nach Westen bis zur Provinz Sachsen versendet werden. Die Einführung dieser beiden Maßregeln soll in den Besprechungen als wünschenswerth bezeichnet worden sein.
München, 8. Juli. Nachrichten aus Bayreuth melden: Der Dichter Oscar v. Redwitz ist gestern in der Privatheilanstalt Gilgenberg gestorben.
Wien, 8. Juli. Der Handelsminister verfügte anläßlich der Cholera fälle in Aleppo und Massauah eine siebentägige Beobachtung der aus dem Golfe von Alexandrette zwischen Karatasch-Burun und Ladikieh, sowie aus den Häsen des Rothen Meeres ankommenden Schiffe.
London, 8. Juli. Das Kaiserpaar fuhr Morgens nach Frogmore, wo es das königliche Mausoleum besichtigte. Nach dem Lunch im Windsor-Schlosse werden die Herrschaften der Gartengesellschast in Cumberland Lodge beiwohnen. Sie verabschieden sich von der Königin und begeben sich Nachmittags nach London. Eine Anzahl Gäste ist bereits nach London gereist. Der Bahnhof Windsor ist mit deutschen und englischen Fahnen und Blumen geschmückt.
Loudon, 8. Juli. Das Unterhaus hat in seiner heutigen Sitzung die Unterrichtsbill in dritter Lesung angenommen.
London, 8. Juli. Eine Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Mexiko besagt, daß es in der Stadt Gueral- tenango (in der Provinz Guatemala) zwischen der Bevölkerung und der Garnison zu einem thätlichen Zusammenstoß gekommen ist. Die Garnison wurde verjagt.
London, 8. Juli. Wie die „Times" erfährt, will Rußland das Project des Baron Hirsch in Betreff der Auswanderung der Juden nach Argentinien, Syrien und Kleinasien begünstigen.
London, 8. Juli. Nach einer Reutermeldung aus Sansibar hat der Sultan von Sansibar bei einem Unfall, der sich infolge Scheuwerdens der Pferde vor seinem Wagen ereignete, einen Beinbruch und einen Schlüsselbeinbruch erlitten.
Windsor, 8. Juli. Der Kaiser schenkte der Königin sein Porträt in Lebensgröße. Er ist auf demselben in englischer Admiralsuniform dargestellt.
Windsor, 8. Juli. Bei dem gestrigen Galadiner, das bis gegen Mitternacht dauerte, trug der Kaiser die Galauniform der Gardes-du-Corps. Die Königin, sämmtliche Orden und eine Miniarurdiamantenkrone tragend, empfing die Gäste 5 im Blauen Saale. Nach dem Banket brachte der Prinz von Wales auf Befehl der Königin den Toast auf den Kaiser und die Kaiserin aus. Der Kaiser erwiderte mit einem Toast aus die Königin. Beide Toaste wurden enthusiastisch ausgenommen. Die Nationalhymne wurde gespielt.
Paris, 8. Juli. Nach Meldungen aus Grenoble, Roanne, St. Etienne und Calais herrscht unter den Arbeitern und Besitzern mechanischer Webereien eine Erregung, da sie fürchten, daß die Einführung der geplanten Zölle auf Baumwollgespinste die Schließung zahlreicher Betriebe herbei- sühren werde.
Brüssel, 8. Juli. Die „Jndependance belge" veröffentlicht Briefe vom Congo, denen zufolge arabische Sclaven- jäger, welche in das Gebiet zwischen Aruwini und Oulle eingefallen waren, besiegt worden seien und sich aus Gnade und Ungnade unterwarfen.
Neapel, 8. Juli. Der zunehmende Lava ström vom Vesuv erreichte heute den Vetranagraben hinter dem Observatorium.
Petersburg, 8. Juli. Um einer eventuellen Vertheuerung des Saat- und Brodkorns dort, wo eine Mißernte möglich ist, entgegenzuwirken, ordnete die Regierung eine Ermäßigung der Getreidet'arife auf den dahin führenden, sowie auf den von den Häsen und den Westgrenzen ins Innere führenden Eisenbahnen an.
