Ausgabe 
7.7.1891
 
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Ausland.

Wien, 4. Juli. Die heutige Schlußsitzung des Welt- postcongresses versammelte die Mitglieder vollzählig. Nach dem Schlußworte Obentrauts folgten Danksagungen an den Kaiser durch den niederländischen Generalpostmetster Hotfsteede, an den Handelsminister durch Staatssecretär Stephan, welcher u. A. hervorhob, die Flagge des Weltpost­vereins wehe über allen fünf Welttheilen als Symbol der Zivilisation und Brüderlichkeit der Nationen, ferner an den Bürgermeister Prix und die Congreßleitung durch den portu­giesischen Generalpostmeister Barros, den russischen General Desack, den Italiener Chiarasia, den Delegirten Uruguays Susviela und den Delegirten Egyptens Saba Pascha. Die Vertragsstücke wurden durch sämmtliche Delegirte unterzeich­net. Die Original-Acte wird im Ministerium des Aeußeren ausbewahrt.^d ^er Erzbischof von Calocsa, Ludwig Haynald, ist heute Nachmittag 1 Uhr gestorben.

Loudon, 4. Juli. Das Wetter ist für den heute statt­findenden Empfang des deutschen Kaiserpaares sehr günstig. Zahlreiche Privatdampfer, voll von Passagieren, fahren nach der Themsemündung ab, um der Ankunft der Gäste beizuwohnen. Ganz Windsor ist bereits in Flaggen-

Der junge Sculler siegte in hervorragend schöner Weise über seine viel älteren Gegner, welche von der Frankfurter Ruder- GesellschaftGermania", dem Kölner Ruder-Verein und dem Frankfurter Ruder-Club zu dem Meisterschaftsrudern genannt und erschienen waren. Außerdem gewannRübsamen noch das erste Junior-Rennen gegen die Mannheimer Ruder- Gesellschaft, den Kölner Ruder-Verein und die Hanauer Ruder- GesellschaftHassia". Durch diese gestrigen Erfolge, nament­lich durch die Meisterschaft vom Rhein, ist Gießen in ruder­sportlicher Beziehung an die zweite Stelle aufgerückt, denn diese, das ganze weite Stromgebiet des Rheines umfassende Meisterschaft dürfte unseres Erachtens nur noch der Meister­schaft von Deutschland im Werthe nachstehen. Großartig war der Empfang, den die Ruder-Gesellschaft ihrem jungen Meister in vergangener Nacht am Bahnhof bereitete. Unter den Klängen des Rudermarsches und bengalischer Beleuchtung fuhr der Zug, in welchem Rübsamen zurückkehrte, in die Bahnhofshalle ein, unter donnerndem Hurrah wurde Rübsamen den Schultern seiner Kameraden nach der Stadt getragen, auf im Hotel Einhorn beimPschorr-Bräu" erstattete ihm der Vorsitzende der Ruder-Gesellschaft, Herr Kirch, den ersten Dank, und kräftigeHip Hip Hurrah" ertönten zufrüher" Stunde zu Ehren des Meisters vom Rhein. Für die passiven und activen Mitglieder der Ruder-Gesellschaft dürste es von Interesse sein, zu erfahren, daß der Vorstand die Veran­staltung einer Festlichkeit im neuen Boothause in Aussicht genommen hat, auch machen wir daraus aufmerksam, daß der Meisterschafts-Pokal nebst Stern, sowie der Preis für das Junior-Rennen im Erker der Firma Wilh. Reiber aus­gestellt sind.

