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>en 10. Zanuar 1891. Landes-Bauichector'.
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Rr. 10 Zweites Blatt. Dienstag den 13. Januar
Der
-Kfener Aazeiger erfchemt täglich, mit Ausnahme bei Montags.
Die Gießener M««4rre»ötätter »ttbe» dem Anzeiger «Schnttüch dreimal deigelegt.
Kießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
1891.
vierteljähriger -SsnuearentspreiSi 2 Mark 20 Pfg.
Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Kedaction, Sxpedrttas und Druckerei:
-chutstratze Ar.?.
Aer«fprecher 51.
Amts» und Anzsigeblatt für den Nreis Gieren.
Ventsetze» Ueietz.
Berlin, 11. Januar. Auf Befehl Seiner Majestät bei Kaisers, der am Freitag selbst im Schlitten die Tragfähigkeit des Eises geprüft hatte, überschritten gestern, wie der „Voss. Ztg." aus Potsdam berichtet wird, verschiedene Truppentheile der Potsdamer Garnison das Eis der Havel zwischen Sacrow und Potsdam. Eine Abtheilung des Leib-Garde- Husaren-Regiments machte den Anfang, die Pferde waren zu dem Zweck besonders beschlagen worden- dann folgten Abthei- lungen des 1. Garde-Regiments z. F. Von dieser Vorübung wird es abhängen, ob in den nächsten Tagen größere Truppentheile, namentlich Artillerie, ebenfalls einen Uebergang über die Havel machen werden.
Berlin, 11. Januar. Seine Majestät der Kaiser erschien heute unangemeldet und völlig unerwartet zum Hauptgottesdienst in der Dreisaltigkeitskirche. Der hohe Herr, der vom Flügel-Adjutanten Major v. Scholl begleitet war, fuhr im geschlossenen Wagen vor und begab sich sofort in die für ihn unter der Empore hergerichtete Loge. Die Anwesenheit des Kaisers machte noch in letzter Minute eine Abänderung der Liturgie nothwendig, der die Grell'sche Hymne „Gott gib Frieden Deinem Lande" eingefügt wurde. Ober- Co nsistorialrath Dryander knüpfte seine Worte an Ev. Joh. 1, 35—49, über die Berufung der Jünger.
J~ chralisSeikage: Gießener IaMikienßkätter.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fsl^idea Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
NSe Anuoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Umilid?er Theil.
Gießen, am 9. Januar 1891.
Seit«: Maßregel« zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen «« die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mendorf ad.Lahn, DellerSheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf.GM, Eberstadt, Großen-Linden, Grüningeu, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Sich, Muschenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff und Utphe.
Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unferm Ausschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Mister über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spulte „Bemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Cadavers nicht zu vergeffen ist.
v. Gagern.
Tabelle
über die in der Gemeinde.........vom .... 18 . .
bis ... . 18 . . crepirten ober getödteten Thiere.
Namen der
Besitzer
Der krevirten oder getödleien Thtere
G ! Z '
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Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thierarzt feftgcfldlt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Ca- baoer.
Gießen, am 30. December 1890.
Betr.: Ausbildung von Obstbaumwärtern.
Der Director des laadwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen
<w die Großh. Bürgermeistereien de- Kreises.
Der landwirthschaftliche Äezirksverein Gießen hat in dem
Voranschläge pro 1890/91 eine Subvention von 700 Mark
für junge Leute, welche an einem Obstbaumwärter • Cursus Theil nehmen, in Ausgabe vorgesehen. Der Betrag von 300 Mark ist zu diesem Zwecke dem landwirthschaftlichen Bezirksverein von der Sparkasse zu Grünberg unter der Bedingung zur Verfügung gestellt worden, daß auch jungen Leuten aus den zum Sparkassebezirk Grünberg gehörenden Orten zum Besuche eines Obstbaumwärter - Cursus die entsprechende Subvention bewilligt wird.
Bewerber um Bewilligung dieser Subvention aus den zum Kreise Gießen und den zum Sparkassebezirk Grünberg gehörenden Gemeinden der Kreise Alsfeld und Schotten werden zur alsbaldigen Einreichung ihrer Gesuche und etwaiger Zeugnisse bei der betreffenden Bürgermeisterei unter dem Ansügen ausgefordert, daß unter mehreren Bewerbern die Priorität der Anmeldung Anspruch auf vorzugsweise Berücksichtigung gibt und daß die Subventton namentlich unbemittelten Personen zugewendet werden wird; zugleich ist von den Bewerbern anzugeben, welchen Obstbaumwärter - Cursus sie besuchen wollen und welcher Subvention sie zu diesem Behuse bedürfen.
