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1891

Freitag de« 13. Mär;

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und die Franzosen.

1797-1798.

gebundener Folioband von 86 Seiten welcher die nachfolgenden Notizen ge-

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dem Kngdgtt ^Lch«ttttch dreimal fctiflritgL

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Alle ÄimoÄCtn-Bureou? des In- und Auslandes nehm» Anzeigen für denGießener Anzeiger" mtgegte.

abhänge. Diese Ausnahme soll, nach Berichten von national­liberaler Seite, eine durchaus günstige sein und verspricht sich das Comite, welches die Sache in die Hand genommen hat, eine große Mehrheit für den Fürsten Bismarck. Auch soll letzterer keineswegs als Candidat der nationalliberalen Partei, sondern als politisch völlig unabhängiger Candidat ausgestellt werden, was sich eigentlich von selbst versteht. Ob sich freilich gerade der Wahlkreis Geestemünde-Lehe mit seinen zersplitterten Parteiverhältnissen zu diesem Versuche eignet, das wird immerhin noch abzuwarten sein.

Kunstschätze wie Venedig, Mailand und viele andere große und berühmte Städte, daß aber nicht wenige wissenschaftliche Kostbarkeiten aus der Universitätsbibliothek geraubt wurden, ist an anderer Stelle schon erzählt worden.

In dem Dörfchen Annerod, eine Stunde von Gießen, waren weder Schätze der Kunst noch der Wissenschaft- daß aber auch da die Herren Franzosen Gelegenheit hatten, wenn auch in kleinem und beschränktem Maße, sich zu bereichern, zeigen uns die Auszeichnungen des Schultheisen Lempp.

Die Gemeinde Annerod hatte, als die Franzosen das Dors 1797 wieder besetzten im Jahre vorher waren sie auch dagewesen eine Reihe von kleineren Kapitalien aus­genommen im Gesammtbetrage von 1500 ff., dazu kamen 590 fl. 56 kr. 1796er Kriegskostenentschädigung, welche ihr bezahlt worden waren, so daß sich nebst einem kleinen Posten als Receß die Gesammteinnahme auf 9582 fl. belief.

Die gegenüberstehenden Ausgaben gehen zum kleinen Theile noch in das Jahr 1796 zurück. Erzherzog Karl hatte im September die Franzosen aus unserer Gegend vertrieben, doch mußte die Gemeinde Annerod auch für die kaiserl. kgl. Armee in das Magazin nach Hachenburg Mehl, Hafer und Heu liefern (Oct. und Nov. 1796), wofür ein Betrag von 284 fl. zu bezahlen war.

Als nun die Franzosen einrückten, kamen fast täglich Anforderungen an Naturallieferungen und Fuhren an die Gemeinde. Bei ersteren begnügten sich die Franzosen nicht mit Hafer, Stroh, Mehl, Buchenholz, auch Leinentuch, Knöpfe u. dgl. mußte die Gemeinde von Gießen beschaffen, damit die abgängigen Kleider der Franzosen geflickt werden konnten.

Bei den Kriegssuhren kamen natürlich nur die wenigen Besitzer von Pferden in Betracht und mußten auch solche von Nachbardörfern dabei aushelfen. Die Entschädigungen, die für solche Fuhren bezahlt wurden, waren außerordentlich mäßig, besonders wenn man dabei berücksichtigt, daß Pferd, Schiff und Geschirr in Gefahr war, überhaupt nicht mehr, oder doch namentlich bei dem kläglichen Zustande der da-

des Herrenhauses und Staatsrathes im Staatsdienste gestanden hat, in

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2 Mark 20 Pf,. «Ü Bringkrloya.

Durch die Post bezog«

2 Mark 60 Psg.

Webaction, und Druckerei:

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Aernjprecher 51«

Die bereits seit längerer Zeit auf- wonach die Nationalliberalen des

maligen Straßen verdorben und abgetrieben zurückzukehren. Einige Beispiele können dies belegen.

Joh. Phil. Otto von Großenbuseck vor eine 3 Tage lang gedauerte Fourage-Fahrt nach Wetzlar mit 1 Wagen und 2 Pferd fl. 30.

Konrad Müller von 2tägiger Vorspann mit seinem Pferd bis hinter Laubach fl. 10.

Demselben vor eine Fourage-Fahrt von Annerod bis Wetzlar fl. 6.

Demselben von seinem bis Lich zum Reiten gegebenen Pferd fl. 4.

Demselben von seinem Pferd, worauf ein französischer Osficier nach Lich geritten fl. 4.

Demselben von seinem Pferd, welches er einem franzö­sischen Osficier zum Reiten gegeben und 8 Tage ausgeblieben, fl. 40.

