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gelangten Bochumer Schienen sich durchaus bewahrt hätten.

St. Sebastian, 8. December. Girard, Kanzler des französischen Consulats, ermordete den französischen Generalconsul Despreaux de Saint Sauveur und dann sich selbst.

x Locale- « ^ovlnzielles.

Gießen, 8. December 1891.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 10. December 1891, Nach­mittags 4 Uhr: 1. Die Rechnung des Gas- und Wasser­werks pro 1890/91. 2. Die Rechnung der Gymnasialvorschule pro 1890/91. 3. Die Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule pro 1890/91. 4. Die Rechnung der Stadt Gießen pro 1890/91 und Erstattung der Verwaltungsrechen- schast. 5. Fortsetzung der Gasleitung zu der Löberstraße. 6. Erweiterung der Quellwasserleitung. 7. Eröffnung der Schottstraße, insbesondere den Weg hinter der Briel'schen Besitzung. 8. Antrag der katholischen Kirche auf Ueber- schreibung von Grundstücken. 9. Reparaturen am Stadtthurm und an der Thürmerwohnung. 10. Erbauung einer psychia­trischen Klinik, hier den südlichen Zufuhrweg zu derselben. 11. Verpachtung eines Theils des Lärchenwäldchens an Friedrich Groos und I. Hengst. 12. Ausbau der Weserstraße. 13. Die Einfriedigung des Hofes des Bürgermeistereigebäudes, längs der Lonystraße. 14. Errichtung eines Denkmals für den ver­storbenen Professor Dr. Karl Heyer. 15. Anlegung eines Obstbaumstückes für die Stadt Gießen. 16. Den Erlaß einer Feuerlöschordnung für die Stadt Gießen.

Neues Theater. Eine sostilvolle" Sonntags­vorstellung wie die vorgestrige hat Gießen wohl schon lange nicht gesehen. AnzengrubersPfarrer von Kirch selb", eines dcr gehaltvollsten Stücke des jetzt so beliebten öster­reichischen Volksdichters gelangte hier zum ersten Male zur Aufführung und zwar mit durchschlagendem Erfolg, der allerdings dem Darsteller der Titelrolle, dem Großh. Hess. Hosschauspieler Herrn Georg Hacker, als Gast vom Hof­theater in Darmstadt, in erster Linie zu danken ist. Es war aber ein immerhin gewagtes Unternehmen, mit einem für Lustspiele und Possen zugeschnittenen Schauspielerpersonal dies durchweg dramatisch veranlagte Volksstück zu geben. Hätte der Pfarrer von Kirchfeld in dem Darsteller der eng verwandten Rolle des Wurzelsepp (Herrn Paul Ernst) keinen würdigen Partner gehabt, hätte das StückMasco" gemacht, denn aus der richtigen Auffassung und Durchführung dieser beiden Rollen beruht allein das Gelingen der Dar­stellung, in dritter Linie käme dann dieAnna Birkmeier". Sowohl die Titelrolle, wie die des Wurzelsepp sind fast gleichartiger Natur. Herr GeorgHackergab denPfarrer von Kirchfeld" wie ihn das geistige Auge des Dichters ge­schaut. Die ganze Scala der Empfindungen konnte man aus jeder Geberde, aus jeder Bewegung erkennen. Sein Spiel zeigte das Resultat hoher schauspielerischer Begabung und sorgfältigen Studiums dieser Rolle. Wie aber schon oben erwähnt, spielt für das Gelingen der Gesammtdarstellung die richtige Auffassung desWurzelsepp" eine Hauptrolle, und wir müssen gestehen, daß das Spiel des Herrn Ernst als Wurzelsepp ein gleich vorzügliches war, wenn man be­denkt, daß der Darsteller eigentlich nur auf komische Characterrollengeaicht" ist, er ferner nicht soviel Zeit zum Einleben in diese Rolle hatte und schließlich einen sehr schwierigen Factor stets beobachten mußte, den der Pfarrer nicht brauchte, nämlich die Beobachtung des Tiroler Dialects, ein Umstand, der namentlich bei der Extase schwer ins Ge­wicht fällt. Wir müssen leider von der Besprechung der übrigen Rollen absehen und wollen nur bemerken, daß beide Darsteller den wohlverdienten stürmischen Beifall in reichem Maße ernteten, Herr Georg Hacker erhielt einen pracht­vollen Lorbeerkranz. Das Haus war ausverkaust trotz der zahlreichen anderen Sonntagsvergnügungen. Hoffentlich sehen wir den beliebten Gast bald wieder.

