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überreichen. Der Lordmayor kündigte in der Gemeinderaths­sitzung an, er werde eine Denkschrift nach Berlin senden, um den Kaiser zu ersuchen, die Adresse entgegenzunehmen. Williamson, welcher den Beschluß beantragt, hebt die fort­währenden Bestrebungen des Kaisers zur Erhaltung des Friedens und die Pflege herzlicher Beziehungen zwischen Deutschland und England hervor.

Florenz, 9. April. Die evangelische Allianz hielt heute Abend unter dem Vorsitze von Navilles Sitzung. Es wurden Reden über die Autorität der Bibel gehalten. Eine zahlreiche und distinguirte Zuhörerschaft spendcre Beifall. Morgen wird eine Rede Stöckers erwartet.

Kopenhagen, 9.April. Die Deputation des zweiten hessischen Husaren - Regiments Nr. 14 ist heute wieder ab­gereist.

Belgrad, 9. April. Der erwartete Sessionsschluß der Scupschtina ist verschoben worden, dürfte aber noch in der lausenden Woche erfolgen. Auch die auf Ansuchen der bulgarischen Regierung beim bulgarischen Emigranten Ri stow erfolgte Haussuchung verlief erfolglos.

Sofia, 9. April. Dem JournalSwoboda" zufolge soll die serbische Regierung ihre vollkommene Geneigt­heit ausgesprochen haben, alle diejenigen, welche den freien Aufenthalt in Serbien dazu benutzten, Complotte gegen Bulgarien vorzubereiten, zu verfolgen. Außerdem habe die serbische Regierung erklärt, sie werde der bulgarischen Regierung ihre Behörden und Polizeiorgane zur Verfügung stellen, um die Mörder Beltschews dingfest zu machen, falls dieselben in Serbien Zuflucht suchen sollten.

Konstantinopel, 9. April. Der Oberste Sanitätsrath ordnete eine fünftägige Quarantaine für Provenienzen -aus Massaua an.

Capstadl, 9. April. Meldung des Bureau Reuter. Die portugiesischen Behörden untersagten den Dampfern die Fahrt auf dem P un g w e flu sse, bis die südafrikanische Gesellschaft Massikessi geräumt habe.

Mombasia, 9. April. Meldung des Bureau Reuter. Die Britisch-Ostafrikan ische Gesellschaft hat ver­kündet, daß sie alle Bergwerke und das Recht, im Gebiete der Gesellschaft nach Mineralien zu graben, den Inhabern von Freibriefen der Gesellschaft Vorbehalte und daß es den Fremden verboten ist, Ländereien zu kaufen.

Newyork, 9. April. Der Bremer DampferHavel" brachte heute die erste Post nach dem neuen System, wobei Briefe und Poststücke an Bord des Dampfers sortirt wurden. Die Sendung bestand aus 52 500 Stücken, welche sofort nach ihrer Ankunft direct nach dem Bestimmungsort abgesandt werden konnten.

Philadelphia, 9. April. Der Polizeicommandant L o a r und 13 Untersherisfs wurden heute verhaftet, unter der Anschuldigung, strikende Arbeiter bei deren Angriff auf die Werke der Fricke'schen Coke-Gesellschaft getödtet zu haben.

Cocales und Provinzielles.

Gießen, 10. April.

