»L- HegielSkt (Pole) erklärt dieZusttmmun, seiner Froctio» -u dem Gesetz, bittet aber, daraus nicht zu schlietzm, daß sie in jede« stnzelnen Punkte damit einverstanden seien.
Weiterberathung morgen 11 Uhr. Vorher Antrag zur Jnvalt- ditLtS- and Altersversicherung.
Ne«este Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Berlin, 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus begann die zweite Berathung des Cultusetats und genehmigte den Titel Ministergehalt. Im Laufe der Debatte erklärte der Minister, daß er die Regelung der Frage des Volksschulgesetzes für durchaus nothwendig halte; daneben liege ihm viel an der Regelung der inneren und äußeren Verhältnisse der Lehrer, namentlich der Besoldungsverhältnisse. Die Einnahmen wurden bewilligt. Bei dem Titel Ministergehalt sagte der Minister zu, daß er allen Angelegenheiten seines Ressorts das nöthige Wohlwollen zuwenden werde. Eine Trennung des Unterrichtsministeriums vom geistlichen Ministerium wäre vielleicht technisch zweckmäßiger, aber solange die Schule Kinder erziehe, dürfe das religiöse Element nicht unbeachtet bleiben. Für das einzubringende Volksschulgesetz würden die Ergebnisse der Verhandlungen des Hauses benutzt werden.
Berlin, 4. April. Die Landgemeindeordnungscommission des Herrenhauses genehmigte den Paragraphen 48 (Stimmenverhältniß in der Gemeindeordnung) «it der Aenderung, daß die für die Grund- und Gebäudesteuer angenommenen Sätze des Paragraphen durch Ortsstatut erhöht oder um die Hälfte (statt eines Drittels, wie tzas Abgeordnetenhaus beschlossen) ermäßigt werden können.
— Die conservative Fraction und die Centrumssraction des Abgeordnetenhauses beschlossen gegenüber der Fassung des Herrenhauses (3 Procent Einkommensteuer von höheren Einkommen) an der Fassung des Abgeordnetenhauses (4 Procent) festzuhalten.
Berlin, 4. Mai. Die Landgemeindeordnungs- (ommi ss i on des Herrenhauses beendigte die erste Lesung «nd nahm das Gesetz in der Fassung der Abgeordneten mit Unwesentlicher Abänderung des § 75, sowie ferner des § 109 dahin, daß die Sitzungen des Gemeinderaths vor beschränkter Oesfentlichkeit stattfinden sollen, än.
Berlin, 4. Mai. Die „Berliner Politischen Nachrichten" bestätigen die Meldung, daß die Delegirten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns bereits am 15. ds. Mts. in Wien zusammentreten werden, um die Verhandlungen mit den schweizerischen Delegirten wegen des Handelsvertrags mit -er Schweiz zu beginnen.
Berlin, 4. Mai. Der geheime Oberfinanzrath Rüdorfs, Präsident der Preußischen Central-Bodencredit-Actiengeselljchaft, ist gestern gestorben.
Potsdam, 4. Mai. Der Kaiser trat gestern Abend 11 Uhr die Reise nach Düsseldorf an.
Düsseldorf, 4. Mai. Der Kaiser traf um 9 Uhr Vormittags ein; er wurde von den Spitzen der Militärbehörden empfangen. Er begab sich, mit Albedyll fahrend, nach dem Triumphbogen aus dem Corneüusplatze, wo der Oberbürger- Weister eine Ansprache hielt. Der Kaiser dankte mit dem Ausdrucke seines Wohlwollens für die Stadt, fuhr in das Präsidialgebäude und empfing hier die Civilbehörden. Um zehn Uhr fuhr er nach der Golzheimer Haide zum Manöver.
