Ausgabe 
10.11.1891
 
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der Mitte des dunklen Erdtheils, mit Interesse entgegensetzen. Herr Westmark hat bereits in Spanien, Frankreich, Belgien, Holland und der Schweiz Vorträge über seine Erlebnisse bei den Menschenfreflern am oberen Kongo, über die Stanley- Scandale und die Bekämpfung der Sclaverei in Mittelasrika gehalten. Seine Vorttäge haben dort bedeutenden Erfolg erzielt. Er spricht geläufig französisch, englisch, deutsch, italienisch, portugiesisch und Kisuaheli und hat seine fran­zösischen Vorträge in Paris, seine deutschen an der Straß­burger Universität studirt. In der neuesten Nummer der Jllustrirten Zeitung" ist Westmarks Porträt enthalten, was bei der vorsichtigen Zurückhaltung der Redaction der genannten Zeitschrift schon zur Genüge dafür spricht, daß sein Vortrag etwas Hervorragendes in Aussicht stellt.

-t- Das diesmalige Iahressest des oberhesfischen Vereins für innere Mission hat viel später im Jahr stattgesunden, als die seither gefeierten Feste des genannten Vereins. Trotz der ungünstigen Jahreszeit war es aber viel besser besucht, als alle seine Vorgänger. Zu diesem reichlicheren Besuch hat jedenfalls die Wahl des Predigers am meisten beigetragen. Die Predigt hielt Hosprediger a. D. Stöcker aus Berlin. Sein Text war Römer 8, 37. Er sprach über das Thema Die innere Mission, ein Stück Hoffnung für die evangelische Kirche" und schilderte die Nothstände, die Kämpfe und die Aufgaben, wie sie die gegenwärtige Zeit bringt und wie die­selben von gläubigen Christen überwunden, bestanden, gelöst werden müssen. Man merkte es schon während der Predigt, bevor sich noch irgend Jemand über die Wirkung derselben aussprechen konnte, sehr deutlich, wie die das ganze Gottes­haus erfüllende Festversammlung, welche mit tiefster Theil- nahme den Worten des Redners folgte, einen geradezu über­wältigenden Eindruck empfing von dem Manne, der selbst ein solches Herz hat für die Noth, der selbst mitten im Kampfe steht und der selbst seine Kraft verzehrt in der Arbeit an der Lösung der gestellten Ausgabe. Später konnte man sich auch aus zahlreichen Aeußerungen davon überzeugen, welche mächtige Wirkung die aus dem Herzen quellende Beredsam­keit voll edelster Popularität, die Stöcker auszeichnet, auf die Hörer geübt hat. Unmittelbar an den Gottesdienst schlossen sich die Verhandlungen des Missionsvereins an. Nach einer kurzen Berichterstattung des Pfarrer Schlosser über die Thätigkeit des Vereins im letzten Jahr folgte das Referat des Pfarrer Naumann aus Frankfurt über die Frage: Was kann die innere Mission zur Belebung der Gemeinde