Ausgabe 
2.8.1891
 
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190,000 auf 220,000 auf Schwierigkeiten gestoßen, weßhalb dieselbe einstweilen unterbleibt. Statt dessen wird beabsich­tigt, durch schnelleres Tempo der Ziehungen die Einnahmen der Lotterie zu vermehren.

DerVoss. Ztg." wird aus London gemeldet, daß 17 britische Kriegsschisse die französische Flotte auf der Rhede von Spithead begrüßen werden.

Berlin, 31. Juli. DasKleine Journal" schreibt: Der betrügerische Beamte der deutschen Bank heißt Frank, der Makler heißt Schwieger. Letzterer hatte 1882 als Direc­tor die Berliner Handelsgesellschaft um 7 Millionen betrogen. Die deutsche Bank leistet heute die Zahlung von 12 Millionen, erkennt also die Schlußscheine trotz der Fälschung an.

Berlin, 31. Juli. DiePolit. Correspondenz" ersährt aus Bern, die Jura-Simplon-Gesellschast habe das Project des Simplon - Durchstichs sertiggestellt. Die Tunnel­länge ist mit 21 Kilometer, die Bauzeit mit 5 Jahren vor­gesehen. Der Bundesrath beabsichtigt, aus Grund des Pro- jects bie Verhandlungen mit Italien einzuleiten.

Köln, 31. Juli. Nach derKöln. Ztg." ist ein großer Trupp russischerJuden, zumeist aus den Ostseeprovinzen, in Hamburg eingetroffen. Da die Logirhäuser überfüllt sind, wurden die Zuzügler theilweise in Schuppen untergebracht. Sofort nach der Beköstigung wurde die Mehrzahl an Bord der Schiffe geführt. Nach Versicherung der Auswanderer findet mildere Handhabung der Judenmaßregeln in Rußland nicht statt.

Wien, 31. Juli. Für nächste Woche wird ein erheb­liches Minus in den Betriebseinnahmen der Südbahn er­wartet, da die Bahn in vorjährigem August bereits namhafte Getreidemengen transportiren konnte, was in diesem Jahre nicht zu erwarten sei.

Turin, 31. Juli. In Folge der Reise des Kriegs- mnnisters nach den Westalpen wurde beschlossen, einige Batterien aus dem Mont Chaberton auszustellen und die anderen Befestigungsarbeiten auf jenem Gebiete zu beschleunigen.

London, 31. Juli. DerStandard" schreibt: Wie erstarkt Frankreich, wie mächtig auch Rußland, wie bedeutend die vereinigten Kräfte beider sein mögen, würde ihnen heute ein ganz anderes Europa gegenübertreten als zu Zeiten Ludwigs XIV. und Napoleon I. Das damals ge- worsene Deutschland sei jetzt stark und sich bewußt, daß, sollte Frankreich anmaßend werden, die Staaten sich entgegen» stellen würden, weil sie nicht geneigt seien, sich erniedrigen zu lassen. Das Blatt drückt die Hoffnung aus, die Nachbarn wollten zur Einsicht kommen, die Thatsache würdigen und sich nicht hinreißen lassen, weil die Tage der Verzweiflung und des Niederganges vorüber seien und die Republik vielleicht einen mächtigen Bundesgenossen gefunden hätte.

Loyales uttfc provinzielles.

Gießen, 1. August.

Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Juli den Privat- docenten Dr. Lothar Heffter zu Gießen zum außerordent­lichen Profeffor bei der philosophischen Facultät der Landes- Universität zu ernennen.

Ordensverleihung. Seine Majestät der Kaiser hat dem Kreisrath Fischer zu Lauterbach den Königl. Kronen- Orden 3. Klasse verliehen.

Landesbaugewerkschule. Aus dem uns vorliegenden Programm der Landesbaugewerkschule sür den Winter 1891/92 ist ersichtlich, daß die zweite Abtheilung der Metallarbeiter nunmehr vollständig ausgestaltet und daß der Unterricht für Bauhandwerker durch das sogen. Körperzeichnen und durch Modelliren in Holz erweitert werden wird. Ferner ist aus die Einrichtung von Vorcursen aufmerksam zu machen, wo­durch eine gleichmäßigere Vorbildung der in die oberen Ab­teilungen eintretenden Schüler erstrebt wird. Eine neue Abtheilung für die Gewerbe des inneren Ausbaues der Häuser konnte wegen Mangels geeigneter Räume noch nicht ins Leben gerufen werden.

