Ausgabe 
14.2.1891
 
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noch diejenigen Reservisten herangezogen werden, welche noch nicht mit dem neuen Gewehr ausgebildet sind.

Bad-Nauheim, 10. Februar. Die Wetter soll re- gulirt werden. Für die Beschaffung der zu dem Regu- lirungsproject erforderlichen wichtigsten Unterlagen ist es nöthig, über die zumeist im Frühjahr bei Abgang des Schnees, event. auch wohl in Folge starker Niederschläge entstehenden Hochwasser und deren höchste Anschwellungen genauere An­haltspunkte zu erhalten. Die Bürgermeister der betheiligten Gemeinden sind von der obern Verwaltungsbehörde mit dies­bezüglichen Weisungen betraut worden. Die Wetter ist gleich der Usa ein Bach, der zu gewissen Zeiten abnorme große Wassermassen mit sich führt. Zur Regulirung beider Ge­wässer sind schon Tausende und aber Tausende aufgewendet worden.

§ Bermuthshain, 12. Februar. Gestern Morgen sanden einige Burschen oberhalb des Ortes einen Mann, fast ganz erstarrt, am Boden liegen. Wie es scheint, hat der Mann in etwas angetrunkenem Zustande den Weg nach seiner Heimath verfehlt.

Vermischtes.

* Worms, 12. Februar. Am 17. d. Mts. findet hier auf Anregung des Centralcomites zur Abschaffung der Wein st en er in Hessen eine allgemeine Versammlung der hessischen Wirthe statt, um gegenüber den Beschlüssen der Finanzausschüsse der Kammern, betr. die Weinsteuer, Stellung zu nehmen.

* Mainz, 12. Februar. Unter überaus zahlreicher Betheiligung Leidtragender aller Stände sand heute Vormittag die scierliche Beisetzung des am Dienstag verstorbenen Domdecans Dr. Henrich statt. Die Leiche wurde zunächst unter Begleitung des Domcapitels und der sonstigen Geist­lichkeit von dem Sterbehause nach dem Dom verbracht, wo schon eine unzählige Menge des Conduetes harrte. Das Requiem wurde von Herrn Bischof Haffner selbst gehalten. Nach Beendigung desselben wurde die Leiche unter Trauer­geläute von einem endlosen Zuge, bei welchem neben der gesammten Geistlichkeit Abgesandte der hessischen Staatsregie­rung, Vertreter der Stadt Mainz und des Handelsstandes, das Lehrpersonal des Gymnasiums und der Volksschule und sämmtliche katholische Corporationen vertreten waren, nach dem Friedhöfe geleitet, wo durch Domeapitular Dr. Erler die letzte Einsegnung erfolgte. Als Vertreter auswärtiger Domeapitel waren Dr. Schmitt von Freiburg, Dr. Hilbisch von Limburg, ferner Prälat Dr. Keller von Wiesbaden und Stadtpfarrer Dr. Schmitz von Ereselb, sowie der Fürst von Menburg-Birstein erschienen.

* Die beiden Reservisten Friedrich May und Christoph Haase, welche in Spandau eine sechswöchentliche Festungs­haft abbüßten, weil sie, als Anhänger der Lehren derNeuen Kirche" und aus innerer Ueberzeugung, bekanntlich vor einigen Monaten erklärten, sich ferner nicht mehr im Kriegsdienst «usbilden lassen zu können, und einer Einberufungsordre zu einer vierzehntägigen Hebung nicht Folge leisteten, sind nun­mehr von der Militärpflicht befreit, indem ihnen die Militär­behörde Auswanderungspässe nach Amerika ertheilt hat. May und Haase verlangten seiner Zeit vom Militärgericht, aus­gewiesen zu werden, woraus diese Behörde nicht einging. Die beiden Ersatzreservisten verlassen in den nächsten Tagen Ber­lin , um in Amerika als gut besoldete Missionare in den Dienst derNeuen Kirche" zu treten, die daselbst eine große Anzahl Gemeinden aufzuweisen hat.

Frankfurt a. M., 12. Februar. Ein Schwindler großen Stils stand heute vor der hiesigen Strafkammer. Derselbe nennt sich Ingenieur John Collins aus Toronto in Amerika. In Brünn, Wien, Hamburg, Leipzig, Hannover, Mannheim, Darmstadt, Frankfurt a. M. und anderen Städten hat er Beweise seines Könnens gegeben und recht ansehnliche Daarbeträge erbeutet. Er will ein Mittel erfunden haben, aus Lumpen Wolle zu machen und diese seine Erfindung

und seine Schwägerin mit ihrer altjüngferlichen Wichtigthuerei, die doch in jedem Augenblick ein warmes, weites Herz durch­schauen ließ, standen ihm wohlthuend zur Seite.

