Direktionen selbst einen io hervorragenden Antheil nehm.», die gleiche Vergünstigung nachsuchen.
— Wie das „D. T." hört, haben sich die Vorstände der RettuLgsanstalten für verwahrloste Kinder in Arnsburg, Grafenhausen, Hühnlein und Jugenheim i. Rh. in einer ge- «einsamen Eingabe an Hrohd. Ministerium mit der Bitte gewandt, daß für die auf öffentliche Kosten nach Maßgabe der Bestimmungen des Zwangserziehungsgesetzes in den gedachten Anstalten untergebrachten Kinder eine angemessene Erhöhung des Pflegegeldes stattfinden möchte. Die gedachten Anstalten begründen ihr Gesuch hauptsächlich damit, daß sie die ihnen aus dem Wege der freiwilligen Liebesthärigkeir zugehenden Gaben, nicht wie dies bei den jetzigen Pflegegeld' sätzen geschehen müsse, in hervorragender Weise zur Erfüllung der Vorschriften des Zwangserziehungsgesetzes mitverwenden dürfen.
— Bezüglich der Lebensdauer der im Biergewerbe thätigen Personen hat Sendtner („lieber Lebensdauer und Todesursache beim Biergewerbe") unter Benutzung eines 30jährigen Sterberegisters der Stadt München nachgewiesen, daß die Lebensdauer solcher Personen ganz beträchtlich hinter dem mittleren Lebensalter zurückbleibt. Todesursachen sind meist Herzkrankheiten, wie überhaupt das Verhältniß der Sterblichkeit an Herzkrankheiten jur Gesammtsterblichkeit in der bayerischen Hauptstadt unter allen deutschen Städten am größten ist. Dieses Verhältniß ist übrigens im Lause der Jahre nicht constant geblieben, sondern hat überall zugenommen, am meisten in Berlin, für welche Stadt zugleich der Verbrauch importirter Biere in nahezu erschreckender Weise gestiegen ist.
** Villingeu, 12. Juni. Großes Aussehen erregt hier folgender Vorfall: Der 41 Jahre alte, schon längere Jahre leidende Landwirth Friedrich Z. von hier beauftragte am gestrigen Nachmittag seinen Sohn mit einem AuSgangc. Beim Zurückkehren des jungen Mannes fand derselbe seinen Vater in dem Zimmer, wo er sich vorher aufhielt, nicht mehr vor. Man suchte und fand Z. in dem in dem Keller befindlichen 1,25 Meter tiefen, mit Wasser angefüllten Brunnen stehend als Leiche. Ob man es hier mit einem Unglücks falle oder mit Selbstmord zu thun hat, wird nicht aufgeklärt werden- können.
DermifdHe».
* Weimar, 10. Juni. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des „Vereins für Massenverbreitung guter Schriften" wird am 28. Juni dahier stattfinden. Gegenstand der Tagesordnung bilden außer dem satzungsgemäßen Jahresbericht, der Rechnungsablegung und der alljährlichen Ersatzwahl in den Hauptvorstand, Anträge auf Statutenänderung; desgleichen hofft man das Urtheil des Preisgerichtes über das im vorigen Jahre erlassene „Preisausschreiben", auf welches hin 83 Sendungen eingelaufen sind, verkünden zu können. Der Verein, dessen Proteetorat bekanntlich unser Großherzog übernommen hat, ist in erfreulichstem steten Wachsthum begriffen. Er zählt jetzt an 5300 Mitglieder, 32 Zweigvereine, sowie über 70 Ortsvertretungen und hat in einem Jahre rund 450,000 Einzelhefte unter's Volk gebracht.
* X Aus Ostpreußen werden vom Ende der vergangenen Woche starke Nachtfröste gemeldet. Kartoffeln, Gemüse und selbst Obstbäume sind in Littaucn, dem fruchtbarsten Striche Ostpreußens, auf großen Strecken erfroren. Auch von der Mitte dieser Woche meldet die „Danz. Ztg.", es habe in Flatow so stark gefroren, daß Kartoffeln, junge Gemüse, Bohnen und Gurken vernichtet sind. Der Roggen ist, soweit er schon in Blüthe stand, derartig beschädigt, daß die Ernte als verloren gilt.
Univcrfitäts - Nachrichten.
