Abg. Tutfleisch u. Gen. beantragen ferner, daß der Bundesrath die von ihm erlassenen Vorschriften wieder außer Kraft sehen fall, wenn dies der Reichstag verlangt.
S 120e wird unter Ablehnung dieser Anträge angenommen.
Nächste Sitzung morgen 12 Uhr. Fortsetzung der heutigen Be- rathung.
Neunte Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Vureau.
Berlin, 7. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heurigen Sitzung eine Anzahl Petitionen, sowie Wahlprüsungen zur Wahl Metzlers und Hergenhahns nach den Anträgen der Commission und überwies eine Petition, betreffend den Vorsitz der Pfarrer in den katholischen Kirchenborständen des Rheinlandes, entgegen dem Commissionsantrag en die Regierung mit dem Ersuchen, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Nächste Sitzung Donnerstag um 11 Uhr. Landgemeindeordnung.
Laibach, 7. April. Bei der Reichsrathsersatzwahl an Stelle des verstorbenen Abg. Poklukar siegte der National- conservative Ku sch ar.
Bern, 7. April. Die Telegraphen- und Telephon-Gesellschaft von Laplata erklärte durch Vermittlung der argentinischen Regierung ihren Beitritt zum internationalen Telegraphenvertrag.
Paris, 7. April. Der Gras von Paris ernannte den Herzog Audissret-Pasquier zum Präsidenten des politischen Rathes, welchen er beim Verlassen Frankreichs eingesetzt hat.
Loudon, 7. April. Zwischen London und Marseille wurden Versuche mit einer Fernsprechverbindung gemacht, welche ein günstiges Ergebniß hatten.
Turin, 7. April. Nico tera sagte gestern bei einem Besuche des allgemeinen Arbeiterverbandes und dessen Verkaufslagers: Er wisse wohl, daß die schlimmen Jntrigue« falscher Arbeiter ohne Wirkung blieben bei den wirklichen Arbeitern- er sei sicher, diese würden allen Einfluß einsetzen, um den unüberlegten Bewegungen am 1. Mai zu widerrathen. Er könne unmöglich Störungen der Ordnung zugeben, welche das Gesetz verbiete- er müsse sie unterdrücken im Interesse der Arbeiter selbst gegenüber der geringen Zahl der Unruhestifter. Schließlich drückte Nicotera die Zuversicht aus, daß von Turin niemals das Zeichen für den Beginn der Unruhen ausgehen würde.
Florenz, 7. April. Die Nachmittagssitzung des Internationalen evangelischen Congresses war äußerst zahlreich besucht. An der Debatte nahmen Prochet, Borgia und Joues Theil.
Brüssel, 7. April. Die Vertagung des allgemeinen Strikes ist in allen Kohlengruben-Bezirken ruhig ausgenommen.
Sofia, 7. April. Der Kawasse des russischen Agenten, der beschuldigt ist, den Drohbrief an den Fürsten Ferdinand, die Prinzessin Clementine und Grekow gerichtet zu haben, wurde ausgewiesen und von Gensdarmen bis zur türkischen Grenze geleitet. Dort wurde er freigelassen.
Belgrad, 7. April. Die Skupschtina nahm mit 89 gegen 4 Stimmen endgiltig das Preßgesetz an, auch Gara- schanin votirte für die Vorlage.
— Der Kriegsminister bestimmte die Zutheilung von 25 Offizieren aller Waffengattungen und eines Auditeurs en die russische Armee. Die Betreffenden gehen voraussichtlich am 13. d. M. nach ihrem Bestimmungsorte ab.
Petersburg, 7. April. Das Kaiserpaar ist heute Nachmittag nach Gatschina übergesiedelt.
Durban, 7. April. Meldung des Bureau Reuter. Die Verlängerung der Natal eisen bahn bis zur Grenze von Transvaal wurde heute in Anwesenheit des Gouverneurs von Natal, des Präsidenten Krüger und des Generals Joubert eröffnet.
