Ausgabe 
6.5.1891 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

längere Zeit in Anspruch genommen hätte, dermaßen zurück, daß es kaum noch als dagewesen empfunden wird. So hatte z. B. der gestern stattgehabte Schluß und die bereits heute früh begonnene Niederreißung des Victoria-Theaters zu einer anderen Zeit als eben der jetzigen sicher die all­gemeine Theilnahme gesunden, die dem Ende eines Bühnen­hauses von ehedem so ungewöhnlich großer Bedeutung für Las Theaterleben Berlins, eines Theaters von so wunder­baren, jäh wechselnden Schicksalen, im Grunde gebührt, in diesen Tagen aber, die das öffentliche Interesse so ganz sür die beiden vorhin genannten Vorkommnisse in Anspruch nehmen, spricht man kaum von demAbleben" dieses größten aller Berliner Theater, über dessen Grund hinweg in Kurzem das Verkehrsleben der Weltstadt durch jene neuerstehende, mächtige Hauptader pulsen wird, die als eine directe Verlängerung der StraßeUnter den Linden" nach Osten zu unter dem NamenKaiser Wilhelm-Straße", ebenso die Reichshauptstadt von Westen nach Osten durchqueren wird (wenn auch nicht in absolut gerader Richtung) wie die Friedrichstraße mit ihrer directen Fortsetzung, der Chausseestraße, von Süden nach Norden. Auch noch ein anderes zur Baugeschichte resp. zum Ausbau Berlins gehöriges Ereigniß ist in diesen Tagen spurlos an Berlin vorübergegangen, trotzdem es mit den Moltke-Tagen" eng zusammenhing: die Eröffnung einer ge- walügen, prächtigen Brücke, welche vom Generalstabsgebäude zum Landes-Ausstellungsparke sührt, der Moltebrücke, die vom lebenden Feldmarschall eröffnet werden sollte und nun dadurch eröffnet wurde, daß man den tobten Heerführer über die breite Bahn trug, vorbei an den florumhüllten, den Krieg und Sieg symbolisirenden Broncefiguren, den umflorten brennenden Kandelabern, den gewaltigen rothsandsteinernen Greisen mit den Wappenschildern des Grafen Moltke und der Stadt Berlin zwischen den mächtigen Vorderpranken!