Von den Landständen. Auf der Tagesordnung der für heute Vormittag anberaumten Sitzung der Zweiten Kammer stehen u. A. folgende Gegenstände: 1) die Vor­lage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, be­treffend Verwendung des in dem Staatsbudget für 1888/91 unter Cap. 84 Tit. 3 pos. 11a vorgesehenen Betrags von 5700 Mk. zur Einrichtung des medizinischen Laboratoriums zu einer Wohnung für den Verwalter der alten Klinik und für Zwecke der Ohrenklinik - 2) die Vorlage Großh. Mini­steriums des Innern und der Justiz, betreffend Bewilligung eines Betrages von 13 750 Mk. zum Zwecke von baulichen Herstellungen in dem alten akademischen Hospital zu Gießen; 3) die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Ge­setzentwurf, die nachträgliche Aufnahme der von der früheren Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten in den Staatsdienst betreffend, sowie über das Gesuch von Beamten und Bediensteten bei den Ober­hessischen Bahnen wegen Gehaltserhöhung.

Selbstmord. Ein hiesiger Küfer wurde heute Morgen erhängt in seinem Keller aufgefunden.

Der Zweiten Kammer ist eine Nachtragssorderung von 1 500 000 Mk. zu dem 1890 für den Bau von Eisen­bahnen bewilligten Betrag von 23 500 000 Mk. zugegangen. Letzterer Betrag würde sich danach auf 25 Millionen.erhöhen. Im Einzelnen werden gefordert: für Grünberg Londorf statt <622000 Mk. 975 000 Ml., für Lorsch-Heppenheim-Fürth und Weinheim-Fürth statt 1903000 Mk. und 1400000 Mk. 2 400 000 Mk. bezw. 2050000 Mk. Großentheils ergeben sich die Ueberschreitungen des Kostenanschlags infolge des ge­planten schwereren Oberbaues für tragkrästigere Güterwagen und infolge des neuen normalspurigen Projekts für Weinheim- Fürth.

Schuldienst-Nachrichten. Am 6. November wurde der prov. Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Heinrich Berger, unter Belassung in der Kategorie der Volks­schullehrer, zum Lehrer an dieser Schule ernannt; am 12. November wurden dem Schullehrer Carl Krömmelbein zu Arheilgen, Kr. Darmstadt, und dem Schulamtsaspiranten Georg Huff aus Horrweiler, Kr. Bingen, Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt, am 15. November wurde dem Schullehrer Adam Meister zu Lengfeld, Kr. Dieburg, eine Lehrerstelle an der ev. Schule zu Bingen übertragen; am 19. November wurde der Schulamtsaspirantin Anna Schön aus Büdingen eine Lehrerinnenstelle an der Gemeinde­schule zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach, übertragen; am 21. November wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Heß aus Gensingen, Kr. Bingen, eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Ober-Ingelheim, Kr. Bingen, übertragen; am 24. November wurde der prov. Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Offenbach Peter Wilhelm, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, zum Lehrer an dieser Schule ernannt; am 25. November wurden den Schul­amtsaspiranten Christoph Schömer aus Seeheim, Kr. Bens­heim, und Valentin Keil aus Lindenfels Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Hähnlein, Kr. Bensheim, am 26. No­vember wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Wagner aus Bermersheim, Kr. Alzey, die zweite Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Fehlheim, Kr. Bensheim, übertragen; am 29. November wurde dem Schullehrer Wilhelm Albert zu Balkhausen, Kr. Bensheim, die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindheim, Kr. Büdingen, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Peter Clarins zu Lindheim, Kr. Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Balk­hausen, Kr. Bensheim, übertragen.

