spielten alle Kirchenglocken der Umgegend. Nach der Rück- kehr aus der Guild-Hall machte der Kaiser vor dem Diner beim Herzog von Cambridge, begleitet vom Admiral Commerel, im offenen Wagen eine Spazierfahrt durch den Hydepark; er kehrte um 7 Uhr ins Palais zurück. — Bei dem Diner am Nachmittage in Gloucester-House, der Residenz des Herzogs von Cambridge, waren u. A. geladen die Herzöge von Edinburgh, Fife, Connaught und Clarence, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Prinzen Battenberg, Christian, von Hohenlohe, der Großherzog von Sachsen- Weimar, der deutsche Botschafter Gras Hatzfeldt, Lord Salisbury, der Kriegsminister Stanhope, sowie zahlreiche britische Generäle und Admirale. Sämmtliche Geladenen waren erschienen. Die Tafelmusik wurde vom Musikcorps der britischen Garde- Grenadiere ausgeführt. — Es heißt, der Kaiser sei über den Verlaus seines Besuchs so erfreut, daß er seine Abreise nach Edinburg von Montag früh aus Montag Abend verschoben hat.
Paris, 10. Juli. Minister Constanz conserirte heute mit der Arbeitscommission über die finanziellen Folgen des Gesetzes, betreffend die Bildung einer Arbeiterpensionskasse. Der Minister sprach die Hoffnung aus, die den Kassen zufließenden Summen würden leicht unterzubringen und zu verwenden fein; die Regierung müsse übrigens durch Weiterentwickelung der aus Gegenseitigkeit beruhenden Hilfskassen in ihrem Werk unterstützt werden.
Brüffel, 10. Juli. Einer Meldung aus Bagamoyo zufolge ist Capitän Jacques, der Chef der belgischen Anti- sclaverei-Expedition, mit seinen Begleitern und 700 Trägern nunmehr ins Innere von Afrika aufgebrochen.
Stockholm, 10. Juli. Das französische Geschwader ist heute bei Sandhawn eingetroffen und von einem kleinen schwedischen Geschwader empfangen worden. Später ankerte dasselbe bei Vaxholm. Der Admiral Gervais kam Mittags nach Stockholm und Abends findet bei dem Minister des Auswärtigen ein Diner zu Ehren der sranzöfischen Gäste statt.
Kimberley (Südafrika), 10. Juli. (Reutermeldung). Gegen das Geschäftshaus der Gesellschaft De Beers wurde ein Dynamitattentat begangen. Personen sind nicht getödtet, dagegen wurde in den Bureauräumen bedeutender Schaden angerichtet.
CocaUs unb provinzielles,
Gießen, 11. Juli.
p. Strauß'Comert. Das erste Concert des österreichischen Hosballmusikdirectors Eduard Strauß war trotz der ungünstigen Witterung sehr besucht und erzielte einen großen künstlerischen Erfolg. Die drei Umstände, die die conditio sine qua non für den Erfolg aller Orchester bilden, finden sich in der Strauß'schen Capelle in einziger Weise vereinigt. Der Dirigent selber electrisirt überall schon durch seine originelle, lebhafte Art zu dirigiren, zumal bei den Tanz-Compositionen, die er mit Geige und Bogen in der Hand leitet, um an markanten Stellen selbst einzugreisen. Sein Orchester hat ergänz vorzüglich geschult. Es wird nur noch ganz wenige Künstlercapellen geben, die über eine gleiche Abgeschliffenheit, Sicherheit und Präcision des musikalischen Ausdruckes verfügen. Aus dem Programm nahmen erfreulicher Weise die Strauß'schen Compositionen die vorderste Stelle ein. Liebhaber classischer Musik haben an diesen reizenden, ungesuchten, aus fröhlichem Herzen sprudelnden Weisen ihre volle Freude. Nur musikalischer Hochmuth kann die große bildende Kraft leugnen, welche den Strauß'schen Schöpfungen innewohnt, die, frei von allem Trivialen und Gemeinen, einen Jeden erheben, der für natürliche, herzliche Fröhlichkeit empfänglich ist. Als Eduard Strauß gestern als Zugabe „die schöne blaue Donau" spielen ließ, ging bei den Anfangstacten ein Beifallssturm durch den Saal. Wir fragen: Welche zweite Tonschöpfung darf sich berühmen, eine ebensolche Popularität in des Wortes edelstem Sinne zu genießen.