Düsseldorf, 4. Mai. Bei dem Feste der Provinziallandstände brachte Fürst von Wied nach der Begrüßungsansprache aus den Kaiser ein begeistert aufgenommenes Hoch aus. Der Kaiser erwiderte in längerer Rede, er gedachte seiner Studienjahre in Bonn, seines Großvaters, Vaters und seiner eigenen Beziehungen zur Rheinprovinz. Die von dem Fürsten v. Wied erwähnten Friedensbeziehungen seien die Pflicht seiner Stellung, er werde sich freuen, wenn er von -es Himmels Gnade unterstützt, den europäischen Frieden in -er Hand hielte; er wollte dann dafür sorgen, daß er nie gestört würde; er werde jedenfalls nichts unversucht lassen, -aß die Segnungen des Friedens erhalten blieben. Auch im Innern gestalteten sich die Verhältnisse allmählich fester, ihm sei keine Mühe zu groß, dafür zu sorgen, daß die Industrie zu ihrem Rechte komme und zwar sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Er könne miltheilen, daß gestern der österreichisch - deutsche Handelsvertrag paragraphirt worden sei, woraus für das Land großer Nutzen ersprießeu werde. Der Kaiser ist fest überzeugt, daß das Heil im Zusammenwirken liege. Schließlich trank der Kaiser aus das Wohl der Provinz.
Freiburg 6. d. E., 4. Mai. Amtlich sestgestellres Ergeb' «iß der Stichwahl. Abgegeben wurden 16,053 Stimmen. Bismarck erhielt 10,549, Schmalfeldt ..504.
Gerolstein, 4. Mai. Bei der Neichstags e rsa tzwahl tm 30. April im ersten Trierschen Wahlkreise wurden abgegeben 9928 Stimmen. Davon erhielt der Lederfabrikant Eduard Nels aus Prünn (Centrum) 9859.
Altdamm, 4. Mai. Durch die F e u e r s b r u n st sind bis jetzt 15 Gebäude zerstört worden. Ein freiwilliger Feuerwehrmann wurde verschüttet und ist tobt.
Wien, 4. Mai. Die deutschen Delegirten zu den Handelsvertrags-Verhandlungen waren den „Polit. Nachr." zufolge eingeladen, Budapest zu besuchen, wo sie gastsreund- lich empfangen würden; sie wären leider verhindert gewesen, der Einladung nachzukommen, da sie sofort nach Abschluß der hiesigen Verhandlungen nach Berlin abreisen mußten, um an -en Berathungen betreffs der bevorstehenden zollpolitischen Aegociationen theilzunehmen.
Lemberg, 3. Mai. Die Centennarse ier der polnischen Verfassung vom 3. Mai 1791 wurde in vielen Städten von der polnischen Bevölkerung als nationaler Feiertag begangen. In Krakau sanden in sämmtlichen Kirchen Festgottesdienste statt, später gab es festliche Umzüge, Vorträge tm Rathhaus und an anderen Orten, Festvorstellungen. Die Stadt ist glänzend llluminirt. Die Feier verlies ohne Zwischensall.
Paris, 4. Mai. 3000 Bergarbeiter in Carmaux (Tarn) striken wegen der Entlastung der Kameraden, die am 1. Mai gefeiert haben; sie wollen die Arbeit nur mit diese« ausnehmen.
Paris, 4. Mai. Nach Meldungen aus Fourmies sand heute die Beerdigung der bei dem Zusammenstoß am 1. Mai getüdteten neun Personen unter großer Betheiligung statt. In einem zwei Kilometer langen Leichenzug folgten verschiedene Arbeitervereine mit rothen oder mit schwarzen, krepp- umwundenen Fahnen. Auf dem Friedhose hielten mehrere Socialisten heftige Reden, die Ruhe wurde nicht gestört.
Paris, 3. Mai. Die Lage in Fourmies wird als sehr ernst geschildert. Gestern fanden verschiedene Zusammen--' rottungen statt; das Militär wurde von allen Seiten beschimpft. — Nach mehreren Abendblättern beträgt die Zahl der Todten 14, die der Verwundeten 40. Es sind bedeutende Truppenverstärkungen dort eingetroffen, da bei dem Begräbnisse der Getüdteten Exceffe befürchtet werden. Die Behörden beabsichtigen, das Begräbniß auf morgen zu verschieben. In Fourmies und Sains haben jetzt fast sämmtliche Arbeiter die Arbeit eingestellt. In Roubaix haben 700 Färber die Arbeit eingestellt.
