Fischerboote durch das Rettungsboot der Station Neufahr- wasser-Lootsenamt gerettet.
Straßburg i. E., 13. Juni. In der heutigen Sitzung beantwortete der Landwirthschaftsrath die von dem Unter- staatssecretär v. Schraut gestellte Frage, .betreffend die Behandlung gezuckerter Weine dahin, daß der^Matz von reinem Zucker von dem Declarationszwang befrtzMsein solle,- dagegen solle der Zusatz von Wasser und Zucker nur bei einem bestimmten Mindestgehalt an Säuren und Extracten zulässig und innerhalb dieser Grenzen dem Declarationszwang unterworfen sein.
Zillerthal i. Schl., 13. Juni. Aus der Schneekoppe find Nachts stärkere Schneefälle niedergegangen.
Ausland.
Paris, 13 Juni. Deputirten kämme r. In der heutigen Sitzung nahm die Kammer die Zuckersteuervorlage an, indem sie den vom Senat gestrichenen Artikel wieder herstellte, welcher einen Abfall von 15 pCt. für die Campagne 1890/91 erlaubt.
Neapel, 13. Juni. Der Lavastrom zeigt die Tendenz, gegen das O b s e r v a t o r i u m vorzuschreiten; der Haupt- frater wirft kleine Aschenmengen aus.
London, 13. Juni. Die von den Omnibusbediensteten angenommenen Bedingungen, unter denen der Vergleich zu Stande gekommen ist, sind der zwolsstü n bige Arbeitstag, die von den Gesellschaften angebotenen Löhne und wöchentlich ein dienstfreier Tag, jedoch unter Fortfall des Tageslohnes.
Petersburg, 13. Juni. Der Großfürst-Thronfolger ist vorgestern Abend in Chabarowka (Ostsibirien) eingetroffen.
Aus den acht im Zarthum Polen garnisonirenden Jnsanterie-Reserve-Regimentern Nr. 170—177 werden zwei Brigaden Nr. 43 und 44 zu je vier Regimentern mit den erforderlichen Brigade-Verwaltungen gebildet.
Petersburg, 13. Juni. Das Journal de St. Peters- bourg" theilt mit, daß der in Angelegenheiten der Juden- Emigration von Baron Hirsch hierher gesandte Arnold White wieder abgereist ist. Das Blatt fügt hinzu, White habe bei den oberen Verwaltungsbehörden eine ebenso günstige als wohlwollende Aufnahme gefunden, die russische Regierung würde es mit Befriedigung begrüßen, wenn die Mission White's von Erfolg begleitet wäre.
Bukarest, 13. Juni. Senat. In der heutigen Sitzung genehmigte der Senat die vom Kriegsminister Lahovary eingebrachte Creditforderung von 45 Millionen Francs zur Vollendung der Befestigungen und Armirung der Forts. Sämmtliche Redner ohne Unterschied der Partei sprachen für die Vorlage. Der Kriegsminister dankte den Rednern für ihre Unterstützung in dieser nationalen, patriotischen Frage.
Neueste Nachrichten
WvlstS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Basel, 15. Juni. Bei einem gestern stattgefundenen Eisenbahnunglück bei Mönchenstein (Jura-Simplon-Bahn) stürzten zwei Locomotiven, zwei vollbesetzte Personenwagen, ein Post- und ein Gepäckwagen in die hochgehende Birs. Bis jetzt sind 44 meist schrecklich Verstümmelte, über 100 Verwundete heraufgeholt, meistens erdrückt oder ertrunken. Die Gesammtzahl der Tobten wird aus 120 geschätzt.
Basel, 15. Juni. Bisher sind 46 Todte hervorgezogen worden, die Anzahl der noch unter den Trümmern im Wasser liegenden Todten wird von den an der Rettungsarbeit Betheiligten auf 35 geschätzt. Die Rettungsarbeiten sind wegen der hochgehenden Birs erschwert, sie wurden die ganze Nacht fortgesetzt. Der Personenverkehr wird durch Umste'igen bewerkstelligt, der Güterverkehr über die Centralbahn via Olten geleitet. Bisher verlautet nichts, daß Deutsche verunglückt.
Cocales und provinzielles.
Gießen, 15. Juni.
