werden, daß man es nur mit einem vorübergehenden Fallen der genannten deutschen Werthe zu thun hat und daß nicht im Geringsten eine Erschütterung des Reichs- und StaatS- creditS zu befürchten steht.
— Ueber die politischen Ergebnisse der Kaiserbegegnung von Schwarzenau wird allerhand hin- und her- gerathen, aber Zuverlässiges weiß man aus keiner Seite hierüber zu melden. Jedenfalls verbleibt dem Ereignisse, selbst wenn eS keine sichtbaren Folgen nach sich ziehen sollte, seine innere Bedeutung, die besonders aus den bedeutsamen Ansprachen erhellt, welche von den beiden Kaisern am Schlüsse der Manöver an die um sie im Halbkreise versammelten Offiziere gerichtet worden sind. Nach zuverlässigen Mittheilungen hob Kaiser Franz Joses in seiner Ansprache hervor, die Manöver hätten durch die Gegenwart des ihm verbündeten deutschen Kaisers an Bedeutung gewonnen. Er wie sein hoher Verbündeter wollten gewiß nur den Frieden erhalten- sollte aber zu den Waffen gerufen werden, so würden beide Armeen gewiß siegreich bestehen. Kaiser Wilhelm dankte in seiner Rede für die ihm gebotene Gelegenheit, den Hebungen der Armee des verbündeten Monarchen beiwohnen zu können. Wepn es sein müßte, würden die beiden Heere Schulter an Schulter kämpfen. Der authentische Wortlaut dieser bedeutungsvollen Ansprachen soll veröffentlicht werden.
— Zur Vorgeschichte der Aushebung des amerikanischen Schweine-Einfuhr-Verbotes bringt das Berl. Tagebl." eine Mittheilung, wonach es zu dieser Maßregel erst der Zustimmung des Bundesrathes bedurft hat. Schon im Frühjahr des gegenwärtigen Jahres war, wie das genannte Blatt erfährt, eine Anfrage an die Bundesregierungen ergangen, ob sie mit einer eventuellen Aufhebung einverstanden seien. Sämmtliche Regierungen erklärten sich damit einverstanden. Als nunmehr die Abgesandten der deutschen Regierung sich durchaus befriedigt über die amerika- kanischen Maßnahmen geäußert, stand der Aushebung des Verbotes nichts mehr im Wege. Da aber der Bundesrath nicht versammelt war, die Angelegenheit somit nicht an ihn verwiesen werden konnte, so benutzte man die allerdings zweiselhaste Handhabe seiner Geschäftsordnung, wonach alle Anträge an die Ausschüsse verwiesen werden müssen, wenn der Antragsteller nicht ausdrücklich einen anderen Wunsch äußert, um eine schriftliche Abstimmung herbeizusühren. Dieselbe ergab Aushebung des Verbots, die dann auch alsbald publicirt wurde. Irgend welche äußeren Einflüsse haben sich bei diesem Hergang nicht geltend gemacht.
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Wolff« lelrgraphilcheS Lorrespoudcuj-Bureau.
Berlin, 11. September. Den „Berl. Polit. Nachr." zufolge wird im nächstjährigen preußischen Etat eine Forderung von 36 Millionen Mk. für den Dortmund-Ems- Canal, Regulirung der Weichselmündung, Oder- canalisirung und für den Oder - Spree - Canal eingestellt. Nahezu die Hälfte der Summe ist für den Dort- mund-Ems-Canal, 10 Millionen sind für den Weichseldurchstich bei Neufähr bestimmt, 6 Millionen dürsten aus die Canali- sirung der Oder entfallen.
München, 11. September. Der Kaiser ist früh um 6 Uhr mit dem Prinzregenten, dem Prinzen Ludwig, dem Herzog Carl Theodor nach dem Manöverterrain abgefahren. Ein zahlreiches Publikum ries dem Kaiser jubelnde Abschiedsgrüße zu. .
