im Jahre 1849, würbe ich in Begleitung Seiner Königlichen Hoheit Letz Prinzen von Preußen in Hofequipage vom Bahnhofe abgeholt *nb da6 dritte Mal, im Jahre 1866, rückte ich als General an der Spitze meiner Truppen in die Stadt ein."
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Landwirthschastliche Winke und Rathschläge.
A Air» Oberhefsen, Anfang Mai.
Wenn man nach der Auffassung unserer biederen heidnischen Altvordern den Frühling mit dem ersten Mai erwarten soll, dann ist er im Jahre beS Heils 1891 förmlich programmmäßig erschienen, denn in der Walpurgisnacht (vom 30. April auf den 1. Mai) brach sich das Wetter und die Sonne des 1. Mai schaute frühliugs- mäßig hernieder.
A propos WalpurgisnachtIn unserem schönen Oberhessen, besonders aber in dem mit herrlichen Wäldern geschmückten Vogels- derge, herrschen in Bezug auf die Walpurgisnacht noch einige inter- efionte Gebräuche. Würden die Herren Geistlichen, Lehrer oder andere des Schreibend kundige Männer uns nicht etwas darüber mittheilen wollen? Es würde von vielen Seiten dankbar ausgenommen werben.
Nun aber, nach dieser kleinen culturhtstorischen Abschweifung, mitten in die Praxis herein!
Es herrscht Futtermangel! Ein böses Wort fürwahr. Der April hat nichts producirt. Hundertmal ist es vorgekommen, daß man in der ersten Maiwoche nicht blos Wagen voll Klee holen konnte, man hatte sogar schon bei Nothklee Heu machen können. Diesmal ist es anders. Die Kraftfuttermittel stiegen schon im Februar und März bedeutend; Heu, Stroh und Dtckwurzel folgten im April nach. Gute Etzkartoffeln sind von 6 auf 10 Mk. gegangen. Also was thun!
Wenn e8 je angebracht mar, so ist es im Frühjahre 1891 von der größten Wichtigkeit, datz sowohl der große, wie der kleine Larrdwirth bei der Zubereitung de» Futter» die größte Sorgfalt eintreten lätzt.
Wer die Sache versteht, kommt durch Schneiden, Mengen, Kochen nnd Dämpfen de» Futter» mit 6 Gentner (um ein Zahlenbeispiel zu gebrauchen) ebenso weit, wie ein anderer mit 10 Gentnern und daneben ist das Futter leichter verdaulich und schlägt viel besser an, als rauh gegebenes Futter.
Sagen wir zuerst einige Worte über da» Schneide« de» Futter». Man kann annehmen, daß wohl 8/< (also 75 Procent) aller Landwirthe ihr Futter: Klee, Heu und Dickrübm, schneiden lassen. Dieses Jahr mutz aber auch das Stroh, welches in futter- reichen Jahren nur zum Einstreuen benutzt zu werden pflegt, als Futter- und Sättigungsmittel herbeigezogen werden und zwar nicht blos Hafer- und Gerstenstroh, die ja von jeher dazu verwandt werden, sondern auch Weizen-, Spelzen- und unter Umständen sogar Kornstroh.
Der kleine Bauer, für dessen Interesse mir vorzugsweise gerne wirken (die großen wissen sich schon eher selbst zu helfen) versäumt das Schneiden; mitunter deshalb, weil er keine richtige Häcksel-, Dickwurzel- ober Futterschneidmaschine überhaupt besitzt. Eine Sense im Stalle richtig angebracht leistet schon gute Dienste. Das ist die einsachste Art und Weise, wie sie fast in jedem Stalle gefunden wird.
Mengt man da» kleingefchnittene, verhäckselte Stroh mit Klee, krautartigen Stoffen und Dickwurzeln, so kommt man — das weiß Jeder — wesentlich weiter. Aber die Frauen, Mädchen und Kinder vermögen bereits auf Brachäckern, an Rainen, Gbauffeegraben usw. Grünfutter zu krauten und dieses muß, nachdem es gewaschen ist, ebenfalls kleingeschnitten und mit dem verhäckselten Stroh gemischt werden, um weiter zu kommen.
In diesem Frühjahre empfiehlt es fick nun noch besonders, das thenere Stroh gänzlich al» Streumittel zu beseitigen und statt dessen Torfstrerr anzuwenden. Der Gewinn, weicher hierbei erzielt wird, ist sehr bedeutend. Nach den von uns und bei bekannten tüchtigen Oeeonomcn gemachten Erfahrungeir und Notizen ist die hierbei erzielte Ersparniß eine sehr bedeutende, denn man wirth- schasiet, mäßig berechnet, um 40 bi» 55 Procent billiger. Solche Sätze repräfentiren alljährlich einen starken Posten Geld und menn Einer heutzutage von den billigen Einkaufsgelegenheiten und trefflichen Verkehrsmitteln vernünftigen Gebrauch machen will, kann er schöne Resultate erzielen.
