bestimmte Zeit, während Neßler-Karlsruhe, Kaiser-Nürnberg, Mohr-Freiburg u. A. nichts von einer Beschränkung der Zeit wissen wollen. Mit 42 gegen 26 Stimmen wurde schließlich noch beschlossen, daß Zusätze nur vor dem ersten Abstich der Weine erfolgen dürfen. Bezüglich des Quantums der Zusätze wurde beschlossen, daß nur so viel zugesetzt werden darf, als zur Verbesserung des Weines unbedingt nothwendig ist. Ferner fand ein Antrag Fresenius Annahme, daß ein Wein mit Zusätzen nie mit der Bezeichnung „Naturwein" in den Handel gebracht werden darf. Zum Schluß wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen, welche sich mit dem bekannten Anträge der Abgeordneten Schenk, Witte und Br. Bamberger im Reichstage deckt: „Der durch alkoholische Gährung aus Traubensaft mit Zusatz von reinem Zucker oder von Zucker in wässeriger Lösung bis zum ersten Abstich hergestellte Wein ist als gefälscht im Sinne des Nahrungsmittelgesetzes nicht anzusehen und darf deßhalb ohne eine den Wasser- und Zuckerzusatz kenntlich machende Bezeichnung verkauft oder feilgehalten werden." — Bezüglich des weiteren Punktes der Tagesordnung, Anträge, betreffend den Verkehr mit ausländischen Weinen, lagen eine Anzahl Resolutionen von norddeutschen Interessenten vor, die unverändert Annahme fanden. — Mit einer Frühstücksunterbrechung dauerten die Verhandlungen von ^10 Uhr Morgens bis gegen 6 Uhr am Abend.
CoceU# und prooittiieUe».
Gießen, 12. Januar.
— Sitzung Großherzogl. Handelskammer vom 2. Januar 1891. Anwesend waren die Herren Koch, Klingspor, Gail, Heichelheim, Homberger, Katz, Kraatz, Scheel, Wortmann.
Es liegt die Wahlbestätigungsurkunde Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 29. December 1890 vor, wonach die am 11. December 1890 stattgehabte ^Ergänzungswahl zur Handelskammer, bei welcher die Herren Kraatz, Katz und Homberger gewählt wurden, bestätigt worden ist.
Bei der von der Kammer vorgenommenen Neuwahl eines Vorsitzenden und dessen Stellvertreters wurde Herr Koch zum Vorsitzenden und Herr Scheel zu dessen Stellvertreter erwählt.
Die Königliche Eisenbahndirection Köln (rechts- und linksrheinisch) theilt der Kammer mit, daß die gemäß ihrer Bekanntmachung vom 17. October 1890 angeordnete Beschränkung der Ent- und Beladesristen für Lagerplatzpächter und' solche Anschlußgeleisbesitzer, mit welchen nicht bereits abgekürzte Ladesristen vereinbart sind, seit dem 24. December 1890 wieder aufgehoben ist.
Es gehen uns wiederholt Nachrichten zu, wonach bei Behandlung der überseeischen Beziehungen von einem Theile des deutschen Handelsstandes nicht mit dem Eifer und der Gewissenhaftigkeit verfahren werden soll, welcher erforderlich ist, den deutschen Exporthandel in seinem Concurrenzkampfe lebensfähig zu erhalten und vor Verlust vieler Exportgebiete zu schützen. Namentlich wird darüber geklagt, daß die deutschen Waaren vielfach mangelhaft beschaffen und schlecht verpackt seien, sowie daß die Ausführung der Aufträge mitunter nicht rechtzeitig erfolge, sich hierbei auch der Mangel ausreichenden Anpassungsvermögens an die Wünsche des Bestellers, als den Handel schädigend, erwiesen habe.
Wie früher derartige Vorkommnisse aus Argentinien mit- getheilt wurden, so wird jetzt Aehnliches aus Hongkong, Bogota und Pretoria gemeldet.
Namentlich wird von der Vertretung deutscher Interessen in Pretoria lebhafte Klage darüber geführt, daß durch eigene Schuld der deutschen Exportfabrikanten das ertragsreiche Absatzgebiet der südafrikanischen Republik verloren zu gehen scheine.
