Triumph an Triumph. Thefsa Klinkhammer ist eine Künstlerin „von Gottes Gnaden". Mit einem klangreichen, volltönenden Organe verbindet sie ein lebenswarmes Spiel- sie weiß stets für die verschiedenen Regungen des Herzens den richtigen Ton in genialer Weise anzuschlagen. Ebenso vorzüglich gibt sie die naive Unschuld und weiche Empfindung, wie die Gefühle der Leidenschaft und des Schmerzes wieder. Ihre Haupterfolge hat sie als Lorle in „Dorf und Stadt", Grille, Cyprienne, Francillon, Dora und Ilse zu verzeichnen. Thessa Klinkhammer gastirte mit großem Erfolge bereits in Düsseldorf, Barmen, Elberfeld, Crefeld, Hannover, Chemnitz, Rostock, Stralsund, Magdeburg, Danzig, Königsberg i. Pr., Riga, Görlitz, Liegnitz, Posen, Aachen, Wiesbaden, Frankfurt a. M. u. s. w.
— Zu der in gestriger Nummer gebrachten Notiz über die Neuwahl des Vorstandes des Kriegervereins Gießen wäre noch hinzuzufügen, daß außer den genannten Herren, welche auch schon im vorigen Jahre dem Vorstand angehört haben, noch weiter gewählt worden sind: Die Herren Schutzmann Bommersheim, Metzgermetster Klein und Schneidermeister Stumps. — Der Verein zählt bis jetzt 220 Mitglieder.
x Lich, 5. Februar. Wie weit es die antisemitische Bewegung in unserer Gegend treibt und in welcher Weise dieselbe zu allen möglichen Zwecken benutzt wird, davon liefert der bekannte „Reichsherold" in Nr. 379 unter der Spitzmarke „Krainfeld" folgende Probe. Hier heißt es nämlich wörtlich: „Was sagt man aber dazu, daß Herr Dr. Seipp in Lich zu seinem Stellvertreter einen Juden genommen hat? Wrr denken, daß es wohl manchem der Bewohner Lichs und der Umgegend lieb ist, solches zu erfahren." — Wir erwidern hierauf: „Was sagen aber nunmehr die Leser dieses verehrten Blattes dazu, wenn sie hiermit aus Grund zweifelloser Feststellung versichert werden, daß der vorstehend erwähnte Stellvertreter des Herrn Or. Seipp, Herr Dr. Paul Schimm el- p fennig, evangelischer Consession und der Sohn des in Halle verstorbenen Postsecretärs Schimmelpfennig ist, welcher gleich seinem Sohne evangelischer Consession war?" Solches Treiben richtet sich wohl von selbst und bedarf deshalb unsererseits gewiß keines weiteren Commentars.
— Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen. In einem eben erschienenen amtlichen Nachweise ist das Brand- versicherungscapital zu Ende des Etatsjahres 1888 89 mit 1 088 869 880 Mk. verzeichnet, wovon auf die Provinz Starkenburg 425 434 570 Mk., aus die Provinz Oberhessen 288 669 350 Mk. und auf Rheinhessen 474 735 960 Mk. entfallen. — Infolge von Krankheit und Geschäftslosigkeit tödtete sich in Mainz am 3. ds. Mts. ein Installateur dadurch, daß er einen Gashahn öffnete und das ausströmende Gas einathmete. — In Neunkirchen wurde ein Mann beim Holzfällen im dortigen Gemeindewald so unglücklich von einer umstürzenden Buche getroffen, daß er sofort eine Leiche war. — In Worms machte sich ein zehnjähriges Mädchen, dessen Eltern ihm die Mitnahme auf eine Reise nach Mainz verweigert hatten, allein aus den Weg nach dort. Das Kind gelangte zu Fuß bis nach Bodenheim (ca. 8 Wegstunden), woselbst es angehalten und seinen Eltern wieder zugesührt wurde. — In Nieder-Roden spielten zwei Arbeiter in der Braunschweiger Lotterie, sie gewannen 60000 Mk., die ihnen in voriger Woche ausgezahlt wurden.— In Worms erhängte sich am Mittwoch der Handarbeiter und Zwiebelhändler Kögel. Seine Leiche wurde nach Gießen gebracht. — In Oppenheim wurde dem neugewählten Bürgermeister, Weingutsbesitzer Koch, am Tage seiner Einjührung ein Fackelzug gebracht.
* Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verordnung, wonach das gewerbsmäßige Herstellen, Verkaufen und Feil- hälten von Maschinen, welche zur Herstellung künstlicher Kaffeebohnen bestimmt sind, verboten ist.
* Nauborn, 5. Februar. Heute Nachmittag hat sich der Schneider Conrad Schmidt von hier in einem nahe bei dem Dorfe gelegenen Fichtengehölz erschossen.
Laudwirthschafttiche Winke und Rathschläge.
Larrdwirthschaftttche Rebenbetrieve.
△ ArrS Oberhoheit, Anfang Februar.
Ehe wir in der Besprechung über den Anbau von Arznei- »Nb Heilkräutern weiter gehen, möchten nur darauf hinwusin, daß man nicht gleich eine Plantage von 5 oder 10 Morgen anbauen muß, sondern daß kleine Stücke Land oder ein Thetl des sonst nicht genügend benutzten Grablandes oder Gartens dazu verwendet werden kann.
Bildend und erziehend, zugleich die Intelligenz und den Spar- trteb weckend, verfährt ein Hausvater, wenn er seinen schon etwas herangewachfenen Krndern ein Stück Land überweist, sie die Cultur von Arznei- und Heilkräutern lehrt (was nach den von uns gegebenen Anhaltspunkten eine Leichtigkeit ist) und den Kindern den Reinertrag in die Sparbüchse oder noch besser in das Sparkasse buch thut. Es ist em Genug, die Kinder arbeiten zu sehen, besonders wenn einmal eine Ernte gemacht worden 'st. Durch solche Anregungen werden häufig die Grundlage« z«m Guten für die Zukunft gelegt und mancher schtappwrwünz'ge Junge, der Bücher und Kleider verunziert, wird ordeniltch und pünktlich, wenn sein Interesse in practtscher Wette geweckt wird.
Wir fahren in der B-iprechung hinsichtlich der Arzneikräuter weiter fort. Da ist der Fenchel (foeniculum vulgare). Er verlangt einen tiefen, humosen Boden. Im April wird der Samen in ein Gartenbeet gesät; wenn die jungen Pflanzen 8 dis 10 Eentimeter doch geworden sind, versetzt man sie ins Land, reihenweise etwa 25 Eentimeter weit auseinander. Das Verfahren ist also genau dasselbe wie bei Weißkraut, Wirsing u. dgl. m. Behacken ist nolh- »endtg. Im Herbste schneidet man die noch nicht ganz abgestorbenen Stengel ab; im zweiten oder dritten Jahre probucirt die Pflanze den meisten Samen. An der gelb werdenden Dolde erkennt man, daß der Same reif wird; die Dolden werden abgeschnttten und an einem trockenen, luftigen Orte aufgehängt, spater reibt oder Hopft man den Samen aus. Nach dem dritten Jahre pflügt man dre Pflanzung um, weit der Fenchel alsdann ausartet. — Der Fenchel wird vielfach ins Brod gebacken und mit Gurken eingelegt. Säug
linge erhalten Fenchelthee, weil dieser blähungoertreibend und auswurf- befordernd wirkt. Man stellt aus dem Fenchel, der viel ätherisches Oel und einen gewürzhaften, süßen, anisartigen Geschmack b-sitzt, folgende Präparate dar: Fenchelöl, Fenchelliqueur, Fenchelölzucker, Fenchelwasser rc.
