1891
ite.
ichener Anzeiger
Keneral-Mnzeiger
Mittwoch den 7. Januar
Ärbacthn, ExpedttrvN intb Druckerei:
5ch»tSr«tze Mr.r.
Aerniprecher 61.
Mr M-ßrner
J$e«UU«IUUet ernten dern Anzeiger NLshrntlich dreimal tzeigelegr.
Der
KLzriA«r erschr^nr tLglich, ®*t LuSnahurr bei MoniagS.
Sierttltilhriga K»SA,e«e«1s»r»rsI 2 Mark 20 My. m8i Vringerloyn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Aints- tmb Anzeigeblatt für den Areis Gieren.
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Snaahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den j ^Trtfiäßl*if<trtd,e ßÄße ^nnoncen-Bureoux der In. und Auslandes nehm«
folgenden Tag erscheinenden dtummer bis vorm. 10 Uhr. MlMSNeiMge. AMrNNeUvlRNer. Anzeigen für den Gießener Anzeiger- entgegen.
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Arntlichsr Sh eil.
Bekanntmachung.
Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigt hat, daß mit dem nächstjährigen Friedberger Frühjahrs- und Herbst- Pserdemarkt je eine Bertoosuvg von Pferden und Fohlen sowie sonstigen Gegenständen verbunden wird
Bei dem Frühjahr-markte dürfen höchstens 10,000 Loose ä 1 <X 50 4 ausgegeben und müssen 9650 X. zum Ankauf von Gewinngegenständea verwendet werden; bei dem Herbft- markte darf ebenfalls die Zahl von 10,000 Loosen (ä 1 50 H)
nicht überschritten werden und sind 9550 «A für den Ankauf von Gewinngegenständen zu verausgaben.
Der Verkauf der Loose im Großherzogthum ist von Großh. Ministerium gestattet worden.
Gießen, den 2. Januar 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh Ministerium des Innern und der Justiz dem Ortsvorstande zu Biebesheim gelegentlich des daselbst am 3 März d. I. stattfindenden Fasel-, Zuchtvieh- und Schweinemarktes die Er- lanbniß zur Veranstaltung einer Verloosung von Zuchtvieh unter der Bedingung ertheilt hat, daß nicht mehr als 8000 Loose ä 1 «X ausgegeben und mindestens 75% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegen- ständen verwendet werden.
Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist von Großh. Ministerium gestattet worden.
Gießen, den 2. Januar 1891.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen v. Gagern.
Gießen, den 3. Januar 1891.
Betr.: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler in 1891.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
a« die Vrstzh. VürgermeiftereLerr deS Kreises.
Wir sehen Ihrem Berichte darüber entgegen, wieviel Scheine Sie für voraussichtlich im Jahre 1891 zur Bedeckung kommende Stuten nöthig haben werden.
v. Gagern.
Nr. 38 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. De- cember v. I, enthält:
(Nr. 1928.) Bekanntmachung, betreffend den Aufruf und die Einziehung der Einhundertmarknoten der Danziger Privat- Actien-Bank in Danzig. Vom 25 December 1890.
Gießen, den 6. Januar 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
___ v. Gagern.
Gießen, am 6. Januar 1891.
Betr.: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
utt das GroHH Polizeiamt Girßen und die
Großh. Bürgermeistereien des Kreise-.
Wir sehen der alsbaldigen Einsendung der Register über die in 1890 vorgekommenen Zu- und Wegzüge entgegen.
v. Gagern.
Gießen, den 5. Januar 1891.
Betr.: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchügegen- ständen.
Das Grsßherzogliche .Meisamt Gieren
an Großh. ^vlizeiamt Gießen und die Großh.
Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreise-.
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. Febr. 1886 (Anzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsendung der vorschriftsmäßigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahr 1890 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen bis zum 15. Januar l I. entgegen.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
die Jnvaliditäts- und Altersverficherung betreffend.
Im Verlage von I Diemer in Mainz ist ein Schrift- chen erschienen, in welchem der Großh. Ministerialsecretär, Herr Fey, die wichtigsten Fragen aus genanntem Gesetze zusammengestellt und durch praktische Beispiele erläutert hat. Dasselbe, welches im Einzelpreis 50 H kostet, kann, da es namentlich die speciell hessischen Vorschriften berücksichtigt, den Mitgliedern des landw. Vereins von Oberheffen zur Anschaffung bestens empfohlen werden.
Laubach, am 27. December 1890.
Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach.
