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Diese Ziffern sind aber insofern ungenau, als die von Ber­liner Hühnern und solchen der nächsten Umgegend gelegten Eier, die nicht ans der Bahn eingeführt wurden, nicht mit­gerechnet sind. Daß natürlich nicht alle Eier von Berlinern gegeffen werden, sondern ein großer Theil des Verbrauchs auf die Berlin besuchenden Fremden entfällt, braucht nicht erwähnt zu werden.

* Hinrichtung. Am Samstag srüh 6V2 Uh* wurde, tote aus Güstrow gemeldet wird, daselbst durch den Scharf­richter Reindel aus Magdeburg die Hinrichtung des seiner Zeit wegen dreifachen Raubmordes, begangen an dem Erb­pächter Meyer, dessen Ehefrau und fünfjähriger Tochter, zum Tode verurtheilten Raubmörders Gustav Busch unter eigen- thümlichen Nebenumständen vollzogen. Nachdem srüh 6 Uhr der Pastor Wollenberg es vergeblich versucht hatte, den Ver­brecher auf seinen letzten Gang würdig vorzubereiten, machte der Delinquent, ein Mensch von herkulischer Stärke, noch einen Fluchtversuch. Nachdem er die in der Zelle anwesenden beiden Wärter bei Seite gestoßen, überrannte er die drei vor der Thür postirten Wächter, eilte durch die Wohnung des Wärters Voß und sprang von dort aus einem Fenster des zweiten Stockes in den gepflasterten Hof hinab, von too et: möglicherweise entkommen wäre, wenn er nicht in Folge des Sturzes einen Beinbruch erlitten hätte. Unter Wehklagen und Stöhnen wurde der Verurtheilte hieraus dem Schars­richter übergeben und nach wenigen Sekunden war das Ur- theil vollzogen. Die Leiche wurde sofort eingesargt und mit dem nächsten Zuge nach Rostock befördert, um daselbst der Anatomie übergeben zu werden.

* Bamberg, 12. Juli. Am hiesigen zweiten Gym­nasium (Rector Schmidt), das erst seit letzten October er­öffnet ist, wurde gestern der 20. (mit Worten Zwanzigste) Schüler dimittirt, eine Leistung, die bei der Kürze der Zeit alle Achtung einflößen muß. Der dimittirte Nr. 20 ist ein Opfer der Eggolsheimer Eisenbahn-Katastrophe- er wanderte an die Unfallstelle, bekam Durst und kehrte ein.....

* Künstlich erzeugter Regen. Das nordamerikanische Ackerbauministerium hat am 22. Juni in der Nähe der Bundeshauptstadt einen Versuch zur künstlichen Regen­erzeugung vornehmen lassen. ^Zu diesem Zwecke wurde ein mit Explosivstoffen gefüllter Ballon emporgelassen und mittelst electrischer Batterie die Explosion hoch in den Wolken be­werkstelligt. Bald daraus ging ein freilich nur kurze Zeit an­haltender wolkenbruchartiger Regenguß hernieder- ob er aber nicht auch ohne die Explosion erfolgt wäre, ist eine Frage, über deren Lösung die Washingtoner Wettergelehrten noch nicht einig sind. Die Versuche, zu deren Vornahme der letzte Congreß 7000 Dollars bewilligt hat, sollen an anderen Orten in größerem Maßstab sortgesetzt werden. Zwei weitere inzwischen angestellte Versuche scheinen wohl einen Knall-, aber keinen flüssigen Erfolg gehabt zu haben.

* Auch eineFamiliennachricht". Bekanntlich müssen die an der Ostgrenze wohnenden preußischen Besitzer den Zu- und Abgang ihres Schweinebestandes zum Schweine­register anmelden. Der Ortsvorsteher eines Grenzdorfes erhielt nun, wie dieOstd. Zeitung" erzählt, dieser Tage folgenden Anmeldezettel:Bitte den Allerhochwerthesten Standesbeamten, Meine Schwein hat kleinen 12 Ferkel, 7 berge (Börche), 5 Sauen bitte Einzutragen". Folgt die Unterschrift.

* Paris, 8. Juli. Romantisches Schicksal. Am letzten Samsrag kam ein 77jähriger Greis Namens Thomas aus Corbigny (Niedre) nach dem Finanzministerium, um einen Jahresgehalt von 2500 Francs einzuziehen. Dieser wurde ihm bewilligt, weil er, wie sein Taufschein besagt,an der Beresina" geboren ist. Seine Mutter war ihrem Gatten, einem Offizier der kaiserlichen Garde, nach Rußland gefolgt und kam an dem furchtbaren Tage nieder, da die russischen Kugeln das aus dem Rückzüge begriffene Heer decimirten. Vater und Mutter wurden getödtet - des Neugeborenen nahmen sich die Kosaken an und später sorgte die russische Regierung für ihn. Aber sobald Thomas seine Volljährigkeit erreicht hatte, trat er die Reise nach der Heimath seiner Eltern an und ließ seine französische Nationalität beglaubigen.

