Ausgabe 
6.8.1891
 
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Cherbourg, 3. August. Eine Deputation von Unter­offizieren der Kriegsmarine überreichte dem russischen Consul eine heute anläßlich des Namenstages der Kaiserin geprägte Erinnerungsmedaille zur Uebersendung an die Kaiserin.

Cherbourg, 4. August. Anläßlich des zu Ehren der russischen und griechischen Unteroffiziere gestern Abend veranstalteten Punschs waren die Stadt und namentlich das Rathhaus festlich geschmückt. Die Straßen waren bengalisch erleuchtet und die Häuser trugen die Aufschrift:Es lebe Rußland!" Eine Menschenmenge begleitete die Unteroffiziere nach dem Festorte. Bei dem Feste tauschten die Admiräle Alexejew und Lespes, General Chabrignac und der Unterpräfect Toaste von großer Herzlichkeit aus. Ein Cor- poral der Infanterie und ein Sergeant der Marine brachten auf die Gäste Toaste in russischer Sprache aus, wodurch ein außerordentlicher Enthusiasmus hervorgerusen wurde.

Mailand, 4. August. Der nationale Arbeiter-Con- greß berieth gestern die Mittel zur Organisirung der ita­lienischen Arbeiter. Nach stürmischer Debatte wurde Turatis Tagesordnung angenommen:Der Congreß möge beschließen, eine italienische Arbeiterpartei zu bilden, welche an den Kämpfen des öffentlichen Lebens theilnimmt." Die Anarchisten oppo- nirten lebhaft, daß politische Kämpfe darin inbegriffen seien.

London, 4. August. Das Oberhaus nahm die Bill, be­treffend die Einziehung leichter Goldstücke, in allen Lesungen an.

London, 4. August. Die Commission des Londoner Municipalraths, welche mit den Vorbereitungen zu dem fest­lichen Empfange Kaiser Wilhelms betraut war, wird ihren Bericht am Donnerstag erstatten und zugleich die Prägung einer Medaille zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Wilhelms Vorschlägen.

Petersburg, 4. August. Das französische Ge­schwader ist in Bjoerkoe eingetroffen. Bei der Abfahrt von Kronstadt wurde das Geschwader von einer zahlreichen Menschenmenge warm begrüßt.

Petersburg, 4. August. Admiral Gervais reiste heute Abend 9 Uhr mit 40 Offizieren und 16 Unteroffizieren nach Moskau. Am Bahnhose hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, welche dem Admiral und seinem Gefolge ent­husiastische Kundgebungen bereitete.

Petersburg, 4. August. Gestern Abend fand in Peter- Hof eine Ministertafel von 200 Gedecken statt. Das französische Geschwader sollte heute Früh nach Bjoerkoe (Finland) abgehen.

Bergen, 4. August. DerHohenzollern" ist mit dem AvisoJagd" gestern Abend neun Uhr hier eingetroffen, von der CorvetteStosch" und den Kanonen der Festung Bergen- hus salutirt. Das Wetter ist prachtvoll.

Bergen, 4. August. Der Kaiser befindet sich im besten Wohlsein. DieHohenzollern" wird morgen in See gehen, zunächst Odde und den Hardangerfjord anlausen.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 4. August. Der Kaiser kehrt von seiner Nord­landfahrt am 8. August nach Kiel zurück und nimmt dort einige Zeit Wohnung.

Berlin, 4. August. DerVoss. Ztg." wird aus Peters­burg gemeldet: Die Ergebnisse der Kron st äd ter Fest­lichkeiten sind in Folgendem zusammenzufassen: Einmüthige Friedenskundgebung. Verwahrung gegen den Dreibund. Dasselbe Blatt schreibt: Der Handelsminister hat alle preußischen Handelskammern angewiesen, für Betheiligung an der Chicagoer Ausstellung thätig zu sein.

Berlin, 4. August. DieNordd. Allg. Ztg." demen- tirt die Nachricht desBerl. Tagebl." über die versuchs­weise Einführung des Zonentarifs, indem sie bestätigt, daß Erleichterungen im Vorortverkehr zwar geplant seien, der Zeitpunkt der Einführung der Neuerung jedoch un­bestimmt sei.