In einem großen blauen Zimmer ward der Kaffee ge­nommen. Denn die Einladung lautete stetszum Kaffee und Abendbrod".Man wird sonst nicht warm, huhuhu," lachte der Hausherr,und nun kommen Sie, Naberchen der Nachbar war der nächste Besitzerkommen Sie, Dewitzchen, kommen Sie, Klooschen, kommen Sie, die Damen warten", und eins, zwei, drei, hatte jeder einen so will­kommenen Platz, daß er den Kaffee mit doppeltem Behagen rinuahm.

Er ward freilich auch von Händen gereicht, die seinen Dust zu erhöhen schienen. Ein junges Mädchen in der ersten Jugendblüthe nahm ihn der Dienerin ab und ging damit schwebenden Schrittes von Platz zu Platz. Ihr Helles Auge, ihre rosigen Lippen und der freundliche Glanz ihres Gesichtchens, wie die sichere Art und Weise ihres Benehmens übten einen Zauber aus auf Herren und Damen. Alle kannten sie, alle liebten sie und hätten ihr ein Leben voll Glück und Sonnen­schein gewünscht. Sie war die angenommene Tochter des Hauses, eine blutarme Waise, die von Glück sagen konnte, so vorzüglich untergebracht zu sein. Sie ward gehalten wie eine leibliche Tochter. Nur die Tante Jette putzte und modelte mit Vorliebe an ihr herum, wenn sie so ihren Koller bekam, wie es unter der Hand hieß, und sie allein sand es manchmal für nöthig,dem Kinde" einzuprägen, welch himmlischer Güte sie solch ein Leben verdankte. Zeiten der Entsagung lagen hinter ihr. Seit ein paar Jahren befand sie sich im Hause der Verwandten, das ihr allerdings zu einer behaglichen Heimalh geworden war. Dafür lastete aber auch das ganze Hauswesen aus ihr und sie war saft unentbehrlich hier.

(Fortsetzung folgt.)

suchte er als intelligenter Mann zu verwerthen. Er suchte allenthalben Compagnons, um die Fabrikation in großem Stil betreiben zu können, machte den Geldleuten, die mit ihm in Verbindung traten, ein kleines Kunststückchen vor, indem er alte Lappen mit Schwefelsäure übergoß, die Mischung in Ammoniak kochte und nach ca. V2 Stunde lange Wollfäden aus der Pfanne zog. Diese Wollfäden hatte der schlaue Amerikaner natürlich in die Pfanne hineinescamotirt, mit andern Worten, er war mehr Prestidigitalenr als Erfinder. Auf diese Weise lediglich gelang es ihm, selbst Fachmänner zu täuschen. Zur Anschaffung der Maschinen, mit denen der geheirnnißvolle Liquor sabricirt werden sollte, wurden ihm von den gläubigen Geldleuten große Summen, in Mannheim, Darmstadt und Friedberg ca. 20000 Mk., in Hamburg über 30 000 Mk, in Brünn 16 000 Mk. 2c. anvertraut, mit welchen er natürlich lachend verduftete. Nur seiner großen Frechheit, die soweit ging, sich wieder in Norddeutschland zu zeigen, ist es zuzuschreiben, daß man denErfinder" erwischte und ihm seine wohlverdiente Belohnung zudictiren konnte. In Leipzig, Hamburg und Hannover sind ihm 71/3 Jahre Zuchthaus ausgebrummt worden und hier in Frankfurt hat man heute das Jahrzehnt voll gemacht. Herr Collins treibt seinen Erfindungsschwindel übrigens schon ziemlich lange- im Jahre 1879arbeitete" er bereits aus österreichischem Boden. In Brünn nannte er sich Duncan Everett, in Wien Ferguffon. Collins ist 50 Jahre alt und spricht nur Englisch. Er war früher in Quebec. Er hat jetzt Muße, im Zuchthaus eine neueErfindung" zu machen.