Sitzung der Stadtverordneten vom 9. April. An­wesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schmall, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Herr An d r. E u l e r hat sich erboten, während der ihm augenblicklich mit seinem Fuhrwerke zur Verfügung stehenden Zeit die zum weiteren Ausbau der Steinstraße nöthigen Auffüllungen zu besorgen, wenn ihm die übliche Vergütung hierfür bewilligt wird. Die Versammlung beschließt Eingehen auf das Angebot unter gleichzeitiger Bewilligung von 1 Mk. pro Cubikmeter Aussüllung. Das Gesuch des Herrn L. Becker um Ueber- lassung eines Kieslagerplatzes aus dem Friedhöfe wird nicht genehmigt. Die Friedhofs-Commission hat für ihren aus Nicht­bewilligung lautenden Antrag geltend gemacht, daß es anderen Gärtnern gegenüber sich nicht empsehle, neue Lagerplätze zu schaffen, nachdem es schwer gewesen, die alten, häufig als Ansammlungsstellen von allerlei Gräber-Abraum, alten Kränzen u. s. w. dienenden zu beseitigen. Ein besonderer, zu diesem -Zweck dienender, in der Nähe des Friedhofes befindlicher Platz, aus welchem die früher zu Tage getretenen Mißstände für den Friedhof selbst sich weniger fühlbar machten, sei augenblicklich nicht vorhanden. Das Gesuch des Herrn Emil Kalb­fleisch um Erlaubniß zur Errichtung einer Steinhauerwerk­statt wird widerruflich genehmigt. Gesuchsteller will seine, Ecke von Licherstraße und Schiffenberger Weg belegene Werkstatt nbbrechen und an deren Stelle ein Eckhaus erbauen. Die Werkstatt soll westlich rechts am alten Steinbacherweg (in Nähe des Friedhofes) errichtet werden. Der Bedingung des Widerrufs wird aus Verzicht des Gesuchstellers auf Wegver­besserung und Beleuchtung ausgedehnt. Das Gesuch des Herrn^Erüst Blödner um Erlaubniß zur Anbringung eines Oberlichtfensters an seinem Hause an der Plockstraße wird beanstandet unter Hinweis auf § 28 des Ortsbau­statuts, welcher für Neubauten und Veränderungen an von der Straße aus sichtbaren Theilen von Bauten eine gefällige archi- tectonische Ausführung verlangt. Die Eröffnung der gegen­über der Wolkengasse von Herrn C h r. Petri V. angelegten nnö theilweise bebauten Privatstraße bedingt eine Gossen­änderung in der Bahnhofstraße bezw. die Herstellung einer Einfahrt in die neue Straße. Die hierfür aufzuwendenden Kosten (Pflasterung der Ueberfahrt, Entfernung der Wangen­steine, Verlegung eines Einfallschachtes, Anlage eines Stück Canals u. s. w.) sind auf 570 Mk. veranschlagt. Die Bau­deputation hat in Consequenz der bei Anlagen von Privat­straßen anzuwendenden Bestimmungen, wonach alle Kosten der Herstellung und Unterhaltung solcher Straßen von den Unter­nehmern zu tragen sind, beantragt. Plan und Ausführung zu genehmigen, sofern Gesuchsteller auch die obenbezeichneten Kosten für die Herstellung einer Einfahrt wie für die an der Bahn­hofstraße nöthigen Aenderungen übernimmt. Es wird im Sinne