Newyork, 7. April. Das Schatzamt hat bestimmt, daß von Europa nach den Unionsstaaten gesandter Thee außer der Angabe des vermittelnden europäischen Verschiffungsortes auch die Angabe des Landes und Ortes enthalten müsse, wo der Thee gewachsen ist. — Der Vorsteher der hiesigen Zollbehörde macht bekannt, er habe den Befehl erhalten, assortirte Wollen mit dem doppelten Betrage des Zolles zu belegen, der für in Urzustand eingeführte Wollen vorgeschrieben ist. Dieser Zollsatz, der bisher lediglich für mit Gewichtszöllen belegte Wollen in Anwendung kam, soll künftig auch für Wollen gelten, welche Werthzoll zu zahlen haben.
Newyork, 7. April. Der Landwirthschastssecretär Rusk erklärte auf eine Anfrage, es sei die Meldung, wonach Deutsch- land das Einfuhrverbot amerikanischer Schweine zurückgenommen habe, zwar amtlich noch nicht bestätigt, aber er bezweifle nicht, daß diese Entscheidung bald erfolgen werde.
Petersburg, 8. April. Der Großfürst Michael Mich aelowitsch ist aus dem Heeresdienst ausgeschlossen worden- die Regimenter, deren Chef der Großfürst war, werden hinfort mir Weglassung des Titels benannt.
Locale» unö provinzielles.
Gießen, 9. April.
— 50jähriges Doctorjubiläum. Der ordentliche Professor der Botanik an der hiesigen Universität, Geheimer Hofrath Professor Dr. Hoffmann, feierte am 6. d. M. sein 50jähriges medicinisches Doctor-Jubiläum. Von Seiten seiner Eollegen von der medicinischen Facultät der Landesuniversität Gießen wurde dem Jubilar eine reich ausgestattete Adresse überreicht. In zwei Jahren wird Herr Professor Hoffmann sein philosophisches Doctorjubiläum feiern.
— Wie verlautet, hat der Deutsche Verband kaufmännischer Vereine, der über 55,000 Mitglieder zählt, be
reits eine Petition au den Reichstag abgehen lassen, in welcher derselbe bittet, bei der dritten Lesung der Gesetzesvorlage, betr. Sonntagsruhe, den Geschästsschluß an Sonntagen durch Reichsgesetz auf 1 Uhr Mittags festzusetzen.
— Das hessische Erbschaftssteueramt hat aus eine amtliche Anfrage erklärt: „Schenkungen unter Lebenden, welche nicht öffentlich beurkundet sind, auch wenn sie den Betrag von 1000 Mk. übersteigen, werden nicht versteuert."
Bad Nauheim, 6. April. In der letzten Nacht fielen aus der hiesigen Ortsstraße tumultuarische Scene« vor. Zwischen Dienstknechten kam es zu einem Handgemenge, bei welchem es auch Messerstiche absetzte. Bei einem anderen Rencontre wurde ein junger Handwerker von seinem Gegner so heftig zu Boden geschleudert, daß ihm der linke Fuß oberhalb des Knöchels gebrochen ist. An den gerichtlichen Nachspielen wird es voraussichtlich nicht fehlen.
— Kleine Mittheilungen ans dem Großherzogthum Hessen. Eine in einer Darmstädter Nudelsabrik bedienstete Arbeiterin war in voriger Woche mit der Bedienung einer Teichwalze beschäftigt. Die Arbeiterin kam hierbei mit der rechten Hand unter die Walze und erlitt eine so starke Quetschung, daß jedenfalls mehrere Finger amputiert werden müssen. — Ein Unbekannter, etwa 30—34 Jahre alt, hat sich am Samstag Mittag gegen 1 Uhr in einer Logierwirthschast zu Darmstadt in einem Logierzimmer, im Bette liegend, mittelst eines Revolverschusses selbst entleibt. In das Fremdenbuch hatte sich derselbe als Jean Schäfer, Werkmeister aus Grünstadt, eingetragen.— In Bingen wurde am Donnerstag die Leiche eines schon seit Monaten verschwundenen Rentners aus Wiesbaden geländet. — Die Handelskammer zu Ossenbach hat beschlossen, eine Eingabe der Handelskammer Mainz an die Großh. Hessische Regierung und den Herrn Reichskanzler, betreffend die Erhöhung der schweizerischen Lederzölle zu unterstützen. — In Darmstadt stürzte am Montag Morgen der Bierbrauereibesitzer Fay so unglücklich in einen im Bau begriffenen Keller, daß er am Abend desselben Tages verstarb. — In Gernsheim wurde in der Nacht vom vorigen Freitag zum Samstag in der dortigen Stärkemehl-Fabrik eingebrochen und der Betrag von 2100 Mk. aus einem Schränkchen entwendet. Es war der für den andern Tag zur, Auszahlung vorgesehene Arbeitslohn.