Der Anis (pimpinella anisum) wird ähnlich wie der Fenchel behandelt; er verlangt einen leichten, etwas lehmigen, lockeren Boden. Die Aussaat findet Ende März oder Anfang April, die Ernte in der zweiten Hälfte des August statt. Der Anitzsamen schmeckt gewürz- haft süß, riecht lieblich, etwas scharf und besitzt ätherisches Oel. Er wirkt gegen Blähungen, Koliken, Eatarrhe, Brust- und Unterleibs- Verschleimungen. Man verwendet ihn zu Branntwein und Liqueuren und zu feinem Backwerk. Wer hat noch kein Anisgebackenes gegessen? Auch in der Seidenfärberei wird Anis angewandt. In Deutschland wird vorzugsweise in Thüringen bei Gotha, Erfurt, Magdeburg, Mühlbausen (Bollstädt) viel Anis gebaut und ein schönes Stück Geld dadurch verdient. Es scheint außer Zweifel zu sein, daß sich diese Heilpflanze auch in Oberhessen mit Vorthetl cultioiren läßt.
Die Pfessermünze (mentha piperita), eine vortreffliche Pflanze, deren Kraut kurz vor dem Blühen gesammelt und von den Stengeln befreit wird. Der Geruch ist kampferartig-gewürzhaft, der Geschmack anfangs brennend, dann kühlend. Die Anwendung der Pfeffermünze ist außerordentlich vielfach: als Thee bei krampfartigen Uebeln; zu Umschlägen, Bähungen, Bädern und Kräutersäckchen, als Pfeffermünzöl, -Liqueur, -Küchelchen, zu Pfeffermünzpuloer und vielen anderen Dingen.
Der Coriander (coriandrum sativum) soll kurz erwähnt werden. Er hat tm frischen Zustande einen unangenehmen, rvanzen- artigen Geruch, der sich durch das Trocknen vollständig verliert. Man benutzt den Coriander in der Haushaltung, sogar in der Bierbrauerei und er hat ähnliche chemische Eigenschaften wie Anis und Fenchel, doch wird er nicht so häufig verwandt. Wir haben ihn der Vollständigkeit wegen kurz erwähnt.
Der Senf (sinapis alba) ist nicht blos ein Arznei- und Heilkraut, sondern vorzugsweise ein Küchenkraut. Seine Anwendung ist eine hundertfältige als Senfmehl, als Zugabe bei Fleischspeisen, bei Essig, als Pflaster um einen Reiz auf die Haut auszuüben, zu Oel, beim Etnmachen von Gurken, bei Fußbädern und noch bei vielem Anderen. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts hat Graf Ztnzendorf sogar einen mystischen, geheimen Orden, den Senfkornorden, gestiftet.
Ferner ist noch erwähnenswerth der Wermuth (artemisia absynthium), der sich auf Schuttbausen, in der Nähe von Ruinen und Gebäuden, an sonnigen Berghängen selbst fortpflanzt, aber auch cultivirt wird. Durch das Sammeln der Blätter vor der Blüthe und die blühenden Spitzen (summitates absynthii) finden Kinder und alte Leute einen kleinen Nebenerwerb. Der Wermuth hat einen sehr bitteren Geschmack und einen starken gewürzhaften Geruch. Aeußerlich wird er als zertheilendes Kraut mit anderen Ingredienzien, innerlich. als magenstärkendes, wurmtreibendes Mittel angewandt. Wermuth- Bier, -Bitter (Absynth), -Extract, -Oel, -Salz, -Tinctur, -Wein beweisen die vielseitige Verwendbarkeit dieser Heilpflanze.
Die oorgeführien Beispiele zeigen, daß der kleine Landwirth Gelegenheit finden kann, seine Arbeitskräfte und jedes Fleckchen Grund und Boden vortheilhaft zu verwerthen. Alljährlich gehen große Summen für Arznei- und Heilkräuter nach allen Weltgegenden; die Droguisten und Apotheker zahlen schöne Preise für die Kräuter; sie werfen eine drei- bis vierfache Rente dem Getreide- und Gemüsebau gegenüber ab und machen doch nicht mehr Arbeit, als jene Culturen. Natürlich muß man sich von seinem gewöhnten Gang und Trab etwas losschälen und in die Sache etwas hineindenken können.