Lenz'scher Felsenkeller. Bei recht gutem Besuche führten

personal ist am Platze. Wir konnten uns selbst davon über­zeugen, daß der Anblick, der sich dem Auge auf der Unglücks- stätte bietet, ein wahrhaft grauenhafter ist, und unbegreiflich erscheint es, daß bei der starken Besetzung des Zuges so verhältnißmäßig wenig Verwundungen vorkamen. Em Waggon dritter und zweiter Klasse wurden rechts hmaus- geschleudert, der erstere liegt auf der Seite, der zweite, der ein Bild entsetzlicher Zerstörung bietet, ragt mit ab­gerissener Rückwand in die Lust. Ein Waggon erster und zweiter Klasse liegt quer über dem Bahngeleise ineinander gerannt mit einem weiteren Waggon. Hier weisen, sich die ärgsten Beschädigungen auf, und geradezu unbegreiflich er­scheint es, daß aus diesem Coupe überhaupt noch Passagiere am Leben blieben und es nur die eine Todte barg, der Brust und Unterleib eingedrückt war. Auf der anderen Seite liegt gleichfalls ein Waggon im demolirten Zustande auf der Wiese. Die verlassenen Coupes verrathen noch die kürzliche Anwesen­heit von Passagieren. Blumen, Brödchen mit Wurst re. lie­gen kunterbunt durcheinander. Um 10 Uhr waren noch drei Verwundete an der Unglücksstätte, darunter ein Knabe mit doppeltem Beinbruch. Er war aus der Rückwand eines Sitzes zweiter Klasse gebettet. Die Todte wurde provisorisch in der Güterhalle untergebracht, bis sie gegen Vormittags 11 Uhr vom Forchheimer Todtenwagen abgeholt wurde. Das Unglück ist aus einem Geleise passirt, das gestern um 70 Zentimeter hinausgeschoben wurde und das deshalb mit besonderer Vorsicht befahren werden mußte. Die Strecke dürfte vor einigen Tagen nicht frei werden, Bahnarzt Dr. Zinn sammt der Bamberger Sanitätscolonne unter Leitung ihrers Führers, Herrn Premierlieutenant Schlegler, konnte baldigst wieder heimkehren. Die Herren Dr. Engel­mann und Dr. Reichert sanden keine Gelegenheit mehr, sich nützlich zu machen. Die erste Hülse wurde den Verwundeten von zwei Aerzten gebracht, die als Zugtheilnehmer mitsuhren. Die unbeschädigte erste Locomotive hatte dann schleunigst von Forchheim Hülfe requirirt. Mit Bamberg war der Verkehr gänzlich unterbrochen. Im hiesigen Krankenhaus sind 13 Ver­wundete untergebracht, die zum Theil noch betäubt sind und daher über die Schwere der Verletzung kein Urtheil zulassen.

Bamberg, 4. Juli. Die Verwundungen der bei dem Bahnunsall in Eggolsheim verletzten Personen sind teil­weise schwer, aber nicht tödtlich. Die Namen der Verwun­deten sind noch nicht sämmtlich festgestellt, da die sofortige ärztliche Behandlung den Aufschub der Constatirungen be- nöthigte. Amputationen scheinen nicht nothwendig zu sein.

Bamberg, 4. Juli. Im hiesigen Krankenhause liegen die folgenden bei der Eggolsheimer Entgleisung verletzten Personen: Fritz Treuherz, Bankierssohn, schwer verletzt- Wilhelmine Treuherz, dessen Mutter, leichter verletzt - Olga Reiner, Gerichtsrathstochter, und^Emma Bexhauser, Baumeistersfrau aus Cöslin, Adelhaid Schulze, Kaufmanns­gattin aus Berlin, Klara Bothe, Privatierstochter, und Karl Bothe, Privatier, aus Berlin- Hans Deininger, Schmiede­meisterssohn aus Berlin, und Agnes Tramitz, Gutsbesitzers­tochter aus Cöslin, sämmtlich nicht schwer verletzt- Elise Kamitzky, Dienstmädchen, aus Berlin, schwerer verletzt- Adelhaid und August Weber, Kausmannseheleute aus Berlin, Oberschenkelbruch bezw. Kopfverletzung. Die übrigen Ver­letzten sind bereits außer ärztlicher Behandlung.

Sigmaringen, 4.Juli. Der Kaiser verlieh dem Fürsten von Hohenzollern das Prädikat Königliche Hoheit.

verrutschtes.