Paris, 4. Mai. Außer den Sozialisten Dumay und Boyer beabsichtigt auch der Boulangist Hoche die Regierung in der heutigen Kammersitzung über die Vorgänge in Fourmies zu interpelliren. Das Leichenbegängniß der am 1. Mai Getüdteten, darunter zwei Mädchen und ein Schulknabe, soll heute Vormittag stattfinden.
Lyon, 4. Mai. Die Anarchisten fahren fort, die Telephonkabel zu durchschneiden.
Loudon, 4. Mai. Allen deutschen Militärkapellen ist gestattet, in der deutschen Ausstellung in Uniform zu spielen.
Brüssel, 4. Mai. In Lüttich hat sich im Lause des Tages die Lage nicht gebessert. Auf den Kohlengruben an den beiden Maasusern ist Niemand angesahren. — Die Ausständigen in Tilleur entzündeten das umliegende Gehölz und die Hecken in St. Nicolas. Militär löschte das Feuer. — Im Revier von Charleroi ist der Strike ein allgemeiner. — In Mons ist die ganze Gensdarmerie aus- geboten. Kleine fliegende Truppentheile sind nach dem Borinage entsandt zur Verstärkung der cantonirten Brigaden. Viele Arbeiter sind aus Feldern und in Gärten mit Arbeiten beschäftigt.
Lüttich, 4. Mai. Hier war gestern Alles ruhig, jedoch für heute wird der Ausbruch des allgemeinen Strikes in den Kohlengruben auf dem linken Maas-User befürchtet. Umfassende Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.— In Tilleur fanden Versammlungen unter freiem Himmel statt; die Redner forderten zum Strike auf. Die Cafes waren schon um 8 Uhr Abends geschloffen. Jn Jemappes warfen die Ausständigen in mehreren Straßen die Fenster ein; darauf wurden Verhaftungen vorgenommen. Es herrscht Besorgniß, die Erregung werde sich steigern.— InSeraing dauert die stille Agitation fort; den Nicht-Strikenden wurden die Fenster eingeworfen. In Quaregnon, Wasmuel und Hornu wurden bei den Arbeiter- syndicaten die Kassenbücher beschlagnahmt.
Mons, 3. Mai. Der Aus stand unter den Bergarbeitern im Borinage ist allgemein. Außer in den Zechen von Levant, Flenu, Crachet und Piegnery herrscht eine gewisse Erregung unter den Strikenden. In Dour, Elonges, Pois und Boussu wird weiter gearbeitet.
Lüttich, 4. Mai. Im Lütticher Becken ist der Ausstand ein vollständiger. In Horloz gab es Abends noch Unruhen. Die Gensdarmen feuerten und verwundeten drei Personen. Sämmtliche Strikeorte des Bassins sind militärisch besetzt.
Charleroi, 4. Mai. Die Kohlenzechen des hiesigen Beckens striken vollständig. Heber 30,000 Arbeiter striken. Die Ruhe wurde bisher gewahrt. Die Metallarbeiter nahmen tne Arbeit wieder auf.
Seramg, 4. Mai. Die Bergarbeiter und Metallarbeiter der Etablissements Cockerill feiern.
Genua, 4. Mai. Der aus den La Plata-Staaten und Brasilien eingetroffene Dampfer „Washington" ist auf Anordnung des Ministers des Innern nach der Insel Asinara (nördlich von Sardinien) in Quarantäne geschickt, weil auf der Fahrt zwei Mannschaften am gelben Fieber gestorben und ein Passagier erkrankt ist.
Kronstadt,4.Mai. Heute liefen zwei Segler ein. Die Schifffahrt ist eröffnet.
Belgrad, 4. Mai. König Alexander besuchte gestern Vormittag seine Mutter, die Königin Natalie. — Der Ministerpräsident Paschic tritt demnächst eine Reise ins Ausland an.
