im Auswärtigen Amte und die daraus erfolgten amtlichen Aeußerungen nicht besteht, daß Gerschel weder eine Consulat- stelle angeboten wurde, noch er in Lage kam, eine solche abzulehnen, daß ihm vielmehr eröffnet wurde, irgendwelche Zusicherungen könnten ihm nicht ertheilt werden.
Ausland.
Wien, 11. April. Die Thronrede zur Eröffnung deS Reichsraths stellte fest, daß sich in allen europäischen Staaten das Verlangen eines friedlichen Nebeneinanderlebens kundgibt. Alle Negierungen ertheilen uns die Versicherungen, welche die Erhaltung des Friedens als wesentlichste Aufgabe ihrer Bemühungen bezeichnen. Dies und die freundschaftlichen Beziehungen, worin wir zu allen Mächten stehen, berechtigt zu der Hoffnung, daß eine Reihe von Friedensjahren die Fortdauer einer ungestörten Thätigkeit des Reichsraths ermöglichen werde. Die Regierung sei bemüht, die handelspolitischen Beziehungen zu den ausländischen Staaten, soweit als nothwendig oder wünschenswerth, einer neuen Regelung zuzuführen. Der Passus über die Finanzen betont die Noth- wendigkeit der Erhaltung und der Sicherung des erzielten Gleichgewichts im Staatshaushalte. Die Thronrede gedenkt schließlich des Lloyd-Unternehmens, der Donau-Dampfschiff- sahrts-Gesellschaft und der Wiener Stadtbahn.
Wien, 11. April. Der Kaiser ist heute Abend nach München gereist.
Wien, 11. April. Die „Wiener Abendpost" theilt mit, die Regierung habe, verharrend aus dem im Vorjahre eingenommenen prinzipiellen Stande, den Vorständen der in Staatsverwaltung stehenden Betriebe eröffnet, daß am 1. Mai die Arbeit nicht eingestellt wird. Die Vorstände sind angewiesen, den Arbeitern bekannt zu geben, daß es unzulässig sei, die gänzliche oder theilweise Unterbrechung am 1. Mai zuzugestehen, und sie ausmerksam zu machen aus die Folgen einer etwaigen eigenmächtigen Arbeitseinstellung. Die Privatbahnunternehmungen, Handels- und Gewerbekammern und Ge- werbe-Jnspectoren sind hiervon verständigt und die Landes- chess aufgefordert worden, die Gesetze über das Vereins- und Versammlungsrecht strenge zu handhaben, demonstrative öffentliche Auszüge nicht zu gestatten und die Arbeiter in besonderer Kundmachung vor eigenmächtiger Arbeitseinstellung, überhaupt vor jeder Gesetzwidrigkeit zu warnen.
Reicheuberg, 11. April. Die Handelskammer beschloß dringlich, den Handelsminister zu bitten, durch eine öffentliche Kundmachung die Arbeiter aus die gesetzlichen Folgen des Rechtsbruches durch eigenmächtige Arbeitseinstellung am 1. Mai zu verweisen. — Die Kammer sprach sich für die offizielle Betheiligung Oesterreich - Ungarns an der Weltausstellung in Chicago aus.
Paris, 11. April. Der deutsche Dampfer „Sundwall" üb er fuhr im Hasen von Rouen, als er in das Meer hinaus- suhr, ein Boot, dessen zwei Insassen ertranken. Die Behörden verweigerten in Folge des Unfalles dem „Sundwall" einen Lootsen, weßhalb der „Sundwall" nach Rouen zurückkehren mußte.