Bezahlt die Rechnungen an die Handwerker! Diese Mahnung richten wir jetzt wieder, da es in die Weihnachts­zeit hineingeht, an alle Diejenigen, die lediglich aus Nach­lässigkeit ihre Rechnungen anstehen lassen. Manch' ein Hand­werksmann ist dadurch schon ungemein geschädigt worden, daß seine Kunden aus Vergeßlichkeit oder Bequemlichkeit ihre Rechnungen unbezahlt ließen. Nicht allein, daß der Gläubiger dadurch womöglich selbst Zahlungsschwierigkeiten hat, wird ihm auch oft das ganze Geschäft vor Weihnachten, das ihn für die ganze Geschäftsstille im Jahre entschädigen soll, ver­dorben. Er wagt es nicht, seine Kunden zu mahnen, weil er fürchtet, sie gar zu beleidigen und dann wohl ihre Kund­schaft zu verlieren. Die Rücksicht hierauf zwingt ihn dann, manches Geschäft, zu dem er flüssiges Geld braücht, von der Hand zu weisen. Dem kleinen Handwerker wird ja nur selten Credit geboten. Aber um so weniger soll man auch von ihm Credit verlangen. Dem Handwerker den Lohn schuldig zu bleiben, heißt in vielen Fällen, ihn um den Lohn seiner Arbeit bringen. Also: Bezahlt vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts die Handwerker-Rechnungen, wenn Ihr es eben machen könnt.

+ Lich, 7. December. Gestern wurde in dem Vor­mittagsgottesdienste der neuernannte hiesige zweite Stifts­geistliche, Herr Pfarrer Cremer, durch Herrn Decan Hainer ans Hungen in seinen Dienst feierlich eingewiesen.

+ Lich, 7. December. Der mehrjährige Präsident des hiesigen Turnvereins, Herr C h r. A l b o n, wurde heute von einer großen Anzahl Leidtragender zu seiner letzten Ruhestätte begleitet. Eine Lungenentzündung hatte am vorigen Samstag dem Leben des erst 48jährigen Mannes ein rasches Ende bereitet.

H. Hungen, 6. December. Der hiesige Gesangverein Liederkranz" feierte heute Abend im Gasthof zur Traube dahier sein erstes Stiftungsfest. Die schönen Lieder­vortrage dieses jungen Vereins unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Römer dahier, sanden bei den zahlreich anwesenden Freunden und Gönnern dieses Vereins, worunter auch die Mitglieder des JnheiderLiederkranzes", den steb- hastesten Beifall.

§ Utphe, 6. December. Dahier wurde in diesen Tagen ein Kind geboren, welches an der einen Hand nur zwei Finger hat. Die drei mittleren Finger fehlen.

-a- Altenstadt, 6. December. Heute Morgen erhängte sich der unverheirathete 58 Jahre alte Landwirth im Schweine­stall seines Bruders.

Friedberg, 7. December. Gestern Abend wurde zwischen Wölfersheim und Berstadt der Postwagen von zwei Strolchen überfallen. Einer fiel den Pferden in die Zügel, während der Andere versuchte auf den Bock zu steigen. Der Postillon zog seinen Dienstrevolver und feuerte, worauf die Kerle losließen und im Dunkel verschwanden. Leider kann der Postillon die Persönlichkeiten der Räuber nicht genau beschreiben, da die Wagenlichter nicht Hellung genug ver­breiteten ; einer der Kerle soll einen großen Vollbart gehabt haben.

Odernheim, 4. December. Im benachbarten Duchroth war gestern der 21jährige Sohn des Landwirths Jmmerhänser damit beschäftigt, einen Baum, der schon tags vorher los­gegraben war, zu fällen. Als der Bursche auffallend lange ausblieb, ging der Vater auf das Feld hinaus, um nach­zusehen. Welches schreckliche Bild mußte er da schauen? Todt und buchstäblich von dem Baum zerquetscht lag der einzige hoffnungsvolle Sohn am Boden. Dieses traurige Schicksal trifft die Eltern um so härter, als ihnen vor zwei Jahren die einzige 14jährige Tochter gleichfalls durch einen Unglücksfall ums Leben kam-

Vcvrnischtcs.

