Ausgabe 
4.10.1891 Erstes Blatt
 
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Gießener Anzeiger

Keneral-Wnzeiger.

MettNtähr^rr XlonnmcxtitFtrtsi 2 Mark 20 Psz. trift vringerlohn.

Durch die

2 Mark 50 Ms..

Äeboction, und Druckerei:

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Ferniprecher 51,

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.

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Hrattsöeitage: Hießmer JamMenLkLtter.

Miailwie » v Anzeige« zu der Nachmittag» für d« .«gnrdeu Lag erlcheinenden Nummer 6il Bonn. 10 Uhr.

Alle SrmLUcen-Sureuux der In- und ÄmitenM fleiw Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgtjjttk

Anrtli^ev Therl.

Gießen, den 1. October 1891.

Betr.: Durchführung des Jnvaliditäts- und Alters «Ver­sicherungs-Gesetzes, hier Ausstellung der Bescheinig­ungen aus den Endzahlen der Aufrechnung der Quittungskarten.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die örtlichen Jnvaliditäts- nnd Alters-

Bersicherungsstellen.

Demnächst werden die Quittungskarten der meisten Ver­sicherten, da die für die Einklebung der Marken bestimmten Felder gefüllt sind, zum Umtausch kommen und müssen Sie in Anwendung der Bestimmungen Ziffer 1130 der An­weisung, betr. das Verfahren bei der Ausstellung, dem Um­tausch u. s. w. der Quittungskarten vom 23. October 1890

Regbl. Nr. 44, auf welche Sie hierdurch im Allgemeinen verwiesen werden, alsdann diese Quittungskarten aufrechnen und über diese Aufrechnung dem Inhaber der Karte eine Bescheinigung ausstellen.

Für diese Bescheinigung ist von Seiten Großh. Ministe­riums des Innern und der Justiz das nachstehend abgedruckte Formular empfohlen.

Da eine handschriftliche Ausstellung der Bescheinigung in der verlangten Form für Sie eine sehr zeitraubende sein würde, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß derartige Formulare bei der Firma Heinrich Elbert in Darmstadt und zwar auf Normalpapier zu dem Preise von 5,50 Mk. und auf nicht Normalpapier zu dem Preise von 3,50 Mk. pro 1000 Stück zu beziehen sind.

Die Kosten dieser Formulare, deren rechtzeitigen Bezug wir Ihnen nur empfehlen können, fallen den Stellen, nicht der Versicherungsanstalt zur Last.

v. Gagern.

Bescheinigung

über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarte Nr.........

für.............................................

Kreis

geboren am

(Bezeichnung der aufrechnenden Stelle.)

(L. 8.)

..............zu.....

Versicherungsanstalt

Dauer der bescheinigten Krankheiten

vom

189

Zahl der Beitragswochen (Wochenmarken) in Lohnklasse:

Dauer militärischer Dienstleistungen

vom

189

bi-b einschließlich

II

189

189 .

, den

(Name der Anstalt, welche auf der ausgerechneten Karte verzeichnet ist.)

III ! IV

bis einschließlich______

189

Bekanntmachung,

die Veranstaltung einer Verloosung zum Besten des Wieder­aufbaues der St. Rochuscapelle in Bingen betreffend.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Comite für den Wiederaufbau der St. Rochuscapelle zu Bingen gestaltet hat, daß die auf Mitte October o. I. bestimmte erste Ziehung der mit der Verfügung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 9. Februar 1891 genehmigten rubr. Verloosung, bis zu Ende des laufenden Jahres hinaus­geschoben werde.

Gießen, den 2. October 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Gefunden: 2 Messer, 1 Haarbürstchen, 2 Armbänder, 2 Ringe, 2 Hundehalsbänder, 1 Sommerrock, 1 Sackrock, 1 Laterne, 1 Paar rothe Strümpfe und 1 Stock (stehen ge­blieben auf dem Polizeianit).

Gießen, den 3. October 1891.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

politische Wochenschau.

Gießen, 3. October 1891.