Berlin, 5. August. Nach denBerl. pol. Nachr." lehnte die Staatsbahnverwaltung den Vorschlag, einen Versuch mit dem Zonentarif auf bestimmten Staatsbahnstrecken zu machen, rund ab. Die Prüfung, wie bezüglich des Vorortverkehrs eine Tarifvereinsachung herbeizusühren sei, ist noch nicht ab­geschlossen. Es wird bestimmt beabsichtigt, einen verein-

nicht aber streiten läßt sich m. E. über die sranzöselnde Bezeichnung der Auszeichnungen! Da kann es wohl außerhalb der Künstlerschaft nur eine Ansicht geben!

Auch in diesem Punkte hätte sich das Ausstellungs- comite (oder die Prämiirungs'Jury, wie sie nun officiell heißen möge) selbstständig zeigen und nicht französische Ge­pflogenheiten, die dem größten Theil des deutschen Publikums unbekannt und völlig unverständlich sind, nach ah men sollen! Was soll sich z. B. Der, welcher die Pariser Auszeichnungsart nicht kennt, dabei denken, wenn er an einem Gemälde ein schwarzes Kärtchen erblickt, aus dem in Goldschrift die ihm unverständlichen Worte stehen:Rappel der zweiten Medaille"?? Ich bezweifle, daß auch die fließend französisch Sprechenden mehr als nur ungefähr herausbringen werden, was das besagen soll, wenn sie es nicht von vornherein wissen . . . . und ist eine dem Publikum unverständliche Auszeichnung nicht ein Unding an sich, dürste es genügen, daß ja die Künstler wissen, was sie zu bedeuten hat? Selbstverständlich wollte die Jury die Prämiirten mit denen der PariserSalons" durch die dort übliche Bezeichnung gleichstellen, was ja gewiß Manches für sich hat; aber schließlich leben wir doch in einem Lande mit deutscher Umgangssprache und haben eine Kunst, die zwar mit gutem Fuge von der französischen lernt, aber doch nicht auch alle Nebensächlichkeiten wie z. B. die Terminologie von ihr an­nehmen sollte am allerwenigsten dann, wenn diese Ter­minologie selbst der Mehrzahl aller Gebildeten unklar oder Lanz unverständlich ist!

(Schluß folgt.)

fachten Vororttarif spätestens am 1. April 1892 ein­zuführen.

Nach derNordd. Allgem. Ztg." beträgt der U eb er- schuß der Einfuhr des deutschen Reiches 1891 : 834 Millionen gegen 8484/10 Millionen im Jahre 1889.

DerKreuzztg." wird aus Bern gemeldet: Die Handelsvertragsverhandlungen der Schweiz mit Deutsch­land und Oesterreich stehen ungünstig. Eine Vertagung ist wahrscheinlich.

Köln, 4. August. DieKöln. Ztg." schreibt: Die Ausschreibungen zu den üblichen Herb st Ver­dingungen der Eisenbahnen aus Lieferung von Ober­baubedarf-Material, besonders Schienen und Schwellen, sind theilweise bereits erfolgt. Die erste Verding-Verhandlung findet bei der Eisenbahndirection Elberfeld am 12. August statt und umfaßt 700 Tonnen Schienen, 4500 Tonnen Schwellen und 650 Tonnen Laschen. Zwei weitere Ver­handlungen sind auf den 15. August ausgeschrieben, eine in Köln (linksrheinisch) über 12 200 Tonnen Stahlschienen, 17 000 Tonnen Schwellen und 1200 Tonnen Laschen, die andere in Erfurt über 16 380 Tonnen Schienen, 2323 Tonnen Schwellen und 720 Tonnen Laschen. Die Zuschlagsfrist ist für den ersten Fall am 2. September, für die beiden letzten Fälle am 5. September. Die ganze bisher ausgeschriebene Menge an Schienen und Schwellen beträgt 59 403 Tonnen.