* Internationale elektrotechnische Ausstellung m Frank­furt a. M. 1891. Aus Frankfurt a. M., 2. Juli, wird uns geschrieben:Die electrische Ausstellung ist jetzt vollständig fertig. Zuletzt eröffnet wurden der 50 Meter hohe electrische Aussichtsthurm, die Pumpwerke aus dem Main und nach dem Wasserfall, das Bergwerk nebst Grubenbahn, die electrischen Bahnen nach dem Main und nach dem Opernplatze, das Siemens-Theater. Sämmtliche Dampf- und Dynamomaschinen, die Kraftübertragung aus dem 3y2 Kilometer entfernten Palmengarten, die 22 Werkstätten sind in vollem Betriebe. Die Kunstausstellung mit electrischer Beleuchtung ist ebenfalls fertig und wird in den nächsten Tagen dem Publikum zu­gänglich sein. Ebenso das electrische Boot, welches bereits polizeilich abgenommen ist. Jeder Besucher der Ausstellung wird dieselbe daher vom 5. Juli ab in allen ihren Theilen besichtigen können. Die Zahl der Besucher steigt von Tag zu Tag. Am letzten Sonntag wurden 13 348 Eintrittskarten abgegeben, in der letzten Woche 40 368, seit Eröffnung der Ausstellung bis 30. Juni 187098. Die Frankfurter Gast­häuser sind gefüllt- da jedoch in den letzten Jahren die Zahl derselben sehr gewachsen ist, so ist für gutes Unterkommen aller Fremden gesorgt, umsomehr als Anfangs nächster Woche ein unter Aussicht des Ausstellungsvorstandes stehendes, gut organisirtes Wohnungsbureau im Hauptbahnhof in Thätigkeit treten wird.

* London, 30.Juni. Die Capelle des 1. preußischen Garde-Dragoner-Regirnents (Königin Victoria-Regiment) kam heute hier von Berlin zu einem fünfwöchigen Besuche an.

Cocotes unb ^provinzielles,

Gießen, 6. Juli.

Huldigungstelegramm. Aus das am l.Juli gelegent­lich des Universitätsstistungsfestes an Seine Königliche Hoheit den Großherzog in seiner Eigenschaft Hector magni- ficentissimus gesandte Huldigungstelegramm ist folgende Ant­wort eingetroffen:Rectori, docentibus, studentibus gratias agit. Rector magnificentissimus.

Univerfit'ats - Nachricht. Als Docent für englische Sprache beabsichtigt sich im nächsten Semester Herr Dr. F. Holthausen an hiesiger Universität zu habilitiren.

Die Nr. 15 des im Auftrage des Evang. Pfarr­

vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Der wahre, ganze Pfarrer. 2. Gottesdienststörung und Reichsgerichtsentscheidung. 3. Ein Wort zu den Verhandlungen der IV. ordentlichen Landessynode. 4. Die Accidenzien- und Geschenksrage in der Landessynode. 5. Der Pfarrverein in Hessen-Darmstadt. 6. Antwort aus den ArtikelVerhältniß von Pfarrer und Lehrer". 7. Wie derSchulbote für Hessen" die Pfarrer behandelt. 8. General- Versammlung des Feuerversicherungs-Verbandes evangelischer Geistlichen in Hessen. 9. Der Pfarrer und sein Barett. 10. Deutsches Kirchenblatt! Deutscher Pfarrverein! 11. Mit­glieder des Pfarrvereins. 12. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 13. Briefkasten.

-r Die Meisterschaft vom Rhein, jahrelang im Besitz der Frankfurter Ruder-GesellschaftGermania", wurde aus der gestrigen XIII. Mittelrhein. Regatta in Mannheim von der Gießener Ruder-Gesellschaft durch Alb. Rübsamen errungen.

schmuck. ,r Ä ,

London, 4. Juli. Der Kaiser ist an Bord derHohen- rollern" eben bei Sheerneß vorbeigefahren. Alle Schiffe sind dort glänzend beflaggt- sie feuerten Salut, die Capellen spie­lenHeil Dir im Siegerkranz". In Port Victoria erwarten den Kaiser der Prinz von Wales und Sohn in der Uniform der Blücher-Husaren, der Herzog von Edinburgh, der Herzog von Connaught in der Uniform ;der Ziethen-Husaren, Gras Hatzfeldt und sämmtliche Attaches der deutschen Botschaft. Die Revue in Wimbledon wird nicht stattfinden und wahr­scheinlich durch eine Revue bei Aldershot oder im HYdepark ersetzt werden.

