Madrid, 12. November. Infolge des Sturmes ist ein Dampf boot des spanischen Geschwaders bei der Stadt Garzia gescheitert. Fünf Personen ertranken.
London, 12. November. Der durch den Sturm im Lande und in London selbst angerichtete Schaden ist bedeutend. Bei Sandgate war das Schiff „Bienvenue" gescheitert und erst nach wiederholten Versuchen, ein Rettungsboot ins Meer zu setzen, gelang es demselben, Abends 27 Mann zu retten. Die Geretteten waren 14 Stunden im Takelwerk geblieben.
Loudon, 12. November. Der „Times" wird aus Santiago gemeldet: Fonseca ernannte eine Commission, welche über Alle, die sie für Th eil ne hm er am Aufstande halte, summarisch aburtheilen solle. Mehrere Deputirte seien in ausländische Gesandtschaften geflohen.
Konstantinopel, 12. November. Die Quarantaine für die Provenienzen aus Arabien bis Kunsudah ist von 10 auf 5 Tage herabgesetzt. Von Kunsudah bis Bab- el-Mandeb bleibt die zehntägige Quarantaine.
Newyork, 12. November. Nach einer Depesche aus Buenos-Ayres begann der Aufstand in der Nacht zum 9. November in der Provinz Rio Grande und nahm schnell zu. Der größte Theil der Provinz ist zur Zeit in den Händen der Aufständischen. Fonseca sandte auf Ersuchen des Gouverneurs von Rio Grande Verstärkungen dorthin. Das Ziel der Erhebung scheint die Bildung einer gegen die Dic- tatur Fonsecas gerichteten, aus liberalen und conservativen Elementen zusammengesetzten Nationalpartei zu sein. Ein Decret Fonsecas annullirt alle bei der Errichtung der Republik dem Congresse gewährten Concessionen.
Newyork, 12. November. Der von Chicago um Mitternacht abgegangene Zug wurde um 1 Uhr Morgens, 23 Meilen von Milwaukee, von Räubern geplündert. Die Beute dürfte 100000 Dollars und mehr betragen, da dieser Zug gewöhnlich Geld der Banken in Milwaukee führt.
Chicago, 12. November. Anläßlich des Jahrestages der Hinrichtung der Anarchisten im Jahre 1887 sand gestern eine anarchistische Versammlung statt. In Folge einer aufreizenden Ansprache eines Redners entstand Erregung, sodaß der Polizei-Jnspector zum Einschreiten veranlaßt wurde. Als er, sich der Rednertribüne nähernd, das amerikanische Banner neben der rothen Fahne zu hissen verlangte, entstand lebhafter Tumult. Mehrere Theilnehmer der Versammlung schickten sich an, gegen die Polizei thätlich vorzugehen. Der Jnspector beharrte indeß aus seiner Forderung. Die Versammlung wurde schließlich ausgehoben.
Washington, 12. November. Die Regierung empfing die Mittheilung, die Truppen in drei Städten der Provinz Rio Grande do Sul machten gemeinsame Sache mit den Gegnern Fonsecas.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 12. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." sagt bezüglich der Reden Salisburys und Rudinis: „Wir haben die feste Ueberzeugung, daß England und Italien gleichmäßig entschlossen sind, ihr gewichtiges Wort für Erhaltung des Friedens, wenn derselbe bedroht ist, in die Waagschale zu werfen."
Berlin, 12. November. Die „Voss. Ztg." meldet aus Petersburg, es sei die Errichtung eines Forts längs der chinesisch-persischen Grenze beschlossen.
Berlin, 12. November. Die „Kreuz-Zeitung" meldet aus Petersburg: Bisher seien 12 Millionen Rubel für die Nothleidenden verausgabt worden. Der Bezug amerikanischen Getreides werde amtlich erwogen.
Berlin, 13. November. Der Antrag auf Diätenbebe zu g durch die Reichstagsmitglieder wird erneuert eingebracht.