— Kunstverein. Während des Ober-Ersatzgeschäftes bleibt die Ausstellung des Kunstvereins im ehemaligen Hos- gerichtsgebäude geschloffen. Dieselbe wird — nach besonders erfolgender Mittheilung — demnächst mit 30 neuen Bildern wieder eröffnet werden.
— Reife Erdbeeren. Daß die kühle Witterung das Wachsthum unserer Pflanzenwelt wohl hemmen, aber nicht ganz einhalten kann, beweisen die Erdbeeren, von denen uns heute einige vollständig reife, am alten Steinbacher Weg gepflückt, überbracht wurden.
— Strauß.Coucert. Die bereits in Aussicht gestellten Strauß-Concerte werden nunmehr am 10. und 11. Juli üm Saale von Steins Garten stattfinden und wir können nur wünschen, daß denselben seitens unseres Publikums das regste Interesse entgegengebracht wird. In den Programmen der Strauß-Concerte sind die Namen Johann und Eduard Strauß stets in hervorragender Weise vertreten, dieser mit einer Anzahl der beliebtesten und bekanntesten Melodieen aus seinen Operetten und seinen so echtes Wiener Leben athmenden Walzern, jener mit seinen in den vornehmsten Ballsälen so begehrten und stets gern gehörten prickelnden Tanzweisen.
Turnerisches. Die gestern auf dem Hainig, einem von alten mächtigen Eichen umstandenen Platze bei Lauter- bach, gefeierte Turn fahrt des Gaues Heffen verlief trotz Les nicht besonders günstigen Wetters aufs Beste. Unter 45 angemeldete Wettturner wurden 20 Preise (Ehrentafeln) verheilt und zwar erhielten Preise: den 1. Carl Heuser, Turnverein Gießen- den 2. Leonhard Metzendorf, Lauterbach- Len 3. Ferd. Hachenberg, Lauterbach, Friedr Schön, Lollar, und Carl Decher, Alsfeld- den 4. Jacob'Diehl, Wetzlar- den 5. Carl Bischoff, Männerturnverein Gießen- den 6. Carl Brasch, Turnverein Gießen, Clemens Gary, Marburg, And Wilh. Grasse, Marburg- den 7. Hch. Kolb, Lauterbach- Len 8. Friedr. Pfaff, Lollar, und Jacob Von Eiff, Grünberg Len 9. Conrad Rencker, Lauterbach - den 10. Th. Müssing^
Turnverein Gießen, Emil Kant, Lauterbach, und Gerhard Rohrbach, Lollar- den 11. Wilh Ziegler, Turnverein Gießen, und Ludw. Hamel, Männerturnverein Gießen - den 12. Conr. Hildebrand, Schlitz. Unsere Turnerschaft hat also sechs Preise errungen. Davon der Turnverein vier, und zwar den 1., 6., 10. und 11., der Männerturuverein zwei, den 5. und 11.
— Feuer. Gestern Nachmittag gegen 6 Uhr wurde die Einwohnerschaft durch Feuerlärm erschreckt, der auch die an den Ausflugspunkten der Umgebung versammelten Gäste zur schleunigen Rückkehr nach der Stadt veranlaßte. Aus bis jetzt noch nicht ermittelte Weise war das in der Turnhalle der neuen Stadtknabenschule lagernde Baumaterial an Dielen, Fenstern u. s. w. in Brand gerathen, welcher bei dem herrschenden Winde und der leichten Brennbarkeit des Holzes so gewaltigen Umfang annahm, daß bald aus allen Oeffnungen der stattlichen Halle die Flammen in die Höhe loderten. An ein Retten der in der Halle lagernden Vor- räthe konnte natürlich nicht gedacht werden, die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die anstoßenden Gebäude zu erhalten und, nachdem das Feuer sein Vernichtungswerk vollendet, im Innern der Halle abzulöschen. Vom Dache der Turnhalle blieben nur noch die verkohlten Sparren übrig, während das Mauerwerk wohl für den Wiederausbau der Halle erhalten geblieben sein dürfe. Immerhin ist der Schaden ein bedeutender. Die Turnhalle ist seit Anfang dieses Jahres mit 20,000 Mk. versichert. — Denjenigen, welche sich für die am Mittwoch probeweise angewandte Löschmasse von Jos. Bauer in Wien interessiren und dieselbe für eintretende Brandfälle sich beschaffen wollen, fei bei dieser Gelegenheit mitgetheilt, daß Herrn Aug. Noll II. hier (Bahnhofstraße 51) der Alleinverkauf der Feuerlöschmasse für den Kreis Gießen übertragen worden ist.