Marburg, 11. Juni. Im Wintersemester 1890/91 betrug die Zahl der immatricultrten Studirenden 859, hiervon gingen ab 291, demnach verblieben 568. Dazu sind im Sommersemester 1891 gekommen 384, sodaß die jetzige Gesammtzahl 952 beträgt. Außer diesen immatricultrten Studirenden haben noch 18 Personen vom Rector die Erlaubniß zum Hören der Vorlesungen erhalten, danach erhöht sich die Gesammtzahl der Berechtigten mithin auf 970. Von den immatricultrten Studirenden entfallen 185 (145 Preußen,
40 Nichtpreußen) auf die evangelisch-theologische, 168 (150 Preußen, 18 Ntchtpreutzen) auf die jurlfliiche, 276 (231 Preußen, 45 Nichl- preußen) auf die medictntsche und 323 (240 Preußen, 83 Ntcht- preußen) auf die philosophische Facultät. Der Staatsangehörigkeit nach verthtilen sich die Studirenden auf folgende Länder: Preußen 747 (Hessen-Nassau 297), übrige Reichsländer 138, Oesterreich- Ungarn 9, Frankreich 1, Großbritannien 13, Niederlande 2, Rußland 5, Schweiz 9, Türket 1, Afrika 2, Amerika 1, Asien 4, Australien 1.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 12. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Juni von Bremen und am 3. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Eingesandt.
Gießen, 13. Juni.
Milchenr-Anftatt. Ein zeitgemäßes Unternehmen, wie es an allen größeren und vielen kleineren Plätzen schon lange besteht, soll demnächst auch in Birklar ins Leben treten. Der Pachter des Hofgutes Birklar beabsichtigt auf Anregung hiesiger Aerzte durch eigens diesem Zweck gewidmete Viehhaltung mit Trockenfütterung die sogenannte Curmilch zu produciren, welche den Abnehmern täglich in versiegelten Flaschen zuaestellt wird. Zur Kinder-Ernährung und für Reconvalescenten gilt diese Milch überall, wo sie etngeführt ist, als beliebte und segensreich wirkende Neuerung und steht zu erwarten, daß dieses Unternehmen auch hier sich rasch Eingang ver- schaffm wird.
ttteratnx rind Kauft
— Da- neue Buch der Statur. Von A. v. Schweiger- Lerchenfeld. (Mit ca. 400 Illustrationen, darunter zahlreichen Vollbildern.) Wien, Pest und Leipzig. A. Hartlebens Verlag. 1891. In 35 Lieferungen X 50 Pf. Später complet in zwei Bänden Groß- octao mit zusammen 70 Bogen. Wir haben unlängst unsere Leser mit diesem eigenartigen, fesselnd und belehrend geschriebenen Werke, dessen erste Lieferung uns damals vorlag, bekannt gemacht. Nun sind weitere vier Lieferungen (2 bis 5) in unsere Hände gelangt, deren Inhalt alle hcrvorgehobenen Vorzüge von Neuem bekundet. Ein geistvolles, längeres Capitel über das „Licht" führt uns die wundersamen Wirkungen vor, welche dasselbe auf die organische Natur auSübt. Sowohl dieser Abschnitt, als der nächstfolgende über die „Wärme", weichen wesentlich von der üblichen Darstellung in physikalischen Handbüchern ab. Es ist einer der nicht zu unterschätzenden Vorzüge des Schweiger-Lerchenfeld'schen Buches, daß es uns auf jeder Sette mitten in die Naturdinge hineinstellt und uns gewissermaßen zuruft: So liegt die Sache, schaue sie dir genau an, es bedarf ja hierzu nur offener Augen und verständigen Sinnes. Mit einer fefi«' üben Abhandlung über die Atmosphärische Electricität schließt der ent Theil des Werkes ab. Die nächstfolgenden Capitel sind den „@L.! enten der Bodenkunde" gewidmet. Sehr inftructtv ist der Abschnitt „Die Formen der Erdoberfläche", welcher sich wie ene amüsante Plauderei liest. Andere Capitel enthalten „Die chemischen Wirkungen auf die Erdoberfläche" und „Die Verwitterung und ihre Products, durchwegs trefflich gelungene Darstellungen. Die meisten Illustrationen sind sehr glücklich in Bezug auf die Dinge, die sie bildlich erläutern sollen, gewählt. Die Vollbilder sind prächtig, manche sehr anmuthig, wie z. B. die Darstellung „Im hohen Gras". Alles in Allem darf unser Urtheil dahin gehen, daß wir es hier mit einer überaus nützlichen und tüchtigen Arbeit zu thun haben.