Aus Oberhessen, Ende Juli. Zu den werthvollsten natür­lichen Bausteinen unserer Provinz zählt bekanntlich der Dolerit oder, wie er gewöhnlich hier genannt wird, der Lungstein von Londorf. Auf dieses vortreffliche Bau­material, wie es sonst nur noch an wenigen Orten Deutsch­lands, z. B. in Niedermendig vorkommt, macht Professor Dr. Streng in Gießen intCentralblatt der Bauverwaltung" die technische Fachwelt aufmerksam. Dolerit oder Doleritlava ist im Wesentlichen ein mittelkörniges Gemenge von Andesin <Kalknatronfeldspath), Augit, Olivin, Titaneisen und wenig Magneteisen. Die chemische Zusammensetzung ist nach dem genannten Forscher: 49,08 Kieselerde, 13,43 Thonerde, 9,58 Magnesia, 8,92 Kalk, 6,49 Eisenoxyd, 5,92 Eisenoxy­dul, 3,42 Natzron, 1,82 Titansäure, 1,00 Kali, 0,51 Phos­phorsäure und 0,32 Wasser. Daß das Gestein von feinen Poren durchzogen, ist für die Bearbeitung sehr wichtig, in­dem dasselbe dadurch leichter zu behauen und in Formen zu bringen ist, trotzdem ist es sehr druckfest und gegen Frost widerstandsfähig. Die Ablagerung des Gesteins ist in Lava­strömen erfolgt, die sich wahrscheinlich von Osten her durch Las Lumdathal ergossen haben und zwar sind meist mehrere Ströme übereinander gelagert. Zum Abbau geeignet sind nur die inneren Stromtheile. die dann nach oben und unten in blasige, feinkörnige Abänderungen übergehen, woraus sich glasige, schlackige Ober- und Unterflächen entwickeln, welche eigenthümliche Formen zeigen und der Fladenlava der Vesuv- ströme entsprechen. Beim Abbau, der als Tagbau erfolgt, sind jedesmal zunächst die Schlacken und grobblasigen Theile abzuräumen und benutzt man bei ersterem gewöhnlich die vorhandenen, die Gesteinspfeiler von einander trennenden senkrechten Spalten oder hie und da vorkommende Quer­spalten. Das Gestein hat eine schön hellgraue Farbe und ist bereits bei älteren und neueren Bauwerken zur Verwend­

ung gekommen. An der Klosterkirche zu Arnsburg bei Lich hat es sieben Jahrhunderte lang den Einflüssen der Witterung Stand gehalten- es bestehen ferner daraus die Kirchen zu Londorf und Grünberg, das Regierungs- und Gerichtsgebäude zu Kassel, Schloß Friedelhausen bei Lollar, alle Brücken und Viaducte der Main-Weser-Bahn u. a. m. Auch zu Orna­menten bei Wiederherstellungsarbeiten am Dom zu Limburg und Schloß Braunfels kam Londorfer Längstem zur Ver­wendung. Der größte Theil der Londorfer Steinbrüche ist neulich in capitalkrästigere Hände übergegangen, nämlich in die der Commanditgesellschaft A. Graff & Cie. in Gießen und Londorf, die einen größeren Betrieb mit Anwendung aller neueren Hilfsmittel einzurichten gedenkt. Die geplante Bahn GrünbergLondorfLollar, wenn vollendet, dürste auf die Prosperität der Steinbrüche von besonderem Einfluß sem. (D. Ztg.)

Gegenwärtig findet in Mainz die von Seiten des Kreisamtes angeordnete Maß- und Gewichtsrevision statt. Bei dieser Gelegenheit stellt sich die auffallende That­sache heraus, daß fast sämmtliche im Gebrauch befindliche Messinggewichte zu leicht befunden werden und der Confiscation anheimfallen. Die Ursache dürste darin zu finden sein, daß bei dem Reinigen der Messinggewichte Zinnsand verwendet wird, wodurch das Messing abgenutzt wird, was mit der Zeit so viel ausmacht, daß die Käufer dadurch einen Nachtheil erleiden. Die Besitzer solcher mangelhaften Gewichte verfallen nun auch in die gesetzliche Strafe, welcher Diejenigen ent­gangen sind, die ihre Gewichte vor der Untersuchung durch den Aichmeister prüfen ließen.

