durch gegen den Zwischenfall im Pantheon zu protestiren. — „Fansulla" stimmt dem Verbote der Regierung zu, in den Kirchen Reden zu halten und Musik spielen zu lasten.
Loudon, 10. October. Nach einer Reuter-Meldung aus Rio de Janeiro sind die daselbst stattgehabten Ruhestörungen auf einen Constict zwischen der Polizei und mehreren Zuschauern während der Vorstellung im Theater am 6. October zurückzusühren. Das Publikum sei infolge des Verhaltens der Polizei so erregt gewesen, daß letztere zurückgezogen werden mußte. In den Straßen patrouillirten Truppenabtheilungen. Auch gestern Abend hätten noch Zusammenstöße zwischen dem Militär und dem Publikum statt- gefundeu.
Dublin, 10. October. Dillon wurde aus der Straße von mehreren Personen insultirt, die ihm das Wort „Mörder" nachriefen.
Rio de Janeiro, 10. October. Reuter-Meldung. Die Ruhestörungen in den Straßen wurden gestern Abend schließlich unterdrückt. Bei den Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und den Polizeimannschaften wurden eine Person getödtet und mehrere verwundet. In der Nacht sollten die Straßen von stärkeren Polizeiabtheilungen besetzt werden. — Wie es heißt, ist in dem Gesundheitszustand des Präsidenten Fonseca eine Besserung eingetreten.
Nachrjckten
^graphisches
Potsdam, 11. October. Se. Majestät der Kaiser traf heute früh 7 Uhr 55 Min. auf der Wildparkstation wieder ein und wurde am Bahnhose von Ihrer Majestät der Kaiserin und den drei ältesten kaiserlichen Prinzen begrüßt.
Dublin, 11. October. Der Sarg mit der Leiche Parnells ist heute srüh 7 Uhr hier eingetroffen und von einer überaus zahlreichen Menge erwartet worden. Nachdem derselbe auf den Leichenwagen gehoben war, setzte sich das Gefolge, welches aus parnellistischen Deputirten, Mitgliedern der Nationalliga und anderen Genossenschaften bestand, nach dem Stadthause zu in Bewegung. Die Eingänge zum Stadthause wurden um 10 Uhr Vormittags geöffnet. Die wartende große Volksmenge drängte sich in das Innere, wo der Sarg ; Parnells auf einer erhöhten Estrade mit Kränzen und Blumen bedeckt aufgebahrt war. Aus allen Theilen Irlands treffen unausgesetzt Sonderzüge ein. Trotz strömenden Regens hält eine Kopf an Kops gedrängte Menschenmenge den Platz vor dem Stadthause besetzt. Die Haltung derselben ist bis jetzt eine durchaus ruhige und ernste.
Depeschen des „Bureau Herold".
Straßburg, 11. October. Der Statthalter wurde gestern Nachmittag von den Mitgliedern der Regierung und den Straßburger Mitgliedern des Landesausschusses am Bahnhos empfangen. Abgeordneter Petri dankte in seiner Ansprache dem Kaiser, dem Reichskanzler und dem Statthalter, dem edelmüthigen Freunde von Elsaß-Lothringen, für die Milderung der Paßmaßregeln und betonte die unerschütterliche Zusammengehörigkeit Elsaß-Lothringens mit dem Reiche. In seiner Antwort erklärte der Statthalter, die Erleichterung des Grenzverkehrs sei auf die Entschließung des Kaisers zurückzuführen, er werde diesen Dank zur Kenntniß des Kaisers bringen, welcher den Jntereffen des Reichslandes die wärmste Theil- nahme widme. Dann dankte der Statthalter für die ihm persönlich ausgesprochene Sympathie: er sei der aufrichtigste Freund des Reichslandes. Außer den Abgeordneten dankte auch der Vorstand des Wirthevereins dem Statthalter für die Milderung des Paßzwanges. Um 6 Uhr empfing der Statthalter im Palais den Präsidenten des Landesausschusses.
London, 11. October. Der schottische Expreßzug stieß vor Carlisle mit einer Maschine zusammen- 11 Personen wurden verwundet, eine Dame schwer.
Rewyork, 11. October. Auf der Newyocker Centralbahn sand ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt- ein Heizer und zwei Bremser blieben tobt, ein Maschinist wurde verwundet.
Cocains rrnd provinzielles.
Gießen, 12. October.
