denn es handelt sich um einen Beschluß des Bundesrathes. Die Zeit ist gekommen, wo die Brenncampagne beginnt- in manchen Brennereien hat sie schon begonnen. Bei den hohen Kartoffelpreisen empfiehlt es sich mehr als je für den kleinen landwirthschastlichen Brenner, genau auszurechnen, wie ihn das Rohmaterial steht, damit er kein Geld zwecklos zum Fenster hinauswirft. Die Nebenausgaben in beiden Betrieben, als: Steuer, Arbeitslohn, Brennmaterial, Malz usw. sind wohl die gleichen. — Der Bundesrathsbeschluß hat wahrscheinlich den Zweck, die Kartoffeln als menschliches Nahrungsmittel möglichst zu erhalten, was bei dem Brennen zu Spiritus nicht der Fall ist.
cos Nieder Gemünden, 12. November. Volle 53 Jahre hat Herr Lehrer Rücker in hiesiger Schule mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Diensteifer gewirkt. Die Bürde seines Berufes, die bei einer sehr starken Schülerzahl an einer einklassigen Volksschule eine überaus anstrengende Thätigkeit erforderte, hat er mit Jugendkraft bis ins hohe Alter hineingetragen. Vor drei Jahren feierte er unter regster Theilnahme der ganzen Gemeinde, seiner Collegen und der vorgesetzten Behörde sein 50jähriges Dienstjubiläum. Von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste das silberne Verdienstkreuz Philipp des Großmüthigen verliehen. Jetzt hat er um seine Pensionirung nachgesucht und sie ist ihm unter Allerhöchster Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste gewährt worden. Um der Liebe und Werthschätzung — schreibt das Kreisblatt —, welche die Gemeinde dem aus dem Amte Scheidenden entgegenbringt, Ausdruck zu geben und als Zeichen ihrer Dankbarkeit wurde Herrn Rücker von dem Gemeinderathe einstimmig das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Nieder-Gemünden verliehen und die künstlerisch ausgestattete Urkunde hierüber von Herrn Bürgermeister Berg an der Spitze des Gemeinderaths unter herzlichen Worten der Anerkennung und Verehrung überreicht. Herr Rücker dankte in von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden schlichten Worten für die schöne und so überaus ehrende Ueberraschung, die man ihm bereitet. Er werde in seiner neuen Eigenschaft die mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch bethätigte Antheilnahme an dem Wohl und Wehe der mit ihm so innig verwachsenen Gemeinde um so lieber und stets zum Ausdruck bringen, soweit nur der ihm noch zugemessene Rest der Tage und die ihm noch beschiedenen Kräfte dies gestatten würden. — Möge Herr Rückert den wohlverdienten Ruhestand noch recht lange glücklich und in Frieden genießen!
Vermischtes.
* Marburg, 11. November. Ein lebhaftes Interesse erregt hier die seit gestern vor dem Schwurgericht verhandelte Untersuchungssache gegen den 24 Jahre alten Geschäftsführer Friedr. Wilh. Adolf Jüngst von Biedenkopf, zuletzt technischer und kaufmännischer Leiter der seinem Vater gehörigen Kunstwollspinnerei I. Jüngst & Co. zu Battenberg, der der
Brandstiftung angeklagt ist. In der Nacht zum 2. August d. I. brannte das Fabrikgebäude, sowie das angrenzende Wohngebäude des Spinnmeisters nieder. Während des Brandes schlief der Angeklagte in seiner neben dem Maschinensaale der Fabrik belegenen Wohnung so fest, daß die verschlossene Thür aufgeschlagen und er aus dem Schlaf aufgerüttelt werden mußte. Einige Zeit vor dem Brand war die früher mit 4OOOOMk. versicherte Fabrik mit 128000 Mk. bei der Nassauischen Brand-Versicherungs-Anstalt versichert worden und Angeklagter machte hieraus wiederholt die Bemerkung, daß es gar nicht schaden könne, wenn die alte Bude nun abbrenne. Angeklagter glaubt, daß das Feuer durch Selbstentzündung naßgewordener Wolle entstanden sein könne. Der Spinnmeister belastet den Angeklagten sehr schwer und hält ihn für den Brandstifter. Zu den bisher erschienenen 18 Zeugen sind noch weitere 30 Zeugen vorgeladen worden. (Nach Schluß der am 12. fortgesetzten Verhandlung wurde der Angeklagte freigesprochen. Red.)
* Wegen Selbstverstümmelung ist der Schuhmacher Klausen aus Graul von der Kieler Strafkammer zu einem Jahre Ge- fängniß verurtheilt worden. Kl. sollte Ende März zur Stellung- seine Braut, die durchaus im Herbst heirathen wollte, erklärte ihm, wenn er Soldat würde, so sei die Verlobung ausgehoben. Darauf hieb er sich das erste Glied vom rechten Daumen mit einem Beile ab und hoffte nun bestimmt, vom Militärdienst befreit zu werden. Kl., der vorher zum Dienst mit der Waffe befähigt, wurde wider Erwarten nach der Selbstverstümmelung zum Oeconomiehandwerker bestimmt- er gab Anfangs an, er sei das Opfer eines Raubanfalls geworden, mußte aber schließlich die That einräumen.
Literatur uud Amust.
