Grevy zeigte dem Präsidenten Carnot und dem Premierminister Frehcinet den Tod seines Bruders an. Da dem Todten als ehemaligen Präsidenten besondere Ehrenbezeugungen zustehen und ein Präcedenzfall nicht besteht, indem bei Thiers' Tode dessen Verwandte sich besondere Ehrenbezeugungen für den Verstorbenen verbaten, so wird ein Ministerrath das Nähere festsetzen.
Paris, 9. September. Der Ackerbauminister ordnete an, daß aus dem Seewege nach Frankreich imporürte russische Schafe nur dann einzulassen seien, wenn sie mittelst französischer Schiffe transportirt, von französischen Thierärzten überwacht und in Marseille der Port-Saint-Louis-du-Rhone einer zehntägigen Quarantäne unterworfen werden.
Marseille, 9. September. Als das Publikum gestern Abend den Cirkus verließ, stürzte die Treppe ein. 23 Personen wurden verwundet und viele leicht verletzt.
Kopenhagen, 9. September. Der chilenische Kreuzer „Presidente Pinto" ankerte gestern auf derAußenrhede. Der dänische Kreuzer „Hekla" lief alsbald aus, um ihn zu überwachen, damit der „Presidente Pinto" weder Geschütze noch Mannschaften einschiffe. Heute segelte der chilenische Kreuzer ab. und passirte Helsingör, von der observirenden „Hekla" gefolgt.
Newcastle, 9. September. Der Gewerkvereins- c o n g r e ß faßte mit 232 gegen 163 Stimmen eine Resolution, nach welcher beim Parlament die Einführung eines gesetzlichen achtstündigen Arbeitstages beantragt und eine internationale Conferenz berufen werden soll, um eine gleiche Maßregel bei allen Regierungen durchzusetzen.
Newcastle, 9. September. Bei der Fortsetzung der Debatte über den achtstündigen Arbeitstag beschloß der Ge- werkvereinscongreß mit 242 gegen 156 Stimmen, daß jeder die Arbeitszeit verkürzende Gesetzentwurf einen faculta- tiven Character haben solle.
Petersburg, 9. September. Die von hier nach außerhalb verbreitete Nachricht, daß die Eisenbahntarise für das nach den Häfen des Schwarzen und Asowschen Meeres beförderte Getreide erhöht würden, wird durch die „Birshewha Wjedomosti" categorisch dementirt. Das Blatt meint, allenfalls dürfte eine Revision der Getreidetarise im Verkehr der Centralgouvernements mit den baltischen Häsen und der Landeswestgrenze vorgenommen werden.
Berlin, 10. September. Der „Newyorker Herald" berichtet über ein Erdbeben in San Salvador am 9. September, wodurch die größten Verheerungen in der Hauptstadt, sowie im ganzen Lande, mit Ausnahme der Küste, angerichtet wurden.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 9. September. Nach einer Hamburger Meldung des „Berl. Tagebl." wurde der Kaufmann Lippmann in Altona, nachdem er 200,000 Mk. an der Börse verspielt hatte, gestern Abend in seiner Wohnung erhängt aufgefunden.
Berlin, 10. September. Die „Voss. Ztg." erfährt über den Stand des deutsch-italienischen Handels-Vertrages, daß bisher nur grundlegende Bestimmungen festgestellt wurden. Ueber die zweite Lesung erwarten die Dele- girten noch Informationen.
— Die „Berl. Pol. Nachr." erklären betreffs Inkraftsetzung des Paragraphen der Gewerbeordnungs-Novelle über die Sonntagsruhe, daß die nöthigen Vorbereitungen des Bundesraths noch nicht abgeschlossen sind und noch längere Zeir vergehen wird, ehe zur Ausarbeitung der Kaiserlichen Verordnung geschritten werden kann.
Hamburg, 10. September. Prinz Heinrich von Preußen reist heute nach Frankfurt ab, um mit Familie die electrische Ausstellung zu besuchen.