des Antrages beschlossen. Der dem Gr. Kretsbauamte vorgelegte Plan der Baufluchtlinien für die Gart en st raß en hat Anlaß zu einer Beanstandung an sich nicht ergeben. Jedoch hält es das Kreisbauamt für geboten, daß auch für den Geländezwickel zwischen der großen und kleinen Gartenstraße (vor Steins Garten) eine Baufluchtlinie festgesetzt werde. Die für die Gartenstraßen vorgeschriebenen Vorgärten müßten ein an dieser Stelle zu errichtendes Gebäude bogenförmig umgeben, ein zwischen der anzulegenden Berbindungsstraße und dem Zusammenstoß der Gartenstraßen bleibendes Dreieck ließe tid) zur Aufstellung einer Wettersäule re. verwenden. Die Baudeputation hat sich dem Vorschläge des Kreisbauamts nicht angcschlossen, sondern beantragt, den Winkel am Straßen­zusammenstoß abzurunden und von der Festsetzung einer Bau­fluchtlinie für diesen Platz, der als Anlage beibehalten werden soll, abzusehcn. Die Versammlung erhebt den Deputations­antrag zum Beschluß. Das Fahren der städtischen Gieß süsser wird den Herren Chr. Spieß und H. Huhn auf deren eingelegte Gebote für das lausende Jahr übertragen. Mit Rücksicht aus die in diesem Jahre herzustellende Ver­bindung des Brandplatzes mit der Ostanlage durch Anlage einer an die Brandgasse anschließenden, an dem Rentamt, dem Marstall und der ehemaligen Entbindungs­anstalt vorüberführenden Straße ist Voranschlag über die gleich­zeitig auszusührende Gas- und Wasserleitung in bezeichneter Straße vorgelegt worden. Die Kosten der Gasleitung, die in Rücksicht aus das zu erwartende Senken der Auffüllung mittelst galvanisirten schmiedeeisernen Röhren ausgejührt werden soll, belaufen sich einschließlich der Aufstellung von zwei alten und vier neuen Laternen auf 1565 Mk., diejenigen der Wasserleitung, welche weniger der zu erwartenden Häuser­anschlüsse wegen als wegen der aus technischen Gründen em» psehlenswerthen Vervollständigung des Rohrnetzes ausgeführt werden soll, auf Mk. 2370. Die Versammlung erklärt sich mit den Voranschlägen einverstanden. Bei Berathung des Voranschlags für das lausende Etatsjahr wurde die Ver­setzung des Brunnens an der Südanlage nach einem anderen Stadttheile, von dessen Bewohnern weniger als dies bei den der Südanlage der Fall, ein allgemeiner Anschluß ihrer Häuser an die städtische Quellwasserleitung zu erwarten war, beschlossen. In einem vorlie^nden Gesuche haben nun die Bewohner der Südanlage um Belassung des Brunnens ge­beten. Es sei, so bemerken die Gesuchsteller, im Winter oft nicht möglich, die in die Waschküchen führenden Leitungen der Gefahr des Einfrierens wegen zu benutzen, so daß das nöthige Wasser aus den öffentlichen Brunnen herbeigeholt werden müsse- ferner sei das Wasser dieser Brunnen im Winter zum Pferdetrünken nöthig und endlich würden die zahlreichen Passanten und Schulkinder, Arbeiter n. s. w. den Brunnen entbehren müssen, was um so fühlbarer, als auch der Pnmp- brunnen an der Turnhalle, der bisher das beste Wasser lieferte, entfernt würde. Es wird in Anerkennung der vor­gebrachten Gründe und in Rücksicht auf den mit Eröffnung der die Südanlage mit dem Seltersweg verbindenden neuen Straße eintretenden Mehrbedarf an Wasser beschlossen, den Beschluß aus Entfernung fraglichen Brunnens wieder auszu­heben. Herr Simon macht daraus aufmerksam, daß das Bedürsniß für Belassung des ebenfalls zur Entfernung bezw. Versetzung empfohlenen Brunnens an der Wiesenstraße (O st- anlage) für die Bewohner dieses Stadttheils und die Passanten der Ostanlage in gleichem Maße vorliege wie be­züglich der Südanlage- er bitte, auch diesen Brunnen stehen zu lassen. Herr Georgi spricht sich für Aufstellung eines Brunnens an der Nord an läge aus, damit jede Anlage ihren Brunnen habe und besonders auch den Bewohnern des Gartseldes ?c. bei der anerkannten schlechten Beschaffenheit des dort gewonnenen Wassers eher die Möglichkeit gegeben werde, sich besseres Wasser zu beschaffen. Die Anregungen der Herren Simon und Georgi werden der Baudeputation zur Berathung überwiesen. Das nicht aus der Tagesordnung stehende Ge­such des Herrn Wilh. Nagel um Ertheilung der Coneession zum Wirthschastsbetrieb im Gerbode'schen Hause (Kaplans- gasse) wird befürwortet. Zum Schluffe machte Herr Ober­bürgermeister Gnauth Mittheilung über die von Großh. Ministerium in Betreff der Maul- und Klauenseuche erlassenen neueren Verordnungen- auf ein dieserhalb an Großh. Kreis­amt gerichtetes Schreiben ist die Antwort eingegangen, daß der Abhaltung des nächsten Viehmarktes am 21. und 22. April vorläufig nichts entgegenstehe.

Sitzung Großh. Handelskammer vom 31. März 1891. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Katz, Kltngspor, Wor.tmann.

Zur Frage der Errichtung eines Lagerhauses an dem hiesigen Güterbahnhofe hat die Kammer beschlossen, an die Königliche Eisenbahndireetion Hannover eine Anfrage zu richten, ob früherer Zusage gemäß für den Güterbahnhofs-Neubau genügendes Terrain zur Errichtung von Lagerhäusern vor­gesehen ist.