Arrszrrg aus den Stan-esaintsregisterir
der Stadt Gießen.
Aufgebote.
Juni: 8. Löb Engel, Kaufmann dahier, mit Clara Katz von Garbentetch. 11. Heinrich Faber, Ackersmann zu Hochelheim, mit Marie Feller zu Großen-Linden. 11. Julius Hütt, Kellner zu Frankfurt a. M., mit Barbara Theresia Straub daselbst. 11. Wol Katz, Kaufmann, Wittwer dahier, mit Lena Heidelberger zu Burgsinn. 12. Georg Ferdinand Jost, Apotheker zu Freinsheim i. d. Pfalz, mit Sophie Mathilde Karoline Luise Limpert von hier. 12. Hans Louis Paul Alexander Müller, Photograph dahier, mit Luise Sophie Helene Pflüger hierselbft.
Ehrschtießungeu.
Juni: 10. Heinrich Meyer, Holzbildhauer dahier, mit Dorothea Lüttich Wittwe, geb. Stein, Hierselbst. 10. Johann Louis Lotz, Vicefeldwebel dahier, mit Elise Zell von Nidda. 10. Wilhelm Riebel, Locomotivheizer bei der Main-Weser-Bahn Hierselbst, mit Elisabeth Spies von hier. 10. Ludwig Großer, Apotheker dahier, mit Anna Wilhelmine Adolfine Johannette Beling Hierselbst. 10. Wilhelm Schneller, Taglöhner dahier, mit Eltsabetha Kreiling von Heuchelheim. 10. Philipp Rühl, Schreiner dahier, mit Elise Leuning Hierselbst.
Geborene.
Juni: 1. Dem Schuloerwalttr Georg Jacob Oehlenschläger ein Sohn, Georg Jacob. 2. Dem Druckerelbesitzer Curt v. Münchow eine Tochter, Erna Carola. 3. Dem Fuhrmann Ludwig Kreusiel
eine Tochter, Henriette. 3. Dem Pfarrer Franz Schwabe eine Tochter. 3. Dem EiMlvreher August Smrtz em Sohn, Ther»dor Karl Peter Ludwig. 4. Dem Prioatdocent Dr. Lothar Heffter ein Sohn, Werner Constantin Wilhelm Karl. 5. Dem Bremser bet den Oberbesstschen Bahnen Heinrich Bender eine Tochter, Johanna. 6. Dem Waaner- metster Karl Ltndenstruth ein Sohn. 6. Dem Wagnermeister Louis Faber ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. 7. Dem Zu- chneider Heinrich Möller eine Tochter, Carola Henriette Marte Franziska Kätha. 9. Dem Kaufmann Wilhelm Fritsch eine Tochter. 10. Dem Buchhändler OScar Zack eine Tochter, Erna Bernhardtne Martha Ella Margarethe.
Geftorbeue.
Juni: 5. Ernst Gustav Philipp Wilhelm Schlatter, 6 Jahre alt, Sohn von Kaufmann Leopold Schlatter dahier. 7. Georg Ruhl, 21/» Jahre alt, Sohn von Dreher Conrad Ruhl zu Watzenborn. 7. August Gerbode, 16 Jahre alt, Sohn von Photograph Franz Gerbode hterlelbst. 7. Heinrich Schmidt, 66 Jahre alt, Lehrer dahier. 10. Marie Ftllmann, geb. Hochstätter, 47 Jahre alt, Wittwe von Kaufmann Heinrich Fillmann dahier.
AASMg aus den MrcherrbSchern
Xt Stuvt «Mtfcnu
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 10. Juni. Heinrich Meyer, Holzbildhauer zu Gießen, ein Wittwer, und Dorothea Lüttich, geb. Stein, Wittwe des Schneiders Friedrich Lüttich, zu Gteßm.
Denselben. Wilhelm Schneller, Taglöhner zu Gießen, und Elisabethe Kreiling, Tochter des Hirten Heinrich Kreiling HI. zu Heuchelheim.