Es gibt Landwirthe, die im Hinblick auf die sehr bedeutenden Bortheile, welche aus dem Ersparen des Streustrohes refulttren, überhaupt fein Stroh mehr, sondern nur noch Torfstreu und andere Surrogate verwenden.
Durch das Verhäckseln de» Rauhfutter» entstehen aber noch weitere VortheUe, auf bte kurz htngewiesen werden soll» Zunächst kann es von den Thieren leichter zerklkinert werden; es wird nicht soviel verloren und zu Schanden gemacht; es wird besser verdaut; man kann es leichter mit anderen Stoffen mischen und noch manches Andere.
Ueber das Kochen «nd Dämpfen der Futterstoffe bleibt noch Einiges zu bemerken. Alle diejenigen Landwirthe, welche Brennereien besitzen, haben es leicht mit dem Kochen und Dämpfen, weil die Brennapparate ungemein geeignet zum Dämpfen sind. Leider besitzen aber unsere oberhessischen Brenner alle ein so geringes Gontingent, daß von 100 Brennern sicher bereits 95 aufhören mußten. Wo dies nicht der Fall, haben sie wahrscheinlich sehr spät angefangen zu brennen und das war für das heurige magere Frühjahr ein sehr kluger Gedanke. — Run müssen die Kessel extra geheizt werden und das kostet bet dem theuren Brennmaterial Geld. Aber was kostet eben kein Geld! Es ist Alles theuer! Durch das Dämpfen und Kochen wird das Futter leichter verdaulich und man reicht weiter damit als in rohem Zustande. Auch lassen sich Materialien mit- verwenden, die schor» etwas angestoßen sind und in rauhem Zustande wohl nicht gerne angenommen, würden.
Marr sieht hieraus, daß sich das Kochen und Dämpfen recht wohl empfiehlt und bte aufgewcndeten Kosten wieder einbrinat, wollen aber auch nicht verschweigen, daß wir für fortwährende» Dämpfe« und Kochen des Futters nicht sebr eingenommen find. Es bandelt sich aber grade diese» Frühjahr darum» Überdleböse, mager» Zeit hinwegzukommen unb daher empfiehlt es sich, alle practtschen rLrsahrungen zu verwerthen. Vielleicht ist der Zeitpunkt ganz nahe, wo reichliches Futter vorhanden ist und dann ergibt sich naturgemäß eine andere Fütterungsmethode. Alles hat feine Zett, sagt der weise Salomo: Reichliche Grünfütterung und sparsames Häckseln, Mengen, Kochen und Dämpfen. Darum schließen wir heute mit einem anderen schönen Spruche, der da heißt: Prüfet Alles und das Beste behaltet!
Vergebung von Bauarbeiten.
Die nachstehenden zur Vergrößerung de» SchulhauseS in Alten-Buseck erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen Samstag den 16. Mai i> I., Vormittags 9 Uhr, im Gemeindehaus zu Alten-Buseck im Submissionswege vergeben werden und zwar: veranschlagt zu:
Maurerarbeiten 2000 30
Steinhauerarbeiten
(Sandsteine) 377 „ 60 „
Zimmerarbeiten 594 „ 12 „
Dachdeckerarbeiten 180 „ — „
Spenglerarbeiten 72 „ 90 „
Schlosserarbeiten 505 „ 20 „
Glaserarbeiten 428 „75 „
Schreinerarbeiten 1678 „ 48 „
Weißbinderarbeiten 1238 „ 53 „
Tapezierarbeiten 86 „ 25 „
Pflasterarbeiten 110 „ — „
Eisen- u. Röhrenlieferunq 338 „ 32 „
Kostenvoranschlag, Pläne und Bedingungen liegen aus Großh Bürgermeisterei Alten-Buseck zur Einsicht doffen.
Gießen, am 5. Mai 1891.
Der Kreisingenieur:
Stahl. 4399
Arbeitsversteigerung.
Die zum inneren Ausbau von zwei Lchrerwohnungen nöthigen Arbeiten, all: veranschlagt zu
Spengler-Arbeit Jt 214.48
Schloffer-Arbeit „ 475.40
Glaser-Arbeit „ 775.20
Schreiner-Arbeit „ 1413.82
Weißbinder-Arbeit „ 1167.74
werden
Mittwoch den 13. d. M, Nachmittag» 3 Uhr, dahier aus dem Gemeindehaus an den Wenigstnehmenden versteigert.
Großen-Linden, am 4. Mai 1891. Gr. Bürgermeisterei Großen - Linden.
Leun. 4367
Aeilgevotenes.
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Indem ich für das mir so reichlich bewiesene Vertrauen verbindlichst danke, bitte ich daffelbe auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen.
Gießen, 1. Mai 1891. Hochachtungsvoll
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