Ausgabe 
17.1.1891
 
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stimmen, auch wenn sie unft in Form deS österreichischen Handels­vertrages vorgelegt wird, weil ich dies meinen Wöhlern gegenüber nicht verantworten könnte. Die Stimmung im Lande ist gegen­wärtig so, baß an eine Aufhebung der Zölle nicht zu denken ist. ES wird von Wichtigkeit fein, durch nammtltche Abstimmung feftzustellcn, wer von den Mitgliedern des HaufeS für die Aufhebung der Zölle stimmt.

Ein VcrtagungSantrag wird angenommen.

Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der soeben ab­gebrochenen Debatte und Berathung der Vorlage betr. die Prüfung ter Handfeuerwaffen.

Schluß 4V* Uhr.

Netteste Nachrichten.

WotffS telegraphisches Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 15. Januar. DerReichsanzeiger" bezeichnet die Meldung der Blätter, eine Immediateingabe der schlesischen Weber vom vorigen Frühjahr sei nicht zur Kennt- niß des Kaisers gelangt, als der Begründung entbehrend. Der Kaiser habe vielmehr anläßlich jener Eingaben eine ein­gehende Erörterung von Maßnahmen zur Herbeisührung einer Besserung der Verhältnisse besohlen. Im Sommer und December hätten gründliche Berarhungen der Provinzialbehör­den stattgesunden. Die schwierige Ausgabe, eine fleißige, gutartige, aber durch Gewohnheit und Entbehrung in ihrer Energie erschlaffte hausindustrielle Bevölkerung allmählich zu anderen Erwerbszweigen überznsühren, sei aber nur in einem längeren Zeiträume lösbar. Den übertriebenen Schilderungen gegenüber sei zu betonen, daß die Lage der Weber des Eulen­gebirges gegenwärtig nicht bedrohlicher sei, als seit Jahr­zehnten und daß ein acuter Nothstand nicht vorliege.

Kiel, 15. Januar. Prinz Heinrich ist auf die Dauer von drei Wochen, vom 26. Januar ab, dem Marme-Ober- commando Berlin attachirt.

. Dresden, 15. Januar. Alle Eisenbahnzüge in der Richtung Dresden haben wegen Schnees große Verspätungen. Heute Nachmittag war hier anhaltendes Schneetreiben.

Stuttgart, 15. Januar. Das Abgeordnetenhaus beschloß mit 54 gegen 28 Stimmen, über den Artikel, be­treffend Einräumung von Sitz, Stimme im Gemeinderath an die Höchstbesteuerten, zur Tagesordnung überzugehen.

Hamburg, 15. Januar. Drei seewärts bestimmte Dampfer kehrten um, weil das Eis sich gesetzt hat, was seit langen Jahren nicht der Fall war.

Hamburg, 15. Januar. Das Eis der Unterelbe ist aoch unpassirbar- mehrere größere Dampfer mußten zu­rückkehren.

Warnemünde, 15. Januar. Der um 1 Uhr hier aus­gegangene und der um 4 Uhr in Sicht gelangte Gjedsersche Postdampfer konnte bisher wegen Eises vor Warnemünde weder aus noch ein.

Wien, 15. Januar. Die Grillparzer-Ausstellung wurde heute Nachmittag mit einer Rede des Bürgermeisters Prix eröffnet.

Paris, 15. Januar. Heute Nachmittag fand unter äußerst zahlreicher Betheiligung die B e erdig u n g H a u ßm an n s mit militärischen Ehren statt. Der Leichenwagen war reich mit Kränzen geschmückt. Unter den Theilnehmern sanden sich zahlreiche Notabilitäten der imperialistischen Partei, so General Dubarreil als Vertreter des Prinzen Victor, Oberst Bonaparte als Vertreter der Kaiserin Eugenie. Die Bei­setzung erfolgte auf dem Pöre Lachaise, wo seitens des imperialistischen Comitvs Fahnen entfaltet wurden.