Auf dem Gebiete der inneren Politik hatte die ver­gangene Woche keinerlei Ereignisse von weit reichender Be­deutung zu verzeichnen. Wir heben nur hervor, daß nun auch in Bezug auf die diesjährige Weizenernte in Preußen ähnliche Mittheilungen durch die amtlicheStatistische Corresp." ergangen sind, wie sie vor Kurzem hinsichtlich der Roggen­ernte ftattgefunden haben und unseren Lesern rechtzeitig zu­gänglich gemacht worden sind. Nach den seither angestellten Ermittelungen wird der Ertrag der Weizenernte in diesem Jahr aus 1704 Kilogramm pro Hectar abgeschätzt,^während er nach den Octoberschätzungen des Vorjahres nur 1597 Kilo­gramm betrug. In Folge des demgemäß zu erwartenden Mehrertrags pro Hectar würde die gesammte Weizenernte dieses Jahres 18407 740 Doppelcentner gegen 17523007 Doppel-

centner des Vorjahres ausmachen, d. h. einen Ueberschuß von 884 733 Doppelcentner ergeben. Dagegen bleibt, wie wir unlängst an dieser Stelle ausführten, das diesjährige Roggenergebniß von 46 673 806 Doppelcentner hinter dem vorjährigen (50 369 634) um einen erheblichen Betrag zurück, der nur zum kleinen Theil durch den etwas günstigeren Ausfall der Weizenernte ersetzt werden kann. Ueberdies muß man sich vergegenwärtigen, daß der wahre Ertrag noch beträchtlich mehr als sonst hinter den vorläufigen Ermittelungen zurückstehen wird, da in dem laufenden Jahre die Abschätzungen bereits in der zweiten Hälfte des August vorgenommen worden sind, während sie sonst erst im October bewerkstelligt zu werden pflegen und darum zuverlässiger sind. In Baden heben die Wahlen von 32 Landtagsabgeordneten eine wesentliche Verschiebung der Parteiverhältniffe im Ge­folge gehabt. Unter den Ausgeschiedenen hatten 28 den Nationalliberalen, 3 dem Centrum und einer der demokratischen Partei zugehört. Durch die Neuwahlen haben die National­liberalen von ihren 28 Sitzen, so viel sich bis jetzt feftstellen läßt, 14 an ihre Gegner von rechts und links verloren. Da von den übrigen 31 Mitgliedern des badischen Landtags, deren Mandat erst an einem späteren Termin erlischt, einer der conservativen, 18 der nationalliberalen Partei, 2 der demokratisch-freisinnigen Vereinigung und 10 dem Centrum zuzählen, so werden die beiden entgegengesetzten Gruppen im Landtage nahezu die gleiche Stärke haben. Etwas Näheres wird sich erst dann bestimmen lassen, wenn die endgiltige Stellungnahme einer Reihe von bisher noch unentschiedenen Wahlmännern in 4 Bezirken bekannt ist.

Je stiller es im Uebrigen im Reiche in Bezug auf innere Angelegenheiten ist, um so zahlreicher und bedeutungs­voller sind die Kundgebungen und Ereignisse aus dem Felde der auswärtigen Politik. Im Gegensatz zu den Beunruhigungen, die seit den Kronstädter Festlichkeiten epidemisch austraten, kommt jetzt eine werthvolle Friedensversicherung hinter der anderen. Der deutsche Reichskanzler, Herr v. Caprivi, und der französische Minister des Auswärtigen, Herr Ribot, eröffneten den Reigen. Der erstere erklärte, daß man in der Annäherung der Reiche Rußland und Frankreich keinen Grund zu Besorgnissen, sondern lediglich den klaren Ausdruck schon längst vorhandener Verhältnisse erblicken dürfe. Es