Köln, 4. August. Nach derKöln. Ztg." hat die gegen Schluß des vorigen Jahresviertels eingetretene größte Geschäfts st ille im Roheisen- und Feinblech­geschäft aus dem Siegener Eisenmarkt noch zugenommen. Gutes Puddelroheisen wird bereits unter 50 Mk. angeboten, ohne Abnehmer zu finden. Das Geschäft nach Amerika schrumpft immer mehr zusammen und beträgt gegenwärtig ein Sechstel des Umfanges der letzten Jahre. Die Feinblech­preise haben ebenfalls eine Abnahme erfahren. Die Ver­einigungs-Bestrebungen der Hütten-Walzwerke ruhen voll­ständig.

Wien, 4. August. Es ist Befehl ergangen, den König von Serbien auf allen berührten Stationen officiell festlich zu begrüßen.

Locales un6 provinzielles.

Gießen, 5. August.

Nach der vergleichenden Zusammenstellung der me­teorologischen Beobachtungen sanden im Monat Juni in Gießen Gewitter an den folgenden Tagen statt: 1. H1/2 Vm., 2. 43/4 Nm., 3. 41/2 Nm., 4. 810 Nm., 9. 1178 Nm., 24. 3% Nm., 25. 4V2 Nm., 28. 11 Vm., 29. 7 Vm. __________

Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am l.d. M. den Finanz­aspiranten Albrecht Schäfer aus Hungen zum Haupt­steueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz zu ernennen.

Das Reichspostamt versendet folgende Bekanntmachung: Der am 12. Juli von Hamburg abgegangene DampferNeko" der deutschen Dampfschifffahrts-GesellschaftKosmos" ist auf der Reise nach Süd-Amerika am 21. Juli Abends in der Nähe von Brest bei der Insel Quessanr gesunken. Während Passagiere und Mannschaft gerettet worden sind, hat eine Bergung der an Bord gewesenen Post sich nicht ermöglichen lassen- die betreffenden Briessendungen sind daher als verloren zu betrachten.

Rekruten, die seit ihrer Gestellung eine andere Woh­nung bezogen haben, ohne diesen Wohnungswechsel beim Bezirksseldwebel zu melden und infolge dessen bei ihrer Beorderung nicht sosort auszufinden waren, wurden bisher mit Geldstrasen belegt. Neuerdings werden indessen wegen derartiger Unterlassungen, laut derKöln. Ztg.", von den Bezirkscommandos Arreststrafen verhängt.

Es dürfte nicht ohne Interesse sein, den Ab- und Zugang der Capitalrentensteuerpflichtigen im Großherzogthum Hessen im Rechnungsjahre 188990 in Bezug auf die ein­zelnen Städte darzulegen, und ließe sich daran manche Be­trachtung knüpfen. In Oberhessen hat die Zahl der Capital­rentensteuerpflichtigen im Ganzen um 23 zugenommen. Die größte Zahl der Zunahme zeigt hier Gießen mit 20, dann folgt Homberg mit 14, Büdingen mit 11, Alsfeld mit 7 und Grünberg mit 2; abgenommen hat die Zahl in Nidda um 18, in Friedberg um 8, in Hungen um 4 und in Lauterbach um 1, während sie in Butzbach und Schotten keine Veränderung erlitt. In der Provinz Starkenburg hat die Zahl der Capitalrentensteuerpflichtigen im Ganzen um 8 zugenommen; im Einzelnen stellt sich die Sache aber wesentlich anders dar. Unter den Städten, in denen die Zahl zugenommen, steht oben an Darmstadt mit einer Zu­nahme von 24; es folgt Seligenstadt mit 11, Michelstadt mit 8, Groß-Gerau mit 2 und Dieburg mit 1; abgenommen hat Beerfelden um 9, Fürth und Offenbach um je 8, Zwingenberg und Langen um je 4, Heppenheim um 3 und Höchst um 2. In Rheinhessen hat die Zahl überall, mit Ausnahme von Wörrstadt und Oppenheim, wo sie je eine Verminderung um 8 erfuhr, eine Erhöhung und zwar zum Theil eine wesentliche erfahren, im Ganzen um 127, und zwar in Mainz um 60, in Worms um 38, in Ober- Ingelheim um 17, in Bingen um 14, in Alzey um 9 und in Osthofen um 5. Die Veränderungen im Capital- rentensteuercapital gestalten sich folgendermaßen: In der Provinz Oberhessen nahm das Steuercapital im Ganzen zu um 3 355 Mk.; in Gießen erfuhr dasselbe eine Zunahme von 5 605 Mk., in Mdda eine Abnahme um 1309 Mk., in Butzbach eine solche von 999 Mk., in Büdingen von 405 Mk. 2c. Dasselbe wuchs in der Provinz Starken­burg um 23979 Mk., eine Abnahme erfuhr hier nur Heppenheim um 719 Mk. und Langen um 219 Mk., in Darmstadt erhöhte sich dasselbe um 19 986 Mk., in Offenbach trotz der Abnahme der Zahl der Capitalrentensteuerpflichtigen

