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Die Actiengeseli- 11 hat soeben Bericht erstattet. Dem Bericht ^gejammt 705000 Mk. hat Herr Georg Speyer 00 Mk. unter der Be- Mng* übergeben. Die gonnenen sieben Häuser noch nicht sertiggestellt
1 zum 1. Juni beziehbar haft eigentlich nicht er- tem sich in einer Stadt t. In vier Geschäften 'mmer, jum Theil mit solche Wohnungen soll )tock 15 Mk., str den L 14 M.; kommt yi H bie bezüglichen Preise tzt schon sind die An- itn im Bau begriffnen hl alle Petenten betört« de n)itd die Gesellschaft so daß sich dann dort Dr. Miquel, welcher an Hsten Antheil nahm und lussichtsrath beibehalten, melden, der Uebergabe
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StubirenbcR unb ber Abschaffung des noch aus bem vorigen Jahr- hunbert stammenden niedrigeren Tarifs im Jahre 1876 her. Für Bauten wurden besonders autzeretatsmäßig großartige Mittel verwendet, in 27 Jahren etwa 4'/» Millionen Die wahren Jahres- toften der Universität überschritten erheblich 1 Million Der Auf; wand für die Universität war etatsmätzig 1864 der 117. Theil des gesammten Staatsaufwandes, heute ist er der 126. Theil, bei den großen und neuen Anforderungen, die besonders seit 1870—71 an den Staat gestellt sind, eine kaum beachtenswerthe Differenz. Die Wissenschaft erhält heute wie damals, was ihr gebührt.
Citeratur «nd rinnst.
— Rudolf Virchow fährt in Nr. 7 der ,®attettla«t»t* mit feine* Erinnerungen an Schliemann fort. Er gibt uns merkwürdige Aufschlüsse über die Art unb Weise, wie Schliemann zu seiner erstaunlichen Beherrschung der verschiedensten Sprachen kam, wie oft ein kleiner Anstoß genügte, ihn zum Erlernen einer Sprache zu veranlaßen, und mit welcher Virtuosität er sie dann auch nach kurzer Zeit handhabte. Am bezeichnendsten ist die Geschichte, wie er zum Studium des Arabischen kam. — „Im Jahre 1858," erzählt Virchow, „kam Schliemann zum ersten Male nach Egypten und plante in Gemeinschaft mit Professor Wedl von Wien eine Nilreise. Damals verstand er kein Wort arabisch. Er übertrug daher die Zurüstung der Daha- bieh, auf welcher die Reise gemacht werden sollte, einem deutschen Kaufmanne in Kairo. Als derselbe aber seine Rechnung brachte, gewann Schliemann aus allerlei Anzeichen die Ueberzeugung, daß er schwer betrogen morden sei. Das veranlaßte ihn, Arabisch zu lernen. Mit gewohntem Eifer machte er sich an die Arbeit und schon während der Fahrt, die bis zum zweiten Katarakt ausgedehnt wurde, kam er soweit, daß er sich über die nöthigen Bedürfnisse und die gewöhnliche« Verhältnisse ohne Dolmetscher verständigen konnte. Aber auch nach seiner Heimkehr setzte er diese Studien fort. Nach seiner Methode machte er sich daran, größere Abschnitte arabischer Schriften auswendig zu lernen. Dazu wählte er das heilige Buch der Moha- medaner. So begann seine genaue Bekanntschaft mit dem Koran, die uns von großem Nutzen werden sollte. Die letzte Zerstreuung, die er sich auf seinem Krankenlager gönnte, bestand in der Lectüre einer neuen Ausgabe des arabischen Textes von „Tausend und einer Nacht", die ihm sein Verleger, Herr Brockhaus, besorgt hatte."
— Im Verlage von Otto Spamer in Leipzig ist ein Büchlein erschienen, auf welches wir unsere Leser ganz besonders aufmerksam machen wollen: »Werde ei« Man«! Mitgabe für die Lehrzeit. Von Th. Lange." (250 Seiten 8°, in hübschem, dauerhaften Einband X 1.50.) Welchen Verirrungen die Lehrlinge des Handwerkerstandes und der Kaufmannschaft in unseren Tagen ausgesetzt stnd, hat wohl jeder Meister schon erfahren. Und doch beruht gerade die Zukunft sowohl des Kaufmanns- als Gewerbestandes auf der gedeihlichen Entwickelung des jungen Nachwuchses. Die Zeit vom 14. bis 13. Jahre ist meist entscheidend für das ganze Leben. Daß nun der Lehrling ein tüchtiger, characterfeste Geselle werde, der, sich fernhaltend von unklaren Traumgebilden, nur in richtiger Erkennt- niß der Lebensbedingungen durch eigene Kraft sein Vorwärtskommen erstreben will, und daß er später auch ein braver, fleißiger Meister werbe, dazu will das vorliegende Büchlein ihm ein Erzieher und Führer sein. Der Verfasser ist selbst ein Mann des Volkes; er versteht das Denken und Fühlen des Lehrlings, da er selbst einer gewesen, unb deßhalb ist er auch wie kein zweiter geeignet, der Ver- führnng entgegcnzutreten und dem Lehrling den Weg durchs Leben zu zeigen. Wir empfehlen das Büchlein, welches trotz seines billigen Preises durch eine anziehende Ausstattung sich auszeichnet und daher besonders auch als Confirmattonsgeschenk am Platze ist, angelegentlich Elter« und Lehrherren zur Anschaffung für jeden Lehrling, sei es schon beim Eintritt in die Lehre, sei es als eine Aufmunterung zur rüstigen Weiterarbeit oder als eine Belohnung.
