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Bekanntmachung der Absicht könne, In die Redactions- Fischer, Hauck, Keßler und

U«n»hme »en Anzeigen zu der Stechmittagl für dm S»<jlGMdm Log erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr.

Alle Rmrsncm-Vureaux deS An. und SuNondeS nrtzi^K eigen für denGießener Anzeiger" mtge-^

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Krankheit von der öffentlichen der Heirath abgesehen werden Commission wurden die Abgg. Schuh gewählt.

Bordeaux, 12. November.

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beiden folgenden Tagen Jagden ans Rehe, Dam- und Schwarz­wild abzuhalten.

Die Wiedereröffnung oder eigentlich Fortsetzung der am 9. Mai abgebrochenen Reichstagssession steht vor der Thür und hiermit wird in die innere deutsche Politik wieder ein frischerer Zug kommen. Im Bundesrathe ist in den letzten Wochen tüchtig gearbeitet worden, um bis zum Zusammentritte des Parlaments am 17. November wenigstens den Etat für 1892/93 und die beiden Nachtragsetats für 1891/92 fertigzustellen, welches Ziel wohl auch erreicht werden wird. Freilich haben in Folge dessen die anderen Vorarbeiten für die Wintertagung des Reichstages erheblich zurückstehen müssen und es begreift sich daher, wenn in dieser Beziehung noch nichts Näheres bekannt geworden ist. Da indessen bereits ein paar kleinere Vorlagen fertiggestellt und außerdem aus der Sommersession die Novelle zum Krankenkassengesetz und das Telegraphengesetz übrig sind, so wird es dem Reichstage gleich beim Zusammentritte an Arbeitsstoff nicht fehlen. Zu wünschen ist nur, daß sich die Reichsboten zur Wiederaufnahme der parlamentarischen Ge­schäfte möglichst zahlreich einstellen, zumal der erste Abschnitt

Berlin, 12. November. Der Bundesrath stimmte dem Gesetzentwürfe wegen Feststellung des Reichshaushalts­etats für 1892/93, dem zweiten Nachtrag für den Etat von 1891/92 aus der Aufnahme einer Anleihe für Marinever­waltungszwecke zu und verwies den Entwurf wegen Aufnahme einer Anleihe für die Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Eisenbahnen, sowie die Uebersicht über die Reichsausgaben und Einnahmen für 1890/91 an den Ausschuß für Rechnungswesen, den Entwurf über die Einnahmen und Ausgaben im Schutzgebiete an die Ausschüsse für Rechnungs­wesen, Handel und Verkehr, endlich den Antrag Braunschweigs betreffend die Abänderung des § 184 des Strafgesetzbuchs an den Ausschuß für Justizwesen.

München, 12. November. Der Ausschuß der Kammer genehmigte auch den letzten Artikel der Novelle zum HeimathS- und Verehelichungsgesetze nach dem Vorschläge der Regierung und unter Ablehnung der Anträge, welche die rückwirkende Kraft des Gesetzes specialisiren wollten, anstatt zweifelhafte Fälle einem Richterspruche zuzuweisen. Der Minister des Innern hatte dargelegt, daß die Novelle nur Werth habe, wenn ihr für alle früheren Fälle rückwirkende Kraft beige­legt werde. Schließlich gelangte noch der Zusatz zur Annahme, daß uneheliche Kinder bei der Heirath der Mutter die bis­herige Heimath beibehalten und daß bei lebensgefährlicher

Neueste Nachrichten.

Wolfis telegraphische Larresporrdenz-Buremr.

Berlin, 12. November. Der Ausschuß des deutschen Handelstages sprach sich heute für die Veranstaltung einer internationalen Ausstellung in Berlin aus.

stadt", mit Holz beladen, ist bei Pointe de la Coubre ge­scheitert. Die Mannschaft, ausgenommen der Schiffsjunge, wurde gerettet.

Cherbourg, 12. November. Der Czar beantwortete das Glückwunschtelegramm des Maires von Cherbourg mit folgendem Telegramm von Livadia vom 11. d. Mts.: Die Kaiserin und ich danken Ihnen und allen Stadträthen Cherbourgs für die warmen Glückwünsche. Ich war immer gerührt über den freundschaftlichen Empfang, welchen die Stadt jedem den Hafen passirenden russischen Kriegsschiffe zu bereiten pflegt.

der Wintersession ohnehin knapp genug bemessen ist, wozu eine Beschlußunfähigkeit des Hauses herzlich schlecht paffen würde.

