Ausgabe 
6.6.1891
 
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trauisch. Auf Befehl des Sultans sind deshalb tm Einver­nehmen mit dem deutschen Botschafter Radowitz augenblicklich alle Truppenbewegungen in der Gegend von Kirk-Kilisse suspendirt. Herr Israel ist in Kirk-Kilisse in voller Sicherheit. Der Minister des Aeußern hatte eine längere Unterredung mit Radowitz.

Jquique, 4. Juni. Der chilenische Gesandte in la Paz verlangte infolge der Anerkennung der Congreßjunta als kriegssührende Macht durch Bolivia seine Pässe.

Locales uttö Provinzielles.

Gießen, 5. Juni.

Personalnachricht. Herr Bahnhossvorstand Heydt hat einen Urlaub bis zum 16. d. M. angetreten und ist die Vertretung dem Herrn Stations-Assistenten Schaumann übertragen.

Vacanzen im Bezirke des 11. Armee-Corps. Corbach, Postamt, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Fritzlar, Bürgermeisteramt, Forstschutz­gehilfe, 400 Mk., freie Wohnung und Feuerung. Gelnhausen, Postamt, Packetträger, 700 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungs­geldzuschuß. Hallenberg, Postamt, Landbriesträger, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Höchst (Main), Frankfurt (Main) und Sachsenhausen, Spezialdirection der hessischen Ludwigsbahn in Mainz, 4 Hilfsbremser, zunächst je 1,60 Mk. Diäten und die regelmäßigen Fahrgebührnisse,- bei Bewährung im Dienst und nachgewiesener Befähigung Aus­sicht aus Beförderung mit 700 Mk. Jahresgehalt und Fahr­gebühren- Langenselbold, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt uni) 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Wehlheiden, Strafanstalt, -Aufseher, 900 Mk. Gehalt, freie Dienstwohnung, Garten und Ackerland, das Gehalt steigt bis zu 1500 Mk. Weimar, Großherzogl. Gendarmerieeommando, 2 Ordonnanzgendarmen, je 900 Mk. einschließlich 120 Mk. für Montirung.

Der 23. Verbandstag der Erwerbs- und Wirthschafts- genofsenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhefsen findet am 20. und 21. Juni in Neu-Isenburg statt. Folgendes ist die Tagesordnung: Samstag den 20. Juni, Nachmittags 3 Uhr, imRheinischen Hof". 1) Wahl des Bureaus. 2) Festsetzung der Tagesordnung. 3) Bericht des Verbandsrevisors über die vorgenommenen Revisionen. 4) Bericht über den Freiburger Vereinstag. 5) Rechnungs­ablage pro 1890/91 und Wahl der Prüsungseommission. Sonntag den 21. Juni, Vormittags 9 Uhr. 1) Bericht des Verbandsdirectors über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2) Mittheilungen aus den einzelnen Genossenschaften durch die anwesenden Deputaten, insbesondere über die stattgehabten Revisionen und Besprechungen über die Auslegung und die Anwendung der Bestimmungen des Genossenschaftsgesetzes vom 1. Mai 1889. 3) Revision des organischen Statuts und Beschlußfassung über den vom Ausschuß ausgearbeiteten Entwurf und die Beiträge zur Kasse des Allgemeinen Ver­bands. 4) Beschlußfassung über die Prüfung der Jahres­rechnung und Entlastung. 5) Wahl der Abgeordneten zum Vereinstage in Gera (Reuß). 6) Wahl des Verbandsdirectors und seines Stellvertreters. 7) Wahl des Orts für den nächsten Verbandstag.

Der Vorstand des Vereins Hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines Heims erläßt folgende Aufforderung:Die­jenigen unserer geehrten Mitglieder, welche von dem, seitens Ihrer Durchlaucht der Frau Gräfin zu Erbach-Schönberg auch in diesem Sommer freundlichst zur Verfügung gestellten Heim in Schönberg Gebrauch machen wollen, sowie die­jenigen, welche Beihilsen zu Badekuren wünschen, werden gebeten, ihre Gesuche möglichst bald zu Händen der Frau Präsidentin, Casinostraße 22, gelangen zu lassen."