Zum Schluffe mögen noch einige Bemerkungen über die Heilkräuter und deren Cultur und A«we«d««g in früheren Jahrhunderten hier folgen. In Klostergärten wurden sie sorgfältig cultivirt. Noch früher, bei den alten Völkern waren es Priester und weise Frauen, welche sich mit dem Sammeln. Aufbewahren und Anwenden der Heilkräuter befaßten. Karl der Große hat genau vorgeschrieben, was für Heilkräuter in den kaiserlichen Gärten gezogen werden mußten.
In jenen Zeiten war die Anzahl der Kräuter eine noch viel größere, als jetzt, weil unsere Chemiker viele Stoffe darstellen können, ohne daß hierzu jene Pflanzen nöthig sind; man braucht also so viele Pflanzen nicht mehr zu cultioiren. Außerdem habe ich die Gift- pflanzm, deren Säfte, mäßig angewandt, sehr heilsam, besonders krampfstillend wirken, wie z. B. Stechapfel, Fingerhut, Bilsenkraut u. v. A. gar nicht namhaft gemacht, damit die Leute nicht zur Cultur gereizt werden. Es bleibt daher noch Einiges in Bezug auf die Anwendung der Heilkräuter in nnferet Zeit zu sagen übrig. Unsere Aerzte, nach dem neuesten Stande der Wissenschaft gebildet, wollen eine Krankheit, wenn sie wirklich einmal da ist, nicht coupiren, d. h. durchschneiden und unterbrechen, sie können es auch nicht. Eine Hauptkunst in der Medicin ist, eine sich entwickelnde Krankheit rechtzeitig erkennen und sie nicht aufkommen zu lassen.
Welche Hebel sind es nun, die vorzugsweise auf dem Lande auftreten? Erkältungen und verdorbener Magen. Unter hundert Krankheitsfällen lassen sich mindestens 95 auf obige beiden Fälle zurücksühren. Wenn nun der umsichtige Hausvater oder die kluge Hausmutter die Wirkungen der Heilkräuter ein wenig kennt, wenn man etwas Kamille, Pseffermünz, Eibisch, Fenchel, Lindenblüthe, Senfmehl u. dgl. im Hause hat und sie anzuwenden versteht, so ist es außer allem Zweitel, daß die meisten Krankheiten im Keime durch Anwendung solcher Mittel erstickt werden können.
Einsender kennt eine Familie mit großem Kindersegen; die Hausmutter versteht sich vortrefflich auf Arznei- und Heilkräuter und hat stets selbstgesammelte Vorräthe im Haus. Die Leute sind einige zwanzig Jahre verheirathet und hatten noch keine zehn Mal den Arzt nöthig. Das Schönste dabei ist, daß die Frau wegen ihrer Kräuter- kunde von vielen Dorfbewohnern als halbe, sogar als ganze Hexe angesehen wird.
Es steckt, wie in dem Aussatze über Ausrottung der Mistet kürzlich hervorgehoben wurde, noch ein gutes Stücklein Aberglaube in den Menschen. Diesem eutgegenzuwirken, ist auch ein Grund zur Niederschreibung dieser Zeilen. Ganz besonders habe ich deßhalb nicht blos die Cultur der Kräuter, sondern auch ihre Anwender«- «nd heilkräftige Wirkung hervorgehoben und so hoffe ich, daß diese Zeilen nicht auf einen ganz unfruchtbaren Boden fallen werden.
Bei der jetzigen Witterung können die Pastillen der „Kaiser-Friedrich-Quelle4‘ nicht warm genug empfohlen werden. Man mache einmal einen Versuch und kaufe sich eine Schachtel in der nächstliegenden Apotheke oder Mineralwasser- handlung etc. » 623
Q56 bewährt sich als unübertroffen zum tägl.