Die nunmehr als feststehend zu betrachende Ernennung des Propstes Dr. v. Stablewski zum Erzbischof von Posen-Gnesen hat in einem großen Theile der deutschen Presse wegen der polnischen Nationalität des neuen Ober­hirten der Posener Erzdiöcese eine ungünstige Beurtheilung erfahren. Von Seiten der Berliner Regierungsblätter und auch einiger anderen Zeitungen wird daher die Ernennung des Herrn v. Stablewski jetzt vertheidigt und hierbei mit daraus hingewiesen, daß die preußische Regierung mit dem verstorbenen Erzbischof Dr. Dinder trotz dessen deutscher Nationalität nicht immer gut gefahren sei, so daß sie es jetzt wieder mit einem Polen auf dem erzbischöflichen Stuhle von Posen probiren wolle. Nun, man kann da der preußischen Regierung nur ausrichtig wünschen, daß dieses Experiment zum Guten ausschlagen möge.

Die Capitalistenwelt Berlins, namentlich was die sogenannten kleinen Capitalisten anbelangt, stand in jüngster Zeit unter dem Eindrücke einer förmlichen Panik, welche durch den unerwarteten Sturz angesehener Berliner Bankhäuser hervorgerufen worden war. Glücklicherweise hat sich indessen die Befürchtung bezüglich weiterer finanzieller Katastrophen am Berliner Platze nicht gerechtfertigt und tritt daher in weiteren Kreisen des Publikums wieder eine allmähliche Beruhigung ein. Leider sind die Vermögens- Verluste, welche das Publikum bei den Fallissements der Firmen Hirschfeld & Wolff und Friedländer & Sommerfeld verzeichnen muß, in keiner Weise wenigstens etwas aus­zugleichen und es kann daher nur gehofft werden, daß be­sonders die kleineren Capitalisten die scharfen Lehren, welche in diesen Vorgängen liegen, in Zukunft beherzigen.

Als Kind war sie zum Oefteren in Blankensee gewesen, aber eben als Kind, das unmittelbar genießt und hinnimmt, was sich ihm bietet. s

Der vorige Herbst hatte sie mit neuen, offenen Sinnen in denselben ungekünstelten, glücklichen Kreis geführt. Das innige, vertraute Familienleben, das sich auch bei vielen Gästen behauptete, ohne etwas von seinem himmlischen Reiz, seiner herzgewinnenden Eigenart zu verlieren, die natürliche Ein­fachheit des Verkehrs, die schlichte, sich hingebende Weise der Cousinen, alles, alles hatte ihr eine andere, ihrem reinen Gemüth und nerchdenklichen Sinn ansprechendere Welt er­schlossen, als jene, die sie einen kurzen Wintertraum lang mit künstlichem Lichte berauscht hatte. Sie athmete erleichtert aus, sie fühlte sich frei und leicht, ihr war zu Muth, als habe sie sich wiedergewonnen.

Und hatte sie nicht eine Schuld gegen denViertels­vetter", gegen den Vetter, wie sie selbst ihn jetzt kurz nannte, mit nach Berlin genommen?

Nock mußte sie, wenn ihr der Sturz von der Ruine in die Erinnerung kam, vor Schrecken die Augen schließen.

Es sei gar nicht so gefährlich damit gewesen, hatte er hinterdrein versichert. Aber die andern sagten ganz anders, und sie wußte -selbst am besten, welcher Gefahr sie sein starker Arm, fein kühnes, edles Herz entrissen hatte. Um ein Haar wäre er dabei verunglückt.

Er war überhaupt so gut, so tüchtig, so ganz vor­trefflich ! Sie hatte das nachher erkannt und sich ihres Trotzes gegen ihn geschämt.

Womit aber konnte sie ihm danken und ihr Unrecht gut machen, als indem sie ihm Zutritt in ihrem Elternhause ver­schaffte und so Gelegenheit sand, ihm Freude zu bereiten.

Ottilie saß, während eine glänzende Gesellschaft die Räume ihres elterlichen Hauses durchwogte, gedankenverloren allein in einem reizend ausgestatteten kleinen Gemache, das von einer rosa Ampel matt beleuchtet war. Der Platz, auf dem sie sich niedergelassen, bildete eine Art Grotte, die nieder­hängende Palmenwedel in grüne Dämmerung hüllten.

Es war in Kurzem bereits die dritte große Abend­gesellschaft, die ihre Eltern gaben, und von Robert Emling keine Spur!

Ja, ja, ich schreibe seinen Namen ja aus," hatte Edgar ihr ungeduldig geantwortet.

Sie und ihr Viertelsvetlcr.

Erzählung von I. Bonnet.

(5. Fortsetzung.)