Newyork, 4. Mai. In der Stadt Paducal (Kentucky) hat ein gewaltiger Wirbel sturm mehrere hundert Häuser der Dächer beraubt und einige gänzlich zertrümmert. Die MethodistenUrche wurde in die Höhe gehoben und in Trümmern auf die Straße geschleudert. Die Bahnhöfe und Fabriken sind stark beschädigt. Mehrere Personen sind leicht verletzt worden.
Lüttich, 5. Mai. Heute früh erfolgte im vornehmsten Stadtviertel vor einem Privathaus eine heftige Dynamitexplosion, durch dieselbe wurde das Thor und sämmtliche Fenster des Hauses zertrümmert, die anstoßenden Häuser beschädigt.
Mous, 5. Mai. Nachts explvdirte vor dem Hause eines nicht strikenden Arbeiters eine Dynamitpatrone. Es liegt ein Racheact vor.
CscaUs trab
Gießen. 5. Mai.
— Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die heute Abend im Saale des Cafe Leib stattfindende letzte Vorstellung der Küustlertruppe Abs und Pieso aufmerksam. Die Eigenart des Gebotenen, das sichere und gewandte Aus- 1 treten der Künstler, die Abwechselung im Programm sind
geeignet, den Besuchern einige recht heitere Stunden zu bereiten.
— Ein gestern Abend gegen 6 Uhr in Heuchelhei« auS- gebrochenes F euer nahm einen so bedeutenden Umfang an, daß auch die hiesigen Feuerwehren allarmirt wurden und mit dem größten Theile der Löschgeräthe dorthin abrückten. Das Feuer hatte sich eines aus Wohnhäusern. Stallungen, Scheuern 2c. bestehenden Ortstheils bemächtigt und legte in kurzer Zeit zwei Wohnhäuser, sieben Scheuern, Schuppen und Stallungen in Trümmer, ein Wohnhaus wurde beschädigt.
— Das Consortium, welches s. Z. die Schüler'fche Be- itzung ankaufte, hat gestern Abend beschlossen, auf das von )er Stadt Gießen gemachte Kaufgebot von 90000 Mk. einzugehen.
m. Lich, 4. Mai. Die Ehefrau des Karl Schmidt von hier sand heute ihren Tod durch einen Sturz vo« Thurme. Dem Vernehmen nach hat man es mit Selbstmord zu thun.
g. Bad Nauheim, 5. Mai. In dem hiesigen Stadt- walde brannte am 30. April binnen einer Stunde eine Waldfläche von ca. 2000 Qm jungen Eichenbestands ab. Der Brand soll durch zwei Jungen im Alter von 10 resp. 11 Jahren angelegt worden sein.
* Friedberg, 4. Mai. Heute Nachmittag wurde Herr Professor Lic. Sm end in sein Amt eingeführt. Herr Ober-Consistorialrath Dr. Köstlin aus Darmstadt war bei der Feier zugegen. Nach derselben wurde ein gemeinschaftlicher Spaziergang auf das Offenheimer Wäldchen unternommen. Nächsten Sonntag wird Herr Professor Smend seine Antrittspredigt halten. — Gestern feierte der Social- demokratische Wahlverein des hiesigen Wahlbezirks sein Mai fest im Nauheimer Hochwald. Das nicht sehr stark besuchte Fest nahm einen ungestörten Verlauf und endigte ohne besondere Zwischenfälle.
I. Groß-Karbeu, 5. Mai. Bei einem hiesigen Kaufmann wurde in einer Nacht im Laufe der vorigen Woche eingebrochen und bedeutende Waarcnvorräthe gestohlen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, der Thäter habhaft zu werden.
-s Großeu-Liudeu, 5. Mai. In verflossener Woche verbrannte ein auf hiesigem Felde aufgeschichteter, einem hiesigen Oeconomen gehöriger Hausen Stroh von ca. 120 Ar im Werthe von 300 Mark, lieber die Entstehungsursache des Feuers konnte bis jetzt Nichts ermittelt werden.
-r. Nidda, 5. Mai. In der Nacht vom 24. auf den 25. April wurden einige Fensterscheiben und Ampeln der hiesigen Synagoge durch Einwerfen demolirt. Die Thäter, welche ermittelt wurden, dürften sich demnächst vor Gericht zu verantworten haben.