Heute sah diese Brücke bei deren Erbauung man Äbrigens die unglaubliche Geschmacklosigkeit begangen, den voll ausgemeißelten Kops Molrkes auf die Mass er feite der Balustrade zu setzen, wo er eben gerade nur von den Kahnführern, aber nicht von den Brückenpassanten gesehen werden kann! heute sah diese Brücke wiederum ein großartiges, im Wesentlichen militärisches Schauspiel: Die Ausfahrt des Kaisers und der beiden Kaiserinnen zum Landesausstellungs- palaste, in dem um 12 Uhr der feierliche Eröffnungsact der Jubiläumsexposition begann. Von vielen Tausenden, durch oie Polizei freilich in höchst respectvolle Ferne Gehaltenen mit brausenden Hochs und Hurrahs begrüßt, fuhr der Monarch (in der Uniform der Gardecürassiere), fuhren die Kaiserinnen Augusta Victoria und Friedrich, die letztere in tiefer Trauer, einer großen, glänzenden mi.itärischen Suite voraus und be­traten, von der vor dem Ausstellungspalaste ausgestellten Compagnie Fußsoldaten mit präsentirtem Gewehr, von einer verwunderlich starken Militärcapelle mit Musik begrüßt, durch das baldachinüberschattete Hauptportal das immense, im Innern ganz neu hergerichtete und gegen früher wesentlich verschönte Glas- und Eisengebäude, woraus die kaiserlichen Herrschaften auf einem Thronpodest Platz nahmen, der, von bunten Glas­malereifenstern flankirt, am westlichen Ende der mittleren Saalflucht errichtet war. Im Nu hatte sich ein imposantes Bild höfischen Pompes mit einem Anfluge von Künstlersestthume -entfaltet: zu Seiten des vom Thronpodeste abgeschlossenen Kuppel- und des daran stoßenden Reprüsentationssaales waren blausammetausgeschlagene Tribünen errichtet, aus denen das Ausstellungscomite mit den Deputirten der ausstellenden Kunststädte, die Vertreter der Hochschulen und Kunstakademien, die Abgesandten der Berliner Stadtverwaltung, in bunten Amts­roben oder Fräcken mit Ehren- und Amtsketten, placirt waren - im Halbkreise vor den Tribünen standen hoHe Militärs und vor ihnen eine colossale Schaar roth- und weiß­gekleideter Pagen, meist in langen, blonden Perrücken, enorme vergoldete Palmzweige in den Händen, da und dort blau - weißschärpige Chargirte und Bannerträger der kunstakademischen Korporationen zwischen ihnen, mit nicken­den Federn auf den Sammetbarrets, die blinkenden Schläger salutirend zu Boden gesenkt- in den Nebensälen die Geladenen", nämlich die ausstellenden Künstler, die Mit­glieder derBerliner Gesellschaft" und die Presse, sammt und sonders in Frack und weißer Binde, die Damen meist in hellfarbigen ober schwarzseibenen Promenadencostümen . . . ein buntes, sarbenschimmerndes fröhliches Bild, trotz der eintönigen, freilich häufig mit bunten Ordensdecorationenausgehellten" schwarzen Herrenfräcke, und trotz des offen auf den Gesichtern zur Schau getragenen wie auch rund heraus ausgesprochenen Mißmuthes derGeladenen" darüber, daß sie in die Nebensäle gestellt waren, wo sie weder von der Ansprache an den Kaiser noch von dessen kurzer Erwiderung irgend etwas hören konnten! Als die Eröffnungsreden vorüber, die -Eröffnungserklärung verkündet war, wurde von einem starken Männerchor dasSalvum fac regeum gefangen, und der Hos trat unter Führung des besonders von Director Ä. v. Werner repräsentirteu Ausstellungscomitos den Rnnd- gang durch die Räume an, wobei sich dasPublikum" eigentlich in die gerade nicht vom Hof besichtigten Säle zurückziehen sollte. Die beabsichtigte Absperrung war indeß bei der ungeheuren Menge der Anwesenden nicht vollständig durch­zuführen, trotzdem der die Kaiserin Friedrich am Arme führende, von seiner hohen Gemahlin < am Arme des Erb­prinzen von Meiningen) gefolgte Monarch einen neuen Saal erft betrat, nachdem etwa 50 der rothweiß gekleideten Pagen sämmtliche Zugänge desselben besetzt und dem allerdings ungebührlichen, stürmischen Zudrange des Publikums nach Kräften Widerstand geleistet hatten. Bis nach 2 Uhr verweilten die Kaiserlichen Herrschaften in der Ausstellung, gaben bann Herrn v. Werner ihreaußerordentliche Be­friedigung" über das Gesehene zu erkennen und fuhren sodann unter militärischem Salut der außen aufgestellten Truppen und derArm-rechts-präsentirenden", feldmarschmäßig ausgerüsteten zahlreichen Posten im Innern des Palastes Wie dem donnernden Hurrah des Publikums zur Stadt zurück. Soviel vom Eröfstnmgsaete- nun zur Ausstellung selber'

Sie werden es begreiflich finden, wenn ich Ihnen heule nur etwas von dem Gesammteindrucke schreibe, den die Ausstellung macht. Einen eingehenderen Bericht vermag ich noch nicht zu liefern. Denn obgleich ich heute mehrere Stunden lang in ihr verweilte, nachdem sich die Hochfluth der Besucher verlaufen und trotzdem ich der Ausstellung neulich schon, an dem neueingeführtenjour de vernissage einen vollen halben Tag gewidmet habe, stehe ich doch dieser Unmenge von Gemälden, Aquarellen und Sculpturen, ich will es offen bekennen, noch ziemlich rath- und hilflos gegen­über, erfüllt von Neid über meine aufnahmefähigeren und fingerschnelleren Collegen, die bereits nach einstündigem Spazierengehen in der Ausstellung ihr mehr. oder minder fachmännisches Urtheil fix und fertig hatten und in der nächsten Stunde schon kühnen Muthes darüber zu berichten wußten, mit welchen Erwartungen und welchen Enttäuschungen ihre Leser beim Besuche der Ausstellung zu rechnen haben würden! Und das einer solchen ungeheuren Fülle von Werken gegenüber, an denen etwa 4500 Künstler in emsigsten, auf­reibendstem Fleiße monatelang, ja häufig genug wohl ein kleines Jahr hindurch, geschaffen und gearbeitet haben! Wollte die Kritik auch nur einen ganz minimalen Bruchtheil der ernsten Arbeit daran setzen, die für jene ihrem Urtheile unterstellten Werke aufgeroenbet wurde und die sie von jedem Künstler kategorisch verlangt, sie müßte angesichts dieser Uebersülle von guten Schöpfungen, dieser Menge ausgezeichneter Werke, eine Arb ei tst Heilung eintreten lassen, wie sie sie ja, durch räumliche Entfernungen gezwungen, beim Aufeinandertreffen mehrerer theatralischer Premieren vornimmt nur bann könnte bie Kritik ben Künstlern zum minbeften gerecht zu werden versuchen! Bei ben bislang üblichen Urtheilen im Pauschquantum aber kann sie nicht einmal ein glaubwürdiger Wegweiser für das Publikum sein selbst bei bestem Willen, größtem Fleiße und reichstem Wissen nicht geschweige denn ben Künstlern eine Führerin unb Waruerin! Dies vorausgeschickt um zu erklären, baß ich anstatt einer willkürlichen Massenaufzählung von Namen unb einer völlig werthlosen, summarischen Zusammenfassung von Werken mir einzelne Schöpfungen von irgenbmie geartetem Interesse herausgreisen werde, wende ich mich nun zunächst einer Scizzirung des Gesammteindrucks zu, eines vorläufigen Eindrucks, der sich bei scharfem Vertrautsein mit der Ausstellung möglicher Weise selbst in manchem wesentlichen Punkte noch verändern dürste!