i handle sich vielleicht um nicht mehr als die Feststellung eines I europäischen Gleichgewichtes, wie es schon früher bestanden habe. Ribot versicherte, daß Frankreich nicht daran denke, in dem Augenblicke, in welchem es den Frieden mit voller Wahrung seiner Würde befestige, etwas zu unternehmen, was den Frieden in Frage stellen könne. Ebenfalls in friedlichem Sinne äußerte sich bald daraus Minister v. Bötticher, der so weit ging, zu äußern, daß der Friede, von immer möglichen unerwarteten Zwischenfällen abgesehen, niemals so wohl ver­bürgt gewesen sei, wie gerade im Augenblicke. Einen leisen Mißton brachte in diese allgemeine Friedens- und Freundschaftsstimmung die Angelegenheit der russischen Anleihe. Man beginnt jetzt auch in weiteren Kreisen ein­zusehen, daß man sich bei der Beurtheilung der Sachlage in Deutschland vielfach von gewissen Gesühlsimpulsen allzusehr hat leiten lassen und zuletzt in eine Stimmung hineingerathen ist, die eine bedenkliche Verwandtschaft mit der Denkweise derjenigen Franzosen aufweist, welche vor Kurzem den Lohengrin" in Paris unmöglich zu machen bestrebt waren. Man war bereits so weit, daß man in allem Ernste die engagirten Bankhäuser für halbe Vaterlandsverräther ansah, welche die russische Regierung mit Geld zu einem Kriege gegen Deutschland zu versehen gedächten. Man vergaß dabei ganz und gar, daß russische Papiere auch jetzt schon mannig­fach in Deutschland verbreitet sind und nach der angewandten Logik schließlich auch alle Lieferungen von Schienen, Locomotiven, Kohlen und Waffentheilen, wie sie von Deutschland nach Rußland und Frankreich fortgesetzt im Schwünge sind, auf Varerlandsverrath hinausliefen. Den einzig richtigen Stand­punkt hat die Regierung von vornherein eingenommen, indem sie sich kühl bis ans Herz hinan gegenüber dem ganzen Spectakel verhielt und ausdrücklich hervorhob, daß sie die Frage mit völliger Gleichgiltigkeit betrachte. Eine über­raschende Nachricht kam aus Brüssel. Hier hat sich B o u l a n g e r auf dem Grabe seiner kürzlich verstorbenen Geliebten, Madame Bonnemain, erschossen. So ist der Mann, der sein Leben lang nichts anderes war, als ein Comödiant, seiner Natur getreu auch wie ein Theaterheld gestorben. Sein Lebens­gang ist allen Zeitgenossen so weit bekannt, daß eine Dar­stellung desselben unnöthig ist. Was aber den ehemaligen Abgott der Pariser in den Tod getrieben hat, ob wirklich das Gefühl der Vereinsamung nach dem Tode von Madame Bonnemain oder die klägliche Ruhmlosigkeit seines Lebens nach dem früheren Glanze oder gar der Ruin seiner materiellen Existenz wer will es wissen?

Deutle# Reich.

Berlin, 2. October. Der Bundesrath wird am 8. October zu seiner ersten Plenarsitzung für das Winter­halbjahr zusammentreten, womit der bevorstehende parlamen­tarische Winrerfeldzug seine Einleitung erfährt. Was den Reichstag anbelangt, so ist in den bekannten Dispositionen für seinen Wiederzusammentritt bis jetzt noch nichts geändert worden, es dürste demnach dabei bleiben, daß er am 10. November seine erste Sitzung nach der Sommervertagung abhält. Welche Vorlagen das Reichsparlament bei Wiederaufnahme seiner Geschäfte vorfinden wird, bleibt noch abzuwarten. Jedenfalls kann sich der Reichstag auch diesmal auf ein reichliches Arbeitsmaterial gefaßt machen, zu welchem u. A. der Etat, die Novellen zum Krankenkassengesetz und zum Militairpensions- gesetz, die angekündigten Vorlagen über den Verkehr mit Wein und mit Giften, sowie der Entwurf des Trunksuchts­gesetzes gehören werden. Unzweifelhaft wird sich dieser Arbeitsstoff im weiteren Verlaufe der Wintersession noch wesentlich vermehren.

Wegen Veranstaltung einer deutschen nationalen Ausstellung in Berlin hatte die Osnabrücker Handels­kammer vor einiger Zeit bei den Handels- und Gewerbe­kammern, kaufmännischen und wirthschastlichen Vereinig­ungen u. s. w. Deutschlands Umfrage gehalten. Hierauf sind bis jetzt insgesammt 130 Anworten eingelaufen. Von ihnen sprechen sich 82 unbedingt und in theilweise sehr warmer Weise für den gedachten Plan aus, 27 halten mit einer endgiltigen oder entschiedenen Aussprache noch zurück, unter Anführung sehr verschiedener Gründe, und nur 21 Antworten lauten ablehnend bezüglich der geplanten Ausstellung. Dieses dargelegte Berhältniß der eingelausenen Antworten berechtigt zu der Erwartung, daß der Gedanke einer deutsch-nationalen Ausstellung in Berlin in den weitaus größten Kreisen unseres Volkes werkthätige Unterstützung finden wird, sobald nur erst einmal die Reichsregierung sich ebenfalls klar zustimmend zu dem Plane ausgesprochen haben wird.

Cassel, 1. October. Nach einer zu Beginn der heutigen