* Oberlahnstein, 4. December. Der dritte Unfall mit tvdtlichem Ausgange innerhalb drei Wochen ereignete sich gestern Abend auf dem hiesigen Bahnhose. Der Sohn des Zugführers Dietrich, der auf dem Bahnhofe als Schlaffer

thätig war, gerieth zwischen die Puffer eines Zuges und wurde todtgedrückt.

* Koblenz, 6. December.' Gestern Nachmittag durcheilte wie ein Lauffeuer die Kunde die Stadt: Das große Loos der preußischen Lotterie von 600,000 Mark sei nach Koblenz gekommen. DieKobl. Ztg." brachte Abends nach einem Privattelegramm die Bestätigung, daß das Loos in die Einnehmerei des Herrn Lorenz gehöre. Das Glücksloos 175620 wird in Achtellosen gespielt. Die Gewinner sind kleine Leute: Mitglieder eines Kegelclubs, ferner ein Geldbriefträger, ein Zahlmeister (jetzt in Saarbrücken), ein Schneider, zwei Musiker, ferner zwei Einwohner in Neuwied.

* Schneeberg i. Erzgeb., 4. December. Eine seltene Trauung fand vor einigen Tagen in dem nahen Abern- h a u statt. Ein Veteran aus den Freiheitskriegen Namens Salzer, der jetzt 96 Jahre zählt, ist daselbst nochmals in den Stand der Ehe getreten. Seine auch nicht mehr ganz jugendliche Gattin ist im Jahre 1809 geboren. Salzer be- theiligte sich im Juli ds. Js. an dem Regimentsjubiläum in Grimma als der älteste Soldat des Regiments.

* Loburg, 3. December. Ueber einen Brand auf Hohenziatz berichtet dieSaale-Ztg." Folgendes: Gestern früh 3 Uhr verkündeten die Sturmglocken großes Feuer im Orte. Der Viehstall des Rittergutsbesitzers Hohenziatz ging mit Allem, was sich dann befand, in Flammen auf; nur die Umfassungsmauern des Gebäudes blieben stehen. 150 Stück Vieh lagen an den Krippen theils frei, theils mit Ketten an den Hälsen, gräßlich verbrannt. Außerdem fielen noch zwei Füllen, viele Hühner, Tauben u. s. w. den Flammen zur Beute. Auch der Futterknecht, deralte Friede", wird ver­mißt. Er soll in das brennende Gebäude zurückgelaufen, aber nicht wieder zum Vorschein gekommen fein. Der alte Futtermeister Zander, der bereits vor mehreren Jahren sein 50jähriges Jubiläum feiern konnte, mußte mit Gewalt mehrere Male aus dem brennenden Gebäude zurückgeholt werden, in das er weinend und händeringend immer wieder eindrang, um mit seinem Vieh zu sterben. Das Feuer kam in der so­genannten Futterzelle aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit über das ganze Gebäude. Die Kühe konnten in dem erstickenden Rauche nicht ins Freie gebracht werden. Ein großer Bulle zerbrach mit gewaltigem Ruck den Holmen seiner Krippe und befreite so Jidj und sechs Kühe, mit denen er auf den Hof stürmte. Auch viele Futtervorräthe sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden wird auf min­destens 120 000 Mk. beziffert. Zwei Personen sollen den Brandstiftung stark verdächtig sein.