N. Aus Starkenburg, 7. April. Ein lustiges Stücklein ist dieser Tage in dem, im Odenwalde belegenen Dorfe, S. passirt. — Ein Bauer läßt dort einen Brunnen graben. Der Brunnenmacher war bereits ein gutes Stück in die Erde gekommen und der vollzujchöpsende Kübel ging langsam aus und ab. In dem Momente, als der Kübel wieder in die Tiefe hinabsank, kam ein Schornsteinfeger zum Hofe herein. Der Schwarze war ein guter Kletterer — aber auch ein Schalk. Er stellte Leiter, Besen und Kratzeisen ab, ergriff das an der Welle des Brunnens angebrachte Seil und rutschte leise hinab. Da ertönte plötzlich die klägliche Stimme des Brunnenarbeiters von unten heraus: „Ach du lieber Gott, steh' mir bei! Rette mich aus der Gewalt des Teufels, ich will gerne jeden Sonntag zweimal zur Kirche gehen." „Recht so, Hannes! rhue das", antwortete der schelmische Schornsteinfeger und machte sich wieder an dem Seile empor und aus dem Schachte heraus — denn es drohte da unten im Erdenschooße eine saftige Tracht Prügel. Der freundliche Leser kann sich denken, daß der gutgelungene Scherz einen sehr bedeutenden Heiterkeits- ersolg erzielte.
△ Mainz, 7. April. Heute pafsirte, von Straßburg kommend, wieder ein neues N a p h th a-B o o t die hiesige Stadt. Dasselbe ist von der bekannten Firma Escher, Wyß u. Co. in Zürich erbaut und für Herrn Arthur Osteroth, Schloß Schönburg bei Oberwesel bestimmt und hat unter dessen Begleitung nebst dem von der Züricher Firma dazu betrauten Ingenieur Herrn Reitz auch die Fahrt stattgefunden. Das Boot ist in den Linien äußerst elegant gebaut und ebenso luxuriös ausgestattet. Die ganze Fahrzeit von Straßburg hierher betrug etwa 12 Stunden, welches günstige Resultat neben anderen technischen Vollkommenheiten wesentlich durch den Vortheil ermöglicht wird, daß für die Fahrt von Straßburg nach Köln eine einzige Füllung des Naphtha-Reservoirs genügt, also jeder Aufenthalt und alle Kosten für zwischenzeitliche Aufnahme von Brennmaterial vollständig vermieden sind.
— lieber den auf Anordnung der hessischen Regierung von hier ausgewiesenen Südfranzosen Crispi erfährt man, daß derselbe Ingenieur und längere Zeit an dem Panamacanal thätig war. Später wandte sich Crispi nach Belgien, wurde dl*,' von dorten, wegen eines in Frankreich verübten Verbrechens, das ihm eine längere Freiheitsstrafe eintrug, ausgewiesen. Die Ausweisung aus dem hessischen Gebiet scheint mit der gleichen Sache zusammenzuhängen.
*= Frankfurt a. M., 7. April. Unfall. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr stürzte an einem Neubau in der Bornheimer Landstraße ein mehrere Centner schwerer Gesimsstein, mit dessen Aufrichtung verschiedene Maurer beschäftigt waren, aus dem zweiten Stock herab, durchschlug die tiefer angebrachten Bohlen und begrub einen 19jährigen Menschen, der nicht rasch genug zur Seite springen konnte, unter sich. Der Schwerverletzte, Namens W. Strohecker von hier, verstarb aus dem Transporte zum Hospital.