Berlin, 13. November. Der Zusammenbruch der bedeutenden hiesigen Schlächter-Firma Tiedemann erregt Aussehen. Als Ursache wird angegeben, daß Tiedemann aus sehr großem Fuße lebte und sehr hoch spielte.
Berlin, 13. November. Nach den „Bert. Pol. Nachr." wurde zwischen den Seeuser-Staaten vereinbart, daß jeder Staat verpflichtet ist, in seinen Landeshoheits-Grenzen Schiffswracks zu beseitigen.
Berlin, 13. November. Die königlichen Fabriken stellen neue Arbeiter ein, die Artilleriewerkstatt 1000, das Feuerwerks-Laboratorium 500, die Geschützgießerei 300 Mann.
Berlin, 13. November. Die „Voss. Ztg." meldet aus Petersburg: Als Ergebniß des Ausfuhrverbots fallen die Gersten- und Haserpreise. Bei Vermehrung der Zahl der Nothleidenden sollen 1892 keine Eisenbahnen und Hasenarbeiten für die Kronrechnung ausgeführt werden.
Wien, 12. November. Der Ministerrath berieth über die Decentralisation der galizischen Eisenbahnen. Die Forderungen des Polenclubs wurden mit den Interessen der Kriegsverwaltung in Einklang gebracht.
Brest, 12. November. Ein junger Mann, welcher beim Vorübergehen russischer Seeoffiziere „Hoch Deutschland!" gerufen hatte, wurde polizeilich bestraft.
Rom, 12. November. Das Gerücht besteht fort, der Papst empfehle in einer demnächstigcn Bulle die Abhaltung des Conclave im Auslande.
London, 12. November. Die Pensylvania - Eisenbahn ertheilte Ordres auf 70,000 Tons Schienen, wodurch der amerikanische Eisenmarkt befestigt wurde.
Localer uni provinzieller.
Gießen, 13. November 1891.
— Neues Theater. „Ein Lustspiel" von Roderich Benedix sand gestern seine Wiederholung. Dies Lustspiel ist wohl emS der besten Schöpfungen des Dichters, aber doch sind die in einem solchen Stücke nothwendigen Verwechselungen bezw. Mißverständnisse, welche die Lachersolge erzielen sollen, in diesem Stück nicht so humorvoll, oder besser gesagt, humoristisch, wie z. B. diejenigen in „Alfreds Briefe" oder in dem heute zur Aufführung gelangenden Lustspiel „Pension
Schöller." Der ganze Inhalt dreht sich um eine Junggesellen- wirthschaft, welche schließlich durch die „gefürchtete Heirath" ihre Auflösung findet: Bei einer Beamtenwittwe wohnen drei Junggesellen, der Gerichtsrath a. D. Brömser, der Musikdirector Bergheim und der Advokat Dr. West. Insbesondere ist der alte Rath ein geschworener Feind der Ehe und sucht nun auf alle mögliche Weise seine beiden Gesinnungsgenossen und schließlich auch seinen Neffen, Karl Fichtenau, vom Heirathen abzuhalten. Diese fragen aber wenig nach seinen Rathschlägen, verlieben sich sehr bald und lassen den alten Rath schließlich mit der Junggesellenwirthschast allein, der es dann, als seine Wirthin eines schönen Tages erklärt, das Haus zu verkaufen und wegzuziehen, auch für das Beste hält, um die langgewohnte Bequemlichkeit nicht einzubüßen, auch zu heirathen und zwar — seine Wirthin. Der alte Rath (Herr Paul Ernst) und der schüchterne, in Heiraths- angelegenheiten so unbeholfene Musikdirector (Herr Adolph Peickner) sind die einzigen Figuren, welche dem Stücke Leben, in diesem Falle etwas Reiz verleihen. Beide Rollen wurden auch sehr gut dui chgesührt. Die übrigen Rollen waren ebenfalls gut besetzt bis auf das Dienstmädchen der Frau Hainwald, (Frl. Krüger), welche für diese Stellung doch etwas zu nobel aussah und wohl eher die junge schöne Wittwe repräsentirt hätte. — Den Besuch des heute zum ersten Male hier zur Aufführung gelangenden Lustspiels „Pension Schöller" können wir sehr empfehlen, dasselbe hat überall Sensation erregt.