Denselben. Johann Louis Lotz, Vicefeldwebel zu Gießen, und Elise Caroline Katbarine Zell, Tochter des verstorbenen Schreiners Philipp Zell zu Nidda.
Denselben. Ludwig Größer, Apotheker zu Düsseldorf, und Anna Wilhelmine Adolfine Johannette Beling, Tochter des verstorbenen Locomotiosührers August Beling zu Gießen.
Denselben. Philipp Rühl, Schreiner zu Gießen, und Elise Leuning, Tochter des verstorbenen Tuchmachers Konrad Leuning zu Gießen.
Am 11. Juni. Friedrich Wilhelm Ernst Riebel, Locomotiv- heizer zu Gießen, und Elisabeth Anna Katharine Hermine Marie Spies, Tochter des Fuhrunternehmers Christoph Spies zu Gießen.
«etautte.
Am 7. Juni. Dem Bäckermeister Ludwig Kronenberg eine Tochter, Minna Elisabeth, geb. am 22. Mat.
Denselben. Dem Gerichtsschretber-Aspiranten Carl Walbrach eine Tochter, Luise Henriette, geb. am 17. Mat.
Denselben. Dem Schlosser Heinrich Deibel eine Tochter, Luise Elisabeth Katharine, geb. am 6. Mai.
Denselben. Dem Zimmermann Christian Staffel eine Tochter, Marie Margarethe, geb. am 10. Mai.
Denselben. Dem Bierbrauer Michael Theiler eine Tochter, Anna Marie Margarethe, geb. am 14. Mai.
Denselben. Dem Schuhmacher Carl Amend eine Tochter, Emilie Philipptne, geb. am 9. Mai.
Denselben. Dem Hetzer Philipp Wtßner eine Tochter, Elisabeth, geb. am 9. Mat.
Denselben. Etne außereheliche Tochter, Clara, geb. am 20. April.
Arn 10. Juni. Dem Rechtsanwaltsgehilfen Georg Eidmann etne Tochter, Marie Lina, geb. am 7. Mai.
Beendigte.
Am 7. Juni. Ludwig Wilhelm Schmidt, Gelbgteßer, alt 27 Jabre, starb am 5. Juni.
Denselben. Wilhelm Schlatter, Sohn des Kaufmanns Leopold Schlatter, alt 6 Jahre, starb am 5. Juni.
Am 9. Juni. Heinrich Schmidt, Lehrer an der erweiterten Mädchenschule, alt 66 Jahre, starb am 7. Juni.
Denselben. August Gerbode, Mechanikus, Sohn des Photographen Franz Gerbode, alt 16 Jahre, starb am 7. Juni.
Am 12. Juni. Marie Ftllmann, geb. Hochstätter, Wtttwe des Kaufmanns Heinrich Fillmann, alt 48 Jahre, starb am 10. Juni.
verkehr, Land- und Volkswirthfchaft.
Gieße«, 13. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. X 0,75—0,95, Hühnerner 1 St. 5-6, 2 St. — 4, Enteneier 1 St. 6-7 4, 2 St. — 4, Käse pr. St. 7—9 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 16 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. SMck X 1,50—180, Hahnen pr. St. X 1,50—2,30, Enten vr. Stück X 2,00-2,30, Ochsenfletsch pr. Psd- 70-74 4, Kuh- und Rindfleisch 60-64 4, Schweinefleisch 56-64 4, Hammelfleisch 50—76 4, Kalbfleisch 48-56 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6.00-7,00, Weißkraut vr St. 3—7 4, Zwiebeln per Centner X 7,50—0,00, Milch per Liter 12—18 4, Kirschen per Pfd. 40 4-
Temperatur der Lahn und Lust
gemessen am 13. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 11, Lust 12x/e Grad Reaumur.
L. Chr. Rübsamen Wwe.
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Darmstadt, 4. Juni 1891.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel.
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Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtuug! '"M ■ ■’v» wk IvMVI HM B
in Gietzen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff ge-
nommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen > «x>
bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der genannten Stadt- i. Westf t. Harz,
sernsprecheinrichtvng verbinden wollen, ersucht, chre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. Juli d. Js. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächstjährigen ersten Bauabschnitt zur Ausführuug


