Locales mh6 provinzielles.
»ieße», 9. März.
— Bor dem Schwurgericht werden dieses Mal folgende Sachen zur Verhandlung kommen:
Donnerstag, 12. März, Vormittags 9 Uhr: Strafsache gegen WilhelmineMülle r von Usenborn wegenKindestödtung. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Joeckel, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz.
Freitag, 13. März, Vormittags 8V3 Uhr : Strafsache gegen Justine Schmidt von Harbach wegen Meineids und Ernst Bott von Stangenrod wegen Anstiftung zum Meineid, Widerstand und Beleidigung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Theobald, die Verteidigung der p. Schmidt führt Rechtsanwalt Katz, des p. Bott Rechtsanwalt Grünewald.
Samstag, 14. März, Vormittags 9 Uhr: Strafsache gegen Johannes Jockel von Zeilbach wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Joeckel, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Baist.
Montag, 16. März, Vormittags 9 Uhr: Strafsache gegen Friedrich Wilhelm Gilbert von Heuchelheim wegen gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit tödt- lichem Erfolg. Die Anklage vertritt Gerichts-Assessor Schilling-Trygophorus, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Grünewald.
Dienstag den 17. März, Vormittags 9 Uhr: Strafsache gegen Conrad Finkernagel von Lindheim wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt Gerichtsassessor Schilling- Trygophorus, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Lauer.
Mittwoch den 18. März, Vormittags 9 Uhr: Strafsache Legen Christian Böttger von Bosserode wegen Verbrechens Legen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Theobald, dieBertheidigung führt Rechtsanwalt Weidig.
W. Mufikaufführuug des Kirchengesangvereins. Die am Donnerstag den 5. d. Mts. in der hiesigen Stadtkirche statt- gesundene Aufführung des Kirchengesangsvereins brachte als Hauptnummern Pergolesis stabat mater und Joh. Seb. Bachs Cantate „Aus tiefer Roth schrei ich zu Dir". Um unsere Ansicht über die Wiedergabe dieser Werke in Kurzem auszusprechen, können wir sagen, daß der Verein auch auf diese Aufführung im Großen und Ganzen mit Befriedigung zurückblicken darf, wenn wir auch seststellen müssen, daß die Leistungen des Chors leider nicht an die früheren Aufführungen heranreichten. Insbesondere gilt dies für die Einsätze. Konnten wir bei Besprechung der vorhergegangenen Aufführung gerade die präcisen Einsätze des gesammten Chores lobend hervorheben, so müssen wir bedauern, daß dies diesmal nicht der Fall sein kann. Die Einsätze klangen zum größten Theil matt und erst nach und nach fanden sich die Stimmen der einzelnen zusammen. Hoffen wir, daß bei der nächsten Ausführung dieser Mangel beseitigt ist. Mit Anerkennung können wir dagegen die Leistungen der Solisten sowohl in Pergolesis stabat mater als auch in Bachs Cantate nennen, welche sich mit Gewandtheit und Verständniß ihrer oft nicht leichten Aufgabe entledigten. — Außer diesen größeren Werken kamen an dem Abend noch „Elegie und Abendlied" von Rheinberger zum Vortrag, welche Herr Professor Krüger in der ihm eigenen künstlerischen Weise zu Gehör brachte. In dem darauf folgenden Präludium von Becker zeigte sich der Dirigent des Kirchengesangvereins, Herr Dr. Stollbrock, als der tüchtige Orgelspieler, als welchen wir ihn schon früher kennen lernten.