-r. Ein aus Mittel-Seemen gebürtiger Schneiderlehrling
mich aus Leibeskrästen an der Nagelbank festhielt, um nicht bei den heftigen Bewegungen des schwer arbeitenden Schiffes das Gleichgewicht zu verlieren und nach Lee hinabgeworfen zu werden.
Seit drei Tagen wüthete ein fürchterlicher Sturm und es ist eine alte Erfahrung, daß nichts geeigneter ist als ein solcher Seesturm, um das, was in einem .? anne weibisch ist, zu Tage zu fördern, ebenso aber auch, um das in hellstem Lichte zu zeigen, was in einem schwachen Weibe an männlicher Kraft vorhanden ist.
In dem armen kleinen Bienchen war eine unerschöpfliche Fülle männlichen Muthes.
Sie befand sich in diesem Augenblicke in der Cajüte bei ihrem Manne, um ihn aufzurichten und zu trösten. Denn sie, die sich vor den harmlosen Kakerlaken im Zwischendeck und in der Kombüse gefürchtet hatte, als sie an Bord gekommen war, sie war jetzt stark, ruhig und fest, ja, sogar heiter, seit der Capitän ihr eröffnet hatte, daß das Schiff den Sturm nicht mehr überstehen könne.
Der „Albis" führte eine große Menge Passagiere mit sich. Die genaue Zahl derselben weiß ich nicht, da ich mich nicht um die Schiffsliste gekümmert habe.
Jacobine aber war überall. Bald sah man sie in ihrem dunkelblauen Kleide unter den Salonpassagieren, bald im Zwischendeck und bald vorn bei den Matrosen. Allenthalben suchte sie zu beruhigen und zu ermuthigen, am rührendsten aber war es, wie sie sich mit den Kindern beschäftigte. Die kleinen Wesen spielten harmlos und vergnügt noch am Rande der Ewigkeit! Bienchens sanfte Stimme, die jetzt keinen Stachel mehr hatte, zauberte ab und zu sogar das fröhliche Lachen der Kinder hervor. Was mußte dabei in ihrem großen, herrlichen Herzen verschlossen sein!
(Schluß folgt im zweiten Blatte.)
wurde gestern vor hiesiger Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gefängnißstrase von sechs Monaten verurtheilt.
Friedberg, 9. Juli. Der „O. Anz." enthält folgendes zeitgemäße „Eingesandt": „Wäre es nicht wohl zeitgemäß, die heimlichen Gemeinderathssitzungen der kleineren Orte, die*in der Regel nur dazu angethan sind, den Interessen Einzelner, tn der Regel schon von vornherein Bevorzugter, noch mehr Vorschub zu leisten, endlich einmal gründlich zu beseitigen, damit jeder Wähler auch das Recht hätte, sich zu überzeugen, ob seine Auserwählten in rechtlicher Weise nur für das allgemeine öffentliche Wohl der Bürger sorgen und sich nicht durch Abhängigkeitsverhältnisse leiten lassen. Jede größere Stadt, insbesondere unsere Kreisstadt Friedberg, ist doch hierin schon längst mit gutem Beispiel vorangegangen und, wie man sieht, sicher nur zum Wohl der Bürger und ihrer eignen stets fortschreitenden Entwickelung. Allein so lange nicht die Großh. Kreisbehörde, oder nöthigen- falls die Hessische Ständekammer diesen alten Zopf, der wohl noch aus der Zeit der Fehmgerichte stammt, einfach durch Verfügung beseitigt, möchte dies noch für lange ein wohl sehr ersehnter, aber frommer Wunsch bleiben, da die traurigen Abhängigkeitsverhältnisse einen derartigen Schritt vorwärts, der sicher nur dem öffentlichen Wohl Aller dienen würde, leider nie zulaffen werden."