* Eia vorsichtiger Laudmann. Zu einem Bankinstitute in Bremerhaven kam vor einigen Tagen ein biederer Ein­geborener einer kleinen .Dorfschaft ? in dortiger Umgegend, wickelte ein Bankbuch aus dem üblichen rothen Taschentuch und bat um Herausgabe seiner vor einiger Zeit bei der Bank belegten Ersparnisse. Das Geld wurde ihm unter Ein­rechnung der Zinsen aus den Tisch gezählt, unser Landmann überzählte es sehr vorsichtig und sagte dann zu dem Bank- director:Et stimmt. Se könnt bat Geld aber man be- holen, ick hev in letzter Tid so vill von dem Prozeß Vetters- Con in de Zeitung lesen und woll man bloß sehen, ob Se bat Gelb ok noch hatten." Tableau!

* Maizivres-Azoudange, 9. Februar. Ein französischer Deserteur, Sergeant bes in Luneville garnisonirenben Chasseur- Negiments, kam gestern über bie deutsche Grenze. In dem französischen Grenzborfe Parroy hatte er in einer Wirtschaft seine Waffen abgegeben unb begab sich von da nach einem in ber Nähe unseres Dorfes betegenen Hofe, woselbst er gastfreundliche Ausnahme fanb. Heute Morgen melbete er sich bei ber Genbarmeriestation in Vourdonnaye unb jetzt spaziert er in blauer Blouse flott durch unser Dorf. Er hat bei einem hiesigen Ackerer Arbeit gefunden. Allerdings ein nicht geringer Unterschied zwischen dem Sonst und Jetzt. Er giebt an, Schieß-Unteroffizier in seinem Bataillon gewesen zu sein und habe sein Osfiziersexamen gemacht. Von den ihm zur Verwaltung übergebenen Lebelgewehr-Patronen sei ihm eine Schachtel voll abhanden gekommen. Er vermuthet, ein Kamerad habe sie ihm gestohlen. Seit dem 3. Januar habe er wegen dieses Verlustes in Unterschungshast gesessen und sollte vorgestern Morgen nach Chalons abgesührt und vor ein Kriegsgericht gestellt werden, da seine Vorgesetzten gegen ihn den Verdacht hatten, er habe die Patronen verkauft. Ein Kamerad habe am Sonnabend das Gitter von seinem Fenster entfernt, woraus er durch letzteres aus seiner Zelle gestiegen und desertirt sei. Furcht vor schwerer Strafe habe ihn zur Desertion veranlaßt. Einem Reservisten seines Regiments, erzählt er, hätten im vorigen Jahre zwei Patronen gefehlt, wosür dieser mit 10 Jahren Gefängniß bestraft worben sei.

* Bei ber polizeilichen Abmeldung eines Dienstmädchens mittelst des vorgeschriebenen Formulars wurde in Cann­statt, wie dieCannstatter Zeitung" erzählt, seitens der Herrschaft (einer Wiltwe) in der RubrikBemerkungen" die originelle unb gewiß seltene Bemerkung gemacht:Ißt gerne Sauerkraut unb wiegt 130 Pfund."

* Eine neue Narrheit. Daß Stehkragen unb Cravatten als Mobe aus den Hunb kommen würden, und zwar im eigentlichsten Sinne des Wortes, hat man selbst in unserer an Modethorheiten so reichen Zeit wohl nicht vorausgesehen. Und doch ist diesEreigniß" eingetreten. In Berliner Sattlergeschäften sind jetzt als größte Neuheit diese Hunde- Stehkragen nebst Cravatte in Form von Halsbändern vor- räthig. Der Stehkragen ist aus schneeweißem Glanzleber, die daran befestigte Cravatte aus Leder in allen möglichen Mode­farben hergestellt. ImGeheimerathsviertel" kann man be­reitsvornehme Schoßhunde" mit diesem Ausputz herum- lüufen sehen.

Literatur und AunfL.