3. P. Otto von Großenbuseck vor eine Fahrt mit ausmarschirter französischer Einquartirung bis Kölln übern Rhein mit 3 Pferden fl. 148 6 kr.

Demselben ferner von einer Fahrt mit Bagage bis Koblenz mit 3 Pferden, welche 8 Tage gedauert fl. 120.

Demselben von 2 doppelten bespannten Vorspanns-Karn bis Lauterbach, von 4 Tagen accordsmäßig fl. 80."

Diese Beispiele genügen. Der kleinste der aufgesührten Posten beträgt 2 fl. für eine Fouragesahrt von Annerod ins französische Magazin in Gießen, der größte ist der oben auf­geführte für die Fahrt mit 3 Pferden nach Köln mit 148 st. 6 kr. Aber trotz der mäßigen Entschädigung für derartige Fuhren betrug die Gesammtsumme 1011 fl. 46 kr.

Weit beträchtlicher aber ist dasAusgab-Geld zu Be­streitung der Verpflegungs- und Einquartirungs - Kosten der französischen Truppen und zwar der Generals und übrigen sowohl höherer als niederer Osficiers."

(Fortsetzung folgt.)

Netteste Nachrichten.

DolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.

Berlin, 11. März. Der Kaiser ließ Mittags die hiesige Garnison zu einer größeren Uebung auf dem Tempel- Hofer Felde allarmiren, wobei er die zu zehntägiger Uebung eingezogenen Landwehrleute der Garde-Infanterie besichtigte.

Berlin, 11. März. Der Reichstag erledigte heute Petitionen. Bei der Petition betr. Zulassung der Frauen zum Studium führt Schrader aus, die Regierung habe die Pflicht, den Frauen die Ausübung der ärztlichen Praxis durch Zulassung zum medicinischen Studium zu ermöglichen. Har- mening erklärt, die Universität Jena sei bereit, die Frauen zum Studium zuzulassen. Orterer spricht sich gegen die Zu­lassung aus und führt aus, Rußland habe die Erfahrung gemacht, daß aus den Studentinnen umstürzlerische Elemente hervorgingen. Bebel unterstützt die Petition mit dem Hinweis daraus, daß die Anwesenheit von Frauen an der Universität die Sittlichkeit fördern werde. Hultzsch tritt gegen die Petition ein, Rickert dafür. Das Haus geht zur Tagesordnung über. (Ausführlicher Bericht folgt in nächster Nr.)

Berlin, 11. März. DerReichsanzeiger" schreibt: In der Tagespresse ist mehrfach die Frage aufgeworfen worden, warum die Marineverwaltung von der Verwendung des amerikanischen Salzfleisches für die Verpflegung der Mannschaften abgesehen habe. Die Versuche der Marine­verwaltung mit amerikanischem Salzfleisch sind bisher nichr günstig ausgefallen. Das Fleisch war sehnig, zu fett unfr bestand durchweg aus minderwerthigen Stücken, die Ver­packung war mangelhaft. Die Marineverwaltung hatte die Mannschaften mit' nicht nur billiger, sondern auch guter Nahrung zu versehen, sie konnte deßhalb bisher den Be­strebungen der amerikanischen Exporteure, ihren Erzeugnissen in der Marine Eingang zu verschaffen, nicht nachgeben.

Berlin, 11. März. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die von der Ministerialbaucommission unterm 5. dss. Mts. ausgestellten Bedingungen, die bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen im Bereiche der allgemeinen Bauverwaltung, der Staatseisenbahn- und Bergverwaltung zur Anwendung kommen.

Das Comito für den Wißmann-Dampfer erläßt einen neuen Aufruf zu Beiträgen. Der Bau des Dampfers werde in wenigen Tagen vollendet sein- daß er sicher zum Victoria Nyansa gelange, erheische aber weitere 200,000 Mk.

Berlin, 11. März. Die Budgetcommission des Reichstags nahm heute mit 19 gegen 4 Stimmen den

wurde. Minister von Goßler war in der gestrigen Sperr- gelder-Commission nicht erschienen, woraus aus baldigen Rück­tritt desselben geschloffen wurde. Nach weiteren Meldungen gilt von Goßlers Rücktritt für vollzogen, lieber die Be­rufung seines Nachfolgers melden die BerlinerPol. Nachr.", Cultusministers ein gemäßigt Con-

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ist die Quelle, aus

schöpft sind. Der Titel auf dem ersten Blatt des muster­ordentlich geschriebenen Buches zeigt sofort, hier handelt. Er lautet:

Rechnung über die Gemeinde Annerod sich ergebende

Berlin, 9. März, getretene Nachricht, 19. Hannoverschen Wahlkreises Geestemünde- Lehe dem Fürsten Bismarck eine Candidatur auf das erledigte Reichstagsmandat angetragen hätten, scheint sich zu bestätigen. Es verlautet nämlich weiter, daß Fürst Bismarck sich privatim zur Annahme einer etwa auf sihn fallenden Wahl bereit erklärt habe. Doch soll sich der Fürst noch eine andere Entschließung Vorbehalten haben, die von der allge­meinen Aufnahme seiner Candidatur im genannten Wahlkreise

Angelegenheit den Beschlüssen der zweiten Kammer an­schließen wird.

Berlin, 11. März. Der Kaiser gedenkt demnächst einen Ausflug nach Altona und dann weiter nach Kiel zu unternehmen, doch verlautet über den Zweck dieser Reise noch nichts Näheres. Es heißt, daß der hohe Herr während seines Aufenthaltes in Altona Absteigequartier beim General Grasen Waldersee nehmen werde.

Die Kaiserin Friedrich wird nebst der Prinzessin Margarethe gegen den 18. d. M. von England nach Deutsch­land zurückkehren. Etwa eine Woche später wird die Königin Victoria ihre Erholungsreise nach der Riviera antreten.

Berlin, 11. März. Heute fand eine längere Sitzung des Staatsministeriums statt, in welcher über der Rück­tritt des Cultusministers von Goßler berathen

Kriegs-Kosten .'Bon 5em Monath April 1797 bis Ende des Jahres 1798.

geführt und berechnet durch

Johann Heinrich Lempp derzeitig Fürstlicher Schultheis daselbsten.

Wenige kurze geschichtliche Bemerkungen seien voraus- Zeschickt.

Die Pariser Schreckensherrschaft war zu Ende. Bona­parte hatte in Italien in einer Reihe glänzender Siege Pie­mont erobert, war in Mailand eingerückt - überall wurden die größten Schätze der Kunst und Wissenschaft geraubt und nach Paris geschickt, unerhörte Summen von Geld erpreßt. Auch Lie österreichische Armee wurde mehrfach geschlagen und so Kaiser Franz zum Abschluß des höchst nachtheiligen Präli­minarfriedens von Leoben (April 1797) veranlaßt. Aber rrotz des Waffenstillstandes gingen die Franzosen Anfang April 1797 unter General Grohe wieder über den Rhein, -besetzten auch Gießen und die ganze Provinz. Auch jetzt das r'cho« gewöhnte Plünderungssystem. Gießen bot nicht die

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Deutsches Reich.

Darmstadt, 11. März. Seine Königliche Hoheit der Gr otzherzog empfingen heute den Oberst v. Sydow, Com- mandeur des Infanterie > Regiments Nr. 81 , den Major Retzlaff , Commandeur des Landwehr - Uebungs - Bataillons Nr. 117, den Major Kretzschmer, Commandeur des Land- wehr-Uebungs-Bataillons Nr. 118, den Professor Hünten von Düsseldorf, den Bergrath Weiß aus Bad Nauheim, den Kreisarzt Dr. Balser aus Alsfeld, den Pfarrer Haake von Wenings- zum Vortrag- den Staatsminister Finger, Frau Geheimerath Strecker, den Ministerialrath Rothe, den Oeco- nomierath Müller.

Darmstadt, 11. März. Aus guter Quelle verlautet, Haß der Finanzausschuß erster Kammer sich der W ein st e ue r-

««»ahme *oa Anzeigen zu der Nachmittag« für bm Mgnibtn tag erscheinenden Nummer bi« Corrn. 10 Uhr.

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Gießen, am 11. März 1891. Betr.: Die Einlieferung der Sterbfallanzeigen.

Das

Großh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen

erinnert die Grobherzoglichen Bürgermeistereien

Alte« Buseck, Bersrod, Birklar, Hungen, Klein« Linden, Langd, Lauter, Lindenstruth, Mainzlar, Ober-Besfingen und Staufenberg

an die umgehende Einsendung der Sterbzählkarten und TodeS- Zeugnifse für die Monate Januar und Februar d. I.

Dr. Follenius.

Bekanntmachung,

das Beschneiden der Hecken betreffend.

Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesitzer, die ihren Grundbesitz an öffent­lichen Fahr- oder Fußwegen einsriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden und im Laufe des Monats (September die neuen Sprößlinge wiederholt zu beschneiden -oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffenllichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 31 des Feldstrafgesetzes mit Geld- strafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden.

Gießen, den 9. März 1891.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.