Paris, 11. April. Die „Illustration" veröffentlicht einen Bericht über angebliche Metzeleien in der Gegend des oberen Senegals, welcher die Meinung hervorruft, dieselben seien aus den Einfluß der französischen Vertreter zurück- zusühren. Diese Nachrichten werden unterrichteterseits als falsch bezeichnet. Nach osfiziellen Berichten des Unterstaats- secretariats der Colonieen verbreiten sich zahlreiche Flüchtlinge und Banden des Ahmadu, nachdem sie Njora genommen, über die Umgegend von Bakel und Mat am und versuchten zu plündern und zu brandschatzen, wogegen die Einwohner sich verthcidigten. Oberst Dold, hiervon benachrichtigt, bot den Flüchtlingen Nahrungsmittel an und gestattete ihnen, in ihre alten Wohnsitze zurückzukehren unter der Bedingung vollständiger Unterwerfung. Circa 7000 im größten Elend Befindliche versammelten sich in Matam und wurden mit Nahrung versehen. Die Behörden bemühten sich, dieselben gegen Gewaltthätigkeiten derer zu schützen, die sie früher brandschatzten.
Florenz, 11. Avril. In der gestrigen Sitzung der evangelischen Allianz wurde in mehreren Vorträgen die innere und äußere Mission behandelt. Heute erfolgt der Schluß deS Congresses.
Grenoble, 11. April. In Folge eines Felssturzes wurde das Dorf Enchatras theilweise verschüttet. Zwei Personen wurden getödtet, eine verwundet.
Verleiher Reichstag.
96. Plenarsitzung. Samstag, 11. April 1891, 1 Uhr.
Der Gesetzentwurf betr. Abänderung von Bestimmungen des Strafgesetzbuchs (Mißbrauch benützter Briefmarken, Beschädigung von Telegraphen-, Rohrpost- und Fernsprechlettungen re.) wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen.
Der zwischen dem Reich und Dänemark abgeschlossene Vertrag, nach weichem die unter dem Namen Abschoß und Äbfahrtsgeld bekannten Abgaben bet Vermögensübergang aus dem Reich nach Dänemark und umgekehrt künftig wcgsällt, wird in erster und zweiter Lesung gleichfalls debattelos angenommen.
Zum Schriftführer wird an Stelle des aus diesem Amte geschiedenen Dr. Hermes-Jauer Abg. Dr. Krause (dfr.) gewählt.
Es folgen Wahlprüfungen.
Die Beschlußfassung über die Wahl des Abg. v. Meyer- Arnswalde (conf., Frankfurt 1) wird bis zur Prüfung behaupteter Unzulässigkeiten bei der Wahl ausgesetzt, ebenso die Beschlußfassung über die Wahl des Abg. Lucius (Erfurt 4).
Für gültiz erklärt werden die Wahlen der Abgg. v. Gerlach (Eöslin 3), v. d. Osten (Stettin 3) und Günther (Merseburg 8).
Gelegentlich der letzteren Wahl wendet sich Abg. Rickert (dfr.) gegen die Agitation in den Kriegervereinen. Die Mehrheit der Commission habe sich in der Beurtheilung dieses Unfugs in Widerspruch zu ihren früheren Beschlüssen gesetzt. Kürzlich habe der Berliner Polizeipräsident von den Krtegeroeretnen die Aufnahme einer Klausel in das Statut verlangt, wonach diejenigen Mitglieder ausgeschieden werden sollen, die sich in Widerspruch zu S 1 des Statuts (Treue zu Kaiser und König) setzen.
Abg. Hellmann (conf.): Die Commission habe nur darauf verzichtet, in akademische Erörterungen einzutreten.
Abg. Singer (Soc.) bezeichnet die Agitation in den Krteger- vereinen als Unfug unter behördlicher Autorisation.
Präsident Graf Balestrem erklärt diese Aeußerung für unzulässig.
Bezüglich der Wahlen der Abgg. O e ch e l h ä u s e r (natl., Anhalt2), Poll (natl., Bromberg 2) und Möller (natl., Arnsburg 6) wird die Beschlußfassung ausgesetzt und Ermittelungen über in den Wahlprotesten behauptete Unregelmäßigkeiten veranlaßt. Die Wahl des Abg. Ho sang (natl., Magdeburg 5) wird für gültig erklärt.
Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Interpellation betr. Aeußerungen des Kriegsministers über die ostfriesischen Landwehrleute, Arbeiterschutzgesetz.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Bochum, 12. April. Eine heute stattgehabte ziemlich zahlreich besuchte Bergarbeiter-Versammlung sprach sich zu der Vertretung und Abstimmung der deutschen Delegirten auf dem Bergarbeiter-Congreß in Paris, ingleichen zur Unterstützung der belgischen Bergleute bei einem etwaigen Strike billigend aus. Im letzteren Falle sollten sich die deutschen Zechenverwaltungen verpflichten, keine Kohlen nach Belgien zu liefern, widrigenfalls auch die deutschen Bergleute zum Strike übergehen sollten. Der Führerschaft soll unbedingter Gehorsam geleistet werden. Die Niederlegung eines Kranzes auf dem Grabe der Pariser Communards wurde gutgeheißen.
Paris, 12. April. Eine halbamtliche Note erklärt die von dem Correspondenten des „Temps" in Tonkin gebrachte Nachricht für unbegründet, in welcher die Anwesenheit zahlreicher Schaaren von Seeräubern in Delta gemeldet wurde. Die Note sagt hierzu, die allgemeine Lage in Tonkin habe sich seit Februar merklich gebessert.
Florenz, 12. April. Gestern sand die Schlußsitzung der evangelischen Allianz statt, worauf sich die Theil- nehmer auf das herzlichste von einander verabschiedeten.
Petersburg, 12. April. Ein kaiser licher Erlaß verbietet auf das strengste jegliche Darbringung von Geschenken Seitens der Unterbeamten an ihre Vorgesetzten und untersagt das willkürliche Begehen von Amtsjubiläen.
Bukarest, 12. April. Andauernde Regengüsse haben in einigen Gegenden Rumäniens Hochwasser hervorgerufen, welches mehrfach Verkehrsstörungen zur Folge hatte. Aus dem Gebirge werden starke Schneefälle gemeldet.
Algier, 12. April. Aus den südlichen Departements von Algier und Constantine wird das Erscheinen großer Schaaren der Wanderheuschrecke gemeldet, durch welche bereits beträchtliche Verwüstungen angerichtet wurden.
Newyork, 12. April. Nach hier eingegangenen Nachrichten aus Jquique vom 8. ds. haben die Insurgenten Arica und Tacna genommen und haben somit jetzt den Norden von Chile bis nach Coquimbo inne. Die Besetzung der Städte erfolgte ohne Widerstand, die Regierungstruppen flüchteten gegen die Grenze von Bolivia.
Loecsles unfc Krovinzkelles.
Gießen, 13. April.
— Heute Vormittag 11 Uhr fand in Gegenwart des Schul- und Stadtvorstandes, der Damen und Herren des Lehrer-Collegiums, der Geistlichen aller Confessionen, der Directoren der anderen Lehranstalten, sowie der größeren Schülerinnen die feierliche Einführung des Herrn Dr Land- mann als Director der Mädchenschulen in der Turnhalle des hiesigen Schulgebäudes an der Schillerstraße statt. Herr Oberschulrath S o l d a n richtete nach Verlesung des die Ernennung bestätigenden Decrets Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs an den neuen Director eine Ansprache, in welcher er auf den hohen Beruf hinwies, den Stadt- und Schulvornand ihm zu übertragen das Vertrauen hatten. Namens des Stadtvorstandes und des Curatoriums der höheren Töchterschule begrüßte Herr Oberbürgermeister Gnauth den neuen Director, der Freude Ausdruck gebend, daß zum Leiter der Schule ein Mann berufen worden, dessen Vater srüher in Erfüllung übertragener Pflichten wie selbst gestellter humaner Ausgaben so segensreich in unserer Stadt gewirkt. Herr Director Dr. L a n d m a n n drückte in zu Herzen gehenden Worten der durch Herrn Oberschulrath Soldan vertretenen obersten Schulbehörde des Landes, dem Schul- und Stadlvorstand seinen Dank für das durch Uebertragen eines schwierigen Amts bewiesene Vertrauen aus; ein Programm über die seiner harrende Thätigkeit wolle er nicht entwickeln, sein Programm werde sein: Strengste Pflichterfüllung in dem ihm übertragenen verantwortungsreichen Amte. An das Lehrer-Collegium richtete der Herr Director die Bitte, mit ihm zu wirken an den hohen Aufgaben der Erziehung und ihm das Vertrauen entgegenzubringen, welches zu einem vereinten gedeihlichen Wirken für das Wohl der Schule unerläßlich sei. An die Kinder gewendet, ermahnte er dieselben, auch ferner des aus seinem Amte geschiedenen Herrn Director Vigelius, dessen Abschiedsgrüße er überbringe, zu gedenken, mit Freude und Fleiß in das neue Schuljahr einzutreten und nun in ihm den Freund und Förderer für ihr Fortkommen zu erblicken. Herr Dr. B n ch- hold richtere Namens des Lehrer-Collegiums treffliche, von Ehrerbietung und Vertrauen getragene, das Versprechen steter Pflichterfüllung enthaltende Worte an den Herrn Director. Gesang der Kinder eröffnete und schloß die Feier.