Paris, 15. Januar. DemEcho de Paris" zufolge ordnete Freycinet zwar an, gegen die den Befestigungs- Werken benachbarten Grundbesitzer wohlwollend vorzugehen, hat jedoch keineswegs befohlen, daß die Gesetze betreffs der Militärservitute nicht mehr angewendet werden sollen.

Toulon, 15. Januar. Freycinet lehnte das Gesuch der Municipalität, betr. die Niederlegung der Forts von Toulon, ab.

Lyon, 15. Januar. Die Arbeiter von Etienne, Chau- mond, Roanue und Avignon hielten heute ein großes Protest­meeting ab. Die Protestpetitionen tragen bereits 120,000 Unterschriften.

Lyon, 15. Januar. Die Handelskammer beschloß, eine Erklärung an die Regierung zu richten, daß die Seiden­

leuten oben anlangte. Die armen Bergpserde hatten ihrem Schicksal überlassen werden müssen.

Glück auf!" klang es den Geretteten entgegen.

Fünfzehn Minuten später stockte der große Pumpen­schwengel der Wasserhaltungsmaschine, welche die Gewässer Tag und Nacht heraushob und durch dickleibige Rohre zum nächsten Flüßchen entsandte, zum erstenmale. Es gab plötz­lich von unten herauf ein gewaltiges Stöhnen und Glucksen wie das Todesröcheln eines sterbenden Riesen . . . Die Iduna" war verloren und Commerzienrath Vogelsang ein geschlagener Mann.

Acht Monate sind verflossen.

Dierothe Erde" schmückt sich wieder mit Blumen, der treue deutsche Eichwald grünt von Neuem und die kräftigen Saaten aus den wohlgepflegten Ackerflächen sangen an, sich zu bestauben. Nur dieIduna" ist nicht zu neuem Leben erwacht.

Dafür war der seit anderthalb Jahren neu angelegte Bogelsang-Schacht in diesem Frühjahr mit Energie in Betrieb genommen worden. Ungefähr die Hälfte der Arbeiter des ertrunkenen Bergwerks waren bereits dort beschäftigt, nachdem sie allerdings während des Winters auf anderen, entfernteren oder näheren Zechen gearbeitet hatten. Aber es war ein tüchtiger, fleißiger Stamm, um den sich allmählich bei steigendem Betriebe die besseren Elemente der ganzen Gegend gruppirten. Wenn der Commerzienrath aber auch durch Geschästssorgen im Laufe der letzten Zeit ergraut war, hatte er doch als Vater keine Sorgen mehr. Felix, der kürzlich aus England zurückgekehrt war, stand ihm stützend zur Seite

sabriken und alle darin beschäftigten Arbeiter etwa 300,000 durch irgendwelchen Zoll auf ausländische Seide schwer geschädigt würden. Zugleich wird die Regierung dringend ersucht, bei der Zollcommission dahin zu wirken, daß alle gegen diese große und der Sorgfalt der Regierung würdige Industrie gerichteten schädlichen Pläne ausgegeben würden.

Madrid, 15. Januar. Den neuesten Nachrichten aus Olot zusolge ist der daselbst Verhaftete nicht Pad­lewski.

Moskau, 15. Januar. Die Depesche, mit welcher der Kaiser die Neujahrsgratulation des Generalgouverneurs Dolgorukow beantwortete, sagt: Der Kaiser flehe zu Gott, daß er Rußland auch in diesem Jahre mit Frieden und Wohl­ergehen segne.

Belgrad, 16. Januar. Wegen Fälle von Seuchen tst die Ausfuhr und Durchfuhr von Hornvieh vollkommen gesperrt.

Lagos, 15. Januar. Nach Mittheilung aus Kamerun per DampferAdolf Wörmann" ist die am 2. Juni von Kribh (südliches Kamerungebiet) nach der Janudestation abge­gangene Handelskarawane der Hamburger Firma Jantzen und Thormählen am 25. December wohlbehalten an der Küste wieder eingetroffen.