beitragen?" Es war ein ungemein geistvoller, auf gründ­lichen Studien und eigener Erfahrung beruhender Vortrag. An ihn schloß sich eine belebte Discussion, welche die aus 132 Theilnehmern bestehende Versammlung bis gegen 3 Uhr zusammenhielt. Die an den Kirchthüren erhobene Collecte bettug 168 Mk. Für den Abend hatte der Vereinsvorstand zu einer freien Versammlung in Steins Garten eingeladen. Für Bestreitung der entstehenden Kosten waren Eintritts­karten zu je 30 Pfennig verkauft worden. Es wurden im Ganzen 700 Stück abgesetzt. Schon aus dieser Zahl läßt sich entnehmen, daß die Zusammenkunft in Steins Garten stark besucht war. In der That war der Saal ganz gefüllt von einheimischen sowohl wie von auswärtigen Gästen. Die Versammlung verbrachte bei einem Glase Bier, während der Gesang von patriotischen Liedern und Vorträge von Rednern einander ablösten, einen gemüthlichen und genußreichen Abend, Leider hat ein Unwohlsein Pfarrer Naumann aus Frank­furt verhindert, den angekündigten Vorttag über evangelische Arbeitervereine zu halten. Reiseprediger Wagner sprach überDie deutsche Frau und deren Ausgabe". Der sehr ein­gehende und anziehende Vortrag war gewürzt durch reichliche Reminiscenzen aus England, wo der Redner 14 Jahre seines Lebens verbracht hat. Nach ihm sprach Hofprediger Stöcker über die Verpflichtungen, welche die gegenwärtige Lage den Besitzenden und Gebildeten auserlegt. Der Redner wurde schon bei seinem Auftreten außerordentlich sympathisch be­grüßt. Etwa eine Stunde lang hielt sein Vortrag die An­wesenden in gespanntester Aufmerksamkeit. Leider ist es nicht möglich, in einer kurzen Scizze dem Leser auch nur andeutungs­weise einen Begriff von -dem reichen Inhalt der Rede zu liefern. Was Jedem, der sie gehört hat, unvergeßlich bleiben wird, das ist die außerordentliche Herzlichkeit, das reine Wohlwollen, das aus Wort, Gebärde und Ton des Redners sprach, und der unverwüstlich gute Humor, den der viel ge­schmähte und bekämpfte Mann zeigte. Daß Hosprediger Stöcker aus dem Vollen heraus schöpft, versteht sich von selbst. Während er unter Einflechten von allerhand Selbst­erlebtem und von mancherlei anecdotenhasten Zügen mit fast spielender Leichtigkeit seine Ideen entwickelte, ging er doch auf die tiefsten Fragen ein, zeigte die furchtbaren Gefahren, die der Gesellschaft drohen, und führte Jedem die schwere Verantwortung vor Augen, die heute aus den besitzenden und gebildeten Klaffen lastet. Als die Anwesenden zum Schluß den Rednern mit einem brausenden Hoch ihren Dank dar­brachten, erhob sich ein einzelner Ruf, der aber sicher Hun­derten aus der Seele sprach. Er lautete:Wiederkommen!"