* Frankfurt a. M., 7. April. Zwei Metzger wurden am Donnerstag der vorigen Woche durch den hiesigen Schlacht- Hos-Jnspector Herrn Keßler bei einem bedeutenden Fleischschmuggel im Stadtwalde betroffen. Wegen desselben Reates war bereits schon einmal Strafanzeige gegen dieselben Metzger erfolgt. Da die Fleischmengen bei der Hessischen Ludwigsbahn nach Station Goldstein verladen wurden, ist nunmehr Seitens der vorgesetzten Bahnbehörde an die Stationsverwaltung Weisung ertheilt worden, das Sortiren, sowie Versenden von aus der Station anlangendem Fleisch für die Folge zu verbieten.
Berlin, 1. April. Durch Romanlesen scheint sich eine 13jährige Schülerin den Kops verdreht zu haben. DaS junge Mädchen versuchte im Februar sich mittelst eines Revolverschusses zu entleiben und wurde von ihren bestürzten Eltern mit einer nicht unbedenklichen Schußwunde am Kopse bewußtlos in ihrem Schlafzimmer aufgesunden. Die Kopfverletzung ist bis auf den heutigen Tag noch nicht geheilt. Dieser Tage sollte die jugendliche Lebensmüde im Krankenhause darüber vernommen werden, was sie denn eigentlich zu einem so verzweifelten Schritte getrieben habe. Das Mädchen lehnte indeß hartnäckig jedwede Auskunft über den Selbstmordversuch ab. Da festgestellt worden ist, daß die Schülerin sich in ihrer freien Zeit fast ausschließlich mit dem Lesen sogen, „spannender" Romane beschäftigte, so liegt die Ver- muthung nahe, daß dieselbe die That in einer durch jene Seetüre herbeigesührten Nervenüberspannung ausgeführt hat.
* Eine für weitere Kreise interessante Entscheidung fällte dieser Tage das Berliner Kammergericht. Fräulein Jenny Stubel ließ, wie das „Kl. I." berichtet, im April 1890 in einer Droschke eine Tasche mit Goldsachen und Juwelen liegen. Der Droschkenkutscher fand am Abend, als er mit seiner Droschke nach Hause kam und das Verdeck aufschlug, in dem Verdeck die Tasche vor und übergab sie sofort der Polizei. Letztere theilte ihm mit, daß bezüglich des Verlustes bereits eine Depesche eingegangen und in derselben der Werth der Gegenstände auf 20,000 Mark angegeben sei. Der Droschkenkutscher verlangte nunmehr von diesem Betrage den gesetzlichen Finderlohn und klagte, als ihm die Verliererin nur 30 Mk. zugestand, denselben mit über 300 Mk. ein. Das Kammergericht hat indessen die Klage jetzt abgewiesen, weil man in einer Droschke nichts verlieren, aber auch nichts finden könne.
* Bis zum Abend des 1. April waren für den Fürsten Bismarck in Friedrichsruhe 15,000 briefliche und telegraphische Glückwünsche eingegangen. Folgenden kleinen Scherz erzählen von der Geburtagsfeier in Friedrichsruh die „Hamb. Nachr.": „Fürst Bismarck trank aus einem großen Pokal Allen zu und sagte, seit er aus diesem trinke, lebe er wie Johann der muntere Seifensieder - früher sorgenlos, bekomme er jetzt so viel geschenkt, an dem großen Silberschatz allein habe er weidlich zu hüten."
* Auch eine „Submission!" Vom Stadtrath in Ohrdruf im Gothaischen soll laut Ausschreiben „die Anfertigung von zwei Paar hohen, wasserdichten Stieseln" öffentlich vergeben werden!
* Die socialdemokratische Presse in Deutschland umfaßt zur Zeit 128 Organe. Davon sind 74 politische und 54 gewerkschaftliche Organe.
* Metz, 4. April. Einer großen Mehlversälschung ist man in der Küche eines der hier garnisonierenden Dragoner- Regimenter aus die Spur gekommen. Es waren Zweifel an der Güte des Mehles aufgetaucht, das von einem Mehl- händler, der Militärlieserant ist, geliefert worden war. Das verdächtige Mehl wurde daher einer chemischen Untersuchung unterworfen. Diese wurde mehrmals mit verschiedenen Proben wiederholt und ergab das überraschende Resultat, daß dem Mehle bis zu 36*/2 % Gyps zugesetzt war. Gegen den Lieferanten ist die Untersuchung eingeleitet worden. Er gibt an, selbst getäuscht zu sein. Vor Kurzem sollen dem Herrn auch ein Waggon Erbsen, weil zu schlecht, nicht abgenommen worden sein.