— Unter dem Titel: ,Die Werkstatt, Meister KonradS Wocherrzetturlg" erscheint als Central-Organ und Anzeigeblati für alle deutschen Gewerbe-Vereine ein Blatt, über dessen Brauchbarkeit und Nützlichkeit für alle Handwerker wenig Worte zu verlieren sind. Die uns vorliegende Nummer enthält z. B. u. A. folgende Artikel: Bemalte Möbel, Schöne Marmorirung auf Zink, Fortschritte in der Herstellung von tadellos gespannten Sägeblättern, Nützliche Anwendung der Mannesmann-Röhren, Holzimprägnirung; unter der Rubrik: „Aus der Welt" eine gedrängte Uebersicht über wichtige Weltbegebenheiten; für „Werkstatt und Comptoir": Betrachtungen über Arbeiter- Verhältnisse; zur „Fortbildung und Belehrung": Der deutsche Handwerker in Nord-Amerika, Moltke als Bräutigam, Electrisch gebändigte Thiere, dichtende Handwerker usw. Das Blatt kostet durch die Post bezogen 1.15 Mk. pro Vierteljahr.
— Es ist uns eine Freude, heute unfern Lesern ein Buch empfehlen zu können, das fich^zwar besckeidentlich nur eine Bismarck- Anthologie nennt, — Stuttgart, Verlag von Otto Weifert, elegant gebunden 6 Mk. — aber in seinem reichen, sorgfältig ausgewählten und geordneten Inhalt nicht einfach eine Reihe von mehr oder weniger bekannten Aussprüchen Bismarcks, sondern eine Selbst- characteristik des Menschen und Staatsmannes bietet, wie fie treffender kaum gedacht werden kann. Was Bismarck gewesen und was er geworden, wie er unablässig an sich selbst weiterarbeitend stets nur das eine Ziel, Deutschlands Größe und Einheit vor Augen hatte, das wird diese Bismarck-Anthologie dem deutschen Volke vorführen als ein Vermächtniß des großen Mannes für seine Nation, in deren
Dienst er sein ganzes Leben gestellt. Die einzelnen Abtheilrmgm dieser Bismarck-Anthologie, die Alles umfassen, was äußere unt innere Politik, die persönliche und die amtliche Stellung des Reichskanzlers angeht und in die richtige Beleuchtung rückt, sind mit feinem Verständnitz geordnet und wer den Entwicklungsgang Bismarcks kennen lernen, wer seine Stellung zu dm verschiedenen Parteien erfassen will, der nehme diese Bismarck-Anthologie zur Hand. Sie ist ein deutsches Buch in des Wortes bester Bedeutung. Sie zeigt, was wir besessen haben und was wir noch besitzen in diesem Manne und sie lehrt uns von Neuem bewundern und anerkennen das Werk, das er geschaffen. Das ist Zweck und Ziel dieses schön und geschmackvoll ausgestalteten Buches, und wenn wir dasselbe unseren Leser» empfehlen, so thun wir es namentlich auch mit dem Hinblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit, wo diese Bismarck-Anthologie gewiß eines der schönsten und werthvollsten Geschenke bildet, die man auf dem Büchermärkte findet.
Vermehr, Land- unb VolkswLvthschuft.
C Grünberg, 12. November. Unseren heutigen sogenannten „letzten Gallmarkt" begünstigte ein wunderschöner Herbsttag, den man umsoweniger erwartete, als noch am gestrigen Tage ein starker Sturm mit einzelnen Regenschauern getobt hatte. Da dieser Markt der letzte Vtchmarkt des JahreS ist, so ist an ihm der Auftrieb mit Vieh, namentlich Schweinen, gewöhnlich febr stark. Das war auch beute wieder der Fall. Dec Handel mit Rindvieh ging flau; das Angebot übertraf die Nachfrage; denn um diese Zeit schafft eben der Landmann an Vieh ab, was er nicht nothwendig zu gebrauchen hat. Infolge dessen blieben die Preise etwas gedruckt. Auf dem Schweinemarkt zeigte sich ein lebhafterer Handel. Vielfach werden hier von Käufern noch Jungschweine zum Einlegen für das eigene Schlachten gekauft. Die Preise hielten sich auf dem nun gewohnten, sagen wir normalen Stand. Bezahlt wurde per Paar Ferkel 12 bis 18 Mk., 18 bis 24 Mk., 24 bis 36 Mk., für Läufer 40 bis 50 bis 60 Mk. und noch höher je nach der Qualität. — Der Krämermarkt war mit Verkaufsbuden gut besetzt und das schöne Wetter hatte vielen Besuch herbeigeführt. Händler mit warmen Schuhen und sonstigen Winter- waaren hatten gute Kundschaft.
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(alte'Leipziger) gegr. 1830.
Bei der Gesellschaft wurden in der Zeit vom 1. Januar bis 31. October 18914783 Anträge über 32 949 550 JL Versicherungssumme gestellt (306 Anträge und 2193 000 Versicherungssumme mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) und 580 Versicherte mit einer Versicherungssumme von 3 562100 JL als gestorben angemeldet. Der Versicherungsbestand der Gesellschaft stellte sich am 31. October 1891 auf 53 000 Personen und eine Versicherungssumme von 354 Millionen Mark, der Vermögensbestand auf 93 Millionen Mark, die Dividende der Versicherten beträgt im laufenden Jahre, wie in jedem der letzten Jahre, 42pCt. der ordentlichen Jahresbeiträge.
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