Wohlthätigkeitsbazar. Der Verlaus des Wohlthätig- keitsbazars am Samstag und Sonntag darf als ein durch­aus gelungener bezeichnet werden. Eine eingehendere Schil­derung sowie eine Darlegung des finanziellen Ergebnisses müssen wir uns für eine der nächsten Nummern aufsparen, umsomehr als auf vielseitiges Verlangen heute Abend von 6 bis 10 Uhr nochmals die Buffets von gestern geöffnet sein werden, wozu unsere Regimentsmusik concertiren wird. Die Verloosungsliste ist in der vorliegenden Nummer dieses Blattes veröffentlicht- wie aus derselben ersichtlich, sind die Gewinne gegen Rückgabe der Loose Dienstag, Mitt­woch und Donnerstag dieser Woche, Vormittags von 12 bis 1 Uhr im Club in Empfang zu nehmen.

Neues Theater. In der heutigen Zeit, wo alles von übertünchter Höflichkeit strotzt, übt das Einfache, Natürliche auch aus den vollendetsten Formenmenschen einen unwider­stehlichen Reiz aus. Dtese Thatsache wurde uns gestern in

dem Charakterbild mit GesangW a l d l i e s ch e n " von Karl Elmar so recht vor Augen geführt. Waldlieschen, ein echtes Naturkind, ausgewachsen wie eine Blume des Waldes, fern von der Tücke und Bosheit der geräuschvollen Welt, das Pflegekind des im Dienste des Gutbesitzers von Witter­stein stehenden Waldaussehers, wird der gute Engel aller, mit denen es in Berührung tritt. So befreit sie ihre Freun­din, die Nichte des Herrn von Witterstein, von dem dersel­ben ausgedrungenen Bräutigam, Baron von Helmburg, ver­söhnt den reichen Mühlenbesitzer Stolzinger mit seinem Sohn Wilhelm, den er wegen seiner Windbeutelei und seiner Ab­neigung gegen das Müllerhandwerk enterben will, besiegt ferner durch ihre liebliche Herzensanmuth das Herz ihres wahren Vaters, des Schloßherrn von Witterstein, welcher ; sich ihr als ihr Vater zu erkennen gibt und gewinnt schließ­lich die Liebe des Barons von Helmburg, des früheren Bräu­tigams ihrer Freundin, welche den reichen Müllersohn, den sie aufrichtig liebte, zum Gatten erhält. Frl. Elisabeth Bischoff war für die Titelrolle, die sie spielte, wie geschaffen. Ihre anmuthige Erscheinung sowohl wie ihre, wenn auch nicht volltönende, so doch ansprechende Stimme paßten vor­trefflich für das anmuthige, naive Naturkind, welches Waldlieschen" vorstellen sollte. Die von ihr mit viel Wärme und Innigkeit vorgetragenen LiederIm Walde da ist meine Freude" (1. Act), sowie das durch seine einfache und doch zu Herzen gehende Melodie ausgezeichnete LiedchenNimm dich in Acht" (2. Act) und schließlich das bekannte im Volks­ton gehaltene MüllerliedLiebe Mühte, mahl' noch lange", durch welches sie den erzürnten Müller erweicht, riefen stür­mischen Beifall hervor. Herr Georg Stegemann gab den leichtsinnigen, von seinem künstlerischen Berufe durchdrungenen, von Autoritäten aber durchaus nicht als Künstler anerkannten Müllersohn mit richtigem Verständniß, während Frl. Krüger, (Nichte des Herrn v. Witterstein) ihrer keineswegs leichten Rolle nach Möglichkeit gerecht zu werden suchte. Herr Paul Ernst spielte den mit seinem Reichthum protzenden bärbeißi­gen, im Grunde genommen doch gutherzigen Müller vor­trefflich. Auch die übrigen Rollen wurden im Ganzen gut durchgesührt, so daß die Gesammtdarstellung einen äußerst genußreichen Abend bot.

Neues Theater. Wie uns der ZettelK'für morgen an­kündigt, geht WildenbruchsHaubenlerche" auf allseitigen Wunsch zum vierten Male in Scene. Wer also dies inter­essanteste aller Werke noch nicht kennt, versäume ja diese Ge­legenheit nicht, umsomehr, da wir in der Lage sind, mittheilen zu können, daß Herr Director Reiners obiges Werk nur für vier Aufführungen erworben hat und somit eine weitere Aus­führung wenigstens zweifelhaft erscheint.

Die Wafferfiäche des Gießener Eisvereins hat sich be­reits mit einer hübschen Eisdecke bezogen. Die Freunde des Schlittfchuhlauses wollen also täglich an den bekannten Straßen­ecken nachschauen, wenn die Bahn eröffnet wird. Auch werden die Mitglieder des Eisvereins hiermit auf die Bekanntmachung des Vorstandes im heutigen Blatte hingewiesen.

Evang. Landessynode. Herr Prof. Dr. Thaer wurde aus seinen Wunsch von der Stelle eines Mitgliedes der evangel. Landesshnode entbunden und Herr Pros. Dr. Siebeck, z. Z. Rector der Universität, zu dieser Stelle berufen. Die vierte ordentliche evang. Landessynode ist mit folgender Tagesordnung aus Dienstag den 10. November, Vormittags 10 Uhr, einberusen: I. Verkündigung neuer Einläufe. II. Be­richtsanzeigen. III. Mündliche Berichterstattung und event. Berathung über die Wahl des geistlichen Abgeordneten und Stellvertreters im Decanat Oppenheim. IV. Berathung über: 1) die Vorlage Großh. Oberconsistoriums, betr. Leistungs­fähigkeit der allgemeinen geistlichen Wittwenkasse; 2) den An­trag des Syn. Brand, betr. die Organisation und die Ver­hältnisse der allgemeinen geistlichen Wittwenkasse, insbesondere anderweite Regelung der Verwaltung derselben- 3) die Vor­lage Großh. Oberconsistoriums, den Gesetzentwurf, die Sterbe­quartale der Geistlichen betr.