— Herr Westmark, welcher heute Abend im „Einhorn" hier seinen angekündigten Vortrag über den Congo halten wird, hatte bereits das Vergnügen, als preußischer Spion in einem französischen Polizeigewahrsam zu schmachten. In Lons-le-Saunier hielt er einen Vortrag und wurde nach Schluß desselben als deutscher Spion verhaftet und trotz der Vorlegung der Papiere, wonach er sich als in Stockholm gebürtiger, schwedischer Staatsangehöriger auswies, die Nacht über hinter Schloß und Riegel gehalten, da die französischen Behörden Stockholm an die Ufer des Rheines verlegten. Erst aus Requisition der schwedischen Botschaft ward dem schwedischen Preußen die goldene Freiheit wiedergegeben. Herr Westmark wird nur diesen einen Vortrag halten, da er am nächsten Montag in Dresden sprechen will.
— Stenographisches. Entsprechend der allgemeinen Anerkennung, welche die Stenographie in unserer Zeit findet, wächst die Zahl derer, die sich ihrer befleißigen, immer mehr und dringt fortwährend in wettere Kreise ein. So erfreut sich der unter Leitung des Herrn Dr. Pitz stehende und vom hiesigen Gabelsberger Stenographenverein eingerichtete Unterrichtscursus einer sehr regen Betheiligung. Auch in Pfungstadt ist der im Jahre 1883 eingegangene Gabelsberger Stenographenverein durch den dortigen Rector der höheren Bürgerschule, Herrn Eduard Pfaff, ein langjähriges und ebenso eifriges wie thätiges früheres Vorstandsmitglied des hiesigen Stenographenvereins, wieder mit einer ansehnlichen Mitgliederzahl ins Leben gerufen worden. In militärischen Kreisen weiß man sich die riesigen Vortheile der Schnellschrift ebenfalls dienstbar zu machen, denn, wie wir erfahren, erhalten eben sämmrliche Unteroffiziere des Husaren- Regiments Nr. 13 und des Infanterie-Regimentes Nr. 81 Unterricht in der Gabelsberger'schen Stenographie, was wir mit Freuden begrüßen.
— Znvaliditäts- und Altersverficherung. Nach § 16 des bezeichneten Reichsgesetzes ist für den Anspruch auf Invalidenrente die Zurücklegung einer fünfjährigen Wartezeit und für den Anspruch aus Altersrente die Zurücklegung einer dreißigjährigen Wartezeit vorgesehen. Um den Versicherten jedoch möglichst frühzeitig den Genuß der Invalidenrente oder eti. Altersrente zuwenden zu können, ist bestimmt, 1. daß für diejenigen Versicherten, welche in den Jahren 1891 bis 1895 invalide werden, die fünfjährige Wartezeit für die Invalidenrente sich um diejenige Zahl von Wochen vermindert, während welcher sie nachweislich in den Jahren 1886 bis 1890 in einem Arbeits« oder Dienstverhältniß gestanden haben, welches ihre Versicherungspflicht begründet haben würde; 2. daß für diejenigen Versicherten, welche das 40. Lebensjahr vollendet haben, sich die dreißigjährige Wartezeit für die Altersrente um so viele Beitragsjahre vermindert, als ihre Lebensjahre die Zahl 40 übersteigen, wenn sie nachweislich in den Jahren 1888 bis 1890 ins- gesammt mindestens 141 Wochen hindurch in' einem Arbeitsoder Dienstverhältniß gestanden haben, welches ihre Versicherungspflicht begründet haben würde. Krankheiten, militärische Dienstleistungen und vorübergehende, jährlich höchstens 4 Monate andauernde, Arbeitsunterbrechungen werden dem Arbeits- oder Dienstverhältniß gleichgeachtet. Die alsbaldige Einbringung der fraglichen Nachweise liegt sehr im Interesse der Versicherten, um dieselben eintretenden Falls vor Nachtheilen zu schützen. Die Großh. Bürgermeisterei wird deshalb in den nächsten Tagen an die Arbeitgeber die Aufforderung ergehen lassen, für die von ihnen beschäftigten Versicherten, soweit möglich, Arbeitsbescheinigungen zu ertheilen, soweit nöthig auch die Versicherten zur Beschaffung der etwa weiter erforderlichen Nachweise zu veranlassen, damit diese Bescheinigungen mit der ersten Quittungskarte an die Versicherungsanstalt eingesandt werden können, woselbst deren Aufbewahrung am zweckdienlichsten erfolgt. Formularien zu Arbeitsbescheinigungen sind bei Wilh. Klee dahier erhältlich. Bezüglich der Dienstboten ist beabsichtigt, diese Bescheinigungen bei dem Quittungsumtausch von Amtswegen auf Grund des vorzulegenden Dienstbuches zu ertheilen.
— Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 30) enthält: 1. Uebersicht über die von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für 1891—92 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürsnisse der Gemeinden Ober- und Unter-Hambach im Kreise Heppenheim. 2. Bekanntmachung, die Umlage der land- und sorstwirth-
schaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogthum Hessen pro 1890 betreffend. 3) Bekanntmachung, die Umlage der israelitischen Religionsgemeinde Gräfenhausen für 1891—92 betreffend. 4. Ordensverleihungen. 5. NamenS- veränderungen. 6. Dienstnachrichten. 7. Charactererthei- lungen. 8. Ruhestandsversetzungen. 9. Concurrenzeröffnungen. 10. Sterbefälle.
Friedberg, 7. November. Unsere Stadtkirche, dieses herrliche Baudenkmal aus dem XII. Jahrhundert, bedarf dringend der Restaurirung. In welchem Umfange dieselbe vorgenommen werden soll, darüber sind die bis jetzt zu Rath gezogenen Sachverständigen abweichender Ansicht. Die Schwierigkeit ist um so größer, als die Mittel zu einer gründlichen, den stolzen Bau vor einem Zerfall sichernden Restaurirung noch keineswegs vorhanden sind. Zwar haben die Stände des Landes 100000 Mark zur Verfügung gestellt, doch ist diese Summe keineswegs ausreichend. Am Mittwoch waren Mitglieder des Großh. Oberconsistoriums und des Großh. Ministeriums hier, um mit Sachverständigen abermaligen Augenschein des Bauwerkes zu nehmen und sich über ev. weitere Schritte in der Angelegenheit schlüssig zu machen.
Klein - Krotzenburg (bei Seligenstadt), 10. November. Tragischer Todesfall. Der etwa 50jährige Todten- gräber Zimmermann aus unserer Nachbargemeinde Groß- Krotzenburg vergnügte sich am Sonntag auf unserem Nachkirchweihfeste durch reichlichen Branntweingenuß und schlief dann hinter dem Ofen einer hiesigen Gastwinhschast ein. Aus seinem Schlafe sollte er indessen nicht mehr erwachen — als Leiche wurde er in das Gemeinde-Wachtlocal verbracht. Dem Vernehmen nach hatte der Mann ziemlich rasch einen halben Schoppen Schnaps getrunken.
Worms, 11. November. In einer gestern stattgehabten Sitzung des engeren Comites für den Wahlkreis Worms- Heppenheim - Wimpfen zur Errichtung eines Nationaldenkmals für den Fürsten Bismarck erstattete der Schriftführer des Landescomites, Herr Verwaltungsdirector Menges, Bericht über das Ergebniß der Sammlung für das genannte Denkmal. Hier eingegangen sind bis jetzt im Ganzen Mk. 11,489.71, wovon auf den Wahlkreis Worms- Heppenheim-Wimpsen 6690.69 (davon die Stadt Worms allein 4319.17), auf den Kreis Alzey-Bingen 1049.67, auf die beiden Odenwaldkreise 1116.65 und auf die oberhessischen Kreise 2632.70 Mark entfallen. Die Wahlkreise Mainz und Darmstadt rechneten direct mit dem Central - Comits in Berlin ab.
vermischtes.