Loudon, 4. Juli. Sämmtliche dem Kais er paare bis Port Victoria entgegengefahrenen britischen Prinzen begaben sich an Bord derHohenzollern". Der Kaiser umarmte und küßte den Prinz von Wales und den Herzog von Connaught. Kaiser Wilhelm trug die britische Admiralsuniform mit dem Hosenbandorden. Um 2 Uhr erfolgte die Abreise nach Windsor.

London, 4. Juli. Der Kaiser kam wegen rascherer Uebersahrt von Port Victoria vor den englischen Prinzen an, ließ in der Zwischenzeit die englischen Admiräle und Schiffs-

ich gestern die Herren Gebrüder Herrnfeld, Original- Wiener Duettisten, ein. Genannte Herren wußten sich sofort in die Herzen aller Anwesenden hineinzusingen und wurden nicht müde, immer und immer wieder vor den Rampen zu erscheinen, wo sie jedesmal mit reichem Beifall überschüttet wurden. Wer in Komik, Gesang und Vortrag etwas Aus­gezeichnetes zu hören wünscht, versäume nicht, diese richtigen Wiener Künstler zu hören.

Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- herzog haben am 29. v.Mts. den Privatdocenten Dr. Ferd. Fuhr zu Gießen zum außerordentlichen Professor bei der medicinischen Facultät der Landes-Universität- an demselben Tage den Dr. Rudolf Mayer aus Mainz zum dritten Arzte am Landeshospital Hofheim ernannt.

Warnung. Verbietet Euren Kindern den Genuß un­reifen Obstes! In Jnowrazlaw starb dieser Tage ein Knabe unter den Anzeichen von Vergiftung. Bei der Leichenöffnung teilte sich heraus, daß der Magen des Knaben mit unreifen Stachelbeeren überladen war, und die Aerzte gaben ihr Gut­achten dahin ab, daß der Tod nur durch den Genuß der un­reifen Früchte herbeigeführt worden fei.

Laufach-Feier. Dem Vernehmen nach wird das Ossi- ziercorps der Großh. (25.) Division unter Führung des Divisionscommandeurs Generallieutenants v. Bülow bei der 25jährigen Erinnerungsfeier des Gefechtes bei Laufach am 13. ds. vertreten sein.

§ Vom hohen Vogelsberg, 5. Juli. Hier hat in ver­flossener Woche die Heuernte begonnen. Obwohl man sonst stets früher damit begann, so war diesmal noch viel sonstige Feldarbeit zu verrichten, veranlaßt durch das längere Regenwetter vorher. Die Befürchtung, die diesjährige Heu­ernte würde schlecht ausfallen, da viele Wiesen erforen sind, war nicht ganz berechtigt, denn etwas trocken gelegene Wiesen geben eine sehr reichliche Ernte und läßt sich die diesjährige Heuernte im Ganzen nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen als eine gute Mittelernte bezeichnen. Der Stand der Saaten ist hier ein ausgezeichneter.

-r. Eudorf, 4. Juli. Ein dem Branntweingenuß stark ergebener hiesiger Einwohner hat sich am letzten Mittwoch in seinem Kuhstalle erhängt.

-r. Schotten, 4. Juli. Wie man Singvogel schonen soll. Hier schickte dieser Tage ein Meister seinen Lehrjungen in den wenig betretenen Holzschuppen, um dort ein in der Ecke lehnendes Stück Werkholz holen zu lassen. Warum hast Du das Holz nicht?" fragte der Meister, als der Junge ohne dasselbe zurückkam.'s is annerscht, 's hot e Rothschwenzche druff gebaut", lautete die Antwort. Um das Rotschwänzchen nicht zu stören, kauste der elfter ein anderes Stück Holz und war darauf bedacht, daß Niemand ohne seine Erlaubniß in den Schuppen kam. Gehe hin und thue desgleichen!