Die Nr. 24 des im Auftrage des Evangelischen Pfarr- vereinS für das Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann herausgegebenenHessischen Kircheublattes" hat folgenden Inhalt: 1. Charactere. 2. Hauptversammlung des Hess. Pfarrvereins, 21. October 1891. 3. Gesetzentwurf, betr. Gehalte der evangel. Geistlichen in Hessen. 4. Recht der evangel. Kirchenvorstände zur Anstellung der Organisten. 5. Musik zu Pfarrer Vogels Abendlied. 6. Erklärung (Pro­fessor Smend). 7. Lebensversicherungsverband. 8. Mit­glieder des Pfarrvereins. 9. Bitte an die Vertrauensmänner. 10. Vom Büchertisch.

Polizeibericht. Eine Frau, welche am 6. d. M. in einem hiesigen Kaufladen ein Kinderjäckchen von der Ladentheke mitgehen hieß, wurde ermittelt und verhaftet, sowie die eine Tochter derselben wegen Hehlerei angezeigt. In den letzten Tagen der vorigen Woche trieb sich ein Mann in der Stadt umher und bot den Frauen abwesender Männer Taschen-Fahrpläne an, indem er angab, der Herr Gemahl habe solchen bei dem Herrn Bahnhofs-Jnspector bestellt. Wenn der Schwindler etwa von der Frau in das Geschäft oder nach dem Comptoir des Ehemannes geschickt wurde, behauptete er, nur in die Wohnung geschickt worden zu sein, wo man ihm auch das bestellte Exemplar abnehmen müsse. Er ließ sich für einen solchen Taschen-Fahrplan, der nur 50 Pf. kostet, 2.50 Mk. und je nachdem auch 1.75 Mk. bezahlen. Einem Fuhrmann von Daubringen, welcher am Samstag Abend bei eintretender Dunkelheit von Gießen kommend, an der Wirthschast zumJohannisberg" anhielt, wurden vom Wagen mehrere, Kleidungsstücke, Kleiderstoffe rc. enthaltende Packete, sowie ein Regenschirm entwendet. Dem Thäter ist man auf der Spur.

Aus Wiesbaden wird derKl. Pr." geschrieben: Die Untersuchung gegen den Schuhmacher Christian Kuh­michel von Schierstein, welcher in dringendem Verdachte

steht, den Landmann Arnd aus Mörfelden auf der Landstraße vor Kurzem ermordet und beraubt zu haben, wird in um­fassender Weise geführt. Gestern wurden von dem Unter­suchungsrichter des Landgerichts aus Darmstadt auf der Königl. Poltzei-Direction etwa 20 Personen vernommen, zumeist solche, welche in der Nacht, wo sich Kuhmichel dem ersten Polizei-Revier freiwillig stellte und sein Alibi nachzuweisen versuchte, in hiesigen Wirtschaften mit ihm zusammengetroffen waren.

Die Kohleupreise dürften, so melden Blätter des Kohlenbezirks, trotz des nahenden Winters erheblich sinken, da von fachmännischer Seite aus den Kohlenrevieren berichtet wird, daß die Nachfrage nach Kohlen bedeutend nachgelassen hat. Als Grund für letztere Thatsache wird die ungünstige Lage der Eisen- und Stahlindustrie angegeben.

Zur Warnung für Diejenigen, welche glauben, eS mache nichts aus, bei auf Eisenbahnfahrten mitgenommenen Kindern das Alter derselben auf Anfrage niederer anzugeben, um das Fahrgeld ganz ober zur Hälfte zu sparen, diene wieder der Fall, daß in Frankfurt ein unbescholtener Mann gereiften Alters wegen Betrugs mit 10 Mk. bestraft wurde. Er hatte auf einer Tour von Bremen nach Frankfurt einen 4 Jahre alten Knaben bei sich und suchte diesen durchzu­schmuggeln, indem er sein Alter, das die Grenze der Zahlungs­pflicht noch nicht lange überschritten hatte, zurückdatirte. Die ersparten 1617 Mk. kosten ihn jetzt außer der Geldstrafe die Kosten für vielleicht mehr als eine Instanz und vor Allem hat er eine Verurtheilung wegen Betrugs durch fein ferneres Leben zu schleppen.

