Barths sei durch die Furcht motivirt, Frankreich könne in der internationalen Organisation das Uebergewicht erlangen. — Daraus findet die Abstimmung über den Antrag Gaillard statt, die bei der bereits eingebrochenen Dunkelheit zweifelhaft bleibt und deßhalb gegen den Protest Jmbrianis au morgen verschoben wird. — Marcoarlo wird einen die Freiheit und Neutralität der Land- und Meerengen betreffenden Antrag einbringen. (Frks. Ztg.)
Neueste N<rchvichten.
WstfiS telegraphisches «orresyondmz-Bureau.
Berlin, 6. November. Der heute ausgegebene weitere Band der Denkwürdigkeiten Moltkes enthält Briefe Moltkes an seine Mutter und seine Brüder Adolf und Ludwig. Die vertraute Correspondenz läßt Moltkes ganzen Entwickelungsgang erkennen, ebenso wie sein bei aller Einfachheit seines Wesens stets auf das Höchste gerichtete Streben, seinen allem Unrechten und Unwahren abgewandten frommen Sinn, eine warme Theilnahme an den Vorgängen in der Familie, wie seine Freude an bft Natur und sein lebhaftes Interesse für alle die Welt bewegenden Begebenheiten. Von ganz besonderem Reize sind die Briefe über Moltkes Reise im Jahre 1835 nach Wien, Pest, dem Bosporus und Konstantinopel,' ferner über die Zustände Deutschlands im Jahre 1848 und später, sowie über die Kämpfe mit Dänemark. Das größte Interesse dürften die Briefe aus dem Feldzug von 1870 erregen, worin Moltke die Einzelheiten des großen Krieges drastisch schildert, u. A. auch betreffs des Aufschubs des Bombardements von Paris hervorhebt, daß damit nichts versäumt werde- er erwarte weit mehr von dem langsam, aber sicher wirkenden Hunger.
Straßburg, 6. November. Im Kreise Molsheim wurde Generalmajor Freiherr Röder von Diersburg in den Landesausschuß gewählt.
Metz, 6. November. Der Candidat der gemäßigten Einheimischen, Lanique, wurde vom Gemeinderath in den Landesausschuß gewählt. In den übrigen Wahlbezirken des Bezirkspräsidiums Metz wurden die bisherigen Landesausschuß-Abgeordneten wiedergewählt. In Saarburg wurde Notar Ditsch neugewählt.
Beru, 6. November. Der Vorsteher im Jndustrie- departement des Bundesraths, Dr. Deucher, hat dem Bundesrath eine Vorlage betreffend die Einführung des Zündholzmonopols des Bundes unterbreitet.
Paris, 6. November. Die Einnahmen an indirecten Steuern und Monopolen überstiegen den Voranschlag um 9 Millionen, das Erträgniß des Vorjahres um 9 900000. Die Zölle allein brachten 6J/2 Millionen mehr ein', als budgetirt.
Paris, 6. November. Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro stehen demnächst die Congr eß wählen bevor. Der Congreß werde die Verfassung revidiren und die Staatsform der Föderativrepublik beibehalten. Die Regierung sei entschlossen, jegliche monarchistische Kundgebung zu unterdrücken. Die Gegner der Republik sollen deportirt werden.
London, 6. November. Die japanische Gesandtschaft theilt nachfolgende Depesche mit: Bei dem Erdbeben vom 28. October in den Verwaltungsbezirken Aichi und Gifu wurden 6500 Menschen getödtet, 9000 verwundet. Die Zahl der zerstörten Häuser wird aus 75000, der beschädigten auf 1200 angegeben.
Belgrad, 6. November. In Folge der Ausbreitung der Diphtheritis wurde die Hochschule geschlossen.
Depeschen deS „Bureau Herold".
Berlin, 6. November. Die Firma Pötsch-Magdeburg unterbreitete dem hiesigen Magistrat ein Project für die Herstellung eines 14 Kilometer langen eisernen Tunnels zu einer Untergrundbahn. Das Consortium stellt eine Bau' summe von 50 Millionen Mark zur Verfügung.