München, 11. September. Der Kaiser verlieh dem Reichstagsabgeordneten Grasen Conrad Preysing den Rothen Adlerorden zweiter Klasse mit Stern, dem Reichsrath und Reichstagsabgeordneten Dr. Buhl den Kronenorden zweiter Klasse. — Alle heutigen Schlußberichte und Leitartikel der hiesigen Hauptzeitungen heben den überaus herzlichen, heiter- zwanglosen Verkehr des Kaisers mit dem Prinzregenten und den ungekünstelten Kaiserjubel des gesummten Bayernvolkes hervor. Bei der Rückfahrt zeichnete der Prinzregent den Reichskanzler wieder durch eine lange Unterredung aus. — Caprivi reiste um 5</2 Uhr nach Berlin zurück.
Röhrmoos, 11. September. Der Kaiser ist mit dem Kriegsminister und dem Generalstabschef um 10Uhr35Min. nach Kassel abgereist. Caprivi und Blumenthal reisen Abends nach Berlin.
Würzburg, 11. September. Der kaiserliche Extra- zug passirte den hiesigen Bahnhof heute Nachmittag um 4 Uhr mit fünf Minuten Aufenthalt. Auf dem Perron hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt, welche den Kaiser mit Hochrusen begrüßte.
Kassel, 11. September. Der Kaiser ist um 8 Uhr hier angekommen. Am Bahnhofe erwartete ihn die Kaiserin - beide fuhren im offenen Wagen zur Stadt. Das Ehrengeleit bildete das 32. Infanterieregiment. In der Mufeumsstraße unter einem Zelte erfolgte die Begrüßung seitens des Oberbürgermeisters Weise, umgeben vom Stadtrath und Bürger- Ausschuß nebst Damen. Nach einigen Dankesworten suhr der Kaiser weiter nach dem Orangerieschlosse zum Festmahl durch die sestlich beleuchteten Straßen und Plätze, die mit Ehrenpforten und Flaggenmasten geschmückt waren. Krieger-, Turn- und sonstige Vereine bildeten Spalier. Vom Martins- thnrme läuteten die Glocken und stiegen Raketen auf.
Kassel, 11. September. Der Kaiser wurde von der Kaiserin und den sonstigen Fürstlichkeiten am Bahnhofe empfangen. Nach dem Abschreiten der Ehrencompagnie des Infanterieregiments Nr. 83 begrüßte der Kaiser die Generäle und nahm sodann am Bahnhofsplatze den Vorbeimarsch der Ehrenwache ab. Die Fahrt zur Stadt erfolgte im offenen vierspännigen Wagen, der von einer Escadron Husaren des Regiments Nr. 14 escortirt wurde. Bei der Begrüßung durch den Oberbürgermeister Weise überreichte die Tochter Weises der Kaiserin einen Blumenstrauß. Vom Friedrichs- platze durch die Aue bildeten Truppen Spalier.
Kassel, 11. September. Bei dem Festmahle des Communallandtags sprach der Vicemarschall Malsburg den
Dank für den kaiserlichen Besuch aus, der ein Zeichen dafür sei, daß der Kaiser dem Bezirke, wo er früher geweilt, eine gnädige Erinnerung bewahre. Auf den Krieg von 1870/71 hinweisend, hob Redner das feste Vertrauen des Hessenvolkes zu seinen Kaisern und Königen hervor, die das Wohl des Volkes im Herzen trügen. Die tief wurzelnde Anhänglichkeit des Hessenvolkcs an das Königshaus stehe hinter keiner anderen Provinz zurück. Malsburg brachte sodann den stürmisch aufgenommenen Toast auf das Kaiserpaar aus.
Hamburg, 11. September. Der chilenische Kreuzer „Presidente Pinto" ist heute Abend 63/< Uhr hier eingetroffen und vor Anker gegangen.
Hamburg, 11.September. Der Congreß für internationales Recht setzte, nachdem er Mittags eine Rundfahrt im Hasen unternommen hatte, am Nachmittag u. A. noch die Themata für die nächste Session in Zürich fest.
