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2lmtlid>cr Theil.

Bekanntinachung,

die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb de» Groß- herzogthutn», hier Gesuch de» Geflügelzuchtverein» zu Worm».

E» wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß da» Großh Ministerium de» Innern und der Justiz dem Geflügelverein zu Worm», welcher beabsichtigt, im Monat April dieses Jahre» eine Geflügel-Ausstellung abzuhalten und hiermit zur theilweisen Deckung der dadurch veranlaßten Kosten eine Verloosung von Geflügel rc. zu verbinden, die nachgesuchte Grlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Be­dingung erthetlt hat, daß nicht mehr als 10,001» Loose b 30,$ ausgegeben werden dürfen und mindestens 60% des Brutto- ttlöfe» aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinn- gegenständen zu verwenden sind.

Grobherzogliche» Ministerium des Innern und der Justiz hat zugleich den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet.

Gießen, den 9. Februar 1891.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Gießen, am 10. Februar 1891.

Ö*.: Die Aufstellung einer Statistik über die Zahl der schulpflichtigen epileptischen Kinder im Grobherzog- thum.

Die

Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen

an die Schulvorstände de- Kreise-.

Diejenigen Schulvorstände, welche mit Einsendung der Vsrichte in rubr. Betreff noch im Rückstand sind, wollen die- sÄbm innerhalb 3 Tagen einsenden.

v Gagern.

Dentsche» Reich.

Darmstadt, 9. Februar. Das Grobherzogliche Regie- ungLblatt (Beilage Nr. 3), ausgegeben den 7. Feb- ruar, enthält u. A.:

Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzo» haben Allergnädigst geruht: Am 1. Januar dem Pfarrverwalter Carl Scheid zu Ober-LaiS die evang. Psarr- stelle daselbst zu übertragen.

Am 1. Januar wurde dem SchulamtsaSpiranten Georg Feuerbach aus Ober-Wöllstadt eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Marienborn, am 2. Januar wurde dem SchulamtsaSpiranten Martin Best aus ArmSheim eine Lehrer­stelle tn der Gemeindeschule zu Sprendlingen, am S. Jan. wurde dem SchulamtSaspiranten Hugo Römer aus Arheilgen <ei*c Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hungen über­tragen - am 14. Jan. wurde der prov. Lehrer an der erweiterten Volksschule zu Dieburg Dr. Johann Baptist Seidenberger zu« Lehrer an dieser Schule, unter Verleihung der Rechte eine» definitiv angestellten Vvlksschullehrerö, ernannt; am 17. Januar wurde dem Schullehrer i. P. Daniel WUrten- berger zu Reibertenrod die Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule daselbst, mit Wirkung vom 1. Februar an, am 18. Januar wurde dem Schullehrer Joh. Adam Becker zu Oppershofen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ocken- hei«, an demselben Tage wurde dem SchulamtsaSpi- ranteu Carl Hiller aus Mölsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwabsburg, am 21. Januar wurde dem Schulamtsaspiranten Georg Kalbfleisch aus Schlitz eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Landenhausen, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Carl Weide zu Bürstadt ti*c Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, am 22. Januar wurden den Schullehrern Johann Jacob Wiesel zu HeideSheim, Matthäus Schmid zu Bobstadt und Xaver Trieb zu Radheim, sowie dem SchulamtSaspiranten Georg Jäger aus Ober.Erlenbach LehrSsstellen an der Gemeinde­schule Biblis, an dems. Tage wurden den Schullehrern Philipp Lewalter, Michael Gruber und AloyS Weber zu Biblis Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Heidesheim, bezw. der kath. Schule zu Wald-Michelbach und der Ge- meiudeschule zu Bobstadt übertragen- am 24. Januar wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim- Rosenberg und dem Herrn Grasen zu Erbach^Schönberg aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höllerbach präsen- tirte Schulamtsaöpirant Franz Ritter aus Usshosen für diese Stelle, am 29. Januar wurde der von dem Herrn Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern aus die 1. Lehrerstelle an bex Gemeindeschule zu Lindheim präsentirte SchulamtSaSpirant

Georg Nürnberger aus VolckartShain für diese Stelle, an demselben Tage wurde der von dem katholischen Pfarrer zu Bensheim und dem OrtSvorstande zu Fchlheim auf die erste Lehrerstelle an der Gemcindeschtilc zu Fehlheim präsentirte Schullehrer Eduard Würth daselbst für diese Stelle be­stätigt ; am 30. Januar wurde dem Schullehrer Hcinr. Michel zu Klein'Welzheim eine Lehrerstelle an der kathvl. Schule zu BenSheim übertragen.

Am 26. Januar wurde dem Pfarrverwalter Kirstein zu Gau-Algeöheim die kath. Psarrstclle daselbst übertragen.

RnhestandSversetz ungen. Am 19. Deccmbcr 1890 wurde der Schullehrer an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg Christian Werner aus sein Nachsuchcn, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Jan. 1891 an, am 3. Januar wurde der Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz Johann Winkler aus iein Nachsucheu, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 19. Januar an, in den Ruhestand versetzt.

Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge^ meindeschule zu Wendelsheim mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann ein Theil des Organisten diensteS verbunden werden. Eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschulc zu Rüsselsheim mit einem auf Grund deö für diese Gemeinde bestehenden GchaltSrcgulativS nach dem Dienstaltcr sich bemessenden jährlichen Gehalte bon 1000 -1300 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.. Eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Wald Michelbach mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1250 Mk. Eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Bosenheim mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer^zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Staden mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten­dienst verbunden. Dem Herrn -Fürsten zu Usenburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentationörecht zu der­selben zu. Eine nut einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sauer - Schwabenhcim mit einem nach dem Dicnstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900- 1000 Mk. Mit der Stelle ist Orgainsten- dienst verbunden.

Darmstadt, 10. Februar. Die Finanzausschüsse beider Kammern der Stände beantragen, wie der.Köln. Ztg." von hier tclegraphirt wird, die Bewilligung von 20000 Mk. für die Projectirung einer festen Rh ein brücke bei Worms unter thunlichster Berücksichtigung der Möglichkeit, auch den Schienen­weg darüber zu führen, und sprachen sich dasür auö, das für ein neues Museum bestimmte ZeughauSgrundstück vom Reich für 115000 Mark zu kaufen.

Berlin, 10. Februar. 34 200 Petitionen sind in der laufenden Session bei dem Reichstage eingegangen. Das riesenhaste Auschwellen dieser Ziffer in den letzten Wochen ist in erster Linie der Agitation für und gegen Aushebung des Jesutengesetzes zu danken. Einzelne der betreffenden Petitionen sind mit vielen Tausenden von Unterschristen bedeckt. Weitere Petitionen in größerer Zahl richten sich gegen eine Erhöhung deS Zolles auf Arrac, gegen den Impfzwang, gegen die Novelle zum ttrankenkassengesetz, gegen die Zucker- steuervorlage.

Ausland.

Rewyvrt, 9. Februar. Balz, der Generalconsul vo» Guatemala und Honduras erhielt Depeschen von Ba^illaS, dem Präsidenten von Guatemala, und Bogran, dem Präsidenten von Honduras, welche die Gerüchte über revolutionäre Bewegungen als unbegründet bezeichnen- in Central- amerika herrsche vollkommene Ruhe.

Unter den Arbeitern bei den CoakSfabriken im District von Connelsville und in der Gegend der Penn­sylvanischen Seen ist heute Morgen ein Strike aus- gebrochen, au welchem etwa 10 000 Arbeiter theil- nehmen - weitere 6000 Arbeiter dürften ebenfalls die Arbeit einstellen.

Deutschee Neichstag.

62. Plenarsitzung. DienStag, 10. Februar 1891, 1 Uhr.

Etngegangen: Denkschrift btto. Erleichterung der Formen der Veranlagung und Erhebung der Tabaksteuer.

Der NachtragSetat bdr. die Errichtung einer ständigen diplo­matischen Vertretung in Luxemburg wird in erster und zweiter Lesung debattelo» angenommen.

Die zweite Verathung de» ReichvbauühattSctatS für 1891/92 wird bet den Zöllen, Verbranchsstcuern und Avcrfen fort­gesetzt.

Abg. Dr, Hartmann wendet sich als Referent brr Bubgel- coinmission gegen eine E»Höhung des Ansätze« für die Zölle. Mau möge daran frsthallen, baü nur da« abgeschlossene Etatajahr, »licht aber bad laufende, dem Voranschlag zu Grunde gelegt werde.

Abg. Dr. Brömel (bfr.) weist darauf hin, das; die Veroidnung wegen Ausdehnung von Vesttnnnungen des italienischen und spanischen Handelsvertrages auf Marokko dem Reichstage veifpätct zugrgaugeu und bittet um Auskunft, ob mit den Staaten, deren HandrtS- vertrüge gekündigt worden, in neue Verhandlungen werde eingetretcu iverden.

StaatSsecretär v. Maltzahn-Gültz: Die Verzögerung habe ihren Grund in den mit Marokko schwebenden Handelsvertrag»- vei Handlungen. Die weitere Frage Brömelü könne er z. Z. noch nicht beantworten.

Die Position Zölle wird mit 314 <>47090 Mk. genehmigt.

Bei der Labaksteirer (10535910 ML) begründet Abg. Menzer (cons.) den von ihm mit den Abgg. Giaf Douglas, v. Wtnterfeldt- Menkin u. Gen. gestellten Antrag: die verbündeten ittegicrungen zu ersuchen, dem 3teichstag möglichst noch in dteser Session eine Vorlage zu unterbreiten, wonach der Zollsatz für Tabakblätter, unbearbeitete und Stengel von 85 Mk. pro 100 Kilogramm auf 125 Mk. zu erhöhen und die bestehende Tabaksteuer von 45 auf 24 Mk. zu er mäßigen ist. Die Linke werde diesem Anträge gegenüber nicht sagen können, daß es sich wieder um eine Belastung des kleinen Manne» handle.