v. Wilhelmj Concert. Ueber Wilhelms einen neue» und eigenen Gedanken zu äußern, wäre eine schwierige, wenn nicht unmögliche Aufgabe, an deren Lösung wir uns gar nicht erst versuchen mögen. Die künstlerische Größe des Mannes ist von den berufensten Personen so erschöpfend nach allen Richtungen kritisch beurtheilt und bewundert worden, daß für uns in dieser Beziehung nichts zu sagen bleibt. „Von allen re- producirenden Künstlern, die ich je gehört, hat keiner einen so unvergeßlichen Eindruck auf mich gemacht, als Wilhelms," ruft Richard Wagner, „er ist eine Künstleroriginalität, wie sie leider am Aussterben sind." Die Chaconne des Virtuosen erscheint Wagner als das „Größte, was ihm in der re- productiven Kunst noch vorgekommen ist". Aehnlich urtheilt Berlioz, der „niemals einen Geiger von einem solch eminenten, bezaubernden und edelen Ton gehört" haben will und Wilhelmjs ganze Art und Weise phänomenal nennt. Als den künftigen deutschen Paganini hat ihn zuerst Henriette Sontag und späterhin Liszt bezeichnet, welch' letzterer das bekannte Wort gesprochen hat, daß Wilhelms „so sehr für die Geige prädestinirt sei, daß sie für ihn hätte erfunden werden müssen, wäre sie noch nicht dagewesen". In der That nimmt der gefeierte Virtuose neben Joachim aus dem Gebiete des Violin- spieles die führende Stelle ein, ist er mit und neben jenem der Geigerkönig der Gegenwart. In technischer Beziehung darf er sogar als unerreicht gelten und besitzt er die denkbar- größte Vollendung. Man hat bezweifelt, daß Paganini diese „reelle Technik" beseffen habe. In der Reinheit und Schall- krast der Terzen-, Sexten-, Octaven- und Decimengänge steht er unerreicht da. Dazu gesellen sich die edele Größe und männliche Kraft seines Tones und seine bedeutende Auffassung. Von den Werken, die der Künstler interpretirte, ist das Bruch 'sche G-moll-Goncert eine piece de resistence in dem Repertoir aller Violinvirtuosen- Joachim, Sarasate, Säuret, Tua, Dengremont haben es auf ihrem Programm und jedem hat es schon Lorbeeren eingetragen. Wir brauchen nach dem Gesagten nicht besonders zu bemerken, daß auch Wilhelms eine nahezu erschütternde Wirkung mit der Wiedergabe des packenden Werkes hervorbrachte. Ebenso war der Eindruck der Romanze und des Chopin'schen Nocturne in Des-dur ein ganz wunderbarer. Mehr die stupende Vollendung seiner Technik ließen die Ungarischen Volksweisen in das blendendste Licht treten. Nur kurz sei das Spiel Rudolph Niemanns, der zu den hervorragendsten Schülern Bülows gehört, mit vollem Xiobe hervorgehoben. Wir mögen nicht schließen, ohne Herrn
C h a l l i e r unseren wärmsten Dank dafür auszusprcchen, daß er uns die Gelegenheit eines so außerordentlichen Kunstgenusses geschaffen hat, wie er sich ja überhaupt durch unermüdliche und uneigennützige Thätigkeit im Interesse der Concertvereins-Concerte und anderer musikalischer Unternehmungen fortgesetzt Verdienste um das Kunstleben unserer Stadt erwirbt.
— Turnerisches. Der am Samstag im Hotel Victoria und später im Vereinslocal des Männerturnvereins, „Darm- tädter Haus", stattgehabte gcmüthliche Abend zu Ehren unseres Kreisvertreters Herrn C. Rothermel-Darmstadt gestaltete sich zwischen den Vorständen beider hiesigen Turnvereine zu einem recht herzlichen. Die von beiden Seiten gehaltenen Reden, Toaste rc. zeugten davon, daß man hier- ür schon längst ein Bedursniß gesühlt hatte. Ist es doch auch recht gut möglich, daß in einer Stadt wie Gießen zwei Turnvereine neben einander bestehen, nur ist es nöthig, daß dieselben einen Verkehr unterhalten, wie es Turnern geziemt, gegenseitig Achtung und Vertrauen entgegen- iiringend. Möge nun das angebahnte freundschaftliche Verhältniß zwischen beiden Vereinen ein immer herzlicheres werden; damit dürste der Turnsache in Gießen am besten gedient sein und die Vereine werden blühen und gedeihen — dies sei unser Wunsch. Gut Heil!