Deutscher Reich.
nn. Darmstadt, 5. Januar. Heute Nachmittag 1 Uhr 45 Min. ist der Erb groß Herzog wieder nach Gießen gereist, um seine Studien wieder aufzunehmen. Das Weihnachtsfest feierte derselbe im Kreise der Großherzoglichen Familie. Am Samsrag kehrt derselbe wieder nach hier zurück, nm an dem an diesem Tage stattfindenden Hosballe Theil zu nehmen.
Neveste Nachrichten.
Wolffs rclcgraphsicheS Correspondenz-Durean.
Berlin, 5. Januar. Der „Reichsanzeiger" bezeichnet als vornehmlichste Aufgabe deS Ausschusses für die Reform des höheren Unterrichts wesens, .die Grundzüge der Lehrpläne sestzustellen, -die Rang- und Gehaltsverhältnisse der Lehrer zu regeln und Vorschläge wegen des Berechtigungswesens für den einjährig-freiwilligen Dienst zu machen.
Berlin, 5. Januar. Nach einer Mittheilung des Auswärtigen Amtes ist die Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien vom Kaiser anerkannt worden.
Berlin, 5. Januar. Der Flügeladjutant des Kaisers, Major von Hülsen, ist nach Konstantinopel abgereist, um dem Sultan einen prachtvollen Ehrenjäbel als Geschenk des Kaisers zu überbringen.
Danzig, 5. Januar. Der Geistliche Rath Prälat L a n d- messer (1881 bis 1887 Reichstagsmitglied) ist heute Vormittag gestorben.
Lnzern, 5. Januar. Die Festsetzung der neuen Wahlkreise für die Wahlen des Großen Raths wurde in der gestrigen Abstimmung mit 13 396 gegen 10 246 Stimmen genehmigt.
Wien, 5. Januar. Die „Presse" meldet: Die österreichisch-ungarische Zollconferenz beschäftigte sich heute mit den Handelsvertragsverhandlungen mit der Türkei und wird morgen den Handelsvertrag mit Deutschland berathen.
Paris, 5. Januar. Der Polizei-Präfect erklärt die Meldung des „Gaulois" über die angebliche Entdeckung einer neuen Verbindung revolutionärer Vereinigungen für unbegründet. — Die Gruppe der boulangisti- schen Blanquisten veranstaltete heute an den Gräbern von Eudes und Blanqui auf dem Friedhöfe Pöre Lachaise eine Demonstration.
London, 5. Januar. Der Secretär im Ministerium der Posten, Blackwood, hielt heute eine Ansprache an die Beamten der Sparkassen, welche dem genannten Ministerium unterstellt sind: er wies aus die Insubordination vom letzten Freitag hin und betonte, es sei die Pflicht aller Beamten, vom höchsten bis zum niedrigsten, ihre persönlichen Interessen denjenigen des Landes unterzuordnen. Ein großer Theil der Beamten richtete ein Entschuldigungsschreiben an den Generalpostmeister, der sich bereit erklärte, sie persönlich über den Vorfall zu vernehmen.
London, 5. Januar. In Mothernell trugen sich anläßlich der Ausweisung mehrerer sinkender Bahnarbeiter aus ihren der Eisenbahngesellschast gehörenden Wohnhäusern schwere Ruhestörungen zu. Eine aus Bergleuten und Strikenden bestehende zahlreiche Menge weigerte sich, auseinander zu gehen, woraufhin die Truppen und Polizisten mit der Waffe cinschritten. Viele Signalhütten wurden bei dem Tumult geplündert.
Kopenhagen, 5. Januar. Der Verkehr fast aller dänischen Bahnlinien ist eingestellt worden. Auf den Dampferlinien Kiel-Korsör und Gjedser-Warnemünde konnte heute das Tagschiff nicht fahren. Auch für morgen sind die Aussichten hinsichtlich der Route Gjedser sehr zweifelhafte.
Kopenhagen, 5. Januar. Das Warnemünder Post- dampsschiss lief gestern Abend bei dem Gjedser Leucht- thurme im Eise fest und konnte erst heute früh nach Warne
münde zurückkehren. Heute ist wegen der Schneestürme kein Schiff von Gjedser nach Warnemünde abgegangen.
Rom, 5. Januar. Dem „Capitan Fracassa" zufolge hat König Humbert, welchem bereits am Jahreswechsel ein herzlicher telegraphischer Glückwunsch des Kaisers Wilhelm zugegangen war, jetzt auch einen eigenhändigen Brief von dem Kaiser mit den besten Wünschen für die Wohlfahrt Italiens und das Wohlergehen des Königs und der Königin erhallen.