Petersburg, 8. Juli. Amtlich wird gemeldet, daß eine Kanzlei des Kaisers fürfinländischeAngelegenheiten creirt ist.
Konstantinopel, 8. Juli. Angesichts der Meldungen englischer Blätter, betreffend eine angebliche Zustimmung der Türkei zur Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien, ist die „Agence de Constantinople" ermächtigt, zu erklären, daß diese Nachricht durchaus unbegründet sei. Die Pforte hätte keinerlei Verhandlungen mit Vertretern der
„Du wendest Dich mit dieser Frage nicht an die rechte Stelle," versetzte ich. „Wenn Dirs wirklich Ernst ist, dann wunderts mich, daß Du nicht geraden Curs steuerst. Du wirst Dir so lange den Kopf zerbrechen, bis ein anderer sie Dir weggekapert hat. Der Capitän Wendler besucht die Mutter Gröngröst jetzt merkwürdig oft."
„Hast recht, Freund," ries Carl. „Heute Abend nehme ich die Alte auf die Seite- sie wird hoffentlich nichts einzuwenden haben. Und für Jacobine wirds ein Prüfstein sein, wenn sie erfährt, daß ich so bald die Fahrt nach Australien anzutreten habe. . . Du, höre," schloß er mit komischer Be- sorgniß, „ich werde die Alte doch nicht etwa mit in den Kauf nehmen müssen?"
„Darüber möge Deine Seele sich beruhigen," versetzte ich. „Aus bester Quelle weiß ich, daß Frau Gröngröft sich demnächst wieder in den heiligen Stand der Ehe zu begeben gedenkt. Die Hochzeit soll in aller Stille vor sich gehen."
„Bravo!" ries Carl ausathmend. „Jetzt aber leb wohl."
„Immer die alte Geschichte," sagte ich zu mir selber, als er fort war, „sobald ein Frauenzimmer im Spiel ist. Fragt gar nicht einmal, wie es mir geht und ob ich den Posten erhalten habe. Nun mag er auch warten- von mir ersährt ers vorläufig nicht. Ich suche ihn nun nicht eher an Bord auf, als bis er in See geht . . . Sie geht natürlich mit ihm, das ist gar keine Frage. Bienchen ist, trotz ihres süßen Kindergesichtchens, viel zu klug, um einen Mann von seiner Stellung und seinem Vermögen auszuschlagen."
(Fortsetzung folgt.)
Mächte in der berührten Angelegenheit gepflogen. Ebensowenig sei von einer Anerkennung des Fürsten Ferdinand seitens der Pforte die Rede.
— Gegenüber den Angaben des Londoner Blattes „Jewish Chrouicle", wonach 200—300 j ü d i s ch e F a m i l i e n wöchentlich in Jerusalem einträfen, und wonach daselbst Krankheiten und Hungersnoth herrschten, wird der „Agence de Constantinople" von maßgebender Seite versichert, die Regierung gestatte nur den nach Jerusalem wallfahrenden Juden die Landung in den Häfen Jaffa oder Beirut - und selbst diese Wallfahrer müßten Jerusalem innerhalb eines von den Behörden festgesetzten Zeitraumes wieder verlassen.
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Locales unb Krovirrzielles.
Gießen, 9. Juli.
— D. C. Der nächste „Alte-Herrn Abend" des „Verbandes alter Burschenschaften für Gießen und Umgegend" findet unter Betheiligung der beiden activen Burschenschaften und ihrer Verkehrsgäste diesmal nicht, wie seither üblich, im Hotel Schütz dahier, sondern im Forst garten nächsten Samstag den 11. Juli 6 c. t. beginnend statt.
— Concert erster Solisten des Hamburger Stadttheaters, Montag den 13. Juli. Das Programm der Herren Landau, L o r e n t und Weidmann für dieses zweite und letzte Concert ist ungemein anziehend und abwechselnd, es enthält unter Anderem fünf Quartette, das Banditen-Duett aus Stradella, das Frühlingslied aus der Walküre, die große Max-Arie aus Freischütz, und den reizenden Lagunenwalzer von Strauß, gesungen von Herrn Weidmann, dann noch eine große Anzahl Lieder. Dieses Concert wird das letzte in Deutschland sein, von hier begeben sich die Herren, nach einigen Tagen der Ruhe, nach London.