— Turnerisches aus dem Gau Heffen. Der gestern in Steins kleinem Saale abgehaltene 57. Gauturntag war fast von allen Gauvereinen besucht und ergab der Bericht, daß der Gau nunmehr 43 Vereine mit über 4000 zahlenden Mitgliedern zählt, somit der zweitgrößte im Mittelrhein ist. Die Kassenverhältuisse erwiesen sich als sehr günstige, so daß der Verbandsbeitrag des Gaues pro 1891 um 10 Psg. pro Mitglied ermäßigt werden konnte- ebenso ergab der Bericht über die turnerische Thätigkeit innerhalb des Gaues nur Günstiges. Die Abänderungen der Gausatzungen und Gau- wetturnordnung wurden säst durchweg nach dem Vorschlag des Gauausschuffes genehmigt. Die Neuwahl des Gauaus- chusses ergab: K. Demuth, Gießen, Gauvertreter- Wilhelm Herbert, Gießen, Stellvertreter desselben- Heinrich Völzel'II., Wieseck, Schriftsührer - L. Mank, Wieseck, Stellvertreter des- elben- Volpertus Schneider, Marburg, Gauturnwart - Alb. Hartwig, Wetzlar, Stellvertreter desselben- Carl Kalbfleisch, Butzbach, Gaurechner. Die satzungsgemäße Gauturnsahrt findet am 31. Mai nach dem Hainig bei Lauterbach statt. Das Gausest wird in diesem Jahre in den Tagen vom 8. bis 10. August in Butzbach stattfinden. Außerdem wird in diesem Jahre am 19. bis 21. Juli ein allgemeiner deutscher Turntag in Hannover abgehalten und werden dem Kreis von Seiten des Gaues Hessen als Vertreter hierzu in Vorschlag gebracht: K. Demuth, Gießen- W. Schneider, Marburg, und als deren Stellvertreter: W. Herbert, Gießen und A. Hartwig, Wetzlar. Für das Ende Juli (26.) in Hanau stattfindende Kreisseft wurden als Kampfrichter vorgeschlagen: H. Arnold, Usingen- L. Daubert, Wieseck- stud. Fett, Marburg - Gg. Gans, Marburg- L. Hartmann, Gießen- Alb. Hartwig, Wetzlar- F. Helm, Gießen- W. Herbert, Gießen- Carl Häuser, Marburg- Th. Helfenbein, Lauterbach- W. Seipp, Gießen- H. Völzel II., Wieseck- Franz Wiegand, Gießen und Will, Wetzlar. Nach Erledigung der Tagesordnung, Nachmittags gegen 2 Uhr, fand in Steins kleinem Saale ein gemeinschaftliches Mittagsessen statt, dem noch ein gemüthliches Zusammensein im Vereinslocal des Turnvereins, Nestaur. Schnell, folgte. Möge der Gau Hessen so weiter blühen und gedeihen. Gut Heil!
— Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gn ädigst geruht: Am 23. Februar dem Bürgermeister Phil. Schneider VI. zu Klei« Karben das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.
— Dir Preise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in den 16 größten Orten des Großherzogthums Hessen betrug im Jahre 1890 in:
Ochsenfleisch Kalbst. Schweinefl. Brod Butter per Kilogramm
Darmstadt
Mk. 1,46
—
1,44
0,24
2,10
Babenhausen
1,50
1,20
1,40
0,22
2,00
Bensheim
1,31
1,29
1,35
0,21
1,86
Erbach
1,40
1,12
1,38
0,21
1,94
Offenbach
1,37
1,36
1,37
0,28
2,36
Gieße«
1,42
1,22
1,40
0,25
1,98
Alsseld
1,25
1,16
1,19
0,24
1,92
Büdingen
1,39
1,34
1,35
0,25
2,07
Butzbach
1,38
1,15
1,28
0,23
2,10
Friedberg
1,38
1,20
1,25
0,27
1,90
Lauterbach
1,21
1,05
1,27
0,24
2,00
Schotten
1,32
1,09
1,34
0,22
1,90
Mainz
1,44
1,40
1,40
0,26
2,07
Alzey
1,30
1,40
1,41
0,24
1,95
Bingen
1,44
1,25
1,46
0,25
2,10
WormS
1,45
1,39
1,44
0,24
2,13
Durch
1890 1,38
1,24
1,36
0,24
2,04
schnitt
1889 1,29
1,13
1,26
0,23
2,08
— IuvaliditätS. und
Altersversicherung.