Am 9. und 10. Juni wird in Cob lenz im Görres- baue der Bezirkstag des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau im Deutschen Fleischer-Verband abgehalten. Die Tages-Ordnung ist u. A. die Erstrebung eines einheitlichen Fleischbeschau- und Währschastsgesetzes im ganzen Deutschen Reiche. Die Verhandlungen beginnen am 9. Juni, Mittags 2 Uhr und sind alle sich für die Sache interessirenden Metzger zu zahlreicher Betheiligung eingeladen.

Die Vorarbeiten zu dem Ende Juli l. I. in Hanau zu feiernden 19. Mittelrheinischeu Kreisturnfest nehmen ihren rüstigen Fortgang. Die Einladung des geschäftsführenden Ausschusses an die Turnvereine des Kreises ist ergangen und wird der darin angeschlagene herzliche Ton gewiß einen guten Eindruck machen. Der Finanz-Ausschuß verfügt über einen

ausgesetzt, so daß man sie für Dragoner halten konnte, und so denn den Franzosen präsentirt. Am Abend aber war der Commandeur sehr ungehalten- dieser Spaß hatte unsere Feldwachen, die nicht benachrichtigt worden, veranlaßt, aus ihre eigenen Kameraden Feuer zu geben, glücklicherweise ohne ihnen Schaden zu thun.

Die Tage verstrichen jetzt unter lebhaften Recognos- cirungen; man führte eben den kleinen Krieg. Da traf plötzlich die Ordre ein, Saarbrücken ganz aufzugeben und rückwärts Stellung zu nehmen. Große Unzufriedenheit- es war ja eben erst tue Kunde gekommen, es sei Succurs im Anrücken. Major v. Pestel telegraphirte, er halte es für eine Ehrensache, seinen Posten bis zum Aeußersten zu be­haupten, und wirklich, als das Bataillon Morgens 8 Uhr schon marschfertig stand, traf Contre-Ordre ein und für Pestel gleichzeitig die Ernennung zum Oberstlieutenant. Großer Jubel der Truppe und der Bevölkerung.

Danach erschien auch der Brigade^General v. Gneisenau mit einigen Artillerie-Offizieren und mehreren Geschützen und auch diese wurden freudig begrüßt. Man sah darin ein Zeichen, daß der Posten nachdrücklich verstärkt, Saarbrücken dennoch einstweilen noch nicht aufgegeben werden sollte.

(Fortsetzung folgt.)

Garantiefonds von 32 000 Mk., die Zeichnungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Der Wohnungs-Ausschuß hofft, 800 Privat-Quartiere zur Verfügung stellen zu können, an­gemeldet sind bis jetzt 588, nebst 2500 Mk. freiwilligen Beiträgen. Der Musik- und Vergnügungs-Ausschuß hat die nöthigen Musikcapellen für den Festzug und die Aufführungen in der Festhalle gewonnen- die fünf besten Gesangvereine Hanaus, ein Chor von 300 Sängern mit ganz gewaltigem Stimmmaterial wird unter Leitung des Herrn Ph. Hartung einen Sänger-Abend veranstalten. Bei dem Commers am Vorabend des Festes kommen Marmorgruppen, gestellt von der Hanauer Turnerschaft, zur Vorführung, für den Abend des zweiten Festtages sind lebende Bilder, sowie die bildliche Darstellung bekannter Turner des Mittelrheinkreises geplant. Die Festhalle ist in Arbeit, mit der Ausstellung wird Mitte Juni begonnen. Der Wirthschasts-Ausschuß hat mit Herrn Failbach in Mainz, einem tüchtigen, leistungsfähigen Wirth, wegen Uebernahme der Wirthschaft in der Festhalle Vertrag abgeschlossen und auch sonstige Abschlüsse gemacht, die einen flotten Wirthschastsbetrieb sichern. Der Turn-Ausschuß sorgt für musterhafte Aufstellung der besten Turngeräthe, daß dieselben fleißig benutzt werden, ist Sache der Vereine, die in guter, turnerischer Vorbereitung und recht zahlreich zu dem Feste kommen mögen.

Grünberg, 3. Juni. Veranstaltet von dem evangelischen Kirchengesangverein, wird am Sonntag den 14. Juni ein Kirchengesangfest unter Mitwirkung der Vereine von Beuern, Babenhausen, Burkhardsfelden, Grünberg, Lardenbach, Londorf, Ulrichstein und Wetterfeld dahier stattfinden. Die Feier wird, nach einer am Morgen vorausgehenden Haupt­probe, in der hiesigen Stadtkirche um 2 Uhr Nachmittags beginnen, und dürste die Ausführung des Programms etwa ll/2 Stunde in Anspruch nehmen. Hieran anschließend ist im Falle günstiger Witterung eine mit Ansprachen und Ge­sängen verbundene Nachfeier auf dem Marktplatze am Schießhause in Aussicht genommen.