Lima, 15. Januar. (Meldung des Bureau Reuter.) Die chilenische Armee hält zur Regierung, zu Lande finden feine Unruhen statt. Die Behörde von Jquique zeigte den Kohlenschiffen an, daß sie innerhalb 24 Stunden ihre Ladung löschen müßten. Kaum war die Frist abgelausen, da sistirte das KriegsschiffCochrane" einen Theil der Ladung des DampfersSantjago". Die chilenische Schifffahrts­gesellschaft stellte ihre Fahrten ein. Die Telegraphenlinie von Valparaiso nach dem Norden ist unterbrochen.

Algier, 15. Januar. Heute Vormittag wurde eine hef­tige Erderschütterung verspürt, der zwei leichtere Erd­stöße folgten.

Washiugto«, 15. Januar. Der Senat berieth die Finanzvorlage und genehmigte mit 42 gegen 30 Stimmen das Amendement Stewart, wodurch die freie Silberausprägung auf das in den Vereinigten Staaten producirle Silber mittelst Auflage einer Steuer auf ausländisches Silber beschränkt wird. Die Bestimmungen, betreffend Ausgabe zweiprocentiger Obligationen, und betreffend den Ankauf von 12 Millionen Unzen Silber zum Tagescourse durch das Schatzamt wurden gestrichen.

Pineridge, 15. Januar. Mehrere Indianer-Häupt­linge trafen gestern hier ein und beriechen mit dem General Miles. Ein Einvernehmen wurde erzielt. Der Friede ist wiederhergestellt. Die Rothhäute boten ihre Unterwerfung an. Miles bewilligte den Häuptlingen mehrere Tage zur Einlösung ihrer Versprechungen und sandte ihnen Lelxens- mittel ins Lager.

Locales unb ^provinzielles,

Gießen, 16. Januar.

Gießener Theater-Verein. Die gestrige erste Vor­stellung des Theater-Vereins nahm einen geradezu glänzenden Verlauf. Das gefüllte Haus spendete den Künstlern reichen Beifall und behalten wir uns eine eingehende Besprechung der Vorstellung für nächste Nummer vor.

Theater. Am nächsten Dienstag wird die Benefiz- vorstellung für Herrn Heinrich Winolt stattfinden. Herr Winolt hat zur Aufführung an seinem Ehrenabend ebenfalls ein Schauspiel gewählt, das erst vor Kurzem in Berlin herausgekommen ist und ein ähnliches Aussehen wie die Sudermannschen Stücke erregt hat, nämlichDas Bild des S i g n o r e l l i" von I a f f 6. Es ist wirklich anerkennens- werth, wie unermüdlich die Mitglieder desNeuen Theaters" bestrebt sind, dem Publikum alles nur Mögliche zu bieten. Wir haben bisher alle hervorragenden Novitäten auf dem Gebiete des Lust- und Schauspieles (Zaungast, Ehre, Letztes Wort, Sodoms Ende u. s. w.) kennen gelernt und von sensationellen Stücken hat nur noch dasBild des Signorelli" gefehlt. Herr Winolt erwirbt sich ein Verdienst, indem er ohne Rücksicht auf die erheblichen Kosten

und fand auf dem neu angelegten Vogelsang - Schacht ein passendes Arbeitsfeld, auf dem er fleißig und rührig war.

Bernhard Kahlsen ward von dem verdienten Schicksal erreicht. Steckbrieflich verfolgt und eingezogen, ward er auf Aussagen der kleinen Gemeindepflegerin und Hermann Wild­hagens wegen Todtschlags und Vermögensbefchüdigung unter Anklage gestellt und zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt.

Trienchen Linken hatte wirklich erst zu Ostern Hochzeit gehalten und wohnte in einem hübschen, sauberen, mit wildem Wein umwachsenen Backsteinhäuschen, in dessen Hausflur als Zeichen der Wohlhabenheit und guten, bäuerlichen Herkunft zwei stattliche Schinken, Speck und viele gute Mettwürste hingen, just wie auf dem großen, einstelligen Bauernhöfe, in den sie einzuheirathen um ihren Liebsten verschmäht hatte. Ihre nächste Nachbarin aber war ihre Freundin Anna Harras als glückliche Gattin Hermann Wildhagens. Das Johannis­orakel hatte übrigens Recht behalten: erst im zweiten Jahre nach dem Johannistag war für die schöne, tüchtige Anna Harras der Brautkranz gewunden worden.