I«
Monat
Februar wurden bei der Versicherungsanstalt 1089 Ansprüche auf Altersrente erhoben, während aus dem Monat Januar noch 92 unerledigte Ansprüche übernommen waren. Davon sind im Monat Februar 822 anerkannt, 99 zurückgewiesen, 9 aus andere Weise erledigt, mithin zusammen 930 erledigt worden, 251 unerledigt aus den Monat März zu übernehmen. Im Ganzen sind bis jetzt 1460 Ansprüche erhoben, von denen 1079 anerkannt, 119 zurückgewiesen, 11 auf andere Weise (Tod, Zurücknahme des Anspruchs) erledigt wurden. Von den 1079 Rentenempfängern entfallen auf die Lohnklaffe I (Rente 106 Mk. 80 Pf.) 511 mit 54,574 Mk. 80 Ps., Lohnklaffe II (Rente 135 Mk.) 364 mit 49,140 Mk., Lohnklasse III (Rente 163 Mk. 20 Pf.) 136 mit 22,195 Mk. 20 Pf., Lohnklasse IV (Rente 191 Mk. 40 Pf.) 68 mit 13,015 Mk. Im Ganzen werben an 1079 Rentenempfänger 138,925 Mk, Rente ausbezahlt.
vermischt«».
*△ Main-, 8. März. Die gestern und heute hier statt-- gehabte Generalversammlung hessischer Turnlehrer hatte sich aus dem ganzen Lande eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen. Neben einer großen Zahl von Lehrern war ein Vertreter der obersten Schulbehörden, der Landes- turninspector, sowie mehrere Kreisschulinspectoren anwesend. Den heute stattgthabten Berathungen ging gestern ein Schauturnen von acht Turnklassen — fünf Mädchen- und drei Knabenklassen — der hiesigen Volksschule voraus, welches in dem Turnsaale des neuen, palastähnlichen Volksschulgebäudes aus dem alten Bahnhossterrain abgehalten wurde. Außer Statutenänderungen war ein wesentlicher Punkt der heutigen Berathungen die Frage, ob der Turnunterricht in den Volksschulen von dem Klassenlehrer oder einem Fachlehrer ertheilt werden soll, über welchen Gegenstand Lehrer Schmuck von Bingen einen umfassenden Vortrag hielt. Die Ansicht, daß der Unterricht von einem Fachlehrer zu ertheilen sei, war überwiegend vertreten. — Als nächstjähriger Versammlungsort wurde Offenbach bestimmt.
* Berlin, 5. März. Die erfreuliche Thatsache, daß die Procentzahl der schweren Unfälle von Jahr zu Jahr abnehme, wird auch durch die Zahlen des Berichts des Reichsversicherungsamts an den Reichskanzler für das Jahr 1890 bestätigt. Während auf die Unfälle, welche den Tod ober dauernde völlige Erwerbsunfähigkeit im Gefolge hatten, 1886 noch 42,5 v. H., 1887 37,6 v. H., 1888 27,8 v. H. und 1889 25,9 v. H. sämmtlicher entschädigten Unsälle kamen, fielen darunter im Jahre 1890 glücklicherweise nur 20,4 v. H. Die Todesfälle allein beanspruchten im Jahre 1886 noch 25,7 v. H., 1889 nur noch 16,7 v. H. und 1890 waren sie auf 14,0 v. H. zurückgegangen. ES ist Feine Frage, daß auf diese günstigen Ergebnisse die Anstrengungen, welche die Berufsgenossenschaften auf dem Gebiete der Unfallverhütung machen, mit eingewirkt haben.