-r. Butzbach, 5. Juni. Am 28. Mai entstand in dem benachbarten Lampenheimer Gemeindewald ein Brand, der sich, ohne nennenswerthen Schaden anzurichten, auf eine Fläche von ca. 60 Quadratmetern ausdehnte, lieber die Entstehungsursache des Feuers ist nichts bekannt.

Ockstadt, 2. Juni. Gestern ereignete sich hier ein be­dauerliches Unglück. Der Oeconom Klein wollte einen schwer mit Mist beladenen Wagen aus seinem Hof ziehen. Auf dem etwas abschüssigen Boden kam er jedoch zu Fall und der Wagen rollte über den Körper desselben. Außer einem Beinbruch erhielt er noch sonst schwere Verletzungen, da er auch unglücklicher Weise auf spitze Steine gefallen war.

K. Bingenheim, 3. Juni. Heute Nachmittag gegen 4 Uhr entlud sich über unserem Thal ein so schweres Gewitter, mit Hagel untermischt, daß sich die ältesten Leute nicht erinnern können, ein so schreckliches Wetter erlebt zu haben. Sämmtliche Keller des Dorfes sind mit Wasser gefüllt, bei vielen Leuten ist dasselbe bis in die Wohnstuben gedrungen. Aus den Straßen stand das Wasser meterhoch, sämmtliches Vieh mußte aus den Ställen auf höher gelegene Punkte gebracht werden. Der Schaden, den das Wasser auf den Feldern angerichtet, ist ein ganz enormer, fast sämmtliche Bauerde ist weg in die tiefer gelegenen Wiesen geschwemmt. Die schöne vor dem Dorfe befindliche Baumschule ist sammt den Bäumchen weggeschwemmt. Aehnlich, aber doch nicht so schlimm, sieht es in einigen Nachbargemarkungen aus.

vermischte».

* TT Ans Hessen, 4. Juni. Gewitter und Blitz­schlag. Aus allen Gegenden des Hessenlandes treffen Nach­richten über schwere, mit wolkenbruchartigen Niederschlägen verbundene Gewitter ein, welche durch Blitzschlag sowohl als durch die reißenden Wassermaffen Hab und Gut gefährdet und argen Schaden angerichtet haben. Am schlimmsten hat das Unwetter wohl bei Neukirchen gehaust. Dort sind nach Berichten von Augenzeugen schlimme Verwüstungen an den Getreidefeldern angerichtet - Krume mit Saat ist weg- geschwemmt und gewähren die Fluren einen traurigen An­blick. Aehnliche Nachrichten kommen aus dem Haunthal und der Rhöngegend, dem oberen Fuldathale. Die Gemarkung Niederkalbach wurde durch starken Hagelschlag heimgesucht, in Neuhof und Ellers bei Fulda schlug der Blitz in zwei Scheunen ein, eine Frau, die sich in der Scheune befand, wurde vom Blitz getroffen. Auch in der Schwalmgegend hauste ein schweres Gewitter, der Blitz schlug mehrfach ein - in Obergrenzebach wurde ein Haus in Brand gesetzt und ein­geäschert. In Lüdermünd und Umgegend gingen ebenfalls wolkenbruchartige Regengüsse mit starkem Hagel nieder und richteten große Verheerungen an. Zwei Personen wurden durch Blitzschlag verletzt.

