Ausgabe 
16.7.1891
 
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übersteigen würde. In Ungarn sind Aussichten aus eine mittelmäßige Weizenernte. Roggen ist qualitativ befriedigend und quantitativ schwach mittel. Herbstgerste ist quantitativ wie qualitativ zufriedenstellend, Frühjahrsgerste gut mittel, Hafer desgleichen. Maissaaten stehen ausgezeichnet und Hülsen- und Gartenfrüchte sind tadellos.

Es verlautet, daß Regierungspräsident Gras Wil­helm Bismarck in Hannover, der zweite Sohn des früheren Reichskanzlers, aus dem Staatsdienste zu scheiden beabsichtige, um die Verwaltung des Gutes Varzin zu über­nehmen. Ob nicht auch politische Beweggründe den Grafen Bismarck veranlassen, um seinen Abschied einzukommen, mag noch dahingestellt bleiben.

Der Socialistenführer August Bebel hat sein Mandat zum sächsischen Landtag niedergelegr. Man wird wohl nicht irren, wenn man annimmt, daß Herr Bebel zu diesem Schritte durch den Wunsch bewogen worden ist, sich nachdrücklicher der Leitung seiner Partei widmen zu können, als das bis jetzt bei Ausübung von zwei parlamentarischen Mandaten geschehen konnte.

Vom bayerischen Lan dtage, der am 29. Sep­tember wieder einberufen werden soll, gedenkt die bayerische Regierung u. A. 22 Mill. Mk. für Eisenbahnbauten, worunter man wohl Verbesserungen bestehender Mängel zu verstehen hat, zu verlangen. Die jüngsten Eisenbahnunfälle auf den bayerischen Bahnen werden unzweifelhaft das ihrige zu diesem der Regierung zugeschriebenen Entschlüsse beigetragen haben.

Ne«este Nachrichten.

MolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 14. Juli. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh anläßlich der Kämpfe in Ostasrika den Eompagnieführern der Schutztruppe Bülow und End, sowie dem Stationschef Stentzler den Kronenorden vierter Klasse mit Schwertern, dem Compagniesührer Johannes die Schwerter zum Kronenorden vierter Klasse.

Helmstedt, 14. Juli. Dem Kreisblatt zufolge fand gestern Abend in der Briquetsabrik zu Harbke eine Explosion statt, wobei neun Personen meist schwer verletzt wurden.

Köln, 14. Juli. Der hiesige Oberpostdirector Fabricius ist heute früh in Baden-Baden, wohin er sich gestern zur Erholung begeben hatte, gestorben.

Wien, 14. Juli. Die Verkehrsbestimmungen, deren Aushebung die morgen zusammentretende österreichisch- ungarische Zollconserenz beschäftigen soll, sind dem Fremdenblatt" zufolge in der Verordnung vom 25. Mai 1886 enthalten, wodurch alle rumänischen Maaren bei der Einfuhr in Oesterreich-Ungarn mit einem Zollzuschlag von 30 pEt. belegt worden. Außerdem handele es sich um die Aushebung des Durchfuhrverbots von Gemüse, Obst und einzelner Viehgattungen aus Rumänien.

Zürich, 14. Juli. Das Gericht sprach heute in dem Proceß gegen die an dem Tessiner Ausstande Betheiligten unter lebhaftem Beifall der im Saale anwesenden Zuhörer sämmtliche Angeklagte frei. Die Letzteren wurden sofort aus der Hast entlassen. Morgen verhandelt die Criminalkammer gegen Castioni, welcher der Ermordung des Staatsrathes Rossi angeklagt ist.

Nom, 14. Juli. Die Nachricht von vorgekommencn Cholerasällen in Massaua wird amtlich dementirt. Die Gesundheitsverhältnisse sind gut.

Paris, 14. Juli. Die elsaß - lothringischen Vereine zogen heute, wie alljährlich, an der Statue Straßburg aus dem Place de la Concorde vorüber. Reden wurden nicht gehalten. Ein Zwischensall ist nicht vor­gekommen.