Berlin, 6. November. Die „Voss. Ztg." meldet aus London: Baron Hirsch beabsichtigt, für Anfang 1892 einen internationalen jüdischen Congreß nach London einzuberufen zur Berathung der Mittel, die russischen Juden aus der gegenwärtigen Lage zu befreien und ihnen eine neue Heimath zu beschaffen.
Altena, 6. November. Zufolge des Genusses krankhaften Pferdefleisches sind 15 Personen erkrankt, ein junger Mann ist bereits gestorben. Von 30 an der Trichi- nosis Erkrankten liegen verschiedene schwer darnieder.
Lanban, 6. November. Es wurde die beunruhigende Entdeckung gemacht, daß die schlesische Gebirgsbahn bei Lichtenau durch Bergwerksstollen untergraben ist. Die Untersuchung wurde eingeleitet.
Kattowitz, 6. November. Die „Kattowitzer Zeitung" meldet, daß auch das Mehlholen in Rußland von jetzt ab verboten ist.
Myslowitz, 6. November. Der größte Theil deutscher Beamten bei der Sosnowicer Actiengesellschast für Bergbau und beim Hüttenbetrieb in Niwka und Zagorze (Russisch Polen) wurden entlassen.
Cocoles ttnd provinzielles»
Gießen, 7. November 1891.
— Sitzung der Stadtverordneten vom 5. November. (Schluß.) Von der Herz Schulhof'sch en Hinterlaffenschaft sind der Stadt Gießen 770 Mk.zugesallen,
des Stifters gemäß zum Besten der Armen der Stadt verwendet werden sollen. Es wird beschlossen, diese Zinsen (Mk. 26.98) alljährlich dem Dispositionsfonds der Armenkasse zufüeßen zu lassen. Dieser Fond, dem u. A. auch Gaben aus Sühneterminen u. s. w. zufließen, steht der Armendeputation zur Verfügung, wenn es sich um Unterstützungen handelt, die mcht in den für Ausübung der Armenpflege vorgezeichneten Rahmen passen- so kann z. B. mömentan Bedürftigen durch irgend welche Zuwendung aufgeholfen, verpfändete Sachen
ausgelöst werden u, s. w., ohne daß die Empfänger in die Armenliste kommen. — Das Erbbegräbniß von Ehr. Gerhard Hast befindet sich im Verzeichniß derjenigen Begräbnisse, die eingeebnet werden sollen, falls Hinterbliebene oder sonstige zur Unterhaltung Verpflichtete nicht mehr vorhanden sind. In Rücksicht darauf, daß die Eheleute Hast s. Z. zu Gunsten Hülssbedürftiger eine Stiftung in Höhe von 3000 fl. errichteten, beschließt die Versammlung aus Antrag der Friedhofs-Commission, die Unterhaltung des Begräbnisses aus die Stadt zu übernehmen. — In Betreff des Bebauungsplanes der beiden Garten ft raßen hatte die Stadtverordneten- Versammlung vor einiger Zeit beschlossen, die Grenzmauer von Steins Garten sowohl nach der Stadt zu, als in der Richtung nach dem Schiffenberger Weg als Baufluchtlinie, für welche Vorgärten vorgesehen sind, zu bezeichnen. Das Kreisbauamt hat dagegen vorgeschlagen, den Theil der Baulinie, an welchem die beiden Gartenstraßen durch ein Dreieck getrennt werden, abzurunden. Die Versammlung erklärt sich auf Antrag der Baudeputation damit einverstanden- sie spricht sich dagegen gegen den weiter von Großh. Kreisbauamt unterbreiteten Vorschlag aus, den hinter Steins Garten herziehenden Theil des Schiffenberger Weges an einzelnen näher bezeichneten Punkten zu erweitern. Dieser Theil des Schiffenberger Weges soll zwei Höhenprofile erhalten, nämlich ein tieferliegendes für die seitherige Fahrbahn und ein höher liegendes, durch eine Stützmauer und Geländer abgegrenztes, durch welches der Verkehr in die nach dem Corpshause der „Hassia" und weiter nach dem Nahrungsberge führende Straße ermöglicht wird. — Das Gesuch um Anbringung einer Straßenlaterne am Eingang zur Diezstratze in den Neuen Bäuen nwr von dem Gas- und Wasserwerk zur Ablehnung empfohlen worden, da infolge Vorhandenseins einer Laterne am Schreiner Weber'schen Hause die Nothwendigkeit, eine weitere Laterne aufzustellen, nicht vorliege. Herr Schmall tritt für Aufstellung einer Laterne ein, da es schon vorgekommen, daß Leute beim Betreten der Diezstraße vom Trottoir gefallen seren. Herr Schopbach spricht sich für Anbringung der Laterne am Dr. Reatz'schen Hause aus, wodurch der Eingang zur Diezstraße mit beleuchtet würde. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß die Laterne am Weber'schen Hause wegen der in mancher Hinsicht nothwendigen Beleuchtung des Trillergäßchens nicht entbehrt werden könne. Es soll vor weiterer Beschlußfassung Besichtigung der Beleuchtungsverhältnisse an Ort und Stelle stattfinden. — Infolge des an Herrn Peter Pitz gestellten Ansinnens, die Einfriedigung vor seinem Hause an der Grünberger Straße vorschriftsmäßig zu erneuern, hat derselbe bei Großh. Kreisbauamt um Ueber- lassung des den Straßengraben bildenden Geländes und Beseitigung des Grabens nach erfolgter Anlage eines Durchlaßrohrs nachgesucht. Die Stadtverordneten-Versammlung hat gegen das Gesuch nichts einzuwenden. — Einer den § 21 der Localpolizeiverordnung zur Allgemeinen Bauordnung betreffenden Frage Großh. Polizeiamts gegenüber beschließt die Versammlung, daß es bei Herstellung oder Veränderung von baulichen Anlagen der in Art. 23 der Allgemeinen Bauordnung bezeichneten Art bei der seither bestandenen Anzeigepflicht bleiben solle. — Zufolge einer Anregung in voriger Sitzung soll der etwas abschüssige Pfad längs des Schoorgrabens an der Ostanlage (in Nähe des Liebig-Denkmals) erhöht werden, — Nachdem in der Löb erstraße eine Anzahl Neubauten in Arbeit genommen, liegt für die Stadt die Verpflichtung vor, jene Straße von der Bismarckstraße bis zur Goethe- straße auszubauen. Die Baudeputation hat die Anlage einer die Straße nach der Wieseck abschließenden Quaimauer nebst eisernem Geländer empfohlen. Ueber die Frage, inwieweit bei Anlage dieser Mauer Rücksicht auf eine Ueberbrückung der Wieseck im Zuge der Goethestraße zu nehmen und ob die Ueberbrückung als Straßenbrücke oder nur als Fußgängerbrücke anzulegen sei, entwickelt sich eine eingehende Besprechung. Während in der Baudeputation die Ansichten zu Gunsten einer Fußgängerbrücke vorwiegend waren, sprachen sich die Herren Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Wallenfels, Homberger, Heyligen- taedt für Errichtung einer Straßenbrücke aus, um dem Fuhrwerksverkehr nach Fertigstellung der den Seltersweg mit der Südanlage verbindenden Straße eine möglichst directe Verbindung zwischen Ludwigsstraße bezw. Stefansmark und Alt- tadt zu sichern. Andererseits wurde, besonders von den Herren Petri und Oberbürgermeister Gnauth, die Anlage einer Fußgängerbrücke empfohlen, da die vorhandenen Brücken in der Bismarckstraße und Bleichstraße dem Fährverkehr genügten. Herr Oberbürgermeister Gnauth empfahl die Anlage einer Fußgängerbrücke u. A. auch deshalb, weil es für jede Stadt ein Vortheil sei, Stadtviertel zu besitzen, die nicht so in den allgemeinen lebhaften Verkehr hereingezogen würden. Wenn der der Goethestraße eigenthümliche ruhige Charakter gewahrt würde, würden die Wohnungen dort mit Vorliebe von Solchen gesucht, denen ein ruhiges Wohnen infolge ihres Berufes oder aus sonstigen Gründen besonders erwünscht sei, es sei deshalb verkehrt, jeden Stadttheil zu einem Geschäftsviertel zu gestalten. Er empfehle, bestimmten Beschluß darüber zu fassen, ob eine Straßenbrücke oder eine Fußgängerbrücke errichtet werden solle, damit den Baulustigen bei Errichtung von Neubauten Gelegenheit gegeben werde, dieselben der zukünftigen Gestaltung des Verkehrs anzupaffen. Es wird aus Antrag des Herrn Georgi die Beschlußfassung über die Art der Ueberbrückung ausgesetzt und die Sache an die Bau- deputation zurückoerwiesen. — Ueber den von denDr 0 schken - Rutschern vorgelegten neuen, erhöhte Fahrsätze enthaltenden Tarif wird Beschluß noch nicht gefaßt, sondern derselbe zur nochmaligen Berathung an die Finanzdeputation verwiesen.