Wohl find im Lause der Zeit in den Schwesterschächten die Arbeitseinstellungen zuweilen zurückgekehrt. Der Vogel­sang-Schacht ward aber noch nicht davon berührt. Und wenn im Wechsel der Zeiten wtrklich daselbst auch em Strike aus- brechen sollte, kann er nimmermehr gefahrdrohend werden. Denn es waltet dort bei gegenseitigem Vertrauen und fort­währender Fühlung ein thänger und einsichtiger Geist und Arbeitgeber und Arbeiter umschlingt das dauerhafte Band erprobter echter Nächstenliebe.

der Novität uns mit dem hochintereffanten Schauspiel bekamst zu machen gedenkt. Hoffen wir, daß man sich die Gelegenheit nicht entgehen läßt, eines der vorzüglichsten Erzeugniffe ber modernen Bühnenliteratur kennen zu lernen und zugleich Herrn Winolt, der sich als ein wirklich reich beanlagter nutz äußerst strebsamer Künstler in seiner Tätigkeit hier bewährt hat, zu zeigen, daß bei uns daS Sprüchwort vom Propheten im Vaterlande keine Anwendung findet und man das Wirken des Herrn Winoft, der als Regisseur hier eine besonders mühevolle und in Bezug auf äußeren Erfolg recht undankbare Aufgabe hat, richtig zu würdigen weiß und gewillt ist.

Holzheim, 15. Januar. In der am 13. Januar statt­gehabten Sitzung des hiesigen Gemeinderaths wurde Herr Dr. Muller von Butzbach vertragsmäßig als Gememde- und Ortskaffenarzt angenommen.

Vom Vogelsberg, 14. Januar. Die nachtheiligen Folgen des ununterbrochen anhaltenden strengen Winters machen sich immer fühlbarer geltend. Zunächst ist eine Ber- theuerung der Brodpreise, deren Höhe seither schon in keinem normalen Verhältnisse zu den niederen Getreide­preisen stand, eingetreten, der vierpsündige Laib Brod, welcher seither 46 Psg. gekostet hat, gilt jetzt 48 Psg. und matt spricht von einer weiteren Steigerung aus 50 Psg. Diese Steigung der Brodpreise rührt hauptsächlich daher, daß die Müller nicht ihren Verpflichtungen nachkommen und ihre Kunden zufriedenstellen fömieu. Die Mühlbäche sind theil- weise ganz zugefroren, theilweise führen sie allerdings noch Wasser, aber in solch geringer Menge, daß es kaum die. Mühlen leer in Thätigkeit setzt. Die Holzschneidereien, welche meist neben den Mehlmühlen bestehen und lediglich auf die Wasserkraft angewiesen sind, stehen schon längere Zeit gan* still und von dem sonst guten Winterverdienst der Holz­schneidereien kann eben leine Rede sein. Weiter hat die fort-' während strenge Kälte ein ganz bedeutendes Sinket! der Butterpreise verursacht. Während man vor drei Wochen 1 Mk. für das Pfund bezahlte, geben die Händler jetzt nur 70 Pfg. dafür. Nach Aussage der Butterhändler ist kein Abgang in der Waare. Diese Stockung beruht auf dem Einstellen der Schifffahrt, denn auf Schiffen, namentlich des Rheines, wird die Butter weiter versandt. Auch sonsthin ist die strenge Kälte von nachtheiligem Einfluß, namentlich auf die Arbeiten im Freien, speciell die Boden­arbeiten. Sie ruhen, da der Boden zu tief durchfroren. Den Arbeitern wird mithin der ohnehin karge Winterverdienst noch mehr geschmälert. Ein sehr gesuchter Artikel sind die Eier geworden. Sonst legten um diese Zeit schon häufig die Hühner, jetzt gehört das zu den Ausnahmen.