* Mainz, 9. Juli. Das seit 1. d. Mts. sunctionirende Gewerbegericht war heute mit Erfolg zum ersten Male als Einigungsamt thätig. In der Buchdruckerei von H. Prickarts („Mainzer Tageblatt") hatten heute früh die Maschinenmeister und alle Setzer bis auf einen die Arbeit eingestellt. Die Veranlassung war die durch den Factor der Druckerei bewirkte Entlassung von fünf „Verbands"-Mit- gliedern und die Weigerung des Prinzipals, sich schriftlich zu verpflichten, daß weitere Kündigungen der Art nicht mehr vorkämen. Dank den Bemühungen des Einigungsamts wird morgen früh die Arbeit in der Osficin allgemein wieder ausgenommen.
vermischtes.
ft Kassel, 10. Juli. Von der Pferdebahn todt- gefahren. Ein entsetzlicher Unglückssall hat die Gemüther in unserer Stadt lebhaft erregt, indem heute Nachmittag in der Schloßstraße, der lutherischen Kirche gegenüber, ein 15 Jahre alter Tapeziererlehrling von einem Wagen der Pferdebahn ersaßt, überfahren und sofort getödtet wurde. Neber die begleitenden Umstände dieses Aussehen erregenden Unglücksfalles lauten die Lesarten selbst von Augenzeugen verschieden. Thatsache ist, daß in der sehr engen Schloßstraße (Graben), einer engen Straße der Altstadt, das Schienengeleise der Pferdebahn sehr dicht an dem Bürgersteig hergeht. Der Getödtete und noch ein Altersgenosse standen nun aus dem schmalen Bürgersteige und „zergten" sich gegenseitig hin und her. Nach Anderen schwatzten sie nur und achteten nicht aus ihre Umgebung, jedenfalls nicht aus die von der Ecke der Marktgasse herkommende Pferdebahn. Der Getödtete, Namens Kaiser, aus Wolfsanger gebürtig, stürzte plötzlich im selben Moment aus den Straßendamm, als die Pferdebahn vorbeikam, er fiel zwischen die Räder, der Kopf wurde zermalmt und der Tod trat auf der Stelle ein.
* Frankfurt a. M., 10. Juli. Das gegen den Director des Zoologischen Gartens, Herrn Dr. Haacke, und ver- z schiedene Wärter wegen des Todes der Caroline Wolff eingeleitete Ermittelungs-Verfahren ist eingestellt worden, nachdem sich nach keiner Richtung hin gegen die betreffenden Personen Belastungsmaterial ergeben hat. — Der Freib ank waren gestern große Mengen von Fleischsorten zum Verkaufe überwiesen. Die Preise waren wie folgt amtlich festgesetzt worden: Ochsenfleisch 40 Psg., Bullenfleisch 30 und 35 Pfg., Kuhfleisch 25 und 30 Psg., Kalbfleisch 30 Pfg. und Hammelfleisch 30 Pfg. pro Pfund.
* Dresden, 9. Juli. Der Soldat Köhler des hierselbst garnisonierenden Schützenregiments wurde vorgestern Abend von einem Gefreiten gelegentlich eines Fluchtversuchs niedergeschossen. Köhler hatte bereits vor einiger Zeit einmal zu desertieren versucht, war aber ergriffen und zu zwei Jahren Strafcompagnie verurtheilt worden. Wegen seiner guten Führung als Strafsoldat wurde Köhler in letzter Zeit zu Gartenarbeiten verwendet, gelegentlich welcher er abermals zu entfliehen suchte und von der Kugel des verfolgenden Gefreiten niedergestreckt ward.
* Breslau, 10. Juli. Aus einer während der Fahrt aufspringenden Coupethür des Berliner Schnellzugs stürzten gestern Nachmittag unweit Liegnitz Frau Dr. Löser aus Nimptsch und ihr sechsjähriger Sohn. Das Kind ist tobt, die Frau schwer verletzt.
* Antwerpen, 7. Juli. Die Auswanderung im Monat Juni über den Hafen Antwerpen betrug 3775 Personen. Hiervon gingen 3439 nach den Vereinigten Staaten mit der Red Star Line, 129 nach Brasilien mit dem Norddeutschen Lloyd, 149 nach Australien, 40 nach Canada, 18 nach verschiedenen Bestimmungen.
Schiffsnachrichten.
Bremen, 10. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. K. v. Gössel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juni von Bremen und am 1. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Juli wohlbehalten in Phila- \ delphia angekommen.
Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Ant- i werpen ist laut Telegramm am 9. Juli wohlbehalten in Newyork j angekommen.
Univevfitäts -
— Privatdocent Dr. Pfeiffer in Göttingen ist als Agri- culturchemiker von der Deutschen Landwirthschaftsgesellschaft nach Berlin berufen und wird dorthin übersiedeln.
A«»Mg ans den Standesamtsregtsteri»
-er Stadt Gretzeu.
Aufgebote.
Juli: 4. Carl Lorenz Kramer, Hauptmann a. D. dahier, mit Wilhelmine Elisabeth Engel zu Biedenkopf. 4. Johann Betz, Schlosser zu Höchst a. M., mit Hedwig Zirlein daselbst. 4. George Albert Mielbrecht, Taglöhner dahier, mit Anna Wolf dahier. 6. Jacob Anton Bodensohn, Gerber zu Seligenstadt, mit Anna Maria Margarethe Ostermayer daselbst. 6. Ludwig Weber, Kutscher dahier, mit Wilhelmine Kühl dahier. 6. Heinrich Müller, Schneider dahier, mit Christine Roßbach hierselbst. 7. Joseph Güngerich, Privatier dahier, mit Hermine Luise Kämmerer von hier. 8. Georg Zinkel, gen. Zintel, Kutscher dahier, mit Anna Marie Laukel bierselbst. 9. Peter Haus, Bierbrauer dahier, mit Marie Käs hierselbst. 9. Heinrich Schmidt, Schul-Candidat dahier, mit Caroline Debus hierselbst. 9. Friedrich Wilhelm Hahn, Wagner zu Frankfurt a. M., mit Katharine Höres daselbst. 10. Ottokar Wenzel Zawazal, Küfer dahier, mit Wilhelmine Dreuth hierselbst. 10. Franz Rudolf Block, Realgymnasiallehrer dahier, mit Victoria Auguste Elise Karoline Luise Jöckel zu Friedberg. 10. Martin Ludwig Karl Wilhelm Ockel, Kaufmann dahier, mit Anna Margaretha Elisabeth Eva Katharine Klee zu Darmstadt.
Eheschkietzuugeu.
Juli: 8. Johs. Braun, Hilfsbremser bei der Main-Weser- Bahn dahier, mit Marie Reithel hierselbst. 8. Fried. Karl Heußinger, Glaser zu Grünberg, mit Ida Cäcilie Clara Prowasneck dahier.
Geborene.
Juli: 2. Dem Restaurateur Gregor Behner eine Tochter, Clara Emma Auguste. 3. Dem Handelsgärtner Wilhelm Wipper eine Tochter. 5. Dem Kaufmann Joseph Rudolf Welkoborsky ein Sohn, Rudolf Gustav Curt. 5. Dem Schneider Jean Albert Rosenboom ein Sohn, Albert Gerhard. 7. Dem Backsteinfabrikant Johannes Dern II. ein Sohn. 8. Dem Kaufmann Friedrich Egly ein Sohn. 8. Dem Weinhändler Adolf Austerlitz eine Tochter, Helene. 8. Dem Hilfsbremser bei der Main-Weser-Bahn Georg Dönges eine Tochter, Anna Marie Christine. 8. Dem Restaurateur Peter König ein Sohn, Heinrich Peter.
Gestorbene.
Juli: 4. Margarethe Kath. Wilh. Becker, 1 Jahr alt, Tochter von Metzger Johs. Becker dahier. 5. Elisabethe Jäger, 3 Monate alt, Tochter von Sergeant Hch. Jäger dahier. 6. Anna Noll, geb. Eißner, 32 Jahre alt, Ehefrau von Bäckermeister August Noll zu Newyork. 7. Georg Fried. Brückel, 50 Jahre alt, Eisenbahnschaffner i. P. dahier. 8. Katharine Werner, 11 Jahre alt, Tochter von Schneider Johs. Werner dahier. 8. Katharine Betz, 24 Jahre alt, von Garbenteich. 9. Kath. Seth, geb. Schäfer, 25 Jahre alt, Ehefrau von Taglöhner Ludwig Seth dahier.
Auszug aus deu Kircbcnbücbern
der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 8. Juli. Andreas Johannes Braun, Hilfsbremser in Gießen, und Marie Reithel, Tochter des Taglöhners Johannes Reithel in Usenborn.
