Ausgabe 
2.8.1891 Zweites Blatt
 
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während des Winters bequem von seinen Ersparnissen leben zu können.

* Künstliche Mandeln, so haben behördliche Ermittelungen ergeben, werden seit einiger Zeit von Utrecht in Holland aus in den Handel gebracht und namentlich zur Vermischung mit echten Mandeln verwendet. Die Nachahmungen sind aus Glykose hergestellt und mit Nitrobenzol, das einen mandel­ähnlichen Geruch erzeugt, parfümirt. Das Fabrikat würde ganz gut als eine Art billiger Bonbons verwendet werden können und unter dieser Bezeichnung auch keine Beanstandung erfahren. Die Vermischung mit echten Mandeln ist natürlich auf Täuschung der Käufer berechnet, die um so leichter gelingt, als Form und Farbe der echten Mandeln ziemlich gu,t nachgeahmt ist. Der Verkauf derartig gefälschter Mandeln macht den Verkäufer nach den Vorschriften des Nahrungs­mittelgesetzes verantwortlich.

* A (der einem Andern eine Ohrfeige gegeben und deß- halb zu 70 Mk. Geldstrafe verurtheilt wurde:Sakra, früher hat Einem so a' Ohrfeig'n 5 Gulden 'kost't und jetzt kost's 7 0 Markt . . . Es ist schrecklich, wie Alles theuer wird!"

* Ein Unglücksmensch. Assessor: . . Ich versichere Sie, gnädiges Fräulein, wir Juristen machen miserable Carriere- einer wartet immer auf des andern Tod. Sehen Sie zum Beispiel den alten Gerichtsrath dort- wir warten nun schon von Jahr zu Jahr, daß die alte Unke endlich einmal abkratzt . . . !" Dame:Aber mein Herr, das ist ja mein Papa!"

Verkehr, Land« ttnd VolkLwirthschast.

Der Sauerampfer und feine Verwendung. Der Sauerampfer gedeiht in jedem Gartenbodeu und eignet sich besonders zur Einfasiung von Rabatten, Beeten usw. Zu dem Zweck säet man ihn entweder in schmalen Streifen an ble betreffenden Kanten oder er wird dorthin verpflanzt. Sind die Pflanzen angewachsen, so wird ihnen das Herz ausgekniffen, damit sie sich kräftig bestocken. Die Einfassung kann an Regelmäßigkeit mit jeder anderen concurrhen. Sie kann häufig geschnitten werden und liefert reichliche Blattmengen, die zu verschiedenen Gerichten ausgezeichnete Verwendung finden. Außer der bekannten Zubereitung wie Spinat ist zu erwähnen der sogen. Sauerampfersalat. Junge Sauerampferblätter werden sorgsam gewaschen, entstielt, in einem Siebe nochmals abgespült und durch Schwenken desselben abgetrocknet und mit Essig, Del und etwas Salz eingemacht. Auch die Sauerampfersuppe verdient Beachtung. Die gereinigten und entstielten Blätter werden mit Butter wetck gedünstet, durch ein Sieb geschlagen und der Fleischbrühe zugesetzt. Das Ganze wird bann noch unter fleißigem Umrühren aufgekocht und mit ge­rosteten Brotwürfeln zu Tisch gebracht.

Hühner im Garten. Sorgsam schützt der Gartenbesitzer seinen Garten meistens vor dem Eindringen der Hühner und mit Recht, denn auf den Samenbeeten ist ihr Scharren unter keinen Umständen zu dulden. Anders ist die Sache jedoch im Herbst, wo man sie als Bundesgenossen bei der Vertilgung des Ungeziefers kaum hoch genug schätzen kann. Man achte einmal darauf, mit welchem Eifer den Raupen, Kerfen usw. nachgestellt wird. Wesentlichen Schaden können sie schon vom September an nicht mehr anrichten, dagegen sehr großen Nutzen stiften. Sollte man befürchten müssen, daß etwa junge Grünkohlpflanzen usw. von ihnen abgepickt werden, so säe man an einer unbenutzten Stelle des Gartens etwas Rapssaat auS; das bald auflaufende junge Grün ist ein Lieblingsfutter der Hühner, sie lassen alles andere Grünfutter stehen, wenn sie seiner

habhaft werden könnm. Man kann diese kleine Mübe in Anbetracht des großen Nutzens, den die Hühner im Garten stiften, schon leisten.

CUataiut Armst.

r Awarisches Preisausschreiben. Die Verlagsbuch­handlung L. Ehlermann in Dresden schreibt für drei zur Ver­öffentlichung in der von Dr. Anton Bettelheim herausgegebenen SammlungFührende Geister" geeignete Biographien drei Preise (1. Preis 3000 Mark, 2. Preis 1500 Mark, 3. Preis 1000 Mark) aus. Der erste Preis soll einer Goethe-Biographie zuerkonnt werden, welche unter voller Berücksichtigung der neuesten Forschungen eine künstlerische Darstellung von Goethes Bestrebungen und Leistungen, eine Würdigung seiner Allseitigkeit im Rahmen des für die Samm­lungFührende Geister" entworfenen GrundplaneS gibt. Als Preis­richter werden zu entscheiden haben: Regterungsrath Prof. vr. Anton Schönbach in Graz, Dr. Adolph Wilbrandt in Rostock, der Heraus­geber der Sammlung Dr. Anton Bettelheim in Wien und der Verleger Dr. Erich Ehlermann in Dresden. Falls keine oder keine genügende Goethe-Biographie eingehen sollte, so behält sich die Verlagshandlung, welche die Preise jedenfalls und ungetheilt ausbezahlt, vor, die Bio­graphie einer anderen Persönlichkeit, deren Wirken ganz oder doch größtentheils in das 19. Jahrhundert fällt, mit dem ersten Preise auszuzeichnen, während derartige zum Wettbewerb einlangende Manuscripte sonst nur für den zweiten und dritten Preis in Betracht kommen. Die Manuscripte sollen den Umfang von 10 bis 12 Bogen im Format der SammlungFührende Geister" nicht überschreiten und sind bis längstens 30. September 1892 an die Verlagshandlung einzultefern, welche gern bereit ist, auf directe Anfragen alle wünschens- werthen näheren Mittheilungen zu machen. Der Spruck des Preis- gertchts wird am 1. Februar 1893 veröffentlicht. Nicht preis­gekrönte Arbeiten ev. dtrect zu erwerben, behält sich die Verlagshand­lung vor.

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