Es liegt eine Einladung Großherzogl. Kreisamts Gießen zu der am 1. April stattfindenden Conferenz, in welcher die Frage, ob sich für die Stadt oder den Kreis Gießen die Errichtung eines Gewerbegerichts gemäß Reichsgesetz vom 29. Juli 1890 empfiehlt, berathen werden soll, vor. Die Kammer beschließt, mehrere Delegirte zu dieser Conferenz zu entsenden.

Am 18. bezw. 24. März d. Js. haben in Hannover bezw. Frankfurt a. M. Bezirks - Elsenbahnraths - Sitzungen stattgesunden. Hauptgegenstand derselben bildete die Frage der Reform der Personentarise.

Die Kammer war durch Herrn Koch vertreten.

§ Aus dem Kreise Alsfeld, 8. April. Richt das Brenn­holz hat eine Vertheuerung erfahren, wie man sie allgemein als Folge des ungewöhnlichen Winters erwartete, sondern das Werk- und Nutzholz. Während ersteres durchschnitt­lich au^ der gleichen Höhe des Preises wie im vorigen Jahre steht, ist der Preis des letzteren per Festmeter um 3 bis s 5 Mk. gestiegen. Die Handwerksleute, wie Schreiner, Wag­

ner u. a., führen denn auch Klagen über die zu hohen Preise des Werkholzes. Als Ursache bezeichnete man die Massen­ankäufe der großen und kleinen Holzschneidereien, an denen unser Kreis keinen Mangel hat. Auch erschwert und vertheuert die häufige Abgabe von Holz an die Holzhändler dem Handelsmann den Ankauf des nöthigen Holzmaterials. Namentlich hoch im Preise ist in hiesigen Gegenden das Tannenholz, Brenn- wie Werk­holz. Diese Preissteigerung rührt von dem Massenankauf einer Holzschneiderei bei Meder-Gemünden her, welche sämmtliches Tannenholz zu Faßdauben und Kisten, die zu Verpackungs­und Versandtzwecken dienen, verarbeitet. Eben bierdurch haben manche Gemeinden, in denen viel Tannenholz ge­schlagen , eine erkleckliche Mehreinnahme bei ihren Holz­versteigerungen zu verzeichnen. Da genannte Holzschneiderei auch das als Brennholz gearbeitete Tannenholz zu obigem Zwecke verwerthen kann, so übertrifft ost bei Versteigerungen der Preis dieses den des Buchenholzes, während sonst letzteres stets ums Doppelte höher galt als Tannenholz.

Dom Vogelsberg, 8. April. Unaushörliche Regen­güsse haben wiederum die starke Schneemasse des Nach­winters, der einem sonstigen Hauptwinter nicht nachstand, zum Weichen gebracht. Die Vorlande des Vogelsbergs sind bereits schneefrei bis auf die Wälder, in denen der Schnee noch hoch liegt, die Koppen des oberen Vogelsbergs dagegen sehen noch weiß ins Thal. Aber auch hier schrumpft" er jeden Tag mehr zusammen. Die sonst schwachen Gebirgs­bächlein sind zu reißenden Flüssen geworden durch die schmel­zenden Schneemassen, den Müllern jetzt das Wasser im Uebcr- maße zuführend, das sie im Winter so lange entbehren mußten. Der Nachwinter hat, nach der Mittheilung der Landwirthe, großen Schaden gebracht - er hat, was der Winter nicht ver­nichtet, vollends zu Grunde gerichtet. Die Bauernregel langer Schnee im Mürz bricht dem Korn das Herz" hat sich bewahrheitet. Die zarten Pflänzchen, welche durch das Aufthauen der Ackerkrume empor gestiegen, sind vielfach beim letzten Schneefall erfroren und verfault. Die Kornfelder, die sonst um diese Zeit einen geschlossenen saftgrünen Teppich bildeten, bieten einen gar wenig Hoffnung erweckenden An­blick. Und mit der Weizensaat sieht es fast noch schlechter aus. Namentlich ist der Sheriff-Weizen total ausgewintert. Die Aussichten des Landwirths für das kommende Jahr sind hiernach nichts weniger als günstig, und wir wollen nur hoffen, daß ein gutes Frühjahr das Wenige, was der sibiri­sche Winter übrig gelassen, um so besser wachsen läßt. Aber leider hat es auch hierzu gegenwärtig noch gar wenig das Ansehen.