* Mainz, 4. Juni. Heber den gemeldeten Schiffs- brand in dem Hafenbaus derGustavsburg", der, wie eine mächtige Rauchsäule oberhalb der Eisenbahnbrücke anbeutet, noch immer fortlodert, sind noch folgende Einzelheiten nach­zutragen. Der Brand wurde nicht, wie vielfach angenommen wurde, durch das Gewitter hervorgerufen, sondern ist durch eine im Innern des Schiffes erfolgte Explosion des Naphtas erfolgt, wodurch sich auch die weithin wahrgenommene hef­tige Detonation erklärt. Glücklicher Weise hat sich die Mit­theilung, daß zwei Menschenleben durch das Feuer das Leben verloren, nur theilweise bestätigt, indem nur ein Matrose den Tod in den Flammen sand. Von Augenzeugen werden herzzerreißende Schilderungen über die Momente wiedergegeben, die dem Tode des Unglücklichen vorausgegangen waren. Durch eine undurchdringliche eiserne Wand von dem regelmäßigen Ausgange abgesperrt, suchte der Aermste in seiner Verzweiflung durch die Luke der Cajüte in das Freie zu kommen und zwängte mit Gewalt seinen Kopf durch die kleine Oeffnung, die zu klein war, um den übrigen Theil des Körpers durch­zulassen. Mit blutüberströmtem Gesichte jammerte der Ver­zweifelnde um Hilfe, die von den Hunderten auf dem Ufer

stehenden Personen wegen den sich ständig weiter verbreitenden Flammen und der eisernen Constrnction des Schiffes nicht gewährt werden konnte. Viele der auf dem Ufer befindlichen Menschen hätten gern alles für den Unglücklichen gewagt, allein Hilfe war nach Lage der Verhältnisse absolut unmög­lich. Die auf der Rückseite des Schiffes befindliche Frau und Kinder des Schiffseigenthümers konnten im letzten Augen­blicke noch gerettet werden. Größer als anfänglich geglaubt war die Gefahr, von dem Brande in Mitleidenschaft gezogen zu werden, für die vielen im Hasen liegenden Schiffe und die zahlreichen Magazine auf den Ufern, indem das brennende Naphta eine solche Hitze erzeugte, daß Selbstentzündungen aus­zubrechen drohten. Nur der umsichtigen Thätigkeit einiger Schiffseigenthümer und mehrerer erfahrener Männer ist es gelungen, durch Jsolirung des brennenden Schiffes die drohende Gefahr abzuwenden. Geladen war das verbrannte Schiff mit 17,000 Gentner Gaskohlen und 1900 Fässern Naphta. Die versicherte Ladung war theilweise für die Firma Stock u. Fischer in Bingerbrück bestimmt.

ilnioerfitäte - Nachrichten.

Der frühere UntcrstaatssccrelLr im Ministerium Elsaß- Lothringens, v. Mayr, hat sich als Privatdocent für National­ökonomie, Statistik und Ftnanzwissenschaft an der Universität Straßburg babilitirt.

In Bonn habilitirte sich Dr. Boennecken für Hahn- heilkunde.

Göttingen hat in diesem Semester 831 Studenten (gegen 895 im vorigen Winter- und 890 im vorigen Sommer Semester.)

Die Forstakademie zu Minden wird in diesem Semester nur von 13 Studirenden besucht, darunter 4 Hospitanten die niedrigste Ziffer feit Bestehen der Akademie.

Nach dem eben erschienenen Verzeichniß der Studtrenderr an der Universität Halle ist die Zahl der Hörer (einschließlich der Hospitanten) von 1764 im letzten Wintersemester auf 1584 zuruck- gegangen. Jmmatriculirt sind jetzt 1483 Studirende, gegen 1603 im letzten Winter-, 1634 im Sommersemester v. I. Auf die einzelnen Facultäten entfallen: theologische 650 (gegen 693), juristische 131 (143), medicinische 272 (270), philosophische 420 (507). Von de» Jmmatriculirten sind 1172 Preußen, 206 sonstige Deutsche und 77 Ausländer.

Der Geh. Hofrath Professor Dr. phil. und theol. Anton Springer, Lehrer der mittelalterlichen und neueren Kunstgeschichte an der Universität Leipzig, ist am 31. Mai, wenige Wochen vor Vollendung des 66. Lebensjahres, gestorben. Springer war eine durch die deutschen Lande und darüber hinaus bekannte und hoch­gewürdigte Lehrkraft.

D. August Hermann Francke, Professor der Theologie an der Universität in Kiel, ist in Montreux in der Blüthe seiner Jahre gestorben. Die Beisetzung des allzu früh dahingeschiedenen Gelehrten^ an dessen Bahre seine tiefgebeugte Gattin, die Tochter des Herrn Professor D. Köstlin in Halle trauert, wird am Montag in Halle erfolgen.

verkehr, Land- utt6 volksrvirthschast.