Dermalen soll, wie dasD. T." mittheilt, die Nachfrage nach Volksschullehrern wieder eine viel stärkere sein, als das vorhandene Angebot. Die letzthin von den drei Seminarien in Friedberg, Bensheim und Alzey nach bestandener Prüfung abgegangenen jungen Lehrer haben schon durchweg Verwendung gesunden, ohne daß alle Stellen be­setzt sind.

Der Deutsche Verein zum Schutze der Vogelwelt hat eine große Bildertafel der wichtigsten deutschen Kleinvögel herausgegeben und beabsichtigt, dieselbe den Volksschulen im ganzen Reich zugehen zu lassen, um dadurch das Interesse der Schuljugend für die gefieberte Welt zu heben und auf diesem Wege zum Schutze der Vögel beizutragen.

Zur Warnung mag folgender, von derVolksztg." mügetheilter Fall dienen. Der Privatier Th., zu Charlotten- burg wohnhaft, wartete am Abend des 17. October v. Js. am Askanischen Platz zu Berlin auf einen Pferde-Eifenbahn- roagen und trug feinen Regenschirm in der so ost ge­rügten Weise in wagerechter Haltung unter dem Arm. Bet einer plötzlichen Wendung, welche Herr Th. bei der Ankunft des erwarteten Wagens machte, stieß er unglück­licher Weise der gerade des Weges kommenden kurzsichtigen Clavierlehrerin Fräulein V. mit der Schirmspitze ins linke Auge. Die verunglückte junge Dame mußte sich in ärztliche Behandlung begeben und das Auge ist derart lädirt, daß nach ärztlichem Gutachten die Sehkraft desselben aus Lebenszeit erheblich beeinträchtigt ist. Weil der Veranlasser des trau­rigen Falles, Herr Th., einen Einigungsversuch des Rechts­beistandes des Frl. V. von sich wies, so kam es zur gericht­lichen Klage. In dem Civilproceß vor dem Amts- und Landgericht II, bezw. dem Kammergericht, ist nun der beklagte Th. rechtskräftig verurtheilt worden, die sehr beträchtlichen Curkosten von etwa 700 Mk. zu zahlen und ferner als Buße für die durch fein Verschulden veranlaßte siebenmonatliche Erwerbsunfähigkeit der Klägerin der letzteren eine Geldbuße von 1500 Mk. zu erstatten.

Arbeitslöhne im Mittelalter. Tagelöhner, Knechte und Mägde befanden sich beim Ausgang des Mittelalters in künftiger materieller Lage. Man beachte: in Sachsen betrug der Durchschnittspreis für ein Paar gewöhnlicher Schuhe 2 bis 3 Groschen, für ein Schaf 4 Groschen, für 25 Stock­fische ebenfalls 4 Groschen, für eine Klafter Brennholz nebst Einfuhre 5 Groschen, für eine Elle vom besten einheimischen Tuch 5 Groschen, für einen Scheffel Roggen 6 Groschen 4 Pfennig. Gleichzeitig verdiente der gewöhnliche Taglöhner wöchentlich 68 Groschen, erwarb also mit seinem Wochen­lohn etwa den Wert von einem Schaf und einem Paar Schuhe - mit dem Lohn von 24 Tagen konnte er sich mindestens einen Scheffel Roggen, 25 Stockfische, ein Klafter Brennholz und 23 Ellen vom besten einheimischen Tuch für feine Be­kleidung kaufen. Die Kleidungsstücke waren ungewöhnlich billig. Als Macherlohn für Rock, Hose, Kugelhut und Juppe wurden 7 Groschen bezahlt- der Herzog von Sachsen trug graue Hüte im Preise von 3*/y Groschen. Am Niederrhein konnte ein in Kost arbeitender Tagelöhner durchschnittlich für 6 Arbeitstage sich anschaffen 2/4 Scheffel Roggen, 10 Pfund Schweinefleisch ober 12 Psunb Kalbfleisch, 6 große Kannen Milch, 2 Bünbel Holz unb er erhielt außerbcm noch in 4 bis 5 Wochen so viel Gelb übrig, als ein gemeiner Arbeits­kittel, 6 Ellen Leinwanb unb ein Paar Schuhe kosteten. Ein Wagenknecht erhielt jährlich 9 Gulben, bie Viehmägbe brei Gulben unb 1218 Groschen, ein fetter Ochse aber kostete 34 Gulben, ebensoviel 20 Schafe. In Oppenheim sollte jebem Arbeiter im Sommer nicht mehr als täglichein maß meins" gegeben werben - im Winter unb Frühjahr sollte er sich täglich mit einem halben ober 2/g Maß begnügen. Dem­gemäß war auch bas Essen- es gab gewöhnlich täglich einmal aber auch zweimal Fleisch.