Kmdwirthschaftlichr Winke und Rathschläge. ftUt», Gras» lrrnd andere ArühjahrSsaaten. △ AuS Oberheffe«, Anfang März.
Die Zeit rückt nahe heran, wo die Saaten für Klee, Gras und sonstige landwirthschaftliche Culturpflanzen bewerkstelligt roerben
müssen. Den schwerste«, Nicht r« eorrigiretrde« Kehler begeht der Landwirth, wenn er sich schlechtes Saatgut anschafft und verwendet. In dieser Beziehung kann nicht eindringlich genug gewarnt werden. Um einige Pfennige oder selbst etliche Mart r« sparen, riSkirt ein Bauer z. B. seine ganze Kleeernte. In Be,ug auf Saatfrüchte mutz immer wiederholt werden, datz das Billigste das Schlechteste ist. Nur was vorzüglich ist und wofür Garantie geleistet wird, sollte als Saatgut Verwendung finden.
Wir wissen, datz der verflossene Sommer sehr «atz war. Die Samenernte konnte darum keine günstige sein. Für die Gräser war die Ernte ver hältnißmäßig noch am günstigsten, besonders wenn sie bis Ende Juni oder in den ersten Tagen des Juli, also vor der langen Regenperiode geerntet wurden. Später brach die siebenwöchige Regenperiode herein und verdarb den Samen. Nur das sog. Knaulgras (Dactylis glomerata) und Wiesenrispengras (Poa pratensis) geriethen nicht und sind daher theuer.
Wenig günstig ist die Ernte des KleesamenS in den verschiedenen Arten ausgefallen, denn diese Ernte fiel vollständig in die Regenperiode. Wahrscheinlich reicht der Siothklee (Trifolium pratense) für den Bedarf nicht a«S. Man fordert 55 bis 60 Mk. pr. Etr. Großer Schotenklee (Lotus arniculatus) wird mit 100 Mk., Luzerner (Medicago sativa) mit 60 Mk., Wetßklee (Trifolium repens) mit 75 Mk., Bastardklee (Trifolium hybridum) mit 85 Mk., gelbcr Senf (sinapis alba) mit 20 Mk. berechnet.
Wer Kleefarnen kaufen muß, verlange von dem Verkäufer Garantie dafür, daß er absolut kleeseidefrei ist. Am besten nimmt man Samen, der von der Sarnencontrollfiatton untersucht und demgemäß mit Bescheinigung versehen worden ist.
Es wird hiermit auf die Same«-Misch«Ngen aufmerksam gemacht, die sich seit einer Reihe von Jahren als practisch bewährt haben und sich schnell einbürgerten. Die Futterpflanzen untereinander gemischt und cultivirt gedeihen viel bester und geben höhere Erträge, als wenn sie in einer einzigen Art rein gezogen werden. In der Forstwirthschaft haben sich die gemischte« Bestände, den reinen gegenüber, schon längst bewährt.
Großen Erfolg hat die Kutterbau-Samenmisch««- des Herrn Wanderlehrers Wagner erzielt, weshalb auf diese Mischung aufmerksam gemacht wird.
Wir haben vorhin auf die gemischten Bestände in der Forstwirthschaft hingewiesen. Es gibt viele Landwirthe, die Waldbesttzer sind und neue Culturen im Laufe des Jahres vorzunehmen Haven. Die nachstehenden kurzen Notizen sind daher Manchem vielleicht nicht unwillkommen. _
Die Waldsämereien sind im vergangenen Jahre fast sammtlich — eine Ausnahme bildet wohl nur die Weymmhskiefer — spärlich ausgefallen. Während sonst das Brechen und Einsammeln der Fichte«, «nd Kiefernzapfen freiwillig geschah, weil dadurch ein anständiger Taglohn erzielt wurde, wollten die Leute dreses Jahr nichts davon wissen, weil es nicht der Mühe werth war, die hohen, lebensgefährlichen Bäume wegen einiger wenigen Zapfen zu besteigen. Es mutzten daher sehr hohe Löhne für das Einsammeln gezahlt werden und demgemäß sind die Preise der Samen sehr hoch.