— Die Nr. 9 des im Auftrage des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Was ist Wahrheit? 2. Verfassung der evang. Kirche in Hessen und kirchliche Vermögensverwaltung. 3. Zur Abwehr der Angriffe des Herrn Dr. G. in dem voranstehenden Arikel. 4. Urkunden und Erklärung, betr. die Beschuldigung antisemitischer Agitation gegen die evang. Geistlichen in der zweiten Kammer. 5. Zur Beseitigung der Eidesnoth (Schluß). 6. Pfarrverein und Geistliche Wittwenkasse. 7. Die Ständekammer und die evang. Geistlichen in Hessen. 8. Katholische Patrone evangelischer
Pfarreien! 9. Anfrage, betr. Kirchenbuchs-Auszüge. 10. Vom Büchertisch. 11. Briefkasten.
— Herr Caplan Dr. Bendix wurde zum Domcaplan in Mainz ernannt und wird seine neue Stelle bereits am 16. d. Mts. antreten. Man sieht den allgemein beliebten Geistlichen recht ungern von hier scheiden. — Die Ernennung des Nachfolgers steht zur Zeit noch aus.
— Am vergangenen Samstag, den 11. d. Mts., Abends 8 Uhr, fand im schön geschmückten Saale des Cafe Leib die erste gesellige Unterhaltung, verbunden mit theatralischer Aufführung und darausfolgendem Tanz, von Arbeitern der Firma Heyligenstaedt & Co. statt. Das Fest, bei welchem auch der Fabrikschef sowie das ganze übrige Beamtenpersonal anwesend waren, verlief bei reichhaltigem Programm glänzend und zeigte wieder einmal das schöne Einvernehmen, welches zwischen Arbeitgeber und Arbeiter herrscht und durch welches von jeher diese Firma sich auszeichnete, weshalb denn auch am Ende dieser Feier sich Jeder, nach reichlichem Vergnügen, mit dem sehnlichen Wunsche nach Hause begab, daß dieser Abend noch lange in Aller Gedächtniß bleibe. Möge die Firma Heyligenstaedt & Co. auch fernerhin immer mehr blühen und gedeihen, wie seither so auch in Zukunst, zur Hebung und Förderung des guten Einvernehmens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern!
— Heute Vormittag überschlug sich in der Wiesenstraße dahier ein Pferd mit seinem Reiter. Das Pferd verendete auf dem Platze, der Reiter kam glücklicherweise ohne Verletzung davon.
— Auf Requisition einer auswärtigen Behörde wurde am Samstag ein hier beschäftigter Schlosser wegen eines Sittlichkeitsvergehens verhaftet.
— Durch Entschließung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 10. d. Mts. wurde der Gerichts- schreiber-Aspirant Hermann Bauer in Lich zum Hilssgerichts- schreiber bei Großh. Amtsgericht Büdingen bestellt.
— Die Schonzeit der Fische hat am 10. April für das Gebiet des Großherzogthums begonnen; dieselbe dauert bis zum 9. Mai incl.