»Schmücke Mn Heim". Welche endlose Fülle von Stoff für den Ausführendrn bergen nicht diese drei Worte! Mag nun ber Künstler durch genial hingeworfene Ptnselstriche dem Flug seiner Fantasie in Gestalt prachtvoller Wand- und Plafondmalereien Wirklichkeit verleihen, mag der Decorateur in malerischem Falten­wurf den Stoff zu harmonischer Drapirung der Erzeugnisse des fernen Ostens unter seiner geschickten Hand zum Schmuck vereinigen, mag der Kunsthandwerker immer neue prunkvolle Luxus- unb Gedrauchsgegenstände für die Salons der oberen Zehntausend schaffen und der Kunstschriftsteller oder Zeichner mit rastlosem Geist unaufhörlich neue Anregungen hierzu geben ober schließlich die sorgende Hausfrau nur durch eigene Geschicklichkeit unb eigenes Mühen dasHeim" zu einem traulichen gestalte»,, die Werke aller Dieser lassen obige schlichten und doch so inhaltsschweren Anfangs­worte als Triebfeder erkennen.Schmücke dein Heim!" Dte'e Devise hat sich auch die illuslrirte kunstgewerbliche Zeitschrift für ,J«neN'Deeoration" (Verlag von Alexander Koch, Darmstadi) auf ihr Programm geschrieben und hiermit die nicht leichte Ver­pflichtung übernommen: ein nimmermüder, gewissenhafter Vermittler zwischen Kunsthandwerk und Publikum zu sein und den Sinn für das wirklich Schöne in alle Schichten der Gesellschaft zu tragt,'. Das soeben vor uns liegende erste Heft des zweiten Jahrgangs bringt in überraschender Fülle von Neuem den Beweis, von welch' wirklich ernstem Streben die Redaction sowohl als auch die Verlags- buchhandlung geleitet sind. Das reich illuslrirte Heft sticht schon in seiner äußeren Ausstattung von den Vorgängerinnen des alten Jahres vorthetlhaft ab, indem eS sich nicht mehr als einfache Nummer,

sondern in stattlichem Umfang in einem von erster Künstlerhands Professor F. Brochter, entworfenem elegantem Umschlag präsenttrt. Aus dem reichen Inhalt möchten wir zuerst einige der mit vieler Sorgfalt ausgeführten Illustrationen herausgreifen. Es finden sich unter Anderem: größere Abbildungen von einem prächtig auS- gestalteten Erker eines Boudoirs in japanischem Stil, von einem sehr reichen Büffet, einer Salon-Einrichtung im Rokokosttl. Verschiedene Motive zu Eck-Decorationen, Handtuchhalter in Holzschnitzerei, Lüsterweibchen, eine herrliche Fensler-Decoration im Stile Louis IVT., Lampe in Bronceguß, ein Kamin-Ofen im Rokokostil, Wandteller zum Bemalen und last not least, eine allerliebste, aus der kunst­fertigen Hand von H. Staengle heroorgegangene Füllung für ein Speisezimmer für Maleret, Intarsia ober Holzbrandtechnik. Kurzum fast für jeden Zweig des Kunsthandwerks sind Motive Vorhand« oder doch im Vorwort in Aussicht gestellt. Das Unternehmen ist in seiner ganzen Gestaltung berufen, ein Liebling aller kunstsinnigen Kreife zu werden, zumal auch der Preis von Mk.'5. pro Halbjahr bei monatlich einmaligem Erscheinen gegenüber dem Gebotenm ein verschwindender zu nennen ist.

Verkehr, Land» nnd Volkstvirthschaft.

Nachdem sich die Einrichtung besonderer Araire«esirptzH 4. Klaffe in den durchgehenden, mit der 4. Wagenklasse ausgerüsteten Personenzügen gut bewährt hat, soll diese im öffentlichen Interesse erwünschte Maßregel nunmehr auch auf alle mit der 4. Wagenklasse ausgerüsteten Personenzüge und insbesondere auf solche Züge aus­gedehnt werden, In welchen eine regelmäßige Beförderung größerer Arbeitermengen stattfindet.

Es dürste unsere Leser interefftren, zu erfahren, welche Rechte Reisenben zur Seite stehen, wenn infolge verspäteter Ankunft eines Zuges ein Anschluß an einen andern Ang versäumt wird. In solchen Fällen bleibt es den mit durchgehenden Billets versehenen Reisenden freigestellt, entweder: 1. den nächsten Zug der dem Billet entsprechenden Route abzuwarten oder die Fahrt über eine andere, nach demselben Bestimmungsorte führende Route der preußische» Staatsbahnen auf Grund des ursprünglich gelösten Billets fort­zusetzen, oder 2. mit dem nächsten zurückfahrenden Zuge ununter­brochen zur Abgangsstation zurückzukehren und Erftaltung des ver­ausgabten Fahrpreises zu beanspruchen, oder 3. sowohl die Weiter- wte die Rückreise zu unterlassen und die Erstattung des Fahrgeldes für die nicht durchfahrene Strecke zu fordern. Immer aber muß man sich sofort beim Bahnhofs Jnspector melden.