Also: der Gesammteindruck ist der, daß wir in Berlin sehr wahrscheinlich noch nie eine Ausstellung gehabt haben, die sich mit dieser in Bezug auf die Fülle bedeutender Schöpfungen messen konnte, daß noch niemals so außerordent­lich wenig minderwerthige Leistungen ausgenommen wurden, daß aber andererseits auch wohl nur selten eine Ausstellung stattgefunden hat, der es so absolut wie dieser an Werken s von unwiderstehlicher Gewalt der Wirkung, ja selbst an Senfationsbildern", im gewöhnlichen Sinne des Wortes, gebrach. Werke, die Einem packen, die Einern im Wachen und Träumen vor Augen stehen und sich unverlöschlich für lange Jahre im Gedächtnisse einprägen wie zum Beispiele früher Hubert HerkomrnarS Miß Katharina Grant und sodann Bilder, welche eine so gewaltige stoffliche Wirkung auf das große Publicum ausüben, wie ehedem das künstlerisch ja nicht auf besonders hoher Stufe stehende RiesengemäldeDie Lebensmüden" von Professor Neide .... sie fehlen, wenn ich recht gesehen habe, dieser Ausstellung vollständig! Als zweites Charakteristicum wäre zu bezeichnen, daß die Künstler der fremden Nativ- neu keineswegs, wie man das befürchtet hatte, in ihren Leistungen die deutschen völlig aus dem Felde schlagen, daß vielmehr unsere Künstler sich sehr wohl neben den fremden sehen lassen können, trotzdem namentlich die Spanier, Italie­ner, Ungarn und Niederländer eine Menge ausgezeichneter Werke einsandten, und zwar darunter das Beste, was ihre Museen und privaten Gemäldesammlungen cms- wiesen, während die deutschen Künstler, mit verschwindenden Ausnahmen, nur die Schöpfungen des letzten Jahres schickten. Und das dritte, für Berlin wichtigste Kennzeichen dieser Aus­stellung wäre: das von München, derdeutschen Kunstmetro- pole", so über die Achsel angesehene Berlin hat in diesen Sälen bewiesen, daß es sehr wohl mit München rivalisiren kann, wenn es auch nicht über München siegen wird! Aus Rücksicht auf diesen Wettbewerb mit München ist die Jury mit wahrhaft blutiger Strenge vor- gegangen. Berlin macht die Ausstellung, es begnügt sich aber mit dem kleinsten Raume derselben- nicht, weil nicht mehr Raum zu beschaffen gewesen wäre, sondern weil nur das Auserlesenste des Eingesandten Ausnahme finden sollte! 2080 Werke waren eingeschickt und nur 300 sind ange­nommen worden! Bis gestern Abend waren dieLeichen­kammern" überfüllt, und zu Hunderten auf einmal wurden in Möbelwagen die resüsirten Bilder weggeschafft, darunter wiederum Hunderte, bie zweifellos jeber Kunstausstellung, selbst jeber Münchener, zur Ehre gereichen würben! Begreiflich, baß sich der Mehrheit der Berliner Künstler ein geradezu unaussprechlicher Mißmuth bemäch­tigt und sich der Entschluß durchgerungen hat, im Kroll schen Etablissement einenSalon der Zurückgewiesenen" zu eröff­nen! Gewiß werden sich da auch recht viele Bilder zusammen- finden, die ihr unglückliches Schicksal verdient haben; aber auch, selbst nach dem Urtheil manches (überstimmten) Jury­mitgliedes, viele, welche der Ausnahme in bie Internationale Ausstellung sehr wohl würdig gewesen wären! Sind doch selbst von anerkannten großen Meistern Bilder zu den Todten" gelegt worden, ist doch z. B. Bi lma Parlaphis, unserer besten Malerin, großes Moltkeportrait, sind doch Pros. Ko p ay s Einsendungen einfachransgestimmt" worden und ist doch schließlich von einer großen Zahl bedeuten­der Künstler anstatt ihrer größeren, ihnen werthvoller er­scheinenden Werke nur je ein kleines Bildchen acceptirt wor­den! So fügt sich zu den obigen positiven Kennzeichen noch ein negatives: sie ist bemerkenswerth auch durch Die­