— Mutter und Sohn. Eine aufregende Scene spielte sich am 9. d. Mrs. während der Fahrt auf dem gegen 9 Uhr Vormittags Friedberg passirenden Hamburg-Frankfurter Nacht-Schnellzuge ab. In einem Coupe 2. Klaffe saß eine Frau mit ihrem Sohne, einem jungen Manu von ca. 26 Jahren allein. Der junge Manu war seither in Hamburg bei einer größeren Baufirma als Bautechniker thätlg, n; >,;e aber diese Stellung aufgeben, da sich in der letzten Zeit u:. Spuren von Geistesstörung bei ihm zeigten. Die Mutter war eigens zu diesem Zwecke nach Hamburg gereift, um ihren Sohn nach seiner Vaterstadt Wiesbaden abzuholen. Vorsichtshalber hatte sie einen Wärter von Hamburg mitgenommen. Da der junge Mann sich aber ganz gemüthlich zeigte, so bestieg sie ein Coupe mit ihm allein, während der Wärter nebenan Platz nahm. Die Reise ging auch während der Nacht ganz gut von Statten. Zwischen Friedberg und Nauheim öffnete der junge Mann aber plötzlich das Fenster und versuchte, zum Zuge hinauszuspringen. Schon hatte er sich mit dem Körper vollständig durchs Fenster hindurchgedrängt und baumelte, nur noch an den Füßen von der entsetzten Mutter zurückgehalten, in der Luft, als ein Schaffner, der sich zum Glück auf dem Trittbrett befand, die Gefahr bemerkte, herbeieilte, und den Unglücklichen so lange mit Ausbietung seiner ganzen Krast sesthielt, bis ein Reisender im Coupe nebenan, der ebenfalls aus die Situation ausmerksam wurde, den Zug mittelst der Carpenterbremse zum Stehen brachte. Nachdem dann noch mehrere Passagiere zur Hilfeleistung herbeigeeilt waren, brachte man den jungen Mann wieder ins Coupe zurück und der Zug konnte feine Fahrt fortfetzen. In Frankfurt angekommen, schaffte man den Bedauernswerthen in den Wartesaal und später unter sicherer Bedeckung in den nach Wiesbaden abgehenden Zug.
§ Grebenhain, 11. April. Die Auszüglerin G. Wwe. har eine Ziege, welche gestern 6 Junge zur Welt brachte, drei davon verendeten kurz nach der Geburt, während die übrigen dis jetzt noch am Leben sind.
§ Vom hohen Vogelsberg, 10. April. Die Wintersaat ist durch den letzten Schnee auch hier vielfach zerstört. Der im Herbste früh gesäte Weizen hat keinen Schaden erlitten, dagegen dürfte der später gefäet verloren sein. Der Roggen stand vor Ostern in unserer Gegend so schön, daß unsere Landwirthe eft von Bewohnern anderer Gegenden beneidet wurden; die Witterung um Ostern vernichtete indeß manche Hoffnungen.
*△ Mainz, 12. April. Der Ausstand der hiesigen Schreinergesellen ist jetzt in ein neues Stadium getreten. Die Zuversicht derselben aus einen Sieg hat bedeutend nachgelassen und statt der großen Worte, die sie seither geführt haben, ist man bereits so weit rückwärts gegangen, daß man in einer allgemeinen Schreinerversammlung vorgestern Abend eine Resolution einstimmig annahm, durch welche man sich bereit erklärte, die Arbeit unter den am 1. Mai 1890 vereinbarten Bedingungen wieder aufzunehmen. In der bereiten Versammlung kam auch die Gründung einer Genossenschafts- Schreinerei zur Sprache. Der Gedanke sand nur geteilten Beifall und wurde zunächst nur eine Commission gebildet, die sich mit den oorbereitenden Schritten befassen soll.
*= Internationale elektrotechnische Ausstellung. Die ersten 100000 Mk. aus dem Verkauf der Antheilscheine der Eleetrotechnischen Ausstellung sind bereits an die Deutsche Vereinsbank abgeliefert. Schon aus diesem in ganz kurzer Zeit erzielten bedeutenden Resultate ist ersichtlich, welchen großen Anklang die von dem Ausstellungsvorstande gewählte und von' der Staatsregierung genehmigte Combination der Eintrittskarten mit einer reich botirten Geldlotterie für die Ausstellung in allen Kreisen unserer Bürgerschaft und in