Ebenso spärlich sind die Samm der Eichen und Buche« ausgefallen, aber die Onalität dieser, wie auch der übrigen Waldsamen ist eine r echt befriedigende.
Wenn fü oie Feldgewächse eine Keimprobe und Samencontrolle nothwendig ist, so ist sie für die Forstsämereim nicht minder wichtig. Wer daher diese Sämereien nöthig hat, kaufe ebenfalls nur das Beste. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man Alles gethan hat, was erforderlich war und man wartet nun von Tag zu Tag, von Woche zu Woche und es geht nichts auf. , _ ,
Bei Anschaffung dieser nothwendigen unb theuren Sachen vergesse der Landwirth niemals das Sprichwort: Gehe lieber zum Schmiede, als zum Schmiedchen!
Nachschrift. Die hohen Preise für das Brandholz scheinen sich für Bau-, Werk- «Nd Nutzholz nicht in gleicher Höhe halten zu wollen. Aus Starkenburg kommt die Nachricht, daß die Preise für Aichtennntzstücke um 25 bis 30pCt. zurückgehen und zwar aus einem sehr erklär ttchen Grunde. In Oberbayern wurden wegen Verheerungen der Nonnenranpe über 1OOOOO Eubikmeter Fichtenstämme geschlagen und diese gewaltige Holzmasse wirft die
bayerische Regierung nicht etwa nach und nach in ein, zwei ober drei Jahren, sondern auf einmal auf ben Markt. Man kann baher franco Bahnhof Ludwigshafen die prächtigsten Fichtenstämme um 25 bi« 30pCt. billiger kaufen als in den Wäldern der Provinz Starkenburg. Diese Nachricht hat wohl nicht allein für die Holzproducenten Ober« Hessens, sondern auch für solche Bewohner der Provinz Jntereste, welche die Absicht haben, Bauten aufzuführen.
Verkehr, Land- and volkswörLH-chas-t.
Gießen, 10. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 7 — 2 St. — H,
Käse pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St- 3 A, Erbsen vr. Liter 19 A, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,70, £>ü$ner pr. Stück X 1,20-1.50, Hahnen pr. St X 1,30-1,70, Enten pr. Sckck X 2,00-2,30, Ochsenfleisch pr. Vfd 70-74 A, Kuh-und Rindfleisch 60—64 A, Schweinefleisch 60-70 A, Hammelfleisch 50—70^, Kalbfleisch 60--A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,40-7,W, Weykraut
vr. St. 3—7 A, Zwieveln ver Centner X 6,50^-7,50, Milch per Liter 12—18 A, Gänseeier 12 A-
Langsdorf, 9. März. Der heutige Vieh- und Kramer- markt war äußerst zahlreich besucht. Aufgetrieben war eine große Anzahl Rindvieh, darunter auch Zuchtbullen und Schweine. Der Handel war unter ersterem recht lebhaft, es wurden viele Verkaufe abgeschlossen und von den Verkäufern gute Preise erzielt. Auf dem Schwetnemarkt war dagegen der Handel nicht besonders rege, auch die Preise waren gedrückt. Der des Nachmittags stattgefundene Krämermarkt war gleichfalls zahlreich besucht und herrschte hier, wie auch in ben hiesigen Geschäftshäusern reger Ver kehr.
— In Ob er Hessen und Umgegend finden im Monat März u. A. folgende Märkte statt:
Den 12. in Münzenberg Vieh- und Krämermarkt.
Den 12. in Homburg v. d. H. Vieh-, 13. Krämermarkt.
Den 16. in Lauterbach Vieh- und Krämermarkt.
Den 17. in Ortenberg Vieh-, 18. Krämermarkt.
Den 17. in Schotten Vieh-, 18. Krämermarkt.
Den 18. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt.
Den 18. in Wetzlar Vieh- und Krämermarkt.
Den 18. in Homberg a. d. Ohm Krämermarkt.
Den 18. Frankfurter Ostermesse, 21 Tage.
Den 19. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt.
Den 19. in Butzbach Fasselmarkt.
Den 20. in Nodheim v. d. H. Schwetnemarkt.
Den 24. und 25. in Gießen Vieh- und Krämermarkt.
Den 31. in Bleichenbach Viehmarkt.
Den 31. in Usingen Vieh- und Krämermarkt.
Den 31. in Gedern Vieh-, 1. April Krämermarkt.
Den 31. in Laubach Vieh- und Krämermarkt.
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