Der Lehrcursus für Obstbaumwärter bei Baumschulenbesitzer Th. Jäger in Bensheim a. d. B. beginnt den 9. März und endet den 9. Mai 1891. Der Sommer-Cursus beginnt daselbst im Monat August und dauert 3 Wochen. Die Unterrichtszeit dauert daher 2 Monate und 3 Wochen in Bensheim. Der Obstbau-Curfus an der Ackerbauschule zu Friedberg dauert nur 8 Wochen, von welchen 5 Wochen auf die Zeit von Anfang März bis Aprll und 3 Wochen in den Monat August fallen.
Junge Leute, die an dem Obstbaumwärter - Cursus in Bensheim Theil nehmen, erhalten daher eine höhere Subvention (bis zu 100 Mark) als diejenigen, die an dem Obstbau-Curfus zu Friedberg Thell nehmen (70 bis 80 Mk ).
Die Großh. Bürgermeistereien werden ersucht, dieser Bekanntmachung die chunlichste Verbreitung zu verschaffen, Anmeldungen entgegenzunehmen und dieselben unter Begutachtung der Gesuche an den Unterzeichneten spätestens bi» zum 1. Februar 1891 einzusenden, damit die Gesuche dem Ausschüsse zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden können.
Zugleich ersuche ich Sie wetter, sich zu bemühen, geeignete Zöglinge für die genannten Obstbau-Curse ausfindig zu machen und zur Anmeldung zu veranlassen.
•____________Jost. ______________
Bekanntmachung,
Obstbauverein betreffend.
Ich bringe zur Kenntniß der Interessenten, daß Herr Obstbautechniker Metz von Friedberg
Dienstag den 13. l. M. in Klein-Linden, Mittwoch den 14. l. M. in Heuchelheim, Donnerstag den 15. l. M. in Wiefeck, Freitag den 16. l. M. in Staufenberg, Samstag den 17. l. l. M. in Mainzlar, < Sonntag den 18. l. M. in Allendorf a. d. Lda.
Vorträge über Obstbau halten wird. Die Versammlung an letztgenanntem Ort beginnt Nachmittag» 3 Uhr, bezüglich der übrigen ist mir die Zett des Beginne» nicht mitgetheitt worden. Alle Mtglieder des Obstbauverein» und Freunde des Obstbaues werden zu diesen Versammlungen unter dem Anfügen freundlichst eingeladen, daß an die Vorträge Besprechungen, wenn möglich auch Besichttgungen von Baum- pflanzungm, sich anschließen werden, bei welchen Herr Metz die über Obstbau an ihn gerichtet werdenden Fragen beantworten wird.
Gießen, den 10. Januar 1891.
Der Vorsitzende
der Section Gießen de» Obstbauvereins der Wetterau.
Nebel, Amtmann.
FerriÄstsn.
Unter der Erde.
Novelle von Zoö v. Neuß (Fortsetzung aus Nr. 9.)
Am anderen Tage machten die Arbeiter freiwillig eine Doppelschicht, mit welcher, nach Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, ein- für allemal die Strafe des Contractbruches gedeckt sein sollte. Abends aber zog man in versöhnter, sehr fideler Stimmung vor die Villa, wobei die jüngeren Arbeiter ihre Musikinstrumente keineswegs vergaßen. Denn wenn die Belegschaft der Kohlengruben auch gewöhnlich weniger ausübende Jünger der Göttin Musika zu sein pflegen, als die Knappschaft der Erz-, besonders der Silbergruben, so finden sich doch auch unter ihnen viele Liebhaber und auch manches Talent. Mit einem Marsch zog man ein, dann folgte „Heil Dir im Siegerkranz", der Donauwalzer und noch manch anderer hübscher Tanz, der die niedlichen Füße der Töchter de» Commerzienraths und der hübschen Cousine bald in Bewegung setzte. Nachdem im Gartensaale Stühle und Tische aus dem Wege geräumt waren, begann ein bal champetre mit einigen Herren aus der Nachbarschaft, bei dem die ersehnten Uniformen als „Eier auf dem Spinat" nicht einmal vermißt wurden. Zugleich fand draußen aus der großen Veranda und dem davor befindlichen freien Platze eine Be- wirthung der Leute mit Schinkenstullen und Bier statt. Bis tief in die herrliche Sommernacht dauerte das Vergnügen, zu dem die Sterne aus ihrer ewigen, friedlichen Höhe heute mit besonders freundlichem Lichte hinabzublicken schienen, als freuten sie sich des zurückgekehrten Erdenfriedens. Endlich, gegen Mitternacht, nahm Wildhagen als Vertreter seiner Kameraden sein Glas zum letztenmale zur Hand, um Herrn Commerzienrath Vogelsang nebst seiner „um ihn versammelten Familie" leben zu lassen. Für Herrn Felix in England fiel allerdings nichts dabei ab, das schien aber im Augenblicke in
der Villa auch gar nicht erwartet zu werden. Der Toast | schloß nach Bergmannsweise:
„Es leben die Herren von der Feder, Und alle Braven vom Leder."