— Kirchliche Feier. Heute Vormittag 8 Uhr fand auf dem zum Bau der zweiten evangelischen Kirche bestimmten ehemals Schmitt'schen Garten eine einfach kirchliche Feier statt, die dem ersten Spatenstich zur Ausgrabung der Fundamente galt. Nach einem einleitenden Gesänge der Knabenchorschule hielt Herr Pfarrer Or. Naumann in Gegenwart der Herren Pfarrer Schlosser und Dingeldey, sowie des Kirchenvorstandes, der Baumeister undHand- werker an die zahlreich versammelte Gemeinde eine der Bedeutung des Actes würdige Ansprache, an deren Schluß er die Gnade Gottes zur glücklichen Vollendung des begonnenen Baues erflehte. Gebet, Gesang der Chorschule, sowie das von der Gemeinde gesungene Lied „Ach bleib mit deinem Segen" schloß die Feier.
— Neues Theater. Dienstag den 13. October kommt das ausgezeichnete Lustspiel von Roderich Benedix: „Ein Lustspiel" am Neuen Theater zur Aufführung. Da der Besuch des Theaters auch an den Sonntagen, wahrscheinlich des schönen Wetters wegen, noch sehr viel zu wünschen übrig läßt, so weisen wir nochmals darauf hin, das Unternehmen des Herrn Director Reiners auf das Beste zu unterstützen, und das lustige Lustspiel am Dienstag nicht zu verfehlen.
sch-f. Theater. Freitagsaufführung: Das zweite Gesicht von Oscar Blumenthal. Seinen Namen hat das neue Blumenthal'sche Stück um deswillen, weil ihm eine jener Handlungen zu Grunde liegt, welche unter gewöhnlichen Verhältnissen einen moralisch verwerflichen Eindruck zu machen. pflegen, in Wahrheit aber noch ein „zweites edles Gesicht" besitzen, das sie freilich nur in Momenten seelischer Erregung
der gehässigen Mitwelt entschleiern. Dieser geistreiche und wiederholt in blendenden Wendungen ausgesprochene Grundgedanke ist allerdings nicht consequent durchgeführt. Darin liegt ein Mangel der Composition. Ein zweiter Umstand, den die Kritik bei dem Erscheinen des Stückes auszusetzen hatte, betrifft die Characterzeichnung, die hie und da den Personen Züge gibt, welche nicht naturwahr sind, wie namentlich die Figur des Grasen Mongers mehr ein sehr netter Lomun- culus aus der chemischen Retorte des Dichters ist, als ein Mensch von Fleisch und Blut. Wirklich lebenswahr und von eigenem Wesen erscheint der strengeren Kritik im Grunde nur die Figur der Gräfin Charlotte. Wenn also die spezifisch dramatischen Eigenschaften des Stückes nicht seine eigentliche Stärke bilden, so muß eine gerechte Kritik nach der anderen Seite hervorheben, daß es vielleicht kein zweites Blumenthal'sches Bühnenwerk gibt, welches reichlicher und bestechender den prickelnden Geist und Witz seines Autors zu Tage kommen und über den glänzenden Vorzügen des Dialogs die Mängel in Composition und Menschenschilderung völliger vergessen ließe. Zudem war die Aufführung am Freitag eine im Ganzen genommen treffliche. Die Mitwirkenden gingen in ihren Einzelleistungen, wie in ihrem Zusammenspiel weit über ihre bisher belhätigte Leistungsfähigkeit hinaus. Besonders genannt seien Herr und Frau Reiners und Frl. Hüner. Voü den übrigen Darstellern war im Wesentlichen nur der Repräsentant des Banquiers Caspary weniger glücklich.—Leider vermögen wir über die Sonntagsaufsührung („Drei Paar Schuhe" von Görlitz) nicht das Gleiche zu sagen. Das Volksstück leidet an geradezu ermüdenden Längen. Kräftige Rothstriche seitens der Regie wären öfters eine wahre Wohl- that gewesen. Obendrein war die Aufführung mit einer gewissen Mattigkeit getränkt und ermangelte bei fast allen ihrer Darsteller jeder Frische. Am störendsten wirkte dieser Uebelftand bei Frl. Buschs Martha Flink, von deren Zungenfertigkeit unausgesetzt die Rede ist, die aber in Wahrheit scheinbar jedes einzelne Wort erst drei Mal vor dem Aussprechen überlegte. Die Damen Krüger (Wendini) und Plank (Rosa) fühlten sich in ihren Rollen noch weniger sicher. Andere Mitwirkende übertrieben in unschöner Weise, wie Herr Peickner (als Lobberger), den man oft gar nicht mehr verstand und Herr Stegemann, dessen stetes Bestreben darauf gerichtet sein müßte, alles Declamiren zu vermeiden und einen einfachen Conversationston sich zu erwerben.