um 8, doch um 3 054 Mk. In Rheinhessen sehen wir" eine Zunahme von im Ganzen 14847 Mk.; Alzey steht oben an mit einer solchen von 4 758 Mk., dann folgt Mainz mit 4 248 Mk., Worms 3 887 Mk., Bingen 2 034 Mk., Ober- Ingelheim 2111 Mk., Osthosen 978 Mk.; Oppenheim da­gegen zeigt eine Abnahme von 2 343 Mk. und Wörrstadt eine solche von 826 Mk.

8. Hungen, 3. August. Bei der dahier vor wenig Tagen stattgefundenen Beigeordneten wähl war, wie bereits berichtet, Stichwahl zwischen den Herren Dachdeckermeister Christian Jockel uud Philipp Seibert nöthig geworden. Diese Wahl fand nun heute statt und wurde Herr Dachoeckermeister Christian Jockel mit 124 Stimmen zum Beigeordneten unserer Gemeinde erwählt. Herr Philipp Seibert erhielt 108 Stimmen.

Bellersheim, 2. August. Bei der heutigen Versamm­lung der Mitglieder des hiesigen Consumvereins wurde die Auflösung dieses Vereins beschlossen.

8. Aus der Wetterau, 3. August. Der vergangene Monat brachte uns in diesem Jahre vorzugsweise regnerisches Wetter und in den Kreisen aller Landwirthe gab man sich der Hoffnung hin, der nunmehr beginnende' August würde uns besseres Wetter bringen, doch ist dieses bis jetzt nicht der Fall. Von Woche zu Woche verzögert sich die Reise unseres Getreides, wie überhaupt die ganze Ernte. Wohl sind die Schnitterinnen aus dem Vogelsberg überall ange­kommen, wohl ist die Gerste als reifste Fruchtgattung zum Abernten, doch das immerwährende Regenwetter schiebt alle Erntearbeiten zurück. Der Stand der Feldsrüchte ist in hiesiger Gegend ein guter, doch die ungünstige Witterung verursacht bei Manchem Bedenken, zeigen sich doch bereits die Spuren desselben zum Nachtheile unserer Feldgewächse. Hoffentlich wird bald der Wunsch unserer Landwirthe sich erfüllen und der Himmel uns besseres Erntewetter schenken.

Darmstadt, 3. August. Postpersonalnachrichten. Der Telegraphenwärter Brandau in Mainz ist als Tele­graphenassistent angestellt worden. Versetzt wurden: der Ober-Postkassen-Kassirer Bönning von Oppeln nach Darm­stadt behuss Uebernahme der Rendantenstelle bei der Kaiser­lichen Ober'Postkasse und der Postverwalter I. Schneider von Ruppertenrod nach Budenheim.