Paris, 14. Juli. (Sarno t begab sich Nachmittags mit Freycinet und Miribel vom Palais Elys^e zur Trup­penrevue nach Longchamps, von eiher überaus zahl­reichen Menschenmenge mit lebhaften Ovationen begrüßt und bei der Ankunft in Longchamps mit Hochrufen aus den Präsi­denten der Republik empfangen. Die Revue verlies auf das Glänzendste. Aus der Tribüne des Präsidenten hatten die Mitglieder des diplomatischen Corps Platz genommen. Bei der Rückkehr fanden wiederholt sympathische Kundgebungen statt.

London, 14. Juli. Der Kaiser ist gestern Abend nach Edinburg abgereist. Aus dem ganzen Wege bis zum Bahnhos hatte sich eine ungeheuere Menschenmenge angesammelt. Der Prinz von Wales, die Herzöge von Eonnaught und Cam­bridge geleiteten ihn zum Bahnhof, wo sich Gras Hatzfeld, das Personal der deutschen Botschaft und zahlreiche Würden­träger eingesunden hatten. Auf die Abschiedswortegood bye!u erwiderte der Kaiser:Nicht good bye, sondern aus Wiedersehn !" Der Zug fuhr um 10.40 Uhr unter Hochrusen der Versammelten ab.

Leith, 14. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh 7 Uhr 5 Min. hier eingetroffen. Se. Majestät der Kaiser wurde bei der Anknnst Hierselbst aus dem festlich ge­schmückten Bahnhos von dem Sheriff, dem deutschen Consul, dem Commandeur der Norddivision, General Annesley und anderen höheren Beamten empfangen. Se. Majestät begab sich vom Bahnhos sofort zu Wagen nach dem Hasen und von dort mittels des bereit liegenden Bootes der JachtHohen- zollern" an Bord der Letzteren. Ans der Fahrt zum Hasen wurde Se. Majestät von der Volksmenge mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt. Bei der Ankunft Sr. Majestät aus der Rhede gab derStosch" Salutschüsse ab. Se. Majestät der Kaiser nahm an Bord derHohenzollern" das Frühstück -ein. DieHohenzollern" fuhr sodann den Firth-Fluß hinaus mach der Forthbrnckc.

Christiania, 14. Juli. Eine Delcgirtenversammlung in Drammen, welche 20000 Arbeiter vertritt, lehnte einen socialistischen Vorschlag ab, nahm aber den Antrag an, daß der Staat Land auskausen, unter den Landarbeitern vertheilen und für Beschaffung der Betriebsmittel Staatsdarlehensanstalten einrichten möge.

Stockholm, 14. Juli. Bei dem gestrigen Feste der Stadt Stockholm für das französische Ge­schwader toastete der Minister des Aeußern auf Carnot, der Gesandte Millet auf den König. Den Toast des Ober­statthalters Baron Tamm auf die Offiziere des Geschwaders beantwortete Admiral Gervais. Zwei Garderegimentscapellen spielten. Applaudirt wurde die schwedische Volkshymne und die Marseillaise.

Bergen, 14. Juli. Die Ankunft Kaiser Wilhelms, obgleich für den 16. d. M. angemeldet, erfolgt wahrscheinlich bereits morgen Abend. Nach kurzem Aufenthalt geht die Reise nach Nordland- vielleicht wird Drontheim ange- lausen. Die Hardangertour des Kaisers ist über Folgesonden vorbereitet.

Boston, 14. Juli. Meldung des Bureau Reuter. Die hiesigen Journale veröffentlichen eine Depesche aus Montreal, wonach dort eine Feuersbrunst ausgebrochen sei, die bereits einen ganzen Häusercomplex eingeäschert habe. Der Schaden werde auf mehrere hunderttausend Dollars geschätzt.

Cöcatc» ttnb proüittjteUcs.

Gießen, 15. Juli.