Am 1. April d. I. kommt ein netter Tarif für den internationalen Rnndreiseverkehr zwischen Deutschland, Oester­reich-Ungarn, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz einerseits und Italien andererseits zur Einführung. Die Rundreise- Hefte, welche mit diesem Tarife dem Publikum zur Verfügung gestellt werden, sind zusammensetzbar unb es ergeben sich deshalb daraus Billets für zahllose Touren in Italien in dem verschiedensten Um­fange unb für alle möglichen Richtungen. Die Preisermäßigung, die mit diesem Tarif geboten wird, beläuft sich auf durchschnittlich 30pCt. des Schnellzug-Fahrpreises. Die Rundreisehefte sind giltig zu allen Zügen, geben aber kein Anrecht auf Freigepäck.

Die Einnahme anWechselstempelfteuer im Oberpostdlrections- bezirk Darmstadt belief sich im Monat December 1890 auf 12011 Mk, 10 Pf.; die Einnahmen vom 1. April 1890 bis zum Schluß des Monats November betrugen 97124 Mk. 40 Pf., macht zusammen 109135 Mk. 50 Pf. (gegen 103439 Mk. 90 Pf., b. ist 5695 Mk. 60 Pf. mehr, als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres).

»eiS als Nahrungsmittel. Neben dem Fleisch hat der Reis mit die größte Verdaulichkeit. Er muthet der Verdauungs- thätigkett die geringste Kraftanstrengung zu. Hieraus darf mox aber keineswegs schließen, daß nun auch der Werth der in ihm enthaltene» Nährstoffe ein sehr hoher sei oder gar, daß man Fleisch und Fett sparen könne, wenn man viel leichtverdaulichen Reis ißt. Der Reis enthält hauptsächlich die billigen Wärme bilbcnbcn Stoffe (Kohle­hydrate), an Eiweiß ist er arm. Das Eiweiß ist aber gerade der theuerste Nährstoff, der bei richtiger Ernährung stets in einem gewissen Verhältnitz zu den Kohlehydraten vorhanden sein muß. Mensche^ die sich der Hauptsache nach von Reis ernähren, wie das bei ben Hindus und Chinesen oft der Fall ist, müssen deshalb auch ungeheure Mengen von Reis verschlingen, um dem Körper feie nöthigen Eiweiß­stoffe zuzuführen. Die zugeführten Kohlehydrate können dabei aber lange nicht vollkommen zur Ausnutzung kommen, sie bleiben trotz der Leicbtverdaulichkeit unverdaut. Außerdem werden die Verdauungs- Werkzeuge durch eine solche Ernährung ausgeweitet, der Bauch auf» getrieben unb die geistigen Fähigkeiten des Menschen deprtmirt, wie das in ähnlicher Weise für den Genuß großer Mengen von Kartoffeln bekannt ist. Um den Reis zu einem entsprechenden Nahrungsmittel zu machen, müssen Eiweißstoffe dazu genossen werden. Es geschieht dieses am beste» und billigsten, indem man den Reis in Magermilch kocht. So ist er ein Nahrungsmittel, welches, was Leichtverdanlich- kelt, Nährstoffgehalt und > Billigkeit anbetrifft, nichts zu wünsche« übrig läßt unb mit fast allen anderen Speisen in den genannten Beziehungen concurriren kann.

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"" Man verlange Muster mit Äagabe des Gewünschten.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Sonntag Jnvocavit, 15. Februar:

Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 5 Uhr: Licentiat der Theologie Preus che»i.

Beichte unb heiliges Abendmahl im Abendgottes- dienst.

Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Licentiat der Theologie Preuschen-

Bibelftunde am Montag den 16. Februar, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Hebräerbrief, Kap. 2: Haltet an dem feste« Wort Jesu, des erhöhten Herrn! Pfarrer Dr. Naumann.

2. Passionsandacht am Mittwoch den 18. Febr, Abends 6 Uhr, in der Kirche: Pfarrer Schlosser.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 15. bis 21. Fedrncne besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

1. Fasten-Sonntag, 15. Februar:

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vi8 W Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Veichte; nm Ve7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V28 Uhr Früh­messe mit Predigt; um 8/<10 Uhr Hochamt. Nachmittags um V»3 Uhr sacrarnentalische Bruderschaftsandacht. Abends um 6 Uhr Fasten­predigt.

Mittwoch: Abends um 6 Uhr Fasienandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag, 14 Februar.

Freitag Abend 500 Uhr, Samstag Morgen 8*° Uhr, SamStatz Mittag 3«> Uhr, Samstag Abend 6°° Uhr.