In Oberhessen und Umgebung finden im Monat Juni u. A. folgende Märkte statt:

Den 15. und 16. in Herchenhain Vieh- und Krämermarkt.

Den 16. in Laubach Vieb- und Krämermarkt.

Den 17. in Friedberg Vieh- und Krämer markt, Herchen-- Hain Viehmarkt, Wetzlar Vieh- und Krämermarkt.

Den 18. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Grünberg Vieh- und Krämermarkt, Marburg Schwcinemarkt.

Den 19. in Lich Vieh- und Krämermarkt.

Den 23. und 24. in Gießen Vieh- und Krämermarkt.

Frankfurt, 4. Juni. Die gestrigen Märkte im städtischen Viehhos waren mit 280 Kälbern und 338 Schweinen befahren; am Dienstag waren 214 Schweine am Markt gestanden. Die Umsatz- preife blieben an beiden Viehsorten unverändert die am Montag notirten: Kälber erster Qualität auf 63 bis 68Psg, zweiter Qualität 50 bis 55 Psg., Schweine erster Qualität 53 bis 55 Psg., zweiter Qua­lität 50 bis 52 Psg. per Pfund.

9 Cassel, 4. Juni. Aus den uns vorliegenden Satzungen der Casseler Postfachschule ersehen wir, daß in genannter Anstalt am 15. Juli ein neuer Lehrgang beginnt. Eltern und Vormündern können wir für ihre Söhne die Postlaufbahn nur bestens empfehlen. Erwähnt fei noch, daß die Casseler Postfachschule seit ihrem Bestehen sehr günstige Erfolge erzielt hat jedes Mal haben alle in die Prüfung gesandten Zöglinge dieselbe bestanden. Jedenfalls für den Leiter und die Lehrkräfte der Casseler Postfachschule ein gutes Zeugniß.

Nach dem uns vorliegenden Berichte der Pommersche« Hypothekeu-Aetienbank zu Berlin für 1890 gleicht sich die Bilanz aus mit 19351352 Mk. 65 Pf. Die Acttva betraaen an Kassenbestand 602359.34, eigenen Effecten zuzüglich Zinsen 951770.60, Wechselbestand 27034.80, Guthaben bei Bankhäusern gegen Unter­lage resp. zur Couponseinlösung 121877.50, vorräthigen und ge­rempelten Pfandbriefformularen 16 797.29, diverse Debitoren 50 352.93, Anlagen im Hypothekengeschäft 17 581160.19 Mk. Das Actiencapital beträgt 1885000 Mk., der Spezialreservefonds 417824 26, die Agio- Reserve für gekündigte 5o/o 110er Pfandbriefe 138270 Mk., der Pfandbriese-Umlauf 14036100, der Amortisationsfonds 223709.44Mk. Es verblieb am Schlüsse des Rechnungsjahres ein Reingewinn von 141142.44 Mk. An Hyporhekenzinsen wurden vereinnahmt 857395.84 Mk. Der Reingewinn gestattet die Vertheilung einer Dividende von 6%. Entsprechend der Gestaltung des Geldmarktes hat die Bank zur Neuausgabe nur 4 %tge Pfandbriefe gebracht, da nach den Erfahrungen anderer Hypothekenbanken denselben z. Z. bei dauernden Capitalsanlagen vor 3</2 °/otgen Pfandbriefen der Vorzug gegeben wird. Die Bank hat das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, die liquiden Mittel möglichst hoch zu halten. Da durch Reduction des Actien-Capitals dasselbe auf 1885000 Mk. beruntergefd) rieben ist, so hat die Generalversammlung vom 22. Dezember 1890 be­schlossen, dasselbe durch Ausgabe von 1115000 Mk. neuer Actien auf 3000000 Mk. zu erhöhen. Sobald die Geldverhältnisse dies gestatten, soll eine weitere Erhöhung des Actiew Kapitals vorgenommen werden. Die Pfandbriefbesitzer partizipiren, nachdem der lt. festgesetzten nun erfüllten Bedingungen gebildete Speztal-Sicherheitsfond aufgelöst ist, gleichmäßig an dem gesammten Vermögen der Bank.

Bremen, 2. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.). Der Schnelldampfer Ems, Capitän R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Mai von Bremen und am 24. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angetommen.

Bremen, 4. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel, Capitän Th Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. Mai von Bremen und am 27. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 4. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weimar, Capitän H. Hetneke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Mai von Bremen abge-