Abg. ssel weist auf den Rückgang des Tabakbaues in Elsaß Lothringen hin, der eine Folge unzureichenden Schutze« gegen die auvländische O.oncnrrenz bei zu hoher Besteuerung des inländischen Tabak« sei. Der Tabakimport stehe im Mitzverhaltnist zu dem Bei brauch inländischen Tabaks.

Abg. Förster (Soc>) bestreitet den Vorrednern gegenüber, dasz die Tabakbauern beim Monopol besser fahren würden, man würde ihnen dann erst recht die Preise dictiren. Auch durch den gestellten Antrag werde man ihnen nicht nützen. Er würde nur eine Ver­ringerung des Consum« zur Folge haben und somit die Tabak- industrie schädigen. Der Herabsetzung der Tabaksteuer stehe nicht» entgegen, aber cv liege kein Anlatz vor, den fremden Tabak zu ver- iheuern.

Abg. v. W int er sel dt-Menkin: ES handle sich hier nicht um Interessen deS Großgrundbesitzes, sondern um die des kleinen Tabakbauern, der unter den bestehenden Verhältnissen immer mehr zurückgebe. Er bitte, den Antrag anzunehmcn.

StaatSsecretär v. Maltzahn: Die hier geäußerten Wünsche seien im Schoße der veibündeten Ütegterringen erörtert und es sei darüber in dcr vorgelegten Denkschrift berichtet worden. Der Rück­gang de« elsässischen Tabakbaues sei auf die GeschmackSveränbennig zurückzusühren, die den Raucher veranlaßt habe, sich vom Pfetsen" rauchen ab- und dem Etgarrenrauchen zuzuwenden. Infolge defsen würden leichtere Tabake bevorzugt, als sic hu Elsaß gebaut werden. Werde der Antrag angenommen, so werden die verbündeten Regie­rungen die Frage nochmals prüfen.

Abg. Scipio (uatl) verweist auf die Bedeutung des inländischen Tabakbaues für den Expoi t und empfiehlt mit Rücksicht darauf wettere Erleichterungen hinsichtlich der Versteuerung. Dav Monopol würde beute tu Elsaß Lothringen ganz ander« wirken, al« f. Z. da» französische Monopol. Al« da« französische Monopol bestand, wurden schwere Tabake gesucht, da da« Schnupfen allgemein üblich war. Heute würde da« Monopol nur einen geringen Theil seine« Tabak­bedarfs in Maß-Lothringen decken können. Für eine Erinäßtguna der Steuer könne er stimmen, nicht aber für eine Zoller Höhung auf ausländischen Tabak.

20 g. Dr. Barth (bfr.): Der Antrag muthe den Eonsumenten zu, schlechte« Zeug zu rauchen und dafür theuer zu zahlen. Er treffe gerade den kleinen Mann, denn der reiche könne auch den höheren Zoll für bai besseren ausländischen Taback zahlen. Er schädige nur die gesammte Tabaktudusttte.

Der Antrag Menzer wird, soweit er sich auf Erhöhung des Zolles bezieht, abgelehnt.

Bezüglich der Ei Mäßigung der Tabaksteuer wird Ramen«- abstimmung erforderlich, wobei sich Beschlußunsähigkett (eS stimmten 96 mit Ja, 67 mit Rein) ergibt.

Weitere Beralhung moigen 1 Uhr; außerdem Petitionen.

Neueste Nachrichten.

WolsiS telegraphisches Lorrespondenz-Vureau.

Berlin, 10. Februar. DieNattonalzeitung" meldet: Während der gestrigen Vorstellung des SchaiispielhauseS über- reicht^ der Kaiser dem auf der Bühne anwesenden Dichter Wildenbruch den Rothen Adlerorden vierter Klasse.

Berlin, 10. Februar. Der Flügeladjutant Oberst P l e s s e n ist zum Generalmajor und Cvmmaudeur der 65. Jnsanteriebrigade (Karlsruhe) und der Jnspector der Mariue-Jnsanterie Oberst Na tzmer an Stelle PlessenS zum Commandeur des 1. Garderegiments zu Fuß ernannt worden.

Berlin, 10. Februar. Dem Vernehmen nach soll de« BundeSrathe ein Gesetzentwurs über die Concessiv- nirung electrischer Anlagen aller Art zugehen.

Berlin, 10. Februar. Der ^Börsenzeitung" zufolge werde Se. Majestät der Kaiser dem Minister deS Innern, H e r r s u r t h, sür die Verdienste hinsichtlich der Landgemeinde- Ordnung den Adel verleihe».

Berlin, 10. Februar. Der «ReichSanzetger" meldet: Nach der vorliegetiden Uebersicht ist der Fuhrpark der preußischen StaalSbahnen in den Jahren 1889/90 und 1890/91 um 801 Locomotive«, 1240 Personenwagen und