Lissabon, 5. Januar. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Decret, betreffend die Eröffnung eines außerordentlichen Ere- dits in Höhe von hundert Kontos Reis, um eine militärische Expedition nach Mozambique ausrüsten zu können.
Petersburg, 5. Januar. Aus Aschkabad wird gemeldet: Die in Transcaspien ausgebrochenen Pocken sind nicht die schwarzen, sondern die natürlichen^ sie treten nur unter den Einheimischen auf. Gegenmaßregeln sind getroffen.
Rewyork, 5. Januar. Nach Telegrammen aus Gordou (Nebraska) hat neuerdings ein Kamps zwischen Indianern und Uni o ns trupp en, welche zur Beerdigung der in dem letzten Kampfe getödteten Indianer abgesandt waren, stattgefunden. Die Indianer widersetzten sich der Beerdigung der Todten durch die Weißen und eröffneten ein Feuer/ die Truppen erwiderten dasselbe stark und zwangen die Indianer, sich hinter Verschanzungen zurückzuziehen. General Miles übersandte den Indianern einen Brief, in welchem er ihnen die Eröffnung der Verhandlungen vorschlug. DiL Indianer lehnten jedoch Verhandlungen ab.
Locales ttnfr Provinzielles.
Gießen, 6. Januar.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 8. Januar 18 91, Nachmittags 4 Uhr:
1. Verband deutscher Gewerbeschulmänner. 2. Schlachtviehversicherung aus dem hiesigen Schlachthof. 3. Gesuch deS W. Steinbach um Herstellung des Weges nach seinem Ziegel- ringvsen. 4. Den Feldweg in der Lichlenau. 5. Gesuch des Konrad Simon um käufliche Ueberlassung von städtischem Gelände. 6. Gesuch des L. Huhn und Fr. Seibel um Gossen-- Pflasterung in der Ludwigstraße. 7. Neubau einer städtischen Knabenschule. 8. Die Uhr aus dem Hospitalgebäude. 9. Voranschlag des Großh. Realgymnasiums und der Realschule für 1891/92. 10. Befreiung der untersten Steuerklassen von
den Gemeindesteuern.
— Das Kaiser-Panorama kündigt für diese Woche Ansichten der Lustschlösser des Königs Ludwig II. von Bayern an. Es werden darin eine Anzahl Prunkgemächer vertreten sein, die nur die Macht, Phantasie und der Reichthum eines solchen Königs verwirklichen konnten, das Paradezimmer in Herrenchiemsee, der Aufgang, das Schlafzimmer mit dem 1/2'Millionen-Bett, die Kriegs- und Friedenshalle, der Thronsaal zu Neuschwanstein, der Venustempel, Gobelinzimmer, Tropsstein-Grotte, Wintergarten zu Linderhos 2c. rc. In berechtigter Erwartung eines besonders starken Zudranges zu dieser Serie ersucht der Besitzer des Panoramas das Publikum höflichst, den Besuch — wenn möglich — auch bei Tage vorzunehmen.
— Theater. Wir machen schon heute daraus ausmerksam, daß am nächsten Freitag die Benefizvorstellung von Fran Anni Reiners, der allseitig so verehrten und beliebten Künstlerin, stattfinden wird. Gegeben wird Sudermanns neuestes (vor wenigen Wochen erst herausgekommenes) Drama „SodomS Ende", das in der gefammren literarisch gebildeten Welt das höchste Aufsehen erregt und namentlich auch in der bis jetzt noch nicht zur Entscheidung gelangten Frage der Zuerkennung des Schillerpreises eine so bedeutsame Rolle gespielt hat. Es heißt jetzt, daß man auch angesichts dieses neuen Schauspieles von Sudermann sich in den maßgebenden Kreisen der Einsicht nicht verschlossen hat, daß Sudermann alle zeitgenössischen dramatischen Dichter weit überragt und daß er, wie kein Anderer, des Preises würdig ist. Auf der' anderen Seite wird man sich scheinbar nicht entschließen können, einem von so freiheitlichen Ideen getragenen Dichter, der mit unerbittlicher Strenge die Nachtseiten in unserem socialen und sittlichen Leben ausdeckt und auch in „Sodoms Ende" wieder ein tief ergreifendes Bild menschlichen Verirrens malt, einen Preis von solcher Tragweite, der gewissermaßen Sudermanns Richtung von oben her sanctioniren würde, zuzuerkennen. Daß „Sodoms Ende" noch in letzter Stunde, nachdem bereits alle Vorbereitungen und Proben beendet waren, in Berlin verboten wurde, ist bekannt- ebenso, daß es auf Betreiben O s k a r B l u m e n t h a l s, des Directors vom Lessing--