* eine heitere Episode spielte sich kürzlich in einer Ka­serne in Karlsruhe ab. Den zu einer Uebung einberu- senen Reservemännern wurden die zahlreichen öffentlichen Locale verlesen, welche die Mannschaften nicht betreten dürfen. Habt ihr alles verstanden?" lautete die Frage des Vor­gesetzten. Da tritt einer, der auch des Königs Rock trägt, hervor und erklärte, daß die Wirthschast zum N. N. sein Eigenthum sei. Allgemeine Verblüffung undDie können wir Ihnen allerdings nicht verbieten!" war die Antwort.

* Naiver Bescheid. Mama:Was! Jetzt willst Du baden gehen, Richard, in der Kälte?" Söhnchen:Was thuts, Mama, ich ziehe mir ja zwei Paar Schwimm­hosen an!"

Universität» - Nachrichten.

Der Musikdirector an der Heidelberger Universität, Herrn Professor Wolsrum, wurde aus Anlaß seines jüngst er­schienenen Buches über die Entstehung des protestantischen Kirchen­liedes von der Leipziger phllosophischen Facultät zum Doctor honoris causa ernannt.

Hamburg, 10. Juli. Das Hamburg-Newyorker Poftdampf- schiffScandia", Capitän Kopff, von der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Actien-Gesellschaft, am 27. Juni von hier direct nach Newyork expedirt, ist am 10. Juli, 7 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Land- nnd Volksn>irthschaft.

(Bieten» 14. Juli. Marktbericht. Auf dem Heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,001,10, Hühnereier 1 St. 5-7, 2 St. H, Enteneier 1 St. 6-7 2 St. - 4,

Käse pr. St. 58 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar X 0,700,90, Hühner pr. Stück X 1,001.30, Hahnen pr. St- X 1,001,20, Enten pr. Stück

2,00-2,20, Ochsenfleisch pr. Pfd- 7074 4, Kuh- und Rindfleisch 6064 4, Schweinefleisch 56-64 4, Hammelfleisch 5076 4, Kalb­fleisch 5056 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 9.009,50, Weißkraut pr. St.--4, Zwiebeln per Centner* 13,014,0, Milch per

Liter 1218 4, Kirschen per Psd. 1014 4-

Arankfrrrt a. M., 13. Juli. Am samstägigen Haupt- schwetnemarkt bestand die ganze Zufuhr in 160 fetten Schweinen und 26 Zuchtferkeln. Die Preise gingen bei fetten Schweinen in die Höhe und stellten sich für erste Qualität auf 58 bis 60 4, für zweite Qualität auf 56 bis 57 4 pro Pfund Schlachtgewicht.

Am Brennholz-Markt werden bie©orten eben verkauft: Buchenscheitholz erster Klasse X 9.60, zweiter Klaffe X 8, dritter Klasse X 7. ; Tannenscheitholz erster Klaffe X 7.50, zweiter Klaffe X 6. per Raummeter; Buchenwellen X 2.50, Tannenwellen X 3.50 per Hundert.

Literatur «nd Nnnft.

Nr. 40 (2. Jahrgang) der Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung für junge Mädchen »Da- Ha«-Mütterchen^ ist erschienen und hat folgenden Inhalt: HauSwirthschaftlicher Theil: Das Heranwachsende Mädchen. Aus den Aufzeichnungen einer Koch­schülerin. Schlechte Gewohnheiten. Wahres Wort. Wie kauft man am besten ein. Vom Kochen der Kartoffel. Die richtige Haltung des Körpers. Unterm Blüthendach. Der verunglückte Kuchen. Handarbeiten. Gesundheitspflege. Küchenzettel und Recepte. Unterhaltender Theil: Die Strandliese. (Fortsetzung.) Einen Falter sah ich kosen. Cyanen. Bunte Ecke. Auskunftsecke. Briefkasten. Anzeigen. Abonnements auf daSHausmütterchen" nehmen sämmtltche Postansialten und Buchhandlungen entgegen. Probe­nummern werden jederzeit gratis abgegeben von dem Verlage: Emil K a u l f u ß, Ueckermünde.