* Paris, 5. März. Einen Einblick in bie Küche des Sultans gewinnen wir durch die Schilderung einer Französin, welche längere Zeit den Damen des Harems Unterricht in der französischen Sprache ertheilt hat. Das Küchenbudget des Sultans, so erzählt die Dame, betragt eine Million Francs, also eine recht artige Summe. Doch ist dabei in Betracht zu ziehen, daß schon ein altes türkisches Sprichwort sagt, es könnten von den Brosamen, die von dem Tische des Padischah abfielen, täglich 1500 Menschen sich sättigen. Die türkische Sitte kennt keinen Speisesalon, und so wird die Tafel bald in diesem, bald in jenem Saale ausgeschlagen, wie es gerade dem Sultan die Laune eingibt. Die Küchen nehmen einen Raum von 3000 Quadratmetern ein und in ihnen tummelt sich ein ganzes Heer Angestellter. Da gibt es Hunderte von Akschis (Köche), von Jamaks (Abwäscher), von Tablakiars (Diener, die auf dem Kopfe die Tablette herbeitragen) und von Sostadgis (Anrichtern). Die Lieblingsgerichte des Sultans bestehen aus: Tschitschekebab, am Spieße gebratenes Fleisch, aus Tassekeaab, in der Pfanne gebratenes Fleisch, aus Kuzudolmassa, d. i. ein ganzer und gespickter Hammel, ferner aus Gemüsen, die aus allen Theilen des Reiches in die Küche gebracht werden, aus dem Asmakaback, einer Art großen Kürbis und aus einer Menge von Cremesorten, Sorbets und Süßigkeiten, die ihren Namen aus der blumenreichen Redeweise der Orientalen erhalten. So heißen sie „Süßigkeiten des Himmels", oder „duftende Lippen" u. s. w. Der Sultan speist, wenn nicht officielles Diner ist, immer allein an einem silbernen Tische. Sobald der Sultan Befehl zum Beginne des Diners gegeben hat, wird dieser Tisch vom Küchenchef hereingetragen und in großer Procession folgen die Auswärter mit allen Gerichten, welche sämmtlich aus einmal dem Sultan hingestellt werden und von denen er bald hier, bald dort etwas nimmt. Die Schüsseln kommen versiegelt aus der Küche und die Siegel hat dort fein Geringerer angelegt, als Osman Pascha, der Held von Plewna. —————■■II । IH'RÜMUJI lllllll ■Hl.l "=SB—
Verkehr, Land- nnd Volkswirrh-chaft.
— LebenSverstcherirngS-veseklschaft r« Leistrig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Bet dieser zu den ältesten und größten deutschen Lebensverstcherungsaesellschaften gehSreuden Anstalt nimmt das Geschäft auch im laufenden Jahre einen gedeihliche» Fortgang. Ende 1890 waren bei der Gesellschaft verfichett 51,570 Personen mit 336,494,300 Versicherungssumme. Im Jahre 1891 sind biS Ende Februar 847 neue Anträge über 5,520,000 X Versicherungssumme gestellt und 99 Versicherte mit einer Versiche- rungssumme von zusammen 658,650 X als gestorben angerxeldet worden. Bis Ende 1890 hatte die Gesellschaft 61,365,314 für fällige Versicherungssummen ausgczahlt unb außerdem EuS ihren Einnahmen an Versicherungsbeiträgen und Zinsen, welche sich,r«r Zett auf jährlich 16 Millionen X belaufen, Reservefonds in yohe von 69 Millionen«>M gebildet. Die sich ergebenden Jahresüberschüffe (der Ueberschuß deS Jahres 1890 beträgt mehr als 3>/> Millionen X} werden ausschließlich unter die Versicherten vertheilt; die Dividende an die letzteren beträgt im laufenden Jahre, wie In Zedern Jahre seit 1887, 42 pCt. der ordentlichen Jahresbeiträge.
Butzbach, 7. März. Wochen markt. Butter kostete per Pfund X 0,90-0,95, Käse per Pfund 45-46 Eier pro Ctück 6
»rstrrberO, 7. März. Fruchtp reis ^ Wetten X 2050, Korn X 17.50, Gerste X 17.-, Hafer X 15.80, Erbsen X 18.—, Linsen 26.—, Lein —, Wicken —, Samen —, Kartoffeln 7.—-
Schrffsnctzchrrchten.
Bremen, 7. März. sPer transatlantischen Telegraph-I Der Schnelldampfer Lahn, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Aoyd in Bremen, welcher am 25. Februar von Bremen und am 26. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Nhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen._________________
Bei Gebrüder Stamm (Markt- und Schulstraßeu- \ Ecke I. und II. Stock) findet man die größte Auswahl? der fchöwste» Herren- und Kuabenkleider.
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