Gebrauch, statt Oel ob. Pomade, das staatl.
gepr. und begutachtete Haarwasser v. Retter in München.
Zu haben um 40 H und X 1.10 bei
1130] I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25 in Gießen.
X'erfrfr«, Cond» und
Giesse«, 7. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. 7-9, 2 St. - H, Enteneier 1 ©t--H, 2 (St -
Käse pr St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen vr. Liter 30 4,
Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar X 0,60—0,70, Hühner pr. Stück X 1,20—160, Hahnen pr. St- X 1,40—1,70, Enten pr. Stück X 2,00-2,20, Ochfenfleisch pr. Vfd 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 62-68 Kalbfleisch 60-64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,00- 0,00, Weißkraut pr. St- 3—7 H, Zwiebeln per Centner X 8,00—0,00, Milch per Liter 12-18 H. Gänse pr. Pfd. 60—
Bekamrtrmrchrrrrg.
Uufschrift der Postfenbunge«.
Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen muffen auf denselben Empfänger und Veftimmungs- ort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichft genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, uiunittel- bar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.
1. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Poftbezirk (0., N., NO. rc.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerken.
8. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Post- verkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus dem „Ver- zeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zum Preise von 10 Pf. durch Bermtttelung jeder Reichs-Postanftalt bezogen werden kann.
4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empsiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. ro.), in welchem der BestiM- mungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Fl üss en s(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) rc.j, oder von Gebirgen l(Harz), (Riesengebirge) rc.j. Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Attmark), (Lausitz) rc.) für den Zweck geeignet.
6. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch dieseniae-Post- anstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.
•. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Jntereffe der Absender, die Aufschriften der Sendunaen hiernach aenau anrufertiaen.
Att-zug auf den Standesaint»regrfte*n
der Stadt Giesse«.
Ausgetzste.
Februar: 3. Ludwig Carl Becker, Trambahnbediensteter in Frankfurt a. M., mit Margarethe Vollmer daselbst. 5. Carl Schnell, Schneider dahier, mit Helene Balser Hierselbst. 5. Johann Georg Leib, Former dahier, mit Elisabeth Wagner von Kirchvers. 6. Ernst Friedrich August Böttcher, Arbeiter zu Badegesch, mit Wilhelmine Stürzebecher zu Neumerine.
Eheschliessungen.
Februar: 3. Carl Sellheim, Großh. Oberamtsrichter zu Friedberg, mit Emilie Mosler Hierselbst. 6. Jacob Schneller, Tag- löhnec dahier, mit Emma Deichhardt von Ilbenstadt.
Geborene.
Januar: 25. Dem Spengler Otto Rühl ein Sohn. 28. Dem Metzgermeister Georg Emil Karl Möhl eine Tochter, Mathilde Auguste Minna. 28. Dem Kutscher Heinrich Karl Dechert ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Carl Petri III. ein Sohn. 30. Dem Spengler Wilhelm Rühl ein Sohn, Georg Theodor Julius Hans Ldols. 3U Dem König!. Stations-Assistent Johann Georg Giegling ein ^>ohn, Karl Rudolph. Februar: 1. Dem Dienstmann Karl Reuter II. eine Tochter. 1. Dem Schneider August Wilh. Huthmann ein Sohn, Heinrich Gustav Karl. 1. Dem Vicefelbwebel Jobs. Wahl eine Tochter, Emma Johanna. 2. Dem Fußgendarm Johann Georg Baum ein Sohn, Johann Georg. 3. Dem Gepäckträger Georg K ein eine Tochter. 6. Dem Schlosser Eduard Koplin eine Tochter.
Gestorbene.