Hamburg, 11. September. Der „Hamb. Corr." meldet aus Helgoland: Seit 2V8 Uhr Nachts wüthet im Cur- hause ein gefährlicher Kellerbrand. Die Löscharbeiten sanden statt unter Leitung des Gouverneurs. Mit Hilfe der Bewohner, der Marine und der Badegäste wurde jede Gefahr bis 6 Uhr beseitigt.
Köln, 11. September. Aus Antrag des Directors der Internationalen Bank, Simon, beschloß der Juristen tag, daß die Einführung von Lagerpfandscheinen sich nicht empfehle.
Köln, 11. September. Die dritte Abtheilung des Juristentages sprach sich mit 97 gegen 86 Stimmen gegen ein Trunksuchtsgesetz aus. Morgen findet die Be- rathung im Plenum über das Gesetz statt.
Straßburg, 11. September. Die „Straßburger Post" erklärt, die Pariser Nachricht von Massendesertionen deutscher Soldaten nach Frankreich sei unbegründet. Auch sei nicht das Geringste vorgekommen, was zu einer solchen Meldung Veranlassung gäbe. Wahrscheinlich handle es sich um Resractaires, die sich ihrer bevorstehenden Einziehung durch bte Flucht entzögen, eine Flucht, die alljährlich derzeit aus Frankreich in die Reichslande und umgekehrt vorkomme. Dafür, daß Heuer eine besonders umfangreiche Flucht ftattfänbe, liege kein Grund zur Vermuthung vor.
Wien, 11. September. Der „N. Fr. Pr." wird aus Athen gemeldet, daß der italienische Postdampser „Taormina", von Konstantinopel kommend, Nachts beim Vorgebirge Sunium auf den griechischen Postdampser „Theffalie" g estoßen ist. Die „Taormina" sank sofort, nur der Capitän und ein Deckpassagier seien gerettet, etwa vierzig Personen ertrunken.
Mechel«, 11. September. Katholiken-Congreß. Die Section für sociale Werke sprach sich für Errichtung einer belgischen Strafkolonie am Congo aus.
Paris, 11. September. Die Regierung wird bei den Beisetzungs-Feierlichkeiten Grevys deshalb gerade durch die Minister Freycinet, Fälliges und Rouvier vertreten werden, weil diese in verschiedenen Cabineten während der Präsidentschaft Grevys den Vorsitz führten. Die Brigade, welche bei der Beisetzung die militärischen Ehren erweisen wird, soll aus Truppen der benachbarten Armeecorps zusammengesetzt werden, da sich das 7. Armeecorps aus den Manövern im Osten befindet.
Galgocz, 11. September. Anläßlich des Namenstages des russischen Kaisers brachte Kaiser Franz Joses, der gelegentlich der Manöver noch hier weilt, beim heutigen Hofdiner folgenden Toast aus: „Ich trinke aus das Wohl meines theuren Freundes, Seiner Majestät des Kaisers Alexander von Rußland!" Nach dem Toaste intonirte die Capelle die russische Hymne. Die ganze Tafelgesellschast hörte den Toast stehend an. Zum Hosdiner war auch der russische Militärattache geladen.
Kopenhagen, 11. September. Beim Dejeuner aus der Aacht „Polarstern" toastete der Kaiser von Rußland aus den König, die Königin und die königliche Familie von Dänemark. Der König von Dänemark trank seinerseits auf den Czaren, welcher daraus aus den König und die Königin von Griechenland, aus die Mitglieder der griechischen Königssamilie, aus den Prinzen und die Prinzessim von Wales trank. Nach dem Dejeuner begaben sich die Herrschaften nach Frederiksborg, woselbst das Diner folgte. — Wie „Ritzaus Bureau" meldet, hat der russische Kaiser heute eigenhändig dem Prinzen Georg von Griechenland eine goldene Rettungsmedaille überreicht, dafür, daß Prinz Georg bei dem Attentat auf den Czarewitsch in Otsn diesem das Leben gerettet habe.