§ Grünberg, 4. Mai. Eine ganz überraschende Preissteigerung haben die Kartoffeln auf dem vorgestrigen Fruchtmarkt genommen. Der Doppelcentner gewöhnlicher Sorte wurde mit 8,50—9 Mark bezahlt, während er bisher durchfchnittlich 6 Mark gekostet hatte. Frühkartoffeln galten sogar 10 Mark per 100 Kilo. Diese starke Preissteigerung der Kartoffeln rührt von der jetzt durch die Setzzeit bedingten großen Nachfrage her. Zweifellos dürfte sich dieser hohe Preis nicht dauernd erhalten und schon demnächst wieder auf den normalen Stand zurückgehen.
— Das Gefammtbedürsniß der Landes Braudver- ficheruugsanstalt für 1890 berechnet sich auf 999,225 Mk. 51 Pfg., also nahezu 1 Million Mk., welches durch einen im Juli dss. Js. zu erhebenden Ausschlag von 9 Pfg. auf je 100 Mk. Gcbäudeversicherungscapital gedeckt werden soll. Im Vorjahr betrug der Ausschlag nur 8 Pfg., fo daß also eine Erhöhung um 1 Pfg. vorliegt. — Das Versicherungs- capital, das im Vorjahr 1,120,147,100 Mk. betrug, hat sich auf 1,151,611,940 Mk., also über 31 Millionen Mk. erhoben (Starkenburg 449,939,550 Mk., Oberhessen 299,105,860 Mk. und Rheinhessen 402,566,520 Mk.) An der Erhöhung sind Starkenburg und Rheinhessen mit annähernd je 13 Millionen Mk., Oberheffen mit nahezu 6 Millionen Mk. betheiligt.
Vermißtes.
* Darmstadt, 1. Mai. Postpersonalnachrichten. Der Ober-Postdirectionssecretär Neumann in Offenbach (Main) ist zum Pastkassirer ernannt worden. Angestellt wurden die Postanwärter Kunz in Mamz und Schmidt in Alzey als Postassistenten, der Telegraphenanwärter Müller in Offenbach (Main) als Telegraphenassistent. — Versetzt wurden: die Postsecretäre Briegleb von Fiedberg (Hessen) nach Offenbach (Main), Bellaire von Saarburg (Lothr.) nach Darmstadt, Schweizer von Bensheim nach Worms, sowie der Ober Postassistent Conrad von Mainz nach Frankfurt (Main).
* Wetzlar, 3. Mai. Der seit 9 Jahren schwebende Prozeß der evangel. Kirchengemeinde zu Krofdorf gegen die Civil- gemeinde Krofdorf-Gleiberg, betr. Verpflichtung zu Bauten und Reparaturen der kirchlichen Gebäude aus dem Vermögen der bürgerlichen Gemeinde ist nunmehr endgiltig vom Reichsgericht zu Gunsten der Kirchengemeinde entschieden worden.
* Breslau, 2. Mai. Beim Eingang in den altberühmten Schweidnitzer Keller im Rathhanse zu Breslau kaufte sich feit Jahrhunderten der Bürgersmann als Zuspeise zum Bier sein Quantum Würstchen; diese einzige Verkaufsstelle wurde verpachtet, die kleine Nische an der dunklen Treppe bewährte sich als Goldquelle und die Concurrenten stritten sich dermaßen um das Privileg, daß vor zehn Jahren die Jahrespacht bis auf 11,000 Mk. gesteigert war. Dann sank der Ertrag und die Miethe: 1883 betrug letztere 7150 Mk., 1885 noch 6000 Mk. und bei der vor Kurzem abgehaltenen Neuverpachtung setzten die Gebote der Reflectanten mit — 100 Mk., bis nach einstündigen, schwerfälligen Verhandlungen der bisherige Inhaber der Verkaufsstelle, Wurstmacher Heimann, das Meistgebol mit 1510 Mk. machte. Sa. ändern sich die Zeiten.