tt. Lollar, 31- Juli. Bei der seit nunmehr fünf Jahren am hiesigen Platze bestehenden Pfennigsp ar lasse würben in 1890 5687.55 Mk. (gegen 5323.10 Mk. im Vorjahre) eingelegt unb zurückgenommen 3064.20 Mk. (gegen 3452.34 Mk. im Vorjahre). Nach der 1890er Rechnung beträgt bas Vermögen ber Kasse 22 447.98 Mk. (gegen 19 187.77 Mk. Enbe i889) unb bas Guthaben der Einleger 21 939.68 Mk. (gegen 18743.12 Mk. Enbe 1889). Dem Reservefonbs konnten 129.31 Mk. zugeschrieben werben, sobaß sich berselbe jetzt auf 508.30 Mk. beläuft.

Ober Erlenbach, 31. Juli. Am letzten Mittwoch brach-- in ber Hofraithe eines hiesigen Pachters Feuer aus. Dasselbe wurde alsbald gelöscht und größerer Schaden nicht verursacht.

-dt. Neu - Ulrichstein, 1. August. Monatsbericht /der Arbeiter - Colonie pro Juli 1891. Ende Juli 1891 sind in ber Colonie stellen-, resp. arbeitslos 54 Mann. Dieselben Vertheilen sich auf bas Groß­herz ogth um Hessen 9. Königreich Preußen: Provinz Branden­burg 1, Provinz Hannover 2, Provinz Hessen - Kassel 3, Provinz Hessen - Nassau 4, Provinz Rheinlande 3, Provinz Sachsen 2, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Schlesien 3, Pro­vinz Westfalen 6. Königreich Bayern 7- Königreich Württem­berg 3; Königreich Sachsen 1. Großherzogthum Baden 2. Thüringische Staaten 3. Reichslande 2. Ausland: Kaiser­reich Oesterreich: Wien 1, Ungarn 1.

Hiervon waren: Arbeiter 16, Bäcker 2, Buchbinder 1, Brauer 1, Cigarrenmacher 1, Dachdecker 1, Drahtzieher 1, Färber 1, Former 1, Gärtner 1, Glaser 1, Gerber 1, Goldarbeiter 1, Handschuhmacher 1, Hutmacher 1, Kauf­leute 3, Kupferschmied 1, Maschinenheizer 1, Kellner 2, Schlosser 3, Schuhmacher 2, Schneider 4, Schreiber 2, Schriftsetzer 1, Strumpfwirker 1, Tabaksspinner 1, Tuch- scheerer 1, Tüncher 1. Im Monat Juli wurden entlassen 15 Mann, und zwar in die Famllie zurück 1, auf eigenen Wunsch 14. Verpflegungstage im Juli 1891 : 1710. Ge­arbeitet wurde an 1515 Tagen, hierunter 381 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind aus­genommen worden im Ganzen 1740 Mann, dagegen ab­gegangen im Ganzen 1686 - bleibt Bestand 54 Mann.

Wimpfen, 29. Juli. In dem benachbarten Heinsheim verunglückte der Fährmann Zi p f dadurch, daß er beim Fassen eines Bienenschwarms auf einem Baume von den Bienen in gräßlicher Weife zugerichtet wurde und nach wenigen Minuten starb. Der herbeigerufene Arzt stellte Blutvergiftung durch einen Stich in die Pulsader fest. Der Unglückliche hinter­läßt 12 Kinder.

vermischte».