— Wir weisen unsere Leser auf die heutige Anzeige des Theater-Vereins hin, und bemerken dabei, daß der Vorstand es sich hat angelegen sein lassen, für die drei noch ausstehenden Vorstellungen des ersten Vereins-Jahres den Mitgliedern ein möglichst vielseitiges Programm zu bieten: auf die nächste Vorstellung, welche drei moderne kleinere Stücke leichten Genres bringt, folgt ein historischer Abend, in dem Goethe und Kleist vertreten sind; und für die dritte Ausführung endlich ist ein Werk neuester, realistischer Richtung — etwa Ibsen oder Wildenbruch — in Aussicht genommen. — Trotz des Obstes in Gießen und der Electricität in Frankfurt hat es das liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn Intendanten Claar doch möglich zu machen gewußt, uns einige Künstler schon im October herzusende».
— Dramatische Vorträge von Oscar Zack. Am Mittwoch den 14. ds. Mts. findet der erste der drei Vorlesungen des hier von früheren Jahren im besten Andenken stehenden Recitators Herrn Oscar Zack statt. Wir wollen nicht verfehlen, über das zum Vortrag kommende Trauerspiel „Uriel Acosta" von Gutzkow Einiges zu bemerken. Dasselbe hat s. Z. viel von sich reden gemacht, da es für Deutschland ein Witterungsbarometer für die öffentlichen Zustände wurde. Nahm die kirchliche Reaction zu, so wurde die Aufführung Uriel Acosta's verboten, sand ein Systemwechsel statt, so ließ man das Drama frei, während bei einigen kleinen Hosbühnen immer eine Antipathie gegen das „Judenstück" vorherrschte. Uriel Acosta ist kein schwankender charakterloser Held, wie früher oftmals behauptet wurde, sondern das Gegentheil. Denn würde er sich das Leben nehmen, wenn er nicht, trotz scheinbarer Irritation der Consequenz, die Consequenz selbst wäre? Ein sich überwindendes starres Gemüth will sich hier gleich Anfangs aus den Armen der Liebe reißen und bleibt aus dem Schauplatz der vorauszusehenden Conflicte nur deshalb zurück, weil ihm seine Gemeinde den Proceß macht. Jude nennt sich Acosta, während ihm freistünde, sich als Christ den Verfolgungen seiner Glaubensgenossen zu entziehen. Es ist Ver- läumdung, wenn man die Motive zu Acosta's Widerruf in seiner „Characterschwäche" findet. Die Wehklagen eines geknechteten Volkes binden seine Kraft- die blinden Augen seiner Mutter, der geschäftliche Ruin seiner Brüder, die Hingebung, der Schmerz einer Liebe, wie Judith's, die edle Duldung des ihn schützenden Manaffe — das Alles sind nicht vereinzelte Motive des Zufalls, sondern es steht im innigen Zusammenhang mit einem Ganzen, das den Helden auf die Höhe einer objectiven historisch bindenden Sittlichkeit hebt. Das Märthyrerthum einer idealen Anschauung des Lebens enthält mehr Leiden und Prüfungen, als Derjenige ahnt, der auf seinem Sopha von Consequenz spricht. — Wir empfehlen den Besuch der Vorlesung eines so in jeder Beziehung interessanten und schwerwiegenden Dramas um so mehr, da der Interpret durch eifriges Studium unter berühmten Meistern, wie durch seine Begabung für die dramatische Gestaltungskraft etwas Vollendetes versprechen darf.
— Die Nr. 22 des im Auftrage des Evang. Psarr- vereins im Großherzogthnm Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Die ernste, gesegnete Gemeinschaft der Pfarrer. 2. Der evangel. Pfarrverein im Großherzogthum Hessen- Art, Aufgabe und Stellung der Psarrvereine überhaupt. 3. Zur Frage, ob die evangelischen Kirchenvorstände das Recht zur Anstellung des Organisten haben. 4. Lebensversicherung, Feuerversicherung. 5. Zur Beherzigung betreffs der Collectenre und Colporteure! 6. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 7. Vvm Büchertisch.
— Oberhesfische Obstausstelluug in Gießen. Den auswärtigen Besuchern der Obstausstellung theilen wir mit, daß Großh. Direction der Oberhess. Eisenbahnen den Besuchern auf den Oberhessischen Bahnen freie Rückfahrt auf eine einfache Fahrkarte unter der Voraussetzung gewährt, daß die Fahrkarten mit dem Ausstellungsstempel versehen werden und die Rückfahrt am Tage der Fahrkartenlösung stattfindet.