Friedberg, 5. Juli. Seit einigen Wochen herricht im hiesigen Schlosse ein reges Treiben, da Seine Königliche Hoheit der Großherzog hier erwartet wird. Die hohen Herrschaften werden am 12. oder 13. d. M. hier erwartet.

Offenbach, 3. Juli. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. ein Antrag des Stadtverord­neten Heiles, mit Rücksicht auf die dermaligen hohen Brod- preise die Verbrauchssteuer von Mehl und Brod auf ein Jahr auszusetzen, mit allen Stimmen gegen die des Antragstellers abgelehnt.

Offenbach, 4. Juli. Gestern Abend um 6 Uhr fiel ein 13jähriger Junge beim Spielen von einer Pritsche in der Nähe des Krahnens in den Main. Der Kutscher Tobias Schmidt von hier war rasch zur Stelle nnd rettete denselben, setzte sich dabei aber eigener Lebensgefahr aus, da sich der Junge an seinen Retter anklammerte und denselben dadurch am Schwimmen hinderte.

Reichelsheim, 3. Juli. Gestern Nachmittag wurde ein hiesiger Bürger, Treusch, auf der Wiese vorn Sonnenstich getödtet. Der Unglückliche war beim Heumachen beschäf­tigt und klagte Plötzlich über Unwohlsein. Die Mitarbeiter nahmen sich seiner an und schickten sofort nach dem Arzte. Derselbe war auch rasch zur Stelle, allein er konnte nur noch den Tod des armen Mannes constatiren. Der Verlebte ist Familienvater von sieben Kindern.

> capitäne an Bord derHohenzollern" kommen und unterhielt sich mit ihnen bis zur Ankunft der Prinzen.

Windsor, 4. Juli. Das Kaiserpaar ist hier einge- troffen und wurde von einer dichtgedrängten Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Die Königin empfing das Kaiserpaar

im großen Saale.

Wiudsor, 4. Juli. In Erwiderung der Anrede des Mayors sagte der Kaiser in englischer Sprache:Ich bin Ihnen für den gütigen Empfang sehr dankbar, es macht mir große Freude, die Königin, meine Großmutter, zu besuchen, bie vor meiner Thronbesteigung sowie nachher immer gütig gegen mich war."

Benares, 3. Juli. Ein neuer ungeheurer Heu­schreckenschwarm überzog zwei Stunden lang die Stadt und schädigte sehr beträchtlich Bäume und Gärten.

Charleston (Westvirginia), 4. Juli. Unweit Charleston fand auf der Canada-Michiganbahn ein Ei send ah nun fall tatt. Während der Zug einen Brückenbock passirte, brach letzterer zusammen. Ein Gepäck- und zwei Passagierwagen fielen von einer Höhe von 30 Fuß herab. Es heißt, daß mehrere Personen getödtet und eine größere Anzahl verwun­det seien. Nähere Details fehlen, da kein Telegraph in der Nähe ist._______________________

Neueste Nachrichten.

WoM telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Bamberg, 5. Juli. Das Befinden der bei dem Eggols­heimer Eisenbahnunfall Verletzten, die im hiesigen Kranken­hause untergebracht sind, ist im Allgemeinen befriedigend.

Wien, 5. Juli. DerNeuen Freien Presse" zufolge hatte der Staatssecretär des deutschen Reichspostamts, Dr. v. Stephan, gestern Nachmittag in einem Telegramme Sr. Majestät dem Kaiser über den Erfolg der Postcongreß- Conferenzen berichtet. In später Abendstunde langte ein Antworttelegramm aus Windsor ein, in welchem es heißt: Ich danke für die telegraphische Mittheilung und freue Mich des Ausbaues des großen für die Entwickelung des Handels und Verkehrs so bedeutungsvollenWerkes, mit dessen Begründung Ihr Name so eng verknüpft ist."

Windsor, 5. Juli. Ihre Majestät der Kaiser und die Kaiserin waren gestern Abend mit der Königin und den anderen Mitgliedern der königlichen Familie zum Familien­diner vereint.