— Von der Universität. Der Privatdocent an der technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Adolf Hansen, ist einer der „Frks. Ztg." zugegangenen Nachricht zufolge, zum Nachfolger des Geh. Rath Prof. Hoffmann auf dem Lehrstuhle !)er Botanik an hiesiger Universität ernannt worden.
— Neues Theater. Gestern ging hier zum ersten Mal | Klausemanns reizendes Lustspiel „Alfreds Briefe" über !
die Bretter. Das Stück, sonst ohne jede Handlung, besteht lediglich aus einer Reihenfolge von drastischen „Mißverständnissen",^ die zahlreiche komische Scenen Hervorrufen und die Lachmuskeln des Zuschauers fortwährend in Bewegung setzen. Der Inhalt ist kurz der: Der Großkaufmann Berner hat auf einer nächtlichen Bierreise in seiner Bezechtheit die zweifelhaftesten Bekanntschaften gemacht, mit ihnen Brüderschaft getrunken und sie obendrein noch zu der am anderen Abend stattfindenden musikalischen Soiree seiner für Musik schwärmenden Frau eingeladen. Von den geladenen Zechbrüdern erscheint auch wirklich ein gewisser Lehmann in keineswegs salonfähigem Aufzuge. Die Gnädige, welche zu der Soiree einen berühmten Geigisten aus Brasilien mit dem pomphaften Namen Don Manuel Benajas y Portocarera zugezogen, hält Lehmann für einen Berichterstatter der Kölnischen Zeitung, in welchem Glauben sie ihr Gatte natürlich läßt, da er heute in nüchternem Zustande weder von der Existenz dieses Lehmann noch von der Brüderschaft mit demselben eine Ahnung hat. Lehmann erkennt aber in dem berühmten Geigisten einen ehemaligen Heringsbändiger aus Jnowrazlaw und die Gnädige fällt ob dieser Blamage in Ohnmacht. Mit diesem Knalleffect schließt der erste Act. Diesem großen Krach folgen nun zahlreiche andere. Im zweiten Act entpuppt sich der Herr Lehmann von der Kölnischen Zeitung als ein Agent von der Kölnischen Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Der dritte Act führt uns das Liebesverhältniß Metas, der Tochter Berners, mit dem Referendar Fritz Ebert vor Augen. Meta hat ihren Anbeter um die Zeit, wo der Papa an der Börse ist und Mama zu einer musikalischen Matinee eingeladen war, in Audienz zu empfangen beabsichtigt. Dieser Plan geht aber in die Brüche, da die Gnädige nach der gestrigen Blamage die Matinee nicht besuchte. Dieser unvorhergesehene Fall fördert nun bei der Unbeholfenheit und Schüchternheit des pünktlich erscheinenden Referendars die drolligsten Scenen zu Tage. Im vierten Act kommt endlich das Object, dem das ganze Stück seinen Namen verdankt, zur Geltung. Es ist dies eine von Langer, dem derzeitigen Dirigenten des Musikvereins „Euterpe" aufgefundene Briefmappe des verstorbenen Musikers Alfred Müller, welcher unter seinen zahlreichen Verehrerinnen auch s. Z. die Gattin Berners und des Großkaufmanns Gruner gehabt haben muß, denn beide Gattinnen erinnern sich plötzlich verschiedener zarter Briefe, die sie an „Alfred" als 16jährige Backfische geschrieben. Diese Briefe will nun Jede, um der Blamage zu entgehen, um jeden Preis in ihren Besitz bringen. Der für Alfred Müller begeisterte Musikdirigent Langer beabsichtigt dieselben auf der Soiree zu versteigern, um aus deren Erlös dem großen Müller eine Marmorbüste zu errichten. Die beiden Gattinnen haben die gegenseitigen Gatten gebeten, um jeden Preis die Briese