jenigen, die nicht auf ihr vertreten sind? Dazu gehören natürlich auch, wenn freilich aus anderen, bekannten Gründen^ die Franzosen- von ihnen haben sich nur einige Wenige dazu ermannt, dem Chauvinistenlärm kühle Verachtung ent­gegenzusetzen und ihr einmal gegebenes Wort auch zu halten; im Gauzen nur 13, darunter freilich Koryphäen wie Bvu- gerau, der ein großes, in der Composition wie dem eminent zarten und doch kraftvollen Kolorit gleich ausgezeichnetes GemäldeDie heiligen Frauen am Grabe" (Christi) ein­sandte.

Um die Ausstellung als Ganzes zu charakterisiren und das soll heut ja allein meine Ausgabe sein bliebe nur noch ein Wort über das Verhältnis derRichtungen" und das Verhältniß derStoffe" zu einander zu sagen übrig. Nun, es scheint mir, daß dieJungen", dieNeuen", die Plein-Air-Maler oder die Grau-Maler, wie man sie nun nennen will, nicht bominiren, ja nicht einmal einen ausschlag­gebenden Factor ausmachen trotzdem in der Jury die Anhänger der neuen Richtung löwenmuthig um die Ausnahme eines jeden guten Bildes ihrer Richtung gekämpft, und begreiflicher- weil confeguenter Weise versucht haben sollen, so vielealte" Werke als möglich hinauszustimmen um so viele von ihrer Richtung hinein zu kriegen wie nur irgend möglich! Nur wenige, relativ und absolut wenige Bilder zeigen die neue Richtung in voller Schärfe und so beweist denn auch diese Ausstellung, was ich auch an dieser Stelle seit mehreren Jahren darzuthun nicht müde wurde: daß es vor den Augen der Graumaler Heller zu werden beginnen mußte, weil die Herren einzusehen gezwungen waren, daß sie mit ihrem trübseligen Grau, ihrem nebeligenLicht", bis hart an die Grenze der Lächerlichkeit gekommen waren! Und wie in der Farbe hat sich auch in der Wahl der Stosse bei ihnen der von mir hier verteidigteFortschritt rückwärts" deutlicher denn bisher als eine Notwendigkeit herausgestellt: zwar gibt es immer noch ein paar Dutzend Leichenbilder und Krankenhausscenerien aber die Spital- und Morgnen- Malerei ist doch bedeutend seltener als auf ben letzten Aus­stellungen vertreten, die Pleinaristen schwelgen doch nicht mehr so arg wie früher in den Trübseligkeiten unb Abscheulichkeiten der Welt, sie haben die Entdeckung gemacht, daß es neben dem Grauen unb Gräulichen, auch Lichtes und Erfreuliches gibt, dessen Darstellung sich sehr wohl mit dem PrinzipeWahrheit und Wirklichkeit" verträgt! Wie sich der Einzelne zu dieser Erkenutniß stellt und was er geleistet, daß soll in folgenden Artikeln an einer Au zahl be­deutenderer Werke dargelegt werden!