Paris, 9. September. Die Regierung beschloß, nicht die Initiative zu ergreifen betreffs Einladung der italienischen
auch noch Einer möchte gern helfen. Sie wissen, goldenes Baroneßchen, daß ich neulich in Pawlowitz war, da habe ich den Anton, den Herrn Pfarrer (verbesserte sie sich), gesprochen."
Wanda ist zurückgewichen, bis sie mit geschlossenen Augen an der Küchenwand unter dem funkelnden uralten Mchengeräth lehnt.
„Schweige," flüsterte sie abwehrend.
„Nein, nicht immer schweigen," jammerte die Alte. „An dem stillen Hinunterwürgen gehen Sie ja zu Grunde. Der Anton war ja nun einmal zum Priester bestimmt und solch geringer Leute Kind paßt niemals in solch eine vornehme Familie. Das wußte auch der alte gnädige Herr, deßhalb schickte er ihn so weit fort zum Studiren in das fremde Land."
„Aus welchem er dann mit der Tonsur zurllckkarn," sagte die Baronesse bitter. Doch nach einer Pause mit einem tiefen Athemzug: „Was spricht man von ihm?"
Die Alte reibt verlegen die runzeligen Hände.
„Nicht viel Gutes," meint sie zögernd. „Die Leute hätten sich halt ihren Pfarrer anders gewünscht, liebevoller, zugänglicher. Und auch der Flasche soll er mehr zusprechen, als ihm dienlich ist."
Wanda trifft jedes dieser geringschätzigen Worte wie ein Dolchstoß.
,>Weil man ihn gezwungen hat, weil er kein rechtes Herz allem entgegenbringt," sagt sie weich. Dann tritt sie an den Küchenherd und hilft die ungeheuren Kessel für die Erntearbeiter füllen.
Jetzt, wo ein letzter, scheidender Sonnenstrahl auf ihrem lockigen Haar zittert, sich wie ein goldener Teppich ihr zu Füßen legt, sieht sie wirklich einer verzauberten Prinzessin aus dem Märchen ähnlich.
Die Alte scheint es auch zu finden- sie seufzt.
(Schluß folgt.)
Regierung zur Enthüllung der Garibaldi-Statue; der Muni- cipalität in Nizza wird freie Hand gelassen.
London, 10. September. Nach einer Meldung der „Times^ aus Madrid herrscht dort große Erregung, weil die Regierung die Meldung von der geplanten Bildung zweier neuen Armeecorps nicht dementirte.
London, 10. September. Der Sitzung des Trade- Unions-Congresses wohnte derUnterstaatssecretär Gorst bei. Der Anttag, an die Regierung behufs Erlangung des Achtstundentages eine Eingabe zu richten, wurde abgelehnt und ein Amendement angenommen, dahingehend, das System des Zehnstundentages nur anzuwenden mit Zustimmung der interessirten Arbeiter.
Mecheln, 9. September. Katholikencongreß. (Generalsitzung Nachmittags). D'Hülst, Rector der katholische« Universität in Paris entwickelt die Nothwendigkeit der Gründung katholischer Universitäten. Dr. Schlaepman, holländischer Delegirter, erörtert die Frage der Gilden. Graf Verspeher, Chesredacteur des Genter „Bien Public" tadelt die gleich- gittige Haltung des Adels bezüglich der socialen Frage. — Um 8 Uhr fand die Eröffnung des Arbeiter-Meetings statt. 3000 Arbeiter aus Mecheln und andern Punkten des Landes nahmen daran Theil. Der Erzbischof von Mecheln und mehrere Bischöfe waren zugegen. Die Arbeiter-Delegirten der größeren Städte sprachen über die sociale Frage, alle flämisch. Die Polizei gewährte Schutz gegen einen angekündigten Angriff der Socialisten. Die Ordnung wurde nicht gestört.
Localer un6 provinzieller.
Gießen, 10. September.
— Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 6. September die vortragenden Räthe bei der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Bauwesen Oberfinanzrath Ludwig Ewald und Oberbaurath Arthur Wetz unter Belassung ihres seitherigen Amtstitels zu Vortragenden Rüthen bei der Abtheilung für Eisenbahnwesen in diesem Ministerium, an demselben Tage den Bau- und Betriebsinspector bei der Main-Neckar-Eisen- bahn August Dittmar zum Oberbetriebsinspector, und den Eisenbahnbaumeister bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Friedrich Stegmayer zum Bau- und Betriebsinspector bei der Main-Neckar-Eisenbahn — beide mit Wirkung vom 11. September l. I. an — zu ernennen.
— Erledigte Stellen für Militäranw'ärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Berka (Ilm), Postamt, Landbriefträger, auf vierwöchige Kündigung, 650 Mk. Gehalt, 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß, 30 Mk. Zuschuß zur Beschaffung der Dienstkleidung. Bredelar, Postamt, Postverwalter, aus dreimonatliche Kündigung, während der Probedienstzeit 2.75 Mk. Tagegelder- nach erfolgter Anstellung 1200 Mk. Gehalt, daneben der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. Bobenhausen (bei Mücke, Hessen), Postagentur, Landbriesträger, auf vierwöchige Kündigung, 650 Mk. Gehalt, 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Dillenburg, Berginspection, Kanzleigehilfe, auf vierteljährliche Kündigung, 810 Mk. jährlich, zahlbar monatlich postnumerando. Eichberg, Irren-Heil- und Pflege-Anstalt, Verwalter, auf Lebenszeit, 1600 Mk. nebst freier Dienstwohnung und Garten und 170 Mk. Entschädigung für Heizung und Licht. Frankfurt (Main), Postamt 9, Postschaffner, zunächst auf vierwöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt, 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Daselbst, bei verschiedenen Postämtern, 5 Pack- träger bezw. Stadtpostboten, zunächst auf vierwöchige Kündigung, 700 Mk. Gehalt, 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Gelnhausen, Bürgermeisteramt, Bureaugehilfe, auf vierwöchige Kündigung, 360 Mk. jährlich. Gemünden, Bürgermeisteramt, Forstschutzbeamter, nichtpensionsfähiges Gehalt von jährlich 900 Mk., Miethsentschädigung 60 Mk., 18 Raummeter Knüppelholz, gegen Erstattung des ortsüblichen Hauerlohns. Grävenwiesbach, Regierung Wiesbaden, Gemeindeförster, Anfangsgehalt 875 Mk., Freibrennholz, zur Zeit für Beaufsichtigung der Jagd eine Nebeneinnahme von ca. 100 Mk. Hadamar und Herborn, Postamt, je ein Landbriesträger, zunächst auf vierwöchige Kündigung, je 650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Hanau, Garnison-Baubeamter, Hilfsschreiber, auf Kündigung, 2.30 Mk. täglich. Lüdenscheid, Postamt, Briefträger, auf vierwöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt, 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Schlitz, Postamt, Landbriefträger, auf vierwöchige Kündigung, 650 Mk. Gehalt, 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Eisenbahn-Betriebsamt Kaffel, 11 Telegraphenaspiranten, Anstellung aus Lebenszeit, 1020 bis 1200 Mk. Strecke Kassel-Frankfurt (Main), Eisenbahn- Betriebsamt (Main-Weser-Bahn), Lademeisteraspirant, zunächst auf Probe, nach der Prüfung auf Kündigung, im ersten Jahre 1020 Mk., nach dem ersten Jahre 1140 Mk., nach dem zweiten Jahre 1200 Mk. jährlich. — Im Bezirk der Großh. Hessischen (25.) Division: Heppenheim, Landes- Irrenanstalt, vierter Bureaugehilfe, 500 Mk. und freie Kost nebst Wäsche.