Denselben. Friedrich Karl Heußinger, Glaser in Grünberg, und Ida Cäcilie Clara Prowasneck, Tochter des Telegraphisten Hermann Julius Prowasneck in Gießen.
Getankte.
Den 5. Juli. Dem Druckereibesitzer Curt von Münchow eine Tochter, Erna Carola, geboren den 2. Juni.
Denselben. Dem Schlosser Heinrich Kraft eine Tochter, Sophie Margarethe, geboren den 23. Mai.
Denselben. Dem Locomotivführer Karl Braun eine Tochter, Anna Pauline, geboren den 17. April.
Denselben. Dem Fuhrmann Ludwig Kreusel eine Tochter, Henriette, geboren den 3. Juni.
Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Böcher ein Sohn, Otto Martin, geboren den 9. 3unL
Denselben. Dem Eisendreber Karl Müller eine Tochter, Karoline Marie Katharine, geboren den 14. Juni.
Denselben. Dem Weißbindermeister Christoph Schmidt II. eine Tochter, Ottilie Karoline Elise, geboren den 29. Mai.
Beerdigte.
Den 8. Juli. Anna Noll, ged. Eißner, Ehefrau des Bäckermeisters August Noll in Newyork, alt 31 Jahre, gestorben den 6‘ ^Denselben. Georg Friedrich Brückel, Eifenbahnschaffner i. P., alt 50 Jahre, gestorben den 7. Juli.
Verkehr, Land» und Vorkswrxth;chafL.
Gietzen, 11. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0.90—1,10, Hühnereier 1 St. 5-7, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - A, Käse pr. St. 5—8 A, Käse matte pr. St. 3 Ar Erbsen pr. Liter 18 At Linsen pr. Liter 30 A, Tauben pr. Paar 0,70—0,90, Hühner pr. Stück ufc 1,00—1.30, Hahnen pr. Sb 1,00—1,20, Enten pr. Stück JL 2,00-2,20, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70-74 A, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56—64 Af Hammelfleisch 50—76 A, Kalbfleisch 50-56 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8,50-9,50, Weißkraut pr. St°--A, Zwiebeln per Centner X 13,0—14,0, Milch per
Liter 12-18 A, Kirschen per Pfd. 10—15 A-
— Allgemeine Rentenanstalt zn Stuttgart. Der Reingewinn dieser Anstalt beziffert sich pro 1890 auf Mk. 378155.— gegen Mk. 366660.— im Vorjahr. Das Gesammtverrnögen, von welchem 87 pCt. in durchaus gesicherten Hypotheken angelegt sind, ist auf Mk.66572721.— und der Versicherungsstand auf 39307 Policen über Mk. 51119339.— versichertes Capital und Mk. 1582002.— versicherte Rente gestiegen. Die Deckungscapitalien der verschiedenen Versicherungszweige betragen Mk. 32478104.— und die Reserve- und Sicherheitsfonds (Extrareseroen) Mk. 4612546.— Die Ver- waltungskoften einschließlich der Agentenprovisionen beliefen sich auf Mk. 420479.—, also auf nur 0,63% des Gesammtvermögens. Bei der Lebensversicherung, welche einen erheblichen Sterblichkeitsgewinn aufzuweisen hat, ist die Dividende von 28% auf 30% der Prämien gestiegen, während den Rentenversicherten eine Dividende von 5 o/o der Rente wie im Vorjahre gewährt wird.
— Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, gegr. 1830, (alte Leipziger). Bei der Gesellschaft wurden in der Zeit vorn 1. Januar bis 30. Juni 1891 2885 Anträge über 19399550 Mk. Versicherungssumme gestellt, (240 Anträge und 1542950 Mk. Versicherungssumme mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) und 344 Versicherte mit einer Versicherungssumme von 2076000Mk. als gestorben angemeldet. Der Versicherungsbestand der Gesellschaft stellte sich am 30. Juni 1891 auf 52000 Personen und eine Versicherungssumme von 346 Millionen Mark, der Vermögensbestand aus 90 Millionen Mark, die Dividende der Versicherten beträgt im laufenden Jahre, wie in jedem der letzten Jahre, 42% der ordentlichen Jahresbeiträge.