Frankfurt a. M., 11. November. In den letzten Tagen sind wieder verschiedene Hallen auf dem Ausstellungsplatz verkauft worden. Die Pfungstädter Bierhalle geht in den Besitz der Maschinenfabrik von Breuer u. Co. in Höchst a. M., die sie als Cantine verwenden wird. Die Halle für Feintechnik kaufte die hiesige Firma Vinassa-Bastert, die Volksbierhalle, deren Betrieb seit Samstag eingestellt ist,, wurde von Gebr. Helfmann erworben. Die Main-Ausstellung wird Ende dieser Woche vollständig beseitigt sein, ebenso die Pumpenleitung vom Main durch das Nizza auf den Berg in der Ausstellung. Im Abbruch sind außer den letzthin mit- getheilten Gebäulichkeiten die Halle für Chemie, die Lauffeuer Kraftübertragung und die Jnstallationshalle. Die Räumung des großen Kesselhauses geht mit größter Beschleunigung vor sich. Die große Maschinenhalle ist bis auf die Abtheilung Siemens u. Halske geräumt, am Montag wird mit ihrem Abbruch begonnen. Dem Inhaber der Münchener Bierhalle ist aufgegeben, bis Ende dieses Monats für die Räumung des Platzes zu sorgen. Der Abbruch des Theaters und einiger anderer Gebäude geht etwas langsamer vor sich, da die Arbeitgeber ihrem beständigen Arbeiterpersonal so lange wie möglich Arbeit geben wollen.
* Hanau, 10. November. Die Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung u. A. wegen Facultativstell- ung aller rheinischen Retourbillete vorstellig zu werden, da zur Zeit z. B. nicht gestattet ist, auf ein Retourbillet Frank- furt-Rüdesheim linksrheinisch zurückzufahren. Ein weiterer Beschluß ging dahin, in Anregung zu bringen, daß auch die so wünschenswerthe Erhöhung des zulässigen Gewichtes für gewöhnliche Briese im Verkehr mit Deutschland und Oester- reich-Ungarn von 15 auf 20 Gr. zur Berathung im Plenum des Handelstages gestellt wird.
* Wie aus Berlin gemeldet wird, ließ sich neulich Kaiser Wilhelm ein Lanzengewehr vorführen. Erfinder desselben ist der Kunstschlosser Dietrich in Potsdam. Die Waffe soll den Zweck haben, durch die Vereinigung von Schuß und Stich den Cavallerieangriff zu verstärken. Dietrich hat schon verschiedene andere Erfindungen gemacht, die ihm freilich nicht, zuviel einbrachten.
* Berlin, 6. November. In der letzten Sitzung der Freien Vereinigung selbstständiger Fleischermeister wurde beschlossen, eine allgemeine große Versammlung der Berliner Schlächtermeister einzuberufen, um gegen die an Küchenchefs, Köchinnen 2C. zu zahlenden sogenannten „Monatsgelder" Einspruch zu erheben. Der Vorsitzende wies, wie die „Allg. Fleischer-Zeitung" berichtet, darauf hin, daß manche Köchin monatlich 50 Mk. von dem Schlächter erhalte und bei den großen Gastwirtheu habe die Unsitte des Verabreichens von Monatsgeldern an das Personal schon einen Umfang angenommen, der ganz unleidliche Zustände geschaffen habe.
* Auch ein Steuercuciosum. Auf der dieser Tage in Erfurt abgehaltenen Generalversammlung des „Fischerei- Vereins für den Regierungsbezirk Erfurt" theilte der Vorstand die interessante Thatsache mit, daß der Verein für die Fischbrutanstalt jährlich 'ns^ehn Pfennige staatliche Gebäudesteuer und an die Stad:gemeinde jährlich einen Pfennig Zuschlag zur Gebäudesteuer zu bezahlen habe. Letzteren bezahle