§ Bermuthshain, 8. April. Von Seiten hiesiger Orts­bürger ist ein Gesuch an Großherzogl. Kreisamt Lauterbach gestellt worden, um das Einzelhüten zu beseitigen und dafür Stallfütterung einzurichten. Alle landwirthschaftlichen Vereine und Behörden haben bereits auf den Nutzen der Stallfütterung hingewiesen - in unserm Vogelsberg läßt sich dies jedoch aus besonderen Gründen nicht ausführen. Dem Vernehmen nach sollen die* Unterzeichner obigen Bittgesuchs meistens Landwirthe sein, welche nur 12 Stück halten. Es könnte dies wohl Anlaß geben, daß von Seiten hoher Behörde dieses Gesuch abgelehnt wird.

Vermischtes.

* nn. Darmstadt, 9. April. Unter dem Vorsitz des Berbandsdireetors, Kreisrath Haas- Offenbach, fand heute Morgen imDarmstädter Hof" dahier die erste ordentliche Generalversammlung der Centralgenossenschaft der hessischen landwirthschaftlichen Consum - Ver- eine statt. Vertreten waren 29 Vereine durch 38 Abge­ordnete; außerdem wohnten als Vertreter der Großherzogl. Regierung Herr Regiernngsrath Nover, sowie Landwirth- schafts-Jnspeetor Stimme! den Verhandlungen bei.

Nach erfolgter Begrüßung seitens des Vorsitzenden er­folgte eine kurze Berichterstattung über das abgelaufene Geschäftsjahr, woraus zu entnehmen ist, daß die Central­genossenschaft dem Zweck, den Genossen trotz ungünstiger Conjuneturen gute und preiswürdige Futtermittel, Sämereien, Dungmittel und Kohlen auf rascheste und beste Weise zu ver­schaffen, gerecht geworden ist, was dadurch eonstatirt werden könne, daß der Umsatz in dies.n Waaren weit über eine Million Mk. im abgelausenen Jahre betragen habe.

Der Centralgenossenschaft gehören bis heute ea. 90 land- wirthschaftltche Consumvereine an. Das Vermögen der Central- genossenschaft beträgt jetzt 30,000 Mk.

In die Verhandlung eintretend, beschließt die Versamm­lung nach lebhafter Debatte, den Reservesond um 5000 Mk. zu erhöhen und den Genossenschafts-Vereinen 3 pCt. Rück­vergütung auf den geschehenen Waarenbezug zu gewähren.

Aus dem Vorstand scheidet Aug. D e 11 w e i le r-Lauben- heim. Derselbe wird per Aeelamation wiedergewählt.

Zu Aufsichtsrathsmitgliedern werden gewählt Herr Oeeo- nom Walter von Lengfeld, Bürgermeister Büchler von Dorndürkheim und Seibold von Alsfeld.

Die Auszahlung der Rückvergütungen an die Vereine soll längstens am 1. Juni stattgesunden haben.

Eine lebhafte Debatte entspinnt sich über die Abände­rung des Passus in den Statuten, wonach auch einzelnen land­wirthschaftlichen Betrieben gestattet sein soll, die Mitgliedschaft bei der Centralgenossenschaft zu erwerben.

Kreisrath Haas schlägt vor, um die landwirthschaft­lichen Consumvereine in dieser Beziehung zu schützen, die Auf­nahme solcher landwirthschaftlichen Betriebe von der Größe der bebauten Fläche und dem jährlichen Umsätze abhängig zx machen. Zu diesem Zwecke schlägt er vor, die bebaute Fläche auf 500 Morgen und den Jahresumsatz auf 10,000 Mk. festzusetzen, um hierdurch eine Garantie für den Bedürfniß- nachweis zu erztelen.

Oeconom Walter-Lengfeld hält diesen Satz für viel, zu hoch - derselbe beantragt, daß 200 Morgen bebaute Boden­fläche und 6000 Mk. als Consumsumme festgesetzt werden möge, um auch dem kleineren Oeeonomen die Möglichkeit zum