, Dung, u. s. w. nicht erfolgen soll, weshalb empfohlen wird, dergleichen Aufwendungen bis nach dem Vollzüge der Ueberweisung der neuen Grundstücke zu unterlassen.

Darmstadt, den 25. Februar 1891.

Der Vollzugscommiffär:

Rover, Regierungsrath.

Bekanntmachung, den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Homberg a/O. betreffend.

E» wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der am 18. März l. I. zu Homberg a/O. statlstndende Markt mit Rücksicht auf dar Bestehen der Maul- und Klauenseuche in mehreren Gehöften daselbst mit Vieh nicht befahren werden darf.

Alsfeld, 5. März 1891.

Großherzogliches Kreisamt Alsfeld.

I. V.. Rach.

Bekanntmachung.

Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungeu im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmelde- Kmt Gießen gehörigen:

1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots.

2) Reservisten, sowie zur Disposition des Truppentheils und der Ersatz-Behörden Entlassenen.

3) Wehrleute I. Aufgebots, die vom 1. October 1878 ab eingestellt worden.

4) Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte.

Nachstehend ist angegeben, wo und ju welcher Zeit die <Lontrolpflichtigen anzutreten haben:

A. Zu Gießen

am L April 1891 im Oswald'schen Garten für die Be­wohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffen- berg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod. |

1. Appell Vormittags 9 Uhr: Reservisten, sowie zur Dispo­sition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften der Infanterie.

2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Min.: Offiziere, Sanitäts­offiziere und Beamte der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, sowie sämmtliche Wehrleute I. Auf­gebots der Infanterie.

3. Appell Nachmittags 2 Uhr: Reservisten, sowie zur Dispo­sition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften und sämmtliche Wehr­leute I. Aufgebots der Garde, Jäger, Cavallerie, Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- und Luftschiffer­truppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sani- täts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülsen, Oeconomiehandwerker, sowie alle übrigen der Reserve und Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mann­schaften.

4- . Appell Nachmittags 3 Uhr: Sämmtliche Ersatz-Reservisten. 5. Appell Nachmittags 4 Uhr und zwar für die Bewohner von Mendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang­göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

B. Zu Lollar

am 2. April 1891 neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Mendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck.

1. Appell Vormittags 8 Uhr 30 Minuten: Reservisten, so­wie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Vormittags 9 Uhr 15 Minuten: Wehrleute I. Auf­gebots aller Waffen.

3 Appell Vormittags 10 Uhr. Sämmtliche Ersatz-Reservisten.

C. Zu Grünberg

am 2. April 1891 an dem Bahnhof für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffelbach mit der Rabencm'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bing­mühle, Georgenhammer, Strelles-Mühle und Walk-Mühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainerhof, Winnerod.

1. Appell Nachmittags 12 Uhr 30 Minuten: Reservisten, so­wie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Nachmittags 1 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Auf­gebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.

D. Zu Hungen

am 3. April 1891 an dem Friedhöfe für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­dorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.

1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Reservisten, so­wie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Auf­gebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.

E. Zu Lich

am 3. April 1891 am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettings­hausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder.Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbachs

1. Appell Nachmittags 3 Uhr: Reservisten, sowie zur Dispo­sition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.

2. Appell Nachmittags 4 Uhr: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vorm Appell auf dem Dienstwege durch das Hauptmeldeamt einzu­reichen und müssen durch die Bürgermeisterei beglaubigt sein werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt.

Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an: Stöcke, Schirme, Pfeisen und Cigarren sind vorher abzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und Führungüzeugniß) müssen zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz.

Gießen, den 5. März 1891.

Caspary,

Oberstlieutenant z. D. und Commandeur der Landwehr­bezirks Gießen.

Deutsches Reich

Berlin, 14. März. Der Kaiser übersandte heute Nach­mittag in die Wohnung Windthorsts einen prachtvollen Kranz mit Atlasschleisen, auf dem sich als Initiale ein W mit der Krone befand. Der Nuntius Agliardi-München ließ bald nach der Todesnachricht ein Beileidstelegramm hierher gelangen. Die Zahl der übrigen Beileidstelegramme von überall her ist sehr bedeutend. Abends 8^ Uhr wurde die Leiche nach der Hedwigskirche gebracht, wo Dienstag die feier­liche Einsegnung stattfindet.