* Nach einem Bericht, den der DampferTeutonic" von der White-Star-Line überbringt, hat sich am 15. No­vember 800 Seemeilen östlich von Sand-Hook ein Zusammen­stoß zwischen einem Dampfer und einem Walfisch ereignet. Der DampferEthiopia" von der Anchor-Linie befand sich auf den Reise zwischen Glasgow und Newyork. Um 10Uhr45Min. Vormittags, als der Capitän Wilson und der zweite Offizier Fise sich gerade auf der Commandobrücke befanden, kam plötz­lich ein ungeheuerer Walfisch direct im Fahrwasser des Schiffes und nur wenige Fuß vor dem Kiel in Sicht. Der Steamer lief mit einer Geschwindigkeit von 16 Seemeilen die Stunde auf den Wal, und ehe noch die überraschten Offiziere irgend einen Befehl zur Verringerung der Fahrgeschwindigkeit er- theilen konnten, rannte der scharfe Kielsporn das Seeungeheuer mit gewaltigem, einschneidendem Stoß an, und es war, als fahre das Schiff mitten durch das Thier, welches augenblick­lich in der Tiefe verschwand, eine Blutspur hinterlassend, so­weit das Auge reichte. Gleich darauf tauchte der Wal hinten am Stern des Schiffes wieder auf, er trieb leblos auf den Wogen. Die Collission hatte den Dampfer vom Steven bis zum Steuer erschüttert, so daß die Passagiere auf Deck stürzten und eine Panik auszubrechen drohte. Capitän Wilson be­schwichtigte die Reisenden jedoch alsbald mit den Worten: Fürchten Sie Nichts, meine Herrschaften, wir haben nur einen Walfisch getöbtet, das Schiff ist unverletzt."

Literat«» «nd Ikanft.

Trotzdem es in Deutschland nicht an romantischen Gegenden fehlt und recht anerkennenswerthe Versuche gemacht werden, bie vielen, meist noch zu wenig beachteten Gebirgslandschaften den Reiselustigen zugänglich zu machen, sind und bleiben es die Alpen, die ihre seit Langem offenbarte Anziehungskraft aufs Neue auf alle Diejenigen ausüben, denen das Reisen als der Inbegriff aller irdischen Glück­seligkeit ailt. Leider lassen sich die vielen Tausende von stillen und offenen Wünschen, jene wunderbare Gebirgswelt, die wir kurzweg die Alpen nennen, aus eigener Anschauung kennen zu lernen, nur für eine auserwäblte Anzahl besonders günstig fltuirter Menschenkinder erfüllen, die Mehrzahl muß sich daraus beschränken, entweder durch Bereisen heimathlicher, landschaftlich hervorragender Gegenden Ver­gleiche mit ihnen und der viel beschriebenen Alpenwelt anzustellen ober auf das Reisen ganz und gar zu verzichten und nur durch Lesen von Reisebeschreibungen, Betrachten von Bildern usw. im Geiste die Reise in jene Alpenwelt zu unternehmen. Es ist in der That an- erkennenswerlh, daß der deutsche Buchhandel es sich in hohem Grade angelegen sein läßt, dem Publikum Reisewerke zu bieten, die bis zu einem gewissen Grade geeignet sind, die jedem Menschen innewohnende Reiselust in etwas zu befriedigen. Die so rührige Verlagshandlung I. I. Weber in Leipzig hat soeben ein Werk herausgegeben, welches so recht geeignet ist, Diejenigen, denen es aus irgend einem Grunde nicht möglich ist, die Alpen zu bereisen, in Wort und Bild über die herrlichsten Landschaften zu unterrichten.«Ifrenlattb» schäfte«, ««fichten a«S der deutschen, österreichischen ««fr schweizerischen Gebirgöwelt", betitelt sich das foeoen erschienene prachtvoll ausgestattete Werk, welches sich als ein Großfolioband mit 97 Holzschnittafeln auf Kupferdruckpapier und 16 Seiten Text präsenlirt. Wer die herrlichen Bilder der im gleichen Verlage er­scheinendenJllustrtrten Zeitung" schon bewundert, kann ungefähr einen Maßstab anlegen an das in denAlpenlandschaften" illustrativ Gebotene. Den unvergleichlich großartigen, erhabenen Naturscenerien, welche sich in überreichem Maße im Bereiche der Alpenländer vorsinden, hat dieJlluftrirte Zeitung" seit ihrem Be­stehen die sorgfältigste Aufmerksamkeit und Beachtung angedeihen lassen. Es gibt fast keine Gebtrgsgruppe, keinen hervorragenden Ort, kaum ein ansehnlicheres Thal im großen wetten Alpenlande, das nicht in gelungenem Abbilde im Laufe der Jahre einmal den Lesern der Jllustrirten Zeitung" vor Augen geführt worden wäre. Da indetz diese schönen Blatter in den zum Theil längst vergriffenen Jahr­gängen derJll. Ztg." zerstreut liegen und vielen Freunden und