zu ersteigern- Beide bieten in die Puppen, der Referendar aber überbietet auf Veranlassung der Frau Berner Beide, läßt aber die Mappe, nachdem er mit Freund Lehmann gekneipt, in der Droschke liegen und Lehmann bringt dieselbe am nächsten Morgen. Der Inhalt der Mappe sind — unbezahlte Rechnungen des berühmten Alfred. — Was die Darstellung anbelangt, so war das Gesammtspiel bei einer glücklichen Vertheilung der Rollen ein vorzügliches und rief den lebhaftesten Beifall hervor. (Wegen Mangel an Raum kommen wir auf die einzelnen Darsteller noch später zurück.) — Zu bedauern ist nur, daß der Besuch so schwach war, was wohl aus dem Umstande zu erklären ist, daß das Publikum einem neuen Stücke zuerst abwartend gegenübersteht. Das gleiche Schicksal erlitt die Premiere dieses Stückes am Wallnertheater in Berlin- die zahlreichen Wiederholungen brachten aber größtentheils ausverkaufte Häuser. Hoffen wir, daß dasselbe auch hier der Fall sein wird.
:|: Neues Theater. Eine Sonntags-Vorstellung im wahren Sinne des Wortes ist: „W a l d l i e s ch e n, oder die Tochter der Freiheit," Charakterbild mit Gesang in 3 Arten von Karl Elmar. Das Werk, obgleich ein schon ziemlich altes, beherrscht noch heute das Repertoir aller deutschen Bühnen, ein Grund, der wohl ausschließlich in der reizenden Musik von Eduard Titl zu suchen ist. Die ziemlich zahlreichen Lieder sind so zu Herzen sprechend, daß wir dem theater- besuchenden Publikum einen höchst genußreichen Abend garantiren können.
— Generalversammlung des Eisvereius. Am Donnerstag Abend sand in dem Hotel Victoria die diesjährige Generalversammlung des Eis Vereins statt. Die geringe Betheiligung bewies, wie vertrauensvoll die nach vielen Hunderten zählenden, dem Eissport eifrig huldigenden Mitglieder des Vereins die Mühewaltung für den Verein den Vorstandsmitgliedern überlassen, denn nur solche waren ausschließlich vertreten. Die Mitglieder dürfen es dem Vorstande denn auch nicht verübeln, wenn er sich noch länger dieses Vertrauens würdig zeigen will und in Erledigung des zweiten Punktes der Tagesordnung per Acclamation sich selbst wiederwählte. Und dieser Vorstand hat gezeigt, daß er dies Vertrauen verdient. Für seine Thätigkeit in der Vergangenheit sprach die vorletzte Jahresrechnung, für welche ihm nach Prüfung Entlastung ertheilt wurde, seine Fürsorge, die Eisfreuden seinen Mitgliedern auch in Zukunft zu erhalten, beweist der Inhalt des dritten Punktes der Tagesordnung. Es wurde der Antrag gestellt und einstimmig von der Versammlung angenommen, in Abänderung des § 3 der Statuten den Mitgliederbeitrag auf 2 Mk. zu erhöhen. In Verfolgung des Stadterweiterungsplanes wird seitens der Stadt die Verlängerung der Wiesenstraße geplant, dieselbe wird mitten durch den Eisteich gehen, und es erwächst dem Verein die Ausgabe, Mittel und Wege zu finden, wie er die Eisbahn in genügender Größe erhält, wie vorerst unter der Straße her das Wasser in den unteren Theil des Teiches geleitet wird. Hierdurch entstehen Kosten in noch nicht zu berechnender Höhe, für deren Ausbringung rechtzeitig Sorge getragen werden muß. Wir sind überzeugt, daß jedes Mitglied mit Freuden die kleine Höherbesteuerung tragen und sich lediglich dadurch schadlos halten wird, daß es auch auf der Eisbahn.