— Im Lenz'schen Felsenkeller gibt heute Abend die so beliebt gewordene Concertsänger-Gesellschast Gebrüder Herrnfeld ihr Abschiedsconcert, worauf wir Freunde des Humors und der Comik aufmerksam machen.
— Ueber die Elite-Concertsanger-Gesellschast Lötfch, welche, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, nächstens hier auftreten wird, schreibt die „Neckarzeitung" unterm 14. Juni: Auch in diesem Jahr ist es der „Elite-Concert- sänger-Gesellschaft Lötsch-Flor" wiederum gelungen, in zwei gut besuchten Concerten in Franks Kellerei stürmischen Beifall zu ernten. Zum Vortrag kamen Arien, Duette, Terzette aus beliebten Opern und Operetten, spanische Volkslieder, Wiener Couplets rc. Waren schon die gesanglichen Leistungen der Damen Flor und Sorelli recht befriedigende, so war geradezu hochergötzlich die originelle, vielseitige, unnachahmliche Komik des Herrn Lötsch. Es produzierte sich eben ein wirklicher Künstler. Wir machen auf diese Concerte ganz besonders aufmerksam, da es zweifellos seststeht, daß wir es hier mit einer wirklichen Künstlerschaar und keinem gewöhnlichen Tingl-Tangl zu thun haben.
— Ein junger Mann wurde heute in dem Besitz einer werthvollen Damenremontoiruhr befunden, die er Handwerksburschen vorgezeigt hatte. Da er sich über den Erwerb der Uhr nicht ausweisen konnte, wurde er des Diebstahls verdächtig verhaftet. _____________
— Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen gestern u. A. den Stabs- und Bataillons-Arzt Dr. Krieger vom 2. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116.
— Lastet die Blitzableiter untersuchen. Spaltenlange Artikel in den größeren Tagesblättern melden von schweren, durch die heftigen Gewitter in der Rhein- und Moselgegend, sowie auch in unserer Umgebung entstandenen Blitzschäden, bei welchen Leben und Eigenthum zu Grunde gingen. Es dürste deshalb sehr rathsam sein, die Blitzableiter an den Gebäuden aus ihre Brauchbarkeit prüfen oder die Gebäude mit genauen Blitzableitern versehen zu lassen.
— Offene Fenster. Fenster, die während der Nacht geöffnet sind, sieht man jetzt überall, wenn man durch die Straßen geht - an der Hinterfront der Häuser, wo ja meistens die Schlafzimmer -liegen, wird die Anzahl derselben noch größer sein. Bei sehr großer Hitze bringt Ermüdung von des Tages Arbeit nicht Schlaf, wenn die Lust im Schlafzimmer zu schwül ist. Da hilft nur das Oeffnen der Fenster, um der kühleren Nachtluft Eingang zu verschaffen. Aber ist denn das Schlafen bei offenem Fenster nicht ungesund? Nein, das ist es nicht, es ist im Gegentheil von großem Nutzen, nur muß Zugluft vermieden werden. Die Fenster brauchen auch nicht ganz offen zu stehen, sondern es genügt eine zweifingerbreite Spalte, nur muß man verhindern, daß der Wind den Fensterflügel bewegt- man legt deshalb ein Stück Holz oder einen Kork dazwischen und bindet den Fensterflügel an dem Wirbel fest. Es ist erwiesen, daß Personen, die stets bei offenem Fenster schlafen, von Erkältungen und Catarrhen weniger zu leiden haben, als solche, welche den dritten Theil ihrer Lebenszeit in ungelüfteten Schlafzimmern zubringen.