— Das rühmlichst bekannte Waldhorn-Quartett der Königl. Hofcapelle zu Hannover, bestehend aus den Königl. Kammermusikern Herren Richter, Klöpfel, Ehrhardt, Unger, wird, unter Mitwirkung des Piston-Virtuosen Herrn Rammelt, ebenfalls Königl. Kammermusikers zu Hannover, am Freitag den 19. Juni in Steins Garten ein Concert veranstalten. Das Programm besteht aus Compofitionen von Marschner, Abt, Weber, Strauß, Neßler, Wagner 2c. und ist überaus geschickt zusammengestellt. Die Künstlervereinigung concertirt schon seit Jahren mit stets wachsendem Erfolge und glauben wir zuversichtlich, daß diese auch in Gießen, zumal ein gutes Waldhornquartett ein selten gebotener Genuß ist, zahlreiche Zuhörer finden werden. Wir glauben unsere Leser am besten zu insormiren, wenn wir ihnen eine Kritik einer auswärtigen Zeitung hier wiedergeben: „Lauterberg a. H., 20. Juni. Waldhorn-Concert. Ein selten schöner Kunstgenuß bot sich heute den Besuchern des so romantisch gelegenen Wiesenbeeker- teichs. Dort gaben nämlich die Königl. Kammermusiker Richter, Klöpfel, Unger und Herbig aus Hannover, unter Mitwirkung des Piston-Virtuosen Königl. Kammermusikers Rammelt aus Hannover ein großes Waldhorn-Quartett- Concert, wobei die genannten Künstler einen durchschlagenden Erfolg erzielten. Die einzelnen Piecen des reichhaltigen und vorzüglich gewählten Programms wurden mit einer Feinheit zum Vortrag gebracht, daß die aufmerksamen Zuhörer zu den lebhaften Beifallsspenden hingerissen wurden. Kein Plätzchen eignet sich auch wohl besser zu derartiger Musik, als gerade der inmitten des Waldesgrüns, umgeben von Bergeshöhen und Thalschluchten, idyllisch gelegene Wiesen- beekerteich. Dort, wo das Echo von Berg zu Berg wiederhallt, wo die spiegelglatte Fläche des stillruheuden Sees auch die leiseste Harmonie in die Ferne trägt, wo die Natur in stiller Einsamkeit ihren Triumph zu feiern scheint, bringt ein solches Waldhorn-Quartett eine wahrhaft bezaubernde Wirkung hervor. So kamen heute verschiedene Stücke, wie der Pilgerchor aus der Oper „Tannhäuser", Abendlied von Abt u. A. vorzüglich zu Gehör, namentlich aber fanden die einzelnen Piston-Soli unter Begleitung des Quartetts eine ganz besonders günstige Aufnahme- wir nennen nur Arie aus der Oper „Der Barbier von Sevilla", „Bravour-Polka" von Scheele und „Auf der Wacht" von Dierig, die den größten Beifall sanden. Die Künstler mußten sich zu verschiedenen Zugaben verstehen. Unter dem Publikum befand sich auch der Capell- meister Lachner aus Hannover, der dem Quartett in warmen Worten seine volle Anerkennung aussprach.
— Gestürzt. Ein Radfahrer aus Wetzlar kam gestern Nachmittag auf der Rodheimersttaße schwer zu Fall. Einige in der Nähe gehende Studenten, darunter auch ein Mediciner, führten den fast Besinnungslosen, anscheinend schwer Verletzten in das in der Nähe befindliche Haus, wo die sofort vorgenommene Untersuchung ergab, daß er außer einer starken Wunde im Gesicht und Verletzungen an einer Hand keinen ernsteren Schaden davon tragen wird. Nach Anlegung eines Nothverbandes erholte sich der Verunglückte, ein kräftig gebauter junger Mann, wieder soweit, daß er per Bahn in seine Heimath zurückkehren konnte.