Berlin, 14. März. DerReichsanzeiger" widmet dem Abgeordneten Dr. Windthorst folgenden Nachruf: Die hohe geistige Bedeutung, die hervorragende Stellung in der Centrumspartei sicherten Windthorst überall, auch bei Denen, mit welche er im politischen Kampfe lag, ein achtungsvolles Andenken.

Berlin, 14. März. Der Präsident des Abgeordneten­hauses, v. Köller, widmete dem Abgeordneten Windthorst einen von den Abgeordneten stehend angehörten anerkennenden Nachruf- derselbe habe an den Arbeiten des Hauses seit dem Jahre 1867 einen hervorragenden und ausschlaggebenden Antheil genommen. Sein Tod verursache eine von dem Hause schon lange schmerzlich empfundene Lücke. Hierauf trat da» Haus in die Berathung der dritten Lesung des Gewerhe- steuergesetzes ein.

Berlin, 14. März. In überaus glatter Weise hat sich der Wechsel im preußischen Cultusministerinm vollzogen. Kaum, daß Herr v. Goßler dem Kaiser sein Ent­lassungsgesuch eingereicht hatte, stand auch der Name seines Nachfolgers schon fest, und in der That ist der Oberpräsident von Posen, Graf Zedlitz-Trützschler, zum neuen Leiter des preußischen Unterrichtsministeriums ernannt worden, ent­sprechend den allgemein hierüber gehegten Vermuthungen. An Stelle des Grafen Zedlitz wurde der bisherige Präsident des Provinzial-Ausschusses von Posen, Graf Willamowitz-Nöllen- dors, zum Oberpräsidenten dieser Provinz ernannt. Herr v. Goßler, welchem beim Ausscheiden aus dem Amte der Stern zum Großcomthurkreuz des Hohenzollern'schen Hausorden» verliehen worden ist, wurde am 18. Juli 1885 an Stelle v. Puttkammers, der das Ministerium des Innern über­nahm, zum Cultusminister ernannt, er hat also fast ein Jahr­zehnt hindurch sein wichtiges Ministeramt verwaltet. Das Wirken Herrn v. Goßlers in diesem verhältnißmäßig langen Zeitraum erführt, je nach dem politischen Standpunkte der betreffenden Beurtheiler, eine sehr verschiedene Kritik. Darin stimmen indessen seine Gegner wie seine Vertheidiger wenig­stens überein, daß er der Entwickelung des höheren Unter­richtes, namentlich desjenigen an den Universitäten, wohl­wollendes Verständniß und thatkräftiges Interesse entgegen­brachte , und daß er sich auch auf dem Gebiete des Volks­schulwesens bleibende Verdienste erworben hat, ebenso würdigt man allseitig seine eifrige Förderung der Wissenschaft. Aber freilich, dafür hat sich Herr v. Goßler nach anderen Seiten hin um so bedenklichere Blößen gegeben, und sein Verhalten in gewissen Fragen der jüngsten Zeit konnte nur dazu dienen, seine schon längere Zeit erschütterte Stellung vollends zu untergraben. Was nun den neuen preußischen UnterrichtS- minifter anbelangt, so muß man durchaus noch abwarten, in welcher Weise er das Eultus- und Unterrichtsressort leiten wird. Jedenfalls findet aber Graf Zedlitz sehr schwierige Aus­gaben vor, an deren Spitze die Durchführung der Reform des gefammten Unterrichtswesens steht, und man kann dem neuen Minister nur aufrichtig wünschen, daß er hierbei eine glückliche und geschickte Hand bewähren möge.

Berlin, 14. März. Die Deputation des elsaß- lothringischen Landesausschusses wurde bei der Ankunft im Schloß vom Hofmarschall Graf Pückler empfangen und von dem Oberhofmarschall Grafen Eulenburg bis zu den Stufen des Thrones geleitet, wo der Kaiser in der Garde du corps- Uniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens Platz genommen hatte. Nach der Erlaubniß des Kaisers, verlas