— Aus Paris dringt ein Nothrus nach .heffen. Es befinden sich dort 200 deutsche evangelische Schulkinder, wovon 56 aus Hessen stammen. Unser Großherzog unterstützt die dortigen Evangelischen, die unter 21/2 Millionen Bewohnern der Weltstadt zerstreut leben, seit vielen Jahren. Es sind dort drei deutsch-evangelische Kirchen- sie reichen nicht aus. Zur Zeit muß in einem Districte Gottesdienst in einem ge- mietheten Saale abgehalten werden, wofür jährlich 3000 Mk. auszubringen sind. Während andere Nationen in Paris schöne Kirchen besitzen, geht es mit den deutschen Gotteshäusern und Schulen ärmlich zu. Die evangelischen Deutschen in Paris bitten um Hilfe.
f Lich, 8. Juli. Eine große Anzahl der hiesigen Kinder ist gegenwärtig an den Masern erkrankt. Bei vielen derselben tritt diese Krankheit bösartig aus, namentlich gesellt sich häufig zu ihr die Rachenbräune und haben
deßhalb schon eine Anzahl von solchen Erkrankungsfällen einen tödtlichen Ausgang genommen.
-g. Villingen, 8. Juli. Der 19jährige Bergwerksarbeiter WilhelmWeber von hier, welchem gelegentlich des Krieger- fahnenweihsestes am letzten Sonntag zu Nonnenroth in Folge von Streitigkeiten ein Regenschirmstock in das Auge gestoßen wurde, ist gestern Nachmittag in der Wohnung seiner Eltern dahier verstorben.
-ck. Weickartshain, 7. Juli. Das gestern und vorgestern hier stattgesundene vierte Bezirkssest des Kriegervereinsbezirks Grünberg, verbunden mit der Fahnenweihe des Kriegervereins Weickartshain, nahm einen vortrefflichen Verlaus, so daß nur eine Stimme der Anerkennung unter den Tausenden von Festgästen herrschte. Das nicht große Weickartshain harte aber auch Alles ausgeboten, seine Gäste freundlich, festlich zu empfangen und das Fest selbst zu einem würdigen zu gestalten. Der Ort prangte in überraschend reizendem Festschmuck. Den Hauptfesttag leitete eine Reveille früh Morgens ein, nachdem schon am Abend vorher ein Zapfenstreich sein Nahen verkündet. Um 9 Uhr fand Festgottesdienst in der Kirche statt. Dann begann der Empfang der zahlreich ankommenden Vereine. Nach Abhaltung des Bezirkstags sand gegen 2 Uhr der Festzug statt, an welchem sich 15 Kriegervereine, sowie mehrere Gesangvereine betheiligten. Herr Pfarrer Walther weihte nach Ankunft auf dem Festplatze und herzlicher Bewillkommnung durch den Kriegervereinspräsidenten Schmidt die Fahne. Unter kurzer Ansprache überreichte hieraus Fräulein Melchior im Auftrage der Frauen und Jungfrauen die prächtige, von fo- Gießener Fahnenfabrik Schulze gelieferte Fahne dem Präsidenten des Kriegervereins. Musik und Gesangsvorträge wechselten nun ab mit fröhlichem Tanze. Der zweite Festtag gehörte mehr dem Festort selber. Ein Frühcommers aus dem Festplatze eröffnete denselben- Nachmittags 2 Uhr fand ein Umzug mit der neuen Fahne durchs Dors nach dem Festplatze statt.
Friedberg, 8. Juli. In unserem Lehrerseminar, das wegen einer typhusähnlichen Krankheit, die unter den Seminaristen ausgebrochen war, drei Wochen hindurch geschlossen bleiben mußte, wurde mit dem Unterricht heute wieder begonnen, da jede Gefahr einer Ansteckung und weiteren Verbreitung der Krankheit als beseitigt gelten kann.
Vermischtes.
* Frankfurt a. M., 8. Juli. Am Sonntag Morgen hatte sich im Zoologischen Garten eine Gerichtscommission, sowie der Bezirks - Commissar eingefunden. Durch letzteren wurde die Berufsfeuerwehr allarmirt, um festzustellen, in welcher Zeit Hilfe am Platze eintreffen könnte. Von dem Zeitpunkte der Allarmirung bis zum Eintreffen der Mannschaft im Garten waren 7 Minuten verstrichen.