Militär Concert. Am kommenden Samstag wird in Steins Garten die Capelle des 11. bayer. Infanterie- Regimentsvon der Tann", deren Garnison Regensburg ist, unter Leitung ihres Capellmeisters S. Wenzel ein Concert veranstalten. Die Capelle trifft aus einer Reise durch West­falen und Rheinland hier ein und geht derselben, wie aus vorliegenden Referaten zu ersehen, ein sehr guter Rus vor­aus. Ein ausgewähltes Programm wird gewiß die Besucher an genanntem Tage erfreuen.

Ueber das Concert der Hamburger Solisten am Mon­tag Abend in Steins Garten wird uns mitgetheilt, daß man die Leistungen nur als durchaus vollendet bezeichnen kann. Herrliche Stimmen und vorzügliche Schule bekundeten die Sänger. Hoffentlich werden dieselben sich durch den dies­maligen schlechten Besuch nicht abhalten lassen, zu gelegener Zeit wiederzukommen und rechnen wir bestimmt auf ein Wiedersehen im nächsten Jahre.

Laufach-Feier. Am vergangenen Montag feierte der Veteranen-Verein den 25jährigen Gedenktag von Laufach- Frohnhofen in der Restaurationzum Löwen". Nachdem der erste Vorsitzende, Herr Louis Petri III., die zum großen Theile erschienenen Kameraden von 1866 begrüßt hatte, schil­derte Herr Ph. Horeyseck die Erlebnisse von 1866 in solch ansprechender Art, daß alle Anwesenden mit größter Aufmerksamkeit dem Vortrage folgten. Redner gedachte am Schluffe seiner Rede der Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Fried­rich III. und schloß mit einem begeistert ausgenommenen Hoch aus den jetzigen Schirmherrn, Kaiser Wilhelm II., sowie aus Se. Königliche Hoheit unseren Großherzog. Von weiteren Ansprachen sei noch hervorgehoben das von Herrn Stadt­baumeister Sties ausgebrachte Hoch auf den Reichsbaumeister und ehemaligen Reichskanzler Fürsten Bismarck. Die Feier verlies unter Mitwirkung unserer bewährten Regimentsmusik, sowie gewürzt durch humoristische Vorträge und Gesänge, aufs Schönste und hielt die Theilnehmer bis zu früher Morgenstunde zusammen. Bemerkt sei, daß an dem Abend eine Anzahl Kampfgenossen von 1866 dem Veteranen-Verein beitraten.

Einweihung der neuen Turnhalle des hiesigen Turn­vereins. Die Arbeiten an der Turnhalle und dem Turn­plätze sind so weit vorgeschritten, daß die Einweihung in Kürze vorgenommen werden kann. Da das Kreis-, sowie * 1 * Gauturnfest in allernächster Zeit stattfindet, wurde von der gestrigen General-Versammlung die Einweihungs-Feierlichkeit auf den 16. August l. I. festgesetzt und soll damit zugleich das 45jährige Stiftungssest des Vereins verbunden werden. Nach den der Versammlung gemachten Vorlagen befinden sich die Vorarbeiten im schönsten Fortschreiten und verspricht hier­nach die geplante Feier einen der Turnsache würdigen Ver­lauf zu nehmen.

Ein älteres Frauenzimmer, welches seither hier Stelle als Haushälterin versah, versuchte Aufnahme in einem ande­ren Hause dadurch zu erlangen, daß sie vorgab, ihr in baarem Gelde und auswärtigen Liegenschaften bestehendes Vermögen den Leuten zu vermachen. Als die schriftlichen Formali­täten unter Zuhilfenahme eines Rechtsanwalts erledigt wer­den sollten, machte sich die Schwindlerin aus dem Staube, nachdem sie in verschiedenen Geschäften auf den Namen ihrer früheren Herrschaft Maaren entnommen, auch von der jewei­ligen Herrschaft 35 Markentliehen" hatte.

Paßt für alle öffentlichen Anlagen. Am Kirchhofe in Spremberg ist eine Tafel mit folgender Inschrift angebracht:

Für jeden Fuß ist jeder Gang, Für st den Müden jede Bank, Für jedes Auge jede Blume Im Allgemeinen Eigenthume Mit Herz und Sinn weih Alles Dir, Doch nichts ist für die Finger hier."

Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht: am 6. Juli l. I. dem Färberei-Arbeiter Peter Anton Dey in Hirschhorn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Verdienste" - am 8. Juli dem seitherigen Ortseinnehmer Adam Winkler zu Viernheim dasAllgemeine Ehrenzeichen mit der In­schrift für treue Dienste" zu verleihen.

Neue Taufend Mark-Scheine. In nächster Zeit werden Noten der Reichsbank zu 1000 Mark zur Ausgabe gelangen, welche unter Beibehaltung der bisherigen Ausstattung vom

1. Januar 1891 batirt sind.

Der Verlust der Hessen im Gefecht bei Laufach- Frohnhofen 1866 betrug 6 Offiziere und 73 Mann tobt, 24 Offiziere und 360 Mann üermunbet, 2 Offiziere unb

312 Mann vermißt, zusammen 32 Offiziere und 745 Mann.

Der Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs im Marburg hat auf sein Gesuch an die Eisenbahndirection Hannover um eine bessere Bahnverbindung bezw. Vermehrung der Personenzüge in der Richtung nach Gießen-Frankfurt den erfreulichen Bescheid erhalten, daß den geäußerten Wünschen im nächsten Winterfahrplane entsprochen werden solle. Es wäre dies bereits ein wesentlicher Erfolg, den der junge Verein erreicht hätte.

Die Ernte des Jahres 1890 im Großherzogthum Hessen. In unserem Lande wurden im vorigen Jahre ge­erntet, das Malter immer zu 100 Kg. 200 Pfund ge­rechnet, 698,398 Malter Weizen, 1,097,795 Malter Korn, 991,535 Malter Gerste, 771,611 Malter Hafer, 7,513,343 Malter Kartoffeln, bei Heu unb Grummet würben eingetban 7,465,526 Centner unb an Wein würbe geherbstet 350,474 Hectoliter, an Aepfeln 297,476 Centner.

Aus Oberheffen, 13. Juli. Am 21. bss. Mts. begeht Herr Lehrer Werner zu Höchst a. b. N. sein 50jähriges Dienstjubiläum. Da ber hochverbiente Jubilar bie seitens bes Schul- unb Ortsvorstanbes zu biesem Tage ge­plante offizielle Feier banfenb abgelehnt hat, so beabsichtigen bie Lehrer bes Bezirksvereins Altenstabt, besten Obmann Herr W. ist, benselben in angemessener Weise zu feiern unb zu biesem Zwecke auch ein Festesten zu veranstalten. Alle Collegen unb Freunbe bes Jubilars werden freundlichst hierzu: eingeladen. (D. Ztg.)

-r. Dorheim, 14. Juli. Der dahier als Knecht be­dienstete Ludwig H. aus Ringelshausen wurde in der Nacht vom Sonntag auf Montag auf hiesiger Ortsstraße in be­wußtlosem Zustande mit so bedeutenden Verletzungen am Kopfe vorgefunden, daß er in das Krankenhaus zu Fried­berg verbracht werden mußte. Sein Zustand soll ein höchst bedenklicher sein. Ob H. überfallen wurde oder sich bie. Verletzungen durch einen Unfall zugezogen hat, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden.

Darmstadt, 10. Juli. Po st Personalnachrichte in. Der Postassistent Rau in Lollar ist zum Postverwalter er­nannt und als solcher angestellt worden. Versetzt wurden, ber Ober-Telegraphenassistent SD b er t von Frankfurt a. M. nach Mainz, sowie bie Postassistenten Anbreß von Offen­bach a. M. nach Darmstabt unb Haas von Straßburg (Els.) nach Mainz.