— Gießener Coucerlverein. (Drittes Concert.) Der symphonische Theil des dritten Concertes des Gießener Con- certvereins bot an erster Stelle Mozarts sogenannte Juppitersymphonie und zum Schlüsse die „Ouvertüre zum Märchen von der schönen Melusine" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die bezeichnete 0-ckur- Symphonie ist Mozarts letzte Symphonie und stellt zugleich die bedeutendste Leistung des Salzburger Meisters auf dem Gebiete rein symphonischer Dichtung dar. Eine gewisse Berühmtheit hat vornehmlich der letzte Satz (Allegro molto) erlangt, nachdem auch häufig die ganze Symphonie „O-äur-Symphonie mit der Schlußfuge" genannt wird. Indessen tritt in diesem Schlußsätze die Fugenform durchaus nicht derart in den Vordergrund wie man darnach erwarten sollte, während abgesehen davon Mozart allerdings eben in dem Finale ein Meisterstück contrapunktischer Kunst geschaffen hat. Dem kraft- bewegten, festlichen Character der Juppitersymphonie steht die oft fast wehmüthige Zartheit des Gruudtones in der Ouvertüre zum Märchen von der schönen Melusine in ganz erheblichem und bei gleichzeitiger Wiedergabe äußerst wirksamen Gegensätze. Die beiden Werke würden durch unser Vereinsorchester unter Leitung des Herrn Universitätsmusikdirector Adolf Felchner in trefflicher Weise zu Gehör gebracht, ebensowohl nach der technischen Seite, wie betreffs der warmen und zündenden Auffassung, in der die Ausführung erfolgte. Nicht minder verdient die Orchcsterbegleitung in der Josuaarie und dem Beethovenschen Concerte alles Lob. In Bezug ans die Solisten mußte noch in letzter Stunde eine Aenderung vorgenommen werden. Infolge von Erkrankung des Fräulein Mosebach hatte Fräulein Frida Zimmer aus Frankfurt den vocalen Theil des Concertes übernommen. Sie documemirte mit ihrem Gesänge, daß sie eine wenn auch nicht eben große, doch sehr angenehme und wohlgeschulte Stimme besitzt- besonders gefiel ihre Fertigkeit in der Coloratur. Mit schöner und inniger Auffassung trug sie die Arie aus Josua „O Hütt' ich Jubals Harf' und Mirjams süßen Ton" von Händel und zwei Lieder von Wagner vor. Auf lebhaftes Verlangen mußte Frl.
Zimmer sich schließlich noch zu einer Zugabe verstehen. Herr Musikdirector Gisbert Enzian aus Kreuznach bewährte sich in dem Pianosorteconcerte in Es-dur op. 73 von Beethoven als ein ganz trefflicher Pianist, bei dem die technische Gcwandheit ebenso sehr anzuerkennen ist, wie seine originelle und energische Auffassung der von ihm interpretirten Tondichtungen. Mit dem Allegro de Concert in A-dur, op. 45, Yon Chopin sand er nur aus dem Grunde nicht den lauten äußeren Beifall, wie nach dem Beethoven'schen Concert, weil die Chopin-Composition in der That recht schwer zu verstehen ist und sich ganz gewiß beim ersten Anhören einem völligen Erfassen entzieht.
w. Theater. Gestern fand vor vollsm Hause und unter lebhaftem Beifall die zweite Aufführung von Sudermanns neuem Drama „Sodoms Ende" statt. Nach Kürzung der Pause und Abstellung derjenigen Mängel, die von dem Begriffe „Premiere" unzertrennlich sind, machte das Schauspiel zum zweiten Male einen noch tieferen und nachhaltigeren Eindruck als bei der ersten Aufführung. Für eine ebensolche Beschleunigung der Zwischenacte wie gestern wird die Regie auch bei den folgenden Aufführungen in erster Linie zu sorgen haben. Es scheint nach der Sonntagsvorstellung, als werde „Sodoms Ende" eine ähnliche Zugkraft bewähren wie die „Ehre" seither. Natürlich war die neuliche Bemerkung über die einmalige Aufführung ein Versehen des betreffenden Referenten, es mußte selbstverständlich „erstmalige" heißen. Freilich ist wohl nicht zu erwarten, daß „Sodoms Ende" auch einmal ganz im Abonnement ausgeführt wird, indem infolge der Neuheit des Stückes die erforderlichen Tantiemen recht bedeutend sein sollen.