— Auf der Versammlung der Vertreter deutscher Gewerbe- vereine zu Köln führte der Vorsitzende Berghausen-Köln in seiner Eröffnungsrede u. A. folgendes aus: Während Ingenieure, Architecten, Kunstgewerbevereine und Innungen schon lange in großen Verbänden gemeinsam arbeiten, stehen die Gewerbevereine bei Seite. Und doch besteht kein Zweifel, daß gerade die Gewerbevereine, welche nicht im Dienste von Sonderbestrebungen stehen, dazu berufen sind, den Wohlstand im Lande zu heben und die Zufriedenheit und Bildung der arbeitenden Bevölkerung zu fördern. Schon find Aufgaben aufgetaucht, deren vorteilhafte Lösung nur einem großen Verbände möglich ist, so die Frage der Gewerbekammern und Förderung des gewerblichen Unterichtswesens. Von den großen Gruppen im Erwerbsleben, Handel, Landwirtschaft, Industrie und Kleingewerbe, fehlt letzterem allein der große Zusammenschluß und jede Vertretung seiner Gesammt- interessen. Im Volkswirthschaftsrath fehlt das Gewerbe. Hier Wandel zu schaffen, dazu kamen Zustimmungen aus
allen Gauen des weiten Reiches. — In der ersten Hauptversammlung im Hansasaal des Rathhauses wurde zunächst in eine allgemeine Besprechung des zu gründenden Verbandes eingetreten. Geheimerath Sonne-Darmstadt berichtete über die Lage der Gewerbevereine in Hessen: „Die Stellung des Landesgewerbevereins für Hessen ist eine ganz eigenartige. Er ist von Seiten der Regierung anerkannt und in den Staatsorganismus eingeführt. Unser Verein ist das Organ, durch welches die Regierung über gewerbliche Angelegenheiten sich Bericht erstatten läßt. Wir erhalten vom Staate jährlich 150000 Mk. und verfügen weiter über 20000 Mk. eigene Einnahmen. Die Ständeversammlung hat jetzt ein Grundstück gekauft und in einigen Jahren sitzen wir in einem vom Lande erbauten guten Hause. Die Gelder werden bis zu drei Vierteln für die Gewerbevereinsschulen verwandt. Aber es fehlt auch in Hessen noch an manchen Ecken und Enden. Wir begrüßen es deshalb mit großer Freude, wenn wir Meinungen mit anderen austauschen und als treue Mitglieder einem deutschen Verbände angehören können. Aber unser Ausschuß glaubt empfehlen zu müssen, den deutschen Verband auf bestehenden und noch zu gründenden Verbänden aufzubauen bezw. auf einzelnen Vereinen, die in Folge der Größe der Städte schon in sich abgerundet sind. Der Ausschuß des hessischen Landesgewerbeveins hat sich mit dem vorliegenden Satzungsentwurf noch nicht besaßt. Ich gebe deshalb nur meine persönliche Ansicht kund, und nicht als Abgeordneter. An eine Auflösung unseres Landesgewerbevereins denkt bei uns begreiflicher Weise Niemand." Nachdem Director Romberg-Köln für die Bildung des großen Verbandes gesprochen und Herr Geheimrath Sonne einige irrthümliche Auffassungen des Vorredners, als ob die einzelnen Vereine in Hessen keine freie Bewegung hätten, widerlegt hatte, wurden die Satzungen angenommen. Danach bezweckt der Verband festes Zusammenwirken der deutschen Gewerbevereine zu gegenseitiger Förderung der denselben zukommenden Aufgaben und zur Vertretung gemeinsamer Interessen. Die Erreichung dieser Zwecke wird angestrebt durch die Versammlungen und Verhandlungen des Gesammt- verbandes und der Zweigvereine- durch gemeinsame Stellungnahme zu den wichtigen wirthschastlichen Fragen, soweit solche den gesammten Gewerbestand berühren- durch Stellung von Preisaufgaben- durch sonstige Maßnahmen, welche den Verbandszwecken förderlich sind.