Die Festlichkeiten im Hause des Präsidenten Rehmer waren in diesem Winter zahlreicher und glänzender als je. Er war durch den Titel Excellenz ausgezeichnet worden. Die Freunde der Familie flüsterten sich zu, er werde wegen seiner Verdienste um das Gerichtswesen auch noch geadelt werden, was er, als ihm das Gerücht zu Ohren kam, in selbst­bewußter Bescheidenheit von sich wies. Ottilie, die seit einem Jahre in die Welt eingeführt war, bildete neben ihrem Bruder Edgar, dem schmucken Kürassieroffizier, einem vollen­deten Cavalier, den Stolz des Hauses und zugleich einen zauberischen Anziehungspunkt für die vornehme Herrenwelt. Lieutenant Hecht, bekannt als ein etwas leichter Lebemann, aber auch als dereinstiger reicher Erbe, verkehrte als gern gesehener Hausfreund in der Familie, und es gehörte kein großer Scharfsinn dazu, vorauszusagen, daß, wenn der Schein nicht trog, ihm vielleicht in nicht zu langer Zeit nähere Rechte eingeräumt werden würden. Alles zusammen gestaltete die Festlichkeiten, wie das ganze Leben und Treiben im Hause des Präsidenten Rehmer großartiger denn je. Rechnete man dazu noch die Soireen in befreundeten Häusern, Concerte, Theater, Bazare, so kostete es eine ordentliche Anstrengung, sich ohne Ermüden durchzuwinden.

Als Ottilie im vergangenen Winter den perlenden Schaum des großen Gesellschastslebens zum ersten Male ge- kostet hatte, da hatte ihr nichts in der Welt so wunderschön gedünkt. Fast trauernd war sie von dem letzten Balle ge­schieden. Mochte der Frühling, der Sommer immerhin die freundlichere Jahreszeit sein, Freuden, wie sie sie eben ge­nossen, konnte nur der Winter gewähren, nach dem ihr be­rauschter Sinn stürmisch verlangte.

O/ wie hatte sie sich nicht auf diesen Winter gefreut!

Sollte sie schon in ihrer maifrischen Jugend erfahren, daß wohl durch seltsame Fügung das, woraus man sich am mngestümtesten gefreut hat, getrübt wird und zum Leide ausschlägt? -

So schien es ihr, obwohl sie sich um den tieferen Grund für ihr Empfinden vergeblich das Köpfchen zermarterte.

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Deutsches Reich.

Berlin, 12. November. Der Kaiser begab sich Donnerstag Nachmittag nach Letzlingen, um daselbst in sellschaft einer größeren Anzahl geladener Herren an

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Kind, wir werden ja schon an ihn denken," entgegnete flüchtig der Vater.

Die Mutter ließ, als sie immer wieder daraus drang, daß er eingeladen werde, etwas fallen von en petit comite, wofür er sich besser eignen werde Familienabende gab es kaum und warf ihr endlich gar Marotten vor.

Zuerst hatte Ottilie gemeint, Robert habe sichs, wer weiß, aus welchem nichtigen Grunde, in den Kopf gesetzt, überhaupt in ihrem Elternhause keinen Besuch zu machen, da, wie sie wußte, die Blankenseer Verwandten ihm nahe gelegt hatten, sich ihren Eltern vorzustellen.

Heute Nachmittag, als sie der Tante schrieb, war sie im Begriff, ein Wort der Erkundigung nach dem spröden Viertelsvetter einfließen zu lassen. Indem hörte sie den Diener auf dem Corridor mit einem Fremden verhandeln. Aufspringend eilt sie zur Thür. Sie mußte seine Stimme kennen, wenn er es war. Allein, schon hatte der Diener den Besucher verabschiedet und als sie die abgegebene Karre in der Hand hielt, erkannte sie ihre Täuschung.

Die Karte ins Empfangszimmer tragend, sah sie etwas Weißes auf dem Teppich unter dem Tische.

Robert Emling!" entfuhr es ihr staunend.

Er war dagewesen und Niemand hatte seines Besuches gedacht, er galt für ein Null, obwohl den Ihren bekannt war, daß sie ihm ihre gesunden Glieder, vielleicht ihr Leben ver­dankte. O, das war unlieb! Es war arg!

Aus den Sälen drang das Summen der Stimmen, klang Musik und rauschte der Tanz zu Ottilien her in die Stille ihrer Palmeneinsamkeit.

Sie hatte stundenlang getanzt, war gefeiert und um­schwärmt worden, ganz wie es ihr, der schönen, einzigen Tochter des Hauses, zukam. Aber eine wahre Herzensfreude war.ihr das alles nicht gewesen. Es erschien ihr so her­kömmlich, so selbstverständlich, so verbraucht. Sie hätte viel lieber gewünscht, den an ihrer Seite zu sehen, der anders war als die andern alle, der es nicht verstand, zu schmeicheln und den Hof zu machen.

Die Thränen kamen ihr im Groll darüber, daß ihr nicht gestattet wurde, ein klein wenig nur ihre Schuld gegen ihn abzutragen.

(Fortsetzung folgt.)

Bekanntmachung,

6etr. Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuchen, hier in Kloppenheim und Bruchenbrücken.

Zu Bruchenbrücken und Kloppenheim im Kreise Friedberg ist in je einem Gehöfte die Maul- und Klauenseuche ausge­brochen.

Gießen, den 11. November 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

1891

Samstag Leu 14. November

Nr. 266