— Das Fest seines 25jährigen Bestehens feierte am verflossenen Samstag der Verein „Bürgerclub" in Steins Saalbau. Ein gemeinsames Mahl der zahlreich erschienenen Mitglieder mit deren Familien eröffnete die Feier. Während desselben begrüßte der Präsident des Vereins die Anwesenden mit herzlichen Worten und brachte das Hoch auf den Verein aus. Ein reichhaltiges Programm, bestehend aus Vorträgen, Darstellung lebender Bilder, vermischt mit herrlichen Musikstücken der Regimentsmusik würzte den Abend. Der hieraus folgende Ball hielt alle Anwesenden bis zum frühen Morgen im Saale zusammen. Die Küche und auch der Keller des Herrn Stein waren vortrefflich und gebührt demselben alles Lob. Der Gesellschaft „Bürgerclub" selbst aber wünschen wir auch ferneres Wachsen und Gedeihen und möge dieselbe immer ein Hort der wahren Freude und Gemütlichkeit sein.
— Herr Kalligraph O. Gottlieb aus Leipzig beabsichtigt in unserer Stadt einen Schönschreibe-Cursus zu eröffnen. Bei dem unbestreitbaren Vortheile, den eine gute Handschrift überhaupt, insbesondere aber für Geschäftsleute bietet, können wir Allen, deren Handschrift einer Verbesserung bedarf, nur dringend anrathen, diese Gelegenheit zu benutzen und einen Cursus bei Herrn Gottlieb durchzumachen. Daß derselbe als Schreiblehrer wirklich Tüchtiges leistet, darüber sprechen sich zahlreiche in Deutschland wie im Auslande ihm ertheilte Zeugnisse gleich anerkennend aus. (Siehe Inserat.)
— Ein gestern Abend in einer Wirtschaft der Löwengasse zwischen Civilisten und Unteroffizieren stattgehabter Wortwechsel artete beim Nachhausegehen aus der Straße in eine Schlägerei aus, wobei zwei der Civilisten durch Hiebe mit den Seitengewehren unerheblich verletzt wurden.
-r. Trais'Horloff, 11. Januar. Da der Verkehr mit Briketts und landwirtschaftlichen Producten auf hiesiger Güterhaltestelle der Oberhessischen Bahn von Jahr zu Jahr zunimmt, so ist man genöthigt, die betreffende Haltestelle zu erweitern und sind seitens der Verwaltung der betreffenden Bahn wegen Ankaufs des erforderlichen Geländes die nöthigen Schritte bereits gethan worden.
+ Hungen, 11. Januar. In hiesiger Stadt, sowie in fast sämmtlichen Ortschaften unserer Umgegend haben sich in letzter Zeit Vereine gebildet , welche im Anschluß an den „Mitteldeutschen Bauernverein" den ähnlichen Zweck versolgen, wie die Consurnvereine, nämlich gemeinsamen Bezug von landwirtschaftlichen Artikeln und Verbrauchsgegenständen. In Folge dessen haben sich bereits einige der hier bestehenden Consumvereine aufgelöst und noch weitere werden sich voraussichtlich auflösen, da die Consumvereinsmitglieder meistens in die neugegründeten Vereine übertreten.
— Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum. Einem alten Ehepaare in Bickenbach wurde anläßlich der Feier seiner goldenenen Hochzeit von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog ein Geschenk von 50 Mark zugewendet. — InMainz beschloß die Stadtverordneten-Versammlung am 7. Januar die Errichtung eines Gewerbegerichts. — Im Kreise Mainz treten sofort 300 Leute in den Genuß der ihnen auf Grund des Alters- und Jnvaliditätsgesetzes zustehenden Altersrenten — Die Mainzer Gärtner haben sich einer von Berlin ausgehenden Petition um Einführung eines Zolles auf ab- geschnittene Blumen angefchlossen. — Die Kreisschulcommission zu O f s e n b a ch hat zur Jnspicirung des Handarbeitsunterrichts für schulpflichtige Mädchen des Kreises eine besondere Aufsichtslehrerin angestellt. — In einem Nachbarorte von Langen wollte ein Hausbesitzer die Leiche eines Mannes, der ihm noch Mielhe schuldete, beschlagnahmen, d. h. nicht aus der Wohnung schaffen lassen. Erst als die Glocken läuteten, und der Tobten» wagen vorfuhr, gab der Hausherr das „Pfand" frei. — Aus Bingen wird berichtet, daß dort der Rhein vollständig zugeftoren und die Eisdecke bis nahe Geisenheim auf der einen, bis Rüdesheim auf der anderen Seite passirbar fei. Es werden bereits Fußwege über den Rhein angelegt. — In Worms stürzte sich am 9. Januar ein Mann von der Hochbrücke auf die Eisenbahnschienen und verstarb auf dem Transport nach dem Hospital. — Arbeiter am Flußhafen zu Worms sind beschäftigt, ein vor ungefähr 100 Jahren gesunkenes Schiff von 1000 Centner Tragkraft auszugraben.— Die Handelskammer zu Mainz hat beschlossen, eine Ein
gabe an den Reichstag zu richten, mit dem Ersuchen, sich, gegen eine Zollerhöhung auf Cognac, Arrac und Rum aussprechen zu wollen.
Demtifcfotes*
*C. Es gibt in unserer titelsüchtigen Zeit doch noch Männer, die sich aus kliugender Anrede nichts machen, die sich sogar durch eine solche beleidigt fühlen. Ein so biederer Herr ist der ehemalige ehrsame Schlächtermeister und jetzige Rentner 36., der außer einem gut gespickten Beutel auch ein hübsches Töchterlein besitzt. Wie es nun nicht ausbleiben konnte, hat besagtes Töchterlein aus dem Eise die Bekanntschaft eines netten jungen Herrn gemacht, der als Jünger Merkurs dem Laus mit beflügeltem Fuß leidenschaftlich zugethan ist. Verwandte Seelen finden sich zu Wasser und zu Land, besonders wenn Gott Amor, der sich auch gerne auf der blanken Eisfläche herumtummeln soll, ein wenig nachhilft. Und so hatten sich denn die Seelen und die Herzen unserer beiden Leutchen auch bald gefunden. Da kam der Neujahrstag. Selbstverständlich hatte der Jüngling seinem Schwiegerpapa in spe, um sich gut bei ihm einzuführen, einen Neujahrswunsch geschickt und eilte nun voller Erwartung, welchen Eindruck er damit gemacht, zur Eisbahn. Nach einigem Suchen erspäht er die Geliebte - in elegantem Bogen steuert er auf sie los. Aber wer beschreibt sein Erstaunen, als ihm ein Empfang zu Theil wurde, der mindestens ebenso frostig war, wie der erste Januar — 120 unter Null. Sein Staunen wuchs, nachdem er endlich den Grund dieses jähen Temperaturwechscls herausgebracht hatte. Papa war teufelswild geworden, als er den Glückwunsch des zukünftigen Schwiegersohnes in Händen hielt. Schrieb dieser Luftikus: „Sr. Hochwohlgeboren Herrn Rentner 36."! Das ging dem Alten über den Spaß. War er, der ehemalige Schlächtermeister, Hochwohlgeboren? Nein und tausendmal nein! Von so einem Geck solle er sich hänseln lassen? Dem wolle er's schon eintränken! und wie die schönen Redensarten alle lauteten. Also Hochwohlgeboren war er nicht, der Herr Rentner 36., das hatte er als den reinsten Spott aufgefaßt, als eine schwere Beleidigung, die er vor Gericht ahnden wollte. Nur den größten Schmeicheleien seiner Einzigen gelang es endlich, den Zorn zu besänftigen. Und als gar der vermeintliche Missethäter in eigener Person um Verzeihung bat und mit den heiligsten Eiden versicherte, daß er niemals mit dem Herrn Rentner habe Spott treiben wollen, da war der Friede wieder hergestellt und zwei Tage später verkündeten elegante goldgeränderte Kärtchen den theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten bie fröhliche Verlobung des glücklichen Paares.