□ Vom westlichen Vogelsberg, 8. September. Das schöne Wetter ist von unberechenbarem Nutzen für die Ernte. Der Landwirth weiß kaum, die sich häufende Arbeit zu bewältigen, sie erfordert seine volle Kraft vom grauenden Morgen bis zur dunklen Nacht. Mit dem Schneiden der Gerste ist man am Ende, sie liefert einen guten, mitunter sehr guten Ertrag. Namentlich sind die Körner vollkommen ausgewachsen und goldgelb glänzend. Von trefflicher Qualität sind die Körner beim Roggen, dessen Ergebniß allerdings durch das starke Auswintern beeinträchtigt worden ist. Diese Differenz im Ausfall der Korn- und Weizenernte wird aber zum Theil wenigstens durch die auf den frisch besäeten Aeckern gezogene Sommerfrucht ausgeglichen. Mit dem Schneiden des Hafers und Weizens hat man auch vielfach begonnen. Es ist eine bemerkenswerthe Seltenheit in der Fruchtfolge, daß der Weizen fast am letzten zur Reife gelangt, während er sonst meist nach dem Korn geschnitten wurde. In die Getreideernte fällt die Grummeternte. Da auch hierzu vor Allem Sonnenschein erforderlich, so wird gegenwärtig allgemein das Grummetgras gemäht. Es liefert einen recht guten Ertrag und hilft die Futtervorräthe beträchtlich vermehren. Bei den domanialen und communalen Grasversteigerungen dieser Tage machte sich ein Herabgehen der Preise bemerkbar. Frisches Heu wird hier zum durchschnittlichen Preis von 1,90 Mk. bis 2,00 Mk. pro Centner verkauft. Die Qualität der neuen Kartoffeln ist eine vortreffliche, sie sind viel mehlreicher wie im vorigen Jahr. Allerdings tritt bei den Frühkartoffeln vielfach Fäulniß auf. Das Ergebniß der Hauptkartoffelerute kann noch nicht festgestellt werden, da sie erst in 3—4 Wochen in Angriff genommen werden dürfte. Die Aussichten sind aber keinesfalls schlecht und gerade das jetzige trockene Wetter ist von großem Nutzen für die Kartoffeln. Vom Obst sind Frühbirnen reif und auch die anderen Sorten färben sich, die Zwetschen sind noch zurück, hüben jedoch den bläulichen Hauch, das erste Zeichen der beginnenden Reife. Die Erzeugniffe des Gartens übertreffen bei Weitem die des vorigen Jahres, in dem es z. B. fast gar keine Bohnen gab, während dieselben heuer überreich gediehen sind. Nur die Gurken sind meist der Nässe wegen gänzlich ausgeblieben. Die Gemüse sind vortrefflich entwickelt, so Wirsing, Unter- und Oberkohlrabi, auch das Kraut (Kohl) zeigt vollkommene Häupter.
Friedberg, 6. September. Der Ob st bau verein für Friedberg und Umgegend, der sich nunmehr in einen Obst- bauverein für die Provinz Oberhessen erweitert und dessen so rühriger, umsichtiger und sachkundiger Leitung die Obstzüchter unserer Gegend so vieles verdanken, hat nun im pomologischen Garten zu Friedberg Obstdörren mit den neuesten Constructionen versehen, errichtet. In denselben kann für die geringe Vergütung von 25 Pfg. per Stunde Obst gedörrt werden. Wenn man aus Erfahrung weiß, wie vieles Obst auf dem Lande zu Grunde geht, theils weil es den Leuten an richtiger Erfahrung für Obstverwerthung fehlt, theils weil sie im Herbste gerade mit landwirthschaftlichen Arbeiten so sehr überhäuft sind, kann man diesen Schritt des Vorstandes unseres Obstbauvereins nur mit Freuden begrüßen. D. Ztg.
Mainz, 8. September. Das schlechte Sommerwetter in Verbindung mit der ungünstigen Geschäftslage veranlaßt von Monat zu Monat einen Rückgang sowohl in der Einfuhr fremder Biere in unsere Stadt, als auch in der Production der Biere selbst. Die jetzt von der Octroiverwaltung festgestellte Statistik über den Juli hat ergeben, daß in diesem Monat 412 Hectoliter weniger in die Stadt eingeführt worden sind, als in dem gleichen Monat des Vorjahres, nämlich 6231 Hectoliter. Malzschrot wurden nur.