Januar: 30. Adolf Weber, 29 Jahre alt, Bergmann von Donsdach. 30. Marie Narz, 33/< Jahre alt, Tochter von Schneider Clemens Narz dahier. 31. Ludwig Amend, l3/< Jahre alt, Sohn von Taglöhner Jacob Amend aus Allendorf a. Lahn. 31. Katharine Bierau, geb. Schieserstein, Ehefrau von Locomotioheizer Louiö Steren dahier. 31. Rosa Sondheim, geb. Lissarb, 48 Jahre alt, Wittwe von Metzger Nathan Sondheim dahier. Februar: 1. Katharine Decker, geb. Schildwächter, 33 Jahre alt, Ehefrau von Fuhrmann LouiS Decker hier. 2. Georg Franz, 39 Jahre alt, Badeanstaltsbefitzer dahier. 3. Ludwig Jung, 12 Jahre alt, Sohn von Bergmann Andreas Jung zu Bieber. 4. Elise Marie Nachtigall, 8 Jahre alt, Tochter von Schmied Wilhelm Nachtigall dahier. 4. Katy. Müller, geb. Weber, 78 Jahre alt, Ehefrau von Schreinermeister Ludwig Müller dahier. 4. Heinrich Hermann Seeger, 12 Jahre alt, Sohn von Gastwirth Heinrich Hermann Deeger dahier. 6. Jacob Dörr, 80 Jahre alt, Privatmann dahier.
ArssOMg au$ den Kirchenbüchern
der etafrt Giesse«.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Am 3. Februar. Carl Gustav Georg Daniel Ludwig Sellhei«, Oberamtsrichter zu Friedberg, ein Wittwer, und Emilte Mosler, Tochter des zu Butzbach verstorbenen Landrichters Carl Mosler.
Am 6. Februar. Jakob Schneller, Taglöhner zu Gießen, und Emma Deichhardt, Tochter des Taglöhners Johannes Paul Deich- Hardt zu Ilbenstadt.
Getaufte.
Am 1. Februar. Dem Schuhmacher Wilhelm Schmidt ein Sohn, Ferdinand Carl Heinrich, geboren am 25. December 1890.
Denselben. Dem Kellner Wilhelm Müller ein Sohn, Johann Carl August, geboren am 2. Januar.
Denselben. Dem Locomotioheizer Friedrich Kreiling eine Tochter, Minna Adolfine, geboren am 25. December 1890.
Denselben. Dem Schlaffer Gerhard Schepers eine Tochter, Sara, geboren am 27. December 1890.
Denselben. Dem Kaufmann Wilhelm Möhl ein Sohn, Wilhelm Gustav August, geboren am 16. Januar.
Am 3. Februar. Dem Locomotioheizer Louis Bierau ein Sohn, Otto Heinrich Georg, geboren am 19. Januar.
Denselben. Dem Telegraphen-Verwalter Georg Manefeld eine Tochter, Luise Emma Auguste, geboren am 28. Decrmber 1890.
Beerdigte.
Am 1. Februar. Wilhelm Carl Schweineberg, Sohn deS verstorbenen Stations-Assistenten Wilhelm Schweineberg, alt 10 Jahre, starb am 29. Januar.
Am 3 Februar. Katharine Decker, geb. Schildwächter, Ehefrau des Fuhrmanns Louis Decker, alt 33 Jahre, starb am 1. Februar.
Denselben. Katharine Bierau, gxb. Sckieferstein, Ehefra« deS Hilfsloeomotioheizers Louis Bierau, alt 21 Jahre, starb am 31. Januar.
Den 4. Februar. Georg Franz, Schreiner, ein Wittwer, all 39 Jahre, starb am 2. Februar.
Am 6. Februar. Katharine Müller, geb. Weber, Ehefrau deS Schreinermeisters Ludwig Carl Müller, alt 78 Jahre, starb am 4. Februar.
Denselben. Hermann Heinrich Seeger, Sohn des GastwirthS- Johannes Seeger, alt 12 Jahre, starb am 4. Februar.