Eine Zeichnung von I. V. Scheffel. Daßder Dichter desTrompeter von Säkkingen" auch zeichnete und zwar sehr hübsch zeichnete, dürfte nicht jedem seiner Verehrer bekannt sein. Eine an­sprechende Probe seiner Kunst bringt die Nummer 28 derGarten- larrbe"; dort finden wir die getreue Holzschntttnachbildung einer in tocpiatönen wirksam angetuschten Zeichnung von der Ruine Reichen- berg im Forstbachthal, welche Scheffel vor Jahren seinem Freunde W. H. Riehl, dem bekannten Novellisten und Culturhiftortker, zur Erinnerung an eine gemeinsame Rheinreise gestiftet hat. Was W. H. Riehl in derselben Nummer den Lesern von dieser Rheinfahrt erzählt, daS ist so anziehend und enthält so ungemein characteristische Züge, daß einem wirklich das Herz aufgeht. Ein Stück Wander­poesie thut sich in diesen schlicht geschriebenen Zeilen des großen Forschers auf, wie man es sich schöner und idealer kaum denken kann; man möchte nur den einen Wunsch hinzufügen, daß diese Art von froher Wanderlust und sinnigem Wandergenuß der deutschen Jugend nie verloren gehen möge.

Zur männeren Jahreszeit hat wohl ett^Jeder das Bedürs- niß,'häufiger zu baden, und sei daher an dieser Stelle auf den unter dem Namen ^Aachener Badeofen" allgemein bekannten Waffer- strom-Heizapparat für Gas hingewiesen, welcher vor allen anoeren Badeöfen den Vorzug hat, daß er keiner Bedienung bedarf und über­raschend schnell wirkt, so daß man mittelst dieses Apparates in der Lage ist, sich ohne Beihilfe von Dienstboten in etwa 510 Minuten ein warmes Vollbad zu bereiten; bat man mittelst eines Zünd­hölzchens das Gas angezündet, so fließt das warme Wasser sofort aus; man entkleidet sich und - das Bad ist fertig. Die verbrannten Gase können in einem Kamin oder, da dieselben nicht feuergefährlich sind, auf einen Speicher 2c. abgeleitet werden. Ein weiterer Vorzug dieses Badeofens besteht darin, daß derselbe das Zimmer nicht er­wärmt; ist im Winter Heizung erforderlich, so kann dieselbe auf höchst bequeme Weise durch die neuen Regenerativ-Gasheizöfen er­folgen, welche ihre Hitze vorzugsweise auf den Fußboden ausftrahlm und dadurch eine dem Körper außerordentlich wohlthuende Wirkung Hervorrufen; letztere Oefen wurden mehrfach vrämiirt und bedarf es wohl kaum der Erwähnung, daß dieselben frei von allen den bis­herigen Gasöfen anhaftenden Mängeln sind. Angefertigt werden die Aachener Bade- und Heizöfen von A. G. Houben Sohn Carl in Aachen.__________________

Promenaden > Concert am Mittwoch den 15. Juli. Programm: 1. Eine Huldigung dem Kaiser! Marsch 'von Burald. 2. Ouvertüre z. Op.Moses in Egypten" von Lindpaintner. 3. Prinz Eugen nach den älteren Aufzeichnungen. 4. Wiener Blut! Walzer von Strauß. 5. A. M. 113.

Briefkasten.

F. J. Thellen Sie uns gefl. Ihre volle Adresse mit, alsdann findet das Eingesandt Aufnahme. Auf anonyme Einsendungen müssen wir verzichten. Die Red.

Temperatur der Lahn und Lust

gemessen am 14. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:

Wasser 141/2, Lust 19 Grad Reaumur.

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Bekanntmachung.

Wegen Ausbau des Kohlwegs ist derselbe bis auf Weiteres gesperrt.

Wieseck, am 13. Juli 1891.

Großh. Bürgermeisterei Wieseck.

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Lich, am 13. Juli 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.

Oberhesfisch-Bayerischer

Güterverkehr.

Vom 16. d. M. ob gelangen birecte Frachtsätze zwischen der Bayerischen Sta­tion Mach und den Oberhessischen Sta­tionen zur Einführung. Nähere Aus­kunft ertheilen die Güterabferttgungs- stellen.

Gießen, den 11. Juli 1891. 6478

Großb- Direction

der Oberhessischen Eisenbahnen.

In dem Concurs über das Ver­mögen des Vogelsberger Berg­werk-Vereins in Gießen ge­langen zur zweiten u.Schlußvertheilung unter den JL 16 852.91 betragenden Forderungen der unbevorzugten Gläu­biger 1516.71 oder 9%. Einsicht des Vertheilungsplanes kann auf der Gerichtsschreiberei Großherzl. Amts­gerichts dahier genommen werden.

Gießen, 13. Juli 1891.

A. v. Jungenseld,

Türk. Pflaumen

wieder eingetroffen.

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