Newyork, 11. September. Der „Herald" meldet aus Valparaiso: Die Mitglieder der Junta unterhandelten wiederholt mit hervorragenden Kaufleuten und Bankiers betreffs der 27 Millionen Balmaceda'scher Dollarsnoten. Die Hauptbanken bleiben bis zum Schluß der Verhandlung geschlossen. Man glaubt, die Junta werde die Verantwortung für den vollen Betrag übernehmen. Gegenwärtig ist sie mit einem Gesetzentwurf betreffend den Rückkauf innerhalb fünf Jahren beschäftigt, sobald die Baarzahlungen wieder aufge- genommen worden.
Newyork, 11. September. Meldung des „Herald" aus Santiago, 10. September: Augustin Edward es wurde zum Minister der öffentlichen Arbeiten, Manuel Alatta zum Minister des Auswärtigen ernannt. Man glaubt, Ramon Barros Lucos würde als Präsidentschastscandidat auf- gestellt werden. — Im Staatsschätze wurden Tratten zu Gunsten der balmacedistischen Minister auf London im Betrage von 3 Millionen Dollars aufgefunden und annullirt.
Depeschen des „Bureau Herold".
Wien, 11. September. Der deutsche Kaiser nahm eine Einladung des H e r z o g s v o n C o b u r g zu den Jagden in Tirol für den nächsten Monat an.
Warschau, 11. September. Die Stadt Wyrbierne (Wolhynien) wurde t o t a l e i n g e ä s ch e r t. Mehrere Menschen sind verbrannt. Man vermuthet Brandstiftung.
Koustauttuapel, 11. September. Auswärtige Berichte lassen annehmen, daß auch andere Staaten das Recht der Passage durch die Dardanellen unter gleichen Bedingungen wie Rußland erproben werden.
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totales nnd ^provinzielles.
Gießen, 12. September.
— Ordeusverleihungeu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Dem Provinzialdirector der Provinz Oberhessen Maximilian Frhr. v. (lagern das Comthurkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Rentamtmann des Rentamts Gießen Domänenrath Carl Weicker, dem Vorsitzenden des Localgewerbevereins Gießen August Heß, dem Landgerichtsrath Gustav Kullmann, sowie dem Hauptmann Gold mann vom 2. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 116 das Ritterkreuz 1. Kl. dieses Ordens zu verleihen.
— Character Verleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Dem Kreisarzt Dr. Otto Follenius zu Gießen den Character als „Medi- cinalrath", dem Director der Oberhessischen Eisenbahnen Ernst Altvater den Character als „Geheimer Baurath", dem Oberförster der Oberförsterei Schiffenberg Theodor Heyer den Character als „Forstinspector", sowie dem Fabrikanten Louis Heyligenstaedt zu Gießen den Character als „Commerzienrath" zu verleihen.
— Sitzung der Stadtverordneten vom 10. September. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorfs, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hornberger, Jughardt, Keller, Löber, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Die beiden ersten Gegenstände der Tagesordnung: betr. Einfriedigung des Vorgartens vor dem Hause der Actienbranerei, Kaplansgaffe, und betr. das gemeinschaftliche Hofthor der Herren Wilh. Gail und Conr. Jung in der Neustadt, bezüglich deren Anzeige auf Grund der Baupolizeiverordnung über die Einfriedigung von Vorgärten 2C. erhoben worden war, werden im Sinne des Baudeputationsantrages erledigt. Danach ist die Stadtverordneten-Versammlung, in Übereinstimmung mit der Baudeputation, der Ansicht, daß fragt. Einfriedigungen nicht unter die Vorschrift des § 1 der Ortspolizeiverordnung fallen; so erwünscht die Instandsetzung sowohl des Dreiecks vor dem ehemals Jung'schen Hause in der Kaplansgaffe, wie die Erneuerung des Einfahrtthores