Ulrichstein, 14. Januar. Endlich kommt auch die Koch'sche Lymphe auf den Landorten, auf denen man ihr mit gleicher Spannung, wie in den Städten entgegensteht, zur Einführung. Der hiesige Arzt Dr. Weißgerber ist im Besitz der Lymphe und bereits sind mehrere Kranke hierher- gekommen, um sich damit impfen zu lassen.

Meder Ohmen, 15. Januar. Fast alljährlich wird unser Ort schwer von der Diphthcritis heimgejucht. Auch gegenwärtig wüthet dieser Würgengel wieder hier unter den Kindern und hat bereits mehrere Opfer gefordert.

Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen Ein sehr wohlhabender Hofbauer bei M. im Odenwald fuhr am Sonntag in die Stadt, um daselbst die Coupons seiner Staatspapiere umzuwechseln. Unterwegs zündete er eine Pfeife mit einem Fidibus an, merkte aber erst beim Fort­wersen des Stummels, daß er als Fidibus einen Coupon von 40 Mk. erwischt und richtig fast verbrannt hatte. Der Ban­kier zeigte keine Luft, den geretteten Stummel einzulösen. Bei der am 12. d. M. im Walde der Gemeinde Klein- Welzheim abgehaltenen Holzversteigerung wurden für den Raummeter Buchenholz durchschnittlich 11 Mk. erlöst, ein seit Menschengedenken noch nicht erzielter Preis. Dem Ver­nehmen derW. Ztg." nach hat der dieser Tage verstorbene Inhaber des altrenommirten GasthausesZum Schwanen", Herr Georg Friedrich Best in Osthofen, sein ganzes an der Hauptstraße gelegenes Wohngebiet im Werthe von min­destens 30 000 Mk. nach dem Ableben seiner Frau der Ge­meinde Osthofen als Hospital testamentarisch vermacht. Der Großherzog von Luxemburg hat die Inhaber der Wein­großhandlung F. Meyer u. Fels in Mainz zu Hoflieferan­ten des Erbgroßherzogs ernannt. In Mainz schüttelte dieser Tage eine Frau eine Tischdecke zum Fenster hinaus, ohne zu bedenken, daß sie ihre Brillantohrringe vorher auf dieselbe gelegt hatte. Als die Frau später auf der Straße nachsehen wollte, waren die 400 Mk. werthen Ohrringe ver­schwunden. In Wackenheim fiel eine an Epilepsie lei­dende Frau so unglücklich mit ihrem wenige Wochen alten Kinde, daß dasselbe gleich darauf starb. Einer verhäng- nißvollen Verwechselung fiel ein in einer Oppenheimer Brauerei beschäftigter Arbeiter zum Opfer. Im Glauben, eine Schnapsflasche vor sich zu haben, that er aus derselben einen gewaltigen Schluck. Aber die Unvorsichtigkeit rächte sich bitter; die Flasche barg Essigsäure, wodurch dem Arbeiter starke Verletzungen im Munde u. s. w. zugefügt worden sind. Ein Flonheimer Weinhändler tritt in diesen Tagen seine 14. Geschäftsreise nach Amerika an. In Bretzen­heim schoß ein wegen Ungehörigkeit mehrfach bestrafter Fortbildungsschüler, als er im Schulhause mit einem Revolver sich beschäftigte, sich eine Kugel in die Hand. In Oderu- heim eilte eine Frau, welche vor drei Jahren geheilt auf einer Irrenanstalt zurückkehrte und seitdem in ihrer Familie thätig war, in einem Wahnsinnsanfalle in den Keller, stürzte aber in ihrer Hast so unglücklich die Treppe hinab, daß fit* an den Folgen eines Schädelbruches alsbald verstarb.

Vermischtes.

* Mainz, 16. Januar. (Telegramm). Das R h e i we f * hat sich in verflossener Nacht hier gestellt.