Worms, 4. August. Der 15. Hessische Feuer­wehrtag wird vom 22.24. August in Worms abgehalten und sind zu demselben 360 Feuerwehrcorps aus Hessen, der Pfalz, Baden, Württemberg und Preußen geladen, fo daß wohl 3000 bis 4000 behelmte und gegürtete Männer der Feuerwehr die sagenreichen Straßen und Plätze der alten Nibelungenstadt für einige Tage beleben werden. Dem Pro­gramm nach wird geboten: Delegirtenversammlung, große Ausstellung aller möglichen Lösch- und Rettungsgeräthe, Schul- und Angriffsübungen der drei in Worms bestehenden Feuerwehrcorps, Concert in zwei bis drei Garten-Etablisse­ments, Banket im großen Saale des Festhauses, Festzug und großes Volksfest auf dem Barbarossaplatz am Rhein, brillantes Feuerwerk. Am Montag Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt und Ausflüge in die Um­gebung je nach Betheiligung. Möge der Himmel den pro- jectirten Festtagen gutes Wetter schenken, dann werden alle Festgäste in dem alten und jetzt gewaltig neu auflebenden Worms schöne frohe Stunden verleben.

Oppenheim, 2. August. In der jüngsten Schöffengerichts­sitzung kam ein Fall zur Aburtheilung, der für Metzger und Viehhändler von Interesse sein dürfte. Ein Tag­löhner von Alsheim holte für einen dortigen Metzger aus einem benachbarten Orte ein Stück Viel), ohne einen Gesund- heitsschein von einem Thierarzt resp. von der Ortspolizei­behörde zu besitzen. Wegen Uebertretung des Viehfeuchen- gesetzes wurde durch Strafbefehl gegen den Taglöhner eine Geldstrafe von 10 Mk. erkannt. Das Schöffengericht sprach jedoch denselben frei. In dem Urtheil heißt es, daß nur allgemein Viehhändler und nicht Metzger unter das Gesetz fallen, Schlachtvieh mithin von dem Gesundheitsschein befreit sei.

Nierstein, 2. August. Gestern ereignete sich dahier ein trauriger Unglücksfall, indem zwei Arbeiter von einem Haus­gerüst herunterstürzten. Der eine, Zimmermann Philipp Woltz aus Dalheim, war sosort tobt, der andere, Maurer Johann Grobe aus Schwabsburg, ist sehr schwer verletzt. Die Leiche des Woltz wurde nach seiner Heimath verbracht - er ist 27 Jahre alt und noch ledig.

Vermischtes.

* t T Kastel, 4. August. Ein auffallender Vorfall wird in unserer Stadt viel besprochen. Gestern in der Nacht erschien auf dem hiesigen Polizeiamt ein junger Student aus Marburg, angeblich aus Oranienburg bei Berlin gebürtig, und stellte sich der Sicherheitsbehörde unter der Selbstanklage zur Verfügung, er habe vor kurzer Zeit einen Mord begangen. Sein Gewissen lasse ihm keine Ruhe, er treibe sich seit Verübung der Blutthat ohne Rast und Ruhe umher und gestehe den Mord nun von selbst ein, um die schuldige Sühne zu erhalten. Er gab an, in der Nähe von Fritzlar im Walde mit seinem Begleiter, einem jungen Manne, in Streit gerathen zu sein, habe ihn dann überwältigt und erwürgt. Der Selbstdenunciant wurde zu Protokoll ver­nommen und einstweilen inhaftirt, um aus seinen Geistes­zustand untersucht zu werden, denn es gewinnt den Anschein, als ob man cs mit einem Manne zu thun habe, der an Geistesgestörtheit leidet. Soweit bis jetzt bekannt, ist in dortiger Gegend kein Mensch umgekommen, noch fehlt irgend Jemand.

* Aschaffenburg, 1. August. Eine neue Art der Post- beförderung kann man in dem Orte Rück beobachten, indessen Nähe die Schippacher Mühle sich befindet. Es stellt sich dort nämlich nach Eintreffen des Postomnibus eine dem Mühlenbesitzer gehörende Dogge em, welche die Post abholt und sie in schnellem Tempo dem Adressaten zuträgt.