Die Musik spielte dazu ihren lautesten Tusch, aber die Hochrufe aus den angefeuchteten Kehlen verstanden sie zu übertönen. Befriedigt ging man allseitig heim, bis aus Bernhard Kahlse», der während der ganzen Feier abseits gestanden und heimlich die Fäuste geballt hatte, weil ihm am Morgen im Auftrage des Arbeitgebers gekündigt worden war. Brütend sann er auf Rache.
VI.
Mit Beginn der nächsten Woche war alles im Gange und die ungewöhnliche, unbehagliche Ruhe aus der Kohlenzeche einem neuen, frischen Leben gewichen. Zwischen dem Arbeitgeber und seinen Arbeitern herrschte das beste Einvernehmen, selbst der Trinker Andreas Wilms, der im Ueb- rigeu ein tüchtiger Arbeiter war, stand wieder in regelmäßiger Schicht drunten als Häuer in Reihe und Glied. Der Commerzienrath hatte ihn wieder in Gnaden angenommen, während es bei der Entlassung des eigentlichen Anstifters, Bernhard Kahlsens, verblieb.
Inzwischen war Johanniszeit herangekommen. Aus den umfriedigten Wiesen lagen duftende Heuhaufen ausgeschichtet und durch den grünen Eichenkamp drang die flinke Axt des Holzfällers wie dumpfe einzelne Paukenschläge mitten in das Concert von Vogelzwitschern und Waldesrauschen hinein. Auf der Jduna-Zeche rüstete man sich zum Johannistanz. Unter einer tausendjährigen, weitverästeten Eiche, die auf der schönsten Wiese stand, ward ein brettener Tanzboden errichtet, der sich kreisförmig um den Baum herumzog. Droben aus den Aesten hatte man sehr geschickt Sitze befestigt, auf welchen schmucke, blankknöpfige Bergleute sitzen sollten, um zum Tanze auszuspielen. Hermann Wildhagen hatte den Plan entworfen und such tüchtig mit Hand angelegt, da er einst als gelernter Zimmermann nach der Grubenzeche gekommen war.
Bald nach Mittagszeit begann man sich unten zu drehen.
Fast wider Willen schaute Hermann Wildhagen immer nach Anna Harras aus, die noch nicht erschienen war. Schon glaubte er, daß sie überhaupt nicht kommen werde, als sie plötzlich doch Arm in Arm mit Trina Tienken aus Eschershausen gegangen kam. Beide setzten sich zuerst plaudernd aus eine Bank, wahrscheinlich um Trinas Liebhaber zu erwarten, der auch noch lange ausblieb. Dann schloß man sich zusammen einem Spaziergange an, mit dem die erste Pause ausgesüllt werden sollte. Der Weg ging den schmalen Wiesen- psad entlang bis zu einem wilden Birnbaume, der auf einer Anhöhe stand. Dort begann man sich sehr vergnüglich im Grase zu lagern, die Dirnen droben, die Burschen ganz schäfermäßig zu ihren Füßen. Das Schwatzen, Lachen und Kichern ries bald das Echo der Berge wach- die Ueber- müthigfte der Schaar aber blieb die verliebte Trina.
„Wißt Ihr was, Dirnen, wir wollen Kränze binden und sie hier aus den Baum werfen — wir sitzen just unter einem wilden Birnbaum und heute ist Johannistag! Da dürfen die Mädel die Zukunft befragen!"
Der Vorschlag gründete sich aus einen altsächsischen Brauch, der den Dirnen gestattet, am Johannistage einen Kranz auf den Baum zu werfen. Bleibt der Kranz oben hängen, so mag die Dirne immerhin ihr Mhrthenreis hüten und Pflegen, sie gebraucht es bald zum Brautkranz. Der sagenumwobene wilde Birnbaum aber, der schon durch seinen regelmäßigen, stilvollen Bau zu solchem Spiele auffordert, gilt als der schicklichste.
Schnell war man beim Binden, nachdem man hurtig die Schürzen und Taschentücher voll Blumen gepflückt hatte. Die Burschen reichten die Blumen zu, die Finger der Mädchen schlangen sie geschickt zusammen. Der junge Bergmann besonders versuchte dabei manch keckes Liebeswort, das von Trina Tienken bald mit verliebtem Augenblinzeln, bald mit Ablehnung beantwortet wurde — wie es just der Augenblick ihr eingab.
(Fortsetzung folgt.)