— Kleine Mittheilnngen aus dem Grotzherzogthum Heffen. In Zwingenberg wurde am 10. d. M. eine Gesellschaft von fünf Personen festgenommen, die einem Wirth einen falschen Fünfzig-Markschein aufgehängt hatten, nachdem drei Personen zuvor in Bickenbach vergeblich versucht, denselben bei einer Wirthin anzubringen. — In Wöllstein verlor der Ackersmann Chr. Scheu auf höchst traurige Weise das Leben. Während er mit feinem Schwiegersohn einen Wagen Futter nach Hause fahren wollte, wurden die Pferde eines entgegenkommenden mit Backsteinen geladenen Fuhrwerks scheu und rannten gegen sein Fuhrwerk. Scheu wollte die Pferde aufhalten, wurde aber dabei niedergeriffen und der Wagen ging über ihn hinweg. Er starb fast augenblicklich. — Bei einer Grasversteigerung auf der M a u l b e e r - A u bei Worms ereignete sich am 11. d. M. ein trauriger Fall. Schnhmacher- meister Götz aus Hofheim, welcher der Grasversteigerung beiwohnte, erzählte seinem Nachbar während der Versteigerung von dem Leiden feiner Frau und sagte am Schluß zu ihm: Wenn meine Frau und Kinder nur so gesund wären
wie ich! Mit diesen Worten stand er aus und ging in berr Hof. Dort angekommen, brach er plötzlich, von einem Schlage getroffen, tobt zusammen.
— Die biesjährige Hauptversammlung ber Ludwig, und AliceStiftuag wird am 1. Juli in Groß-Gerau abgehalten werden.
— In Bezug auf den Tabakbau im Grotzherzogthum Heffen entnehmen wir einer soeben erschienenen Statistik, daß in dem abgelaufenen Erntejahre 1889/90 im Großherzogthum 48 533.31 Ar mit Tabak bepflanzt gewesen waren, während die Zahl der Tabakpflanzer im Ganzen 1730 beträgt. Die Menge des im obigen Jahre geernteten Tabaks in dachreifem trockenem Zustande betrug 898 520 Kg. mit einem Gesammtt werthe von 801911 Mk. Die Gewichtssteuer des Tabaks betrug 322 824.85 Mk.
— Inkrafttreten des Arbeiterschutzgesetzes. Der Zeitpunkt, zu welchem nach dem neuen Arbeiterschutzgesetz die aus die Arbeit an Sonn- und Festtagen bezüglichen Paragraphen ganz oder theilweise in Kraft treten, wird durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesraths bestimmt. Bis dahin bleibt es bei den gesetzlichen Bestimmungen. Die Bestimmungen über die Fortbildungsschulen gewinnen mit bem 1. October 1891 Gültigkeit. Im Uebrigen treten bie Wirkungen bes Gesetzes mit bem 1. April 1892 in ihr Recht. Für Kinber im Alter von 12 bis 14 Jahren, welche vor Verkündung dieses Gesetzes bereits in Fabriken u. f. w. beschäftigt waren, bleiben bie gesetzlichen Bestimmungen bis zum 1. April 1894 in Kraft. Für Betriebe, in welchen vor Verkünbung dieses Gesetzes Arbeiterinnen über 16 Jahre in ber Nachtzeit beschäftigt worben finb, kann bie Landes-Central- behörde bie Ermächtigung ertheilen, längstens bis zum 1. April 1894 solche Arbeiterinnen in ber bisherigen Anzahl während der Nachtzeit weiter zu beschäftigen, wenn die Fortführung des Betriebs im bisherigen Umfang bei Beseitigung ber Nachtarbeit Betriebsänberungen bebingt, welche ohne un- verhältnißmäßige Kosten nicht früher hergestellt werden können. Die Nachtarbeit darf in 24 Stunden die Dauer von 10 Stunden nicht überschreiten und muß in jeder Schicht durch eine ober mehrere Pausen in ber Gesammtdauer von minbestens einer Stunde unterbrochen fein. Die Tagschichten und Nachtschichten müssen wöchentlich wechseln.