am Jung'schen Hause in der Neustadt im Interesse des Aussehens der Straße sei, so könne ein Zwang darauf auf Grund bestehender Bestimmungen nicht ausgeübt werden. — Die Verhandlung über das Baugesuch des Herrn I. Hengst, sowie über das Gesuch des Herrn Balth. Strauch um Geländeerwerb wurde ausgesetzt. — Betreffs des Baugesuchs der Ludwig Kohlermann Wiitwe (Neustadt) tritt die Versammlung dem Anträge der Baudeputation, das Gesuch zu befürworten, bei. Die Gesuchstellerin hat die ihren Neubau nach der Bieker'schen Hofraithe (Neustadt) abschließende Rückwand nicht als Brandmauer aufführen, sondern, wie ihr dies auch polizeilich gestattet gewesen, mit Fensteröffnungen versehen lassen. Infolge hiergegen erhobener, als berechtigt anerkannter Beschwerden des Besitzers der Bieker'schen Hofraithe hat die Gesuchstellerin ein Gesuch bei Großh. Ministerium um Entbindung von der Bestimmung eingereicht, nach welcher Fenster nur in einer Entfernung von 3 Metern von Nachbargebäuden entfernt angebracht werden dürfen. In Rücksicht darauf, daß die Verhältnisse für die Bieker'sche Hofraithe durch den Kohlermann'schen Neubau sich nicht verschlechtert, sondern eher verbessert haben, sowie darauf, daß eine Verwendung einzelner Theile des Neubaues so gut wie ausgeschlossen sei, wenn die Fenster wieder entfernt werden müßten, wurde das Dispensationsgesuch befürwortet. — Verschiedene Herstellungsarbeiten am Wärterhäuschen der Tonn enanstalt sollen ausgeführt werden, sofern der Pächter sich verpflichtet, das Innere des Häuschens in gutem Zustande zu erhalten. — Infolge Gesuchs des Herrn L. Fuhr um Ausbesserung eines undichten, seinem Keller nachtheiligen Canals in der Erlengaffe wird beschlossen, den Canal durch ein Cementrohr zu ersetzen. — Die am 15. Mai d. I. in Stuttgart verstorbene Charlotte Kein hat der Stadt Gießen letztwillig 600 Mk. unter der Bedingung vermacht, daß davon ihre und ihres Bruders Begräbnißstätte auf hiesigem Friedhöfe für ewige Zeiten unterhalten werden. Nachdem die Bedenken, die wegen des Passus „für ewige Zeiten" gegen die Annahme des Vermächtnisses gehegt, durch die eingeholte Erklärung des Testamentsvollstreckers beseitigt, wird Annahme des Vermächtnisses in dem Sinne beschlossen, daß die Stadt die Unterhaltung der Grabstätten, nach vorheriger erstmaliger Instandsetzung durch die Erben, für dic Dauer der Benutzung des Friedhofes als solchen, übernimmt. — Mit der Vernichtung der 1 890/9 1 er Zinscoupons wird die Commission zur Unterzeichnung der Urkunden, und zwar auch für spätere Fälle, betraut. — Dem Gesuch des Roller'schen Steno- graphen-Vereins um Überlassung eines Schulzimmers zu Uebungsstunden soll stattgegeben werden, sofern sich ein geeignetes Zimmer in einem städtischen Gebäude findet. Zur Kündigung des zwischen der Stadt und der Handelskammer über ein von letzterer benutztes Zimmer im Rathhause bestehenden Vertrages ertheilt die Versammlung Genehmigung. Das Zimmer soll zur Aufnahme eines Baubureaus, das von letzterem seither innegehabte als Geschäftszimmer für bie Alters- und Invaliditäts-Versicherung verwendet werden.
__Schwarze Oper. Das gestern Abend im Saale des „(Safe vor zahlreich erschienenem Publikum gegebene Cöncert der afrikanisch-amerikanischen Character-Gesellschaft bot besondere, nur dem Negerleben Amerikas eigene Bilder, theils grotesk-komisch, theils ernst-getragen, jedoch immer fesselnd und abwechselnd. Wir bewunderten die Gymnastik des Körpers bei den aufgeführten Nationaltänzen, sowie die Stimme, welche bei gut vorgetragenen Solls