— Turnerisches. Die ordentliche Hauptversammlung des hiesigen Männerturnvereins fand verflossenen Samstag Abend in den Räumen des Vereinslocals, Darmstädter Haus, unter starker Betheiligung der Mitglieder statt. Auf der Tagesordnung standen Rechenschaftsbericht, Rechnungsablage, Neuwahl des Vorstandes und Anträge der Mitglieder. Nach Erledigung der Punkte 1 und 2 der Tagesordnung, welche durchweg günstige Resultate enthielten, hatte der Verein Gelegenheit, durch fast einstimmige Wiederwahl des gesammten seitherigen Vorstandes demselben seinen Dank und das Vertrauen in die Geschäftsleitung zu beweisen. Der Verein trat hierauf in die Berathung eines Antrags auf Ausstellung von Semesterkarten für die Studirenden hiesiger Hochschule ein. Die den Studirenden durch die Annahme gewährte Vergünstigung läßt eine zahlreichere Betheiligung der ftudiren- den Jugend an dem für Leib und Geist so gesunden Turnen hoffen. Als weiterer Fortschritt ist die festere Fügung der Vorturnerschaft zu begrüßen. Derselben, als der turnerischen Seele des Vereins, soll eine ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden - sie tritt als besonderes Glied des Vereins in gewisse Pflichten und Rechte ein. Nach Erledigung einiger weiterer innerer Angelegenheiten, der Festsetzung des Winterprogramms u. s. w. schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Dank für die rege Theilnahme an den Verhandlungen. Dem ernst strebenden Gliede unserer deutschen Turnerschaft rufen wir für ferneres Gedeihen ein kräftiges „Gut Heil" zu.
— Schlußiibung der Feuerwehr. Gestern Nachmittag veranstaltete die Gießener Freiw. Feuerwehr ihre diesjährige Hauptübung. Es waren außer der Freiw. Gail'schen Feuerwehr noch Vertreter, der Feuerwehren aus den Nachbarorten anwesend, ferner hatten sich eingefunden die Vertreter der Staatsbehörde (Herr Prov.-Director Freiherr von Gagern), die Beamten des Kreisamts, Herr Oberbürgermeister Gnauth nebst Stadtverordneten u. s. w. Der Planübung auf Oswalds Garten folgte eine Besichtigung und Probe aller Löschgeräthe und nach derselben ein Brandmanöver auf das Schulhans in der Schulstraße. Am Abend vereinigten sich die Feuerwehren nebst geladenen Gästen und Freunden der Sache zu einer aus Entwert und Theater bestehenden Unterhaltung.
— Schlägerei. Gestern Abend wurden auf dem Aster- Weg zwei Soldaten von zwei Raufbolden, von denen einer schon vorbestraft ist, ohne jede Veranlassung von hinten überfallen und mißhandelt, so daß erstere sich nicht anders helfen konnten, als von ihrer Waffe Gebrauch zu machen- dadurch trug einer der Excedenten eine bedeutende Kopfwunde davon, an welcher er jetzt bedenklich darniederliegt. Die Soldaten, welche in Nochwehr handelten, trifft keine Schuld.
— Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 20. September dem Pfarrer Heinrich Nies zu Ettingshausen die ev. Pfarrstelle zu Melbach, Decanat Hungen, zu übertragen. — lieber den Besitz der nach Artikel 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der Candidaten der evangelischen Theologie: Heinrich Bechtols- heimer aus Wonsheim, August Bicke lh aupt ans Lampertheim, Heinrich Brill aus Büdingen, Florus Bus aus Hammelbach, Ferdinand Dörr aus Ober-Rosphe, Heinrich Hunsinger aus Darmstadt, Heinrich Matth es aus Ober- Ramstadt, Karl Schneider aus Neckar-Steinach, Philipp Uhl aus Laubach, Karl Wagner aus Wetterseld und Karl Zaubitz aus Darmstadt.
— Erledigte Lehrerstelle. Erledigt ist: Eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Monsheim, Kr. Worms, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
— Oeffevtliche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Maschinisten Theodor Dusbüber zu Biebrich in Anerkennung der von demselben am 19. August l. I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigner Lebensgefahr bewirkten Rettung des achtjährigen Philipp Eigenbrodt von Mainz vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.
— Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 29. Juni wurde der Rechtsanwalt Otto von Brentano di Tre- mezzo zu Friedberg, nachdem er die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Friedberg aufgegeben hatte, zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Offenbach und der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Starkenburg mit dem Sitz in Offenbach, — am 22. September wurde der vormalige Gerichtsaffesior Dr. Karl Fuhr in Gießen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Oberheffen, — an demselben Tage wurde der Gerichtsassessor Dr. Anton Josef Friedmann in Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen — zugelassen.
— Aus dem Großherzogthum Hesien wird der „Voss. Ztg." geschrieben: In unserm lieben Varerlande hängt doch noch so mancher alte Zopf, der abgeschnitten werden könnte. Zum Beweise dessen sei eine Geschichte erzählt, deren Wahrheit dieser Tage an Gerichtsstelle erwiesen wurde. Hier in Hessen gibt es nämlich einen Ort, Kirnbach genannt, der theils hessisch, theils b adisch ist. Was die Staatsangehörigkeit der Einwohner anlangt, so richtet sich diese, wie die „N. Hess. Volksbl." mittheilen, nach derjenigen der Häuser - nenerbaute Hosraithcn werden in einer bestimmten Reihenfolge