* Meiningen, 11. Juni. In ber letzten Sitzung der hiesigen Handels- und Gewerbeka mm er hielt der Hauptcassier ber Werrabahn, Blank, einen Vortrag über das von ihm construirte System der Kilometer marken im Personenverkehr. Blank hält eine Verbilligung des Personengelbtarifs ohne Schädigung der Verwaltungen für möglich, wenn man nur den kostspieligen Apparat vereinfache. Er erklärt aber den Dr. Engel'schen Zonentarif für unannehmbar, den österreichisch-ungarischen Zonentarif zwar für einen Fortschritt, dennoch blos für einen Nothbehelf. Das jetzige Fahrkartensystem, aus den Kindheitsjahren des Eisenbahnwesens stammend, sei veraltet, es genüge heute nicht mehr und werde sammt einem Balast unnütz beschränkender Bestimmungen in naher Zukunft über Bord geworfen werden müssen. Redner schlägt an Stelle dieses veralteten Fahrkartenapparates das von ihm construirte Kilometermarkensystem vor, das, aufgebaut auf dem Grundsätze: „Der Reisende schreibt sein Fahrbillet selbst und srankirt die Fahrstrecke mittels auszuklebender Kilometermarken", was den Ansprüchen der neueren Zeit genügen und feiner Einfachheit wegen beim Publikum unschwere, ja dankbare Aufnahme finden werde. Als Tarifsatz schlägt Herr Blank vor: 6 Pfg. für 1. Klaffe, 4 Pfg. für 2. Klaffe, 2y2 Pfg. für 3. Klasse,. IV2 Pfg- für 4. Klasse pro Kilometer (gegen 8, 6, 4, 1 y2 Pfg. der preußischen Staatsbahn jetzt). An Stelle ber Buntscheckigkeit von Billets mit millioneuerlei Drucksatz trete dann ein einziges Fahrheft, auf dessen Blättern der Reisende selbst seine Route, deren Kilometerzahl und den Tag der Abfahrt ausfüllt und durch aufzuklebenden Marken den Fahrpreis begleicht, daheim in aller Ruhe ober erst auf dem Bahnhof, wo es ihm beliebt. Redner theilte sodann mit und erläuterte den Nutzen und die praktische Durchführbarkeit des Systems durch Beispiele. Herr Blank wird seine Vorschläge weiteren, berufenen Kreisen unterbreiten.
* Mannheim, 12. Juni. Ein seltsamer Postdieb- st a h l kam dieser Tage hier vor. Das achtjährige Kind eines Postbediensteten brachte seinem im Packraume beschäftigten Vater, wie schon oft, das Frühstück und nahm bei dieser Gelegenheit ein abseits liegendes kleines Packetchen mit. Mit Altersgenossinnen öffnete das Kind das Packet, in dem sich schöne bunte und glitzernde Steinchen befanden, deren Werth die Kinder natürlich nicht zu schätzen wußten. Die Kinder spielten damit und machten sich gegenseitig Geschenke. Auf der Post geriet!) man in Verzweiflung, beim das unscheinbare Päckchen, an einen hiesigen Juwelier adressirt, war mit 600 Mk. declarirt. Der Werth soll jedoch ein weit höherer gewesen sein. Mit Mühe und Noth brachte man bie bereits in zweite, dritte und vierte Hand übergegangenen Steinchen wieder bis auf drei Stück zusammen, welche bis jetzt noch fehlen.
* Getreideverbrauch in Deutschland. Der Verbrauch an Roggen und Weizen im Deutschen Reich ist auf 186 Millionen Centner berechnet, wovon 24 Millionen Centner zur Aussaat in Abzug zu bringen sind. Es kommen sonach von den verbleibenden 162 Millionen Gentnern bei einer Bevölkerung von 47 Millionen Einwohnern ca. 3J/2 Gentner auf den Kopf der Bevölkerung. Ein Gentner Getreide gibt 60 Pfund Mehl, diese 60 Pfund Mehl 81 Pfund Brod?
Verkehr, Land- «nd Volksrvirthschaft.
V«tzbach, 13. Juni. Wochen markt. Butter kostete per Pfund X 1,00—1,05, Käse per Pfund 46—47 Eier zwei Stück 11
»rLnberg, 13. Juni. Fruchtpreise. Weizen X 2360, Korn A 21.60, Gerste X 18.60, Hafer JL 16.40, Erbsen JL 20.—, Linsen JL —, Wicken JL , Lein JL Kartoffeln X 8.—.