Butzbach, 7. November. Mit einem Clubcollegen W. Hamel aus Gießen legte Herr Carl Geldmacher von Butzbach unter Controle des deutschen Radfahrerbundes am 15. October, dem letzten Tage, an welchem derartige Preistouren für den deutschen Radfahrerbund zulässig sind, trotz starkem Regen und theilweise vollständig durchweichter Straße, die 215 Kilo­meter lange Strecke Frankfurt a. M., Mainz, Bingen, Coblenz, Bonn, Cöln in 12 aufeinanderfolgenden Stunden per Zweirad zurück. Beide Herren wurden vom Bunde für hervorragende Leistungen im Tourenfahren prämiirt.

Nidda, 4. November. DerStern", das älteste Gast­haus unserer Stadt, wurde an Herrn Baumann aus Alt- Haßlau für 27,000 Mk. verkauft. Die Uebernahme wird im December erfolgen.

Darmstadt, 9. November. Im Anschluß an die künftigen Mittwoch den 11. d. Mts., Nachmittags 3*/, Uhr, in Darm­stadt (Saalbau) stattfindende Generalversammlung des Hess. Hauptvereins des Evang. Bundes, zu welcher eine recht zahlreiche Betheiligung erwartet wird, findet am Abend 7Vr Uhr eine Luther feier des Zweigvereins daselbst statt, die eine recht erhebende zu werden verspricht. Ein aus etwa 100 Knaben und 40 Männern gebildeter Chor wird unter Leitung des Herrn Rich. Senff verschiedene Chorgesänge aus- sühren, Herr Stadtpfarrer Gerok die Festrede halten und neben anderen Ansprachen (u. A. auch Herrn Ober-Con- sistorialrath Köftlin) werden Quartett- und Solovorträge von unseren ersten Künstlern und Dillettanten folgen.

Darmstadt, 7. November. Der Landtagsabgeordnete Berg st räßer hat sein Mandat für die zweite Kammer niedergelegt.

Mainz, 6. November. Als Curiosum dürfte erwähnt werden, daß infolge des fortwährenden Aufschlags der Preise der Kartoffeln, solche nunmehr aus Frankreich bezogen werden. Eine hiesige Firma, welche Lieferungen für das Militär abgeschlossen hat, bezog gestern die ersten Kartoffeln aus Paris.

Dermtfdytes.

*tt Von der Weser, 8. November. In Reinhards- walde ist vorgestern ein Gutsbesitzer aus dem hessischen Grenzdorse Wilhelmshausen auf schreckliche Wöise zu Tode gekommen. Derselbe hieß Runde und fuhr Morgens in aller Frühe allein nach dem Reinhardswalde, um Holz zu holen. Jrn Walde an einer engen, abschüssigen Stelle scheuten die Pferde und gingen mit dem Wagen durch, wobei Runde vom Wagen stürzte und ihm beide Beine abgefahren wurden. Er hatte bei dem Unfälle noch so viel Geistesgegenwart, daß er sich an einer Kette des Hinterwagens festhielt und auf den Wagen zog. In Folge innerer Verletzungen und des Blutverlustes wurde er besinnungslos, die Pferde blieben mit dem Wagen an einer Umzäumung hängen und konnten nicht weiter, und so mußte der Aermste, von jeder Hilfe entfernt, langsam zu Tode bluten. Nachmittags wurde der Wagen im Walde angetroffen, Runde war bereits tobt. Er hinterläßt eine zahlreiche Familie.

Schiffrnachrichte«.

Bremen, 7. November. sPer transallantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Capt. K. v. Gössel, vom Norddeutsche« Lloyd in Bremen, welcher am 27. October von Bremen und am 28. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, T. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. H Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. October von Bremen abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore an­gekommen.

Verkehr, £<< unö VolksLvsrthschaft.

«rürrberg, 7. November. Frachtpreise. Weizen X 2460. Korn 24.50, Gerste X 17., Hafer X 14.70, Erbsen X 20.50. Linien X 26.. Wicken X., Lein X, Kartoffeln 7., Samen X 22.60.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

Bibelstunde heute Montag dm 9. Novbr., AbmdS 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 1, VerS 18: von dem. Zorne Gottes. Pfarrer Dr. Naumann.