* Hanau, 29. Juli. Große Freude hat es in unserer Stadt hervorgerufen, daß der erste Preis des diesjährigen 19. mittelrheinischen Turnfestes in Hanau geblieben ist. Herr Carl Burger von der hiesigenTumgemeinbe errang sich biese Auszeichnung. Der Preis ist an den rechten Mann gekommen,, denn Herr Burger ist nicht blos ein wackerer Turner, er hat auch sonst noch das Herz auf dem richtigen Fleck. Schweres hat dieser junge Mann schon erlebt, denn Vaicr unb Mutter sind tobt unb er hat bie große Ausgabe übernommen, seine fünf jüngeren Geschwister zu ernähren unb zu erziehen. Zwei Schwestern gehen noch in bie Schule, ein kleines Brüberchen ist erst brei Jahre alt, eine 15jährige Schwester führt nach Kräften ben Haushalt unb ein Bruber hat eben ausgelernt. Als man jüngst feine brei kleinen Geschwister in bie Heimath bes Vaters nach Bayern abholen wollte, ba hat ber Wackere bie Erklärung abgegeben:Ich sorge für meine Geschwister!" Respect vor biefem jungen Manne! Wie nachträglich mit- getheilt wirb, ist von einem reichen Gönner ber Turnerei, Herrn Scarisbrick bahier, bem wackeren Turner noch ein Extrapreis von 1000 Mk. baar getoibmet worben. Außer- bem hat Herr S. ber Tumgemeinbe Hanau 500 Mark zugesagt.

* Vielsagende Inschriften. Im Lause eines Jahres, so schreibt uns ein Freunb, sinb viele Hunbertmarkscheine burch meine Hänbe gegangen, auf welche sich frühere Besitzer burch Inschriften verewigt hatten. So ftanb, von zarter Hanb ge­schrieben, auf bem einen:Ach, wie ift's möglich bann, baß ich Dich lassen kann?" Noch rührenber sinb bie Worte, welche ein Freunb ber blauen Scheine auf einen berfelben, vermuty- lich ben letzten, geschrieben hat- sie lauten:Mein einzig, mein Alles, mein Liebstes bist Du!" Was halss? Auch er mußte ben Weg allen Papiergelbes gehen. Aus einem brüten Scheine las ich feuchten Auges ben refignirten Ab- schiebsgruß bes Trompeters von Säkkingen:Behüt Dich Gott, es wär so schön gewesen....." Hoffnungs-

freubiger klingen bie Zeilen, welche ein vierter Inhaber eines in meine Kasse gelangten Hundertmarkscheines auf denselben gesetzt hat:Wenn Freunde auseinandergehn, so sagen sie: Aus Wiedersehn!" Die Hoffnung des Schreibers, einen Hundertmarkschein wieder zu sehen, dürfte sich erfüllt habens ob erseinen" je wieder sieht, erscheint zweifelhaft, dcr nahezu acht Millionen Stück jener beliebten blauen Papierchen circuliren.

* Unüberlegt. Unteroffizier:Kerls, je mehr ich Euch inftruire, desto dümmer werdet Ihr!"

Schiffsnsrhrichten,

Bremen, 30. Juli. Der SchnelldampferSpree" des Nord­deutschen Lloyd hat eben eine Reise zwischen Newyork und Bremen vollendet, die sich den besten Reisen über den Ocean an die Seite stellt. Das Schiff ging am Dienstag den 21. Juli, 8 Uhr 10 Min. Morqens von Newyork ab und erreichte die Weser am Mittwoch den 29. Juli, 9 Uhr 15 Min. Morgens. Die Reisedauer von Newyork nach Southampton betrug 6 Tage 20 Stunden 15 Minuten, von Southampton nach der Wes-r 20 Stunden 35 Minuten. Die größte Geschwindigkeit betrug 19,9 Seemeilen pro stunde.

Wird obige Fahrzeit zwischen Newyork und England auf Sclly- rebuctrt, wie dies neuerdings andcrwewg mehrfach geschieht, io er­gibt sich dafür 6 Tage 9 Stunden 15 Mrnuten, und mit den Reisen der englischen Schnelldampsir nach Quenstown vergUchen, würde sich eine Reisedauer von 6 Tage 5 stunden ergeben.

Bremen, 30. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Eapitän H. Helmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen und am 22. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbeballen in Newyork angekommen.

Bremen, 30. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Dresden, Eapitän W. Kruhöffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16 Juli von Bremen abge­gangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.