* Die gegenwärtige große Kälte erstreckt sich nicht blos auf Nord-Europa, auch Spanien, Italien und Süd-Frankreich sind von derselben heimgesucht. Heftige Schneestürme haben auch dort viele Unannehmlichkeiten hervorgerufen, die von den an einen solchen Winter nicht gewöhnten Südländern nur recht schwer ertragen werden. Besonders in Spanien und Ober-Italien herrschen heute Witterungsverhältnisse, die sich von denen im Deutschen Reiche verzweifelt wenig unterscheiden. Da von deutschen Heizvorrichtungen dort aber herzlich wenig zu finden ist, kann man sich die Lage der Bewohner denken.
— Frankfurt a. M., 11. Januar. Die Einführung des Herrn Oberbürgermeisters Adickes fand heute Mittag präcise 12 Uhr in einer außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten-Verfammlung, zu welcher auch der Magistrat vollzählig erschienen war, durch den Herrn Regierungspräsidenten v. Tepper-Laski statt. Als das neue Stadtoberhaupt, geführt von dem Herrn Regierungspräsidenten sowie den Herren Bürgermeister Dr. Heußen- stamm undStadtverordneten-VorsteherJustizrathDr.Humser, den Sitzungssaal betrat, erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Herr v. Tepper-Laski wandte sich nach Eröffnung der Sitzung in seiner Rede zunächst an die Stadtverordneten und den Magistrat und bat, dem neuen Oberhaupt das Vertrauen auch fernerhin zu bewahren, welches man ihm durch seine Präsentation an erster Stelle bewiesen habe. Herrn Adickes sagte Redner u. A., das Amt, welches er anzutreten im Begriffe stehe, sei ein überaus verantwortungsvolles und schwieriges, schwierig namentlich aus dem Grunde, weil er der Nachfolger eines Mannes geworden, deffen eminente Befähigung, im Verein mit den edlen Eigenschaften seines Herzens und Characters, ihm die Sympathien, und das Vertrauen der städtischen Behörden sowie die Liebe der Bevölkerung in besonders hohem Maße erworben hätten, so daß sein Ausscheiden aus seinem hiesigen Amt eine em pfindliche Lücke in der städtischen Verwaltung zurückgelaflen habe. Herr v. Tepper-Laski gab aber in seiner weiteren Ausführung der Hoffnung Ausdruck, daß es dem neuen Stadtoberhaupt immer mehr gelingen werde, diese Lücke auS- zusüllen. Nach der Eidesleistung sprach der Herr Regierungspräsident : „So führe ich Sie denn hiermit in Ihr neues Amt ein. Möge Gottes reichster Segen über Ihrer Amtsführung walten und Ihnen beschieden sein, in Rüstigkeit des Geistes und des Körpers noch viele Jahre Ihres Amtes zu. walten." — Herr Oberbürgermeister Adickes dankte zunächst für die freundlichen Worte und versicherte bann, daß er sich dessen bewußt fei, daß er eine schwere Aufgabe übernommen habe. Er bringe jedoch einen ernsten, guten Willen mit, der Schwingen verleihe und von dem er hoffe, daß er ihm über viele Schwierigkeiten hinweghelfe. Das neue Stadtoberhaupt begrüßte alsdann die Stadtverordneten, überbrachte einen Gruß des Kaisers für die Stadt Frankfurt, dankte den Stadtverordneten für das ihm geschenkte Vertrauen, und versprach es zu seiner Lebensaufgabe zu machen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Er fei sich bewußt, daß er feinen Amts- üorgänger nicht werde ersetzen, können, einen Mann mit so reichen Eigenschaften des Geistes und Herzens, aber er werde fein ganzes Können einfetzen, die Lücke möglichst auszufüllen. Herr Adickes gedachte sodann der besonderen Eigenschaften, der Frankfurter Bürgerschaft, der starken, kräftigen Initiative