* Frankfurter Englisch. In der neuesten Nummer der „Frankfurter Latern" wird folgender jScherz erzählt: Es war noch zor Zeit wie der deutsche Bundesdag hie in Frankfort war, da hat der Hans Klein, merr hotten des Schlappmaul gehaaße, no er is jetz schon lang dudt, da Hot der also vor dem Consul Murphy seim Haus Holz klaa gemacht. Da kimmt su e langer gakelicher Engelänner, mit Mordsvadder- merder un Manschette, un fregt en: „Is Mister Murphy at home?“ — „Naa", fegt des Schlappmaul, „er is net dehaam." — „Is he gone out?“ — „Ja er is ausgange". — „I thank you !tt — „Is gern geschehe!" — Wie der lange Engelänner fort war, hat des Schlappmaul erscht lang vor sich hie geschtiert, dann halt er mit dem Kopp geschiddelt und fegt: „Hol mich der Deibel, jetzt kann ich englisch Kabbele un Habs gar net gemißt."
* Ein 103 Jahre alter Verbannter kehrte am 30. Juni d. I. aus Sibirien nach Petersburg zurück. Jmitsetzky, ein geborener Pole aus Wilna, hatte als Flügeladjutant Napoleons I. mit dem Kaiser den Feldzug nach Rußland mitgemacht. An der Beresina wurde er von den Russen gefangen genommen und als „Vaterlandsverräther" zum Tode verurtheilt. Später wurde er jedoch begnadigt und nahm im russischen Heere Dienste an. Sein Haß gegen Rußland war jedoch stärker als seine Unterthaneutreue, und so kam es, daß er sich verleiten ließ, an der polnischen Jnsurrection vom Jahre 1831 theilzunehmen. Die Folge war, daß er ergriffen und zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit in den Goldbergwerken Sibiriens verurtheilt wurde. Nachdem im Jahre 1851 seine Strafzeit beendet war, gestattete ihm Czar Nikolaus, Sibirien wieder zu verlassen. Jmitsetzky hat jedoch erst jetzt von dieser Erlaubniß Gebrauch gemacht und reifte nach Petersburg, um sich von hier aus in seine Vaterstadt Wilna zu begeben. Jmitsetzky ist Ritter der Ehrenlegion- der Orden wurde ihm nach der Schlacht bei Wagram vom Kaiser Napoleon selbst überreicht.
* Kaiser Wilhelm in Windsor. Kaiser Wilhelm II. ist nicht der erste deutsche Kaiser, der nach Windsor als Gast kommt. Ihr« ging imJahre 1416 Kaiser Sigismund voraus - er erhielt den Hosenbandorden und schwur mitsammt seinen Rittern und Knechten, daß England und Windsor ein Paradies, wo die Nahrung gut, die Frau schön, das Bier stark und die Husschmiede gefällig seien. In einem wesentlichen Punkte unterschied sich indessen sein Besuch von dem heurigen. Als sein Boot sich bei Dover der Küste näherte, richtete des Königs Bruder, der Herzog von Gloucester, mit gezogenem Schwerte an ihn die Worte: „Beabsichtigt Ihr irgend eine Gerichtsbarkeit in unferm Königreiche auszuüben?" Erst als Kaiser Sigismund dies verneinte, durste er landen. An den Kaiser Wilhelm dürfte diese Frage nicht gestellt worden sein.
* Langensalza, 1. Juli. Bei Langensalza ist jetzt auf dem südlich von der Stadt belegenen „langen Högke" (auf der Stelle, auf welcher Oberstlieutenant des Barr es, Commandeur des 1. Bataillons des 2. Schlesischen Grenadier-Regiments Nr. 11 auf dem Rückzüge der preußischen Truppen nach der Schlacht bei Langensalza mit seinem aus Mannschaften des 11. Regiments, des Erfatzbataillon-Regi ments Nr. 71 und des Landwehr-Regiments Nr. 20 ge
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