* Die Hochzeit eines Millionärs. Am 17. Febr. wurde in Philadelphia die Trauung John Jacob Astors, des vielfachen Millionärs, mit Frl. Eva Willing vollzogen. Die Feierlichkeit ging um 1 Uhr im Hause der Braut vor sich. Um 3 Uhr fand ein großer Empfang statt, zn welchem über 2000 Einladungen ergangen waren. Das Haus war herrlich geschmückt. Die dazu verwandten Blumen hatten allein 20,000 Lst. gekostet. Den Newyorker Gästen standen Spezialzüge zur Verfügung.
Verkehr, £an6» un6 Volksrvirthschaft»
— Patente von im «rstzherrv-thnm Hesse« wohnende« Erfindern» Patent-,Anmeldungen. Kl. 11, W. 7241. Photo- graphten-Behälter; Carl Ludwig Wetzler in Offenbach. — Kl. 15, B. 10 911. Abheb- und Zuführungsvorrichtung für einzelne Papierbogen für Buchdruck-, Stetndruckpressen u. dgl.; Bernhard Böger in Frankfurt a. M. und Carl Siegt in Offenbach. — Kl. 17, Nr. 2333. Oelabführungs-Apparat; Adam Neubecker in Offenbach. — Kl. 40, D. 4257. Verfahren zur Darstellung des Aluminiums aus seinen Legirungen; Zusatz zur Patentanmeldung J. 1833; W. Diehl in Gießen. — Patent-Ertheilungen. Kl. 12, Nr. 56 401. Verfahren zur Darstellung von Tumenolsulfosäure und-sulfon; Gewerkschaft Messel auf Grube Messel bei Darmstadt; vom 15. Juni 1890 ab. - Kl. 37, Nr. 56 409. Verschluß für Luftflügel mit horizontaler Drehachse; W. Stephan in Mombach; vom 23. Mai 1890 ab. — Kl. 64, Nr. 56 676. Druckregler bet Abfüllapparaten: W. Hartmann in Offenbach; vom 28. October 1890 ab. — Kl. 89, Nr. 56 549. Vorrichtung zum Abkratzen der Zuckerrüben; M. Männchen in Heppenheim a. W., Rheinhessen, vom 11. October 1890 ab.
Srankfrrrt, 6. April. Vieh markt. Es waren angetrieben 435 Ochsen, 30 Bullen, 490 Kühe, Stiere und Rinder, 274 Kälber, 83 Hämmel und 384 Schweine. Die Preis« stellten sich für Ochsen 1. Qual, auf JL 67—69 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 63—66, Bullen 45—50, Kühe und Rinder 1. Qual. «4k 56—58, 2. Qual. JL 44-46, Kälber 1. Qual. 68—73 \ 2. Qual. 60-65 Hämmel 1. Qual. 64-66 H, 2. Qual. 66—65 4 per Pfd-, Schweine 1. Qual 54—57 H, 2. Qual. 52—55 H pr. Pfd- Schlachtgewicht.
— Behandlung der Saattartofiel«. Die Behandlung der Saatkartoffeln ist keineswegs gleichgültig für die zu erwartenden Erträge. 1. Zunächst muß die Saatkartoffel absolut gesund sein, weil kranke Mutterknollen die Phytophthorakrankheit aus die jungen Knollen übertragen. 2. Man wähle große Knollen zur Saat. Die größten zu nehmen, ist nach Versuchen von Girarb nicht nothwmdig. 3. Zerschnittene Knollen benutze man nur dort, wo es darum zu thun ist, einzelne werthvolle Knollen schnell zu vermehren, wie z. B. bei theuer bezahlten Neuzüchtungen. Man pflanze diese nach Gültch'scher Methode. DaS Zerschneidm mutz der Quere nach geschehen, denn die KnoSpen am Nabelende find minderwerthig als die am Gipfel der .Knolle. DaS Schneiden ist möglich früh, nie kurz vor der Aussaat vorzunehmen, damit die Wunofläche verkorken kann. 4. DaS Anwelken der Saatknollen ist, wie viele Versuche gezeigt, von günstige».