X>eet*e, (an** nwb Z>elf»tmr8

Die Königliche Eisenbahn-Direction zu Frankfurt a. M. hat an ihre siimmtlichen Güter-Absertigungsstellen nachstehendes den «ohlenverkehr von Schlesien, den deutschen Rordfeehafen- stationen und «iederlLndtschen Hafenplätzen betreffendes Ausschreiben erlassen:

Für Steinkohlen- und Coakssendungen in Ladungen von mindestens 10000 kg werden vorbehaltlich weiterer Verlängerung der Maßregel von heute ab auf die Dauer von 14 Tagen die folgenden Frachtvergünstigungen gewährt, nämlich:

a. im Verkebr aus den schlesischen Grubenbezirken nach den von der betreffenden Versandstation über 600 km entfernt gelegenen Stationen der Etsenbahn-Directionsbeztrke Altona, Elberfeld, Erfurt, Frankfurt a M., Köln (linksrh), Köln (rechtsrh.), Hannover und Magdeburg die ^Frachtsätze des auf den Preußischen Staatsbahnen seit dem 1. Januar 1890 gültigen Ausnahmetarifs für Düngemittel rc. mit der Maßgabe, baß der sich nach demselben für 601 km ergebende Frachtsatz auch im Verkehr nach ben 489600 km entfernten Stationen der vorbezeichneten Dtrectionsbezirke und des Eisenbahn-Directtons- beztrks Berlin berechnet wird;

b. für die Einfuhr von Steinkohlen und Coaks über deutsche Nordseehäfen von ben Hafenstaltonen Altona, Ottensen, Büsum, Glückstadt, Hamburg (B. u. H), Husum, Karolinenkoog, Tönning, Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Geestemünde, Haarburg, Vegesack (Grohn-), Brake, Elsfleth, Nordenhamm, Wilhelmshaven, Emden, Leer und Papenburg nach Preußischen Staatsbahnstattonen links der Elbe bet Eisenbahn-Entfernungen über 200 km die um 25pCt. gekürzten Frachtsätze des Special­tarifs III mit der Maßgabe, baß der sich hierbei für eine Ent­fernung von 201 km ergebende Frachtsatz von 0,42 Mk. für 100 kg auch für Entfernungen von 139200 km zur Erhebung kommt;

c. für die Einfuhr von Steinkohlen und Coaks über nieder­ländische Häfen von den Stationen Amsterdam, Dordrecht, Middelburg, Rotterdam und Vlissingen nach den Stationen der Eisenbahn-Directtonsbezilke Elberfeld, Köln (linksrh.) und Köln (rechttzrh.) die um 20pCt. gekürzten Frachtsätze des Specialtartfs III des Rheinisch-Westfälisch«Ntederlänbischen Gütertarifs.

Neben den Frachtsätzen kommt im Verkehr von Oberschlesien durchweg eine Abholegebühr von 0,005 Mark sür 100 kg zur Er Hebung, während im Uebrtgen die für die einzelnen Fälle festgesetzten Anschlußfrachten rc. berechnet werben.

Die Königliche Eisenbahn-Direction zu Hannover hat an die Handelskammer iu Gießen das nachstehende Ausschretben erlaßen :

Mit Gültigkeit vom 1. April d. I. ist unter Aufhebung des Tarifs vom 15. Juni 1890 ein neuer Tarif für den deutschen Levanteverkehr in Kraft getreten, durch welchen vielfache Ver­besserungen und Frachtermäßigungen gegenüber dem alten Tarif herbetgeführt worden sind. r . a .. ...

So sind im Jntereffe der Vereinfachung des Tarifs denen Text in deutscher unb französischer Sprache gedruckt ist die Ver- sandstationen in Gruvpen zusammengefaßt, die bisher für die See­beförderung berechneten Sperngkeitszuschlage für einzelne Guter zum Theil gänzlich aufgehoben, zum The«! wesentlich ermäßigt und durchgängig in die in den Tariftabellen enthaltenen Frachtsätze mit eingerechnet. Die Abfertigung der Dampfer erfolgt jetzt in vierzehntägigen Zwilchen- räumen (früher dreiwöchentlich), auch ist zu ben bisherigen Anlauf­häfen Varna hinzugekommen.

Im Interesse des reifenden Publikums |roirb darauf auf­merksam gemacht, daß die ttaliertzischen Gisen-ahrren Zahlungen nur in der Lire-, dezw. Frankenwährung annehmen und andere, insbesondere auch deutsche Münzen zurückwetfen und daß ferner weder an den Grenzstationen, noch an denselben naheliegenden Haltepunkten für Wechslerstellen hinreichend gesorgt ist.

-erbsrn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 4. Mai. Auf ben heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 256 Ochsen, Kühe und Rinder, und 895 Schweine. Der nächste Markt ist am. 25. Mai l. I.