Seligenstadt, 13. Juli. Ein bis jetzt unermittelt ge­bliebener Musiker von hier schmetterte am Freitag um bie Mitternachtsstunbe in ber Nähe bes Dragoner-Biwaks auf seiner Trompete bie Tagesreveille, wodurch das ganze Lager in Allarm gerieth. Der Schalk wurde zwar vom. Militär verfolgt, konnte aber nicht eingeholt werden.

Groß-Umstadt, 13. Juli. Der Vorstand ber Spar- unb Crebitkaffe Groß-Umstadt hat beschlossen, ber bevorstehenben Generalversammlung vorzuschlagen, die Zinsen, von sämmtlichen Spareinlagen um V4 pCt., also auf 33/4 pCt. zu erhöhen, dagegen die bisher üblichen Schenkungen für bie Zukunft einzustellen bezw. auf ein Minimum zu rebuciren.

Worms, 14. Juli. Aus bem Protokoll ber vorletzten- Versammlung des Hassia-Bezirks Worms (welcher 22 Militär­vereine umsaßt) ist zu entnehmen, daß bie Militärvereine beschlossen haben,bie Socialbemokratie entschieben zu be­kämpfen, ihr überall entschieben entgegenzutreten unb jebes Mitglieb, welches sich zu berselben bekennt, aus den Vereinen- zu entfernen."

Worms, 14. Juli. Die Delegirten der nationalliberalen Partei aus Hessen, Baden, ber Pfalz u. f. w. haben be­schlossen, bas biesjährige nationalliberale Parteifest , am Sonntag den 30. August in Worms, unb zwar auf ber sogen. Kieselwiese abzuhalten. Eine Vorberathung. bieserhalb hat gestern in Bensheim stattgesunben. Hervor­ragende Mitglieber ber nationalliberalen Partei sollen zu bem Feste erscheinen unb auch Reben halten.

Mainz, 12. Juli. Arn Samstag Nachmittag hat sich am Rheinufer ein bebaucrlicher Unglückssall zugetragen. An' bem Ufer spielten mehrere Kinber, besonders an der Lan­dungsbrücke ber Kostheimer Dampsboote. Eines der Kinder suchte nun die bereits verbrauchten Fahrkarten, welche von den Passagieren hinweggeworfen worden waren, und befanden sich einige solcher Karten in dem Spalt zwischen dem Ufer unb ber Lanbungsbrücke. Das Kinb langte nun mit feinen Häubchen in biefen Spalt hinein, um bie Fahrkarten zu er­langen - gerabe in biesem Augenblick stieß bas von Kostheim kommende Schiff an ber Lanbungsbrücke an unb würbe bie letztere baburch mit Gewalt gegen das User gebrückt und ba- bei bie eine Hanb bes Kinbes, welche sich gerabe in bem Spalt befanb, total zerquetscht. Das verunglückte Kind,, welches jämmerlich schrie, wurde in das Hospital verbracht.

vermischte».

* Ems, 13. Juli. Heute als am Jahrestage ber benk- würbigen Begegnung, bie König Wilhelm mit bem Grasen Benebetti hier aus der Brunnenpromenade hatte, war ber an jener Stelle vor ber zweiten Trinkstelle bes Kesselbrunnens in die Erde eingelassene Gedenkstein wieder mit einem großen Kranze und zahlreichen Blumen, darunter vorwiegend Kornblumen, bedeckt worden. Auch das Curorchester hatte der Bedeutung des Tages Rechnung getragen und ein patriotisches Programm für fein Frühconcert ausgestellt.

Reichenbach, 10. Juli. Hier tagte dieser Tage ehr Congreß der schlesischen Dicken. Durch Gewicht wurde festgestellt, daß 60 von ihnen über 100 kg., der schwerste aber, der übrigens seine Heimath inmitten des Webemothstandsbezirks hat, 143 kg wog. Dieser dickste der Dicken erhielt ein Mastschwein als Prämie. Außerdem ge­langten allerlei eßbare Gegenstände, deren Ausdehnung im richtigen Verhältniß zum Leibesnmsang der Dicken stand eine Cervelatwurst z. B. zeigte die ansehnliche Länge vou 2 Meter, zur Verloosung.